Netanyahu ist ein Lügner

Der Mufti war´s, Hitler ist es nicht gewesen

Autor: U. Gellermann
Datum: 26. Oktober 2015

Der Mufti war´s, Hitler ist es nicht gewesen! So erzählte uns der große israelische Führer Benjamin Netanyahu eine neue Version der Geschichte von der Vernichtung der europäischen Juden noch vor seinem Treffen mit Frau Merkel. Denn darum ging es Israels Premier: Die Unruhen rund um den Jerusalemer Tempelberg, den möglichen Beginn einer neuen Intifada, einer palästinensischen Erhebung gegen das israelische Regime, als faschistisch zu denunzieren. Die westliche Welt hat müde gelächelt, Ohrfeigen wären eher angebracht gewesen. Der gemeinte Großmufti von Jerusalem, Amin al-Husseini, betrachtete fraglos die Nazis als Bündnispartner in seinem Kampf gegen die von den Briten unterstützte jüdische Besiedlung Palästinas. Und nach der allgemein üblichen, dummen Methode "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" versuchte al-Husseini bei den Nazis Freunde zu finden. Doch längst hatten die Nazis die Vernichtung der Juden geplant und brauchten den Mufti dafür wirklich nicht. Das wissen die israelische Historiker, und das weiß sogar Netanyahu. Aber lieber lügt er, als über das eigentliche Thema zu sprechen: Die Verzweiflung der Palästinenser.

Denn die jungen palästinensischen Messerstecher, die gern als Terroristen in deutschen Medien auftauchen, sind nichts anderes als Ausdruck von Ohnmacht und Hilflosigkeit: Rund 60 Prozent der Bevölkerung im israelisch besetzten Palästina leben unterhalb der Armutsgrenze, 35 Prozent der jungen Erwachsenen sind arbeitslos, Minderjährige werden vor israelische Militärgerichte gestellt, viele von ihnen füllen die Gefängnisse, hunderte palästinensischer Schulen wurden im Zug israelischer Militäraktionen zugunsten des Landraubs zerstört. Das sind die Methoden, mit denen Terroristen gezüchtet werden. Unterdrückung, Besetzung und Apartheid erleben Palästinenser jeden Tag. Und es war nur eine Frage der Zeit, bis sie die erduldete israelische Gewalt mit eigener Gewalt beantworteten. Ein auswegloses Unterfangen, denn die westlichen Unterstützer der israelischen Militärmaschine, die deutschen und US-amerikanischen Lieferanten von Waffen und Geld, rüsten Israel immer weiter auf. So siegt die gut organisierte Besatzungsmacht gegen den spontanen, individuellen Widerstand.

Es war ausgerechnet der israelische General Moshe Dajan, der nach dem Sechstagekrieg Israelis und Palästinenser am Tempelberg trennte: Muslime sollten in den beiden Moscheen al-Aksa und Felsendom oben auf dem Tempelberg beten, Juden an der Klagemauer unten. Und es sind orthodoxe Juden, die diese Praxis bisher unterstützten: Sie dürfen erst wenn der Messias kommt, wieder an den heiligen Ort. Das schert die aggressiven Vertreter israelischer Siedlungspolitik wenig: Der radikale jüdische Aktivist Yehuda Glick hat in diesem Jahr vor Gericht erstritten, auf dem Tempelberg beten zu dürfen. Schon zuvor, 2007, hatte das oberste israelische Gericht islamische Begräbnisse am Fuß des Tempelbergs verboten. Die Polizei wurde angewiesen, in Beton gegossene, aber noch nicht belegte Gräber zu Füßen der Umfassungsmauer zu zerstören. So wird ein muslimisches Heiligtum Schritt für Schritt in ein jüdisches umgewandelt und spiegelt doch nur die praktische israelische Politik der Enteignung von Palästinensern zugunsten von Juden.

Dieser praktische Rassismus ist gerade in Jerusalem gut zu beobachten: Laut des israelischen Komitees gegen Hauszerstörungen (ICAHD) wurden von 1967 bis 2003 kaum Baugenehmigungen für die palästinensischen Einwohner erteilt, während in dem gleichen Zeitraum 90.000 Wohneinheiten für jüdische Siedler geschaffen wurden. Zwar dürfen sich Palästinenser in Jerusalem an palästinensischen Wahlen beteiligen, müssen ihre Stimme aber in Postämtern abgeben, damit Israel dies als Briefwahl von „im Ausland lebenden Palästinensern“ bezeichnen kann. Besucher und Ehegatten aus der Westbank müssen untertänigst beim israelischen Innenministerium um Erlaubnis ersuchen. Seit der Zweiten Intifada werden solche Genehmigungen kaum mehr ausgestellt. Im Ergebnis dieser Apartheid-Politik zeigt ein EU-Bericht von 2011
auf, dass inzwischen etwa 10.000 Kinder ohne Aufenthaltsrecht in der Stadt leben, weil ein Elternteil aus der Westbank stammt.

In Berlin traf Netanyahu den deutschen Außenminister Steinmeier, die EU Außenbeauftragte Mogherini, Frau Merkel und den amerikanischen Außenminister Kerry. Warme Worte, sogar mahnende, konnte man manchmal hören. Und immer wieder erzählten die Medien von einer "Spirale der Gewalt", als gäbe es irgendwo einen unbekannten Uhrmacher, der die Gewaltfeder immer wieder neu aufzöge. Es ist der Lügner Netanyahu, offenkundig stellvertretend für eine israelische Mehrheit, der an der Spirale dreht. Es sind die jüdischen Siedler auf Palästinensergebiet und in Jerusalem, von denen jene Gewalt ausgeht, die Gewalt auslöst. Wer dem Lügner die Hand reicht, macht sich schuldig.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 28. Oktober 2015 schrieb Hella-Maria Schier:

Wenn der Beitrag hier zu lang ist, bin ich nicht böse, wenn ein Teil weggelassen wird.

