Wie ich lernte Putin zu schätzen

Die Geschichte einer Zwangs-Beziehung

Autor: U. Gellermann
Datum: 20. Oktober 2016

Persönliche Storys über Russland kommen nicht ohne Zwang aus: Wo man auch hin liest: Repression von Moskau bis Wladiwostok und zurück. So ist es auch mir gegangen, nur irgendwie anders. Begonnen hatte die Beziehung zwischen Wladimir Wladimirowitsch Putin und mir erst mal mit Wegsehen. Fotos des russischen Präsidenten waren nicht nach meinem Geschmack: Der nackte Oberkörper des Chefs aller Russen erinnerte mich an Arnold Schwarzenegger, und den konnte ich noch nie leiden. Putins Fotos zu Pferd, im Tarnanzug und mit einem Präzisionsgewehr in der Armbeuge oder jenes mit einem sibirischen Tiger zu Füßen schrieen geradezu Macho! Macho! – Und Machismo, Männlichkeitswahn ist so was von out! Also, das konnte nichts werden, mit mir und Putin. Musste es ja auch nicht.

Doch dann fing es langsam an mir aus den Ohren zu hängen: Putin war auf allen Kanälen zu finden und immer war er schuld. Es gab Tage, da glaubte ich, das schlechte Wetter sei auch von ihm gemacht und meinte seinen Namen im Wetterbericht zu hören: Kaltwetter-Front! Kennt man doch: Sibirien und Front! So denken die in Moskau, und nur so. – Älter werden hat viele Nachteile. Ein Vorteil, wenn einen die Demenz nicht erwischt, ist unbestreitbar eine große Portion von gelebter Erfahrung. Mit den Jahren habe ich eine Reihe von öffentlich erklärten Bösewichtern erlebt. Ho Chi Minh war so einer, der Chef des Vietcong. Den mochten die USA aber gar nicht. Fidel Castro war auch so einer. Den mochten der USA überhaupt nicht. Nelson Mandela, den führten die USA noch bis ins Jahr 2008 auf ihrer Terror-Liste, der war bis zu seiner Heiligsprechung nach US-Maßstäben lange ein Schurke. Aber ich konnte die drei total gut leiden. Nicht zuletzt weil sie Feinde der USA waren. Aber nur weil einer von den USA zum Feind gemacht wird, wie Putin seit er den Jelzin-Verschleuderungskurs gestoppt hat, muss ich den jetzt gut finden? Niemals! So simpel bin ich nicht gestrickt!

Aber die Putin-Geschichten rückten mir zunehmend auf den Pelz. Er kam in den öffentlichen deutschen Verdacht, die Krim erobert zu haben. Und wenn man der Mehrheit der deutschen Kommentatoren glaubte, dann war die Krim nur ein Sprungbrett für Putin, um erst die Ukraine, dann das Baltikum und danach über Polen marschierend auch uns Deutsche zu unterjochen. Bei diesem Szenario meldete sich wieder mein Alter: Das kannte ich doch alles. Von den 50er Jahren bis zu den 90ern war die Sowjetunion, glaubte man der veröffentlichten Meinung, immer auf dem Sprung das ganze Deutschland zu erobern, einen Teil hatte sie ja schon eingesackt. Und Russland ist ja gewissermaßen ein Nachfolgestaat der Sowjetunion. Aber die Sowjets sind nie gekommen. Obwohl auch ich mich als Bundeswehrsoldat mit Atomraketen bewaffnet, der guten alten „Honest John“ aus dem Korea-Krieg, heftig auf den russischen Überfall vorbereitet hatte. Ob es an meiner tapferen Bereitschaft lag, dass die Russen einfach nicht kamen? Immerhin schossen unsere Raketen 45 Kilometer weit. Da hätten wir von unserem Standort aus glatt Hannover atomar verseuchen können. Aber danach, danach wäre sofort Moskau dran gewesen, bestimmt!

Also habe ich, von Ängsten gejagt, den Fall der Krim genauer untersucht und fand dort keine richtige Unterjochung. Eher eine freudige Rückkehr der Krim-Mehrheits-Bevölkerung nach Russland. Auch ist die Krim-Krise jetzt gut zwei Jahre her und Putin ist immer noch nicht in einen der baltischen Staaten einmarschiert. Obwohl das, glaubte man den atlantischen Kommentatoren, eigentlich längst hätte geschehen müssen. Aber vielleicht ist das ja der tapferen Bereitschaft der Kameraden des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33 in Büchel bei Cochem zu verdanken, die dort seit Ende der 60er Jahre gemeinsam mit den Amerikanern jederzeit die dort gelagerten B61-Atombomben in ihre Jagdbomber laden und umgehend die Russen atomar vernichten könnten. Beim Nachdenken fällt mir allerdings auf: In den 60er Jahren war Putin doch noch gar nicht Kreml-Chef. Seltsam.

Wahrscheinlich hat der Putin einfach keine Zeit für einen europäischen Überfall, weil er gerade die Syrer überfallen muss. Das könnte man nach dem Konsum deutscher Medien vermuten. Zwar hat der syrische Krieg bereits im Jahr 2011 begonnen, und die Russen wurden erst im September 2015 von der syrischen Regierung gebeten, in die Kämpfe einzugreifen. Aber ist man den täglichen Nachrichten ausgesetzt und glaubt an sie, dann haben die Russen den syrischen Krieg irgendwie angefangen. Weil in diesem Krieg alles Leid der Erde zusammenkommt, weil die Nachrichten kaum auszuhalten sind und weil die atomaren Mächte USA und Russland dort jederzeit auch unmittelbar aufeinander treffen können, habe ich mir auch diesen Fall angesehen. Und fange, wie ein gründlicher Betrachter das macht, einfach mit ein paar Fragen an.

Hätten die Russen den Wunsch der syrischen Regierung ablehnen sollen? Dann wäre die Allianz der islamo-hysterischen Kräfte rund um die US-Freunde Katar und Saudi-Arabien schon längst Sieger im syrischen Krieg geworden. Könnten die Russen nicht jetzt, wo das Morden täglich schlimmer wird, einfach Schluß machen und ihr Militär nach Hause holen? Dann wäre der Krieg keineswegs zu Ende, es begönne erst das ganz große Massaker der Scharia-Freunde an den Andersgläubigen, die Erdogan-Türkei würde sich „ihren“ Teil Syriens aneignen und Kurden umbringen, die Atom-Macht Israel würde sich einen anderen Teil Syriens nehmen und widerständige Syrer erledigen, die USA würden, vorgeblich im Kampf gegen den IS, als „Friedensmacht“ in Syrien auftreten, kurz: Wir hätten in Syrien schlimmere Verhältnisse als jene nach dem libyschen Krieg. Der hatte ja auch mit einem Sieg-Frieden der westlichen Allianz begonnen. Ein Frieden, der am 31. Oktober 2011 verkündet wurde und bis heute blutig andauert.

Je mehr Fragen ich stelle, desto mehr Antworten schreiben dem Putin die Rolle eines Retters jener Syrer zu, die zu ihrem alten, laizistischen Leben zurückkehren wollen. So ist es mit Putin und mir. Freunde für´s Leben werden wir kaum werden. Aber alte Feinde von mir, die USA und ihre Verbündeten, zwingen mich geradezu, ihn zu schätzen. Aus humanitären Gründen. Schon höre ich das Hohngelächter aus den deutschen Redaktionen von der Deutschen Welle über die ARD bis hin zum FAZ-TAZ-Verbund: Der macht es doch nur aus eigenem Interesse, der Putin, der will seinen Militärstützpunkt behalten, der will sein Erdgas verkaufen und die Konkurrenz aus Katar vom Markt fernhalten. Was gehen mich die Gründe von Putin an? Soll er doch seinen ausländischen Militärstützpunkt behalten, gegenüber den mehr als 700 der USA. Soll er doch die Konkurrenz mit den Kataris gewinnen, deren Pro-Kopf-Einkommen bei 128.530 KKP-Dollar liegt, das könnte wirklich reichen. Mir reicht ein Krieg, der von den Freunden der USA begonnen wurde und der hoffentlich mit der Hilfe Russlands bald beendet wird. Dieses Ziel zwingt mich Wladimir Wladimirowitsch Putin zu schätzen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 24. Oktober 2016 schrieb altes Fachbuch:

@linksliberaler;)

der begriff "kollektivschuld" wird meiner meinung als MORALISCHE kategorie missbraucht, damit eine JURISTISCHE aufarbeitung der tatsächlich schuldigen personen, unternehmen und trukturen verhindert wird!!
POLITISCH allerdings besteht eine kollektivschuld, da das gesamte system und die gesellschaft diese sorte "einzeltäter" gesetzmäßig und wieder und wieder hervor bringt!
übrigens passt es in diesem zusammenhang zu erwähnen, dass die brd seit 1945 NEUN liberale justizminister hatte;) frau spurgat verwies auf den abschlussbericht zur untersuchung der NS-vergangenheit im ministerium für justiz nach 1945. dass ich bei der zahl von 75% belastete mitarbeiter auch heute nicht gern mit "liberalen" auskomme, scheint verständlich:)
und der major ist nun general. wenn das mal keine ansage vom staat ist;)


Am 24. Oktober 2016 schrieb Der Linksliberale:

Na, na ? altes Fachbuch? da sind einige Seiten bei Ihnen noch nicht umgeblättert und eben ungelesen, geschweige denn inhaltlich begriffen ?Der Begriff ?Kollektivschuld? und das Praktizieren derselben schützt die Schuldigen und verteilt die ALLEINIGE Schuld der Mörderbanden und Faschisten auf die Unschuldigen. Welche Schuld trägt Mister Miller in Detroit, der dort Straßen kehrt, an den Drohnenmorden des ?Friedensnobelpreisträgers? Obama? Ich sage Ihnen: er hat keine Schuld, aber Obama ist schuldig. Das ist meine Überzeugung nach der Kenntnis der Fakten und als linker Liberaler. Die einzige Gemeinsamkeit der Beiden, sie sind US-Bürger. Und das dümmliche Gequatsche von ?USA ist schuld? suggeriert eine kollektive Schuld der USA, also auch aller US- Bürger, die nicht stimmt, denn Mister Miller hat die Drohnenmorde nicht befohlen. Auch wenn es Ihnen, altes Fachbuch, zu aufwändig ist oder erscheint, geben Sie sich Mühe und erklären weniger politisch aktiven Menschen wer die Schuld trägt. Nehmen Sie den Begriff ?islamistischer Terror?, der ist an sich schon gequirlter Blödsinn, aber das stete Wiederholen in Funk, Fernsehen und Presse führt dazu, dass die Religion des Islam mit Terror assoziiert wird. Wer trägt an dieser Lüge Schuld? Das sind diese ?Rautenmerkel? und dieser ?De Mist sehr?. Das sind die regierungs- und Nato-hörige Presse, die Tagesschau und auch in Persona dieser Claus Kleber. Was hindert aufrechte Humanisten Frau Merkel und ihre Schuld an dem mittlerweile zerrütteten Verhältnis zwischen dem Staat BRD und dem Staat Russische Föderation zu benennen und eines Tages zu ab ? und zu verurteilen (und nicht Rache zu nehmen). Ja Frau Merkel, und eben nicht das ?deutsche Volk?, hat Schuld auf sich geladen! Unter ihrer ?Regentschaft? sind über 50 Soldaten der Bundeswehr in einem sinnlosen Krieg in Afghanistan abgeschlachtet worden, es gab in Ihrer Regierungszeit durch diesen ?Major Klein? den Befehl zum Abschlachten von über 100 afghanischen Zivilisten?und dieser Befehl ist straflos geblieben. Die NSA hört unsere Telefone ab und liest meine Mail an Sie und zehntausende Familien in Deutschland sind in Armut gestürzt durch die Gesetzgebung dieser Regierung. Ja Frau Merkel ist verantwortlich für diesen Wahnsinn und nicht irgendeine verwuselte ?Kollektivschuld?.
?und noch was ?altes Fachbuch?: ja die deutsche Fußballmannschaft mit diesem Trainer Schogi Löw ist Fußballweltmeister geworden und eben nicht Deutschland, nur Dummköpfe und Ge?BILD?ete glauben das?so wie wir Deutschen auch nicht ?Papst? geworden sind. Halten sie durch ?altes Fachbuch? Ihren guten Willen habe ich erkannt, aber manchmal ist gut gemeint eben das Gegenteil von gut.


