Trump & Merkel

Szenen einer alten Ehe

Autor: U. Gellermann
Datum: 19. Dezember 2016

Geht da was? Zwischen Angela Merkel und Donald Trump war bisher keine Freundschaft ausgebrochen. Das stereotype „Freunde“, das der Kanzlerin bisher über die Lippen kam, wenn von den USA die Rede war, scheint einer Denk-Pause gewichen seit der designierte US-Präsident die Europäer stärker an den NATO-Kosten beteiligen will. Es wird allerdings kaum um Geld gehen, wenn der Merkel-Schattenmann Christoph Heusgen, Leiter der Abteilung Außen- und Sicherheitspolitik im Kanzleramt, Anfang der Woche zu Gesprächen nach New York fliegt. Heusgen trifft dort auf Trumps künftigen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn. Der alte amerikanische Militär-Geheimdienstmann und der zivile deutsche Politik-Berater scheinen wenig gemein zu haben. Aber wer weiß, dass Heusgen sein Handwerk beim früheren Außenminister Klaus Kinkel gelernt hat, der weiß auch, dass Kinkel, vom Bundesnachrichtendienst (BND) in das Außenamt gewechselt war und dort die neue deutsche Stärke propagierte: „Wir sind aufgrund unserer Mittellage, unserer Größe und unserer traditionellen Beziehungen zu Mittel- und Osteuropa dazu prädestiniert, den Hauptvorteil aus der Rückkehr dieser Staaten (aus dem Einflussbereich der vergangenen Sowjetunion) nach Europa zu ziehen.“ Der deutsche Imperialismus meldete sich zurück.

Wenn Bundeskanzlerin Merkel, kurz vor der Entsendung ihres Heusgen zum Trump-Sicherheitsmann Flynn, glaubt feststellen zu müssen: "Wir haben es mit einem Versagen des Uno-Sicherheitsrats zu tun“, dann meint sie, dass der Sicherheitsrat nicht den Wünschen der deutschen Regierung im Syrienkrieg entsprochen habe. Jenem Krieg, der zwar gern auch von Deutschland mit dem ausdrücklichen Wunsch nach einem Regime-Change befeuert wurde, für dessen Gräuel aber im gelenkten Teil der deutschen Öffentlichkeit ausschließlich Russland verantwortlich gemacht wird. Da trifft es sich auffällig gut, dass die Merkel ausgerechnet jenen Mann zur künftigen US-Administration sendet, der von ihr zum ständigen Vertreter Deutschlands bei den Vereinten Nationen vorgesehen ist. Das deutsche Interesse an einem ständigen Sitz im Uno-Sicherheitsrat ist immer noch virulent: Der Sicherheitsrat gibt die völkerrechtliche Zustimmung für Militärinterventionen und Sanktionen. Ein Land, dass seit den Luftangriffen auf Jugoslawien nur wenige Auslandseinsätze ausgelassen hat, das säße schon gern an jener Stelle, an der die Militärinterventionen international abgesegnet werden.

Christoph Heusgen trifft mit Michael T. Flynn einen, der Auslandseinsätze aus nächster Nähe kennt. Schließlich war der gelernte Fallschirmspringer Flynn länger bei den International Security Assistance Forces (ISAF) und ihrem „friedenserzwingenden Einsatz“ in Afghanistan. Von Flynn ist bekannt, dass er den Islam als „Krebsgeschwür“ diagnostiziert. Weniger bekannt ist, dass er in seinem Buch “The Field of Fight” Russland als Teil einer weltweiten Allianz gegen die Vereinigten Staaten bezeichnete und Wladimir Putin als „nicht vertrauenswürdig“ einordnete. Aber weil der Mann bei einer Gala des Senders Russia Today (RT) mal neben dem russischen Präsidenten Putin gesessen hat, wird er bis heute in einer hysterisch russophoben deutschen Öffentlichkeit als Freund Putins gehandelt. Obwohl Flynn gestand, dass er für seinen Auftritt bezahlt wurde. Flynn ist der Mann, der angeblich genau genau weiß „wie der globale Krieg gegen den Islam zu gewinnen ist“ und der seine Erfahrungen als Offizier des militärischen Geheimdienstes aus den US-Invasionen von Grenada bis nach Afghanistan für diesen Kampf einbringen wird. So, wie sich diese Haltung mit der blinden Pro-Israel-Haltung Trumps trifft, so begegnet man sich gern mit der von Frau Merkel verkündeten deutschen „Staatsräson“ gegenüber Israel.