Besonders Grünen und einem Teil der Linken sitzt der Antisemitismus-Colt immer locker im Gürtel. Gefeuert wird gegen Friedensbewegung, TTIP-Gegner und Bankenkritiker. Sie alle seien rechts bis antisemitisch.
Aber wie war das, als Joschka Fischer gegen besseres Wissen den völkerechtswidrigen Angriff auf Ex-Jugosslawien damit begründete, dort drohe sonst ein neuer Holocaust - war das keine Holocaust-Relativierung?
Und den wievielten Hitler haben wir inzwischen nun schon? Saddam Hussein, Gaddafi, Putin, Assad....sicher nicht das Ende der Reihe. "Hitler" scheint so ein Titel zu sein für alle Diktatoren, die westliche Interessen stören, also scheinbar wirklich nichts Besonderes, der Hitler.....
Diese inflationäre Praxis nennt aber niemand "antisemitisch".
Eigentlich ist es doch nicht zu übersehen:
3.. Reich und Holocaust werden benutzt, wie es propagandistisch- politischen Interessen gerade dienlich ist. Vielleicht in der Hoffnung, dass man sich an das letzte Mal nicht erinnert?
Wenn d a s geschichtliche Schuldverarbeitung sein soll, dann lassen wir es vielleicht besser mit dem sowieso heuchlerischen Vergangenheitsbezug und schauen lieber mal nüchtern und genau hin, wie die Bedrohungslage heute aussehen könnte.
Und jetzt verschwörungstheoretisiere ich mal ein bisschen - ich bin eben ein Spinner, was will man erwarten::
Die Rechten erscheinen zum einen auch heute noch in altbekannter Manier - wo man sie aber zumindest erkennt und sich gegen sie wappnen bzw, sich mit ihrer gemäßigteren Variante , wenn möglich auseinandersetzen kann. Das ist die einzige Art von ihnen, die allgemein erkannt und geächtet wird!
Außerdem kommen die Rechten aber auch aus allen anderen Richtungen, was man nicht so schnell merkt, vor allem wenn es es unter äußerlich umgekehrtem Vorzeichen. stattfindet.
Aber was sind denn die Gesinnungskontrolle und die Diffamierungen einer Jutta Ditfurth, die vielen "watches"gegen Friedensbewegung, Anti-TTIP Bewegungen, gegen die "nachdenkseiten", gegen angebliche "Verschwörungstheoretiker" (Ketzer!) wie Daniele Ganser, Verbot von kapitalismuskritischen Schulbüchern, Überwachungsapparat, unisono-Presse, keine wählbare politische Alternative und ein anonymer ungewählter EU--Machtapparat?
Das sind doch schon weitgehend faschistische Praktiken.und Zustände,oder?

Und wenn Ditfurth sagt, bei den Deutschen müsse man immer besonders misstrauisch sein, denn unüberwacht drohe ständig das Nazitum aus ihnen auszubrechen??
Wie wirkt es auf die Psyche eines Menschen ständig, seit Geburt, unter solchem Generalverdacht zu stehen??
Droht da nicht die selffulfilling prophesy?
Auch das ist doch rassistisch und kann als Abwehrreaktion - was wohl? - provozieren?.

Unter Generalverdacht, auf dem Weg zum geächteten Nazi zu sein, steht schnell jeder normale Bürger, wenn er sich gegen TTIP und Israels Politik, gegen die FED und Strategien der internationalen Finanzeliten zu äußern wagt - bei den Linken aber auch schon, wenn er fragt, ob unsere Regierung den unbegrenzten Zustrom weitere Flüchtlinge wirklich zu finanzieren gedenkt, ohne Sozialabbau in Deutschland zu betreiben,

Wer am Mindestlohn festhalten will, ist inzwischen schon fremdenfeindlich genannt worden!
- Auch ohne Pegida, AFD etc. schafft es Deutschland nach rechts abzudriften. Aber die helfen dabei in doppelter Funktion.
Die EU will immer mehr Macht von den immerhin noch gewählten aber für die Eliten zu sperrigen und eigenwilligen Nationalregierungen abzweigen.
In Brüssel entscheiden dann nicht gewählte Gremien über die Bürger und eine EU-Armee sorgt für Ruhe.
Dies alles stört nicht nur die noch echten Linken, sondern missfällt naturgemäß auch rechten Nationalisten in allen Ländern. Aber sie können, vor allem in Deutschland, nicht gemeinsam mit den Linken dagegen angehen.
Am besten verstrickt man aus Sicht der Eliten Rechte und Linke in Kämpfe gegeneinander! Derweil können sie in Ruhe Ihre Ziele vorantreiben ohne von rechten EU-Feinden und linken Kapitalismus-Kritikern gestört zu werden.
Ein Flüchtlingsstrom eignet sich neben seiner Funktion für den Sozialabbau auch hierzu hervorragend.
Die Bürger sind abgelenkt, Deutschland ist so mit seinen inneren Problemen beschäftigt, dass kaum Aufmerksamkeit für Außenpolitisches bleibt, etwa für die Kriege.

Da schnell jeder unter den Verdacht von Fremdenfeindlichkeit gerät, ist man vorsichtig damit, was man sagt, noch mehr als vorher beim Putin-Versteher.
Ein zersplittertes Volk, das nicht offen kommuniziert ist für die Herrrschenden keine Gefahr.
Wenn Rechte gegen EU-Machtapparat und Rothschild-Clan etc, protestieren, hält das viele Linke davon ab, das gleiche zu tun, weil es antisemitisch sei und sie mit Nazis nicht in einen Topf geworfen werden wollen . Unsere neoliberalen Eliten kann das allerdings nur freuen.

Im Bemühen einen deutsch-nationalen Faschismus zu verhindern, der bei allem Wirbel ja wahrscheinlich nicht ansteht, wenn man sich allgemein etwas beruhigt, die Emotionen runterfährt, Panikmache von rechts wie links einstellt und wieder sachlicher miteinander redet, und den die EU-orientierten Eliten sowieso nicht im Plan haben. helfen viele Linke dann unbewusst dabei einen noch weit mächtigeren europäischen bzw. internationalen Faschismus als Endzustand des Raubtierkapitalismus aufzubauen.Ob der humaner sein wird, ist die Frage, wenn man von weltweiten Bevölkerungsreduzierungseprogrammen und atomarer Aufrüstung hört.
Bei aller mehr oder weniger begründeten Furcht vor der Gefahr "von rechts" in Deutschland, sollte man nicht vergessen, dass immer die Geldströme zeigen wo die größte Macht sitzt.
Und sie ist nicht freundlich.

Antwort von U. Gellermann:

Mir wäre lieber Du würdest künftig selbst ein wenig kürzen, denn wenn eine Zuschrift (5.500 Zeichen) länger ist als der Artikel (4.800 Zeichen) stimmen die Proportionen nicht.


