#Bescherung

Keine große Überraschung von AUFSTEHEN

Autor: U. Gellermann
Datum: 04. September 2018

Nach einem furiosen Start der Sammlungsbewegung von Sarah und Oskar – viele Seiten im SPIEGEL, Folge-Meldungen in fast allen deutschen Medien – harrten die Interesierten lange Tage auf das, was denn da kommen sollte. Zu sehen war schließlich eine Website, zu sehen waren dann ein paar Video-Statements diverser Bürger zu diversen Problemen. Und zu sehen war immer der Verweis: Freut Euch User, bald wird's was geben. Am 4. September, heißa, dann ist Sammlungstag. Da kam er dann der Tag. Und in der Wiege lag eine Pressekonferenz. Auch Veränderungen auf der Site gab es: Wer ein blaues Bonbon anklickte, erfuhr, dass die Site von "Pol.is" gestaltet wurde, einem "Tech- Unternehmen aus den USA, dessen Mission es ist, Menschen dabei zu helfen, einander zu verstehen." Wie schön. Eine Mission also.

Im Vorfeld des Bewegungs-Startes gab es drei Einwände gegen #Aufstehen: Der Aufstandsversuch sei spalterisch gegen die Linkspartei gerichtet. Dieser Vorwurf entbehrte nicht der Komik, denn er kam häufig aus dem Kipping-Lager der LINKEN, einer Fraktion, die seit langem versucht, den Wagenknecht-Flügel der LINKEN wegzuspalten. Der zweite Vorwurf behauptete, der #Aufstand sei sozialdemokratisch, ein Einwand, der gern mit rrrrevolutionärem "R" formuliert wurde. Der Essener Bundesparteitag der SPD erklärte sich im Mai 1984 mit den für die 35-Stunden-Woche streikenden Gewerkschaften solidarisch. Ach, gäbe es doch noch oder wieder solch eine SPD und auch streikende Gewerkschaften, das würde die Kampfbedingungen auch für den Weg zur "R" erleichtern. Und zuletzt wurde noch scharf kritisiert, der Aufstehens-Versuch sei "von oben" organisiert, also nicht echt von der Basis, "von unten". Geschichte kennt kaum noch jemand. Im April 1974 gab es in Portugal die "Nelken-Revolution". Die wurde von der linksgerichteten Armeegruppe Movimento das Forças Armadas geführt und dann von weiten Teilen der Bevölkerung unterstützt. Einer ihrer Führer war António Alva Rosa Coutinho, ein Admiral. Viel weiter oben ging nicht, und doch war die Revolution mit ziemlich viel "R" ausgestattet.

Einen der schönsten Einwände gegen #Aufstehen referiert die bekannte Allgemeine Revolutions-Anstalt Deutschland, die ARD in der "Tagesschau". Der Berliner Politikwissenschaftler Neugebauer sorgte sich, dass die Bewegung "eine Kopfgeburt" sei. Was hätten´s denn gern? Eine Steißgeburt? Nein, doch nicht die ARD, die wäre eher mit einer Fehl- oder Tot-Geburt zufrieden gewesen.

Nun war sie schon, die Bescherung. Und wer gehofft hatte, neue interessante Namen oder Oraganisatioen unter den Mitmachern der Aufsteherei zu finden, der sah sich arg enttäuscht. Enttäuschter noch waren jene, die sich einen bunten Strauß von vorhandenen Bewegungen oder deren Vertretern auf der Website oder bei der Pressekonferenz gewünscht hatten. Na, kann ja noch kommen. Denn genau das braucht das Land dringend: Eine Sammlung der vielen Bewegungen für einen gemeinsamen Aufstands-Punkt. Schon eine übergreifende Debatte – von Mieter- über Friedens- bis hin zur Umweltbewegung – über gemeinsame politische Standpunkte wäre verdienstvoll. Bei einem Re-Start sollten die Initiatoren allerdings unbedingt auf die grottenschlechte Werbeagentur verzichten, die uns zwar eine kindliche Weihnachts-Inszenierung unter den Baum legte, aber nicht professionell genug war, eine österreichische Site mit nahezu demselben Namen und ähnlicher Gestaltung VOR dem Start zu bemerken.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 07. September 2018 schrieb Marc Britz:

@ Michael Kohle

Zitat Kohle: „Frage an das verehrte Publikum hier, das fast durchgängig von sich gibt, bereits nach den ersten Tönen der Ouvertüre der angeblich komischen Oper, den totalen Verriss konstatieren zu können: was hätte denn sonst so konveniert?“

Wo die verehrte Leserschaft schon gefragt wird: Eine „Sammlungsbewegung" die exklusiv auf Silicon-Valley-Giganten zurückgreift um vorgeblich basisdemokratisch ihr Programm zu schreiben, grenzt nicht nur jene aus, die keinen Zugriff auf diese Blase haben oder haben möchten, sie schreibt dieses Programm nicht nur direkt auf die Server der NSA und damit des Bundesverfassungsschutzes, sondern bezahlt auch Leuten wie Mark Zuckerberg direkt das Salaire. Das ist ungefähr so schlau wie mit dem Leopard II auf Anti-Kriegs-Demos zu fahren. Um Ihre Frage zu beantworten: Eine stinknormale, gut gestaltete Website (wie zum Beispiel die RATIONALGALERIE) und eine eigene App (Name: Appstimmung ?) für Abstimmungen der Mitglieder hätte „konveniert." Da muss die NSA dann wenigsten ein paar Gesetze brechen um an die Infos zu kommen.

Zum Inhalt der Site: Ich habe mal den direkten E-mail-Weg an AUFSTEHEN gewählt um mich „einzubringen“. Konnte es dann einfach doch nicht lassen mal ein paar Testballons steigen zu lassen:

1. Mail: "Die NATO ist kein Verteidigungsbuendnis sondern ein Zusammenschluss von Aggressoren. Deutschland sollte dieses Buendnis verlassen.“

2. Mail: "Derivate-Handel und toxische Finanzprodukte bringen Leid und Hunger ueber die Welt. Deutschland sollte sich fuer deren Verbot einsetzen?

3. Mail: "Es kann nicht sein, dass Konzerne Patente auf Erbgut und Saatgut halten. Deutschland sollte sich gegen die Inbesitznahme des biologischen Lebens einsetzen.“

Antwort (nur auf die erste, für die anderen war der Bot wohl überfordert):

„Liebe Email-Schreiberin, lieber Email-Schreiber, herzlichen Dank für Deine Zuschrift an info@aufstehen.de - wir haben Deine Mail erhalten und werden Dir sobald wie möglich antworten. Versprochen! Auf Grund des sehr sehr hohen Aufkommens an Emails, bitten wir Dich allerdings um Verständnis, dass das Antworten unter Umständen auch mal ein wenig dauern kann. Vielen Dank und mit besten Grüßen - Dein Aufstehen Team PS: wenn Du magst, kannst Du in der Zwischenzeit überlegen, ob Du Bekannte oder Nachbarn hast, die vielleicht Interesse hätten, Teil von Aufstehen zu werden. Denn es ist wahrlich Zeit zum Aufstehen für Frieden und soziale Gerechtigkeit.“

Seit drei Tagen keine Antwort, trotz anderswo versprochener Stundenfrist. Werbung darf ich aber schon mal weiter machen... Und für Fragen wie : „Ich fühle mich von der Komplexität dieser Welt überfordert“ oder „Opferschutz muss vor Täterschutz kommen“ und „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ und - mein Liebling - „Leistung muss sich wieder lohnen" war schon Zeit beim Team Aufstehen... Basisdemokratisch kommen wir dann so am St. Nimmerleinstag zu jenen Ergebnissen welche die Initiatoren jetzt schon in der Schublade liegen haben muessten.

„Das #Aufstehen ein Griff ins Klo"? fragen Sie, Herr Kohle. Bisher schon. Und wenig deutet darauf hin, dass sich das noch ändert. Die Karre, wo Sie schon von Wagenburgen schreiben, ist ohne Not und nur durch eigenes Verschulden im Dreck. Da kommt sie auch nicht wieder raus. Schade dass es unsere vorerst letzte Fahrgelegenheit war. Like?


