NATO auf Kurden-Jagd

Europäische Union jagt mit

Autor: U. Gellermann
Datum: 12. September 2016

Wie Zwillinge traten sie in Ankara auf: Der Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg und die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini. Der selbe Tag, die selbe Stadt: Sie hätten ihre jeweiligen Pressekonferenzen auch gemeinsam abhalten können. Stoltenberg sicherte der Türkei „die Solidarität des Bündnisses“ zu. Mogherini verstieg sich gar zur Unterstützung der Türkei bei „ihrem Engagement für Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit“. In den Gefängnissen der Türkei sitzen, im Ergebnis von Massenverhaftungen, die Opfer türkischer Menschenrechte. Dutzende Zeitungen sind im Gefolge der türkischen Form von Demokratie verboten. Zehntausende Lehrer und Hochschullehrer wurden ohne Grund und Verfahren entlassen, sicher weil die Türkei ein Rechtsstaat ist, den die Europäische Union unterstützt.

Ein synchroner Trick macht die Augenwischerei möglich: Im Mittelpunkt aller Kommentierung und medialer Verarbeitung türkischer Verhältnisse steht der misslungene Putsch. Dass lange vor dem Putsch alle Vorformen der Diktatur geprobt wurden, dass nach dem Putsch ein Erdogan-Rachefeldzug auch die trifft, die mit dem Putsch nichts zu tun haben, ist aus der öffentlichen Wahrnehmung nahezu verschwunden. Das soll eine Türkei reinwaschen, die in Syrien jeden Moment auf russisches Militär stoßen kann: Was ist, wenn türkische Panzer bei ihrer Jagd auf syrische Kurden auch nur versehentlich von russischen Raketen getroffen werden? Der Krieg zwischen der NATO und den russischen Streitkräften wäre nicht auszuschließen. Das ist der größte anzunehmende Unfall, der vor einem atomaren Konflikt denkbar wäre.

Schon lange ist die Türkei ein wesentlicher Vorposten der NATO im „Kampf gegen den Terror“. Ausgerechnet in Ankara wurde das „NATO Centre of Excellence Defence Against Terrorism“ 2005 gegründet und dort ist bis heute sein Standort. Auf der Website der Anti-Terror-Organisation prangt das Logo des türkischen Generalstabes neben dem NATO-Signet. Als das Zentrum im Juni 2005 eröffnet wurde, kommentierte der damalige NATO-Oberkommandierende in Europa, James Logan Jones jr., das so: “Wir haben über das spezifisch türkische Problem mit der PKK gesprochen. Die Türkei ist ein idealer Standort für unser Zentrum zur Bekämpfung des Terrors. Sie verfügt über die zweitgrößte Armee der NATO, liegt strategisch sehr günstig und hat mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Bekämpfung von Terroristen."

Natürlich ist ein Terrorist immer der, den die USA und die NATO dazu erklären. Deshalb wird vom NATO-Anti-Terrorzentrum in Ankara auch der Krieg in Afghanistan und der im Irak geführt. Aber die ausdrückliche Erwähnung des „türkischen Problems“ mit den Kurden macht nachdrücklich auf die Einmischung der NATO in einen innertürkischen ethnischen Konflikt aufmerksam. Natürlich auf der Seite der Kurden-Jäger. Auch wenn der Leiter des obskuren Zentrums ein türkischer Militär ist: Die Bundesrepublik Deutschland ist über ihre NATO-Mitgliedschaft selbstverständlich in grundgesetzwidriges Handeln außerhalb ihrer Grenzen und immer schön unterhalb der Information des Parlamentes verwickelt.

Spätestens seit der „Erklärung der NATO und der Europäischen Union über die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik“ vom 16. Dezember 2002, mit der die „strategische Partnerschaft zwischen der Europäischen Union und der NATO bei der Krisenbewältigung“ zementiert wurde, hat sich die EU zum verlängerten Kriegsarm der NATO erklärt: „Während die NATO die Basis für die kollektive Verteidigung ihrer Mitglieder bleibt, wird die EU zusätzlich zu den Instrumenten, die ihr bereits zur Verfügung stehen, durch die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) in die Lage versetzt, unabhängig Krisenbewältigungseinsätze durchzuführen.“ Man muss natürlich das Wort „Krise“ immer durch das Wort „Krieg“ ersetzen, dann wird die Ungeheuerlichkeit dieses Dokumentes deutlich: Neben und an den nationalen Parlamenten vorbei werden Kriegseinsätze von EU und NATO geplant. Als Fußnote dieser EUR-Lex findet sich dieser Satz: „Die Zusammenarbeit zwischen der NATO und der EU fand erstmals Mitte der 90-er Jahre in den westlichen Balkanstaaten statt.“ Das Blut, das bei der Liquidierung Jugoslawiens geflossen ist, quillt aus den Zeilen der Eurokratie zur Besiegelung der NATO-Partnerschaft.

