TV-Geräte brennen schlecht

Keine Rundfunkräte-Republik in Deutschland

Autor: U. Gellermann
Datum: 05. Juni 2017

Es war im Juni 1967: Auf einem Parkplatz an der West-Berliner Krumme Straße wurde der Student Benno Ohnesorg erschossen. Die widerlichste Schlagzeile zum Mord fiel damals der „B.Z.“ aus dem Springer-Konzern ein: „Wer Terror produziert, muss Härte in Kauf nehmen.“ Das Medien-Haus Springer, bis heute eng mit den Regierenden verbunden, hatte seit Wochen Hass gegen eine beginnende Opposition in der betonierten Bundesrepublik geschürt: Protestierende galten als „Eiterbeulen“, die Unruhe wollte man „ausmerzen“. Die TAGESSCHAU, ein würdiger Erbe der Springer-Manipulations-Maschine, blickt heute auf das Mordjahr zurück: Im Ergebnis von „schweren Ausschreitungen“ erscheint es ihr nur normal, dass ein Student „tödlich getroffen zusammenbricht“. Immerhin weiß die Redaktion noch: “Durch die Verbrennungen von Zeitungen des Springer-Verlags versuchen Demonstranten ihre Verachtung für das System zu zeigen. Auch werfen sie der Springer-Presse vor, den Tod von Benno Ohnesorg durch ihre Berichterstattung mitverschuldet zu haben.“

Die „Deutsche Welle“, damals wie heute ein Regierungslautsprecher, muss geradezu zwanghaft das erste Todesopfer brutaler deutscher Medien in den Terror-Dreck ziehen: „Der Tod des Studenten Benno Ohnesorg mündete in den RAF-Terror“. So wahrt die ehemalige „Reichs-Rundfunk-Gesellschaft“ eine stabile Kontinuität der Diffamierung. Immerhin wurden ihre Intendanten seit den 30er Jahren im Propagandaministerium des Doktor Goebbels bestimmt. Das Häppchen-Magazin FOCUS kann über den Mord an Ohnesorg nur mit dem Begriff „Verschwörungstheorien“ angereichert berichten. Da bleibt dem West-Berliner TAGESSPIEGEL nur noch, aus dem Beginn der 68er Revolte eine miese DDR-Story zu destillieren. Zwei Leichen gleichzeitig schänden sich rationeller. Offenkundig schmerzt die aktuellen Medien der erste Versuch einer Kampagne gegen deutsche Medienmacht auch 50 Jahre später immer noch sehr. Denn mit dem Slogan „Enteignet Springer“ wurde in den späten 60ern nicht nur moralische Empörung skandiert. Die frühe Front gegen die Springer-Presse warf auch die Frage nach dem Besitz an Produktionsmitteln der Manipulation auf, nach dem Besitz an der gesellschaftlichen Wahrheit.

Das Medien-Monopol des Springer-Konzerns – er besaß damals wesentliche Teile des Zeitungsmarktes – ist längst in die Hände des öffentlich-rechtlichen Rundfunks übergegangen: Dessen Radio- und TV-Programme bestimmen heute den gesellschaftlichen Diskurs. Wer nun annimmt, über seine Rundfunkgebühren oder die Staatsverträge der Sender mit den Bundesländern hätten sich die Besitzverhältnisse geändert, der irrt: Nicht der Gebührenzahler entscheidet über die Inhalte der Programme, es ist die Sender-Bürokratie, die heute, ziemlich unkontrolliert, die Meinungsmacht monopolisiert. Dass die jeweilige Regierungsmeinung auch die der Redaktionen ist, weiß eine wachsende Zahl von Konsumenten durchaus: Immerhin berichtet eine Umfrage von „infratest dimap“ im Auftrag des WDR aus dem Mai 2015, dass 42 Prozent der Bundesbürger glauben, die Politik gäbe den Medien inhaltliche Vorgaben für die Berichterstattung. Nur logisch halten deshalb 42 Prozent der Befragten die Medien für unglaubwürdig. Das ließ den öffentlich-rechtlichen Apparat nicht ruhen, bis er zu dieser beispielhaften Überschrift kam: „Vertrauen in die Medien deutlich gestiegen – und gefallen“. Man hatte die Uni Mainz so lange fragen lassen, bis dann im Januar 2017 im Ergebnis einer neuen Umfrage diese Keine-Ahnung-Schlagzeile möglich wurde.

Die Umsetzung von Medienmacht ist natürlich längst nicht mehr so offen erkennbar wie zu Springers Zeiten. Gern verweisen Medienmacher darauf, dass sowohl die eine, wie auch die andere Meinung in den Sendern zu finden ist. Über die Proportionen muss man aber in vielen Fällen nicht lange rätseln. Zum „Russlandbild in den deutschen Medien“ hatte sogar die „Bundeszentrale für Politische Bildung“, zum Beispiel während des Ukraine-Konflikts, eine Stereotypisierung inklusive grober Schwarz-Weiß-Malerei festgestellt. Um genau solche Verzeichnungen zu vermeiden, um den Zuschauern ein möglichst objektives Bild von der Wirklichkeit zu geben, sind den öffentlich-rechtlichen Redaktionen die Rundfunkräte beigegeben. Sie sollen die Einhaltung des gesetzlichen Sendeauftrags überwachen. Der ist bei der ARD der „Ausgewogenheit verpflichtet. Dazu gehören das Gebot einer fairen und unabhängigen Berichterstattung und die Verpflichtung zur Überparteilichkeit“. Und immerhin gibt es allein schon bei den dritten Programmen hunderte Räte, die als „Vertretung der Allgemeinheit“ wirken sollen. Wer die Räte untersucht, findet dann zumeist eine Zusammensetzung, die jener der Parlamente entspricht: Man kennt sich, saß schon gemeinsam in dieser oder jener Koalition und wird die gute Stimmung nicht durch Kritik verderben wollen. Eine Rundfunkräte-Republik, die im Interesse der Zuschauer wirkt, ist in Deutschland nicht sichtbar.