Was geht? Wenn Trump tatsächlich mit der Verschiebung der NATO-Kosten zuungunsten der Verbündeten auch die Militärbündnis-Zügel lockert? Wird der feuchte Traum der AfD wahr „den europäischen Teil der atlantischen Allianz deutlich zu stärken . . . um auf diesem Weg mehr Gestaltungsmacht und Einfuss zu entfalten“? Wer das für weit hergeholt hält, der hat sich den Elite-Katholiken Heusgen nur nicht gut genug angeschaut. Er war im Büro von Außenminister Klaus Kinkel in jener Zeit, als der FDP-Mann zu den schärfsten Fürsprechern einer Bundeswehr-Intervention auf dem Balkan zählte und verlangte, die Serben müßten "in die Knie gezwungen" werden. Und Heusgen war dann später Büroleiter von Javier Solana, dem `Hohen Repräsentanten für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik´ der EU, als sich die EU unter beider Federführung zu einer Interventionsstreitmacht entwickelte. Heusgen selbst rechnet die EU-Militäreinsätze in Mazedonien (2001), in Kongo/Ituri (2003), die Übernahme der Besatzungsaufgaben von der SFOR durch eine EUFOR in Bosnien (2004) sowie die Einmischung in die Krisen in der Ukraine (2004) und in Moldawien/Transnistrien zu seinen Erfolgen.

Unter Heusgens Augen – da war er schon der Schattenmann der Kanzlerin – formulierte die Stiftung Wissenschaft und Politik, die wesentliche Kanzleramts-Denkfabrik, ein Papier mit dem Titel „Neue Macht – Neue Verantwortung“. Im Papier wabert der Merkel-Heusgen-Geist wie auf Flaschen gezogen: „Europa und Deutschland müssen daher Formate für NATO-Operationen entwickeln, bei denen sie weniger auf US-Hilfe angewiesen sind.“ Der Fall geringer werdender Hilfe könnte jetzt eintreten. Und zu mehr neuer deutscher Verantwortung im Umgang mit „Störern der internationalen Ordnung“ führen. Denn die gute alte Ehe zwischen Merkel-Deutschland und den USA gerät gerade in die schwierigen Szenen einer Lebensgemeinschaft: Die formierte deutsche Öffentlichkeit hat ihre kniende Haltung gegenüber den USA noch nicht so ganz wiedergefunden. Und die Berliner Administration wittert jene militärische Selbstständigkeit, die ihr, nach so vielen tollen Auslandseinsätzen und dem Entfachen des ukrainischen Krieges scheinbar zustehen sollte.

In der taktisch-devoten Türkei-Haltung wird sich der Kanzlerin-Emissär allemal mit Michael Flynn, dem erwählten Nationalen Sicherheitsberater des Herrn Trump treffen. Denn Flynn hatte schon mal gefordert, den türkischen Prediger Fethullah Gülen an die Türkei auszuliefern, während seine Firma dafür bezahlt wurde, Lobbyarbeit für Ankara zu erledigen. Auch ideologisch werden Flynn und Heusgen keine Konflikte haben: “Die Russen und Iraner haben mehr gemeinsam als einen gemeinsamen Feind", schreibt Flynn in seinem Buch. "Es gibt auch eine gemeinsame Verachtung für die Demokratie und eine Vereinbarung - von allen Mitgliedern der feindlichen Allianz -, dass Diktatur ein überlegener Weg ist, ein Land, ein Reich oder ein Kalifat zu führen." Auch wenn Heusgen diese These sicher viel eleganter formulieren würde: Zerrüttet kann man die BRD-USA-Ehe kaum nennen. Auch wenn die USA einen neuen Lover haben, die Kanzlerfrau wird dem Land ihrer Träume jeden Seitensprung verzeihen. Schließlich gibt es mit der Europäischen Union genug Spielraum für einen flotten Dreier. Geht doch.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 21. Dezember 2016 schrieb Otto Bismark:


Letztlich ist es doch so, daß es immer nur um Interessen geht. Sicher bringt da Trump eine neue Nuance ins Spiel, denn der ist wesentlich mehr Geschäftsmann als alle anderen vorher. Nur was wird dabei herauskommen? Wir werden es erleben, daß auch unsere Kapitaleigentümer ihren Platz suchen und finden. Ob wir nun künftig vorndran mitspielen dürfen oder nicht, hängt sehr stark davon ab, welchen Platz man uns zuweist. Und bei diesem Rennen müssen wir sehen, daß bisher der Anschluß verschlafen wurde. Was aber nicht heißt, daß alles zu spät ist. Trump wird seinen Segen ganz geschäftsmännisch danach verteilen, wer mehr in die Suppe zu brocken hat. Alles nur eine Frage des Preises! Und wie wir sehen, begreift man das so langsam auch im Kanzleramt. Wer allerdings wem z


Am 20. Dezember 2016 schrieb altes Fachbuch:

@lieber m.ebel;)
was erwartest du? sieh nur:
"Der deutsche Imperialismus meldet sich zurück" wird als eine satirische Pointe wahrgenommen, und der schreiber lobt sich für diese seine "erkenntnis", weil er den fraglichen witz verstand! in einem freien land musst du nicht begreifen, dass vielleicht 5 vor 12 uhr gemeint war, und du darfst auch warnungen ignorieren.
da kannst du nichts machen! da wird dir die künftige fiktive weltsituation erklärt, als ginge es darum, das inlet eines pc-spiels zu betexten. 5 vor 12 uhr kann kreativ machen.
ist es dann um 12 uhr greift dann wieder das "wir":) die selbstverständlichkeit mit der du in der katastrophe hilfst, wird aus moralischen und ethischen gründen eingefordert. ist deren arsch erst mal gerettet, liegt es wieder an deren intellektueller überlegenheit, und du bist vergessen! die fabel von den ameisen und der grille:) wer will schon ameise sein müssen, wenn man als grille soviel zuspruch erfährt!
auf änderungen des systems (wie du schreibst) hoffen die nicht. im gegenteil: wir justieren ein paar stellschrauben, üben uns in freundlicher kommunikation und blickkontakt im kreisverkehr, und dann wird uns MAL ein seriöser politiker erlösen (ist bald der 24.12.:).
vor 3 tagen durfte man auch hier schreiben, dass die deutschen den sozialstaat von oben geschenkt bekamen, um kontrollverlust vorzubeugen??!! schade eigentlich, dass die ominöse gegenseite von oben die kontrolle damals nicht probiert hat.

ich teile die meinung des galeristen: es wird eng in der welt, bündnisse wackeln und entstehen, die gefahr von kriegen und die deutsche beteiligung steigen!!
das bild "alte ehe" mag ich aber nicht, denn ich liebe meine frau! merkel (eine grille) liebt nur sich und ihre auftraggeber, das kapital!!

Antwort von U. Gellermann:

Mir ist der Anlass für die Diskussion sonderbar: Die Anmerkung im Artikel, der deutsche Imperialismus melde sich zurück, bezog sich auf den Moment des Verschwindens der Sowjetunion und deren Verbündeten. Der westdeutsche Staat war bis zu diesem Zeitpunkt in vielerlei Fesseln gelegt und der alte deutsche Imperialismus, bewährt in zwei Weltkriegen, weitgehend gebändigt. Das ist nicht neu, der Satz markieret einfach nur den Zeitpunkt seines neuen Auftritts.


Am 20. Dezember 2016 schrieb Manfred Ebel:

Ne, blöd sind die nicht. Aber andere, die denen immer wieder Chancen einräumen, abwarten wollen, auf Änderungen des Sytems und der Trumps und Merkels hoffen.
"... Wartet mal ab! Die haben bald abgewirtschaftet! ..."
Kennen Sie nicht mehr?
Und zur Wahl 2017 schon mal vorsorglich "Lasst sie mal! Wartet ab! Gebt Ihr 'ne Chance!"?

Warum sollte ich denen jemals eine Chance einräumen? Die haben ihr Verbrechertum bewiesen. Mit tausenden, millionen Toten, mit Armut, Elend, Verblödung, Umweltzerstörung, 1% zu 99%!
Wozu schreibt der Gellermann hier? Zum Abwarten, Chancen verteilen?
Es ist zum Erbrechen.