Am 24. Oktober 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

@ Hallo Linksliberaler: lange nichts von ihnen gelesen.
Die Verursacher von Kriegen, Leid und Elend in der Welt sind die USA, und ihre Verbündeten: Deutschland mit einer Pudding Kanzlerin in der vordersten Reihe. Eine Ministerin von der Leyen, dass ist die mit der Pickelhaube auf der gutsitzenden Friseur hat vor kurzem noch erklärt, dass die USA an Deutschland Erwartungen hat, bezüglich des Rüstungsetat. Tja, Obama, ist in den letzten Jahren verstärkt Problemen ausgesetzt gewesen im eigenen Land, wegen der Höhe des amerikanischen Rüstungsetat, wegen der exorbitanter Schulden des eigenen Landes. Europa soll nun latzen, und hier sind ja die 2% seit längerer Zeit in der Diskussion. Die USA sind und bleiben der Kriegstreiber Nr. 1. Das System hat die Obamas, die Merkels, die Bushs hervorgebracht. Sie machen sich zum Handlanger von Kriegen, von menschenverachtender Politik, von Menschenhandel (in Deutschland) sind Tausende unbegleiteter Kinder- und Jugendlicher verschwunden) Aus den Kriegsgebieten kommend, wo die USA wieder den Krieg angezettelt haben, fallen sie hier in die Hände von Menschenhändlern, und die Bundesregierung macht sich strafbar.
Das faschistische Deutschland ist mit der Bevölkerung, die mitgemacht haben selbstverständlich für das verantwortlich, was das faschistische Deutschland angerichtet hat. Sie wussten, was sie taten. Krieg ist Krieg, und der erste Weltkrieg lag nicht lange zurück. Die überlebenden, politischen Häftlinge, wo die meisten viel zu früh sterben mussten, weil die Folgen, der Lagerhaft die Menschen krank gemacht hat. Bis zum heutigen Tage sind sie weder rehabilitiert, noch entschädigt, noch haben sie über den Tod hinaus ,die Anerkennung erhalten, die ihnen zusteht. Sie waren keine Faschisten.
Noch viel übleres ist geschehen; sie wurden von denen nach 1945 weiterhin bekämpft, weil die ehemaligen Faschisten im Bundesjustizministerium eine "neue Heimat" gefunden hatten, und besonders die Kommunisten wurden weiterhin verfolgt.
.
Sicherlich würde es Deutschland gut anstehen, dass die Bundesregierung das tut, wofür sie gewählt wurde: "Schaden vom deutschen Volk" abzuwenden, und nicht den Amis in den .........zu kriechen.
Deutschland hat auf ewig Russland gegenüber eine Verantwortung, die Russland viel stärker einfordern muss.


Am 24. Oktober 2016 schrieb Manfred Ebel:

@ Linksliberaler, Sie lernten in der Schule vom "Wer Hitler wählt, wählt den Krieg!". Was daran ist, besonders in Kenntnis der weiteren Geschichte, falsch? Was daran ist heute falsch, wenn man statt Hitler in Amerika "Pest" oder "Cholera" einsetzt, in Deutschland "CDU/CSU", "SPD", "AfD", ...
Wo ich hinsehe - überall Kapitalismusverbesserer und andere Mitläufer, dass mir schlecht wird, so viele, die sich für Brosamen aktiv und vorauseilend an der Unterdrückung der einfachen Menschen beteiligen, soviele Meinungsmacher, denen man gar keine Anweisungen für Kriegshetze geben braucht, weil von denen die schärfste Hetze kommt.
Es finden sich Denunzianten, Söldner, Ausländerhasser, Rechtsbeuger, Vorschriftenmacher, Lautsprecher, ... Konterrevolutionäre.
Und die wollen Sie alle laufenlassen?
Was ist mit denen, die jetzt nicht für Frieden aktiv werden?
"Unversönlichkeit" mit allem, was letztlich nur der Bourgeoisie nützt, ist ein Wert, der allerdings nicht sehr populär ist und auch nicht mehr vermittelt wird.


Am 23. Oktober 2016 schrieb altes Fachbuch:

ich finde die idee des "linksliberalen" toll:)

weg mit der kollektivschuld! und länder, staaten, deren legislative, exekutive und judikative können überhaupt keine schuld tragen, weil lediglich verwirrte und politisch fehlgeleitete individuen alleinig schuld sind!
so verstehe ich den og. post!?
wer gegen die usa ist, ist ein dummkopf - weil gegen den mond kann man auch nicht sein!
das werden künftig lange sätze, wenn ich genauestens benennen müsste, wer denn nun überhaupt noch schuld trifft für die kriege weltweit!
obama kann es nicht sein. der ist friedensnobelpreisträger und hatte noch nie eine waffe in der hand. die börse jongliert mit geld, nicht mit armeen auf dem globus. das militär führt befehle aus, denken setzt schon beim "rechts um" aus. der GI wird's auch nicht sein, weil manche bringen ihre munition wieder heim. und killen blonde landser mehr als kraushaarige, und sind dann die schwulen die topjäger beim bodycount??
hätte ein liberaler an freislers stelle anders "recht" gesprochen?
wird völkerrecht nicht auch zwischen staaten geregelt? wäre nürnberg nicht hinfällig? ist faschist-sein lediglich ein genetischer defekt?
ist kriegsschuld abgetragen, wenn die individualtäter der passenden jahrgänge verstorben sind, oder beginnt mit deren nächsten generation eine neue schuld?? vielleicht sollten wir bekannte nazi's (der witz wird gut;) schon um vorleistung bitten, falls sie den nächsten krieg nicht überleben sollten??
die logik umgedreht hieße doch, dass "die 11" fußballer weltmeister sind, nicht das deutschland.


Am 23. Oktober 2016 schrieb Der Linksliberale:

Lieber Ulli Gellermann, Sie beschreiben in Ihrem sehr lesenswerten Artikel überwiegend auch meine politische Empfindung und Einstellung. Es ist mir schon klar, dass Ironie oder politischer Zynismus (auch in Ihren Artikeln) nicht ohne „Vereinfachung" auskommt. Aber ich habe mir immer Mühe gegeben, die „Täter" in Diskussionen, Briefen und Schreiben zu benennen. Die „USA" ist kein Täter. So wie "Deutschland nie und nimmer einen 2. Weltkrieg geführt hat, sondern ein reaktionärer Teil der deutschen „Führungselite" diesen wahnsinnigen Krieg gewollt und begonnen hat, daraus folgt: es gibt es auch keine "deutsche Kollektivschuld" meiner Generation (Baujahr 1956) und meiner Kinder für die Taten der deutsche, ukrainischen, italienischen, französischen, niederländischen, rumänischen, dänischen, japanischen und spanischen Faschisten im 2. Weltkrieg. Nein es waren Faschisten und Faschismus ist immer international! Ich habe nicht Ihre medialen Möglichkeiten und ich weiß, Sie sind offensichtlich sozialisiert und politisiert im Westen Deutschlands. Denn Sie schreiben in Ihrem Artikel:
"Mit den Jahren habe ich eine Reihe von öffentlich erklärten Bösewichtern erlebt. Ho Chi Minh war so einer, der Chef des Vietcong. Den mochten die USA aber gar nicht. Fidel Castro war auch so einer. Den mochten der USA überhaupt nicht. Nelson Mandela, den führten die USA noch bis ins Jahr 2008 auf ihrer Terror-Liste, der war bis zu seiner Heiligsprechung nach US-Maßstäben lange ein Schurke. Aber ich konnte die drei total gut leiden. Nicht zuletzt weil sie Feinde der USA waren."
Lieber Ulli Gellermann, die Feinde dieser USA gibt es tatsächlich - aber das sind Dummköpfe - denn da kann man auch Feind von Afrika, oder dem Mond oder dem Atlantik oder Asien sein! Immer wenn ich lese, dass irgendwas Feind der USA ist werde ich hellhörig. Nein lassen sie uns Freund der Amerikaner, der Russen oder Japaner und Italiener sein, bitte schreiben Sie es immer und immer wieder, wir sind der Freund der Menschen - aber wir Linken, Linksliberalen, Marxisten müssen die Ganoven und Verbrecher beim Namen nennen: es sind diese Obamas, Bushs, Merkels, Ackermanns, Prodis und Clintons mit Ihren Hintermännern und Hinterfrauen, die für grüne Dollarscheine und Macht alle Menschlichkeit vergessen, ob in Jugoslawien, Afghanistan, Irak, Libyen, Iran, Syrien oder der Ukraine . Soviel Zeit zum Benennen der Täter muss sein, sonst werden wir des "Antiamerikanismus? beschimpft und genau das stimmt leider, wenn wir nicht genau sind. Übrigens ?Putin? ist ein exzellenter Vertreter seiner russischen, besitzenden Kapitalisten, aber er ist nicht Vertreter meiner Ideale! Und Lieber Ulli Gellermann, hier gebe ich Ihnen Recht, der Kapitalismus des Putins ist Scheiß aber immer noch besser als die sich imperial gerierende Rautenkanzlerin des Krieges. Ich war im Jahr 2016 in Russland - die einfachen Russen lieben ihren Putin und er gibt Ihnen den geraubten Stolz zurück und das ist gut so - auch für die Syrier.


Am 22. Oktober 2016 schrieb Manfred Ebel:

Liebe Reyes,
die Formel/Definition für Teflon lautet:
"Sind a, b und c die Seitenlängen eines rechtwinkligen Dreiecks, wobei a und b die Längen der Katheten und c die Länge der Hypotenuse ist, so gilt a^{2}+b^{2}=c^{2}."

Antwort von U. Gellermann:

DIESE DEBATTE FÜHRT VOM TEHMA WEG UND IST DESHALB BEENDET.


