AUFSTEHEN-Debatte

Schattenboxen ohne Bewegung

Autor: U. Gellermann
Datum: 12. September 2018

Jüngst in der Jungen Welt: Auch Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, äußerte sich zur Sammlungs-Bewegung AUFSTEHEN. Ihre Kritik ist nicht neu: Ihr fehlt die „Kapitalismuskritik und der Aufruf bewegt sich inhaltlich weitgehend auf klassisch sozialdemokratischem Terrain.“ Und, schreibt sie: „Solange aber die imperialistischen Grundlagen der Bundesrepublik nicht angetastet werden, läuft dies nicht auf eine »neue Friedenspolitik«, sondern vielmehr auf eine alternative Strategie für den deutschen Imperialismus hinaus.“ Ihr Fazit: „So erscheint »Aufstehen« letztlich als ein der nationalreformistischen Logik verhaftetes Projekt, das innerhalb einer der stärksten imperialistischen Mächte auf eine gewisse Umverteilung des auch durch die Auspressung der sogenannten dritten Welt gewonnenen gesellschaftlichen Reichtums zugunsten der inländischen subalternen Klassen setzt.“

Jelpkes Aufsatz in der Jungen Welt zu AUFSTEHEN tut so, als gäbe es bereits von Wagenknecht/Lafontaine einen programmatischen Ansatz der "Bewegung". Den gibt es aber (noch) nicht. Sie behilft sich also mit einzelnen Äußerungen der beiden, die sie aus verschiedenen Medien nimmt, ohne auf Zitate zu verweisen. Wagenknecht/Lafontaine erklären aber, es sei beabsichtigt, das Programm aus der Bewegung selbst zu entwickeln, wenn es sie denn gibt. So erscheinen beide Positionen als eine Art Schattenboxen.

Es gibt bereits eine Reihe von Bewegungen von recht unterschiedlicher Qualität und Quantität in Deutschland. Diese Bewegungen zusammenzuführen, sie zu einem Dialog untereinander zu bringen und ihnen eine Möglichkeit zu bieten, gemeinsame Punkte zu finden, könnte ein Verdienst von AUFSTEHEN sein. Bisher ist nicht erkennbar, ob und wie AUFSTEHEN einen Bewegungs-Dialog leisten kann oder will. Außer einer eher originellen als substantiellen Web-Site und einzelnen Veranstaltungen, die sich auf die Site beziehen, gibt es bisher wenig, das auseinandersetzungsfähig wäre.

Das bisher erkennbare Verdienst von AUFSTEHEN ist es, ein gesellschaftliches Bedürfnis nach Veränderung/Bewegung erkennbarer zu machen als bisher. Dabei darf man sich nicht auf die zur Zeit kursierende Zahl von vielleicht 110.000 Followern der Site orientieren: Die ist angesichts des hohen medialen Drucks (SPIEGEL, TAGESSCHAU, etc.) zum Start von AUFSTEHEN eher gering. Interessanter erscheint das Ergebnis der FOCUS-Emnid-Umfrage: "Ein Drittel der Deutschen kann sich vorstellen, die neue Sammlungsbewegung „Aufstehen“ von Sahra Wagenknecht zu wählen, wenn sie bei Wahlen antreten würde."

Die FOCUS-Emnid-Umfrage legt gleichzeitig die Stärke und die Schwäche des AUFSTEHEN-Projekts offen: Sie belegt einerseits das hohe Interesse an gesellschaftlicher Veränderung in der Bevölkerung, andererseits fixiert sich das Interesse offenkundig auf das Parlament. Darauf orientieren sich Wagenknecht/Lafontaine eindeutig auch: Sie wollen Druck auf die vorhandenen linken Parteien – GRÜNE, SPD, LINKE – ausüben. Aber deren bisherige Arbeit in eben diesem Parlament hat weder Auslandseinsätze stoppen noch die soziale Lage der Arbeitenden/Abgehängten bessern können. Dass dieser Mangel an Veränderungen durch einen Druck aus dem Netz behoben werden könnte, ist bisher nicht sichtbar. Druck auf Parteien und Parlament kann nur die Straße ausüben. Das ist, ob man will oder nicht, an Chemnitz/Pegida deutlich sichtbar.

Chantal Mouffe, die Grand Old Lady der postmarxistischen Politiktheorie, erinnert im Schweizer Medien-Projekt Republik AG an die erfolgreiche Bewegungs-Partei "La France insoumise" und deren populistische Form der Agitation: "Nehmen wir das Beispiel von François Ruffin, der in der Gegend von Amiens einen Wahlbezirk erobert hat, der davor sehr massiv für den Front national gewählt hat. Amiens leidet stark unter der Deindustrialisierung, die von Delokalisierungen vorangetrieben wurde. Eine wichtige Rolle bei diesem Prozess spielte der französische Milliardär und Grossindustrielle Bernard Arnault, der Betriebe in der Region gekauft und dann ausgelagert hat. Das Erfolgsgeheimnis von Ruffin war, dass er mit den Arbeitslosen der Region das Gespräch gesucht hat, dass er sich wirklich für sie eingesetzt hat und dass er ihnen erklärt hat: Eure Feinde sind nicht die maghrebinischen Einwanderer. Euer Feind ist Bernard Arnault." Also hat "La France insoumise" ein uraltes Mittel der Arbeiterbewegung genutzt: Man hat DIREKT mit den Menschen geredet.