Am 28. Oktober 2015 schrieb Stefan Westermann:

"Und nach der allgemein üblichen, dummen Methode "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" versuchte al-Husseini bei den Nazis Freunde zu finden. "

Naja, Hitler war ja auch ziemlich beliebt. Nicht nur in Deutschland, Italien oder Spanien, sondern auch bei mächtigen und zahlenmäßig großen Kreisen zb. bei der US-Industrie und -Finanzkreisen.

>>Juden - Israel - Glauben - Anspruch auf Land.
Mir scheint bei der Diskussion hier wird ignoriert durch welche Ideologie Israel überhaupt erst gegründet wurde.

@Edgar Mohr
Da würde mich doch interessieren was die israelischen (oder US-) Drohnenpiloten für sie sind. Oder die israelischen Soldaten die, nachweislich, auf Zivilisten schießen oder die Folterknechte welche Israel, ebenso nachweislich, "unter Vertrag" hat.
Ein 15 jähriger Jugendliche ist erstmal Opfer - von verschiedenem, aber weniger ein Terrorist.
Im übrigen, Herr Mohr, wenns ein anderes Land wäre würden solche Jugendliche als Freiheitskämpfer bezeichnet werden.


Am 27. Oktober 2015 schrieb m. sastre:

Puh, da bin ich jetzt aber beruhigt. Ich dachte schon, Deutschland hätte irgendetwas mit der Judenvernichtung im 3. Reich zu tun. Hätten wir das früher schon erfahren, hätten wir im schulischen Geschichtsunterricht auch mal mehr machen können, als immer nur die Zeit von 1933-45 zu behandeln (Ironie aus!)

Ich möchte dennoch einige (ernstgemeinte) Anmerkungen zu diesem Artikel machen.

Wer sich jetzt darüber beschwert, daß einige Juden den Tempelberg betreten wollen, dem sei gesagt, daß es doch die Muslime waren, die ihr Heiligtum direkt auf dem viel älteren jüdischen errichteten. Wessen Heiligtum letztlich durch diese religiöse Anmassung geschändet wurde, möge jeder für sich selbst entscheiden. Man stelle sich nur den umgekehrten Fall vor, Juden hätten in Mekka einen Davidstern auf die Kaaba gepflanzt, daneben eine Synagoge gestellt und den muslimischen Wallfahrern den Zugang nur noch auf Sichtweite erlaubt. Oder stellen sie sich vor, die vielen christlichen Heiligenstätten würden den Zugang nur noch Mitgliedern katholischer bzw. orthodoxer Kirchen erlauben. Wie groß wäre der Aufschrei! Was mich jedoch richtig wütend macht, ist die gleichzeitige Zerstörung des Josefsgrabes vor erst wenigen Tagen durch die Hamas, welche medial weit weniger Aufsehen erregte als der zerstörungsfreie Besuch einiger Juden auf dem Tempelberg. Wird hier etwa mit zweierlei Maß gemessen? Es ist leider typisch für die Glaubensgemeinschaft der Muslime, das diese ständig wie selbstverständlich Rechte für sich in Anspruch nimmt, die sie anderen nie im Leben zugestehen würden.

Daß die Menschen im Gazastreifen unter schwierigen Lebensbedingungen leiden, mag sicherlich richtig sein. Ich möchte auch hier nicht Partei ergreifen für die derzeitige israelische Regierung. Ich möchte aber die etwas ketzerische Frage stellen, ob die Tatsache, daß in der Westbank oder im Gazastreifen überhaupt noch Araber leben, nicht vielleicht darin begründet liegt, daß Israel in der Vergangenheit eben nicht mit der Härte vorgegangen ist, zu der es praktisch im Rahmen der verschiedenen Kriege fähig gewesen wäre. Dies in der berechtigten Annahme, die Geschichte würde dann schon Gras über die Sache wachsen lassen. Es war immerhin erklärtes Ziel der Araber, "die Juden ins Meer zu treiben" und es ist nur dem Kriegsglück Israels zu verdanken, wenn dies bisher nicht geschah. Hätte sich Israel nicht behaupten können, dann gäbe es jetzt nicht etwas besetzte israelische Gebiete - dann gäbe es überhaupt keine israelischen Gebiete mehr.

Die harte Vorgehensweise Israels liegt sicherlich auch eben darin begründet, daß es sich in Anbetracht der immer noch ungeklärten politischen Lage weiterhin bedroht fühlen muß und nur das kontinuierliche Demonstrieren von Stärke Sicherheit verschafft. Dies gilt umso mehr, als das durch die demographische Entwicklung sowohl die israelischen als auch die nichtisraelischen Araber die jüdische Bevölkerung immer weiter zu einer Minderheit werden lassen (Den sog. Demographischen Jihad soll es auch in anderen Weltgegenden geben).

Zum Kommentar von Frau Kwiatkowsky möchte ich anmerken, daß die Verwendung genealogischer Datenbanken weltweit übliche Praxis ist, die Ethnologen, Archäologen, Medizinern und vielen anderen wichtige Erkenntnisse ermöglicht. Die Herkunft eines Volkes, insbesondere des eigenen, zu ergründen und dabei auch genetische Hinweise zu berücksichtigen ist klar nachvollziehbar. Dies mit den Nürnberger Rassegesetzen zu vergleichen, deren erklärter Zweck es war, Angehörige einer Volksgruppe nicht nur zu identifizieren, sondern vor allen Dingen aus dem öffentlichen Leben zu entfernen und sie letztlich in die Gaskammern zu schicken zeugt von geschichtlicher Unkenntnis.

Natürlich ist Netanyahu ein Lügner, nur sind es Obama, Bush, Hollande, Blair, Cameron, Rajoy, Tsipras, Renzi, Jazenjuk, Poroschenko und alle führenden deutschen Politiker um das hochverräterische Merkelregime herum eben auch.

Antwort von U. Gellermann:

Da Felsen-Dom und Moschee auf dem Tempelberg um 700 n. Chr. von den zu jener Zeit herrschenden Arabern erbaut wurden, sind israelische Einwendungen zu den Heiligtümern ungefähr so gewichtig, wie die der Jupiter-Anhänger, wenn sie sich über den Kölner-Dom beschweren, der über den Resten einer römischen Siedlung und erbaut worden ist.

Zwar habe ich über Gaza gar nicht geschrieben, sondern über den Apartheid-Staat, den Israel wesentlich in der Westbank und in Jerusalem errichtet hat, aber tatsächlich ist der Genozid-Versuch in Gaza dringend zu erwähnen, wenn wir über Israel sprechen.