Damals als in Berlin erst Benno Ohnesorg ermordet und kaum ein Jahr später ein Mordaschlag auf Rudi Dutschke verübt wurde, funktionierten jene Telefonketten, die eine wachsende außerparlamentarische Opposition schon im Kampf gegen die Notstandsgesetze und den Vietnamkrieg eingerichtet hatte. Nach den Telefonaten wurde die Auslieferung der BILD-Zeitung blockiert, es brannten Hetz-Zeitungen in vielen Orten der Republik. – Zeiten ändern sich. Auch brennen TV-Geräte schlecht. Geändert hat sich nicht die Monotonie einer Medienlandschaft, die vor allem in der Begleitung von Kriegen fast nur eine Meinung kennt: Die regierungsamtliche.

Der Text der Startseite wurde von Angelika Kettelhack lektoriert.

DIE MACHT UM ACHT BEI SPUTNIK

https://soundcloud.com/sputnik-de/neues-buch-von-ulrich-gellermann-die-macht-um-acht-der-faktor-tagesschau


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 12. Juni 2017 schrieb altes Fachbuch:

bin ich froh, dass ich nicht weber heiße:
- "alle tassen im schrank..."
- "müßiggänger schiebt beiseite..."
- "schleich dich, bazille...."

und herr weber wird auch nicht so heißen, oder nie wiederkommen.
unwidersprochen bleibt bäckers getexte, zum fake-medium sputnik. damit setze ich stilles einverständnis voraus. egal!

ich kenne den sturm auf die bastille und auf das winterpalais wie auf den reichstag - und den sturm im wasserglas! spätestens nach "friedvoller und gewaltfreier übernahme" der rundfunkräte oder der funkhäuser würden sich die eigner der medien ans grundgesetz erinnern; ihr habt uns gar nichts zu sagen!!
albern?
ist der kampf gegen die meinungsmanipulation schon ein ideologischer? und ist es nicht reichlich idealistisch bis irrational, das WESENtliche BEWUSST auszuschließen?
nachdenker, vorläufer und aufklärer sollten auch hinterfragen, wieso seit ohnesorg nichts anders geworden ist: wenn die falschen fragen gestellt werden, liegt's vielleicht an der lektüre aus der ecke lach- und sachgeschichten?? gesell.wissenschaftliches scheint verpönt zu sein:)
diese welt und zeit bekommt, was sie verdient!

Antwort von U. Gellermann:

Wer prägt die Denke der Normalos? - Ohnesorgs Tod war ein Zufall. Allerdings insofern eine Schnittpunkt-Notwendigkeit, als er Auslöser für eine zu kurze aber kräftige Bewegung war. Es ist immer richtig Fragen an die Niederlage von Versuchen zu stellen. Und sicher bedürfen die Fragen - warum wurde nichts Endgültiges aus den Tagen der Kommune, aus der DDR, oder der Sowjetunion - gründlicher, wissenschaftlicher Antworten. Das sollte niemanden daran hindern neue Fragen aufzuwerfen, nach neuen Zugängen zu Veränderungen zu suchen. Dass es auf den Weg zu Veränderungen jede Menge Niederlagen gab ist eine Binsenweisheit.


Am 11. Juni 2017 schrieb Pat Hall:

Der Politik interessierte Bürger mit ein wenig Gripps müßte doch längstens gemerkt haben wie uns die Politdarsteller doch immer weiter belügen und die steigende Armut der Bevölkerung ignorieren ohne Scham.
Mir ist es immer noch unverständlich warum die BILD-Zeitung trotz der Proteste und der ermordung Benno Ohnesorg & Mordanschlags Rudi Dutschke,eine so hohe beliebt in der Bevölkerung findet ?
Mutmaßungen darüber erspare ich mir.
Dabei habe ich ein interssantes Video gefunden,mit Mathias Richling der den Zustand in dieser Republik besser als ich in 45 Minuten beschreiben kann.
Im link viel gute Unterhaltung und Uli Gellerman & A. Kettelhack alles Gute,

http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/comedy/video-mathias-richling-deutschland-to-go--102.html


Am 08. Juni 2017 schrieb Brigitte Klara Mensah-Attoh:

@ an Hannes Weber:

Da haben Sie wohl was gründlich falsch verstanden ! An keinem Punkt läßt sich festmachen was Sie da behaupten. Vielleicht lesen Sie auch einfach einmal gründlicher, was Sie da so oberflächlich bewerten.

