SPIEGEL offline

BILD am Montag elektronisch

Autor: U. Gellermann
Datum: 24. Januar 2019

Ein hartnäckiges Gerücht hält sich in der Netz-Gemeinde: SPON (Spiegel Online), die elektronische Fassung des einstmals ziemlich perfekt recherchierten und Debatten auslösenden gedruckten Nachrichtenmagazins aus Hamburg sei dessen legitimer Erbe und würde vor allem von Journalisten als informatives Überlebensmittel gepriesen.

Der 23. Januar 2019 war ein Tag wie eigentlich jeder andere. Ein Tag also, um SPON anzuklicken. Und siehe, die Site baute sich flott auf und gab tatsächlich Nachrichten preis: Das FBI kann, wegen des Shutdowns, der US-Haushaltssperre, seine Informanten nicht bezahlen, sorgt sich SPON. Und barmt, das habe „Folgen auch für den Anti-Terror-Kampf“. Ohne jede kritische Distanz geben die Hamburger Nachrichten-Panscher den schmutzigen US-Propangada-Satz vom „Kampf gegen den Terror“ weiter. Jenen Satz, mit dem der Dauerkrieg in Afghanistan einst begann. Mit dem der dreckige Krieg im Irak getarnt wurde. Und der seit seiner Erfindung für jede beliebige US-Aggression herhalten muss. Nachricht? Quatsch, bestenfalls Meinung.

Mit der nächsten Schlagzeile, "Trump stellt Pressekonferenzen infrage" wird eine der täglichen Trump-Zicken als Neuigkeit ausgegeben obwohl jeder weiß, das solches Trump-Bla-Bla so neu ist wie ein Bericht über Hühneraugen im Altenheim. So gelangte man im informationellen Schlafwagen direkt zu einer SPON-Umfrage: "Bürger sehen keine klare Kompetenz bei der SPD". Diese Weisheit hat die Redaktion sicher aus einem gut abgestandenen Kaffeesatz gelesen. Dafür wäre eine Umfrage nicht nötig gewesen. Über die SPD-Kompetenz für Wirrnis, Asoziales und dumme Sprüche weiß an jeder Straßenecke jeder was zu sagen. Doch das SPON-SPD-Orakel eignet sich prima als Übergang für das aktuell übliche Surfen auf der Grünen Welle: Der "grüne Finanzexperte Gerhard Schick legt sein Bundestagsmandat nieder und gründet einen gemeinnützigen Verein für eine nachhaltige Finanzwirtschaft". Diese umwerfend allgemeine Bekanntmachung ist allerdings nur "Exklusiv für Abonnenten". Und das ist auch gut so. Denn wer das Blatt immer noch abonniert, muss mit gähnender grüner Langeweile bestraft werden.

Immerhin erfahren SPON-User noch, dass Putin und Erdogan um Syrien "schachern" würden. Schachern kommt aus dem Jiddischen und meint "Abwägung gewinnsüchtiger Interessen sowie kleinliches, hartnäckiges Streben nach dem größtmöglichen Vorteil". Das käme den vornehmen Außenpolitikern der Bundesrepublik, die lange Zeit und chorisch "Assad muss weg!" gerufen haben natürlich nie in den Sinn. Und weil die syrischen Trauben weg sind wissen die Füchse vom SPIEGEL schon wie das "Schachern" von Putin und Erdogan ausgehen wird: "Ein Deal, der eine Massenflucht aus Idlib auslösen - und für die Kurden verhängnisvoll sein könnte." Nach dieser verheerenden aber durch nichts belegten Meinung im verschlissenen Gewand einer Information kommt das Intelligenz-Blatt zu einer extrem bedeutenden Nachricht aus der Wissenschaft: "Hautbemalung - Zebramuster schützt Menschen vor Stichen". Das ist für Mücken und Zebras natürlich von eminenter Bedeutung. Und wer hat nicht schon mal ein Zebra getroffen, das im Netz surfte aber bitterlich weinte, weil ihm die Mücken für ein SPIEGEL-Abo fehlten.