Immer wieder wurde und wird der Austritt Deutschlands aus der Europäische Union erwogen. Zumeist sind es wirtschaftliche und soziale Überlegungen, die diesen Gedanken befördern. Vor allem die unterschiedlichen Sozialstandards in der EU und die Ungleichheit der wirtschaftlichen Entwicklung haben bisher dieses Nachdenken genährt. Zunehmend kommt die Militarisierung der EU, ihre fatale Partnerschaft mit der NATO hinzu: Die Kurden-Jagd ist längst eröffnet. Die EU macht den Gewehrträger. Deutschland liefert die Munition. Es ist an der Zeit nicht nur „Raus aus der NATO“ zu fordern. Ein „Raus aus der EU“ lässt sich inzwischen mit den selben Argumenten belegen.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 14. September 2016 schrieb Michael Kohle:

Dank an Reyes Carillo für den Hinweis auf Georg Schramms Ausführungen zum BR. Dürfen wir uns doch alle freuen und vorallem froh sein darüber, dass Schramm doch wieder Abstand genommen hat von seinem selbstverordneten Ruhestand. Ob der verfahrenen "globalen politischen Lage" hat er es wohl allein und still zu Hause verharrend nicht mehr ausgehalten.

Was uns so hätte entgehen können, sehen bzw. hören wir in seiner Eloge an den BR. Denke jedoch, dass er mit seinen diesbezüglichen Vermutungen - ausnahmsweise - mal völlig falsch gelegen sein dürfte. Valentineske des bayrischen Humors, präsentiert vom Chefkomiker Siegismund? Nein, das ist völlig daneben gegriffen.

Das war ein geradezu klassischer Bußgang, Canossa lässt grüßen. Bußgänge gibt es derzeit gar viele, allzu viele! Dass der Bayrische Rundfunk fällig - überfällig geradezu - war für einen solchen Kniefall, war zu erwarten. Weniger lässliche Sünden erfordern Bußen mit Win-Win-Charakter. Und so hatte der BR tunlichst den treuesten Kurier des Putin-Besuchers Seehofer zum sich kurz zuvor vehement imperialen Absetzungsbemühungen widersetzenden, reaktivierten Putin-Freund (Erdogan) zu schicken. Es muss da ein transatlantisches Entsende-Gesetz geben, in dem auch das Bußregister klar und deutlich niedergelegt ist. Just gestern hatte sich - beispielsweise - unser derzeitiger Miles-and-more-König Frank Walter Steinmeier gefälligst der Präsenz jener auszusetzen, vor denen er noch vor wenigen Wochen eindringlichst ob ihres Säbelrasselns und Kriegsgeheuls gewarnt hatte. Die gestern devot ertragene Bastonnade war aber auch mehr als verdient, allein schon der SpOn-Artikel vom 10. Juni dürfte als Klageschrift völlig ausgereicht haben. Gibt da doch der Rumpelstilz dem Gott-sei-bei-uns auch noch die Hand.

Damit wären wir auch schon da angelangt, wo eine Buße in eine Sicherungsverwahrung ausgeartet sein muss. Die drei globalen Heroen des freien, unabhängigen Journalismus, der Spiegel, der Guardian und die New York Times, waren vor nicht allzu langer Zeit vom frisch eingefahrenen US-Staatsfeind Number one - einem gewissen Edgar S. - erkoren worden, als Einzige sein wertvolles Diebesgut zu verwerten. Gut bedacht war das nicht, kam doch noch strafverschärfend hinzu, dass er auch noch Unterschlupf beim o.g. Höllenhund eines jeden US-Bürgers und Transatlantikers gefunden hatte. Und so beließ es vorgenanntes Dreigestirn fürsorglich beim „verwahren“ statt beim „verwerten“, aus Hehlern wurden Hüter des Schatzes. Nicht genug damit, da setzte es noch eine Buße bis ans Ende aller Tage: außer Hofberichterstattung mit den Vorgaben und Leitlinien aus Pentagon und NATO-Hauptquartier war fürderhin alles untersagt. Für die so möglicherweise freigewordenen Seiten und Kolonnen wurde zusätzlich ausreichend Füllmaterial in Aussicht gestellt.