Denn das genaue Gegenteil ist der Fall, und das ist überhaupt das Gute an:
die RATIONALGALERIE ist, war - und wird auch künftig weiterhin sein,
nämlich strikt GEGEN GEWALT ! Sonst würde sie auch nicht immer mehr meistenteils seriöse Anhänger gewonnen haben, die sich ihrerseits
ebenfalls GEGEN Krieg und gegen Gewalt aussprechen.


Am 07. Juni 2017 schrieb Hanne Cilinsky:

Ein Artikel der ohne jede Nostalgie die Erinnerung an die Anti-Springer-Kampagne nutz, Bezüge zum Heute herstellt. Und die neue Orientierung ausgibt: Die Funkhäuser sind es um die es heute geht.


Am 07. Juni 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

@ altes Fachbuch, was sich mir nicht erschließt ist folgendes:
Soll denn nun keine Diskussion oder Debatte geführt werden ? Wer will sie bestimmen wollen ? Der Anti Dühring hat hier erstmal nur bedingt etwas zu suchen, da er sicherlich als Grundlage dienen kann, doch er müsste von allen gelesen sein, um sich auf dieser Grundlage verständigen zu können. Punkt. "Und Engels hat dann gesagt, nachdem er den Dühring widerlegt hat, nun ja, lassen wir das.
Es muss die Möglichkeit der Auseinandersetzungen auf verschiedenen Ebenen geben, und das Hinterfragen von Positionen ist nun einmal Teil dessen, und einige der Positionen gefallen mir auch nicht, doch darum geht es nicht. Zu Lesen, zu Schreiben, zu Lernen ist das ganz große Verdienst des Galeristen, dass es hier möglich Sich mit den Mitmenschen, wenn möglich auseinanderzusetzen, mit den besseren Argumenten, aber vor allem mit der grundsätzlichen Bereitschaft andere Gedanken und Meinungen zuzulassen, und im anderen den Menschen, und nicht immer nur den Gegner zu sehen, außer es ist der Gegner, habe ich gelernt. Sicherlich war und ist es oftmals schwierig differenziert zu bleiben, aber das ist die Kunst es zu können, oder es zu Lernen."Setze den Menschen....K.Marx, Pariser Briefe.
Ob nun Bäcker oder Weber ist doch egal; weil es um die Inhalte, der jeweiligen Positionen geht, und die ziehen sich durch die Gedanken und Generationen der antikommunistischen Bundesrepublik, und sowohl das Buch: DIE MACHT UM ACHT: als auch die vielen Kommentare, verschieden, anders, aber Krieg und Frieden, die Frage nach den Macht- und Kräfteverhältnissen, mit der sozialen Frage wird in konsequenter Art und Weise, mit dem jeweiligen Stand der Erkenntnis, und der Entwicklung gestellt, mehr geht nicht, weil das nächste in der Bewegung geschieht, und wie sich das nennt, muss ich dem Fachbuch ganz sicherlich nicht erklären.Und das es die Weber, Bäcker oder Schuster gibt, und viele mehr, deren Denken, so erstmal weiter gehen wird, macht diese Seite umso wichtiger, denn Lernen/bewusster und sensibler zu werden, für die gesellschaftlichen Verhältnisse im Land, und was es im besonderen für die Schwachen bedeutet, und die Aufklärung und die Ernsthaftigkeit, mit der sich hier oft zu Wort gemeldet wird, lässt mich hoffen etwas beizutragen, auch wenn man manchmal verzweifeln könnte. Danke, an die vielen Kommentatoren, aber wie immer gilt mein besonderer Dank dem Galeristen.



Am 06. Juni 2017 schrieb altes Fachbuch:

ich bin leicht irritiert, wieso sich alle um h.weber kümmern, aber niemand um a.bäcker??
hat herr weber ein reizwort benutzt, das mir ungeläufig ist? "aufruf zur gewalt" oder "gesellschaftliche veränderungen"?? fresschen fürs hündchen, oder will ich das auch?? gewalt und veränderungen hören sich gut an, wenn denn mal jemand diese wortwahl definieren würde!! engels hat zur "gewalt" im 'anti-dühring' und später in 'zur rolle der gewalt in der geschichte' viel gesagt.
das verbrennen von bild-zeitungen ist vergleichbar mit der maschinenstürmerei vor 1,5 jahrhunderten, und umweltschädlich sowie nicht sytemverändernd!!
ich lese da bedauern in den zeilen des autoren: aber es gibt keine apo, keine telefonketten, keine hashtags oder chatrooms anti-bild! vielleicht ist das medium tot??
dafür ist m.döpfner am wochenende bei den bilderbergern dabeigewesen (medienmonopol an ÖRR übergegangen??)!
und dann mache ich das letzte thema noch mal auf: es gibt auch keinen spalt in der medienwelt!
die 68er revolte gegen die "bild" wollte was erreichen?? enteignung EINES elementes aus dem überbau eines zutiefst reaktionären landes??
macht das sinn? ich meine, man sollte sich um eine vernünftige bildung und erziehung (auch staatsbürgerlich) bemühen, die jeden in die lage versetzt, DENKEN zu können. ABER: das GG hypet wissenschaft und kunst, aber fesselt die lehre. und weil dem so ist, ist die exekutive entsprechend ausgestattet und personalisiert. rundfunkräte? früher hätten wir kaderfriedhof dazu gesagt. heute macht es allerdings keinem soldbezieher nichts mehr, davon zu leben:)
hat ein journalist mehr rechte, als ein lehrer, obwohl beide bürger sind?
und nur um es richtig zu stellen: gesell. veränderungen müssen in der basis der gesellschaft stattfinden, aber darum kümmert sich auch niemand, nicht mal rational!
apropos: auch der ver.di-chef war den bilderbergern;)
apropos: der zusammenhang des j.morrison-zitats würde mich interessieren.
apropos: ohnesorg ist umsonst gestorben: "Geändert hat sich nicht die Monotonie einer Medienlandschaft, die vor allem in der Begleitung von Kriegen fast nur eine Meinung kennt: Die regierungsamtliche."