Nun können Wagenknecht/Lafontaine sicher nicht mit "allen" Menschen, die eine Alternative anstreben, selbst reden. Auch wäre es anachronistisch, das Netz und seine neuen Formen der Kommunikation zu ignorieren. Aber die vorhandenen Bewegungen – von der Mieter-, über die Friedens-, bis hin zur Gewerkschaftsbewegung – machen es längst: Sie reden direkt mit den von sozialer und politischer Deklassierung Betroffenen und mobilisieren sie für deren eigenen Interessen. Wenn also Wagenknecht/Lafontaine ihre starke mediale Präsenz und ihr gestartetes Netz zur Vernetzung, für den Dialog der vorhandenen Bewegungen nutzen würden, wenn sie eine Plattform für deren Vernetzung schaffen wollten, dann könnte aus AUFSTEHEN ein AUFSTAND werden. Tief gründelt der Konjunktiv im Meer der Möglichkeiten.

Tagesschau kann nicht Frieden

Der Journalist Uli Gellermann befragt in dieser Fortsetzung der „Macht um Acht“ die Tagesschau danach, wie sie denn das Friedensgebot des Grundgesetzes einhält. Und er stellt anhand von Meldungen – von Chemnitz bis Syrien – fest: Die Tagesschau kann oder will keinen Frieden stiften.

Gellermann fragt auch, warum der Chefredakteur der Tagesschau, Doktor Gniffke, nicht mal bei Frau von der Leyen anruft, die zu gerne im nächsten Syrienkrieg dabei wäre, warum sie darüber nicht mit dem Parlament reden will.

Erneut versucht Gellermann, der Tagesschau anständigen Journalismus beizubringen. Und er appelliert an die Zuschauer: Reden Sie mit Ihren Nachbarn, mit ihren Verwandten und Bekannten, sagen Sie auch denen, dass die Tagesschau sich weder an den Staatsvertrag, noch an das Grundgesetz, geschweige denn an journalistischen Ethos hält.

Der Journalist und Filmemacher Uli Gellermann beschäftigt sich seit Jahren mit der Dauermanipulation der Tagesschau.

Gemeinsam mit den Co-Autoren, Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer, schrieb er das Buch „Die Macht um Acht: der Faktor Tagesschau“. Ein Standardwerk über die tägliche Nachrichtensendung der ARD.
Bei KenFM nimmt er mit dem gleichnamigen Format die subtile Gehirnwäsche der Tagesschau alle zwei Wochen unter die Lupe.

Das Link zur neuen MACHT UM ACHT:
https://kenfm.de/die-macht-um-acht-9/


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 15. September 2018 schrieb Heinz Schneider:

@Altes Fachbuch
Aufstehen zielt auf einen Linken Populismus im Sinne von Chantal Mouffe. Es geht also um eine Redemokratiserung des Liberalismus, auch mittels einer Resozialdemokratisierung der Sozialdemokratie. Kürzer: Es geht zuerst um die Überwindung der Postdemokratie, um die Wiederherstellung der "für die Demokratie konstitutiven Ideale der Gleicheit und Volkssouveränität" (C.Mouffe, Für einen linken Populismus, S.19).

In diesem Sinn will Aufstehen niemanden glücklich machen, sondern Demokratie im Sinne einer Volksherrschaft wiederherstellen.

Das ist, da hat Ulla Jelpke recht, klassisch sozialdemokratisches Terrain. Nur ist dieses momentan verwaist.

Das Ulla Jelpke, wie viele Andere, gleich vorab definieren will, was Aufstehen vertreten soll, zeigt eher, dass sie Volkssouveränität mit Bevormundung verwechselt.


Am 15. September 2018 schrieb altes Fachbuch:

bewegung ist alles, ....
oder
schattenboxen, und die galerie macht nicht mit??

selten wird hier ja mal die "junge welt" zitiert, und noch seltener eine sprecherin der "antikapitalistischen linke" innerhalb der PdL. es muss also was wichtiges vorgefallen sein: dieser aufsatz also ist das corpus delicti
https://www.jungewelt.de/artikel/339487.sozialdemokratisches-terrain.html
das einverständnis der JuWe zur verlinkung setze ich mal voraus, der vollständige artikel hilft bei der debatte in der galerie.
und ja, u.jelpke setzt sich eben aus ihrer weltanschaulichen sicht und position in der PdL und der JuWe mit dem drumherum von #aufstehen auseinander. inhaltlich muss sie sich wohl tatsächlich auf aussagen und interviews der protagonisten beziehen, denn die konstituierung wird seine zeit brauchen. ein beispiel liefert s.wagenknecht hier:
https://de.sputniknews.com/gesellschaft/20180914322312260-sahra-wagenknecht-aufstehen-chemnitz/
und man kann frau jelpke auf grund ihrer politischen biographie nicht absprechen, bereits die verschiedensten bewegungen und zusammenschlüsse gesehen zu haben.
ihrer kritischen analyse kann ich folgen, von verriss keine spur, soll #aufstehen doch alle glücklich machen, wenn es denn funzt!!
da auch in der galerie schon vorm 04.09. mit gleichermaßen dürftigen informationen über #aufstehen spekuliert wurde, kann ich den vorwurf des schattenboxens nicht nachvollziehen!

interessant wird die als widerpart ausgegrabene ch.mouffe mit der botschaft: mehr linkspopulismus statt weltanschauung und mehr "heilung" der herrschenden institutionen macht die welt wieder schön! gebt mir ein funkhaus, und alles wird gut;)
bezeichnender weise kann chantal nur auf eine politik"wissenschaftliche" vita zurückweisen. ein guter zeitzeuge für #bewegte;)

konnte dieser ruffin derweil die deindustrialisierung in amiens verhindern, oder sitzt er wie die anderen "marschierer" weltweit auch nur wieder in parlamenten rum - was man ja der PdL sowas von übel nimmt??