Spiegel Online ist eine der reichweitenstärksten deutschsprachigen Nachrichten-Websites. Und weil nur noch EURO-Zahlen zählen: SPON machte 2006 bei einem Umsatz von 15 Millionen Euro zwei Millionen Gewinn. Und im Jahr 2011 belief sich der Werbeumsatz sogar auf 30 Millionen Euro. Von solchen Profiten kann eine alternative Site wie zum Beispiel KENFM nur träumen. Auch deshalb ist der Nachrichtengehalt-Vergleich am selben 23. Januar 2019 durchaus spannend. Und womit beginnt die Startseite von Ken Jebsen? Mit einem zentralen Medienthema, den Rundfunkgebühren: "GEZ – Was bekommt der Kunde für die Zwangsabgabe?" Man muss kein professioneller Medienbeobachter sein, um festzustellen: Das ist das Thema dieses Jahres. Und während sich SPON Sorgen um die Zahlungsfähigkeit des US-Geheimdienstes macht, widmet sich die alternative Plattform einer neuen "Petition an den US-Kongress", denn die "fordert die Aufklärung von vier politischen Morden in den 1960er Jahren." Lange her? Nur für Kurz-Denker. Denn das FBI, vom Autor des Artikels mehrfach als Mord-Begleiter erwähnt, gibt es immer noch und Menschen wie Julian Assange sind immer noch vom Tod bedroht. Hier ist die Reise in die Vergangenheit ein Blick in Gegenwart und Zukunft. Gibt man dann eine der Jebsen-Headlines in die SPIEGEL Online-Suchmaschine ein – zum Beispiel "Kindersoldaten im Jemen" –  gibt es einfach keinen Treffer. Obwohl die Nachricht ebenso neu wie brisant ist.

Die Zeit in der das Hamburger Magazin aufklärend und enthüllend unterwegs war, ist vorbei. DER SPIEGEL ist offline, hat längst den Draht zu jenen Usern, Lesern verloren, die an wirklichen Nachrichten interessiert sind. Zwar kann das Produkt immer noch Themen auf die Agenda setzen. Dazu reicht seine Quote allemal. Die Zeit allerdings, in der das Blatt stolz sagen durfte "Spiegel-Leser wissen mehr" ist schon sehr lange vorbei. Selbst der jüngere SPIEGEL-Slogan "Keine Angst vor der Wahrheit" ist zur Lüge geronnen. Sinnvoll wäre der Spruch "Bild am Montag - im Netz auch stündlich".


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 28. Januar 2019 schrieb Karola Schramm:

Na ja, es herrscht Einigkeit unter den Leit-Medien, sich an Merkels "Duktus" zu hängen. So machen das Männer und Frauen,, die immer noch von "Mutti" abhängig sind.
Es braucht eine sehr hohe Frustrationstoleranz sowas auszuhalten, was nicht heißen soll, so kurzsichtig Geschriebenes nun klaglos hinzunehmen.
Auch vom Spiegel trennen sich die Abonnenten. So geht das. "Wer nicht hören will, muss fühlen" sagt das Sprichtwort. Jedenfalls freue ich mich jeden Tag über das Internet, die guten politischen Blogs und auch über Uli Gellermanns Rationalgalerie. Auf SPON, Zeit etc. ist keiner mehr angewiesen, der ausführlich und nach journalistischem Ethos informiert sein will.


Am 26. Januar 2019 schrieb altes Fachbuch:

bevor ich von galeriedinos zerfetzt werde, formuliere ich newbie meine gedanken lieber als lernfragen an den medienprofi:
- das ende jeglicher printmedien scheint doch besiegelt? ist daher erstmal unabhängig von der redaktionellen arbeit eine verallgemeinerung auch auf andere zeitungen zulässig? wer will schon noch lesen und denken, wenn man den "fakt" plus "erklärung" inklusive "lösung" bebildert "fach"männisch*in/divers begleitet digital haben kann. selbst schule zielt auf diese art der "wissens""vermittlung" ab!
- früher sagte man, dass sich presse als unternehmung prosituierte, um die verkaufszahlen beim KUNDEN hochzuhalten! deshalb "BILD für xyz" und boulevardshit. ist das heute noch so, oder holen sich jetzt die medien ihr knack von AUFTRAGGEBERN!!??
- beim letzten thema haben sie mir die britische "Integrity Initiative" erklärt!! glauben sie, dass es in DE nicht einen eigenen ansatz einer staatlichen konzertierten aktion gegen medien und grundrechte gibt?? was treibt die amadeu antonio stiftung, die bundeszentrale politische bildung etc...?
- ich schließe bei deren attacke mit ziel der mind. polit abstumpfung bis verblödung selbst das bildungssystem mit ein!! sicher eine neurose oder verschwörungstheorie;)
- keine hilfe scheint der verband der deutsche journalisten-verband zu sein, der ausländischen kollegen rundfunklizensen verweigern will??
- sollten sie dem halbwegs zustimmen, teilen sie meine meinung, dass es um kriegsvorbereitung geht?