Am 06. September 2018 schrieb Michael Kohle:

Na sowas! Letzte Woche schrieb ich noch: „Noch weiß so recht niemand, was am 4. September aus dem Ei schlüpfen wird und doch wissen alle zur sofortigen Aufklärung Berufenen, dass das gewiß nichts Gescheites sein wird, nicht sein kann. Wissen, dass das Scheitern programmiert ist. Wissen alternativ wie es hätte funktionieren können, wenn man nur auf sie gehört hätte.“

Und siehe da, Gellermann rief und alle, wirklich alle kamen. Wenn ich richtig verstanden habe, stand die zum #Aufstehen angekündigte Rakete vor dem Start nicht einmal gerade und zünden konnte auch nichts. Auch die Macht um Acht bekam selbstredend im Beipack ihr Fett ab. Dabei hatte die persona non grata am Vorabend bei Frau Miosga verdächtig lange reden dürfen, ohne (fast) nicht unterbrochen worden zu sein. Und sie, Sahra nicht Carmen, konnte sogar Tacheles von sich geben. Einen von der Sorte, der sonst auf ÖR-Kanälen - wenn’s hochkommt - allenfalls einmal im Schaltjahr nachts zwischen drei und vier Uhr morgens ausgestrahlt werden darf. Das gerade noch Zulässige war jedenfalls ausgereizt. Chapeau, dachte ich noch.

Frage an das verehrte Publikum hier, das fast durchgängig von sich gibt, bereits nach den ersten Tönen der Ouvertüre der angeblich komischen Oper, den totalen Verriss konstatieren zu können: was hätte denn sonst so konveniert? Und wo, wenn nicht bei einer Pressekonferenz, hätte die Verkündigung der erwarteten Bergpredigt 2.0 denn stattfinden sollen? Gestern am Vierten mal die Ohren gespitzt? War da was zu vernehmen? Allenfalls Goethe mit seinem Gedicht „Über allen Wipfeln ist Ruh!“ Nicht mal für einen Kalauer reichte die Zeit. Vielleicht wird’s ja noch was, heute Abend bei den breaking news auf extra 3: #AuferstandenausRuinen! Selbstverständlich mit der richtigen Musikuntermalung.

Ein wenig entsetzt bin ich schon .,..Worüber nur? Z.B. über „die“ vernichtende Entdeckung, Feststellung, Offenbarung: Igitt, igitt! Die verwendete Software. pol.is, auch noch mit Cloud-Nutzung! Ausgerechnet aus dem Mutterland der Propaganda! Was ist das denn? Vielleicht Kurs für angewandte Madigmache? Kursleiter? Gestatten, Reichelt, Chefredakteur: „Wenn ihr nichts findet, gemach, etwas bleibt euch immer zum Rummäkeln. Egal was, als roter Hering lässt sich alles beiziehen. Die verwendete Software, die Plattform, der aufgetragene oder der viel zu teure Anzug, die fehlenden Socken, die Haarfarbe oder auch die altmodische Tolle, ein wahrer Sack voller Möglichkeiten. Nur die „krumme Nase“, die ist derzeit tunlichst nicht so opportun.“ Willkommen also auf vornehmsten Niveau! Donnerwetter!

Warum auch immer, Frau Wagenknecht scheint auch „out“ zu sein. Wie sonst hätten meine Auslassungen zum Thema sich binnen einer Woche raus aus der Galerie-Abteilung „Gelesen, gesehen, gehört“ zum reif für die Rubrik „Schmock des Monats“ entwickeln können? In einer Woche, in der sowieso alles auf den Kopf gestellt wurde, was mit den Ohren wackeln kann? Im Zentrum jeglicher Betrachtungen stand schließlich die Bewegung #RockamNischel. Nur ein roter Hering um vom Weckruf abzulenken? Nein, da war bzw. ist beileibe mehr Budder bei Fiche.

So wie die Profiler vom Dienst dem anrüchigen pol.is nachgespürt haben, habe ich vor just einer Woche den Empörungsplattformen der ersten Stunde auf den Zahn gefühlt. Das geht ganz einfach. Schau nach auf Google und beim Töchterchen Youtube. Und - ei gucke doo - da war doch tatsächlich eine website auf der pole position (damals), mit schlappen niedrigen sechsstelligen Klickzahlen (Stand heute: 300.000), Titel des Filmchens : Zwischen Wut und Ausnahmezustand.
Der Zweitbeitrag „Kurz vor der Eskalation“ folgte in Sichtweite, noch weit vor dem was Russia today Meddelndes anzubieten hatte. Doch dann auf der Überholspur: Nuovisio mit Einschlägigem zum Thema: Bedenkt man die gerade 6.000 Klicks die ein Gellermann-Beitrag zur Macht um Acht über Monate so aufzubringen vermag, ist sie schon beachtlich, die zwischenzeitlich halbe Million.