Antwort von U. Gellermann:

Tatsächlich wird die JW in der Galerie seltener erwähnt als die Tagesschau. Der Artikel der JW wird, wie hier üblich, sauber zitiert. Er hilft genau so viel wie beschrieben, da es noch kein Grundsatzpapier von AUFSTEHEN gibt: Wenig. - Biographien sind keine Argumente. Schattenboxen ist – da ohne Gegner – ein Scheinkampf zum Aufwärmen. Journalistisch und intellektuell dürftig. Chantal Mouffe wir nur mit jenem Punkt zitiert der auf Kampfformen der Arbeiterbewegung verweist. Alles andere ist das Erschlagen eines Pappkameraden, mit dem Schattenboxen eng verwandt.


Am 14. September 2018 schrieb Victor Grossman:

Lieber Uli,

Ein sehr interessanter Beitrag zur Diskussion über Aufstehen! Er widerspiegelt auch meine Fragen und Überlegungen.

Gewiss, das Entstehen, vor allem von einer Ko-Vorsitzenden der Fraktion im Bundestag, wurde nicht gerade auf der feinen englischer Art zustande gebracht - und musste ja zwangsläufig andere verärgern.

Dennoch, es war und bleibt dringendst nötig, aus dem 9-11 % Festplatz der LINKE, herauszubrechen, zumal diese Zahl droht, vor allem im Osten tiefer zu sinken (tatsächlich - heute national bei 8%), und die der AfD zu steigen. Der bisherigen Blässe der LINKE, erst recht außerhalb des Bundestags, musste unbedingt irgendwelche Aktivität, also Aktion, entgegengesetzt werden – schnellstens! Und das versprach Aufstehen. Noch dazu mit einer leitenden Figur, die bei einem viel größeren Teil der Bevölkerung Akzeptanz genießt als die LINKE – und die überhaupt eine großartige Rednerin und Gesprächsgegnerin ist.

Es entstand und entsteht damit tatsächlich eine Hoffnung, beim Behalten der meisten Wähler der LINKEN außerdem einen Teil der offensichtlich sehr unzufriedenen SPD-Wähler (und Mitglieder) zu bewegen, auch einen Teil der Grünen, die sich noch als fortschrittliche Gegner des Kapitals und den Kriegslüsternen ansehen, sowie eine möglichst großer Zahl von Wählern, gerade im Osten, die wegen ihrer Unzufriedenheit und Sorge protestieren wollen aber dafür die LINKE als allzu sehr Establishment-treu finden. Diese Hoffnung bewegt mich, Aufstehen zu unterstützen, wie aber außerdem zu hoffen, dass die LINKE, zu der ich gehöre, ihn nicht als Rivale oder gar Gegner ansieht, sondern als Bündnispartner gegen Rechts – und sogar Quelle für Wahlstimmen – so lange Aufstehen noch dabei bleibt, keine Partei werden zu wollen.

Ich habe jedoch manche Sorgen. Beim Versuch, Wähler weg von der AfD zu locken, scheint Sahra gerade in deren Richtung ziemlich weit gegangen zu sein – ja, zuweilen mit Worten, welche die der AfD (und noch brutalere) ein bisschen ähneln. Es ist richtig, die Betonung weg von der Migrationsfrage (bzw. Flüchtlingsfrage) zu bewegen – und in die Richtung von Kämpfen um Verbesserungen für alle, während man auch betont, dass die Ursachen der Flucht radikal angenommen werden müssen – die Ausbeutung des Südens, den Waffenexport usw.. Aber man kann zu weit gehen – in Richtung des Absperrens von Europa. Tut Sahra bzw. Aufstehen das? Ich bin mir noch nicht sicher. Das gilt ebenfalls der Frage des nationalen gegenüber den internationalen Kampfes der Arbeitenden. Gibt es hier eine Abkehr vom Internationalismus? Ich weiß nicht. Ich hoffe nicht!

Bei der LINKE fehlte mir meist eine fundamentale Opposition zum kapitalistischen System - nicht als sofortiges Ziel (wie manche „Wilde“ fordern) aber dennoch als Ziel, mit der nötigen Aufklärung darüber und das Meiden von einem Zufriedengeben mit nur Verbesserungen des hiesigen, heutigen Systems, die dann in eine falsche Richtung führen – also zum Reparieren des Kapitalismus.

Nun, um ein breiteres Publikum zu erreichen als die LINKE, soll wohl Aufstehen es vermeiden, nicht-sozialistische Antifaschisten möglicherweise abzuschrecken. Doch gerade weil die LINKE solche Positionen auch meist gemieden hat, besteht etwa die Gefahr, dass Aufstehen die Politik noch stärker in eine sozialdemokratische Richtung drängen könnte als jetzt der Fall ist? Ich weiß es nicht.

Und schließlich wäre das wichtigste an einer Bewegung wie Aufstehen, dass sie wirklich bewegt – und aufsteht! Bisher habe ich etliche schöne Worte gehört, doch keins über Aktionen, Kämpfe, eben Bewegung! Auch nicht über irgendwelche Treffen, um so etwas zu planen – sondern nur über die Mitsprache-Möglichkeiten der Anhänger durch die Promis-Elektronik – was mir nicht allzu viel anders erscheint als das, woran die Piraten gescheitert sind.

Und schließlich bleibt die Frage offen, ob das Aufstehen zu sehr auf die eine Persönlichkeit Sahra ruht, welche die Medien schnell kaputtschlagen können, wenn sie wirklich eine echte linke Gefahr spüren.