Am 22. Oktober 2016 schrieb Heinz Schneider:

Die krampfhafte Suche des zerfallenden Europa nach äußeren Feinden ist kein Zeichen der Stärke, sondern reflektiert die nackte Angst ratloser Eliten vor dem Ende der Vorherrschaft des Westens.
Die irrationale Russophobie ist nur eine Etappe, schon regt sich eine zunächst wirtschaftlich motivierte, mit militärischen Optionen liebäugelnde Panik vor dem weiteren ökonomischen Aufstieg Chinas.
Für den indischen Historiker Pankaj Mishra zieht sich der Westen, besonders Deutschland, in eine provinzielle Neurose zurück, während in den asiatischen Ländern Zuversicht und Optimismus herrschen.

Auch die Debatte in diesem Forum ist von eurozentristischer Sicht geprägt, die Bereitschaft, die aktuellen Konflikte aus Sicht der jeweils anderen zu erfassen, fehlt meist. Darin gleicht sie den krampfhaften Bemühungen westlicher Freihandelsfundamentalisten, denen, obskuren Drückerkolonnen gleich, jeder noch so schäbige Trick recht ist, um noch in letzter Minute ihrem skeptischen Publikum sinnlose Abos aufzunötigen, dabei nichts als den eigenen Vorteil im Blick.
Die vielfältigen Möglichkeiten einer neu entstehenden Welt in den Blick zu nehmen, täte statt dessen gut. Der unvoreingenomme Blick nach vorn trüge auch zu einem freundlicheren Umgang untereinander bei, da Lernende sich weniger über alte Gewissheiten streiten müssten.


Am 22. Oktober 2016 schrieb Alfred Matejka:

Die Clowns,die durch die GALERIE schwirren, sind ja noch harmlos. Da halt ich mich an MOMO. Gestohlene Zeit,wenn ich mich da näher mit befassen würde. Die Clowns in den Medien,in der Politik,in den Betrieben,in der gesamten Gesellschaft sind die Gefährlichen. Wenn ich die Artikel in ANALITIK richtig verstanden habe, sollten wir uns damit befassen, was im Versammlungssaal des Königs besprochen wird. Den ganzen geistigen Dünnschiss der dann an die Zombies und durch die Zombies unter das Volk gebracht wird ist Müll. Wir sollten da aufklären,wo wir die Möglichkeit dazu haben.
Jede Frau und jeder Mann mit dem aufrechten Gang. Lieber Uli,du leistest einen hervorragenden Beitrag dazu. Leider haben wir nicht die Macht, dass du der Chef der Tagesschau bist, selbst noch nicht für einen Tag. Also machen wir weiter, das geistige Rüstzeug haben wir, es fehlen uns leider noch die "Massen".


Am 22. Oktober 2016 schrieb Reyes Carrillo:

Lieber Manfred,

„Ideologiesprech“: Einmal mehr beweist du es! Der Begriff Ideologiesprech sagt ja noch nicht zwingend etwas über die Qualität seiner Inhalte aus, über ein Richtig oder Falsch seiner Argumentation. Das ist auch der Grund, warum ich dir hier in der Galerie wiederholt kommuniziert habe, dass ich oft deine Inhalte teile, aber an deinem fürchterlichen Ideologiesprech ebenso oft verzweifle. Vor allem aber verzweifle ich an deinem Perma-Kotau vor dem historischen/dialektischen Materialismus, den du als Religion feierst. Das ist aus sich selbst heraus (!) von einer chauvinistischen Überheblichkeit, die groteske Züge hat. Die berüchtigte Überheblichkeit eben, die jede in sich geschlossene, teflonbeschichtete Weltanschauung miteinander verbindet. Aber ganz generelll: Wer braucht solch Lehrerattitüde?


Am 21. Oktober 2016 schrieb Klaus Bloemker:

@Uli - Sie haben recht.

Es sollte jetzt keine Debatte über die Marxsche Mehrwertlehre oder den historischen Materialismus geben (von dem ich natürlich nichts verstehe) - sondern über Krieg und Frieden.

Russland ist seit dem Zerfall der SU in einer demoralisierten Situation - ähnlich Deutschland nach dem verlorenen 1.Weltkrieg. Da kommt nun jemand, der richtet ihre Moral wieder auf - Putin. Das ist nicht ungefährlich..

Antwort von U. Gellermann:

Es gibt viele Unterschiede zwischen den 20er Jahren in Deutschland und dem aktuellen Russland. Wesentlich sind zwei: Die Russen haben eine traumatische Kriegserfahrung im Kampf gegen den Faschismus hinter sich und es gibt keine vom Kapital unterstützte faschistische Massenbewegung.


Am 21. Oktober 2016 schrieb Uli Gellermann:

DIE CLOWNS SIND GEFÄHRLICH

Wie lebt es sich am Rande der infernalen Manege? Denn natürlich werden uns die täglichen Kriege in den Nachrichten als Schauspiele dargeboten: Statt Sägemehl wird Blut aufgewirbelt und sieht man die lächerlichen Bilder der Frau Merkel in diesen Tagen, wie sie als Dompteuse inszeniert wird, die dem Russen „sitz“ zuruft, dann sollte das eigene Blut gefrieren. Denn auch die, die sich auf der anderen Seite der Mattscheibe sicher fühlen, sind jederzeit vom atomaren Fallout erreichbar.

Schlimmer noch als die katatonen Zuschauer sind die Clowns, die dummen Auguste, die auch durch die GALERIE toben. Fragt der Hans Wurst Volker Grassmann, was der Autor des Putin-Artikels denn dafür bezahlt bekommen hat. Fragt nicht, wie es denn weiter geht in einem Krieg, der uns jederzeit erreichen kann. Flash Flash, ein scheinmarxistischer Bauchredner, drischt mit seinen Phrasen auf die Wirklichkeit ein, als sei der Totentanz ein Karneval. Und Bloemker hält sich für einen Kabarettisten, sortiert die Meinung nach marxistisch und ummarxistisch, als verstünde er was davon, Krieg? Ist ihm doch egal.

Die Clowns sind gefährlich. Sie lenken ab.


Am 21. Oktober 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

@ Lieber Manfred, nachvollziehbar, gut erklärt und demzufolge kann ich es einordnen. Danke.
Was bei dem, was du richtig ausführst fehlt, sind aus meiner Sicht, das Volk, die Völker, die Menschen. Und um sie geht es, denke ich.
Wird sich das russische Volk mit seiner Geschichte, Oktoberrevolution, der Krieg, den das faschistische Deutschland angezettelt mit menschlichen Verlusten, die noch in Generationen Bedeutung haben werden um nur zwei Beispiele zu nennen, sich so verhalten, wie es den Gesetzmäßigkeiten des Kapitals entspricht ? Wo finde ich in diesen Überlegungen, sich der eigenen Kraft bewusst werdend, zum möglichen Handeln. Sind die Völker nur noch in Sachzwängen und ökonomischen Zwangsjacken ? Oder sind die Fähigkeiten aufzustehen verloren gegangen ? Die Völker sind nicht mit den Regierungen gleichzusetzen, zumindesten noch nicht.
Erkenne ich den Widerspruch nicht ?
@ Lieber Detlev M. Daniel,
möglicherweise ist die Bedeutung von Differenzierung unterschiedlich in der Begrifflichkeit und Anwendung zu sehen. Und daraus ableitend sind unterschiedliche Schlussfolgerungen und auch Bewertungen möglich und schlüssig..


Am 21. Oktober 2016 schrieb Klaus Bloemker:

@Manfred Ebel
Als hard-core Marxist bringen Sie die Sache auf den Punkt:

"Die objektiv dem Kapitalismus innewohnenden immanenten Zwänge holen jeden (!) ein, der den Kapitalismus nicht abschafft."

Putin hin oder her. - Das sei dem Uli Gellermann ins Stammbuch geschrieben. (Ob er das vorher nicht wusste?)

- Übrigens, immanente Zwänge sind innewohnend.


Am 21. Oktober 2016 schrieb Manfred Ebel:


Ideologiesprech? - Der Kohle war's als erster: "Alle Parteien, allen voran die reichen Amerikaner, und leider auch Putins Russen, handeln mit dem Ziel, handfeste Interessen durchzusetzen." Wenn also wir die Doktrin von Mehrwert, Kapital, dem Primat der Ökonomie vor der Politik, den Unterschied von bedarfsorientierter und profitorientierter Produktion mit den Instrumenten 'historischer Materialismus' und 'materialistischer Dialektik' als richtig 'begriffen' (sic) haben, kommen wir notwendig zu Kohle. Etwas präziser sind es kapitalistische Notwendigkeiten, nach Einfluss zu streben - dem auf verfügbare billige Rohstoffe, dem auf Handelswege, dem auf Märkte - um die ganze besch*ene Überproduktion zu ermöglichen und dann wieder loszuwerden. Dabei ist unerheblich, ob sozialistische oder kapitalistische Staaten diese kapitalistischen Einflussnotwendigkeiten hemmen.
Primär ist der Ökonomie des Kapitalismus deren Existenz. Zu deren Sicherung bildet sich, bildet die Ökonomie einen Machtapparat, genannt 'politischer Überbau'.
Diese Tatsache, (völlig unerheblich, ob ich deren Erkenntnis hatte oder überhaupt jemand), lässt sich auch nicht aus der Welt schaffen, wenn einige sich das Primat der Politik vor der Ökonomie herbeiwünschen und sie predigen oder auch zeitweilig durchzusetzen in der Lage sind. Entscheidend ist, ob die Wirtschaft kapitalistisch oder sozialistisch ist.
Die objektiv dem Kapitalismus innewohnenden immanenten Zwänge holen jeden (!) ein, der den Kapitalismus nicht abschafft.
Um es nochmal klar zu sagen. Dass russische Kapitalisten zur Zeit "ihre" Einflussbereiche, "ihre" Ressourcen gegen feindliche Übernahmen sichern, sichert uns Deutschen zur Zeit den Frieden. Dass Putin und die meisten russischen Kapitalisten darin derzeit einig sind, ist ein günstiger Umstand.


Am 21. Oktober 2016 schrieb Detlev Matthias Daniel:

Liebe Frau Spurgat,

differenziert sind zunächst einmal unsere Erlebnisse und Beobachtungen. Wenn wir sie verarbeiten, geschieht Abstraktion: wir fassen sie zusammen und rekombinieren sie. Wie weit darf Abstraktion gehen und wie weit sollten wir differenziert bleiben? Ich würde sagen, Abstraktion darf soweit gehen, wie sie nützliche Ergebnisse erzeugt, z.B. Übersicht, Orientierung verschafft. Da zu sagen, sie sei unnütz, weil ihr die Differenzierung fehle, ist redundant und paradox, weil ja der Aussage selbst die Differenzierung fehlt.

Im Kontakt und der Arbeit mit Flüchtlingen z.B. stehen wir oft vor dem Problem undifferenzierter Ressentiments - nicht nur seitens der Einheimischen. Hier sind vor allem zwei Ansätze hifreich: Zum einen das differenzierte Hinschauen im direkten Umgang und zum anderen das generelle Verständnis der Wirkung von Feindbildern. Jenes ist differenziert, dieses abstrakt verallgemeinernd. Beides hilft - am besten gemeinsam.