Antwort von U. Gellermann:

Spannender als Weber und Bäcker zusammen erscheint mir Red Werner (DIE DEBATTE), aber so liest jeder seinen Denkanstoß. Es ist albern heute einen Versuch aus dem ideologischen Kampf (gegen die Meinungsmanipulation) in den Kampf um die ökonomische Macht (Enteignung) zu wandeln, gegen „vernünftige“ Bildung zu halten. Die letzter Forderung könnte auch Martin Schulz unterschreiben. Falls die Mehrheit der Bevölkerung sich emanzipieren wollte, müsste sie Funkhäuser stürmen, nicht die Volkshochschulen. Was der hämische Satz über Benno Ohnesorg soll bleibt mir verschlossen.


Am 06. Juni 2017 schrieb Klaus Bloemker:

Man sollte vielleicht erwähnen, dass im Juni 1967 - neben Benno Ohnesorg - auch folgendes passiert ist:

Die USS Liberty, ein US Spionageschiff im Mittelmeer, wurde am 8.6. von den Israelis bombardiert - was aber so aussehen sollte, dass es die Ägypter waren, damit Amerika Kairo (nuklear) bombardiert, um Nassers radikalen arabischen Nationalismus klein zu halten?

Haben die deutschen Medienmacher DAS bisher berichtet?

Norman Finkelstein hat dazu vor ein paar Tagen gesagt - und das ist gut:

"The only thing Israel didn?t anticipate was that radical Arab nationalism would be reborn as radical Islamic fundamentalism."

Der radikale arabische Nationalismus ist der heutige radikale islamische Fundamentalismus.

Antwort von U. Gellermann:

Ein US-Kriegsschiff von den Israelis bombardiert? Das kann der Öffentlich-Rechtliche nur als Verschwörungstheorie bringen, auch wenn es real geschehen ist.
Der arabische Nationalismus (Nasser und andere) war antiimperialistisch. Der Islamismus ist primär religiös.


Am 06. Juni 2017 schrieb Peter Lind:

Die sog. öffentlich-rechtlichen... machen sich schon garnicht mehr die Mühe ihre Abhängigkeit von den privaten Medien zu verbergen. Der geneigte Zuschauer möge nur mal darauf achten, wie oft in den Nachrichtensendungen Hinweise wie dieser kommen: "In einer Umfrage, die unser Sender gemeinsam mit...", und dann kommt der Name eines Medienkonzerns. Ganz groß darin ist der einstige Berliner Sender SFB, ich betone das nur, weil er sich noch immer wie einst geriert, sich heute RBB nennt. Man kann darauf warten, wenn die Berliner Abendschau ausgestrahlt wird die unsägliche Moderatorendarstellerin Böhme, oder die dilletantische Dieter-Nuhr-Imitation Hingst eine Meldung wie folgt einleiten: "In einer Umfrage, die der RBB gemeinsam mit der Berliner Morgenpost in Auftrag gegeben hat...". Berliner Morgenpost: ein Produkt des Hauses Axel Springer! Und dann wird die eigentliche Meldung mit einem solchen Satz wie diesen eingeleitet: "Wie unsere Umfrage ergab, möchten fast mehr als die Hälfte aller Bundesbürger...".
Was ist "fast mehr als die Hälfte"?


Am 06. Juni 2017 schrieb Christel Buchinger:

Ich freue mich immer über solche Kommentare wie die von Hannes Weber. Gewalt gegen den eigenen Fernseher! Schlimmer geht's fast nicht mehr. Und dann auch noch die gesellschaftlichen Verhältnisse ändern wollen! Welch ein Vorwurf!


Am 06. Juni 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

Mit Verlaub, Alfred M.
Sich mit der Position von M.Weber auseinanderzusetzen wie es hier geschieht,stimmt mich außerordentlich fröhlich, weil die wachen Geister in der RATIONALGALERIE, nicht nur Nachdenken, sondern ihre Haltung und Position darlegen, und das ist eine Errungenschaft, die niemals aufgegeben werden darf, nur weil es Andere tun, oder es für ihre Zwecke zu benutzen wissen. Und sicherlich schmälert es den Artikel von Uli kein bisschen.
Vor die "Früchte der Arbeit", haben die Götter den Schweiß gesetzt; nämlich den er Erkenntnisgewinnung, in der ständigen Bewegung,


Am 06. Juni 2017 schrieb Michael Kohle:

„Das ist ein Aufruf zur Gewalt. Damit zeigen Sie Ihr wahres Gesicht. Sie wollen die gesellschaftlichen Verhältnisse ändern.“