Ich unterstelle nichts, einer website, auf der ein Ganser, ein Drewermann, ein Wimmer und ein Bittner gelegentlich logieren, schon gar nichts. Irgendwie seltsam rührt es mich dann doch an, wenn die jeweilige backstage-Nase mit ihrer persönlichen Legende (inkl. Standortwechsel nach Chemnitz) nicht so recht zur behaupteten Attitüde passt. Darfs zum Wörtchen „recht“ noch ein kleines „s“ mehr sein? Was das jetzt mit dem Thema suboptimaler Premierenpräsenz von #Aufstehen zu tun haben soll? Die Querfront, die Unterwanderte möglicherweise? #Aufpassen heißt es heutzutage, wer wann wozu Beifall klatscht und/oder glaubt wohlmeinend klingende Kritik abdrücken zu müssen. Cicero sagt es frei raus und zitiert zur Uraufführung von gestern sogar Loriot und moniert das kontrapunktive Verharrungsvermögen der „Sitzgruppe“. Die Zeitung für die klugen Köpfe dahinter - sorry, Herr Ehring (s.O.) - titelt doch tatsächlich: Aufgestanden aus Ruinen. Und sorgt sich anderweitig ausgesprochen mitfühlend um die Linke, beklagt die drohende Sammelspaltung. Gellermanns derzeitiger Liebling hingegen, die Süddeutsche, ergeht sich derweil in Empathie. Wolle die Bewegung erfolgreich sein, müsse sie sich von Wagenknecht emanzipieren. Bei so viel positiver Zuneigung nebst kluger Ratschläge kann doch nur was faul sein. Da muß gegengehalten werden.

Das #Aufstehen ein Griff ins Klo? Hätte da einen Vorschlag, der sich von mir aus der Supporter pol.is aufs Revers nageln darf, kommt ja von drüben. Wie wär’s mit #Wagenburg? Auch eine Sammlungsbewegung, allerdings eng festgezurrt, zusammengerückt. Wagenburgen hatten noch nie über mangelnde Indianer außen vor zu klagen. Meist miit schauerlichem Kriegsgeheul auf feurigen Zossen ums runde Karrée hetzend, den Eindringlingen auf den Pelz rückend, den Garaus machend.


Am 06. September 2018 schrieb Brigitte Klara Mensah-Attoh:

DON'T WORRY - BE HAPPY...
Die Welt ist gemeint.
Sie droht zu verrotten
Hört auf zu verschrotten
Was grad erst geboren -
ZEIGT EUCH VEREINT!

Jaaa! LUTZ JAHODA - Du sagst es!
Jaaa! Stephane Hessel!
Jaaaa - Georg Schramm
..... wir sind viele!

SICH ENGAGIEREN!
darauf kommt es mehr denn je an
in dieser bleiernen Zeit der Lethargie,
der es irgendwie zu entrinnen gilt.

Bitte nicht alles zerpflücken,
nicht schon im Vorfeld zerreden....

Lieber AUFSTEHEN!


Am 05. September 2018 schrieb Des Illusionierter:

Solange die verschiedenen „Arten“ von Links nichts weiter sind, als die Verschiedenheit der Korinthen, die gekackt und dann diskutiert werden, wobei es im „Geheimen" nur um erzkapitalistische Werte geht: um Posten, um Macht und um prrrrivates Geld - so lange bleibt Links links liegen, denn das können die Verwalter der "wahren Werte" wahrlich besser.


Am 05. September 2018 schrieb rudolph bauer:

Die Einwände gegen die Einwände sind okay. Die Bedenken ob der Pol.is-Gestalter teile ich. Die Promi-Tour ist nicht mein Ding. Aber das Unken missfällt mir. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Venceremos!