Das sind also meine Sorgen. Es ist interessant, dass die LINKE nun recht ehrgeizige Pläne für Kämpfe über Mieten und andere wichtigen Fragen ankündigen – die ich mir einige Jahre früher gewünscht hätte. Sind sie eine Reaktion auf die mögliche Rivalität von Aufstehen? Das könnte nicht schaden – so lange wir nicht eine Zersplitterung und feindliche Gegenstellung zwischen LINKE und Aufstehen erleben – was Gott verhüte (mit der Hilfe von Karl M.!)

Ich mache mir trotz aller Fragen noch großer Hoffnung – und unterstütze Aufstehen sowie auch die LINKE. Mögen beide, gegenseitig ergänzend, der fürchterlichen Bedrohung entgegenwirken, die mir beinahe in ein Gefühl versetzt, als ob ich im Oktober 1931 lebe.







Am 14. September 2018 schrieb Michael Kohle:

Werter Herr Gellermann,

heute machen Sie es mir aber gar nicht leicht. Dabei hatte ich die besten Absichten, doch endlich mal Ihre „Rote Linie“ keinesfalls zu überschreiten. Einen Kommentar zu liefern nämlich, der die Anschlagslänge des betreffenden Beitrages keinesfalls überschreitet. Wie soll ich diesem Vorsatz entsprechen können, wo sie jetzt auch noch Gestreamtes im Beipack führen, zu dem ich mich auch noch zum Eigensenfabdrücken aufgerufen fühle, mir einiges an möglicherweise zusätzlich Erhellendem für den Galeristen höchstselbst und die Galeriebesucher aufdrängt. Beifall ist zwar des Künstlers Lohn, aber immer nur Klatschen und da capo rufen erscheint mir - jedenfalls für mich - arg müsig. Mein Anspruch an einen Kommentar von mir war schon immer: Ein paar Schokostreusel auf die Schlagsahne über der vom Galeristen dargereichten „Köstlichkeit“ sollten es schon sein. Blöd nur, dass es dann bei mir nicht ohne das kleine bunte Schirmchen on top abgeht.

Wie bekomme ich jetzt den Bogen vom Schokostreusel zum Thema? Dankenswerterweise liefert mir Mitkommentator Britz das Stichwort. Sein Ratschlag für Wagenknecht vom Klempner und vom verstopften Klo, das der tunlichst wieder zum Laufen zu bringen hätte, fordert mir dann doch ein Veto ab. Den Klempner würde ich zwar stehen lassen, nicht allerdings den Reparaturauftrag. Ein verstopftes Klo ist schnell behoben, nicht jedoch ein leckes „Kackrohr“, irgendwo hinter der Wand zwischen Keller und drittem Stock (Ich weiß von was ich rede). Da braucht’s mehr als nur einen Klempner. Und der Fliesenleger, der Maler & Tapezierer dürften auch gefordert sein, und der der alles zahlen soll sowieso. Die Gesellschaft allerdings, die ich kenne, die braucht mehr als nur eine Reparatur von hier und dort undicht Gewordenem. Die bedürfte wohl eher einer Generalsanierung. Dieses Thema wäre mehr als sensibel und die Koalition der Unwilligen lauert hinterm nächsten Baum. Deshalb allzuviel von Sahra und den ihren zu erwarten ist - mit Verlaub - unfair. So gesehen grenzt das Projekt #Aufstehen an das Auffinden des Steins der Weisen - und da wiederhole ich mich - dürfte sich jeder einen Bruch heben. Deshalb: Bescheidenheit ist eine Zier. Ganz so schlecht ist der Einstieg zum Aufstehen wieder nicht.

Im Video bemängelt Uli G. völlig zu recht mangelnde Neutralität und Objektivität sowie fehlende Transparenz bei der Macht um Acht, dieses Mal in Sachen eines herbeigezauberten Giftanschlages - Arbeitstitel Putin vs. Skripal. Wie auch neulich anderweitig zu hören oder zu lesen, waren aus Downing-Street 10 breaking news zu vernehmen. War man dort bei der Durchsicht von Aufnahmen der Überwachungskameras im landesweiten Umfeld auf zwei eindeutig als Russen identifizierbare finstere Gesellen aufmerksam geworden, denen gewiß solch etwas Hinterhältiges wie verseuchten Honig auf den Türknopf zu schmieren zuzutrauen wäre. Unter dem Decknamen „Süßes oder Saures“ vielleicht? Nein, das wurde bis dato noch nicht verlautbart. Vermutlich wurden detaillierte Infos eh so lange auch für Gniffke&Co zurück gehalten, bis die passende Legende fertig gestrickt werden konnte.

Das scheint nun vorgestern der Fall gewesen zu sein. Denn gestern war es soweit. Die Mutter aller Investigativ-Trompeten, die NYT, hatte eben gestern ihren großen Auftritt. Die halbe erste Seite und auf der ganzen Seite 6 den Rest. Die headline? A little big fish with a big enemy. Untertitel: Sergej Skripal betrayed Russia, and Putin never forgets traitors. Absendeort der Story: Moscow! Schaurig schön die komplette Legende von Sergej und auch die vom bösen Wladimir. Ein echter Tränenmelker, Thriller geradezu. Wir dürfen gespannt sein, bis wann Dr. Kai G. einen Brennpunkt draus bastelt. Dann allerdings müßte, sollte, könnte der Galerist genau so überzeugt sein, wie Angela, Emanuel und Donald.

