Das Tittytainment-Programm

Deutschland sucht den Super-Bettler

Autor: U. Gellermann
Datum: 13. März 2017

Vortrag auf der Konferenz
der Neuen Gesellschaft für Psychologie
zum Thema GESELLSCHAFTLICHE SPALTUNG

Einer der Vordenker kapitalistischer Herrschaftsausübung, Zbigniew Brzeziński, hat vor Jahren den plastischen Ausdruck „Tittytainment“ geprägt. Anlass war eine Konferenz des Global Braintrust, der ziemlich lakonisch feststellte, dass auch reiche Länder künftig mit 80 Prozent „Globalisierungsverlierern“ leben müssten. Und diesen Verlierern – den Menschen ohne regelmäßige, bezahlte Arbeit, ohne erträglichen Lebensunterhalt – müsse man, so Brzeziński, Surrogate bieten. Der Begriff „Titty“ weist auch auf sexualisierte Unterhaltung hin, und fraglos hat die Porno-Industrie diesen Teil der Ablenkungsaufgabe gewinnbringend übernommen. Aber längst muss der Begriff weiter gefasst werden, wenn es um die Verwischung der schroffen Gegensätze von Arm und Reich geht, wenn es um die geistige Marginalsierung der sozial Marginalsierten geht. Denn die sozialen Spannungen gehen weit über die rund sechs Millionen Hartz-Vier-Empfänger hinaus. Auch bei denen, die Arbeit ohne staatliche Alimentation haben, kriecht die Angst vor dem Abstieg ins Gemüt. Und da Nutzen und Kosten von Psycho-Pharmarka fragwürdig sind und ihre Verschreibung kassenamtlich kompliziert sind, muss das Thema ARM und REICH unbedingt zur Soap-Opera gemacht werden, zum bekömmlichen TV-Abend ohne offenkundige Nebenwirkungen.

Börse vor acht

Aber vor der Soap-Opera, der hollywoodesken Verarbeitung des Arm-Reich-Widerspruchs, regiert im scheinbar ernsthaften Deutschland die politisch-soziale Nachricht, die Dokumentation, das Sozial-Magazin. Doch während wir vom scheinbar seriösesten aller seriösen Medien, dem 1. TV-Programm der ARD, jeden Tag pünktlich um 19.55 – kurz vor der TAGESSCHAU – in der „Börse vor acht“ erfahren wie es den Bayer-Aktien gesundheitlich geht, ob die Siemens-Aktionäre bald hungern müssen oder die Besitzer von BMW sich endlich wieder zwei neue Segelyachten leisten können, gibt es für die Armen nichts Vergleichbares.

Es soll in Deutschland im Jahr 2016 durchschnittlich rund 4,38 Millionen direkte Aktionäre gegeben haben. Und wir dürfen ziemlich sicher sein, dass der clevere Aktionär seine Kenntnisse über den Aktienmarkt nie und nimmer aus dem 1. TV-Programm bezieht. Wenn er seine Anlagen-Strategie schon nicht seinem Finanzberater überlässt, dann konsumiert er eine Reihe von Special-Interest-Medien, die über sein Geld gründlicher und vor allem hintergründiger publizieren. Also dient „Börse vor acht“ nur der Ideologie, der Verbreitung der Illusion „Du-könntest-auch-Millionär sein“, der Illusion beim Konsum von Porno-Filmen prinzipiell nicht unähnlich, jener billigen Erzählung von unendlicher Verfügbarkeit und Potenz. Zumindest wird auf diesem ARD-Sendeplatz so etwas wie die Potenz der Börse vermittelt: Seht her, ruft „Börse vor acht“, wie bewegend die Welt der Börse ist, wie stressig das Leben des Spekulanten, wie unverzichtbar der Handel mit Geld ist. Übrigens handelt es sich um einen Sendeplatz, der, würde man ihn für Werbung verkaufen, etwa eine halbe Million Euro erlösen würde: Er ist offenkundig ein echtes Opfer für die Ideologie.