Am 21. Oktober 2016 schrieb Pat Hall:

Qualitätsjournalismus...hat ihn jemals gegeben ?
Seit Russland von Assad gebeten wurde den Syrern zu helfen die ausländischen Banditen außer landes zu vertreiben wird nun Russland beschuldigt Krankenhäuser und Hilfskonvoi´s zu bombardieren,doch es wird vom OR verschwiegen dass die Blutspur eigentlich von den USA gelegt wurde,bis hin zum Jahre 2001-03 mit der Lüge die uns allen bekannt ist .
Und Ja,so ist es wie @Lutz Jahoda es beschreibt.
Auch bei mir stieg am Donnerstag den 20.sten um 10 Uhr der Adrenalinspiegel am Lenkrad meines LKW´s in extrem gefährliche Grenzen wegen diesen falschen Meldungen !
Es gibt eigenTLich nur noch 3 Politiker denen man noch Zuhören mag :
Putin der auch noch mit Hilfskonvoi´s in der Ukraine seine Mitbürger beschützen will, Präsident Duherte von den Philippinen der den Kampf gegen Korruption begonnen hat und die USA die Stirn bietet,und Sevim Dagdelen die als Einzige in der gestrigen Bundestagssitzung der Bundesregierung die Frage stellt,warum die Türkei an die ca. 200 Kurden tötete obwohl sie in Syrien gegen den IS kämpft ?
Es ist offensichlich wie wir Meinungsmanipuliert werden und möchte auf die Nachdenkseiten mit einem Vidiobeitrag mit Alfred Müller hinweisen.
Lesenswert und Wichtig für mich,ist & bleiben Uli G.´s hervorragende Artikel und seine Informationen.
Und vielen Dank auch an jene Foristen die sich für Wahrheit und Gerechtigkeit einsetzen.


Am 21. Oktober 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

@Detlev M. Daniel:
Alles in einem Pott schmeißen, umrühren und servieren kann nix tragfähiges sein, weil die Differenzierung fehlt.
Das erzählen sie den irakischen, afghanischen, um nur einige zu nennen, Völkern.Es gibt nur eine Logik, der die USA folgen: Die gesamte Welt beherrschen zu wollen, und dazu ist ihnen jedes Mittel recht.


Am 21. Oktober 2016 schrieb Heinz Schneider:

Jeder Krieg legt gnadenlos offen, dass der Qualitätsjournalismus jedenfalls dort eine Fiktion ist, wo er gemeinhin vermutet wird.
Weil sich diese Erkenntnis ausbreitet, wächst die Zahl derer, die den Mut aufbringen, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen. "Wenn die Nacht am tiefsten, ist.der Tag am nächsten" sangen die Scherben einst.

Also hoffen wir.


Am 21. Oktober 2016 schrieb M. Spihra:

"Wenn ich mich vor Putin stelle, heißt das noch lange nicht, dass ich hinter ihm stehe." Auf diese Formel brachte es neulich ein Bekannter. Damit kann ich gut leben. Die offenbar gezielte Verdummung ist sehr ärgerlich, sie ist aber auch lächerlich. Es freut mich, dass viele dem nicht auf den Leim gehen. Ansonsten steht es uns frei, uns an Robert Havemann zu erinnern. Er war aus kommunistischer Überzeugung Antifaschist und später wiederum imstande, den 'realsozialistischen' Mief zu kritisieren. Es geht um Erkenntnis, weniger Bekenntnis. Um Kritik und möglichst geistige Unabhängigkeit. In jeder Gesellschaft. (Das wird von der Robert-Havemann-Gesellschaft freilich übersehen gemacht.)


Am 21. Oktober 2016 schrieb Michael Schmidt:

Ich kenne weder Herrn Putin noch sonst einen russischen Bürger! Aber so wie die deutschen Medien derzeit wieder gegen diesen Mann und dieses Volk hetzen wie es zur Zeit der Fall ist, das ist nur noch widerlich.
Man bedenke wie das sogenannte 3. Reich dort die Menschen zu Millionen abgeschlachtet hat...von den PSA Gesetzen unter Jezin ganz zu schweigen.(wer mag kann mal suchen)
Geschichtsbewußtsein ist ein Fremdwort, denn nicht mal das Wort Anstand scheint bekannt....irgendwie ist das alles extrem krank und ekelhaft.


Am 21. Oktober 2016 schrieb Siera:

Eigentlich ist schon alles zu deinem erstklassigen , wie immer witzigen, resp. sarkastischen Artikel in den Kommentaren gesagt! Muß hier Dr.Becker zitieren : „Ein Meisterstück! (…) Die Analyse des Feindbildes Russland und damit Putin ist glänzend!“ - Empfehlen möchte ich einigen Kommentatoren den Vortrag von Prof.Rainer Mausfeld u.a. zur Feindbildkonstruktion„Warum schweigen die Lämmer?“ https://www.youtube.com/watch?v=Rx5SZrOsb6M und ergänzen möchte ich , dass es manchen Mitmenschen völlig egal ist , ob Putin in den 60er Jahren Kreml- Chef war oder nicht – manche meinen sogar , das könnte sein ( die Mainstream-Medien – und das Gedächtnis einiger - leisten gute Arbeit ); das Entscheidende ist : er ist ein böser , gefährlicher Russe - wie fast alle Russen.-
Ein Glück , dass es die Rationalgalerie gibt!!! Danke, teurer Uli!


Am 21. Oktober 2016 schrieb Flash Flash:

Natürlich hat die Dämonisierung Putins am allerwenigsten mit diesem zu tun.
Sondern vielmehr mit der russischen Macht vor allem aufgrund der Atomwaffen, die Putin wieder restaurieren möchte.
(Und die vor allem dem "Westen" noch immer viel zu groß ist bzw. dessen weltweiten Interessen im Wege steht.)

Dennoch ist Putin ein reaktionärer Heini (der übrigens Lenin und die Seinen für "Verräter" hält, da diese damals den 1.Weltkrieg für Russland beendet haben), der auf dem besten Wege ist, Russland endgültig zu ruinieren.

Zudem glauben Sie doch selbst nicht, daß Russland wegen der SyrerInnen bzw. aus "humantären Gründen" in Syrien militärisch interveniert hat.
(Diese sind Putin genauso egal wie Obama und all den anderen.)

Vielmehr erleben wir in Syrien einen Konkurrenzkampf von kapitalistischen Mächten.
Und daran gibt es wirklich nichts zu "schätzen".


Am 21. Oktober 2016 schrieb Detlev Matthias Daniel:

"Falls mit der herrschenden Weltmacht, die uns allen Stabilität gibt die USA gemeint sein sollten, dann kann ich nur eine stabile Blutspur erkennen."

Genau das ist es. Die Blutspur ist die Ackerfurche, in der die Saat von Herrschaft und Ausbeutung aufgeht. Das Eine gibt es nicht ohne das Andere. Wie hat wohl Rußland sein riesiges Reich erworben, wie die Spanier, die Römer usw.? Zeiten relativen Friedens sind immer nur Phasen absoluter Übermacht, die naturgemäß vor allem im Innern des Imperiums herrscht, nicht an seinen Grenzen. Die blutigsten Zeiten aber sind immer die, wo mehrere Parteien glauben, auf dem Weg die Herrschaft erringen zu können. Die "friedlichsten" Zeiten sind dann die gesicherter Machtverhältnisse. Nach der Logik versteht sich der Weltherrscher als Friedensbringer.

Natürlich kämpfen die USA nicht für den Weltfrieden, aber eindeutige Machtverhältnisse versprechen nunmal in diesem System ein begrenztes Maß an Stabilität. Wir brauchen ein Verständnis dafür, daß auch das Vorgehen der USA einer systemimmanenten Logik folgt, den Sachzwängen des Machterhalts - genauso wie die Haltung Rußlands, Chinas etc. Dieses Verständnis erst erschließt die Paradoxie, die


Am 21. Oktober 2016 schrieb altes Fachbuch:

der hausherr der RATIONALgalerie in einer BEZIEHUNGS"kiste" und sein ERKENNTNISweg, mit putin auszukommen!! ein cooles thema, dass auch oder nur sachlicher betrachtung bedarf;)

muss man sich diesen positionierungszwang eigentlich antun? wie wichtig ist für die beurteilung der russ. außenpolitik die sympathie oder antiphatie wegen fotos vom halbnackten staatslenker der RF?? ich denke, dass ist der russen ihre sache und wird in deren verständnis auf die eine oder andere art für etwas gut sein, was sich uns nicht erklärt und auch nichts angeht!! und dabei weiß ich, dass es schlimmere bräuche international gibt, und dennoch kann man miteinander funktionieren, worauf es doch wohl ankommt. von merkels halsketten munkelt man auch, dass diese distanzbuchsen für die eintauchtiefe in diverse hintereingänge wären?? die raute vor ihrem unterleib habe ich schon oft als graffiti in bushaltestellen gesehen - deshalb darf sie doch kanzlerin bleiben.
schön wäre es, sie könnte sich auch so frei unter ihr staatsvolk mischen, wie der halbwilde iwan;)
die gnade der frühen geburt hat dem galeristen sicher nicht nur die augen für die "öffentlich erklärte Bösewichter" geöffnet, sondern auch die erkenntnis, dass die welt bunt ist!
haben wir hier pädagogen oder psychologen, die erklären können, das gender mainstreaming schon diskriminierend ist, und virtual diversity der ansatz für unser handeln sein soll??
lieber uli, es prügeln sich leute beim sex, finden das ok und geben morgen unterricht in ethik:)
und was soll die putinisierung?? denkt niemand, dass dahinter ein kluges team steckt, oder warten einige auf nacktbilder von sacharova. die fokussierung auf DEN bösewicht ist doch irrational, aber in diesem emo-fixiertem land gut zu verkaufen:(

"So simpel bin ich nicht gestrickt!" richtig so, der feind meines feindes muss nicht mein freund sein;)
MEINEN feind sollte ich mir auch schon selber vom halse schaffen, dann hat dessen feind schon ein problem weniger und bock auf zusammenarbeit mit mir!?
und solange das nicht so ist, wird das wohl auch eine zwangs-beziehung bleiben!
fragt überhaupt jemanden den "umworbenen", ob er soviel nähe will?? die wortwahl "partner" macht doch alles klar verständlich: freunde werden und uns vielleicht mögen, können wir auch später noch!!

und mitnichten habe ich jetzt den galeristen gescholten. eher meinen respekt für seine veröffentlichung seiner position gezeigt!
mit putin bin ich erst im november 2017 durch, bis dahin gibt es noch einige jubliläen und erkenntnisse;)

@liebe frau spurgat
respekt zu ihrer geduld mit dem "kollegen" bloemker;)


Am 21. Oktober 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

@ Lutz J.
Ein Beitrag, der Klasse hat.
Danke.
Auch einige der anderen Kommentare müssen erwähnt werden.