Am 05. September 2018 schrieb Lutz Jahoda:

DON´T WORRY, BE HAPPY!
DIE WELT IST GEMEINT!
SIE DROHT ZU VERROTTEN.
HÖRT AUF, ZU VERSCHROTTEN, WAS GRAD ERST GEBOREN.
ZEIGT EUCH VEREINT!

Nichts als Zweifel
Zwischen Oder und Eifel?
Weimar lässt grüßen.
Die faulig süßen
Hoffnungskeime
Lechzen schon
Aus schwarzbraunem Schleime
Nach Sieg und nach Thron.

Das Sammeln zeigt Sinn.
Wofür und Wohin?
Um unmissverständlich
Schließlich und endlich
Aufzuzeigen:
Schluss mit dem Reigen!
Der Mensch ist noch da!
Sein Mehrheitsja
Für Recht und Verstand
Und Gerechtigkeitseinheit
In unserem Land!
Schluss mit dem weltweit ergaunerten Geld!
Zum Wohle der Menschheit! Zum Wohl unsrer Welt!


Am 05. September 2018 schrieb Peter Heyckendorf:

Aufsteh(e)n der deutsche Yussi Pick heisst Hans Albers

Bei der "Geburtsstunde" von Aufstehen war ein 5. Rad dabei. Das war eine Überraschung. Warum ? Wieso ? aus welchem Grund? Wer ist dieser Mann ? Ist Hans Albers ein politischer Aktivist oder Macher ?

Nein, Hans Albers ist Vorstand der Achtung GmbH in Hamburg .https://www.achtung.de/agentur Er ist derjenige, der die Software Pol.is an den Verein Aufstehen.de verkauft hat. (Was mag er dafür wohl bekommen ? Oder liegt der Benefit darin, dass die Softwarefirma ein (zunächst?) kostenloses Live-Probier- und Testfeld bekommt ?)

https://www.horizont.net/agenturen/nachrichten/Achtung-CCO-Hans-Albers-verlaesst-die-Agentur-und-will-sich-selbststaendig-machen-167382

https://www.horizont.net/agenturen/nachrichten/Achtung-Ex-JvM-Kreativchef-Hans-Albers-wird-CCO-138488

https://www.hamburg1.de/sendungen/88/4589/Achtung_Neue_Kommunikation.htm

Also, Hans Albers ist schlicht ein Vorstandsmitglied einer deutschen Werbeagentur mit berühmten Firmen-Kunden und nun hat er auch die berühmte Sahra Wagenknecht zum Kunden..

Was zeichnet ihn aus, dass er in der Aufstehen-Bewegung so bedeutsam vorgestellt wird ?

Kommt von ihm der Vorschlag, das US-amerikanische Engagement-Werkzeug aus Seattle, eine Cloud-Software namens Pol.is zu verwenden ?

Ja, er hat sich mit dem Tool Pol.is bei der Aufstehen.de-Geburtsstunde im Bundespresseamt selbst so vorgestellt. Er will ganz "Deutschland zu einem Parlament machen." Hans Albers ist also der enge Kommunikationsberater von Aufstehen.de bzw. Sahra Wagenknecht. Es spricht nicht gerade für ihn, dass er es nicht geschafft hatte, von dem Missgeschick des Kopieeindrucks mit dem österreichischen Verein mit #aufstehn.at abzuhalten. Auch hat dieser Berater wohl keinen Einfluss auf das derzeit wirre Web-Erscheinungsbild von Aufstehen.de, wo Zuschriften in völlig ungeordneter und teils doppelter Ausführung waagerecht nebeneinander gestellt werden.

Es gibt völlig unnötigen Streit um das Logo und Website-Erscheinungsbild auf Aufstehen.de und dem österreichischen Verein Aufstehn.at, der sich auch als Propagandist für eine andere Politik einsetzt. Bei dem österreichischen Verein ist ein Ussi Pick Vereninsvorsitzender. Der Verein bezeichnet sich als unparteiisch und der Ussi Pick war Strategie- und Internetberater bei Wahlkampf/Kampagnen von Hillary Clinton und Barack Obama.

https://www.aufstehn.at/aufstehn-stellt-sich-vor/

Sahra Wagenknecht hat in dem Streit beigedreht und aus dem Logo das #-Zeichen entfernt. Aber in der Aufstellung der Bewegung hat sie auch den österreichischen Verein kopiert und sich eine bedeutende Werbeagentur zugelegt.