Schon aus Gründen der Polemik muss nach den täglichen fünf Minuten für die Habenichtse gefragt werden, die natürlich deutlich zahlreicher sind als die Spekulanten: Gefragt nach den aktuellen Nachrichten über die billigsten Sonderangebote, die besten Rest-Lebensmittel, die aktuellen Schwarzfahrer-Warnungen oder den freundlichsten Job-Center-Mitarbeitern. Auch eine Anleitung zum Pfand-Flaschen-Fischen mit Drahtkleiderbügeln oder einem TV-Kurs „Wie bettle ich richtig“ ist in ARD oder ZDF nicht zu finden während der Kampf der Start-ups, junger Firmengründer, schon seit 2014 auf VOX (Die Höhle der Löwen) Staffel für Staffel bis heute produziert wird. Da konnte der öffentlich-rechtlich finanzierte Sender ZDF einfach nicht beiseite stehen und ließ mit dem „Kampf der Start-ups“ von seinem Verbrauchermagazin WISO ebenfalls 44 Minuten für diese schwere ideologische Lücke in der Grundversorgung produzieren.

TAGESSCHAU: Taktgeber der deutschen Nachrichten

Die immer noch bedeutendste Nachrichtensendung Deutschlands ist die von der ARD ausgestrahlte TAGESSCHAU. Im Jahr 2015 erreichte sie im Durchschnitt 9,11 Millionen Zuschauer. Sogar bei den internetaffinen 14- bis 49-Jährigen war die "Tagesschau"-Hauptausgabe auch die meistgesehenen Nachrichtensendung - rechnet man die Reichweiten auf allen Sendern zusammen, kam sie mit 1,73 Millionen jungen Zuschauern allabendlich auf einen Marktanteil von 19,1 Prozent. Nach wie vor ist die TAGESSCHAU der wesentliche Taktgeber der deutschen Nachrichten-Orchestrierung. Was dort nicht stattfindet, das hat nicht stattgefunden. Ihr Takt wird nicht nur in den Redaktionen anderer Medien wahrgenommen, sie ist vor allem der Informations-Prüfstein privater Medien-Nutzer: Wem die BILD-Zeitung als zu vulgär und die ZEIT als zu sperrig gilt, der wird jederzeit die TAGESSCHAU als Beweis für seine Meinung und/oder seine Kenntnisse anführen können.

Sucht man in der internen TAGESSCHAU-Suchmaschine den Begriff „Armut“, dann existiert Armut wesentlich im Ausland. Bei einer Quote von 758 Treffern wird man schnell über Afrika, über Flüchtlinge, Armut in Haiti oder Lateinamerika informiert. Häufig mit einer gewissen, personalisierten Empathie. Geraten die Meldungen zum Thema jedoch ins Analytische, werden sie schnell relativiert. Zum Beispiel: “Die globale Ungleichheit nimmt laut der britischen Hilfsorganisation Oxfam immer dramatischere Ausmaße an. Demnach verfügen die acht reichsten Männer über ein ähnlich großes Vermögen wie die ärmste Hälfte der Weltbevölkerung.“ Aber, aber, kommentiert die TAGESSCHAU:„Die Zahlen sind aber umstritten.“ Dieser Kommentarsatz wird keineswegs auf eine Quelle zurück geführt, wie es ordentlicher Journalismus zumindest erwarten ließe – oder gar ernsthaft ausargumentiert. So bleibt dem Zuschauer das Gefühl, alles sei halb so schlimm. Und wenn doch, dann eher ganz woanders. Selbst wenn in einem Nebensätzchen immerhin dies auftaucht: „In Deutschland besitzen laut Oxfam 36 Milliardäre zusammen so viel wie die ärmere Hälfte der Bundesbürger.“ Das Aber bleibt.

Landet die TAGESSCHAU aber doch in Deutschland, dann landet sie allzuoft im Sedativen: „Trotz Wirtschaftskrise und Ebbe in den öffentlichen Kassen: Deutschland gehört nach wie vor zu den reichsten Ländern der Welt. Wer von Armut in Deutschland spricht, muss deshalb eines hinzufügen: Mit der existenziellen Armut, unter der Menschen in Entwicklungsländern leiden, hat sie nichts zu tun.“ Zu gern bestreitet die TAGESSCHAU die schockierenden Zahlen der Wohlfahrtsverbände und macht sich deshalb auf, selbst scheinbar wissenschaftlich zu agieren: „Eine so genannte Verwahrlosung der Lebensführung‘ findet sich denn auch in den Statistiken und Armutsberichten der Wohlfahrtsverbände so gut wie gar nicht wieder. Bei der Frage, ob Kinder in Armut leben, stellen sich demnach ganz grundsätzliche Fragen: Ist für die täglichen Mahlzeiten gesorgt und kümmert sich jemand um deren Wäsche? Haben die Kinder einen regelmäßigen Ansprechpartner - und ganz fundamental: Wer achtet darauf, dass sie morgens pünktlich aufstehen?“ So wird dann ein gesellschaftliches Problem schnell und ohne jegliche Untersuchung auf private Ursachen zurückgeführt. Ähnlich der öffentlichen Kampagne zu Beginn der Einführung von Hartz Vier mit der Arbeitslose als Sozialbetrüger und faule Säcke stigmatisiert wurden. So erfolgreich, dass viele Arbeitslose bis heute wirklich glauben, sie seien selbst schuld an ihrer Lage.