Antwort von U. Gellermann:

Das Wochenend-Seminar kompakt: Mit wenigen Ausnahmen (z. B. Die Rheinpfalz, Familie Schaub, Süddeutsche Zeitung und andere) haben fast alle Papierblätter elektronische Ableger. Papier-Refugien gibt es in der Provinz und bei den kostenlosen Briefkasten-Blättern (Anzeigenfänger). Medien füllen ihre Seiten (Sites) mit einem Sammelsurium: Agenturen, Werbetexte, Dienste aller Art. Die organisierte Beeinflussung der Medien wird konzertiert: Dienste (dpa, etc.), Presssprecher, Leitmedien (durch Quote und Rang ist das wichtigste im Nachrichtenbereich immer noch die Tagesschau). Die Zielgruppen-Differenzierung (Special-Interest-Medien) wurde in den letzten Jahrzehnten immer feiner. Immer noch spielen Blätter wie SPIEGEL oder ZEIT eine Rolle bei den den Opinion-Leader. Welche Rolle Facebook bei der „weichen“ Beeinflussung (über die Bestätigung der vielen Egos und der Shopping-Manie hinaus) spielt werden uns vielleicht die nächsten Doktorarbeiten berichten. Die Journalistenverbände haben, im Verhältnis zu den Verlegerverbänden, keine Relevanz. – Journalistische Kriegsvorbereitungen finden z. Z. wesentlich bei der Propagierung von Feindbildern zur Erhöhung des Rüstungs-Etats und zur Formierung nach innen statt.


Am 25. Januar 2019 schrieb antares56:

Interessant ist auch, dass man bei "SPON" keine kritischen Kommentare schreiben darf - wird sofort wegzensiert! Den faschistischen Scheiss eines Fleischhauers müsse wir aber immer ertragen. Das scheint Programm bei "SPON"!?
Und nie gibt es Korrekturen in ihrer oftmals falschen Behauptungsberichterstattung - es wird einfach weiter gelogen. Mit echtem Journalismus hat "SPON" auf jeden Fall nichts zu tun!


Am 25. Januar 2019 schrieb Ulrike Spurgat:

Dank, dem GALERISTEN, dessen Artikel mich meist bewegen, mich inhaltlich mit den Themen näher auseinanderzusetzen zu wollen, um weiter zu Lernen und daran leistet die Galerie einen ganz entscheidenden Beitrag, sowie einige Kommentare und andere nicht und darum sollte es hier auch gehen: Inhalt und nochmals Inhalt, bei aller Sympathie, Zuneigung und Wertschätzung für den Galeristen, dass versteht sich von selbst.

Man kommt dem Thema näher, was im Jahr 1958 erschienenen Büchlein: "Der Zeitungsreporter" nach zu lesen ist, als eine Empfehlung, als Richtschnur für angehende Journalisten kann es verstanden werden.
Vorbedingung für einen "findigen Zeitungsreporter" sind, dass er sich für alles interessieren muss, für den Kaninchenzüchter Verein, das Wetter, Hundertjährige, Ameisenplagen, Ringelpitz mit Anfassen, Börse, Mord und Totschlag und natürlich Skandale derer, die einem ständig vor die Nase gesetzt werden: Die "Reichen und Schönen"..........(Kotzbrocken)!

Schreibende Hochstapler möchte ich sie nennen.
Der Autor Egon Jameson, früher hieß der Egon Jacobsoh, durchaus bekannt in seinen Kreisen, (Ullstein) und anläßlich einer Jubiläumsfeier Heute noch gefeiert. Fragen an den Journalistennachwuchs, wie: "Können sie nein sagen, ohne nein zu sagen?" können einen ins Grübeln bringen. Mit anderen Worten, sind sie geländegängig genug, "um sich aus der Affäre zu ziehen?" und so geht es weiter, mit den "Tipps" für "Qualitätsjournalismus."