Zu guter Letzt echauffiert sich im Video Meister Gellermann noch über Uns’Uschi, über unsere teutonische Reinkarnation der gallischen Jeanne d’Arc. Der Galerist kann es nicht fassen, jetzt will die Kriegsministerin - von allen guten Geistern verlassen - doch tatsächlich ohne Not und Auftrag, wie einst auch die gute Jungfrau aus Orleans nur ihren inneren Stimmen lauschend, wahrscheinlich sogar auf feurigem Zossen forsch voran, in güldener Rüstung mit gezücktem Schwert (Empfehlung meinerseits: Damaszener Stahl) gen Damaskus ziehen. Hätte die gute Frau sich mal besser schlau gemacht, wie es zum Ende bei Jeanne so ausging, da hieß es nämlich: the thrill has gone. Der anderweitig mit vertraglichen roten Richtlinien beschickte Dr. Gniffke allerdings hielt die Idee wohl für einen ganz tollen Einfall. Nun gut, wer gestern in der NYT auf Seite 4 den anderen fast ganzseitigen Artikel und nächsten Tränenmelker “3 million Syrians with nowhere to go“ gelesen hat, hat vielleicht Verständnis aufbringen können für Uschi, wo es doch heißt: Fear of mass slaughter is increasing. Weiß denn Doktor Gniffke nicht, dass Frau von der Leine stolze Besitzerin von eigentlich längst ausgemusterten Fluggeräten ist? Jenen Tornados, die allein noch dazu fähig sind im ganzen Imperium, die vom Imperator in Büchel eingelagerten Schnellverdampfer an den Bestimmungsort zu bringen? Der wird doch nicht der Kai?

Unstrittig, was sich da im wahrscheinlich letzten Ghetto der Freiheit in Syrien zusammengerottet hat ist schon beachtlich. Befragt man Wiki, leben in Idlib gerade mal 160.000 Altbürger. Die Neubürger von heute im Großraum Idlib schlappe drei Millionen, Sachsen hätten längst Schnappatmung. Wo kamen die nur alle her? Wie gut unterrichtete Kreise zu berichten gehabt hätten, wenn die Macht um Acht denn gewollt hätte, waren das die in Ost-Aleppo, in Ost-Ghuta und anderswo zurückgezogen in Katakomben hausend und gut mit Schutzschilden vor Fassbombenbewurf in Form von ehemals Überirdischen versorgten, unterirdisch ihres Endsieges harrenden Freiheitskämpfer in schwarzem Gewande. Genauso umständlich muß es wohl jemand dem Dr. Kai G. auch erklärt haben, worauf er umgehend von einer Verwendung Abstand genommen hat.

Haben die Freiheitskämpfer in Idlib etwas dazu gelernt? Wohl kaum. In den vielen eigens gegrabenen Tunneln der Wirkung der selbst fabrizierten Giftkartuschen harrend. andernorts verfehlen die ihre Wirkung völlig. Die Twittermeldungen mit dem Fundort und dem Text: Das war Baschars Geschoss! Hat der das jemals nötig gehabt? Dieses Mal sowieso nicht, da muß der Sauhund Baschar Uschi und andere enttäuschen. Hat er vielleicht einem weisen Ratschlag befolgt: Frage deinen Nachbarn! Nun gut, der Nachbar ist zwar seit längerem nicht gerade der Freund der Wahl, hat der ihm doch u.a. Land geklaut, da ist der Nachbar aber bekannt dafür. Aber der Nachbar hat auch viel Erfahrung mit Maulwürfen unter der Erde und auch darüber - Hamas oder hamas nicht. Genauso wie mit eng gehaltener, zaunbewehrter Käfighaltung nearby. Unter Aufrechterhaltung fürsorglicher Versorgungsengpässe aller Art. Vielleicht würde der ansonsten immer freundliche Nachbar sogar noch das erforderliche Servicepersonal zur Verfügung ausstellen, wer weiß. Aber allein den Tipp mit dem Zaun drumrum und falls sich dem jemals von drinnen jemand nähern sollte einfach drauf halten mit der Knarre der Wahl, den sollte sich Assad der Schlächter schon zu Herzen nehmen. So könnte er endlich auch etwas für seinen Ruf unternehmen. Denn der Erstanwender lebt mit der gleichen Vorgehensweise weiter südlich ganz prächtig und unbehelligt. Von Vergeltungsschlägen hat der noch nie was gehört, geschweige den ertragen müssen.

Antwort von U. Gellermann:

Die Überlänge des Textes ist dem doppelten Thema geschuldet.


Am 13. September 2018 schrieb Lutz Jahoda:

DANKADRESSE

Lieber Peter Heyckendorf,
Sie legen den Finger in die Wunde.
Da kann ich nur hoffen, dass jemand aus der Führungsmannschaft der Sammelbewegung regelmäßig von der RATIONALGALERIE Kenntnis nimmt. Diese Plattform mit nur einem Steuerpult und einem Allround-Bediener rund um die Uhr ist ein Musterbeispiel an Funktionalität und Einfacheit für all jene, die teilhaben möchten an Besserung, Fortschritt und Frieden. Die Eingabe für jeden ist einfach zu handhaben, und es gibt immer eine Resonanz.

Dies fehlt derzeit völlig im Rahmen von AUFSTEHEN. Wenn ich in eine leere Halle hineinrufe, kommt immerhin, mit etwas Glück, das Echo meiner Stimme. Bei AUFSTEHEN erhält der Interessent zwar ein schriftliches Dankeschön von Sahra, was Freund Algorithmikus perfekt erledigt, doch mehr auch nicht. Wer sich anmelden möchte, um mitzumachen, erhält einen komplizierten Wegweiser, der mich in seiner bremsenden Eigenschaft an Enrico Fermis Paraffin und an Leó Szilards reine Graphitanordnung erinnert, um Neutronen zu verlangsamen, damit die Chance vergrößert wird, von einem Uran-Atomkern eingefangen zu werden.