Rentenbetrug unterschlagen

Und wenn die Redaktion das Kleinreden von Armut nicht selbst leisten kann, dann findet sie immer einen „Experten“, der diesen schmutzigen Job übernimmt. Exzellentes Beispiel ist die TAGESSCHAU-Kommentierung des Rentenkonzeptes der Arbeitsministerin Andrea Nahles. Das überlässt die TAGESSCHAU dem Experten Joachim Ragnitz vom „ifo-Institut für Wirtschaftsforschung“. Der gilt der Redaktion wahrscheinlich als Experte, weil er sein Gehalt von einem Regierungs- und Kapital-Institut bezieht. Auch weil er mit einer Arbeit über „internationale Kapitalströme“ promovierte und dann mit solcherlei Qualifikation folgende kühne Aussage ohne jede Beweisführung trifft: “Die Mittelschicht ist nicht von Altersarmut bedroht“. Um dann zu diesem auch durch nichts bewiesenen Schluss zu kommen: „Wenn das Rentenniveau sinkt, ist private Vorsorge notwendig, um die entstehende Lücke zu schließen.“ Als hätten wir nicht alle im Ergebnis der asozialen Agenda-Politik mit der „Riester-Rente“ das Beispiel öffentlichen Betrugs erlebt, der sicher nicht den Rentnern, sondern den privaten Versicherungs-Unternehmen genutzt hat.

Selbst im Entwurf des 5. Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung (Stand: 04.01.2017)wird eingeräumt: „Die Ungleichheit der Markteinkommen in Deutschland ist ab Mitte der 1990er Jahre und verstärkt in der ersten Hälfte der 2000er Jahre deutlich angestiegen“. Um Armut wirklich zu messen, bedürfte es präziser Reichtumszahlen. Aber im Jahr 1997 entschied sich die damalige Bundesregierung, die Vermögensteuer nicht mehr zu erheben. Seit dieser Zeit ist der reale Reichtumsfaktor nur mittels freiwilliger Selbstauskunft zu ermitteln. Und natürlich schwindet bei steigendem Einkommen und Vermögen die Auskunftsbereitschaft rapide und mit ihr die statistisch auswertbare Datengrundlage für hohe Einkommen und Vermögen. So hat das Statistische Bundesamt nur Haushaltsnettoeinkommen bis zur sogenanntem Abschneidegrenze von 18.000 €/Monat berücksichtigt. Deshalb sind rund 70 % der Selbstständigen- und Vermögenseinkommen nicht in den Verteilungsberechnungen enthalten.

Die „Vierte Gewalt“, das angebliche Korrektiv der anderen Gewalten, der behauptete investigative Journalismus, ist bis heute nicht in der Lage, diese Lücke zu schließen. Wer die reichen deutschen Familien sind, ist nicht unbekannt: Aber von den Quandt-Erben (BMW) über die Oetker-Family (Nahrungsmittel, Schifffahrt) bis zur Schaeffler-Gruppe (Automobilzulieferer, Maschinenbau), sie alle sind darauf bedacht, nicht in den Medien aufzutauchen. Dass bei vielen von ihnen Aufstieg und Reichtum mit der Nazi-Macht verbunden war, ist erst Recht kein Thema für jene Medien, die nicht selten von Friede Springer (Platz 27 in der WIKI-Reichen-Liste), oder Hubert Burda (Platz 37 in der WIKI-Reichen-Liste) oder Liz Mohn (Platz 75 in der WIKI-Reichen-Liste) kontrolliert werden. Dass Friede Springer und Liz Mohn mit Angela Merkel gut befreundet sind, ist kein Geheimnis, wird aber selten thematisiert.