Am 27. Oktober 2015 schrieb Bernhard Tiemann:

Im allgemeinen schätze ich Ihre Beiträge und lese sie oft und gerne. Der Artikel über die Äußerungen Netanyahus zur Rolle des Großmuftis von Jerusalem ist mir jedoch mehr als sauer aufgestoßen. Der israelische Ministerpräsident hat im Nachgang der Interpretation widersprochen, er habe Hitlers und Deutschlands Schuld relativeren und al Husseini die Hauptverantwortung für den Holocaust anlasten wollen. Wenn wir, dessen eingedenk, Herrn Netanyahu also wohlwollend interpretieren und die Tatsachen aufgreifen, die seinem zugespitzten Statement zu Grunde liegen, so könnte der Blick frei werden für einen bislang wenig beachteten Aspekt der Geschichte des eliminatorischen Antisemitismus.

Darf ich Ihre Aufmerksamkeit auf folgende Publikationen richten:

[1] Klaus Gensicke, Der Mufti von Jerusalem, Amin el-Husseini, und die Nationalsozialisten, Frankfurt am Main 1988.

[2] Klaus-Michael Mallmann / Martin Cüppers, Halbmond und Hakenkreuz. Das Dritte Reich, die Araber und Palästina. 2. Aufl., Darmstadt 2007 (Veröffentlichungen der Forschungsstelle Ludwigsburg der Universität Stuttgart, Bd. 8). Vgl. hierzu Johannes Platz: Rezension zu: Klaus-Michael Mallmann / Martin Cüppers, Halbmond und Hakenkreuz. Das Dritte Reich, die Araber und Palästina. 2. Aufl., Darmstadt

Matthias Küntzel. Djihad und Judenhaß. Über den neuen antisemitischen Krieg. 2002, 180 Seiten, 13,50 €, ISBN: 3-924627-06-1 .

Bitte beachten Sie auch folgende Rezension der Arbeit von Herrn Gensicke:

http://www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-10279


Ich würde es sehr begrüßen, wenn Sie Ihre polemischen Äußerungen gegen Netanyahu nach der Lektüre auf den Prüfstand stellten. Es sei denn, sie kennen die genannten Bücher und ziehen den Stand der historischen Forschung, wie er der genannten Literatur zu entnehmen ist, in Zweifel. Aber vielleicht gibt es ja relevante Untersuchungen, die ich nicht kenne.

Falls Sie nach Würdigung dieser Literatur auf Ihrem harschen Urteil beharren, wäre ich ziemlich enttäuscht, da ich Sie ansonste für einen belesenen und kundigen Zeitgenossen halte.

Antwort von U. Gellermann:

Leider ist die Prämisse Ihrer Anmerkungen zu Netanyahu falsch, er hat gesagt was er gesagt hat:

Bei einem Auftritt vor dem Zionistischen Kongress in Jerusalem in Jerusalem hatte Netanjahu eine Begegnung zwischen Hitler und Husseini, die im November 1941 in Berlin stattfand, so geschildert: "Hitler wollte die Juden damals nicht vernichten, er wollte die Juden ausweisen."

Der Mufti habe gesagt: "Wenn Sie sie deportieren, kommen sie hierher (nach Palästina)." Hitler habe entgegnet: "Was soll ich also mit ihnen machen?" Husseini habe geantwortet: "Verbrennen Sie sie.“

Natürlich habe ich mich mit der Figur des Mufti von Jerusalem vor dem Schreiben eingehend beschäftigt. Er war ein Antisemit und Freund der Nazis. Aber als Anreger zur Ermordung der europäischen Juden brauchten die Nazis ihn wirklich nicht:

Für das Frühjahr 1941 bezeugt Himmlers Leibarzt Felix Kersten eine Aussage Himmlers, wonach „die Juden bis Kriegsende bis auf den letzten Menschen ausgerottet werden [müssen]. Das ist der eindeutige Wunsch und Befehl des Führers.“]

Am 29. Juli 1941 traf der Lagerkommandant von Auschwitz, Rudolf Höß, in Berlin mit seinem Vorgesetzten Himmler zusammen, der ihm Monate zuvor den Lagerausbau befohlen hatte. Nach 1945 schrieb Höß, er habe bei diesem Treffen den Befehl zur „Massen-Vernichtung der Juden“ erhalten.

Und so fort bis zur Wansee-Konferenz.

Da Netanyahu durchaus intelligent und die Debatte um den Mufti in Israel nicht neu ist, dessen Rolle aber von der historischen Wissenschaft (Mosche Zimmermann und Andere) keineswegs so bewertet wird, wie sie Netanyahu behauptet, dient seine Bemerkung einem einzigen, durchsichtigen Zweck: Die Palästinenser mit den Nazis gleichzusetzen und davon abzulenken, dass er einem Apartheid-Staat vorsteht und ihn befördert.


Am 27. Oktober 2015 schrieb Burkhard Ohligs:

Ein Kind würde fragen: Warum werden die bösen Männer nicht bestraft? Die Welt der Erwachsenen würde sicherlich über diese Frage wohlwollend lächeln: Was für ein guterzogenes Kind, aber noch naiv. Ist die Frage wirklich naiv?





Am 27. Oktober 2015 schrieb joe bildstein:

Es ist immer wieder erstaunlich wie du dich fast selbstgeisselnd mit dem radikalzionistischen Apartheidregime in Tel Aviv auseinandersetzt, meinen ehrlichen Respekt dafuer. Jedes Kind auf diesem Planeten lernt schon mit der Muttermilch das der Herr Gott nicht 10, sonder 11 Gebote an die Menschheit gegeben hat. Das 11. heisst, Isreal darf alles. [http://www.watzal.com/EHG%20Israel%20darf%20alles.pdf].
Es gibt viele Grafiken zu dem Thema, ohne weitere Worte hier diese von Carlos Latuff, einem brasilianischen Kuenstler [http://www.irancartoon.ir/world-artists/details.php?image_id=133]

Lass es Uli und geh angeln.


Am 27. Oktober 2015 schrieb H.C. Hoffer:

Welch eine Ironie der Geschichte in der jüdischen Geschichte: David verwandelt sich in Goliath. Und die jüdischen Dolchmänner zz des NTs, die Sikarier, die die römischen Besatzungssoldaten auf offener Straße attackierten, sind nun zu palästinensischen Jugendlichen geworden, die die israelisch-jüdischen Besatzungssoldaten angreifen.
Individueller Terrorismus gegen inszenierten und praktizierten Staatsterrorismus. -
Gush shalom !