Dies führte letztlich zum Jahrtausendelend unserer Welt.
Dieser Abschnitt würde die Physiker-Kanzlerin aufhorchen lassen, aber vielleicht habe ich das Glück, das Gehör der Sammler-Crew zu erreichen.
Verbessert Eure Plattform, schafft mit einem einzigen Tastendruck das Erscheinen eines Anmeldeformulars und sorgt für einen Dialog.
Auf diesem Wege ein dickes Danke an Peter Heyckendorf und dessen notwendigen Weckruf, den ich hiermit kräftigst unterstütze.


Am 13. September 2018 schrieb Ulrike Spurgat:

@ Frau Schramm. ihre undifferenzierten Kommentare über die DDR sollten mir an meinem linken roten Arsch vorbeigehen.
Ich probiers zum wiederholten Mal.


Am 13. September 2018 schrieb Karola Schramm:

Von Chantal Mouffe war gestern auf den Nachdenkseiten ein hervorrgender Artikel: "Linkspopulismus als progressive politische Strategie der Zukunft." In diesem Artikel beschreibt sie, wie andere soziale Gruppen sich in der Gesellschaft zusammenschließen können umd so, aus der Gesellschaft heraus, wie etwa in England es Gorbyn und USA Sanders und in Frankfreich Melenchon gemacht haben.

Ich erinnere noch, als in Berlin Mahnwachen gegen den Krieg mit den damaligen Montagswachen zusammen protestierten, was es da für ein Theater gegeben hat. Querfront wurde geschrien und die beiden Gruppen verschwanden. Dann entwickelte sich Pegida.

Dass sich im BT SPD, Grüne und Linke zusammentun kann ich mir nicht vorstellen.
Was die gemeinsamen Linken nicht tun, das werden eben die anderen tun und die machen es gründlich.

Tagesschau kann nicht Frieden.
Dem stimme ich voll zu.
Allerdings den Tipp mit Nachbarn, Kollegen, Verwandtschaft sprechen usw., darf ich nicht.

Ich werde nicht mehr eingeladen und wenn - mit Auflagen: Keine Politik. Im Beruf wurde ich schief angeschaut. Mein Briefträger spricht nicht mehr mit mir und die Nachbarn...interessiert das nicht sondernlich. Viele wählen jetzt, aus Protest, die AfD. Ich kann es ihnen nicht ausreden, selbst wenn ich Beweise vorbringe.

Ich las mal, dass jede Generation ihre eigenen, gesellschafts-politischen Aufgaben habe. Die Ende der Kriegsgeneration und folgende hat ihre Schuldigkeit getan. DE hatte Frieden und Freundschaft mit den Nachbarn.

Ausrutscher und Vorbereiter für einen anderen Weg waren Schröder und Fischer, (flankiert von den Gewerkschaften) die Menschen wie Nahles, Scholz, Weidel von Storch, Lindner, Söder, die jetzigen dummen Grünen und Kipping mit der charakterlosen und völlig unpolitischen Merkel, sie wird 65, auf diesen Kriegspfad geradezu getrieben haben.

In einem Buch "Wier wir wurden, was wir sind" von Joachim Bauer, bschreibt dieser die Nachkriegsgeneration als die Protestierenden (war ja auch so) und die folgende, das sind unsere Kinder oder die Enkel, als angepasste Generation, die keinen Streit, keine großen Attacken auf die Politik wollen. Sie kennen und nutzen die Demokratie für ihre Entwicklung und ihre vielen Freuden.

Und wie ist das jetzt im Osten mit den Neo-zis, wo ganz viele junge Menschen dabei sind? Die machen, so wie ich das sehe, das weiter, was sie und ihre Eltern kennengelernt haben: Diktatur zuhause und Diktatur in der Gesellschaft. Von der Nazi-Diktatur sofort in DDR-Diktatur - da wird Demokratie und Eigenverantwortung zur Gefahr und großen Angst. Sie nutzen lediglich das demokratische Demonstrationsrecht für ihre Ziele, endlich wieder Diktatur einführen zu können. Man liebt, was man kennt und macht weiter so. Persönlichkeitsentwicklung, anderes Denken und Fühlen strengt an, verunsichert, ist wackeliger Boden. Doch es gibt Hoffnung, das haben die Gegendemonstrationen gezeigt.

Wenn Kirchen, Sport-und Jugendverbände, Schulen und Kunstvereine sowie alle demokratischen Parteien sich zusammenschließen und auch politische Bildung betreiben in dem der Raubtierkapitalismus "als Feind" erklärt und entschieden als bestimmendes gesellschaftliches Element abgelehnt wird, dann ist wieder Hoffnung in Sicht für alle.

Antwort von U. Gellermann:

Zwar gab es in der Endphase der DDR auch Skinheads, aber die organisierten Nazis wurden aus dem Westen importiert: NPD, Republikaner und natürlich all jene alten Nazis, die in den Apparaten der Bundesrepublik saßen und nach der Wende Teile der neuen Obrigkeit stellten. Auch um das zu Vertuschen wird zur Zeit so heftig behauptet, die Vorgänge in Chemnitz seien Ost-Probleme. Welch eine geschickte und zugleich gefährliche Verzerrung der Wirklichkeit.