Reiche gibt es nicht

Nun ist bei den privaten Medien nicht zu erwarten, dass sie sich ihre Werbekunden näher ansehen oder gar der Kritik preisgeben. Aber von den öffentlich-rechtlichen Medien, die primär von den Normalos finanziert werden, könnte man genauere Berichte oder Analysen des Reichtums und der Reichen erwarten. Aber so wenig wie die Armen besonderer Gegenstand journalistischer Betrachtung sind, so wenig sind es die Reichen. Eher im Gegenteil: Sendungen über Reiche unterliegen entweder dem Romantisierungs-Effekt oder dem Bling-Bling-Modus. Die britische Königin oder der holländische König sind zwar nicht so reich wie Bill Gates, aber die Queen ist mit einem Vermögen von 1,8 Milliarden Euro ziemlich weit von normalen Untertanen entfernt, die niederländische Königsfamilie wird sogar auf 2,5 Milliarden Euro geschätzt. Aber dieser Reichtum ist bei den TV-Anstalten natürlich kein soziales Thema. Das vulgäre Geld wird vom romantischen Glanz der Kronjuwelen überstrahlt.

Seit gefühlten 100 Jahren sendet das ERSTE, das TV-Programm der ARD, jedes Jahr zwei Stunden lang im Juni „Trooping the Colour" die Geburtstagsparade zu Ehren von Königin Elisabeth II. Samtige Stimmen kommentieren das Geschehen, Reportergesichter sind in Falten der Ehrfurcht gelegt, die TV-Bilder wirken, als seien die Kamera-Objektive mit Vaseline eingerieben. Beide öffentlich-rechtlichen Sender produzieren Sendungen über Hoheiten aller Art: Hochzeiten, Geburten und Beerdigungen sind Quotenbringer. Die Hochzeit des britischen Prinz William erzielte im ERSTEN während der kompletten siebenstündigen Übertragung im Durchschnitt 4,48 Millionen Zuschauer, die restlichen deutschen TV-Sender mochten da nicht zurückstehen. - Der gesetzliche Bildungsauftrag der öffentlich-rechtlichen Sender besteht bei dieser Art Programm offenkundig darin, Reichtum als naturgegeben darzustellen, als außerhalb der gesellschaftlichen Debatte und des Zugriffs der Steuerbehörde.

Bling Bling: Die Geissens

Seit 2011 verkauft RTL II – ein Sender des Bertelsmann-Konzerns, also im Portfolio von Liz Mohn – Staffel für Staffel mit den „Geissens“ eine scheinbare Dokumentation über echte Millionäre. Die Familie Geissen taumelt von einem Luxusdrehort zum anderen, in der Serie wird primär ein Familienalltag geschildert, der mit dem Einkaufsbummel zum Erwerb von Luxusgütern oder dem Kauf repräsentativer Immobilien dient. Dem Zuschauer wird das Gefühl gegeben, echten Menschen zu begegnen; dass es sich letztlich um eine Verabredung zwischen dem Sender und den Geissens handelt, dass die Inszenierung von der „Geiss TV GmbH“ selbst produziert wird, das soll möglichst nicht transparent werden. Mit den „Geissens“ wird der Bling-Bling-Modus organisiert, der sonst nur auf Meldungen aus dem Leben der Stars angewiesen wäre. Und auch wenn deren PR-Agenturen jede Menge Nachrichten selbst herstellen, unterliegen sie doch einer gewissen Spontaneität. Um den Perma-Traum vom besseren Leben zu organisieren, sind Sendungen wie „Die Geissens“ wesentlicher Teil des von Zbigniew Brzeziński zur Ablenkung angeregten „Tittytainment“. Aber natürlich gehört dazu ein ganzes TV-Instrumentarium, das die Illusion erzeugt, man könne es schaffen aus der eigenen unzureichenden Lage in eine bessere aufzusteigen. Man müsse nur sein Glück so lange schmieden, bis es zum Sieg in einer Casting-Show langt: Auch deshalb gibt es „Deutschland sucht den Superstar“, das „Top-Modell“ oder den „Meisterkoch“.