Am 20. Dezember 2016 schrieb Jurgen Berg:

@ U. Gellermann

"Der deutsche Imperialismus meldet sich zurück".
Eine satirische Pointe!

Heusgen fliegt nach NY, um bei Flynn vorzusprechen, nicht umgekehrt. Wo melden sich deutsche Imperialisten zurück? Und wo wird entschieden, ob Berlin inzwischen bewiesen hat, daß im Sicherheitsrat richtig abgestimmt wird, falls da ein Platz eingeräumt wird.

Für einige Analysten steht Oligarch Trump für einen Wechsel der US-Politik zur bewährten Strategie, sich (scheinbar) mit dem schwächeren der beiden stärksten Konkurrenten zu verbünden, um den stärksten Konkurrenten zu bekämpfen. Einigkeit darüber, wer (jetzt oder zum entscheidenden Zeitpunkt) der schwächere der beiden Konkurrenten ist, Rußland oder China, besteht wahrscheinlich auch nicht.
Trump steht für China als der stärkere Konkurrent.
Das setzt voraus, daß sich Rußland und China spalten lassen.
D (Europa) gilt als unsicherer Kandidat, vor allem wegen einer nicht zu unterschätzenden Orientierung auch nach Rußland. Sich mit Rußland gegen China zu positionieren entschärft auch das Risiko des (noch?) möglichen GAUs für die USA: Europa + Rußland + China. Sollten sich Rußland und China nicht mehr spalten lassen, dann muß Europa erst recht mit im Lager sein.

Manche Analysten sehen eine bipolare Welt (China mit Rußland und Verbündeten vs. USA mit Europa und Verbündeten) mit zwei getrennten Einflußsphären voraus, mit Handel - einschließlich Seidenstraße - aber ohne politische Interventionen.

Das "deployment" entlang der russischen Grenzen muß zu dieser Analyse nicht im Widerspruch stehen.
Was die "Verteilung" der Militärausgaben angeht, also Entlastung der USA, so betrifft das nicht nur Deutschland! Andere Analysten verweisen hier auf das "Space Command" und die ungeheuren mit diesem Projekt (Space War) verbundenen Kosten. Alle Partner global werden angehalten, sich zu beteiligen. Eingekauft wird bei den USA, womit global und synchron Hardware und Software standardisiert werden. Die bodenbasierte Infrastruktur ist installiert in den weltweit verteilten ca. 900 bis 1000 militärischen Stützpunkten. So zumindest die Vorstellung; jedoch aktuell springen immer mehr potentielle "Partner" ab.

Die Kosten des "deployment" entlang der russischen Grenzen und diese ungeheuren Kosten dürften aber auf längere Zeit die Bedûrfnisse der Investoren und Oligarchen auf beiden Seiten einer möglichen bipolaren Welt befriedigen, mit der Folge entsprechenden Wachstums (von Schulden und Vermögen) auf beiden Seiten. Politische Partner hin oder her; die Investoren und Oligarchen wird das nicht kümmern, ob in Rußland, China, USA oder Europa. Oligarchen aller Länder vereinigt euch!

Also vielleicht zunächst eine bipolare Welt ohne Krieg mit Rußland und China. Und weiter wie gehabt. Bis der Zeitpunkt für den Showdown für "es kann nur einen geben" aus dem Weltraum gekommen ist. Wenn nicht vorher der Crash zuschlägt, oder die Natur.

Zum "Space Command" folgender Link:

http://www.pipr.co.uk/all/preparing-for-war-with-russia-and-china-the-u-s-quest-for-global-domination-depends-on-space-technology/


Am 20. Dezember 2016 schrieb Michael Kohle:

Jetzt wollen wir doch erst mal abwarten, ob jemand und wenn ja, wer am 20.Jahrhundert die Hand heben darf und Amazing Grace intoniert bekommt. Es gibt noch etliche Umgehungsstrecken, nicht nur der käufliche Erwerb von Wahlmännerstimmen. Sollte sich herausstellen, dass bis dahin der aktuelle commander in chief in Vollbeschäftigung befindet, werden keine Pferde mitten im Strom gewechselt. Insofern liegt es schon in der Hand von Putin, ob wir den 20. Januar unbeschadet erreichen. Er darf sich nur nicht provozieren lassen.