Am 26. Oktober 2015 schrieb Heidrun Kwiatkowsky:

Wie kommen Sie zu der unverschämten Veröffentlichung einer Zuschrift, es gäbe eine genetische Datenbank in Israel zum Beleg für eine "jüdische Rasse"?

Antwort von U. Gellermann:

Zitiert nach Schlomo Sand, DIE ERFINDUNG DES LANDES ISRAEL, Propyläen

Es ist ein zynischer Scherz der Geschichte, dass sich heute auf dem Gebiet des einst palästinensischen Dorfes auch die Sammlung von 300.000 "jüdischen" DNA-Proben befindet, "da der genetischen Genealogie besondere Bedeutung für das jüdische Volk zukommt." Nur wenige Jahrzehnte nach der Erfindung der Nürnberger Rassegesetzen werden im "Museum des jüdischen Volkes" Belege für die Existenz der "jüdischen Rasse" archiviert.

http://www.rationalgalerie.de/kritik/die-erfindung-des-landes-israel.html


Am 26. Oktober 2015 schrieb Ernst Blutig:

Es ist also nun soweit. Die intellektuelle Rückentwicklung ist soweit fortgeschritten, daß man als Antisemit bezeichnet wird, weil man jemanden kritisiert, der die Geschichte Hitlers und seiner gesinnungsdeutschen Mittäter nicht nur wissentlich verzerrt, sondern auch noch damit den gesamten Holocaust der Nazis relativiert.
Hinter so etwas können eigentlich nur zwei Lager stehen: eine verblödete "neue" Rechte oder eine verblödete "alte" Linke- "alte" und "neue" kann hier auch ruhig ausgetauscht werden nach Belieben. Die Verblödung an sich ist am Inhalt erkennbar- oder am Mangel desselben.

Man erkennt langsam die Auswirkungen totaler Warenästhetisierung auf Gesellschaften (und auf das was man mal "links" nannte), Monopolisierung eines Gebrauchswertes:
""Die sachbezogene allgemeine Sprache hat allenfalls die Funktion, den Namen des Konzerns aufzusagen und mit einem Hof von Anerkennung zu umdienen" Wolfgang Fritz Haug, Kritik der Warenästhetik. Passened dazu kann man sich noch Hannah Arendts "Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft" durchlesen. Falls man damit heutzutage dem "User" nicht zuviel abverlangt.


Am 26. Oktober 2015 schrieb reiner ostmeyer:

gerade deinen artikel "netanyahu ist ein lügner " gelesen. chapeau!


Am 26. Oktober 2015 schrieb Heidrun Zuber:

Kritik an Herrn Netanjahu ist kein Antisemitismus. So viel zur Bemerkung von Herrn Andersen. Es gibt eine ganze Reihe von Juden, die sich von Netanjahus Politik distanzieren und sagen: "Nicht in meinem Namen."

Was den Kommentar des Herrn Mohr betrifft, so moechte ich bemerken, dass nicht Gewalt und Terror gerechtfertigt werden, wenn man Ursache und Wirkung nennt.
Der Journalist Gideon Levy behauptet in der israelischen Zeitung "Haaretz", selbst Gandhi wuerde verstehen, warum Palaestinenser zur Gewalt greifen.
Und auch Palaestinenser-Praesident Abbas sollte man anhoeren, wenn er in einem Haaretz-Interview fraegt:" Welche Reaktion erwarten Sie denn von der palaestinensischen Strasse auf die Verbrennung des Teenagers M. Khdeir, das Abfackeln des Hauses Darabsheh, die Aggressionen der Siedler und die Beschaedigungen von Eigentum unter den Augen der Soldaten?
Zitat von Gideon Levy: "Israel hat kein begruendetes Argument mehr in seinem Arsenal, das ein anstaendiger Mensch akzptieren koennte."


Am 26. Oktober 2015 schrieb Rüdiger Becker:

Ich darf mich bitte mal selbst zitieren, sh. unten:

"Früher oder später wird wieder jemand auftauchen, der Antisemitismus hinter dieser klugen Analyse wittert; das geht ja immer so."


Am 26. Oktober 2015 schrieb Lutz Jahoda:

STEINE DER LÜGE
versus
STEINE DER WAHRHEIT

Die großen Neuordner dieser Welt hieven immer größere Steine über das Brackwasser ihrer Scheußlichkeiten. Überdecken möchten sie den Vielfaltssumpf ihrer Bösartigkeit.
Netanjahu fühlt sich stark innnerhalb dieser Aktion und bringt den Großmufti von Jerusalem in Erinnerung, der Hitler zwar Sympathien entgegenbrachte, aber keinesfalls der Erfinder und Anreger nationalsozialistisch rassistischen Umgangs war.
Arthur Feldmann, der im Jahr 2012 in Paris verstorbene Schriftsteller österreichischer Herkunft und letzte Vertreter jüdisch-deutscher Exilliteratur, prägte den Satz: "Je tiefer man sich im Wald verirrt, um so inniger liebt man seinen Nächsten."
Netanjahu hat sich verirrt, und auch Frau Merkel läuft im Kreis ihrer Unterscheidungsschwäche zwischen Gut und Böse. Gaza ist immer noch zerstört, und die vielen unschuldigen Toten zählen offenbar nicht aus westlicher Sicht. Nicht erwähnenswert fand die gestrige Plauderrunde um Günther Jauch, was dem Flüchtlingsthema vorrangig zuzuordnen gewesen wäre: den Verursacher des Elends zu nennen, der es fertiggebracht hat, innerhalb von vierzehn Jahren sieben Länder zu zerstören. Der Journalist Hans-Ulrich Jörges von der Zeitschrift STERN, Mitbegründer des gemeinnützigen Projekts "Gedächtnis der Nation", glänzte mit schlechtem Gedächtnis, hätte immerhin den US-amerikanischen Ökonomen und Publizisten Paul Craig Roberts erwähnen können, der unter Ronald Reagan stellvertretender Finanzminister war, Mitherausgeber und Kolumnist des Wallstreet Journals und Beobachter der US-amerikanischen Medienlandschaft, die rund um die Uhr regierungsgelenkte Meldungen auskippt.
Jetzt, da ich die Sätze lese, die Paul Craig Robert sich genötigt fühlte kürzlich auszusprechen, ist mir klar, dass dazu eine gehörige Portion an Mut und Aufrichtigkeit gehört hätte, dieses Statement eines ehrenwerten Amerikaners zu wiederholen. Mister Robert sagte, dass sittenlose Dummheit zu Amerikas bestimmendem Kennzeichen geworden sei. Und zur Beruhigung der Weltlage sagte Roberts noch den folgenden bemerkenswerten Satz: "Erst wenn der Westen an seiner eigenen Bosheit zugrunde geht, wird der Friede in die Welt zurückkehren."
Herr Jörges wusste lediglich Obama und Kerry nachzubeten, dass Putins Bombardierungen an der Flüchtlingskatastrophe schuld seien und Friede in Syrien erst dann verwirklicht werden könne, wenn es Assad nicht mehr gäbe. Wenn das Qualitätsjournalismus sein soll, könnte ich es demnächst vielleicht mit den Tenorpartien im "Ring der Nibelungen" versuchen.
Frage: Wird der Wasserspiegel im See der Unwahrheit sinken, wenn wir vom Boot der Wahrheit Steine ins Wasser werfen? - "Ja", wird wohl auch die studierte Physikerin Angela Merkel zugeben müssem und erklärend hinzufügen: "Weil die Dichte entscheidet." Dass sie dabei siegesgewiss lächeln wird, angesichts des geringen Erfolgs im Verhältnis zur Menge des Wassers, sollten wir hinnehmen und uns mit den Kreisen begnügen, die mit jedem Stein Botschaften der Wahrheit an sämtliche Ufer transportieren.


Am 26. Oktober 2015 schrieb Brigitte Klara Mensah-Attoh:

Vor allem ist der Taschenspieler NETHANJAHU mit seiner menschenverachtenden Apartheitsspolitik keinen Deut besser als HITLER. Würde nämlich Nethanjahu und seine Vorgänger samt israelischer Knesset Europaweit- Weltweit - geächtet werden - so würde es wohl niemals zu diesem Gemetzel gekommen sein - voriges Jahr in GAZA in Hebron usw. und die Jahrzehnte zur Unterdrückung und permanenter Demütigung des Palästinensischen Volkes.
Es geht hier genauso um GENOZID - mögen auch das Tempo und die Mittel verschiedene sein! Für die Gewalt in Nahost ist allein ISRAEL verantwortlich!

Dennoch - neben Israel machen sich all diejenigen mitschuldig, die - wenn überhaupt - darauf höchstens lauwarm reagieren. Wer weiß, was Nethanjahu noch alles aus dem Hut zaubert, solange er mit dieser Masche Glück hat und hier in Europa (und weltweit) nicht energisch in seine Schranken gewiesen wird, sondern stattdessen Gehör findet - um auf ewig weiter "Reparationen" abzukassieren.

Antwort von U. Gellermann:

Man verkleinert das Hitler-Monster, wenn man es mit Netanyahu gleichsetzt.


Am 26. Oktober 2015 schrieb Marianne Kamphausen:

@ Ebel
Das Wort "mittels" ist das Ihre und mag Ihnen irgendetwas beweisen. Für meinen Text beweist es gar nichts.
Die Israelis unterhalten in Tel Aviv eine eigene Gen-Datenbank, um die Existenz einer jüdischen Rasse zu beweisen. Das ist zwar Nonsens aber natürlich trotzdem Rassismus.
Sie kommen mir vor wie einer, der weiß, dass es Gott nicht gibt und deshalb die Existent der Religionen leugnet bzw. sie ausschließlich als Element der Unterdrückung begreift. Die Religion ist älter als das Klassenverhältnis und der Rassismus auch (fragen Sie mal den Neandertaler zu seinem Verhältnis zum Homo Sapiens).


Am 26. Oktober 2015 schrieb Thomas Ramdas Voegeli:

Nach Lektüre unzähliger Berichte ist mein heutiger Wissensstand:
- Die Nationalsozialisten wollten sämtliche Juden aus dem Reich ausweisen.
- Juden wurden verfolgt und in Lager gesteckt, doch gab es keine Vergasungen. Mit Zyklon B schon gar nicht, weil technisch nicht machbar auf die Weise, wie es offiziell beschrieben wird.
- Die Nationalsozialisten förderten mit ihrer Ausweisung der Juden die Gründung des auf Kosten des Blutes der Palästinenser geschaffenen Staates Israel.

Antwort von U. Gellermann:

Die Nazis haben etwa sechs Millionen Juden ermordet. Und weil die jüdische „Auswanderung“ der Nazis wesentlich in den Konzentrationslagern landete, gab es vor der Reichspogromnacht 1938 noch 200.000 jüdische Einwanderer (1932 - 1938) nach Palästina (in Wahrheit Flüchtling), danach erheblich weniger: Eichmann, Heydrich, Himmler & Co. brachten sie lieber um.


Am 26. Oktober 2015 schrieb David Andersen:

Was Sie hier bieten ist nichts anderes als eine Neuauflage des Antisemitismus im Mitleidsgewand: Ach die armen palästinensischen Jugendlichen, nur weil sie so schrecklich unterdrückt werden müssen sie zu Terroristen werden. So diffamieren sie den israelischen Staat, um die Palästinenser freizusprechen.

Antwort von U. Gellermann:

Israel diffamiert sich jeden Tag selbst. Und Apartheid - siehe Südafrika in seiner Zeit - bringt nun mal zwangsläufig Terrorismus hervor. Den halte ich für falsch. Aber für verständlich.


Am 26. Oktober 2015 schrieb Ute Plassma:

@ Johannes M. Becker: “Das Gros der Israelis wünscht nichts dringender als einen Ausgleichs-Frieden.”