In der „westlichen Wertegemeinschaft“ gilt – glaubt man den Politiker-Reden, den Experten-Talkshows und den Leitmedien – die FREIHEIT als ideologische Grundlage gesellschaftlichen Lebens. Dass Freiheit eine materielle Seite haben könnte, spielt im veröffentlichten Diskurs kaum eine Rolle. Aber was soll jemandem die Reisefreiheit, wenn ihm das Geld fehlt, wann immer er will, vom Stadtrand ins Zentrum zu fahren? Was bedeutet jemandem die Meinungsfreiheit, wenn zur Verbreitung seiner Meinung ein Millionen-Euro-Apparat notwendig ist, Millionen, die er nicht hat und nie haben wird? Was kann die Wahlfreiheit noch bedeuten, wenn die herrschenden Parteien sich nur noch in Nuancen unterscheiden? Und wenn sich selbst die gerühmte Konsum-Freiheit nur noch auf KiK und Aldi beschränkt, dann ist die Autonomie des Subjekts längst in einer objektiv schlechten sozialen Lage aufgelöst.

In einer Gesellschaft allgemeiner Glückseligkeit brauchen – folgt man der bisherigen Medien-Verarbeitung des Arm-Reich-Themas – auch die Katzenfutterfresser, die Flaschenangler und Hand-Aufhalter dringend ihre eigene Sende-Reihe. Die mediale Umsetzung des Obdachlosen-Themas darf deshalb nicht mehr auf die Zeit vor Weihnachten beschränkt bleiben. Es ist an der Zeit, das Deutschland den Super-Bettler sucht. Denn erst wenn diese Casting-Show über die Sender läuft, ist das Tittytainment-Programm wirklich perfekt. Jenes Programm, das die Brutalität der Wirklichkeit kanalisieren will, das den sozialen Widerstand in der Ablenkung von der Realität ersticken und eine eigene süßliche Parallel-Welt imaginieren soll. Es ist an der Zeit für „Germanys Best Beggar“ .


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 06. April 2017 schrieb T.H.:

Man sollte den Mind-Controllern entlockt haben, dass die fütternde Mutterbrust erwachsenen Männern nur über homosexuelles Erleben zugänglich ist, da wir als Babies psychisch alle Mädchen waren. So gesehen trifft das Tittytainment-Konzept nicht ganz ins Schwarze. Eine verrauchte Reichsbürger Hinterstube düfte da ehe in Frage kommen.
Mit freundlichen Grüßen


Am 15. März 2017 schrieb Uschi Peter:

Die Worte zur "Freiheit" sind genau richtig. Was bedeutet dem Obdachlosen die Meinungsfreiheit. der kann seinen Mund noch so weit aufreißen, es hört keiner auf ihn. Eine gut bezahlte Arbeit, ein ordentliches Dach über dem Kopf und immer gutes Essen würde ihn glücklicher machen als sagen zu dürfen, der Bundeskanzler ist doof. Das darf er sowieso nicht, nur gegen die bösen Gegner darf er wettern. Vor mehr als 30 Jahren durfte er sich an den bösen Sowjets und der grauenvollen DDR den Mund wetzen, heute über Putin und andere unbotmäßige Leute herziehen. Aber wer hört schon auf einen "Asozialen"?




Am 15. März 2017 schrieb altes Fachbuch:

der artikel ist so gut und es wert, sich dazu auch noch mal ernsthaft zu melden;)

selbst innerhalb des pseudodemokratiekonstruktes eines bürgerlichen staates sind ja nur 3 gewalten vorgesehen und grundgesetzlich verankert.
die installierte inoffizielle "4.gewalt" ist aber die verheerendste, weil sie auf die triebe und köpfe zielt. und das mit einer jahrhundert alten ausrichtung: verdummen und gefügig machen, und die verdummten und gefügigen im glauben von herrschaft oder freiheit taumeln lassen.
schon zum jahreswechsel 1843/44 schrieb ein marx darüber: "Luther hat allerdings die Knechtschaft aus Devotion besiegt, weil er die Knechtschaft aus Überzeugung an ihre Stelle gesetzt hat. Er hat den Glauben an die Autorität gebrochen, weil er die Autorität des Glaubens restauriert hat. Er hat die Pfaffen in Laien verwandelt, weil er die Laien in Pfaffen verwandelt hat. Er hat den Menschen von der äußeren Religiosität befreit, weil er die Religiosität zum inneren Menschen gemacht hat. Er hat den Leib von der Kette emanzipiert, weil er das Herz an die Kette gelegt." (kritik hegelsche rechtsphilosophie).
die 5.kolonne des kapitals verblödet also zielgerichtet und vorsätzlich, weil ebenda auch geschrieben steht: "eine theorie wird zur materiellen gewalt, sobald sie die massen erreicht!"

und das darf einfach nicht passieren!!! darauf hoffen, dass die offiziellen staatsgewalten sich darum kümmern, ist idealistisch und damit blöd!! auch diese gewalten sind nur der verlängerte arm des kapitals.
tittytainment ist klassenkampf, der feind weiß es - wir "herrscher ob unserer eigenen freiheit" verweigern uns dem einzig rationalen schluss, das "herz von der kette" zu lassen, in dem man die ketten sprengt!!