Sein Fett abbekommen dafür hat der werte Herr Weber ja schon reichlich. Da sind ihm gleich mehrere hier voll auf den Leim gegangen. Hat er doch genau das erreicht, was er wollte oder was er sollte. Echauffement und vor allem Empörung beim ein oder anderen Leser auslösen. Wo andere per Zuweisung in die Ecke der Verschwörungstheorieverbreiter mundtot und ruhig gestellt, beim Publikum unmöglich gemacht werden sollen (Ganser, Lüders etc.), ist es beim Galeristen aktuell wohl besonders dringlich, ob seines gegenwärtigen Status als Top-Bookseller mit unbequemem Inhalt, so was spricht sich rum. Da müssen Pflöcke dagegen eingeschlagen werden, schon mal vorsorglich baldmöglichst recycelbare Unterstellungen gestrickt, wohl eher grob zusammen gezimmert werden. Damit es bald andernorts - wenn möglich flächendeckend - heißen kann -„Soll schon des Öfteren zur Gewalt aufgerufen haben, heißt es.?

Damals in der Zeit, aus der Uli Gellermann berichtet - von wegen „Enteignet Springer“ und so - war die Anwendung von ?Gewalt? zügig per Turbo BILD - und wenn ich mich recht erinnere auch per ÖR-TV (die Löwenthals, die Apels etc. pp) - allein dem „Staat“ und seinen Zuträgern zugebilligt. Das „Gewaltmonopol“ war fest einbetoniert, besser als jede Leiche bei der Mafia, für alle Zeiten.
Schlimmer noch: der seinerzeitige Gessler-Hut, dem es tunlichst zu huldigen galt per Kratzfuss und Bückling, hieß „Auch keine Gewalt gegen Sachen!“ Das gaben genau die Richtigen von sich.
Wer weiß denn noch, dass damals die gesamte Verwaltung, Justiz, der Polizeiapparat bis ins Mark durchseucht. Durchseucht? Von was schon! Der Ex-Generalstabsoffizier und IA einer Heeresgruppe bspw. - ein gewisser Erich Duensing - war zum Zeitpunkt der „Hasenjagd“ West-Berliner Polizeipräsident. Um „sachlich“ zu bleiben, darf ich Wiki zitieren (Status 6.6.17/11:00):

„Bei der Demonstration am 2. Juni 1967 in West-Berlin ging die Berliner Polizei gemäß der von Duensing erdachten Leberwursttaktik gegen Demonstranten vor. Dabei erschoss der Kriminalobermeister Karl-Heinz Kurras den Studenten Benno Ohnesorg. Die Öffentlichkeit wertete nicht nur Duensings Taktik, sondern auch die ebenso von ihm zu verantwortende Militarisierung der West-Berliner Polizei, verbunden mit ihrer Erziehung zum Antikommunismus, als mitverursachend für den tödlichen Vorfall.“

Wenn heutzutage von den damaligen Vorkommnissen berichtet wird - wegen des Jubiläums nicht zu vermeiden - darf man auch immer jene mit Gestalten im schwarzen Anzug bewundern, die Dachlatten schwingend auf heruntergekommene andere Gestalten einprügelten. So wie letzten Freitag bei Kleber auch, eine Aufklärung darüber, dass das die miteingeflogene Schutzstaffel des Staatsgastes - dem Schah von Persien - war, die bestimmt ihr Werkzeug nicht im Flugzeug mitgebracht hatten sondern freundlicherweise vor Ort ausgestattet worden waren. Nur soviel zu „Gewalt“ im Allgemeinen und im Besonderen. Die auch damals praktizierte Propaganda - gerne auch heute noch zur Geschichtsklitterung im Einsatz - ist auch heute noch präsent. Wenn es unbedingt sein muß, mit einer Träne für Petronius ertränkt.

Sie haben recht, Herr Weber! Ja, nicht nur Gellermann, die meisten hier Herumlungernden, würden gerne, wenn sie denn könnten und dürften, ihre per Grundgesetz zugesprochenen Rechte in Anspruch nehmen. Man beachte den Konjunktiv! Auch hierzu ein Zitat aus gleicher Quelle, allerdings zum Artikel 20 GG:

„Weitgehend anerkannt ist ein privates Widerstandsrecht für den Fall, dass die staatliche Rechtsordnung versagt oder der Staat selbst zur Bedrohung für die Rechte der Bürger wird.“

Weitgehend? Das würde ich gerne in meinem Leben - wenigstens einmal - noch erfahren, wann denn sich unser „Staat“ denn selbst als Bedrohung für den Bürger anzusehen bereit wäre, wann denn die staatliche Rechtsordnung anerkannt in den Zustand des Versagens geraten könnte, Widerstand akzeptiert würde. Längst ist doch das Grundgesetz dergestalt mutiert, dass es nur noch Gültigkeit besitzt und Anwendung findet, wenn a) der Sachverhalt, der Tatbestand nicht in anderen Gesetzen geregelt ist, b) nicht von Einheiten wie EU, NATO oder generell vom Imperium ausgehebelt wird oder c) und vor allem es Nutzen und Mehren der Elite zu gewähren, zu sichern weiß. Das sind ihre gesellschaftlichen Verhältnisse, Herr Weber, so und nicht anders. Aber das wollten sie bestimmt nicht hören, sie sind ja auch längst nicht mehr hier präsent. Mit dem Absetzen ihres Hundeköttels - mit dem Ziel wie oben von mir beschrieben - haben sie ihre Pflicht und Schuldigkeit, ihren Auftrag ja erledigt.

Auch ein Goebbels, Joseph hat irgendwann erkennen müssen, dass mit Propaganda und Staatsterror zwar allerhand erreicht, geschafft und Heil bzw. Unheil angerichtet werden kann. Irgendwann aber - meist früher als erwartet - läuft die überdrehte Schraube jedoch hohl. Mehr als ... geht nicht! Und darauf hinzuweisen, das tut Gellermann, das tun wir hier, dafür kämpfen wir, unermüdlich. Noch (?) müssen wir keine Flugblätter in Treppenhäusern herunterwerfen um sie unters Volk zu bringen. Noch ist es kein Hoch- und Landesverrat, strafbewehrt mit dem Fallbeil. Ergo: Schleich dich, Bazille! So jetzt geht es mir besser!


Am 06. Juni 2017 schrieb Alfred Matejka:

Der Leserbrief von Hannes Weber hat bewirkt,das viele weitere Kommentare sich mit seinen Unterstellungen auseinandersetzen.Das ist die Taktik nicht nur von HW.Es wird Zeit vergeudet.Der Kommentar von Uli ist treffend.
Es bleibt dabei:....die Müßiggänger schiebt beiseite,diese Welt muss unser sein.


Am 06. Juni 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

Hallo Joe Bildstein,
eine ganz kleine Anmerkung:
Als "alter" doors Fan: Jim Morission/the doors. Unvergessen, und danke, dass sie an ihn erinnert haben.


Am 06. Juni 2017 schrieb Ernst Blutig:

Buchtip zum Thema

Dieter Prokop (Herausgeber Soziologe Uni Frankfurt) Massenkommunikationsforschung 1 Produktion +2 Konsumtion

Das Problem ist so alt wie die BRD. Das Zahlenmaterial von damals (50er/60er Jahre)- die Publikation ist aus den frühen 70er Jahren - verriet schon, falls man lesen UND denken konnte, wo die Entwicklung hingeht.


Am 06. Juni 2017 schrieb Reinhard Lerche:

Zu H. Weber
Auch wenn du/sie das ausblenden, es geht IMMER um eine "Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse". Ich lese hier gar keinen "Aufruf zur Gewalt" sondern den Versuch zur Aufklärung. Wie die Geschichtsfälschung funktioniert sieht man an der Vereinnahmung der "Aufklärung des Mordes an Benno Ohnesorg" schon an den immer wiederkehrenden Verweis an die Stasi im "Öffentlich Rechtlichen". Nach 50 Jahren ist man - wie schon immer - an keiner Aufklärung interessiert. Das widerliche Lügenblatt darf - wie eh und je - seine nun als "Fake News" bezeichneten Hass- und Gifttiraden aussondern und gilt zudem noch als zitierfähig. Schützend stellen sich Politiker, Verfassungsschützer und Polizisten vor das Drecksgelumpe und helfen unverändert die Auflage zu steigern. Jeglicher klare Gedanke und jegliche Empathie wird verlacht und/oder zu Geld gemacht.
Und daher Herr H. Weber geht es IMMER um eine "Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse".
Vielleicht wäre Aufklärung - nicht nur die von Uli Gellermann - hilfreich!


Am 06. Juni 2017 schrieb joe bildstein:

"Whoever controls the media, controls the mind."

Jim Morrison - The WHO

Daran hat sich nichts geandert....man kann sich nur angewiedert abwenden und der Opfer trauern.


Am 06. Juni 2017 schrieb Peter Meiser:

@ Hannes Weber
Wegen ihrer schnellen Verdächtigung
mache darauf aufmerksam, dass dieses kein Aufruf zur Gewalt ist.

Der Grundstoff der Printmedien ist wie in den 68er Jahren immer noch Papier. Er wird aus Holz gewonnen und deshalb können Zeitungen auch mal brennen. Wenn Sie das nicht glauben möchten probieren Sie
es doch einfach einmal. Vielleicht finden Sie dann auch noch gefallen daran.daran.


Am 05. Juni 2017 schrieb Marc Britz:


Medienmacht bedeutet ja nicht nur die Interpretation der Wirklichkeit zu kontrollieren, also wie über etwas berichtet wird, sondern auch in der Lage zu sein angesichts der allgemeinen Reizüberflutung eine überhaupt interessante Wirklichkeit zu produzieren, also erst das zu schaffen was irgendwie noch berichtenswert ist. Beim Tittytainment heisst das dann "scripted reality." Das Kamerateam flüstert dem Lumpenproletariat ein, wie es sich beim Abfilmen des in jeder Hinsicht vollgemüllten Lebens noch am besten zum Affen macht, nur dass die Redaktion sich dann noch gemeinere Abfälligkeiten für das zur Ausstrahlung vorgesehene Endprodukt einfallen lassen kann.
Bei Staatsmedien ist das auch so, nur sind die Themen anders gelagert. Öffentlich-Rechtliche haben dabei als Teil des Ideologischen Staatsapparates direkten Zugriff auf das was vom Repressiven Staatsapparat geschaffen wurde. Zum Beispiel der Terrorismus: Er wird von den Geheimdiensten geschaffen um dann von den öffentliche Medien ideologisch entsprechend aufbereitet werden zu können. Ob das mit Intention oder gar konzertiert geschieht oder nicht, ist für den vom Machthaber gewünschten Effekt übrigens unerheblich. Direkt am Tag nach dem Manchester-Attentat wurde - um konkret zu werden - geschickterweise gleich von der ganzen NATO beschlossen der Anti-IS-Koalition beizutreten. Nach all dem zuvor medial breitgetreten anschlagsbedingtem Leid musste dieser Schritt dann auch dem letzten Zweifler als nur allzu plausibel erscheinen. Ähnliches gilt für die Messerattacke in Borough Market. Obwohl der Wahlkampf offiziell unterbrochen ist, braucht sich Theresa May nur in die Downing Street zu stellen und einiges "entschlossenes" gegen den Islamismus von sich geben, und Corbyn ist mit seinem "IS-Verständnis" der Verlierer, da braucht es auch keine Fernsehdebatten mehr. Uns ist zum Heulen, und die Wallstreet denkt ka-ching!
Es ist klar dass sich seit den Ohnesorg- und Dutschke- Morden ausser dem Ausmass der Frechheit, mit der die Machthabenden die Staatsapparate zum eigenen Vorteil zu nutzen wissen, nicht viel geändert hat. Wer daran etwas ändern will, muss die ideologischen UND die repressiven Staatsapparate unter Kontrolle bekommen. Und das muss schon mit friedlichen Mitteln passieren - zumindest wenn wir uns nicht mit der Mischpoke gemein machen wollen, die im Moment das Sagen hat.


Am 05. Juni 2017 schrieb marie becker:

H. W, Sie haben offenbar entweder den Artikel nicht gelesen oder müssen den Pfingstgeist um Erleuchtung bitten.
nur in sofern gebe ich Ihnen Recht, dass Sie ihren Angriff an anderer Stelle lancieren sollten. dort nämlich wo die Kriegsgeilheit ihre Feuerchen zündelt und zu lichterlohem Brand zu führen droht:

es gibt durchaus einige Bürger, die begriffen haben, dass die für die jetzige chaotische Situation Verantwortlichen ihre Machtpositionen weiter und weiter ausbauen werden und nie weichen werden -höchstens eben durch genau die Mittel, die sie verdeckt oder offen selbst anwenden. ( wenn sogar ein Bundespastor aufrief, sich mit militärischer Gewalt in andern Ländern einzumischen, scheint das aktuell kein Problem mehr zu sein und man folgt weiter dieser verabscheuenswürdigen Direktive)
Viel Glück !


Am 05. Juni 2017 schrieb Alexander Kocks:

Ich darf mich hier mal als FAN des russischen
"Fake-News-Senders" SPUTNIK erklären. Wenn ich abends die Nachrichten im deutschen Staatsfernsehen gesehen habe und am nächsten morgen die deutsche Mainstreampresse studiert habe, ist es für mich
immer wieder ein Vergnügen anschließend mich von SPUTNIK über die Sichtweise der Russen zum Weltgeschehen informieren zu lassen. Mir scheint, dass SPUTNIK im Gegensatz
zu unseren Medien ausgesprochen nüchtern und an der Sache orientiert über das Geschehen in der Welt und vor allen Dingen in Russland berichtet und ich hoffe, dass dieses Medium noch lange frei und ungehindert dafür sorgen darf, dass mein Horizont nicht auf den der deutschen Medien reduziert wird


Am 05. Juni 2017 schrieb Helene + Ansgar Klein:

Herzlichen Dank, Uli Gellermann, für diese ausgezeichnete Nachhilfe in Gechichte der 60er und Gegenwartskunde!


Am 05. Juni 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

@ Hannes Weber,
da gibt es den Spruch mit alle Tassen im Schrank.............
Ja, Herr Weber, wohl wahr, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse einer dringenden Änderung bedürfen:
Der größte Niedriglohnsektor in der EU.
Menschen leben in Armut und Ausgrenzung . Altersarmut, Tagelöhner, Pflegenotstand, unbegleitete geflüchtete Kinder und Jugendliche, Beteiligung an Kriegseinsätzen, Deutschland als Waffenhändler, Hartz 4, usw. usw. Die Liste der Sauereien ist lang, und die, die dieses Land mit aufgebaut haben, die Rechte von Arbeitern, von Teilhabe, für Chancengleichheit, für Bildung würden sich im Grab umdrehen, wenn sie kläglichen Reste dessen sehen könnten, wo Frauen und Männer im Faschismus, verfolgt, gedemütigt, weggesperrt, und viele ermordet worden sind. Aus einer zutiefst antifaschistischen Familie kommend möchte ich ihnen folgendes sagen: Einen differenzierten Artikel, der inhaltlich, nicht nur sauber recheriert vom Galeristen, sondern der immer aufsteht, wenn es um die Würde des Menschen geht, wenn Menschenrechte verletzt werden, wenn es gegen Krieg und Faschismus geht, oder wie jetzt hier, Benno Ohnesorg und Rudi Dutschke, die mit Dreck der Herrschenden beworfen worden sind, und immer noch werden, uns in Erinnerung zu bringen, um erkennen zu können, dass die Mittel der Medien subtiler geworden sind, weil sie sich gegen das Volk, und deren Interessen, verbündet haben, und sie fallen, wie viele darauf rein, doch Unwissenheit kann keine Entschuldigung sein, dem Galeristen zu unterstellen, dass er in seinem Artikel zur Gewalt aufruft, ausgerechnet einem Humanisten und Menschenfreund.