Am 13. September 2018 schrieb Peter Heyckendorf:

Per 12.9 hat es zu dem Engagement-Tool 'Pol.is' von Aufstehen.de in den vergangenen 7 Tagen ca. 23.000 beteiligte User mit ca. 2 Mill. Votes gegeben. Aus dieser Substanz könnte man doch etwas machen ! Aber das Layout von www.aufstehen.de ist nach wie vor katastrophal, gedachte Funktionen funktionieren nicht. Der groß angekündigte Durchfluss von Meinungen aus facebook/twitter/instragram in die Aufstehen-Website funktioniert auch nicht (bzw. derzeit nur für den Admin-User). Wenn das freigeschaltet wäre, wie will man denn mit wieviel Aufwand tausende von zufliessenden Meinungen sieben ? Schon jetzt bekommt man, wenn man eine Email an pol.is@aufstehen.de sendet, die Absaufmeldung "Leider erreichen uns momentan mehr Anfragen, als wir beantworten können". Tja, und nun ? Das nunmehr geschlossene Debattenthema zu "uns Deutschen geht es so gut wie noch nie" auf Basis von 130 Statements/Fragen die aus der User-Welt zu Beginn eingebracht wurden (bis der Zufluss vom Admin am 7.9.gestoppt wurde) hat mit den 2 Mill. Votes auf die 130 Statements keinen politischen Benefit da die Fragen/Statements (siehe Anhang) querbeet durch das politische Themenfeld formuliert wurden. Das Pol.is-Tool hat 20 kunterbunte Hit-Statements in 2 Gruppen plus einer Schublade 'Mehrheitsmeinung' herausgefiltert. Dieses Ergebnis taugt als Teilelement auch nicht dazu, ein Programm zu formulieren. Wenn man so eine Kampagne mit derzeit über 130.000 Usern fährt, dann muss man quasi täglich Neues, Interessantes als Appetizer bringen, die Website muss einladend und spannend wirken ! Jeder IT-Mensch weis, dass eine Website vor Veröffentlichung auf Fehler getestet werden muss und nicht wie jetzt, wo im produktiven Betrieb Meldungen/Fotos doppelt und dreifach erscheinen.


Am 13. September 2018 schrieb Lutz Jahoda:

GEWINNWARNUNG
AN SAMMLUNGSGEGNER

Die Fallgrubenbauer sind emsig dabei.
Köstlich zu sehn, wie sie schaufeln und graben.
Ihr Wunsch: eine Sahra-Oskar-Partei.
Genau diese Spaltung möchten sie haben.

Dass nichts daraus wird, gibt gern Brief und Siegel -
Bekräftigt mit einem Scotch ohne Soda -
Zum Ärger von BILD, FOKUS und SPIEGEL,
Euer Sammlungsversteher, Lutz Jahoda.


Am 13. September 2018 schrieb Marc Britz:

Stellen wir uns eine Familie am unteren Rand der deutschen Gesellschaft vor. Mutter, Vater, zwei Kinder. Mehrere unterbezahlte Jobs um über die Runden zu kommen, vielleicht Hartz IV Terror. Dazu die sich stapelnden Wäscheberge, Geschirr, Rechnungen, die ganze Misere eine Wohnung und das bisschen Leben zwischen dem Stress mit wenig Geld in Stand zu halten. Die zu erledigenden Einkäufe, Ämtergänge, Pendlerdasein und die Bedürfnisse der irgendwie immer heulenden Kinder. Schlafmangel, Gereiztheit und Hoffnungslosigkeit. Heiterkeit, Zuneigung, Zärtlichkeit? Ausgetrieben.

Nun stellen wir uns vor wie diese Familie auf die Website von AUFSTEHEN reagiert. Sie findet das gleiche Chaos, die gleiche Unübersichtlichkeit vor, von der sie zuhause schon genug hat. Einmal angeklickt, in der ewigen Eile nichts kapiert, keine Hilfe gefunden. Fragen hat man auf dem Amt schon zu viele beantworten müssen.

Du hast Recht, Uli, mit ?diesen? Leuten ?vom unteren Rand? muss man direkt reden, wenn man sie mobilisieren will. Vor allem aber muss man ihnen erst einmal die Zeit zum Durchatmen verschaffen. Das wäre die Aufgabe von Berufspolitikern.

Ich bin ein grosser Fan von Arbeitsteilung und Professionalität. Wer will schon einen partizipatorischen Klempner, Zahnarzt oder Fahrbetrieb? Wenn man etwas nicht selber kann, wollen alle dass die jeweiligen Profis ihren Job richtig machen, und alle wissen was ein Klempner, ein Zahnarzt und die Bahn zu tun haben. Natürlich will man die zu erledigende Aufgabe von den Professionellen erklärt bekommen, die Konsequenzen gemeinsam abwägen, man möchte Alternativen dargeboten haben, und VOR ALLEM möchte man das Gefühl haben im jeweiligen Anliegen ernst genommen zu werden. Und - wenn nötig ? will man in der Lage sein die Fachleute bei Fehlverhalten gegebenenfalls angemessen zur Rechenschaft ziehen zu können. All das leistet unser politisches System nicht, oder nicht mehr. Auch nicht die Parteien.

Die Chance das zumindest teilweise wieder zu leisten hat AUFSTEHEN bisher vertan. Anstatt dass die Profis von AUFSTEHEN mal aus dem Knick kommen, und ein Programm vorlegen, welches sie ohnehin in der Schublade haben, anstatt dass sie es den oben beschriebenen Menschen einfach machen, wird hier scheinbar basisdemokratisch, also partizipativ (stellen Sie sich hier den Besuch beim partizipativen Zahnarzt vor), definiert um was es sich bei so einer breiten Linksbewegung überhaupt handeln könnte. Man geht vor wie ein Klempner, der behauptet nicht zu wissen, dass er einfach nur das verstopfte Klo wieder zum Laufen bringen soll. Dabei wäre bildlich gesprochen ein Klempner genau das was unsere Gesellschaft dringend braucht: Jemand, der die braune Sosse wieder dahin befördert wo sie hingehört. Wenn die von AUFSTEHEN das nicht kapieren, haben wir alle bald viel Grund das grosse MOUFFEnsausen zu bekommen.


Am 13. September 2018 schrieb Gert Kleinert:

Ihr neues Video ist mal wieder einsame klasse. Sogar den möglichen Syrien-Einsatz haben sie schon drin. Bravo!

Antwort von U. Gellermann:

Die Zuschrift bezieht sich auf dieses Video:
https://kenfm.de/die-macht-um-acht-9/


Am 13. September 2018 schrieb Helene+Ansgar Klein:

Ist ja schön, dass Sie Ulla Jelpkes Kritik an 'Aufstehen' zurückweisen, Herr Gellermann, nur, Ihr "Tief(es) gründel(n) (im) Konjunktiv (des) Meer(es) der Möglichkeiten." hilft auch nicht weiter. Übrigens es gibt nicht "vielleicht 110.000 Follower" sondern über 130.000 Menschen, die sich bei 'Aufstehen' registriert haben! Das mit "eher gering" klein zu reden, ist auch nicht nett! Sinnvoller wäre es u.E., die Verdienste von 'Aufstehen', von denen Sie immerhin auch reden, deutlicher heraus zu stellen, und ein 'Werbeblock' täte 'Aufstehen' auch gut!

Antwort von U. Gellermann:

Ich rede nicht klein, ich bin nüchtern: Nach dem fulminanten Medien-Start von AUFSTEHEN hätte man deutlich mehr Resonanz erwarten müssen. Immerhin, auch daran erinnere ich, zeigt die FOCUS-Umfrage, dass es ein erhebliches Potential für Änderungen gibt.


Am 13. September 2018 schrieb Hanne Heger:

Das Chantal Mouffe-Zitat weist mit einem langen, anklagenden Finger auf die Rosa-Luxemburg-Stiftung: Die sitzt auf ihren Millionen und tut nicht für die Arbeiterbildung.


Am 13. September 2018 schrieb Marie Witte:

Gellermann analysiert scharf, aber beleidigt nicht. Krank?

Antwort von U. Gellermann:

Gesunde Skepsis kommt ohne Leid aus.


Am 13. September 2018 schrieb Wolfgang Oedingen:

Sehr geehrter Herr Gellermann,

Ihre Mutter wäre mit Ihrer gestischen Darbietung
in o.a. Ausgabe der Macht um Acht sehr zufrieden,
wie ich mal annehme.

Antwort von U. Gellermann:

Die Zuschrift bezieht sich auf dieses Video:
https://kenfm.de/die-macht-um-acht-9/


Am 13. September 2018 schrieb Jörg Paulousek:

"und mobilisieren sie für deren eigenen Interessen"

Nun ja, das ist die gellermannsche Variante von bevormundendem Paternalismus.
Anders: Leute, die für ihre EIGENEN Interessen erst "mobilisiert" werden müssen, denen ist doch sowieso nicht mehr zu helfen - oder eben nur durch eine sowieso alles besser wissende Figur wie eben Gellermann...
(Bei Pflegeheiminsassen redet man übrigens auch von "Mobilisierung" - wenn sie nur vom Rollstuhl ins Bett gebracht werden oder vom Bett in den Rollstuhl...)

Antwort von U. Gellermann:

Wer nicht mobilisiert werden will darf natürlich weiter liegen bleiben.


Am 13. September 2018 schrieb Werner Köpp:

Lieber Uli,
ich finde es sehr wichtig, diesem Anlauf einer Bewegung nicht von vorneherein die "richtige Richtung" abzusprechen und Deine Vorsicht und die abwartende Haltung, die kritisch bleibt, ist sehr richtig und wichtig. Die Ziele können auch nicht von Wagenknecht und Lafontaine detailliert a priori festgelegt werden - sie werden (hoffentlich) ein Prozessergebnis sein. Ulla Jelpke ist ungeduldig und will das erwünschte Ergebnis schon als Startbedingung dafür, dass die Bewegung in ihren Augen sinnvoll akzeptabel erscheint ...
Danke für Deinen differenzierten Kommentar!!


Am 13. September 2018 schrieb Jochen Scholz:

"Der deutsche Imperialismus"

Ach Gottchen, wie jämmerlich ist der doch. Wolfgang Ischinger in der NYT vom 16. November 2016, flehend:

President-elect Trump can and should push for more equitable burden-sharing. The Europeans may not be easy partners; even Barack Obama often got frustrated with Europe?s indecisiveness and free-riding tendencies. But wherever Mr. Trump looks, he will not find better partners to work with to secure America?s strategic interests and to serve as force multipliers for its military power.

https://www.nytimes.com/2016/11/12/opinion/what-europe-needs-to-hear-from-trump.html

Deutscher Imperialismus? Vasallentum.


Am 13. September 2018 schrieb Andreas Buntrock:

"Gellermann fragt auch, warum der Chefredakteur der Tagesschau, Doktor Gniffke, nicht mal bei Frau von der Leyen anruft, die zu gerne im nächsten Syrienkrieg dabei wäre, warum sie darüber nicht mit dem Parlament reden will."
------------------------------------------

Eins ist schon mal sicher, müsste unsere Kriegsministerin beim Syrienkrieg "persönlich(!) dabei sein" oder möglicherweise eins ihrer Kinder,
unsere blond behelmte Krieger-Uschi wäre Generaldirektorpräsidentin der Friedensbewegung...

Antwort von U. Gellermann:

Die Zuschrift bezieht sich auf dieses Video:
https://kenfm.de/die-macht-um-acht-9/

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