Am 21. Oktober 2016 schrieb Reyes Carrillo:

Lieber Lutz Jahoda,

danke für Ihre "wunderbare" Empörung (Sie wissen, wie ich's meine)! Aus der klugen, von Ideologiesprech befreiten Feder eines quasi Jahrhundert-Zeitzeugen lesen sich die Dinge doch nochmal „anders“.
Und bitte: Lassen Sie in diesen Zeiten die Nachrichtenkanäle des Autoradios unbedingt ausgeschaltet – Sie werden noch gebraucht!


Am 20. Oktober 2016 schrieb Lutz Jahoda:

Deutschlandfunk-Nachrichten von heute 10 Uhr, Donnerstag, dem 20. Oktober 2016: Kriegsverbrechen, Kriegsverbrechen, Kriegsverbrechen. Da bedarf es inzwischen nicht mehr der Nachfrage: Von wem verübt? Die vielköpfige Medien-Hydra spuckt es uns täglich ins Gesicht. Mir zum Beispiel am Steuer während der Fahrt nach Berlin aus dem Autoradio.
Amnesie ausgeschlossen, frühzeitige Demenz ebenfalls. Es ist die pure Boshaftigkeit, die hier die Verblödungstrommel rührt und uns damit die Millionen Menschenleben vergessen machen will, die weltweit Opfer der krankhaften Kommunisten- und Sozialistenhass-Offensive der US-Administration wurden.
Korea, Vietnam, Kambodscha, Laos. Orange-Agent, dieses Glyphosat-Gift in höchster Konzentration, das heute noch in Nordvietnam an Kindern mit körperlichen und geistigen Schäden die Verbrechen amerikanischer Kriegsführung wachhält.
Hier einige Anmerkungen aus der Rede Baschar Dschaafaris, des Syrischen Botschafters bei den Vereinten Nationen, die er am 10. September 2016 bei der Konferenz des Schiller-Instituts in New York hielt: "Wenn Sie ein wenig graben, werden Sie auf Skandale stoßen, die hier bei den Vereinten Nationen stattfinden. Das ist kein Ort, um Frieden und Sicherheit aufrecht zu erhalten, es ist ein Ort, um Frieden und Sicherheit zu zertrümmern, um Gesellschaften zu destabilisieren. Es ist leicht, sehr leicht, bei den Vereinten Nationen ein Land zu vernichten."
Allen Zweiflern hier die Worte des US-Senators Richard Black, eines erzkonservativen Republikaners vom 28. April 2016: "Der Krieg gegen Syrien ist ein ungesetzlicher Krieg. Es ist Aggression."
Black sprach von seiner Furcht im Jahr 2012, als bekannt wurde, dass die US-Geheimdienste ein Ausbildungsprogramm für Hunderte von Milizen in Jordanien durchführten, um sie im Kampf gegen Damaskus über die Grenze zu schicken.
Es ist mir ein Rätsel - das sage ich jetzt wieder -, wie ein christlich regiertes Land wie Deutschland, gegen ein Land vorgehen kann, in dem unterschiedliche Religionsgemeinschaften unangetastet leben konnten und können, wo der Schrein Johannes des Täufers in der Umayyaden-Moschee in Damaskus den Frieden zwischen den Religionen verkörpert, der vor dem Krieg in Syrien herrschte. Und was es im Nahen Osten auch nur in Syrien gibt: Der politische Berater des Mufti von Syrien ist ein Christ.
Was der Botschafter Syriens in New York auch noch sagte: "Wir sind stolz auf unseren Säkularismus. Wir sind stolz, was wir sind, seien wir Muslime oder Christen, aber wir sind nicht bereit, so verrückt zu werden wie die Saudis. Und wir teilen in keiner Weise ihr Religionsverständnis. Übrigens haben IS und all die fanatischen Gruppen, die in Syrien und im Irak agieren, die Knaben, Frauen und Mädchen die Köpfe abschneiden, die Methode der Enthauptung mit dem Schwert von den Wahhabiten geerbt. Heute noch, meine Damen und Herren, werden in Saudi Arabien nach dem Freitagsgebet Menschen auf öffentlichen Plätzen enthauptet. Heute noch. Das ist nichts Neues. IS sind keine Neulinge. IS existiert seit Jahrhunderten, verkörpert durch die Saudis. Und deshalb schützt man sie und verteidigt sie und schickt ihnen Geld und Waffen? Es geht um geopolitische Dimensionen, Rivalitäten, Konkurrenz, Vorherrschaft."
Aber Regierungssprecher Seibert bleibt weisungsgemäß dabei, vom Assad-Regime zu sprechen.
Putin wird in die Geschichte eingehen. Er ist besonnen, hat Charakter und einen gesunden Humor.


Am 20. Oktober 2016 schrieb Helene+Ansgar Klein:

Wieder 'mal köstlich gelacht!


Am 20. Oktober 2016 schrieb Klaus Bloemker:

Liebe Ulrike Spurgat.

Wer Marxist ist, das kann man kurz sagen: Es ist jemand, der die Marxsche Mehrwertlehre und den historischen Materialimus glaubt/für richtig hält.
________
Aber noch mal zu dem Zitat von Otto von Bismarck:

"Vielleicht sollte man den Sozialismus mal ausprobieren. Wenn wir nur ein Volk finden könnten, um das es uns nicht leid zu tun braucht."

Dieser Spruch ist nicht zynisch gemeint. Er bedeutet: Eigentlich können wir den Sozialismus gar nicht praktisch ausprobieren, da wir kein Land/Volk finden können, dem wir es zumuten können, ein paar Jahrzehnte volkseigene Betriebe und die Diktatur des Proletariats auszuprobieren. (Also als sozialistische Versuchskaninchen zu dienen :-).

So ist das gemeint. Wer auch immer diesen Spruch erfunden hat und ihn Bismarck zugeschrieben hat - der Spruch ist gut.


Am 20. Oktober 2016 schrieb Ernst Blutig:

Reden wir doch mal Tacheles. Es geht weder den US-Amerikanern noch den Deutschen um die politischen und moralischen Verhältnisse Russlands.
Es geht einzig und allein um dessen Ressourcen und Marktpotential.
Lebensraum Ost fürs Kapital. Und fürs spezielle Deutschsein.

Die USA hat die politischen Systeme eines Landes noch nie interessiert. Sie hatten weder Probleme Geschäfte mit Faschisten, noch mit Sozialisten noch mit allen anderen Zwischenformen protokapitalistischer Ausbeutung zu tätigen.

Mit den Russen der Revolutionstage hat man Geschäfte gemacht (und sogar Truppen entsendet zur Unterstützung), mit den Taliban, mit Gaddafi, mit Hussein, mit Pinochet, mit Pol Pot, mit Hitler, mit mit mit mit mit..... Die Japaner hatte man seinerzeit der Einfachheit halber vor die Wahl gestellt: entweder Geschäfte mit uns oder Land, Kaiser und Kultur wird plattgemacht! (man hatte damals noch ehrlicherweise nichts von Demokratie und Freiheit gefaselt, wenn man EROBERUNG UND AUSBEUITUNG) meinte..... usw...

Das kann man geistig einfach gestrickten Leuten natürlich nicht als Weltbild verkaufen. Gelingt nicht in den USA und erst Recht nicht bei Deutschen, denn die brauchen IHRE Moral, die sie anderen eintrichtern können wollen, und mit der Moral auch einen Feind,. Und da kommt der Russe ins Spiel. Der Russe, das uralte slawische Feind- und Angstbild (neben den Juden, Negern und seit neuestem auch wieder den Moslems).

Und Land, Leute und Ressourcen hat er auch noch.
Und der Deutsche?
Er hat nichts. Oder zu wenig.
Irgendwo dazwischen befindet und definiert sich deutsche Aussenpolitik (seit Bismarck, Wilhelm Zwo und Hitler).

Ausser ein paar Dichter und Denker, die keiner mehr liest oder kapiert, aber dafür umso heftiger damit rumgeprahlt wird (je heftiger desto mehr der Inhalt National und Rasse ist), ein paar Richter und Henker, ein paar Bauern mit Land und hie und da Intellektuelle (in Kunst, Wissenschaft und Technik), die für ein wenig humanistische und technische Fortschritte sorgen..

Der Rest ist Landadel, Geldadel und Politadel, der nach mehr strebt und eine von Unterwürfigkeit geprägte grosse Arbeiter- und Funktionsmasse mit Hang zum Völkischen und Rassistischen.
Dieses Nichts will aufgefüllt sein.
Und auch, wenn man nichts weiss, nicht hats und nichts kann: einen FEIND kann man sich immer noch machen.
Und wer da nicht mitmachen will, oder Fragen stellt oder Bedenken trägt, na der is eben auch gleich ein Feind!


Am 20. Oktober 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

@K. Bloemker:
Sie glauben doch nicht im Ernst, dass das russische Volk mit der Geschichte sich genauso hirnlos und oberflächlich verhalten wird, wie es in vielen kapitalistischen Ländern der Fall ist ?
Erklären sie bitte differenziert wer sich ihrer Meinung nach Marxist nennen kann ?
Ich habe auch ein Zitat:
"Was tun sprach Zeus, die Götter sind voll Alkohol."


Am 20. Oktober 2016 schrieb Andreas Schell:

Der Putin ist in der Defensive. Seine Maßnahmen, den Donbass, ein sehr rohstoffreiches Gebiet und Syrien als Verbündeten mit Einfluss auf äußerst wichtigen Rohstoff-Transit zu erhalten sind, wie man feststellen kann, in erster Linie militärisch. Sie sind eine eher primitive Antwort auf westliche Aggression: amerikanischer Rohstoffimperialismus und perfide EU-Freihandelspolitik manifestieren sich längst als grobe Eingriffe in die nationale Selbstbestimmung und territoriale Integrität ganzer Staaten. Nationale Selbstbestimmung und territoriale Integrität sind Völkerrecht. Dieses Völkerrecht hat die Krim-Bevölkerung von innen ausgeübt, mit bekanntem Ergebnis. Von außen und durch die Amerikaner scheint das immer legitim zu sein, was die Belgier dürfen und die Krim-Russen nicht dürfen. Ein ganz alltäglicher Fall von Heuchelei und Doppelmoral - christlicher Grundwerte eben.

Alle Parteien, allen voran die reichen Amerikaner, und leider auch Putins Russen, handeln mit dem Ziel, handfeste Interessen durchzusetzen. Wohl bemerkt: bei weitem nicht um die Interessen aller geht es, sondern die Interessen des jeweiligen Clubs, dem es auch ohne diese Streitigkeiten nicht wirklich schlecht ginge.

Die Menschheit kommt langfristig keinen Millimeter weiter, wenn sie sich nicht zum konsequenten Gewaltverzicht entscheidet und von Ausbeutung Abstand nimmt. Ausbeutung findet nur leider heute mit einer Geschwindigkeit und Brutalität statt, die nur zur baldigen Vernichtung führen kann. Wir werden es wahrscheinlich mehrheitlich nicht schaffen, auch wenn irgendeine leblose Bundeskanzlerinnendrohne den Text auf der Höhe ihres Einflusses ein Paar mal fast fehlerfrei auswendig aufgesagt hat.