Was ist nun von dem Software-Werkzeug Pol.is zu halten?

Pol.is lebt von Fragen und Antworten die Mitglieder der Community eingestellt haben (derzeit über 100). Angeblich soll eine sogenannte künstliche Intelligenz im Spiel sein. Die Fragen werden von der Software analysiert und aufgrunddessen Gruppen gebildet und Frage/Antwort der Gruppe zugeordnet. Zusätzlich wird eine weitere Schublade geführt, die "Mehrheitsmeinung". Derzeit werden 2 Gruppen mit ihren Stimmenanteilen und die Mehrheitsmeinung ohne Stimmenanteil gezeigt. Interessant ist (per 5.9.18), dass die Gruppe B mit folgenden Fragen/Antworten das doppelte Meinungs

Antwort von U. Gellermann:

Die Zuschrift wird gekürzt veröffentlicht.


Am 05. September 2018 schrieb Marc Britz:

Dass die üblichen Verdächtigen Spaltung vorwerfen: Geschenkt! Dass es unverbesserlichen Utopisten gar nicht revolutionär zu gehen kann: Geschenkt! Dass der mediale Mainstream die Nummer als verkopft abtut: Geschenkt! Aber der zum Himmel schreiende technologische und ideologische Dilettantismus dieser eigentlich so bitter notwendingen und mit grosser Spannung erwarteten „Bewegung" lässt mich sprachlos werden. Als interessiertes Mitglied habe ich beispielsweise nicht einmal eine e-mail zum Startpunkt erhalten. Und wer hat eigentlich die Zeit sich durch diese unübersichtliche, unsäglich schlecht gestaltete site zu navigieren? Und parallel alle möglichen sozialen Medien zu frequentiern? Was ist mit denen, die diese aus guten Gründen boykottieren? Und wer hat Zeit sich an stundenlangen Online-Diskussionen über politische Platitüden zu beteiligen? Ich als berufstätiger Familienvater zum Beispiel nicht! „Geht es den Deutschen wirklich so gut"? Dass ich nicht lache! Müssen wir hier bei Adam und Eva anfangen? Basis-Demokratie in allen Ehren, aber die Zeit das politische Rad neu zu erfinden haben wir eben gerade nicht! Dies ist kein Aufstand, auch kein Auftakt dazu, sondern eine medien-technische und ideologisch-politische Todgeburt! Reine Zeitverschwendung!


Am 05. September 2018 schrieb Marco Beyer:

Da ist sie nun, die Bescherung. Besser hätte man es gar nicht beschreiben können. Und die Freude über das Ganze ist in etwa so groß, wie die Freude über ein Paar Socken oder eine unifarbene Krawatte. Eine letzte Hoffnung bleibt noch, hat das Geschenk doch einen weiteren Karton namens pol.is in sich. Aber nach bei dessen Öffnen macht sich Unmut breit. Da ist man erst einmal so baff, da muss man sich setzen, falls man vorher schon stand.

All die Hoffnungen der grenzenlosen Bewunderer des Duos Wagenknecht und Lafontaine, mit einem Schlag liegen sie am Boden. Und die Gegner, sie bekommen nun wirklich Bauchschmerzen, aber nicht wegen dem Inhalt sondern vor lauter lachen.

Wie ein Aufstehen wirklich funktionieren kann, hat das Konzert in Chemnitz vorgemacht. Circa 65.000 Teilnehmer als Symbol für eine weltoffene Stadt. Vor einigen Wochen hatte ich hier einen ähnlichen Gedanken beschrieben, sprach sogar von der Band den toten Hosen. Aber zu dem Zeitpunkt war Ulrich Gellermann der Hoffnung verfallen, dass Wagenknecht und Co. etwas Bewegendes auf die Beine stellen könnten.

Mit dieser Bescherung haben die Initiatoren für viel Wirbel gesorgt, dessen Staub nun viel Hoffnung unter sich begraben wird.


Am 05. September 2018 schrieb Albrecht Storz:

"Und wer gehofft hatte, neue interessante Namen oder Oraganisatioen unter den Mitmachern der Aufsteherei zu finden, der sah sich arg enttäuscht. "

Vielleicht wäre das ja das Neue und Andere an dieser Bewegung (wenn sie denn in eine solche (Bewegung) kommen wolle): es sind eben nicht Köpfe, Vorgehockte, Leithammel, _Führer_, Richtungsweiser, Lautsprecher, Promis, Eliteklüngel, Geschäftsordnungsmanipulatöre, Vereinshansel, "Honorationen", (meist selbst ernannte) "Intellektuelle" maßgeblich, sondern die, die sich darin sammeln.

Ob und wie das funktionieren soll, wie das weitergeht ... muss man wohl etwas abwarten.


Am 04. September 2018 schrieb Heinz Schneider:

Der wichtigste Grund gegen Aufstehen:

Nina Hagen hat schon immer den Farbfilm vergessen, deshalb kann nur Schwarz-Weiß-Malerei dabei herauskommen !!!


Am 04. September 2018 schrieb Otto Bismark:

Was soll man sagen. Wahrlich, die website ist kein Hit und sicher kann das alles nur der Anfang sein. Und ich bin an und für sich nicht einer, der gleich alles schlecht redet, aber auch ich finde diverse Haare in der Suppe. Beispiel Stichwort "Debatte" auf der Seite. An einer ganzen Reihe von Stellen wird dazu lediglich angeboten, Fragen beantwortet zu bekommen. Das ist Kanzlerart, Fragen habe ich keine, dazu bin ich zu alt und habe in zwei Systemen zuviel erlebt. Jetzt, denke ich, muß ich meine Lebenserfahrungen und meinen Standpunkt einbringen. Statements einzureichen funktioniert aber nicht, weil der Server überlastet ist und das Abstimmen über die Meinungen Anderer ist wohl auch nicht so prickelnd. Nun gut, alles sicher auch einige Anfangsholprigkeiten, aber, daß die Meinung des Volkes gefragt ist und einfließen sollte kommt mir ein bischen kurz. Was aber an die Adresse von diversen Kräften und Gruppierungen gehen soll: Warum nichts von attac, von der DKP, der MLPD, der "die Partei", diversen Antikriegsbewegungen, Change.org, Ärzte für den Frieden, Eugen Drevermann und und und.... Wir können uns glaube ich nicht vorstellen was passieren würde, wenn alle die, die eigentlich dasselbe Ziel haben, nämlich eine gerechte und friedliche Welt, die nicht nach der Pfeife des vagabundierenden Kapitals tanzen muß unter einer Bewegung auftreten würden. Das Zähneklappern in Berlin würde Trump noch in Washington hören. Nur leider wird daraus wohl nichts werden. Wie bisher immer!


Am 04. September 2018 schrieb Lea Gerber:

Ich hatte viele Hoffnungen auf #Aufstehen. Das kann es doch noch nicht gewesen ein, Oder?


Am 04. September 2018 schrieb Heinz Schneider:

Einige Einwände gegen Aufstehen:

1. Oskar Lafontaine ist ungeeignet: er wurde zurückgetreten, weil er die Finanzmärkte regulieren wollte. Wie auch Heiner Flassbeck.

2. Sahra Wagenknecht ist ungeeignet. Ökonomischer Sachverstand ist keine geeignete Qualifikation im neoliberalen Politikbetrieb. Dafür sind die Banken zuständig. Sie könnten sich gestört fühlen.

3. Abrüstung schadet dem Standort Deutschland.

4. Den Vormarsch der AfD kann die Bewegung nicht aufhalten. Nachweislich können das nur die linken Parteien.

5. Den deutschen Sozialstaat ausbauen zu wollen, zeugt von Nationalismus. Das geht nur übenational, die Erfolge aus diesem Weg sind beträchtlich. Armut in Europa steht kurz vor dem Verschwinden, in Deutschland ist sie schon lange überwunden. Nur ganz Böswillige wenden ein, dass eine skandinavisches Sozialniveau in Deutschland möglich ist.