Am 14. März 2017 schrieb altes Fachbuch:

herr blutig,
langweilen sie mich mal jetzt nicht noch mit ihrer mitleid erheischenden undifferenzierten kritik an bundesdeutscher arbeitsförderungspolitik;)
"fördern und fordern" heißt der genesende spruch, nicht "erwarten und bekommen". mehr gibt der deutsche haushalt einfach nicht her, oder sie sind es eben nicht wert, weil als mensch einfach eine fehlinvestition!!
auch das wort "kunde" kennt verschiedene interpretationen;)
im übrigen gehören die von ihnen kritisierten bevölkerungsteile, zu den am meisten angears**ten: moralische idealisten in einer wegwerfgesellschaft, zumeist unterbezahlt, demotiviert, dem burnout nahe! auch die jobcenter-freunde machen nur, wofür sie bezahlt werden. denken oder soziale emphatie steht nicht in der stellenbeschreibung!! aber sie machen ihren job gut, auch henker haben eine berufsehre! (obwohl, vorsicht mit vergleichen in unserem freien land!)
bedenken sie, dass keiner von beiden die gesetze machen, obwohl die sicher ihren arbeitgeber wählen;)
betrachten sie doch ihr hartz-sein als widerstand:) der härteste feind dieser bekloppten welt ist der konsumverzicht.
und lassen sie die anderen wissen, dass DIE die idioten sind!!
bettelkino mit unterernährten kindern im tv?? wissen sie als freier bürger nicht, mit der fernbedienung umzugehen? es geht ihnen blendend, zumal nur die chance aber nicht die garantie besteht, in dieser leistungsgesellschaft was zu werden!

tittytainment?? kenn ich nicht!
aber ich wähle cindy aus marzahn for kanzler, und als nationalhymne "ich und mein holz"!
da fässt man sich an'nen kopf;)


Am 14. März 2017 schrieb Ernst Blutig:


Wenn Sie jetzt noch wüssten, was ich heute im sogenannten Aktivierungskurs hören durfte, würden Sie kotzen Herr Gellermann. Es ist inzwischen der offen zur Schau gestellte Zynismus, den Abgehängten und Ausgesonderten noch mit einer würzigen Beinote OFFEN zu sagen
"Ja wir leben im Scheisskapitalismus, aber seid froh, daß hier noch Restbestände von Sozialstaat existieren, kommt raus aus eurem selbstverschuldeten Versumpfer-Dasein und leistet eure nötigen Bewerbungen ab. Der Staat und wir [gemeint war natürlich das Coachingunternehmen] lernen euch hier immerhin auch noch wie man diese optimiert"
Der Rest war eine vogelwilde Melange aus Georg Schramms stereotype Verkäuferfigur, MeinAutoMeinHausMeinGarten und "Tschaka du schaffst es / wir schaffen das gemeinsam" Rhetorik.

Und das "Beste" dabei ist noch. Selbst diese dürre Schmarotzerpädagogik samt angehängtem Bewerbungstraining ist noch Meilen vom Niveau der ncihteffizienten Jobcenterpädagogik weg.
Und beide Peripherien gesellschaftlicher Notzucht an
finanziell Mindergestellten, sogenannte Stützen des Staates, werden alimentiert und am Leben gehalten. Der Hartzler aber geht weiter mit kaum mehr als Nichts nach Hause, darf sich dabei schämen und fleissig wie ein echter Profi(!) Bewerbungen schreiben.


Am 14. März 2017 schrieb Hans Rebell-Ion:

ARD = Arsch-Report-Deutschland!
Wer die Macht hat führt das Wort!
Wer das Wort hat kann das Volk verarschen!
In der Kürze liegt die Würze!


Am 14. März 2017 schrieb Uschi Peter:

Nach meine Dafürhalten scheiterte die DDR an ihrer Politik der rationalen Aufklärung ihrer Bürger. Alles was wir heute erleben, wurde uns damals gesagt. Wieviele haben es geglaubt? Mit dem Ansprechen des Verstandes kann man keine Menschen gewinnen. Man muss das Gefühl ansprechen, Ängste erzeugen, Tränen der Rührung oder des Zorns. Das können die Ideologen des Kapitals perfekt. Die Menschen werden eingelullt mit rührenden Geschichten, die sie auch zu Spenden veranlassen sollen. Es wird mit Gruselgeschichten und -bildern Angst und Zorn vor dem potentiellen Feind geweckt.
Wenn ich sehe und höre, wieviele Menschen mit Begeisterung das Tittytainment glotzen und sich die grausamen Hollywood-Streifen und Gewalt-Spiele reinziehen, frage ich mich, wie blöd ist die Masse wohl wirklich? Oder können diese Leute nichts dafür? Wenn selbst intelligente Menschen auf Dauer der Westpropaganda nicht widerstehen konnten und können, sieht es schlimm für die Zukunft der Welt aus. Oder liege ich da falsch?


Am 14. März 2017 schrieb Sven Johansson:

Diese klare Analyse deutscher Medien zum Arm-Reich-Thema hätte ich gern auch für den Krieg-und Frieden-Komplex. Kann ich damit rechnen?

Antwort von U. Gellermann:

Bei der nächste Konferenz zu diesem Thema.


Am 14. März 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

Ein Vortrag der es in sich hat.
Habe ihn mir großem Interesse gelesen.
Schwer verdauliche, aber sehr wichtige gesellschaftliche Kost.
Toller Vortrag: Hut ab.


Am 13. März 2017 schrieb Roman Gärtner:

Interessanter Artikel/Vortrag.

Hatte gerade vor 2-3 Tagen ein pdf zu dieser Konferenz gelesen und mich gefragt was Sie da wohl vortragen werden.

Wie ich "sehe", haben Sie sich auch mit einer Frage beschäftigt die mir schon länger durch den Kopf geht:
"Was bringt mir die (grenzenlose) Freiheit wenn ich a) nicht das Geld habe um wirklich frei zu sein und b) sich die Sicherheitslage weltweit immer weiter verschlechtert (auch im näheren Umfeld).".

Letztendlich ist sehr vieles was einem als Freiheit "verkauft" wird mit Geld verbunden.
Das fängt ja schon bei gesunder Ernährung an, geht über ein 2-Klassen Gesundheitssystem bis hin zur mobilen Freiheit...ohne (genug) Geld muss man permanent Abstriche machen (und sich dafür oft noch belehren/beschuldigen lassen - zB "Wir" (die Konsumenten) sind schuld an Massentierhaltung etc. weil wir ja nicht mehr Geld ausgeben WOLLEN (von KÖNNEN wird ja nur selten geredet)

Zum Thema "Börse vor acht" bzw "Du könntest auch Millionär sein":
Seit einiger Zeit laufen ständig Werbespots für Handy-Apps mit denen man "traden" kann "wie die Big Boys" und das dies früher immer ein "sehr kompliziertes Geschäft" war das man nun ganz einfach per App "mitspielen" kann...und das sogar, zum üben, vorher noch mit ein bisschen "Spielgeld" das man zur Verfügung gestellt bekommt.
Gehen dem größten Casino der Welt die Opfer aus?

Werbung kommt eh etwas zu kurz.

Obwohl ich nie einen Elefanten gejagt und getötet habe oder einen Gegenstand aus Elfenbein (wissentlich) gekauft habe, bekomme ich nahezu täglich die Spendenaufforderung ins Haus gesendet weil alle 15 min. ein Elefant getötet wurde.

Also ich könnte mir weder eine Elefantenjagd-Safari leisten noch würde ich Produkte kaufen die aus Elfenbein hergestellt wurden.
Ich bin also eigentlich die falsche Zielgruppe dieser Werbespots.
Spenden die Menschen die sich beides leisten können eigentlich auch? Und wenn es nur zur Beruhigung des Gewissens ist?

Ich soll mich auch schuldig und verantwortlich für die unterernährten afrikanischen Kinder fühlen.
Auch dafür bekomme ich fast täglich entsprechende Werbespots zu sehen.