Würden wir genauer hinschauen, wir könnten unzählige solcher Bussgänge bis hin zur finalen Abstrafung auffinden. Wir Angefangen beim Blatter, Sepp oder jüngst Dilma Rousseff, bis hin zu jenen, bei denen der Grundsatz „mitgefangen - mitgehangen“ zur Anwendung zu gelangen hatte, den Leichtathleten und gar den Behinderten(sportlern) von vor und hinter dem Ural. Was mit Missfelder oder Oberst Spoettel los war, werden wir wohl nie erfahren.

Um nicht selbst auch gehörigst an den Ohren gezogen zu werden, werden längst Ablass-Aktionen auch vermehrt und verstärkt von der Vereinigung der Jünger und Pharisäer der Wertegemeinschaft angestrengt.

Ach, übrigens, ganz aktuell von letzter Nacht! Um nicht Gefahr zu laufen, in der Staatskanzlei z´ Menga nochmal Einladungen in den Kreml zu erhalten, wurden vom BR mal so schlappe vier Stunden Chodorchowski-Hossianahs dar- und nachgereicht. Da muss selbst Wladimir Wladimirowitsch am Roten Platz jetzt konstatieren: genug ist genug, das Mass ist voll. Wenn dieses epische Werk demnächst auch noch bei den Gniffkes auftauchen sollte, dann sollten wir wirklich daran gehen, die Notrationen im Keller aufzubauen. Aber nicht nur für eine Woche! Und gut gefütterte Wattejacken im Beipack, es könnte verdammt kalt werden ohne Gas.


Am 13. September 2016 schrieb Hans Rebell-Ion:

N - Nukleare
A - Agressive
T - Terror
O - Organisation


Am 13. September 2016 schrieb Pat Hall:

Es gibt weitaus mehr Probleme als die welche manche Kommentoren ansprechen wollen.
Wir werden doch nur noch von Polit-Komikern indoktriniert wie Georg Schramm in seinem Beitrag postuliert.
Danke an Reyes C. die mich auf diesen Auftritt und seine Ansichten aufmersam machte.
Der Link hierzu ist...
http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/bayerischer-kabarettpreis/georg-schramm-bayerischer-kabarettpreis-2016-br-100.html#&time=

Wann werden die Medien endlich ihrer Sorgfaltspflicht bewusst um die Menschen nicht weiter zu verarschen ?


Am 12. September 2016 schrieb Reyes Carrillo:

Es ist gut zu wissen, dass du die Türkei mit ihrem aufziehenden, die Sonne Tag für Tag mehr verdeckenden Faschismus (zu diesem Land passt jetzt der Begriff) immer wieder auf die Tagesordnung setzt! Schon allein die dauerhafte, von Friedensabkommen und Bruch befeuerte Krise, also das „türkische Problem“ (!) mit den Kurden hüben und drüben der Grenzen, dieser öffentliche, vor der gleichgültigen westlichen Wertegemeinschaft ausgetragene Genozid auf Raten, dankt deine Hartnäckigkeit. Wie bitte? Ach ja, Krisen sind ja Kriege, pardòn, ich vergaß! Und bitte, bitte: Es gibt sicher Dies und Das, das man der PKK vorwerfen könnte, aber ihr, verehrte monströsen NATO-Terroristen aus den USA und Europa seid es garantiert nicht, die sie des Terrorismus beschimpfen dürft!
Raus aus der NATO! Raus aus der EU! Vor allem raus aus dem europäischen, durch Merkel besonders obszönes Rosettenlecken am US-Arsch verheerendes (wörtlich) Vasallentum!

