Der Araber ist auch nur ein Türke

Eine Stellungnahme des Münchner NSU-Gerichtes

Autor: Wolfgang Blaschka
Datum: 30. April 2013

Unser Münchner Korrespondent hat uns vor der Veröffenlichtung eine interne Stellungnahme des bayerischen NSU-Gerichtes zugespielt:

Ja mei, da hat ein ordentliches Münchner Gericht mal was zum zweitenmal entschieden, und schon beschwert sich das ausländische Gschwerl scho wieder. Bloß weil mir, von der FAZ bis zur TAZ, ein paar von dene Bladln nicht ausgelost haben: Das sei ein gar schweres Los, sagen die Schreiber, die ja auf nichts anderes warten, als über ein königlich bayerisches Amtsgericht herzufallen. Was geht denn des die an, diese elenden Zeitungsschmierer, wie mir wem unsern Prozess machen, ha? Kenna de net einfach das Urteil entgegen nehmen, und ausg'red't is's?! Ist des denn denen ihr Prozess oder der unsere? Also, nachad!

Jetza kommen's damit daher, dass ein Frauen-Bladl ausgelost worden wär und auch eins aus'm Allgäu, aber die New York Times hätten's auch gern gesehen. Ja wos? Is der Newyorker ebba wichtiger als der Allgäuer? Sonst sand's doch immer so für die Emanzipation, die Emanzi-Bazis, aber d' "Brigitte" wollns net dabei ha'm. Ja, ist denn die Frau Zschäpe keine Frau oder was? Schon des Verfassungsgericht, das ausgeschamte, bayernferne, hat uns zwingen wollen. Da hat's es se aber sauber brennt! Wozu samma mir ein Freistaat? Kennts ihr unsere Farben? Wer uns a so kommt, der kriegt erst recht nicht das, was er möcht'. Uns an Willen aufzwingen! Den hamma schon selber. Hamma halt a Tombola g'macht. Allermal revisionsfester als drei Stühl' dazua g'ruckt! Das waar doch viel'z'einfach g'wesen.

Und wegen Al Tschassiera, dem Sender, woll'ns uns jetzt derblecken, de Haderlumpen. Die hätten mir als Türken ausgelost, aber in Wahrheit seien die doch Araber! Woher soll denn des unsereiner wissen? "Al" wird doch auch nur so ein Ali sein. Und Tschassiera hin, Tschindarassasa her, wer hat die Blechmusik erfunden? Der Türke. Der Türke in der Türkei. Wenn der sich jetzt als Araber ausgibt oder umgekehrt: Was schert des uns?! Mir san mir, und ihr könnts uns kreuzweis'. Wer Türke ist, entscheiden mir, und wenn ich noch ein Widerwort hör', dann schließe ich die Öffentlichkeit komplett aus.


gez. Moosbauer, Amtsgerichtsrat


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 19. Juli 2014 schrieb Brigitte Mensah Attoh:

War das nicht d a s s e l b e Münchner Gericht, das schon im Fall Gustl Mollath zum Schaden des Geschädigten entschieden hat? Wenn ja, müßten doch sämtliche Alarmglocken schrillen.....
KrutziTürkn abr ao - und dös wär doch der Super-Super-Gau, würdenz wegen den gerichtlichen Verfahrensfehler´dia braune Tschääpe ao no f r e i s p r e c h n ! Was für an Signal an die Rechtn!
Und was für eine W a t s c h n ins Gesicht der Opfer-Familien!
 


Am 01. Mai 2013 schrieb Isa Grothe:

Der Komödiensdtadl geht weiter:

"Es geht (im NSU-Verfhaghren) um den Platz eines freien Mitarbeiters des WDR, der wegen eines Irrtums seinen Akkreditierungsantrag zurückgezogen hatte. Dennoch blieb er im Lostopf und wurde gezogen."

Es sieht nach einem Freispruch für die Zschäpe aus: Dieses dämliche Gericht wird sicher Verfahrensfehler um Verfahrensfehler produzieren.


Am 01. Mai 2013 schrieb Dora Hintze:

Blaschka ist, wie immer, eine Lach-Befreiung.


Am 01. Mai 2013 schrieb Liesl Karlstadt:

Könnte man den Valentinesken Text nicht ins Hochdeutsch übersetzen?

Antwort von U. Gellermann:

Dieses infame Anliegen wird zurück geWiesn.

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