Mein Vorschlag: Putin hin, Hillary her - wir können hier und heute keine radioaktiven Kartoffeln gebrauchen - da hilft nur, den aktuell sehr ernsthaften, europäischen Selbstmordversuch zu beenden. Raus aus der NATO und Wiederherstellung des bewährten Friedens mit den Russen. Für unsere Kinder wird das allein aber nicht reichen. Da hilft nur was viel Größeres. Da müssten wir glatt die weit weniger als 1% Kapitalverbrecher aller Staaten opfern, deren Wohlergehen uns heute über alles geht. Ach, das geht nicht? Klar: dann lieber Krieg, gell?


Am 20. Oktober 2016 schrieb Klaus Bloemker:

@ Lena Hansen:
"die allgemeinen Lobgesänge auf Gellermann" - gut!

Das Merkwürdige an der Seite hier ist, dass die Leute ihre frühere marxistisch-sozialistische Affinität zur Sowjetunion nun auf Putin übertragen.

Antwort von U. Gellermann:

Das ist doch schön wenn man einen Gedanken hat und den beharrlich verfolgt.


Am 20. Oktober 2016 schrieb Michael Kohle:

Gellermann auf Kubricks Spuren, Chapeau! Und ein, zwei Dr. Seltsams gehen ihm sogar auf den Leim? Wunderbar! Dabei haben sie und die ganze sonstige transatlantische Elite inkl. Dr. Gniffke eine gehörige Watschn versetzt bekommen. Vermute allerdings, dass die Herrschaften das gar nicht mitbekommen haben, dazu müsste man ihr Hirn erst einmal auf Erbsengröße aufblasen.

Kubricks "Dr. Seltsam, oder wie ich lernte die Bombe zu lieben!", ja, das war noch echte Satire. Ein Film, der doch tatsächlich genauso verstanden wurde, als gelungener Widerpart gegen moralin-saure Hysterie und Paranoia damals. Heutzutage, in dem selbst einst ausgebuffte Satiriker auf transatlantische Schmalspur runter gedimmt wurden, außer den üblichen "Zoten" - vornehmlich über Putin - nichts mehr zu bieten haben, wenn nicht ersatzweise mit dem Bannstrahl belegt wurden, ist Satire nicht mehr en vogue.

Gellermann schätzt Putin? Da ist er nicht allein, auch nicht mit seinen Gedanken dazu. Gehe mal davon aus, dass wir in der zentral geführten Datenbank deswegen nicht erst jetzt Eingang gefunden haben. Unsere Alarm-Reiter haben wir sowieso längst verbraten bekommen. Stehen womöglich unter exzessiver Beobachtung.

Tragen wir es mit Fassung! Und denken unseren Teil! Gehen wir auch mal davon aus, dass auch Wladimir Wladimirowitsch weiß, wo Büchel liegt. Wir sollten Verständnis zeigen, wenn er dann doch des Gleichmuts mal verlustig geht, bei den ganzen Triezereien, denen er permanent ausgesetzt ist. Ich für meinen Teil hätte schon längst von mir gegeben: Wenn ihr es denn so haben wollt!


Am 20. Oktober 2016 schrieb Peter Andreas Schönel:

Putin kann für einen linken Marxisten niemals ein Freund sein? Da haben wir ja Glück gehabt, dass Marx nicht so einen reichen Unternehmer, vielleicht sogar einen Manchester-Kapitalisten mit dicker Brieftasche zu Freund hatte! Ups! Merke: Prinzipien sind was edles. Man soll sie hegen und pflegen, aber nicht satteln und reiten!


Am 20. Oktober 2016 schrieb Detlev Matthias Daniel:

Ich kann die Gedanken, die Uli hier entwickelt hat, gut verstehen, auch die der anderen Kommentatoren. Dennoch sträube ich mich gegen die gezogenen Schlüsse. Vielleicht geht es auch einfach um Nuancen, um den kleinen Unterschied zwischen (Hoch)Achtung und Wertschätzung. Wenn ich schon Partei ergreife, dann für die Schwächsten, nicht für die Zweit- oder Drittstärksten (was Uli in der Regel auch tut). Es ist gut und notwendig, Rußland und seine politischen Führer zu verstehen. Genauso wichtig wäre es, die USA und ihre Führung zu verstehen.

Es braucht konkurrierende Mächte, um die herrschende Weltmacht zu zügeln. Es braucht aber auch die herrschende Weltmacht, um uns alle vor einem ausufernden Machtkampf konkurrierender Mächte in einem ungeklärten Kräftegleichgewicht zu bewahren. Das alles brauchen wir hier und heute als stabilisierende Faktoren einer auf Herrschaft und Macht basierenden menschlichen Zivilisation. Aber diese "Stabilität", dieses Gleichgewicht bleibt grundsätzlich labil, es verschiebt seine Machtkämpfe, seine Anpassungsprozesse in die Peripherie. Kriege abseits der Machtschwerpunkte gehören zu den alltäglichen Begleitumständen des systems und ein Kollaps des Gleichgewichtes kann nie ausgeschlossen werden. Wenn jetzt diese Zone der Peripherie immer tiefer einreißt, die Gewalt zu den Zentren vordringt, so ist das ein Zeichen fortgeschrittener Destabilisierung, des nahenden Umbruchs.

Jetzt diesen Umbruch zu forcieren, macht die Welt aber leider nicht friedlicher. Vielmehr sollten wir darauf hinwirken, daß beim nächsten anstehenden Umbruch die Weltherrschaft nicht weitervererbt werden muß. Wirklichen Frieden, Gerechtigkeit und Menschlichkeit kann es erst unter anderen Vorzeichen, jenseits von Imperialismus, von Herrschaft, Macht, Gewalt und Ausbeutung geben.

Antwort von U. Gellermann:

Falls mit der herrschenden Weltmacht, die uns allen Stabilität gibt die USA gemeint sein sollten, dann kann ich nur eine stabile Blutspur erkennen. Von ihrem lateinamerikanischen Hinterhof über das Napalm-Vietnam bis hin zu diversen zermatschten arabischen Staaten. Was ich daran „verstehen“ soll bleibt mir rätselhaft.


Am 20. Oktober 2016 schrieb Lena Hansen:

Es ist mir fast peinlich die allgemeinen Lobgesänge auf Gellermann zu verstärken, aber dieser Satz von ihm: "die Erdogan-Türkei würde sich „ihren“ Teil Syriens aneignen und Kurden umbringen" wohl gestern geschrieben, ist leider schon heute wahr. "Türkische Luftwaffe tötet in Syrien mindestens 160 kurdische Kämpfer" ist jetzt überall zu lesen, und nicht zum erste Mal kann man sich auf Gellermanns Voraussagen verlassen.


Am 20. Oktober 2016 schrieb Kostas Kipuros:


Von allen ohnehin brillanten Beiträgen Ulis der letzten Zeit ist dies der beste! Respekt und Dank! Ironie mit dem Skalpell, Fakten wie gemeißelt. Und im diametralen Gegensatz zur ignorant-peinlichen Berichterstattung in der ARD, die sich gestern auch wieder übertroffen hat - selbstredend in einem anderen Sinn als Uli. Frau Miosga etwa verdrehte komplett die Tatsachen und behauptete frech in die Kamera lügend, Putin hätte einseitig die Syrien-Gespräche mit den USA abgebrochen. Ich wähnte, Zeuge eines Versprechers zu sein, aber nein, ein anderer „Vollprofi", Lilischkies, sprang ihr zur Seite, wiederholte die Lüge und brachte es überdies fertig, in seinem Kommentar, in dem es immerhin um die Ukraine-Krise ging, nicht einmal den Namen Poroschenko zu erwähnen, obwohl ein UN-Untersuchungsbericht dieser Tage feststellte, dass das Minsker Abkommen von beiden Seiten verletzt wird.
Man fragt sich unwillkürlich, woher dieser blinde, antirussische Fanatismus herkommt - dies umso mehr, als auch viele Beobachter und Galeristen wie Uli ja ein durchaus distanziertes Verhältnis zur russischen Politik haben und dennoch zu objektiven Urteilen fähig sind. Putin ist Präsident eines im Grunde kapitalistisch-imperialistischen Landes, das mit linker Politik überhaupt nichts zu tun hat. Und, ja, auch dieser Vorwurf stimmt, das auch Menschenrechte massiv verletzt - siehe Tschetschenien-Krieg. Merkwürdig allerdings, dass der erste Krieg von Jelzin, des Westens Pudel, vom Zaune gebrochen wurde, ohne dass Nato und/oder Berlin Sanktionen verhängt oder auch nur gefordert hätten. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt.
Ergo: Es geht im Konflikt zwischen den USA/Westen und Russland mitnichten um ideologische Gegensätze oder Menschenrechte, sondern um Konflikte zwischen geostrategische Konkurrenten. Konkurrenten sind jedoch nicht per se Gut-Böse-Gegensatzpaare, sondern Verfechter jeweils eigener Interessen. Diesen Fakt anzuerkennen, weigert sich der Westen beharrlich, denn es hieße in letzter Konsequenz, Russland das Recht auf eigene Interessen zuzugestehen und damit gleichberechtigt zu behandeln - um den Preis eigener Abstriche. Russlands Interessen aber bestehen objektiv und unabhängig davon, ob sich Merkel, Obama, Miosga oder Lilischkies dieser Tatsache stellen oder weiter in die Tasche lügen, Putin sei lediglich ein Gernegroß.
Dass, was den Westen jetzt in Rage geraten lässt, sind keineswegs Menschenrechtsverletzungen oder irgendwelche humanitären Gründe, sondern der Umstand, dass Russland unter Putins Führung (wieder) in der Lage ist, seine geostrategischen Interessen zu formulieren (was übrigens jeder russische Präsident tun würde) und eben auch Ausdruck zu verleihen. Das mag man gut oder schlecht finden, es ist ein Faktum. Es wäre deshalb im wohlverstandenen westlichen Eigeninteresse dringend geboten, die eigene Politik daran auszurichten, dass Russland ein Globalplayer ist. US-Präsident Obama könnte übrigens mit der Korrektur der bisherigen irrigen und von ihm öffentlich bekundeten Ansicht beginnen, Russland sei nur eine Mittelmacht und hätte deshalb kein Mitspracherecht. Das wäre ein echter Beitrag zum Frieden.


Am 20. Oktober 2016 schrieb Klaus Bloemker:

@Ulrike Spurgat

Welche Lektion hat Putin gelernt? - 'Nie wieder Faschismus'?

Ich glaube, er hat auch eine andere Lektion gelernt. Bismark soll mal folgendes gesagt haben:

'"Vielleicht sollte man den Sozialismus mal ausprobieren. Wenn wir nur ein Volk finden könnten, um das es uns nicht leid zu tun braucht."

Leider war diese Volk zuerst das russische (dann folgten andere). Mir tut es heute noch leid. - Putin hat auch gelerrnt: Nie wieder Sozialismus. (Den Stalinismus nicht zu vergessen.)

Antwort von U. Gellermann:

Geifern macht krank.