(Klammer auf: Gestern Abend hat Georg Schramm im Rahmen der Verleihung des Bayerischen Kabarettpreises 2016 den Ehrenpreis erhalten. In seiner Dankesrede – in der Figur des Rentners Dombrowski – lobte er u.a. den Bayerischen Rundfunk, der „durchaus auch das Valentineske des bayerischen Humors" habe. Und nannte ein Beispiel: „Kürzlich hat die ARD für ein Exklusiv-Interview von Herrn Erdogan den Bayerischen Rundfunk beauftragt – und die hatten den Mut, einen Humoristen dorthin zu schicken. Dieser Herr hatte die Chuzpe, als atmender Mikrofonständer - nicht ohne, dass Erdogan das überhaupt gemerkt hat… - hat der da den Stichwort-Kastraten gegeben beim Sultan, also eine Rolle, die er nicht üben musste… Böse Zungen behaupten, dass der Bayerische Rundfunk bis heute nicht gemerkt hat, dass sie einen Komiker zum Chefredakteur gemacht haben.“ Klammer zu.)


Am 12. September 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

Manches muss ab und an ins Gedächtnis geholt werden.
Gründung der NATO am 4. April 1949 als transatlantisches "Verteidigungsbündnis."
Nur, der Warschauer Pakt wurde am 14. Mai 1955 als Antwort auf das "Verteidigungsbündnis" gegründet.
Sechs Jahre, nach Gründung der NATO.
1989 war denn dann Schicht im Schacht. Russen sind friedlich aus der DDR abgezogen. Es war an der Zeit die unsägliche NATO aufzulösen. Die USA, ob sie wohl friedlich abgezogen wären, in einer ähnlichen Situation ?. Nein ! Sie sind und bleiben die Kriegstreiber der Welt. Es schert sie einen Dreck, wen sie unterstützen. Ob Pinochet, den blutigen Diktator Chiles, ob es der Einmarsch in den Irak usw. Die Liste mit dem Blut der Menschen geschrieben ist eine lange.
Alles was ihnen nützt werden sie tun. Sie unterstützen Terroristen in Syrien, in Afghanistan sowieso, und in Deutschland haben sie mit der Bundesregierung einen Haufen von Arschkriechern, und einer Herde Schafe, wo die aufpassen müssen, die hinterher laufen, weil sie sonst in die Scheiße von denen treten, die vor ihnen in Richtung Schlachtbank laufen.
Der Diktator wird hofiert, wie es ihm mit seinem Palast zusteht. Die Kurden werden abgeschlachtet, gequält, und dem nationalistischem Mob in der Türkei zum Fraß vor geworfen.
Und dieses Würstchen Stoltenberg, und der Senf Mogherini treibt die Menschen, die für Demokratie, Fortschritt, Freundschaft mit den Völkern der Welt stehen,an die Kloschüssel.
Kapitalismus heißt nunmal. Konkurrenz, Wettbewerb. Die Schwachen werden weggebissen, wenn die Banken gerettet worden sind, natürlich von denen, die wie Zitronen ausgepresst worden sind und werden. Griechenland liegt am Boden. Eine menschliche Tragödie. Italien und Spanien, da kommt noch was. Und munter wird wieder spekuliert.
"Man soll kaufen, wenn Blut in den Strassen fließt.
Baron Nathan Rothschild, im neunzehnten Jahrhundert der reichste Mann der Welt.


Am 12. September 2016 schrieb altes Fachbuch:

"NATO auf Kurden-Jagd. Europäische Union jagt mit"

beide überschriften können nur im kontext stehen. niemand (vernünftiges) wird hier einen widerspruch kreieren wollen!
das aufschlagen der beiden "besucher" sind eine kopie der denkweise aller verteidigungspolitiker: die präsenz von stärke und das verhandlungsangebot.
und dass eine eu-beauftragte, deren mitglieder auch (fast) alle mitglieder der nato sind, nichts anderes tun wird, als nato-positionen zivilgesellschaftlich zu flankieren, ist doch logisch:)

"Im Mittelpunkt aller Kommentierung und medialer Verarbeitung türkischer Verhältnisse steht der misslungene Putsch"