Der Historiker Moshe Zuckermann sieht das nicht so: “Ich glaube nicht, dass Israel den Frieden haben will, und ich glaube, dass man sich gegenseitig die Waage hält in der Art und Weise, wie man diesen Frieden verhindert. Ich glaube, in der Bevölkerung ist das mehr oder weniger widergespiegelt. Die Bevölkerung wählt ja immer wieder die Regierungen, die keinen Frieden haben wollen.”
http://www.deutschlandfunk.de/regierungskrise-israel-will-keinen-frieden.694.de.html?dram:article_id=305051


Am 26. Oktober 2015 schrieb Manfred Ebel::

@ Marianne Kamphausen
Meinen Sie mit "rassistischer Verfolgung" die Unterdrückung einer menschlichen Rasse oder meinen Sie die Methode, mittels des Biologismus bestimmte Menschengruppen, Bevölkerungsschichten bis zu ganzen Völkern zu unterdrücken, auszurauben bis hin sie zu vernichten?
Allein der Begriff "mittels ..." (resp. Werkzeug) verweist klar auf sein Bestandteil von imperialistischer Politik und bourgeoiser Ideologie. In jedem Fall dürfte die Biologie nicht mit der Glaubensrichtung gleichgesetzt oder dafür benutzt werden.
Weder Glaube noch Nationalität, noch Volk sind Rasse!
Stimmen Sie dem zu, müssen Sie wohl andere Interessen identifizieren. Sonst kommen wir weder Netanjahu, noch Hitler, noch NWO-Apologeten (die uns auf 500 Mio. zu reduzieren - qua unabhängig von unserem jeweiligen Glauben auszurotten gedenken) wohl nicht bei.


Am 26. Oktober 2015 schrieb Edgar Mohr:

Also, "die jungen palästinensischen Messerstecher, die gern als Terroristen in deutschen Medien auftauchen" sind tatsächlich welche. Völlig inakzeptabel und zwar nicht nur wegen der vorhersagbaren israelischen Reaktion.

Ich besuche die Rational Gallerie täglich und schätze sie. Davon nehme ich aber die Israel-Berichterstattung und Kommentierung ausdrücklich aus.

Antwort von U. Gellermann:

Natürlich sind auch diese 15-Jährigen Terroristen. Aber ich schreibe und beschreibe, wie sie dazu gemacht werden.


Am 26. Oktober 2015 schrieb Marianne Kamphausen:

@ Ebel
Wenn Anhänger einer Religion behaupten, dass sie ein Land, das sie angeblich vor 2000 Jahren besessen haben, erneut besitzen müssen, dann ist das, von den ersten zionistischen Wanderungsbewegungen bis heute, sehr wohl ein eigener politischer Grund. Und weil die ersten zionistischen Fluchtbewegungen aus dem zaristischen Russland (1880) durchaus Ergebnis rassistischer Verfolgung waren, muss hier auch nicht krampfhaft nach anderen Interessen gesucht werden. Selbst wenn Rassismus (wie uns die heutige Genetik beweist) wissenschaftlicher Unsinn ist, existiert er als ideologisches Faktum auch außerhalb politischer und ökonomischer Interessen. Wird aber natürlich gern für diese Interessen genutzt.


Am 26. Oktober 2015 schrieb Hans Rebell-Ion:

Der z.Z. "herrschende" israelische RASSISMUS ist ein furchtbares Beispiel, dass auch JUDEN nichts gelernt haben aus vom Verbrecher HITLER und seinen v i e l e n Helfern an den JUDEN verübten VERBRECHEN! Es ist furchtbare HEUCHELEI der "BRD-STAATSRÄSON" die heutigen rassistischen VERBRECHEN der JUDEN an den PALÄSTINENSERN nicht beim wahren Namen zu nennen! Auch "mit einem SIEG über´s KAPITAL" wäre das "UNRECHT" nicht verschwunden, weil die seit ca. 10T.J. "herrschende" ZIVILISATION u n d das "KAPITAL" von Anfang an siamesische Zwillinge sind!


Am 26. Oktober 2015 schrieb Manfred Ebel:

Waren es die Juden?
Glauben die Juden von sich, von ihrer Glaubensgemeinschaft, dass sie etwas anderen Gemeinschaften voraus und damit Sonderrechte bis zur Vernichtung anderer Gruppen haben? Wäre es so, hätten sich Anhänger dieser Glaubensrichtung auch z.B. in Deutschland wie auch allen anderen Regionen der Welt und in der Geschichte gleichermaßen verhalten.
So war und ist es aber nicht.
Der Grund israelischer Politik wie neuerlicher Nethanjahu´scher Postulate kann auch nicht sein, dass eine Glaubensgemeinschaft ein Territorium für sich beansprucht. Religiöser Glaube hängt doch auch nicht vom Wohnort ab! Sind und waren doch gerade Juden überall sonst auf der Welt und in der Geschichte friedliche, sogar duldsame Nachbarn.
Es drängt sich auf, Ursachen in der Geschichte Israels und darin zu suchen, wessen Interessen hier nach wie vor vertreten werden. Da braucht man nicht lange herumzueiern um die anglo-amerikanischen Imperialisten als Urheber und Nutznießer auszumachen. So wandelt sich denn ein Satz von Uli in eine allgemeine Gesetzmäßigkleit, die hier in Deutschland, in Israel und auf der Ganzen Welt wirkt:
"So siegt die gut organisierte Besatzungsmacht gegen den spontanen, individuellen Widerstand."
Imperialisten oder Herrschergrüppchen brauchen nur die einen Glaubensanhänger gegen die anderen, Vertreter einer nationalen Gruppe gegen eine andere, Arbeitende gegen Arbeitslose, ... aufzuhetzen. So machten sie es in der Geschichte, so betreiben sie es heute, so werden Muslime verketzert, anderswo Christen, oder auch Schwarze, "die gelbe Gefahr", "der Itacker", "der Russe" oder Hartz-IV-Empfänger.
Fragwürdig ist, wo die `gut organisierten Besatzungsmächte´ verwundbar sind und ob sie denn wirklich `gut organisiert´ sind bis hin zu ihrer Existenzbrechtigung, denn Imperialisten liegen sich immer gegenseitig in den Haaren und reißen andere dabei in den Abgrund.
Und die andere Seite ist, den Widerstand strategisch zu systematisieren.
 
 


Am 26. Oktober 2015 schrieb Manfred Ebel:

Lieber Herr Olieni, zur kategorischen Richtigstellung erlaube ich mir den Hinweis, dass es sich um Chauvinismus in Reinkultur, nicht um Rassismus handelt. Juden wie Palästinenser sind keine Rasse.


Am 26. Oktober 2015 schrieb Benny Thomas Olieni:

"Praktischer Rassismus" - was für ein treffender Ausdruck für so manches, was in Israel und um Israel in krasser Weise geschieht.
- Und daß "Notonyahoo" ein Lügner ist, das auszusprechen ist leider notwendig.
Unfaßbar, wie der Mann mit Menschen und mit der Geschichte umspringen zu können glaubt.