Schaut bzw. hört man sich nur heute das Gewitter der deutschen Premiumsmedien an, ist alles möglich. Sollte es Donald T. tatsächlich bis auf die Kongress-Empore schaffen, stellen sich immer noch ein paar andere Fragen. Wurden die Wochen seit der Wahl genutzt, um ihn gehörig zusammen zu beißen auf handzahmes Gehabe? Wenn nein, was wird hinter den Türen der Empore vorbereitet sein? Vor acht Jahren durfte dort der soeben vereidigte neue Präsident, stoßweise Papier unterschreiben und versprechen, was er zukünftig gefälligst zu unterlassen hat. Hätte er sich seinerzeit geweigert, hätten wir die letzten acht Jahre bestimmt überraschenderweise Joe Biden Michelle's Hand an Baracks Sarg drücken sehen, LBJ lässt grüßen. Warum sollte es bei Donald anders sein?

Sollte Trump es schaffen, nicht alle Versprechungen aus seiner Gettysburger Wahlrede zurücknehmen zu müssen und sie tatsächlich in Teilen umsetzen zu wollen? Ich hege Zweifel. Was immer mein Sagen war: Trump hat im Vergleich zu Hillary einen höheren Unterhaltungswert. Mehr wohl nicht.

Wenn unsere selbstberufene Statthalterin für globalamerikanische Umtriebe in Deutschland ausgerechnet ihren bisherigen Hausknecht und defacto-Außenminister ins Küchenkabinett nach NYC schickt, gibt mir das allerdings schon zu denken. Der Botschafter der Ostrom-Kaiserin im evtl. darniederliegenden bzw. widerborstigen Westrom dürfte in seiner Aktivität davon abhängen, wer die größeren Eier in der Hose hat. Und da kann doch wohl heute schon eine klare Trendaussage getätigt werden, falls Donald im Sessel sitzt, egal ab im Oval Office oder - wie es bei den weströmischen Kaisern öfters war -im Lustschlösschen am Meer mit Aussicht.


Am 20. Dezember 2016 schrieb Gideon Rugai:

"Es ist Weihnachten! Gellermann schenkt jede Menge Text her.Und nimmt zugleich Illusionen über Trump. Für manche eine herbe Überraschung. Für mich nicht. Was soll von Oligarchen schon Gescheites kommen."

Illusionen weniger, eigentlich nur die Fairnis dem Mann eine Chance zuzugestehen bzw. erst mal machen zu lassen (die berühmten 100 Tage im Amt). Allerdings habe ich nach Obamas frech-gewitzter "Yes we can" Theateraufführung von 2008 immer auch die Option im Kopf behalten, dass man uns (bzw. den Amerikanern) mit Trump ein weiteres, windiges Kuckucksei ins Nest legt.....das würde natürlich wieder perfekt zum üblichen divide et impera der Eliten passen......blöd sind die ja nicht, überrumpeln lassen sie sich gemeinhin auch nicht...tun aber gerne so wenn es denn dem Zwecke dient....the show must go on -(am besten) forever !


Am 19. Dezember 2016 schrieb Gerhard Wirth:

Politiker sind grundsätzlich nicht vertrauenswürdig und wenn Hillary Clinton als Frau des 3. Weltkrieges galt, kann Trump ja nur der Bessere unter den verlogenen Politikern sein. Es gilt abzuwarten wie Trump sein Amt wirklich ausübt, ob er sich mit seinen Wunsch nach guten Wirtschaftsbeziehungen zu Russland durchsetzt, oder die Kriegshetzer in seiner Partei die Oberhand bekommen. Setzt Trump sich durch, ist es schlecht für Merkels Sanktionspolitik gegen Russland, denn die USA konterkarieren ihre Anti-Russland Politik mit neuen Wirtschaftsbeziehungen. Setzen sich die Kriegshetzer durch, dann blüht Merkel wieder auf, denn sie kann USA hörig ihre bisherige Politik weiter verfolgen. Die bisherige Politik verlief nach einem ganz einfachen Schema innerhalb der Obama Administration: Russland ist an allem Schuld was in der Welt passiert und muss als Feindbild Nr. 1 verbleiben. Denn wie sind denn sonst der Rüstungsindustrie die dauerhaften Milliardengewinne zu garantieren?