der putsch, ach ja. man sollte länger darüber nachdenken, vielleicht haben ja der zeitpunkt des aufschlagens und der grund des besuches oder die phrasenhaften botschaften damit etwas zu tun??
wer hat den putsch eigentlich organisiert? wie liiert ist die gülen-bewegung mit us/nato-geheimdiensten? sind wir sicher, dass die nato nichts damit zu tun hatte? da steigen ohne nato-kenntnis vom atombombenstandort incerlik flieger auf, und keiner weiß etwas? was stimmt an erdogans behauptung von parallelstrukturen in der türkei und wie wirkte/arbeitete die gülen-bewegung (übrigens über die türkei hinaus)?
und gegen wen richtet sich die jetzige säuberung tatsächlich? die medienberichterstattung zählt berufe auf, natürlich alle aus der presse, der justiz und der bildung - aber doch alle unter dem vorwurf der anhängerschaft gülens. stimmt das?
ich muss das vorgehen erdogans nicht gutheissen oder verurteilen! aber ich darf fragen, ob ein land legitimiert ist, sich gegen einen dubiosen putsch zu wehren?? und ich hänge die frage dran, ob das prinzip der nichteinmischung in innere angelegenheiten nicht dem einfordern "allgemeiner menschenrechte" gleichgestellt ist (helsinki-akte)??

so viele fragen;)
haben rohstoffkriege oder künftige energietrassen mit der entwicklung in der türkei was zu tun? wo dass mit der krim so schlecht gelaufen ist, will jemand vielleicht den bosporus dicht machen? die türken und russen gegeneinander aufhetzen? wer auf die karte schaut, wird ahnen, dass ein kurdenkonflikt im nordwesten des irans noch fehlt? ein großes jagdrevier, und wieder nur wegen geopolitischen und militärstrategischen erwägungen! die kurden erwischt es nur zufällig:(
und:
- die nato ist in der ecke gar nicht präsent!! wir sprechen von einer us-geführten koalition der freunde syriens!!
- Centre of Excellence der nato gibt es bald 19!! 3 mal in DE, 7 mal auf territorien ehem. warschauer vertragsstaaten. über ALLE diese einrichtungen erfährt NIEMAND etwas!
- in der schmock-ecke gibt es einen beitrag, den ich mit diesem im kontext sehe
- übrigens wurde die brd nach der "vereinigung" wegen ihrem kahlschlag gegen die kompletten staatlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen "eliten" der ddr von der uno gerügt!! 2-2,5 mio landsleute, befreite, steuerreduzierende westpaketempfänger auf die straße setzen war legitim!!


Am 12. September 2016 schrieb Günther Mann:

NATO-Osterweiterung: die NATO braucht sich nur in diesem Tempo osterweitern, und schon wird sie sich von Russland von allen Seiten umklammert und bedrängt fühlen :)


Am 12. September 2016 schrieb Andreas Schell:

NATO heißt North Atlantic Treaty Organization ?Organisation des Nordatlantikvertrags?. Der Nordatlantikvertrag regelt das kollektive Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 der UN-Charta. Die NATO ist, dem Vertrag nach ein Verteidigungsbündnis der Anrainerstaaten des Nordatlantiks. Bereits der Name ist eine Lüge! Die NATO ist ausschließlich an Angriffskriegen beteiligt und betreibt einen aberwitzigen Waffenkonsum. Seit ihrer Gründung wurde keiner ihrer souveränen Mitgliedstaaten angegriffen, oder irre ich mich da? Hochrüstung und archaische, militärische Muskelspiele haben nie zum Frieden beigetragen, sondern immer nur der ehrliche, konsequente, respektvolle Dialog mit den Nachbarn. Das ist genau das, was speziell unsere derzeitige Bundesregierung speziell dem großen Russland verweigert und damit konsequent dem Frieden auf unserem Kontinent in unerträglicher Weise schadet. Bündnisfälle kann man konstruieren. Nur warum die NATO nach 9/11 in Arabien einmarschiert ist, konnte zumindest mir bisher keiner schlüssig erklären. Na gut: die Verschwörungstheoretiker halt, die behaupten, es ginge um Öl und Gas. Das sind Rohstoffe, die aus Sicht aller anderen rein zufällig und ungerechterweise ausgerechnet dort mehrheitlich vorkommen, wo Allah groß ist und seine Verehrer leicht zu besiegen. Und wo bitteschön ist, von Afghanistan und Irak aus betrachtet, gleich noch mal der Nordatlantik? Etwa noch eine Lüge in den nur vier Buchstaben (NATO)? Das muss man erst mal hin bekommen!

Vielleicht listen wir, um die NATO jetzt nicht über Gebühr zu strapazieren, in einem kurzen Exkurs einfach mal noch mehr Organisationen auf, deren bloßer Name bereits eine Lüge ist? *C*DU, *S*PD, *A*FD, Grüne, ...?