Er vermittelt dem Leser eine undifferenzierte, schwammige, ohne Berufsethos besitzende Möglichkeit, mit Lügereien, der Gesellschaft und ihrem berechtigten Interesse nach vernünftig recherierten Informationen mit bunten Worten die Nase, ("Pappnase") zu drehen, in dem man am lügt und betrügt, möglichst so, dass man es nicht merkt. Er setzt eine gewisse "Schläue" voraus. Folgende Tipps finden sich am Schluß: "Drei Themen gibt es für den Reporter, auf deren Durchschlagskraft er sich stets verlassen kann: "Kinder, Diebe und Millionen, man kann noch, Russland Hass, Abwertung durch Nichtbeachtung von Menschen, die in diesem Land auf Hilfe angewiesen sind, oder aber in den unwürdigsten Arbeitsverhältnissen um ihr kleines Leben, auf freier Wildbahn kämpfen müssen , hinzuzufügen. Das sind beispielsweise gesamtgesellschaftlich, relevante Themen und die Gleichschaltung ist besorgniserregend. Sie nähern sich dem Niveau der BLÖD Zeitung und Göbbels und sind die dümmsten Schmierfinken, die die Welt je gesehen hat. Der Boulevard für die primitivsten Bedürfnisse und die Massenverdummung ist ihr Geschäft und an diesem Nasenring werden die Leser durch die Manege gezogen. Scharlatane, Gauner, halbseidene Schreiberlinge, sicherlich hat das auch was mit dem Schreiberling selber zu tun.

Einst seriösere Zeitungen, wie manchmal der "Spiegel" passen sich deren Niveau mehr und mehr an. Sie recherieren nicht mehr gewissenhaft, sie übernehmen, sie vermischen, sie sind Verkäufer und so kann "zu den Wurzeln" nicht immer eine gute Idee sein. Sicherlich kann man noch zum System an sich schreiben, die dieses geradezu herausfordert, die Gesellschaft dumm zu halten, denn wehe denen, wenn man sich der eigenen Fähigkeiten, der Kraft und der Macht bewusst wird, "sich des eigenen Verstandes zu bedienen."

Gösta von Üexküll:
"Teils aus Bequemlichkeit.....,teils aus Lust am Geldverdienen....,teils aus eigener Urteisllosigkeit hat sich die bundesdeutsche Presse in den letzten Jahren mit wenigen rühmlichen Ausnahmen betragen, als ob Goebbels ihr immer noch im Nacken säße. Der bundesdeutsche Konformismus ist die Fortsetzung der Gleichschaltung mit anderen Mitteln."


Am 25. Januar 2019 schrieb Reyes Carrillo:

Lieber Herr Bismarck,

Sie haben Recht: Ich bin ewig. Äußerlichkeiten? Unbedingt, ich schminke mich gern. Brisant ist für mich das ganze Leben.

Oder anders: Ich kommentiere in diesem wunderbaren, journalistischen Leuchtturm der Rationalgalerie seit 2013 in streng unregelmäßiger Regelmäßigkeit. Gefühlte 99% meiner bescheidenen Beiträge in all diesen Jahren (gut, real sind es dann tatsächlich vielleicht doch nur 95%) widmeten sich dabei zu sich wohlig ergänzenden Anteilen sowohl dem jeweiligen Artikel-Thema als auch der oft kotauähnlichen Lobpreisung des in aller Regel brillanten Autors. Oder noch anders: Als ich Uli Gellermann schon längst tief in meiner bebenden Brust trug, haben Sie – rationalgalerietechnisch gesehen – offensichtlich noch in die Windeln gemacht.


Am 24. Januar 2019 schrieb Roland Krast:

Angenehmer Schreibstil, sehr gut aufgearbeiter Inhalt. Es war mir ein Genuss, Ihren Artikel zu lesen. Sicher nicht ganz unbeabsichtigt haben mich einige Passagen ziemlich zum Lachen gebracht. Herzlichen Dank!


Am 24. Januar 2019 schrieb Paulo H. Bruder:

"Intelligenz-Blatt"??? Dass i ned lach ...


Am 24. Januar 2019 schrieb Otto Bismark:

Ist Reyes Carillo etwa einer von diesen ewigen Besserwissern, die sich mehr um Äußerlichkeiten bemühen als um den brisanten Inhalt? Der Zusammensetzung seines Beitrags nach jedenfalls scheint das so zu sein. Aber zur Sache. Lieber Uli Gellermann, ganz großes Kompliment, Sie werden immer besser! Es ist ein Genuß, einen solchen Beitrag wie den hier in Rede stehenden zu lesen. In der heutigen Zeit, wo man allerorten mit Sprechdurchfall gequält wird, in der man manche Meldungen nur noch deswegen erträgt, weil es eben notwendig ist, an Ball zu bleiben. Nein, ich benutze das Modewort Leuchtturm ansonsten nicht, weil es schon viel zu oft mißbraucht worden ist, vor allem in der Politik. Aber hier scheint es mir angebracht zu sein, mal von einem journalistischen Leuchtturm zu sprechen. Danke!


Am 24. Januar 2019 schrieb Ken Jebsen:

SPON und Der SPIEGEL sind dabei zu fusionieren! 160 & 800 Leute.. macht 750??
Die spiegel Macher haben keine Lust auf die SPON Redaktion...


Am 24. Januar 2019 schrieb Lutz Jahoda:

NEUES AUS DEM SIECHHAUS
DEUTSCHER JOURNALISTIK
Titelzeilenvorschlag zu einer neuen Kolumne der RATIONALGALERIE.

"BILD AM MONTAG", im Netz jede Stunde.
Welch köstliches Synonym am Rande.
Zum Spiegelbild der eiternden Wunde:
Silberlinge der hörigen Runde.
Egon Kisch würde sagen: Welch eine Schande!


Am 24. Januar 2019 schrieb Reyes Carrillo:

Oh weh, manchmal ist es schwierig… Wie kritisiere ich einen Freund, dem ich in der Regel 23 Stunden, 59 Minuten und 59 Sekunden am Tag in Loyalität ergeben bin?

Das heutige Angebot der Startseite in Einheit mit dem Blog „nebenan“ finde ich etwas unglücklich. Nicht thematisch, nicht inhaltlich, natürlich nicht, alles wichtig, alles richtig. KenFM als Gegenbeispiel zu SPON zu promoten ist legitim. Aber gleich den eigenen Artikel bei KenFM in die SPON-Suchmaske zu tippen. Wie schön und solidarisch wäre es gewesen, einen anderen auszuwählen... Aber ganz grundsätzlich: KenFM-Artikel in der SPON-Suchmaske finden? Self-fullfilling prophecy?

Unglücklich auch, wenn Gellermann über Gellermann schreibt, so wie in den Vorstellungen der jeweils neuen „Macht um Acht“ üblich. Das ließe sich doch völlig unkompliziert vermeiden. Es gäbe hier Viele, die das sicher gern übernehmen würden. Zur Pappnase: Die „Maulhure des Jahres“ der leider verstummten Propagandaschau gefiel mir wesentlich besser. Für Kriegshetzer z.B., die laut geschriebenem Gesetz strafbare Handlungen begehen und schlicht und einfach Verbrecher sind.

Antwort von U. Gellermann:

Die Schlagzeile „Kindersoldaten im Jemen“ in der SPIEGEL-Suchmaske war als Test besonders geeignet weil die Nachricht ebenso brisant wie total verschwiegen wurde. - Die „Maulhure“ war einfach nicht vor die Kamera zu kriegen.


Am 24. Januar 2019 schrieb Alexander Kocks:

Ich habe das letzte Mal die SPON Seite, wenn ich
mich recht erinnere, im Jahre 2012 besucht.
Dort las ich damals den Artikel einer offensichtlich jungen Frau (Redakteurin) über das Thema was Assads Frau wohl dabei empfindet dass sie mit einem Massenmörder zusammenlebt. Dieser Artikel hat mich sowas von angeekelt, dass ich die Seite seitdem niemals mehr besucht habe. Den gedruckten Spiegel habe ich nach 40jähriger Lektüre noch früher im Kiosk liegen gelassen.