Am 19. Dezember 2016 schrieb Lutz Jahoda:

Kohl und Merkel waren schon lustig.
Donald und Angela wären in der Politarena eine gelungene Draufgabe
zwischen Löwennummer und Sprung aus der Zirkuskuppel ohne Netz.
Kinder zahlen halbe Preise.


Am 19. Dezember 2016 schrieb Petra Wegner :

Es ist Weihnachten! Gellermann schenkt jede Menge Text her.Und nimmt zugleich Illusionen über Trump. Für manche eine herbe Überraschung. Für mich nicht. Was soll von Oligarchen schon Gescheites kommen.


Am 19. Dezember 2016 schrieb altes Fachbuch:


lieber @ g.weiler;)
"make america great again"
was anderes als eine drohung mag dies wohl bedeuten!! "america first!", natürlich nur mit friedlichem handel und dealen durchgesetzt, jenseits von hegemonialen ansprüchen, seine eigene militärische potenz völlig ignorierend, ein neues friedliches amerika (usa)...;)
just zur weihnacht kommt da so'n heilsbringer, der den falken in amiland die flügel stutzt, und mehr auf den dollar denn auf kanonen setzt.
ich sehe das anders: das trump-team überlässt europa, wo es ausser die bankrotte ukraine nichts zu holen gibt, den europäern und bürdet denen die kosten auf. die eigenen ressourcen konzentrieren sich auf den asiatischen raum, wo die wirtschaft und die bevölkerungszahlen brummen. taiwan ist dabei ein vorgeschmack.
wer sich das trump-team ansieht, wird bangen, dass sich die rohstoffmafia der welt (incl. russland) verbündet und sich die welt natürlich "friedlich" aufteilt. die tauschen lediglich gegenseitig aktiva, so werden jetzt schon die sanktionen gegen die RF umgangen:)
die auswirkungen für den rest der welt, deren volkswirtschaften und die ökologie werden fatal sein.
übrigens: wer jetzt am lautesten kräht sind nicht die eliten, lediglich deren sprachrohre!


Am 19. Dezember 2016 schrieb Manfred Ebel:

Man könnte abwinken: Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. Wenn nicht beide Optionen kriegsbrandgefährlich wären. Hat die Menschheit jemals eine andere Erfahrung mit den Imperialisten gemacht als die, dass sie entweder gegeneinander oder zusammengerottet um Ressourcen, Einfluss, Macht gekriegt haben?! Neuerdings kommt der Kampf ums eigene systemische Überleben hinzu - zunehmend an erste Stelle.
So muss man eigentlich zu dem Schluss kommen, dass weitgehend unbeachtlich ist, welche temporäre Nuance das Pack-schlägt-sich-verträgt-sich-Szenario hat.
Die Faktenlage seit Existenz des Imperialismus und gesteigert seit seiner Fessellosigkeit ist jedenfalls, dass außer Lügen, politischer und ökonomischer Erpressung und Kriegsgewalt nach innen und außen - mit ganz eindeutigen dementsprechenden Ergebnissen - keine signifikante Entwicklung zu bemerken ist.
Da muss man schon ganz schön im kognitiven Abseits stehen, um von Chancen zu reden. Das blöde Kind hofft doch nur wieder auf die vergammelten Korinthen.
Die Korinthenschmeißer machen doch nicht mal einen Hehl draus, dass Korinthen für einige nur um den Preis des Verreckens von allen zu haben sind. Siehe Zitate im Artikel.


Am 19. Dezember 2016 schrieb Klaus Buschendorf:

Zu Günther Weiler: Schön wäre es. Doch das muss erst bewiesen werden. Doch das nicht der bisher herrschende Teil des US-Establissement mit Clinton an die Macht kam, ist erst mal als Erfolg zu werten.


Am 19. Dezember 2016 schrieb Katrin Brandtner:

Mal wieder ein Kabinettstück aus Gellermanns Feder. Faktenreich und elegant geschrieben. So geht Journalismus.


Am 19. Dezember 2016 schrieb Günther Weiler:

Sie reden drumherum. In Wahrheit ist mit Trump eine friedliche Außenpolitik der USA gegeben. Das Ende der Regime-Changes naht und das Verhältnis zu Russland wird deutlich besser werden. Das ist die Chance, darüber sind die Eliten in den USA und in Deutschland so sauer.

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