Am 26. Oktober 2015 schrieb Thomas Immanuel Steinberg:

Lieber Johannes Maria Becker,
mit der jüdisch-israelischen Mehrheit, die Netanjahu unterstützt und einen Ausgleichs-Frieden will, ist es vielleicht so, wie mit der Krupp-Belegschaft, die alltags U-Boote baut und sonntags die Kriegsopfer betrauert, per omnia saecula saeculorum.


Am 26. Oktober 2015 schrieb Rüdiger Becker:

Früher oder später wird wieder jemand auftauchen, der Antisemitismus hinter dieser klugen Analyse wittert; das geht ja immer so.
Gleichwohl fehlt mir ein Satz in dem Text: Willkürliche Angriffe auf unbewaffnete jüdisch-israelische Zivilisten mögen sich aus der endlosen Repressionspolitik ableiten, sind aber so untauglich wie den legitimen Zielen der Palästinenser abträglich. Sie liefern die Rechtfertigung für immer neue Unterdrückung - und zynische Propaganda.


Am 26. Oktober 2015 schrieb Heidrun Zuber:

Herr Becker, ich finde es schon richtig zu sagen, dass Netanyahu offenkundig stellvertretend fuer die Mehrheit an der Spirale der Gewalt dreht.
Ein Premier wie sein Volk. Netanjahu ist beliebt, weil er nichts aendern will und sein
Erfolg sagt eine Menge ueber den Gefuehlszustand Israels aus.
Um die Wahl zu gewinnen, bewegte sich Netanjahu in den letzten Tagen des Wahlkampfs in die auesserste Ecke des rechten Ringes und behauptete u.A., eine Zwei-Staaten Loesung werde es unter seiner Regierung nicht geben.
Wer Netanjahu, wer Likud waehlt, weiss sehr wohl, dass er sich nicht fuer den Frieden entscheidet. Netanjahus Likud - Partei hat den Wahlsieg davongetragen.

Es stimmt schon, dass es in Israel viele Menschen gibt, die eine gerechten Frieden mit den Palaestinensern wuenschen. Einige davon demonstrierten gestern gemeinsam mit arabischen Aktivisten auf Israels Strassen fuer eine friedliche Koexistenz.
Doch leider sind diese in der Minderheit.


Am 26. Oktober 2015 schrieb Ernst Grobschmied:

Schon mal was davon gehört, dass Palästinenser am Gewinn des Erdgas-Booms im östlichen Mittelmeer beteiligt werden? Nein, "wir geben keinen Zoll ab" so Liebermann.

Deshalb muss auch noch die palästinensische Restbevölkerung im Gazastreifen ermordet werden.
Die Legitimierung für Massenmord ist immer gleich.
Nicht nur 30 unterirdische Tunnel der Palästinenser sollten beim letzten Gaza-Mord "geschlossen" werden, sondern ein möglicher Verhandlungspartner für Flüssiggas als Anrainer des östlichen Mittelmeeres ist von der Weltkarte "verschwunden".
Wo kein (Palästinenser-) Staat, da kein Völkerrecht, da ist Profit ?

Wirtschaftliche Güter (Knappheit) lassen sich wohl eher in Geld bemessen als Menschenrechte.

Siedler-Kolonialisten und deren Freunde sind Hoch-Kriminelle. Den Haag wäre viel zu klein um sie dauerhaft neu zu beheimaten.


Am 26. Oktober 2015 schrieb S. Hauptkorn:

Und mal wieder kann ich gar nicht so viel essen wie ich.... - ihr wisst schon.

Den letzten Satz könnte man umformulieren: "...Geld und Waffen reicht..."

So lange "das Kapital" nicht besiegt ist, wird es wohl keine Gerechtigkeit geben.


Am 26. Oktober 2015 schrieb Johannes M. Becker:

Du triffst die Wahrheit, wieder einmal, lieber Uli.
Und das mit differenzierten Worten.
Nur in einem irrst Du (hoffentlich) - ich konnte mich zuletzt mehrfach davon überzeugen: Netahyahu handelt nicht für die israelische Mehrheit, wenn er "an der Spirale dreht". Das Gros der Israelis wünscht nichts dringender als einen Ausgleichs-Frieden.
Dass unsere (deutsche) Regierung auch noch Waffen an diese Regierung liefert, ist unerträglich; dadurch wird ihr von Dir aufgezeigtes Agieren international legitimert.


Am 26. Oktober 2015 schrieb Moyra Mangold:

Unglaublich, was sich dieser Soziopath herausnimmt und kein westlicher Politiker fühlt sich berufen diesem Drecksack mal Paroli zu bieten. Nein, er wird auch noch in Ehren empfangen. Ferkel und Konsorten scheinen sich im braunen Sumpf äußerst wohl zu fühlen (siehe Ukraine) Mir kommt die Suppe von vorgestern hoch wenn ich mir das derzeitige Politikgekaspere ansehen muss. Es ist einfach erbärmlich von den Marionetten der Weltbühne, wie sie seit Jahrzehnten die Ermordung eines ganzen Volkes erlauben und sie nur ab und zu hüstelnd und mit erhobenen Zeigefinger diesem Massenmörder aufs Pfötchen klopfen. Aber es ist ja Staatsräson sich niemals in Kritik gegenüber Israel zu üben denn sofort wird die Antisemitismuskeule geschwungen und Judenhasser geschrien. Diese ganze verlogene Pack gehört vor ein internationales Gericht, welches nicht von den Amis gekauft wurde und sie gehören abgeurteilt auf eine Insel, jeder mit einem Morgenstern bewaffnet, um sich gegenseitig ins Jenseits zu befördern. Diese Welt verwandelt sich immer mehr in ein Gruselkabinett geleitet von gestörten Monsantozombies, welche sich in Blut und Scheiße wälzen.


Am 26. Oktober 2015 schrieb Klaus Madersbacher:

Netanyahu ist ein rassistischer Kriegsverbrecher reinsten Wassers - von der verbrecherischen Besiedlungspolitik in den besetzten Gebieten bis zu den verbrecherischen Überfällen auf Gaza hat er so viel auf dem Kerbholz, dass in Den Haag ein schöner Schauprozess abgefeiert werden könnte - leider ist er kein afrikanischer Potentat, den die terroristische Supermacht Vereinigte Staaten von Amerika und ihr verbrecherischer NATO-Anhang verfolgen wollen, um uns wieder einmal ihre humanitäre Gesinnung ins Hirn zu klatschen.

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