6. Keynes ist tot, Roosevelt auch. Der New Deal war ein Irrtum, Austertät ist Zukunft. Brüning wusste das auch schon.

7. Peter Brandt ist zwar der Sohn von Willy. Aber der ist tot.


Am 04. September 2018 schrieb Peter Heyckendorf:

Die "Geburtsstunde" brachte nichts Neues, ausser die "Joker-Info" dass die Software Pol.is eingesetzt werden soll und diese hätte auch die Fähigkeit mittels künstlicher Inelligenz zwischen zwei Meinungsbildern austarierte Vorschläge einer Gemeinsamkeit zu machen.
Oh jemine ! Ich glaube Sahra ist in diesem Themenbereich nicht gut aufgestellt. Ein Engagement-Tool wird gesunden Menschenverstand nicht ersetzen können. Online-Engagement wird niemals demografisch repräsentativ sein
Das Tool ist Cloud-basiert, d.h. die Software ist nicht auf dem eigenen Rechner installiert, sondern auf Fremden und damit ist das Thema Datenschutz obsolet.Wer hat die Hoheit über die Daten ? => Der Inhaber/Hersteller der Software


Am 04. September 2018 schrieb Harry Popow:

Ein Dacapo für die „Kopfgeburt"

Was, die Sammlungsbewegung sei eine Kopfgeburt? Ist das etwa ernst gemeint? Tja, nach umfangreichen Recherchen, so heißt es, seien zahlreich befragte Arbeiter, Obdachlose und sonstige politisch Interessierte nicht bereit gewesen, eine neue Gegenbewegung gegen die Kapitalelite anzustoßen. Sie wiesen darauf hin, dass Marx, Engels sowie Lenin ja schließlich auch keine obdachlosen Flaschensammler waren. Wer hätte das gedacht: Nun eben doch ein Dacapo für die Kopfgeburt!


Am 04. September 2018 schrieb Ulrike Spurgat:

Dein Arbeitspensum, lieber Galerist ist bemerkenswert und ich hoffe, dass das Licht in deiner Schreibstube ab und an aus ist.
"Zur Geschichte, die kaum einer kennt"
Portugal 1974
Am 25. April 1974 nach dem das Lied "Grandola, Vila Morena" von Jose Alfonso im Rundfunk erklungen ist, strömten hundertausende Portugiesen auf die Strasse und stürzten die Diktatur Salazars und Caetanos nach Jahrzehnten der blutigen Unterdrückung.
Die politischen Gefangenen wurden befreit und die afrikanischen Kolonien wurden unabhängig.
Ein grosser Teil des Militärs solidarisierte sich mit dem kämpfenden Volk und man steckte ihnen zum Zeichen der Verbrüderung rote Nelken in die Gewehrläufe und so erhielt die Revolution ihren Namen.
Tja, so ganz kann ich das nicht mit der Bewegung "Aufstehen" in Verbindung bringen wollen, da die gesellschaftlichen Bedingungen von politischer Verfolgung und Unterdrückung andere gewesen sind und Portugal erlebte eine internationale Solidarität, die einfach umwerfend war und Portugal wurde von allen, linken und fortschrittlichen Kräften in der Welt bedingungslos unterstützt.
Von oben, weil sich der größte Teil des Militärs der Bewegung des Volkes angeschlossen hat und sich als Teil des Volkes sah.
Klar, dass all die Anderen um ihre Pfründe bangen, wenn sie darüber nachdenken, dass das kompfortable Leben ein jähes Ende nehmen könnte.
Eine abschließende Bewertung habe ich nicht und bin nicht überzeugt von einer solchen Bewegung, werde sicherlich kein Befürwörter werden können, aus politischer Überzeugung heraus; nichtsdesto trotz wünsche ich der Bewegung klare Verhältnisse, wo die Reise hin gehen soll. Schöne, leere Worthülsen nutzen denen, die ums tägliche Überleben kämpfen nichts und da muss eine ernstzunehmende Bewegung sich ins Zeug legen: Die Lebenswirklichkeit der Menschen zu verbessern und darum wird es gehen: "Die soziale Frage" muss gestellt werden und dass in aller Konsequenz.


Am 04. September 2018 schrieb Falk Brenner:

So viel technischen Dilettantismus wie bei der Aufstehen-Geburt habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Setzen, aufstehen, neu starten!


Am 04. September 2018 schrieb Elke Fiedberg:

Ein brillante, ironische Skizze eines Bewegungsversuchs. Und doch blitzt Sympathie durch die Zeilen. Danke.

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