Am 20. Oktober 2016 schrieb G. Thamke:

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nur mit allergrößtem zu treibenden Propagandaaufwand, deshalb ..... - es folgt (oTon) Deutschland Radio Kultur "Kakadu""Nachrichen für Kinder" vom 19.10.2016: Der russische Präsident führt derzeit zwei Kriege; einen in der Ukraine und einen in Syrien. Bundeskanzlerin Merkel und der französische Präsident Hollande wollen Putin dazu bewegen, mit beiden Kriegen aufzuhören. Das wird warscheinlich nicht funktionieren, weil Putin sich nicht an internationale Regeln hält. Er ist der Ansicht, dass er den russischen Einfluss in der Welt vergrößern muß und das auch mit Krieg. Merkel und Hollande aben mehrfach gesag, dass Putin in Syrien schwere Menschenrechtsverletzungen begeht. Die russidche Luftwaffe bombadiert Krankenhäuser und Hilfskonvois der vereinten Nationen. Deshalb fliehen viele Syrer mit ihren Familien nach Deuschland.
Auch in der Ukraine kämpfen, trotz eines Abkommens, russische Soldaten. Wie man Putin davon abhalten kann ist aber nicht klar. Man könnte ihn unter Druck setzen, indem man Russland bestimmte Waren nicht mehr verkauft - das nennt man Sanktionen. Aber dafür müssten sich alle Europäer einig sein, und das sid sie z.Zt. nicht.

http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2016/10/19/kakadu_nachrichten_vom_19102016_drk_20161019_1500_eb3ea93a.mp3

Was ich dazu gerne sagen würde ist nicht druckreif - belasse ich es bei: ich bin mehr als entsetzt!

Antwort von U. Gellermann:

Dieses Deutschland Radio Kultur schändet Kinder durch Indoktrination. Ekelhaft.


Am 20. Oktober 2016 schrieb Ulrike Spurgat:


@ K. Bloemker:
Gääähn und Gute Nacht.


Am 20. Oktober 2016 schrieb Reinhard Sichert:

Den ausgezeichneten Beitrag des Kolumnisten möchte ich in aller Bescheidenheit wie folgt ergänzen:
In meinem "ersten Leben" wurde mir die deutsch-sowjetische Freundschaft quasi "aufoktroyiert". Nach dem Untergang des "Kommunismus", wie die kapitalistische Geschichtsschreibung das vorerst gescheiterte Gesellschaftsmodell nennt, wäre es folglich naheliegend gewesen, nach neuen politischen Freunden im Westen Ausschau zu halten und sich zukünftig an ihnen zu orientieren, da ja die alten Sympathien nach westlicher Lesart sozusagen zwangsverordnet waren. Aber trotz intensivster propagandistischer Bemühungen des Mainstreams, mich in meinem "zweiten Leben" auf Westkurs zu bringen, haben mich die weltpolitischen Ereignisse seit 1990 folgerichtig immer wieder davon abgehalten und meine Zuneigung zu den alten Freunden kurioserweise eher noch verstärkt. Was Wunder, dass auch ich, spätestens seit den Ereignissen in der Ukraine, notgedrungen zum Putin-Versteher wurde. Und da mittlerweile verdammt viele (darunter auch solche, die wirklich etwas von der politisch brisanten Materie verstehen) wie ich denken, fühle ich mich in deren Gesellschaft bestens aufgehoben.


Am 20. Oktober 2016 schrieb Klaus Bloemker:

Aber Putin ist doch kein Marxist - wie kann der Uli Gellermann den schätzen?

Bei mir ist es so:

Gerade weil Putin kein Marxist-Leninist ist, der ein ideologisches Ziel verfolgt (Weltrevolution :-) - deshalb ist er mir etwas lieber als die amerikanischen Neocons, die meinen, am amerikanischen Wesen solle die Welt genesen.


Am 20. Oktober 2016 schrieb Andreas Gehrmann:

Naja, ob man Putin nun mag oder nicht, muss ja jeder für sich entscheiden. Aber relevant ist das nicht. Entscheidend ist, was die russische Bevölkerung will. Und die steht nahezu geschlossen hinter der russischen Führung.
Und ist es aus meiner Sicht vollkommen unerheblich, was ein Politiker sagt. Entscheidend ist nur, ob den Worten auch Taten folgen und wie, auf welche Weise die formulierten Ziele umgesetzt werden. Für die westliche Allianz sind die Ziele und die Mittel ihrer Durchsetzung klar: Etablierung einer Weltordnung unter US-Herrschaft durch Kriege, Interventionen, etc. (es sei denn, man unterwirft sich freiwillig).
Für die Russische Förderation sind die Ziele und Mittel ebenfalls klar: Sicherung der legitimen Interessen durch Kooperation, wirtschaftliche und sicherheitspolitische Zusammenarbeit, die Etablierung einer multipolaren Weltordnung. Das ist so, seit Putin an der Spitze Russlands steht. Putin wurde nachweislich durch die westliche Allianz in die hiesigen gewalttätigen Auseinandersetzungen gezwungen. Mögen muss man ihn nicht, aber man kann zumindest die Fakten zur Kenntnis nehmen.


Am 20. Oktober 2016 schrieb Elke Zwinge-Makamizile:

Das Resultat (eines brillant wachen Alters) zählt... ich bin auf dem Weg von Reyes Carillo (danke auch an seine/ihre Beschreibung) dorthin gekommen. Mittlerweile ist es so, dass ich in den wachsenden aggressiven Militärpotenzialen und deren Anwendungen samt Gehirnwäsche, Überwachung und Cyberkrieg durch die Politik Putins Licht am Horizont sehe. Wie duster sähe es in der Welt ohne Putin/Lawrow und andere an seiner Seite aus! Verstärkt wird dieses Gegengewicht durch sich neu und weiter bildende Kräfte in China, im BRICS-Verband mit neuen Finanzstrukturen, durch die ALBA-Länder, im kürzlichen Treffen der Blockfreien in Venezuela (Putin erhielt einen Preis durch Maduro), auch durch weltweit sich gegen Angriffskriege und neokoloniale Politik stellende Organisationen, Individuen, Regierungen. Sie haben nicht das in unseren Breiten konstruierte Problem mit Putin, jedoch mit den Bedrohungen vielfältigster Art durch das NATO-Bündnis/speziell USA.
Um mit Stanley Kubrick zu sprechen: Wie ich lernte die Bombe zu lieben...ja! Nicht die Bombe, aber eine diplomatische, völkerrechtsverteidigende, militärische Stärke gegen die Zerstörung unseres Planeten. Ich habe die Worte Fidel Castros von 2014 nicht vergessen: "Die beiden Länder Russland und China sind berufen, eine neue Welt anzuführen, die das Überleben der Menschheit ermöglichen würde, wenn der Imperialismus nicht vorher einen kriminellen Ausrottungskrieg entfesselt." Das ist sehr global gedacht. Hier und jetzt sind Ulli Gellermanns Schmocks eine intellektuelle, menschliche Labsal!


Am 20. Oktober 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

Präsident Putin tut aus meiner Sicht etwas was den Frieden auf lange Sicht in der Welt sicherer macht: Er behält die Nerven. Putin ist klug.
Er weiß um die Geschichte seines Landes, er weiß was Faschismus bedeutet, er weiß,wie selbstverliebte und dumme Politiker ticken, und er weiß vieles mehr.
Ob ich ihn mag ? Völlig wurst. Er handelt folgerichtig, und das werde ich immer unterstützen. Das russische Volk tut gut daran, die Schotten für die USA und andere zu zu halten, denn was es bedeutet die Güter der Völker auf dem Grabbeltisch zu verschleudern, ist zu sehen in unserem Land, mit dem ganzen Dreck der Privatisierungen. Nun die Kräfteverhältnisse der Welt haben sich nach 1989 erstmal zu Gunsten des Kapitalismus verändert, weil die Zügellosigkeit und die Vereinnahmung der Bodenschätze usw. in rasender Geschwindigkeit vor sich ging, und kaum Regierungen sich dem entgegengestellt haben. Putin hat Position bezogen für Land und Leute, und die, die keine Gesetze kennen, außer das Waffengesetz, die Unterwürfigkeit, dass andere vor ihnen auf dem Boden kriechen, die Völker nach Belieben unterdrücken, die Regierungen absetzen, natürlich militärisch; die der Welt aufzwingen wollen, wie sie zu leben hat, bekommen Grenzen aufgezeigt. Russland wird mit der eigenen Geschichte in den Köpfen und den Herzen des russischen Volkes niemals davon ausgehen, dass Krieg ein für sie akzeptables Mittel sein kann.
In den Herzen ist auf ewig eingebrannt:
"Nie wieder Faschismus" und "Nie wieder Krieg" Sicher wird es in der Duma politische Kräfte geben, die mit neoliberal zu bezeichnen sind, doch die Geschichte Russlands ist die Geschichte Russlands, und neoliberla hat dort möglicherweise eine etwas andere Bedeutung.- Das unendliche Leid, dass über Generationen weiter erinnert werden wird, wird in der Politik Russland immer eine Rolle spielen müssen, und die Folge fortwährenden Friedensbemühungen sein und bleiben..
Wer den Frieden will wird alles tuen, was diesen näher bringt. Er hat den Überblick, übergeordenete Ziele werden verfolgt, und das ist Kleingeistern, selbstverliebten Krämerseelen, denen die Nabelschau, die Befindlichkeiten, der kleine und auch große Egoismus näher ist, nicht möglich. Das erfordert Willen, Kraft, Einsicht in die Notwendigkeiten und das Wesentliche vom Unwesentlichen unterscheiden zu können. Er kann`s, weil er denen die Stirn bietet, die die Welt bereits für ihre Interessen aufgeteilt haben. Die USA wissen nicht was Krieg bedeutet. Von ihnen wird er angezettelt, doch ausbaden dürfen es immer die Völker, und das muss ein Ende finden.
Ein starker Politiker ist Präsident Putin. Wir könnten mehr davon brauchen, dieses wird immer deutlicher, und Sand in die Augen streuen wird nicht auf ewig funktionieren: Tagesschau u. Co. sind gemeint.
Den Artikel habe ich sehr interessiert gelesen, und wünsche ihm, dass er viele Leser findet, denn Sterne am Himmel der deutschen Medienlandschaft sind eher selten geworden; die RATIONALGALERIE ist einer von denen, die im Dunkel leuchten.


Am 20. Oktober 2016 schrieb Andreas Krödel:

Völkerhass, Menschenhass ? Charakter der Epoche?

Hört man unsere Politiker, unsere Medien bezüglich Russland, könnte man sich ohne viel Phantasie schnell in der Zeit des Hitler zurückversetzt fühlen. Alle russischen Politiker sind demnach korrupt und voller Größenwahn, die Wirtschaft voller krimineller Elemente, alles Sportler gedopt und die Menschenrechte werden mit Füßen getreten. Das Militär bedroht die Menschheit mit Krieg.
Ist dem wirklich so?
Es war einmal eine Sowjetunion, ein sozialistischer Staat und nach dem Sieg über den deutschen Faschismus, welcher die UdSSR überfallen hat, gab es ein sozialistisches Staatengebilde, „RGW", "Warschauer Pakt", vom Westen „Ostblock" genannt. Da dort eigentlich der Kapitalismus/ Imperialismus beseitigt wurde, sicher ein mächtiger Dorn im Auge für die im „Westen".
Also ging die Hetze auch nach dem 2. Weltkrieg stabil weiter.
1989/ 1990 und in Folge zerbrach der "real existierende Sozialismus" völlig, ein ganzer Machtblock fiel in sich zusammen. Die Sowjettruppen wurden abgezogen, die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen wurden auf imperialistische Denkweisen und Handlungsformen umgestellt, die Sowjetunion aufgelöst. Das ist Geschichte und soll hier auch nicht Inhalt der Betrachtung sein.