Am 05. Juni 2017 schrieb Matthias Brendel:

"Entstehn doch alle Kriege um des Geldes Besitz."

Platon (um 427-347 v Chr.)


Am 05. Juni 2017 schrieb Gernot Bäcker:

Wie schön, dass Sie Ihre Russen-Russenliebe mit einem Auftritt beim Fake-News-Sender Sputnik bestätigen.


Am 05. Juni 2017 schrieb Hannes Weber:

Das ist ein Aufruf zur Gewalt. Damit zeigen Sie Ihr wahres Gesicht. Ihnen geht es doch nicht um ein besseres TV-Programm, Sie wollen die gesellschaftlichen Verhältnisse ändern, da ist die Tagesschau nur ein Umweg.


Am 05. Juni 2017 schrieb Jürgen Heiducoff:

Die Gebühren für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkgesellschaften in Deutschland werden als Rundfunkbeitrag erhoben.
Wir leben in einer Marktwirtschaft. Angebot und Nachfrage bestimmen die Wirtschaft, das Leben.
Die Annahme von Angeboten mittels einer Nachfrage ist die Voraussetzung für einen Kauf.
Die Leistung/das Produkt, die Öffentlichkeit mit Informationen und Nachrichten zu bedienen, mag als Angebot gelten. Der Verbraucher, der Kunde hat das Recht, frei zu wählen, ob er und zu welchem Preis er eines der Angebote annimmt und kauft.
Diese Grundregeln einer Marktwirtschaft werden im Falle der Gebühren für öffentlich-rechtliche Rundfunkgesellschaften ausgehebelt.
Der Rundfunkbeitrag ist zu zahlen, ganz gleich ob man die Leistung, desinformiert zu werden in Anspruch nehmen möchte oder nicht. Es spielt auch keine Rolle, ob der Käufer mit der Qualität des Produktes einverstanden ist.
Dieser Rundfunkbeitrag ergibt sich unverständlicherweise nicht aus der Anzahl der betriebenen Empfangsgeräte, aus der Wohnfläche oder aus der Anzahl der in einer Wohnung lebenden Personen. Statt dessen wird der Beitrag an die Existenz einer Wohnung, eines Haushaltes geknüpft. Für jeden Haushalt ist der gleiche Betrag zu entrichten. Das ist in höchstem Maße sozial ungerecht, denn wer sich aus Einkommensgründen nur einen kleinen Haushalt leisten kann, bezahlt die gleichen Rundfunkgebühren wie der, der eine große Villa bewohnt.
Wer beruflich flexibel ist und am auswärtigen Arbeitsort eine Nebenwohnung hat, wird neben einer Zweitwohnungssteuer auch noch von den öffentlich-rechtlichen Rundfunkgesellschaften doppelt abkassiert.
Sarkastisch könnte man meinen:
Wer schon das Glück hat, eine Wohnung zu bewohnen, obwohl das Grundgesetz seines Landes noch nicht einmal das Recht auf Wohnen beinhaltet, der soll dafür auch löhnen.
Wer so diszipliniert ist und der Meldepflicht nachkommt, der soll auch der Pflicht nachkommen, Rundfunkbeitrag zu entrichten.

Dran bleiben...

Schlagzeilen

Wenn Sie sich für die Artikel der Rationalgalerie interessieren und immer erfahren wollen, wenn es Neuigkeiten gibt, können Sie unseren RSS-Feed abonnieren:
RSS-Feed abonnieren

Kürzlich...

21. Oktober 2019

EURO-Balkan

EU zerbricht und will doch größer werden
Artikel lesen

16. Oktober 2019

Endlich echte Nachrichten

Hilfe für die Tagesschau-Redaktion
Artikel lesen

14. Oktober 2019

Scheuer verarscht Parlament

Höfische Opposition kann sich abmelden
Artikel lesen

07. Oktober 2019

Prima Betriebsklima

Greta ist total ferngesteuert
Artikel lesen

07. Oktober 2019

Schweigen zur Folter

Spenden für Julian Assange
Artikel lesen

PDF dieses Artikels

Diesen Artikel herunterladen

Wenn Sie möchten, können Sie sich diesen Artikel auch als PDF-Datei herunterladen:
PDF-Datei laden

Artikel kommentieren

Brillant? Schwachsinn? Mehr davon?

Sagen Sie uns Ihre Meinung! Wir überprüfen Leserbriefe, bevor wir sie online stellen – nicht um sie zu zensieren, sondern um unsere Leser vor SPAM und Werbung zu bewahren. Über Kritik freuen wir uns!
Kommentar verfassen

Spenden für Medienvielfalt

Die Autoren dieser Seite verwenden viel Zeit und Sorgfalt bei der Recherche und beim Schreiben der Artikel. Wenn Sie die Rationalgalerie in ihrem Bestreben, zur Vielfalt unserer Medienlandschaft beizutragen, unterstützen möchten, freuen wir uns über eine Spende. Jeder Beitrag hilft uns weiter: