Das Schweigen des Senders

Immer häufiger sendet die Tagesschau Weißes Rauschen

Autor: U. Gellermann
Datum: 27. September 2018

Es hört sich an wie Nachrichten, sieht aus wie Nachrichten, und doch ist das, was die Tagesschau manchmal produziert, nichts anderes als Weißes Rauschen, jene elektronische Versendung von irgendwas, was aber mit Nachrichten nichts zu tun hat.

In dieser Folge der „Macht um Acht“ gibt Uli Gellermann einen kleinen Grundkurs in Journalismus und weist nach, dass die Redaktion der Tagesschau diesen Kurs dringend braucht. Weil sie den ältestesten Trick der Erde zur Nachrichten-Verbiegung einsetzt: Das Weglassen. Zwar erzählt die wichtigste Nachchrichtensendung des Landes zum Beispiel über den „Mieten-Gipfel“ bei der Kanzlerin, verschweigt aber faktisch den „Alternativen Mietengipfel“, zitiert nicht die wahren Experten für Vermieter-Terror und Obdachlosigkeit und Mieter-Elend.

Diese primitive Methode ist längst zur Methode bei der Tagesschau geworden. Vielleicht sollte man ihr den alternativen Nachrichtenpreis verleihen. Dessen Motto: WIE SIE SEHEN, SEHEN SIE NICHTS wird von niemandem so routiniert erfüllt, wie von der Hamburger Redaktion, die als Aushängeschild des deutschen Journalismus gilt und doch längst nur noch ein Feigenblatt ist, hinter dem sich das Gemächt der Macht kaum verbergen kann.

Der Journalist und Filmemacher Uli Gellermann beschäftigt sich seit Jahren mit der Dauermanipulation der Tagesschau.

Gemeinsam mit den Co-Autoren, Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer, schrieb er das Buch „Die Macht um Acht: der Faktor Tagesschau“. Eine herausragende Lektüre über die tägliche Nachrichtensendung der ARD.

Bei KenFM nimmt er mit dem gleichnamigen Format die subtile Gehirnwäsche der Tagesschau alle zwei Wochen unter die Lupe.

LINK ZUM VIDEO:
https://kenfm.de/die-macht-um-acht-10/


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 27. September 2018 schrieb Pjotr 56:

Nicht zu vergessen sind auch die schlecht geratenen Kinder der Mutter aller Nachrichtensendungen.
Eines davon ist die "Aktuelle Stunde" im WDR-Fernsehen:
Mit Spannung erwarteten wir die Ausgabe am Abend des 23.09.18.
Waren wir doch nass bis auf die Haut, aber hochzufrieden und mit einem gewissen Stolz aus dem Hambacher Wald heimgekehrt.
Zu Tausenden gingen wir zuvor einfach an der Polizei, die uns nur eine Standkundgebung erlaubt hatte, vorbei, besuchten die Waldschützer an ihrer Wirkungsstätte vor Ort und bekundeten ihnen unsere Solidarität.
Was machte die "Aktuelle Stunde" im WDR, früher - lang ist es her - als Rotfunk berühmt und berüchtigt, daraus?
"Dutzende" ... "sehr viele" ... obwohl sie nicht durften", wird den, auf die Erfüllung der im Rundfunkstaatsvertrag gesetzten Normen vertrauenden Zuschauer/innen "berichtet".
Das sind fake-news!

Tausende Menschen waren am 23.09.2018 im Wald, trotz Sauwetter!

Am 30.09.18 findet der nächste Waldspaziergang unter der fachkundigen Leitung von Michael Zobel statt.
Für den 06.10.2018 wird bundesweit zur Groß-Demonstration gegen die Rodung des Hambacher Waldes aufgerufen.

Bei der Mobilisierung für diese, angesichts der Absurdität des IrRWEgs, geradezu demokratische Pflichtübung, versagt nach meinem Überblick jedoch auch die bundesrepublikanische Bloggerszene kläglich.
Weder NDS, Neulandrebellen, und wie sie alle heißen, mobilisieren.
Wie sagte schon Friedrich Schiller: "Verbunden werden auch die Schwachen mächtig."

Eine rühmliche Ausnahme bildet allerdings der Galerist.
Seine Antwort auf meine entsprechende Bitte ist vollkommen nachvollziehbar!
Herzliche Grüße!

Antwort von U. Gellermann:

Danke für die Zuschrift und das unverdiente Lob: Mangels Kraft und der Fülle der Themen hatte die Galerie nichts zum Thema. Mit einem Nachruf für Steffen Meyn (der im Hambacher Forst zu Tode stürzte) auf der Seite „Schmock“ versuchen wir die Fehlleistung auszugleichen.


Am 27. September 2018 schrieb Gabriel Müller-Huelss:

Brilliant! Besten Dank hierfür, Herr Gellermann.
Passend dazu sei Marcus Klöckners Analyse der Auftaktrede des Schirmherrn der Aktion "Deutschland spricht", unseres Bundespräsis von Bertelsmanns Gnaden Steinmeier, an dieser Stelle empfohlen: https://www.heise.de/tp/features/Steinmeier-Es-sind-zu-viele-die-sich-wohlfuehlen-im-Schlechtreden-unseres-Landes-4174727.html
Sie zeigt sehr deutlich, dass vom deutschen Bürger erwartet wird, genau die von Ihnen benannten "Nachrichten" für bare Münze zu nehmen und darüber hinaus die Klappe zu halten, Basta!


Am 27. September 2018 schrieb JOB Jürgen Oskar Brauerhoch:

Die Kommentare zur Manipulation in den ARD Sendungen sind mir z.T.zu läppisch für diese ernste Vermischung von Meinung und Nachricht oder gar derenUnterdrückung. Dagegen müßten doch alle halbwegs Intelligenten aufstehen, schreien +nicht nur schreiben. Wo sind sie, wieso geißelt nur der ULI diese Schweinerei?


Am 27. September 2018 schrieb Lena Schneider:

Das "weiße Rauschen" ist genial!


Am 27. September 2018 schrieb Lutz Jahoda:

WETTERLEUCHTEN MIT ANSAGE
(Anstatt eines Tagesthemen-Kommentars)

"Diskreter Charme von Anarchie",
Sagt Wissenschaftler Korte.
Die CDU spielt Lotterie.
Frau Merkel fehln die Worte.

Herr Kauder wurde abgelöst.
Den Job macht nun Ralph Brinkhaus.
Regierung hat sich selbst entblößt.
Der Letzte macht das Licht aus!


Am 27. September 2018 schrieb Harry Bender:

Soll die Serie MACHT UM ACHT ein Ersatz für die Programmbeschwerden von Bräutigam und Klinkhammer sein?

Antwort von U. Gellermann:

Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer haben die klassischen Programmbeschwerden mangels Sender-Resonanz eingestellt. Die Serie bei KenFM ist ein eigener Beitrag zur Auseinandersetzung mit der TAGESSCHAU.


Am 27. September 2018 schrieb Sylvia Fergus:

„Hinter dem sich das Gemächt der Macht kaum verbergen kann.“ Diese Anmerkung zur Feigenblatt-Funktion der Tagesschau ist einfach göttlich!

Antwort von U. Gellermann:

Der Urheber des paradiesischen Feigenblattes mag ein gewisser Herr Gott gewesen sein. Ich bin mit ihm weder verwandt noch bekannt.


Am 27. September 2018 schrieb Inge Richter:

Das Video ist wirklich super. Vor allem das „Weiße Rauschen“ ist ein total guter Einfall. Das Singen sollten Sie allerdings lassen: Das können Sie nicht.

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