Wer hat da nochmal die Mittel für Hilfsorganisationen (zB für die Versorgung von Flüchtlingen) gekürzt?
Also ich war das nicht...zumal finanzielle Mittel für Hilfsorganisationen aus Steuergeldern geschnürt werden (oder?) und wer verlegt seinen Wohn- und Unternehmenssitz in Steueroasen (um sich auch dieser Verantwortung zu entziehen)?

Irgendetwas läuft da schief...


Am 13. März 2017 schrieb Lutz Jahoda:

BEIPFLICHTUNG

Im Verdummen einfach Spitze,
im Erhellen mäßig;
dennoch bleiben die Gebühren
nach wie vor gefräßig.
Wer sich geistig bilden möchte,
muss bis spät nachts warten.
Darum kommt Politsatire
nie im "Fernsehgarten".


Am 13. März 2017 schrieb Michael Kohle:

Mit seinem „Erachten" liegt Mitkommentator Feldmann nicht mal so falsch. Mit der Milch der frommen, der einzig richtigen und vorallem einzig zulässigen Denkungsart, die via virtueller „Mutterbrust" seit Jahrzehnten verabreicht wird, wird ein einziges Ziel verfolgt: die Ruhe ist des Bürgers erste Pflicht. Nur so geht Kapitalismus! Das ist immer schon so gewesen , nicht erst seit Zbiegniew B. das Tittytainment schuf und propagierte. Früher, zu Zeiten eines anderen Imperiums, lief das unter „Brot und Spiele". Auch Titties wurden damals reichlich geboten, spätestens dann, wenn die großen Miezekatzen zum Spielen mit aufgeboten wurden.

Gewiß, die Gellermannschen Auslassungen sind lobens- wie auch bedenkenswert, vergnüglich noch dazu. Warum nur habe ich so ein dummes Gefühl hinterher, ein saudummes gar? Wenn ich alles richtig verstanden habe, braucht´s doch nur eines „Deutschland sucht den Super-Bettler" und schon wäre alles prima in Margari - ääh - Butter. Und schon reite ich den roten Hering und suche nach dem richtigen Silbereisen dafür, so was Passendes wie mit Heidi K. oder bei Dieter B., einen mit dem Werdegang vom - brauche gar nicht weiter zu denken, da ist er schon: Martin Sch.! Und spätestens da wird mir klar, da hat der Galerist wohl nicht bis zu Ende gedacht. Das hätte er bestimmt nicht gewollt.

Zu allem Überfluss - im Zusammenhang mit Armut besonders pikant: der "super beggar? wäre irgendwie kontrapunktiv. Eindeutig der Holzweg, da würde doch dem plebs der plebs am Nasenring vorgeführt. Allein schon die ganzen Zusammenrottungen vor dem Casting-Bus, das kann doch nicht gewollt sein. Nein, nein! Da hat sich Gellermann irgendwie verrannt! Da braucht es andere Ansätze!

Die Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich? Seien wir doch einmal ehrlich und nachsichtig! Mit dem Tittytainment findet doch eine Konditionierung Anwendung, die wertegemeinschaftlich betrachtet die wohl Humanste der humanen Methoden ist. Ob sie noch lange so zum Einsatz kommen wird? Irgendwann - und vermutlich eher früher denn später - werden die Träger der großen Portokasse alternativlos die Kriegskasse zum Einsatz bringen um die Herde der „deplorables" drastisch zu reduzieren. Wenn wir Glück haben auf ein erträgliches Mass, wenn nicht , ja dann!


Am 13. März 2017 schrieb Werner Feldmann:

Der Begriff "Tittytainment" hat m. E. die Bedeutung der fütternden Mutterbrust.

Antwort von U. Gellermann:

WIKI:
Tittytainment (oft auch Tittitainment) ist eine Wortbildung aus englisch titty (Slang für Busen) und entertainment (Unterhaltung). Der Begriff steht für die Vermutung, dass auf Grund steigender Produktivität zukünftig ein großer Teil der Weltbevölkerung von der Produktion von Dienstleistungen und Gütern entbunden sein werde und dann von Transferleistungen leben werde. Um diesen Teil der Bevölkerung ruhigzustellen, werde er durch die Medien berieselt werden.


Am 13. März 2017 schrieb Jenny Westphal:

Es ist ja viel, viel Text, den Sie in diesem Artikel anbieten. Aber es lohnt sich wirklich ihn zu lesen. Nirgendwo habe ich bisher eine so klare Medien-Analyse zum Thema Arm und Reich gelesen, die zugleich so unterhaltsam formuliert war.

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