Am 12. September 2016 schrieb Detlev Matthias Daniel:

"Problemlösungen sind nur im europäischen Rahmen denkbar."
Irrtum, Herr Kamphausen. Die Lösungen dieser Art von Problemen sind nur im globalen Rahmen denkbar. Solange die EU sich versteht als ein Zusammenschluß, um die Probleme besser "in ihrem, europäischen Sinne" zu "lösen", gehört sie nicht zu den Problemlösern sondern zu den Problemtreibern. Wie die USA, die Nato und leider Gottes viele andere auch - diese nur eben weniger wirksam. "Krisenbewältigungseinsätze" ist der Euphemismus schlechthin. Gegen derlei Naturkatastrophen, die da über uns hereinbrechen, hilft bekanntlich nur der - selbstverständlich humanitäre - Einsatz der Streitkräfte.

Nun kann man natürlich sagen, wenn die bösen Buben sich zusammenrotten, um auf dem Pausenhof die Mitschüler zu drangsalieren, muß man sie eben auseinanderbringen. Besser sie schlagen sich gegenseitig die Köppe ein, als der friedliebenden Mehrheit. Aber so einfach sind die Verhältnisse eben auch nicht. Und wenn ein Bündnis sich auflöst, sitzen die Rambos immer noch in ihren Sätteln. Die führenden Cliquen und ihre Interessen bleiben die gleichen, auch wenn wir aus der EU austreten - gerade in Deutschland.

Dennoch kann es durchaus Menschen, Länder geben, die darin einen Vorteil sähen. Ob ich dieser Bewertung jeweils zustimmen würde, ist noch einmal eine andere Frage. Die würde ich dann lieber im Einzelfall entscheiden.


Am 12. September 2016 schrieb Lutz Jahoda:

DAS NEUE NATO-WÜRFELSPIEL

Mogherini klingt süß, wie hingeflötet,
Stoltenberg, Jens klingt schon eher nach Horn.
Da reiten zwei, aneinandergelötet,
ihr Dienstauftrag lautet: Wer Kurden tötet,
rückt, ohne zu würfeln, zehn Felder nach vorn.

Ein spannendes Spiel um Jagen und Haschen,
von NATO-Experten lustig erdacht.
Verwickelt, verfilzt, verknotet in Maschen,
mit Möglichkeiten, sich reinzuwaschen,
gegenwartsnah, auch für Kinder gemacht.


Am 12. September 2016 schrieb Heiko Leidner:

Mehr muss man zur EU nicht sagen https://soundcloud.com/acidpauli/fuck-the-eu


Am 12. September 2016 schrieb Aleksander von Korty:

Herr Kamphausen und Herr Galerist, was ist mit den Staaten Albanien, Mazedonien, Serbien, Schweiz? Gehören die nicht auch zum Europäischen Kontinent. Und selbst Israel wird mitgerechnet, zumindest beim European Song Contest ! ! !
Nun, wie dem auch sei, Selbstverständlich ist der Kontinent größer und umfassender, als die Europäische Union. Mir scheint die Forderung nach Austritt aus der EU zwar nachvollziehbar und verständlich, bei deren Handlanger-Politik für die kriegstreiberische NATO und keineswegs ein Zeichen für rechte AfD- Komplizenschaft. Aber andererseits auch nicht sehr realitätsnah und Erfolg versprechend. Zumal die EU von Mehrheiten ihrer Bevölkerung noch weniger als militaristische Bündnis wahrgenommen wird, als das sogenannte Verteidigungsbündnis NATO. Da muss der Ansatzpunkt für Austritts-Forderungen bleiben. Und es muss klar gemacht werden, dass dieses Militärbündnis nicht gegen Terror hilft,sondern ihn befördert und es ansonsten keine militärischen Bedrohungen der EU-Staaten gibt, es also überflüssig und kontraproduktiv ist! Zumal ich mir im 21. Jahrhundert nationale Lösungen in dieser immer globaler werdenden Welt für internationale Probleme nur schwerlich vorstellen kann.