Am 24. Januar 2019 schrieb Alexander Kocks:

Ich habe das letzte Mal die SPON Seite, wenn ich
mich recht erinnere, im Jahre 2012 besucht.
Dort las ich damals den Artikel einer offensichtlich jungen Frau (Redakteurin) über das Thema was Assads Frau wohl dabei empfindet dass sie mit einem Massenmörder zusammenlebt. Dieser Artikel hat mich sowas von angeekelt, dass ich die Seite seitdem niemals mehr besucht habe. Den gedruckten Spiegel habe ich nach 40jähriger Lektüre noch früher im Kiosk liegen gelassen.


Am 24. Januar 2019 schrieb Matthias Brendel:

Der Spiegel, der einst wie alle deutschen Medien eine CIA Gründung war, denn dort musste die Erlaubnis abgeholt werden, überhaupt agieren zu dürfen, hat die Älteren von uns durch weite Teile des Lebens begleitet.
Ich erinnere mich noch gut an die ausgiebigen Aueinandersetzungen mit meinem Vater, der Jahrgang 23, natürlich ganz junger Front Soldat und grosser Spiegel Gegner war.
Damals habe ich den Spiegel mit Zähnen und Klauen verteidigt.
Ich hatte zwischenzeitlich auch mal einen Ex Spiegel Redakteur als eine Art Freund, dadurch begann mein Argwohn gegen diese Bibel für erwachsene Klugmenschen zu wachsen.
Unser aller "Sturmgeschütz" war für mich über eine lange Zeit, so etwas, wie die Fortsetzung der Micki Maus, ich liebte die Gerichts Reportagen von Gerhard Mauz, den Kultur Teil und teilweise auch die politischen Beiträge.
Dies blieb weitgehend so erhalten, bis zum 11.September 2001, mein Vater war gerade zwei Monate vor nine eleven verstorben.
Danach wurde die Zeitung nach und nach immer schlechter, oder hatte ich das vorher einfach nicht bemerkt, weil ich es nicht glauben konnte/wollte ?

Spätestens seit dem Putin Cover ist der Spiegel für mich nur noch ärgerlich.
Ich nehme das Magazin manchmal beim Arzt in die Hand, um es dann nach einigen Minuten des Überfliegens wutschnaubend wegzubefördern.
Meistens grinsen dann einige Mitpatienten verständnisvoll.

Dieses ehemalige Nachrichtenmagazin war und ist die Heimstadt von unglaublich arroganten Leuten, die überzeugt sind, die Wahrheit für sich gepachtet zu haben, weil sie für ein hohes Zeilenhonorar und eine Spitzen Altersversorgung schreiben dürfen.
Da weiss man natürlich, was frau/man/gender hat.
Da lohnt es sich auch eisern zusammenzuhalten und alles wegzubeissen, was nicht ins transatlantische Weltbild passt.
Diese Mädels und Jungs passen wunderbar in eine vom feindbildtreuen Chorgeist gezeichnete Zeitenwende im ehemaligen Premium Journalismus.
Eines vergessen diese immer noch mächtigen und sich wichtig fühlenden Influenzer-Menschen allerdings vollkommen:

Heute dürfen auch wir "Nicht-Kostgänger" des Systems schreiben und veröffentlichen und zwar gut und gerne.

Möge das noch lange so bleiben!

P.S.:

Wie wäre es, einen Claas Relotius Preis auszurufen, für spannende Unterhaltung?


Am 24. Januar 2019 schrieb Kai Färber:

@Vera Stelter
Gellermann ist doch nur ein Behelfs-Intellektueller. Der kann so vulgär wie er will.


Am 24. Januar 2019 schrieb Vera Stelter:

Lieber Herr Gellermann,

ich schätze Ihre sprachlich geschliffenen Artikel (wie z. B. den zu SPIEGELonline sehr. Aber müssen Sie denn parallel solch alberne Video-Beiträge wie diese Pappnasen-Aktion machen? Das schadet Ihren Image als Intellektueller.

Antwort von U. Gellermann:

Mit den Video-Beiträgen mache ich das, was Intellektuelle tun sollten: Ihre Kenntnisse vielen Menschen verständlich zur Verfügung stellen.


Am 24. Januar 2019 schrieb George Brenner:

Dass Sie in Ihrem Artikel ausgerechnet KENFM - mit dem Sie zusammenarbeiten - erwähnen ist sicher Zufall, oder?

Antwort von U. Gellermann:

Na klar.

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