Heute steht also Russland als großer, imperialistischer Staat da, ein Konkurrent für alle wirtschaftlichen, aber auch militärischen Dinge, Staaten und Mächte, wie jeder andere auch. Die „Wende" hat die absolute, weltweite Macht des Kapitalismus wieder hergestellt. Von wenigen scheinbaren Ausnahmen mal abgesehen.
Damit könnte man ja denken, die Hetze gegenüber Russland kann aufgegeben werden, es könnte Ruhe einkehren und die marktwirtschaftlichen Erfolge weisem jeden seinen Platz zu in der Welt-Wertegemeinschaft rein ökonomisch.
Einen neuen Feind hat die NATO ja inzwischen auch gefunden, den weltweiten Terror und die islamische Bedrohung. Das ermöglicht nicht nur Krieg, einen Boom der Rüstungsbetriebe, welche in Deutschland mit Genehmigung der Bundesregierung Waffen an alle Fronten liefert; sondern auch absolute Überwachung, Bundeswehreinsätze im Inneren, immer mehr Gewalt, der Ruf nach dem starken Staat, Ausnahmegesetze werden durchgewinkt, die Menschen sollen sich Vorräte an Wasser und Lebensmitteln anlegen. Es wird alles getan, ob Friedensbewegung, Proteste, Demonstrationen gegen diese Zustände zu kriminalisieren, zu verschweigen, irgendwie in den Schmutz zu treten.
So können in aller Ruhe an der mehrheitlichen Meinung des Volkes vorbei Armut, Repressalien ausgeweitet werden, CETA oder TTIP genehmigt, Preise steigen, und gesetzliche Versicherungen/ „Kassen" ihre Leistungen weiter einschränken.
Nur - was hat dies eigentlich mit Russland zu tun? Die betreiben die gleiche Politik, aber was hier in dieser BRD passiert, rechtens ist, darf dort eben nicht sein, verstößt gegen Menschenrechte. Also wird sanktioniert, beschimpft, unterstellt und Probleme herbeigeredet. Wer immer mit dem Finger auf andere zeigt, in der Hoffnung, damit seine eigenen Unfähigkeiten und Fehler zu verdecken, der kommt bei mir nicht an!
Meine gut gemeinte Empfehlung daher: Man darf den russischen Bären nicht weiter überreizen, bedrohen - er kann auch zuschlagen und damit sind wir wieder beim Ausgangspunkt angelangt.
Übrigens: Ohne die Russen hätte eines der wenigen noch friedlichen weltweiten Projekte der Zusammenarbeit, die internationale Raumstation (ISS) ihre Arbeit längst aufgeben müssen. (Hinweis - ISS hat mit IS nichts zu tun!!).


Am 20. Oktober 2016 schrieb Johannes M. Becker, Privatdozent Dr.:

Ein Meisterstück!
Ob das Bomben in Syrien das Land wirklich irgendwann einmal zum Frieden zurückbringen kann, will ich hier nicht diskutieren.
Die Analyse des Feindbildes Russland und damit Putin ist glänzend!


Am 20. Oktober 2016 schrieb Reyes Carrillo:

Eine Serie nicht zwingend unberührt lassender Beziehungs-Outings und Allianzen durchzieht seit einer Weile die Galerie: Wer wen besonders mag und warum, wer sich selbst mag oder nicht mag und warum, wer den Hausherrn mag und warum – und jetzt der Chef, der den Putin zwangsmag! Das hat, so gesehen, den Charme einer sich fortsetzenden Line. Nicht missverstehen: Ich finde dieses Outing einer schwierigen Beziehung genau jetzt und heute von fast alternativloser (pardòn!) Notwendigkeit. Vor allem im Hinblick darauf, dass wir es diesem kleinen, doch großen Staatenlenker Putin zu verdanken haben, wenn - in einem gefährlich abnehmenden – ‚Noch’ der große Knall bisher ausgeblieben ist.
Als schlichterer Natur war mein Weg zur Putin-Versteherin freilich wesentlich banaler, also von äußeren Attributen dominiert: Es war Putins fantastisch verschlagene Visage, die mich von Anfang an faszinierte. Und ich wusste sofort: Oh weh, wenn der mal so richtig die berüchtigte Arschkarte des transatlantischen Friedensbündnisses sieht, dann gibt es weltweit, physiognomisch und medial betrachtet, kaum jemand anderen, dem mühelos der Allzweck-Schurke auch ohne Photoshop-Kenntnisse angehängt werden wird. Und so kam es ja auch.

Im Ernst: Ich fand Putins Außenpolitik von Anfang an bemerkenswert konstruktiv. Seine wichtigen Reden wie z.B. 2001 im Deutschen Bundestag, 2007 auf der Münchner Sicherheitskonferenz oder die auf der Waldai-Konferenz in Sotschi 2014 waren ein ums andere Mal gespickt mit Einladungen an den ‚Westen’, eine gemeinsame Wirtschafts- und Sicherheitspolitik zum Wohle aller Völker zu errichten. Egal, was Putin auch vorschlug, es wurde abgelehnt. Im Gegenteil (man muss den Rest auf dieser Seite ja nicht immer ausschweifend wiederholen): Russland wurde betrogen, die NATO löste sich freilich nicht auf, wie es Gorbatschow versprochen war, Russlands wurde von der Angriffs-Allianz eingekreist und schließlich zerstörte der vom Westen inszenierte Putsch in Kiew letztes Vertrauen usw. usf. (Einfügung: Es ist mir nicht erklärlich, warum u.a. Wagenknecht und Lafontaine - wider besseren Wissens? - nach wie vor von der Annexion und nicht der Sezession der Krim reden.) In der Summe also sind das alles unfassbare Provokationen und Demütigungen am laufenden Band, und es ist ein wahres Wunder, dass dieser Mann weiterhin von einer Besonnenheit ist, die geradezu masochistisch anmutet! Unendlich wird diese Besonnenheit aber nicht währen können, denn der Westen will unter allen Umständen die Konfrontation, den Krieg mit Russland! Wer, wie erst jetzt wieder, zeitlich abgestimmt in FAZ und ZEIT von der Flugverbotszone in Syrien sabbelt und dabei Putin die alleinige Schuld am Desaster gibt: DER WILL KRIEG! Ach so, die Görings Kati und der fesche Cem waren das. Dreckspack dreckiges!
Also, ich muss diesen Wladimir Wladimirowitsch nicht zwangsmögen: Ob der ein Kapitalist, Oligarchen-Freund und Macho ist, war und ist mir angesichts der deeskalierenden Besonnenheit dieses Mannes vergleichsweise völlig schnuppe. Ich mag diese Visage! Ich mag den Mann. Ich halte ihn für ein Geschenk. Vielen Dank dem Autor!


Am 20. Oktober 2016 schrieb Barbara Matuschewski:

Klasse diese Dialektik - um zu sagen was ist, zu zeigen was nicht ist und immer wieder Fragen zu stellen....


Am 20. Oktober 2016 schrieb Aleks Korty:

Zugegeben Wladimir Putin (der Vorname ist mir sympathisch) ist der Präsident eines kapitalistischen Landes mit teilweise auch imperialen Zügen und so kann er für einen LINKEN und Marxisten niemals nicht zum Freund werden. Uns trennen unterschiedliche, antagonistische (unüberwindbare) Klassenstandpunkte!

Aber seit dem Untergang des realsozialistischen Weltsystems mit all seinen Schwächen ist die nun fast wieder vollständig kapitalistisch-imperialistische Welt für die Mehrheit der Menschheit nicht besser, sondern deutlich schlechter geworden und auch nicht friedlicher. Nun finden wieder die Hauptkonflikte zwischen unterschiedlichen kapitalistischen Zentren statt, wie damals zu Kaiser Wilhelms Zeiten.

Dennoch lassen sich dazwischen deutliche und bedeutsame Unterschiede erkennen: Während das Imperium in der sogenannten Neuen Welt in seiner grenzenlosen Profit- und Machtgier nach der absoluten Weltherrschaft strebt im gemeinsamen Konzert mit seinen europäischen Vasallenstaaten, an erster Stelle Britannien und die Bananen Republik, halte ich Wladimir mit dem nackten Oberkörper für einen Nationalisten, der neben seinen persönlichen Interessen primär das Wohlergehen seines Landes im Auge hat und dabei klug genug ist zu begreifen, dass dies nicht durch grenzenlose Expansions-Sucht zu erreichen ist. Unter diesem Blickwinkel hat der Galerist vollkommen Recht ihn in dieser konkreten historischen Situation für schätzenswert zu halten, Dabei bestreite ich nicht, dass auch er sich in den Jahren seiner politischen Herrschaft mit Sicherheit die Hände schmutzig gemacht hat (Tschetschenien-Konflikt)!
Doch die erkennbare Vernunft dieses Mannes ist ein Hoffnungsschimmer dafür, dass diese Welt vor dem Wahnsinn einer atomaren Kriegskatastrophe bewahrt werden kann, auf den die völlig irrationalen Psychopathen in Washington, Berlin und London ect. zusteuern. Deshalb schätze auch ich ihn! ! ! Mehr aber noch den Galeristen, der uns wieder einmal in trefflichem Journalismus mit seinem klaren, rationalen und parteilichen Artikel exzellent informiert hat. Danke dafür !


Am 20. Oktober 2016 schrieb Volker Grassmann:

Ds ist doch Anbiederei an Putin. Was kriegen Sie denn für diese Hymne auf den Großfürsten?

Antwort von U. Gellermann:

Wie immer: Zu wenig.


Am 20. Oktober 2016 schrieb Claus Beckenbach:

Super anlalysiert, wie eigentlich immer! Aber Du weißt doch, dass die ARD und ihre Entourage einen Buhmann braucht; was hätten die denn sonst uns noch anzubieten? Nichts, außer dumme und übernommene Lügereien. "Deutschland = Nullverschuldung, manchmal verwechselt mit 'schwaezer Null', ha ha. Zwei Billionen Schulden. Und die Zinsen bleiben unten, sonst könnten die Rentner mit ihren paar Euros womöglich noch ein paar Zinsen kassieren. Für was denn das? Um den Binnenmarkt zu stärken? Oder gar den Export? Aber jetzt habe ich mich vom Wladimir abbringen lassen. Die reden ja heute miteinender, die Erika und der Holland sind ja auch dabei. Besser so, als nix. Vielleicht berichtet die ARD über das Gespräch? Falls ja, dann nur das, was denen passt. Und ich weiß etwas, was Du, lieber Uli, nicht weißt: Die Verdummung in Deutschland wird demnächst zur Pflicht!

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