Am 12. September 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

......da schließe ich mich an diesem Montag gerne @ Petra Cibulski an.
Dein unermüdlicher Einsatz, für Frieden, Freiheit, Völkerverständigung muss immer und wieder erwähnt werden.
Nicht nur raus aus der NATO; auch raus aus einer EU, die durch ihr immer stärker werden @Peter Kamphausen die Völker und deren Interessen nicht mal mehr zur Kenntnis nimmt. Und wenn, dann als störendes Moment, denn von Demokratie ist lange keine Rede mehr. Machterhalt, Cliquenwirtschaft, Kapitalinteressen vertreten, um nur einige zu nennen, ist auf der EU Fahne zu lesen. "Freude schöner Götterfunken." Wer damit wohl gemeint ist.


Am 12. September 2016 schrieb Georg Frerichsen:

Unten auf Ihre Site haben Sie eine dicken Hinweis auf den Aufruf zur Demonstration "Die Waffen nieder" am 8.X.2016 in Berlin stehen. Da werden Sie im Text nicht mal den Satz "Raus aus der NATO" finden. Geschweige denn den Satz "Raus aus der EU". Für mich sieht diese Aktion wie die typische Erklärung einer Kompromissgeburt aus: Die Fürsten der Friedensbewegung haben sich so lange geeinigt, bis der Inhalt aus dem Aufruf raus war. Ich werde trotzdem hingehen. Und mit den Zähnen knirschen.

Antwort von U. Gellermann:

Besser knirschend dabei als jammernd zu Hause.


Am 12. September 2016 schrieb Peter Kamphausen:

Mit Ihrer Forderung nach einem Austritt aus der EU spielen sie das Spiel der AfD. Linke wie Sie tun zwar immer internationalistisch, sind aber doch sehr begrenzt. Problemlösungen sind nur im europäischen Rahmen denkbar.

Antwort von U. Gellermann:

Zu welchem Kontinent gehören eigentlich Russland, die Ukraine, Belorussland, Norwegen, Island, die Türkei und der Vatikan?


Am 12. September 2016 schrieb Pat Hall:

Die EU ist in den Tentakeln des transatlantischen bündnisses gefangen,das ist &war schon immer so.
Was diese sogenannte Elite betreibt ist Kriegestreiberei anstatt Frieden zu fördern.
Wann wird die EU in der Lage und gewillt sein Frieden auf Erden zu schaffen ?


Am 12. September 2016 schrieb Petra Cibulski:

Mich überzeugt die Rationalgalerie immer wieder durch ihre Recherchearbeit. Was sie zum Thema Kurden und Nato ausgegraben haben ist schon erstaunlich. Dafür meinen besten Dank.

Dran bleiben...

Schlagzeilen

Wenn Sie sich für die Artikel der Rationalgalerie interessieren und immer erfahren wollen, wenn es Neuigkeiten gibt, können Sie unseren RSS-Feed abonnieren:
RSS-Feed abonnieren

Kürzlich...

22. Juli 2019

Die Herrschaft des Matriarchats

Angela Merkel dreht noch eine Runde
Artikel lesen

15. Juli 2019

Spitzen-Job als Spitzel

Verfassungsschutz tut Gutes im Verborgenen
Artikel lesen

10. Juli 2019

Warndreieck für die Tagesschau

Nachrichtenlöcher führen zu Löchern im Kopf
Artikel lesen

08. Juli 2019

Wahlkampf ohne Wahl

Christine Lagarde - Der eiskalte Charme der Bourgeoisie
Artikel lesen

03. Juli 2019

Tödliches Schweigen in den Medien

Mumia Abu-Jamal - seit 37 Jahren in Haft
Artikel lesen

PDF dieses Artikels

Diesen Artikel herunterladen

Wenn Sie möchten, können Sie sich diesen Artikel auch als PDF-Datei herunterladen:
PDF-Datei laden

Artikel kommentieren

Brillant? Schwachsinn? Mehr davon?

Sagen Sie uns Ihre Meinung! Wir überprüfen Leserbriefe, bevor wir sie online stellen – nicht um sie zu zensieren, sondern um unsere Leser vor SPAM und Werbung zu bewahren. Über Kritik freuen wir uns!
Kommentar verfassen

Spenden für Medienvielfalt

Die Autoren dieser Seite verwenden viel Zeit und Sorgfalt bei der Recherche und beim Schreiben der Artikel. Wenn Sie die Rationalgalerie in ihrem Bestreben, zur Vielfalt unserer Medienlandschaft beizutragen, unterstützen möchten, freuen wir uns über eine Spende. Jeder Beitrag hilft uns weiter: