Merkels Hilfe für Erdogan

Eine Wahlkampf-Reise in die Türkei

Autor: U. Gellermann
Datum: 02. Februar 2017

Ob sie nach dem Telefonat mit Trump einen Lachanfall hatte, die Kanzlerin? Als sie ihm erzählte, dass sie gegen ein Einreiseverbot für Menschen aus „bestimmten Ländern und Menschen mit einem bestimmten Glauben“ sei? Oder hatte sie einfach in ihrer frisch gebügelten Sicht auf die Welt vergessen welcher Religion die Flüchtlinge angehörten, die im letzten Jahr mit ihrer Billigung an der Flucht über die Balkanroute gehindert wurden? All die Menschen aus Syrien, Afghanistan oder dem Irak, die vor Krieg und Elend nach Deutschland fliehen wollten, waren natürlich Muslime. Und es waren ebenfalls Muslime, die von der Europäischen Union, orchestriert von der Meisterin aus Deutschland, in einem „Rücknahme-Abkommen“ mit der Türkei an den EU-Grenzen festgehalten wurden. Das Einreiseverbot stand. Die Mauer gegen die Flüchtlinge war gebaut. Frau Merkel hatte die Schluss-Steine mit eigener Hand poliert. Aber weil der neue Chef des US-Imperiums nicht nur ungehobelt ist sondern auch manches anders zu machen behauptet als gewohnt, konnte sich die Kanzlerin als Mutter Theresa der Muslime aufspielen. Und das am Vorabend ihrer Wallfahrt zum türkischen Diktator.

Die von Erdogan willkürlich aus dem Staatsdienst Entlassenen werden nicht mehr gezählt: Zuviel. Die Verhaftungen im Rahmen des türkischen Staatsstreichs von oben: Willkürlich. So wie im Fall eines Kantinenwirts, der zu sagen gewagt hatte: „Also wenn Erdogan kommt, kriegt der von mir keinen Tee“. Die Ziffer der Gefolterten? Dunkel. Wie die Gefängnisse des Erdogan-Reich. Düster auch das Erdogan-Netzwerk in Deutschland: Andersdenkende werden bespitzelt und denunziert. Es ist das Diyanet İşleri Başkanlığı, die staatliche Regierungsbehörde, dem Ministerpräsident unterstellt, die in den deutschen Moscheen Erdogan-Kritiker für das Gefängnis reif macht. Diyanet-Chef Mehmet Görmez nennt das Vorgehen der Religions-Polizei fürsorglich „Schutz“. Mit 1,8 Milliarden Euro jährlich aus Ankara ist die in Deutschland operierende Moscheevereinigung DITIB ausgestattet, um die Ziele des Erdogan-Staates umzusetzen. Zwar ermittelt die Bundesanwaltschaft gegen die Vereinigung wegen Spionage, aber ernsthafte Schritte wurden bisher nicht unternommen.

Schritt für Schritt geht Merkel weiter auf Erdogan zu. Ausgerechnet kurz vor der Volksabstimmung über die Einführung eines von Erdogan gewünschten Präsidialsystems reist sie nach Ankara. Der Chef der türkischen Oppositions-Partei CHP, Kemal Kılıçdaroglu, nennt die Reise zu Recht „Wahlkampfhilfe“. Obwohl Erdogan in der gleichgeschalteten, verängstigten Türkei nicht mehr viel Wahlkampfhilfe braucht. Merkels Reise ist eher ein internationales Gütesiegel: Seht her, wenn die deutsche Kanzlerin den gefährlichen Mann vom Bosporus besucht, kann doch alles nicht so schlimm sein. Es handelt sich mehr noch um eine Wahlkampfhilfe von Erdogan für Merkel: Hält er ihr die Flüchtlinge lange genug vom Hals, kann sie noch eine Runde Kanzler drehen.

Spannend ist auch, dass man den Merkel-Besuch zuerst aus dem Außenministerium der Türkei erfahren konnte. Dann erst bestätigte ein Sprecher der Bundesregierung die Reisepläne. Es ist die Umkehrung der Informationskette, die Sorgen machen muss. Das Seibertchen, her Mistress Voice, hatte die Türkei-Reise der Merkel kurz vor dem Referendum, das die Diktatur in der Türkei zementieren soll, erstaunlich erklärt: Die Kanzlerin lege auf ihrem Weg zum EU-Gipfel in Malta nur einen Zwischenstopp in Ankara ein. Das ist normal, wenigstens für den Regierungssprecher, dass man über Ankara nach Malta fliegt.

Einen “Arbeitsbesuch“ nennt das Kanzleramt den erneuten Kniefall der Merkel. Eine Tagesordnung wollte das Amt bisher nicht bekannt machen. Andere schreiben offenkundig die Agenda. Unter ihnen der Brigadegeneral Duman, im türkischen Generalstab für auswärtige Beziehungen zuständig. Der hat auf dem Neujahrsempfang der türkischen Streitkräfte am 20. Januar erklärt, eine Genehmigung der deutschen Bauvorhaben im Stützpunkt Incirlik sei nur möglich, wenn die Aufklärungsbilder der deutschen “Tornados" in Zukunft direkt und ohne Umwege an die Türkei geliefert würden. So funktionieren die neuen deutsch-türkischen Beziehungen im Schatten der Diktatur: Vom türkischen Außenministerium wird der Merkel-Besuch angekündigt und von der türkischen Armee erfährt die deutsche Öffentlichkeit, dass die Bundeswehr einen längeren Aufenthalt in der Türkei plant: In ein eigenes Flugfeld, einen mobilen Gefechtsstand für die deutschen Tornados und solide Unterkünfte für die Soldaten sollen Millionen Euro investiert werden. Und wie nebenbei teilte der türkische Generalstab auch noch mit, dass ihm die Tornado-Aufnahmen aus dem umkämpften Syrien nicht ausreichen. Das soll sich ändern. Aber zack. Sonst gibt es keine Genehmigung der deutschen Baumaßnahmen.

Eine große Informations-Lawine zu den neuen Verhältnissen in den USA rollt aus den deutschen Medien. Zu den deutsch-türkischen Verhältnissen in Zeiten der Diktatur gibt es eher Schneegestöber im Fernsehen und den Blättern. Und mitten aus der schlechten Sicht hört man fröhliche Laute: Man hätte nicht gedacht, dass die Merkel so herzlich lachen kann.

Merkel, Staatsfunk & Erdogan

Nun hat sie ihren Deal-Partner Erdogan besucht, die Kanzlerin. Und was referiert die TAGESSCHAU: „Merkel sagte Erdogan eine enge Zusammenarbeit im Kampf gegen jede Form des Terrorismus zu“. Wie schön. Hat die TAGESSCHAU mal nachgefragt: Ob die terroristischen Überfälle von türkischer Armee und Polizei auf kurdische Zivilisten gemeint sind? Nein. Dann verkauft die Dame via Staatsfunk noch diese trügerische Zeile: „Sie plädierte dafür, unabhängige Wahlbeobachter beim Referendum über das Präsidialsystem einzusetzen“. Wenn die 100.000 Entlassenen wieder eingestellt worden sind, wenn die 16.000 Verhafteten rehabilitiert sind, wenn die Gefolterten genesen sind, wenn oppositionelle Medien wieder zugelassen sind, wenn das Klima der Angst sein Ende gefunden hat, dann könnten Wahlbeobachter vielleicht eine reguläre Wahl beobachten. So beobachten sie eine Farce, in der brav die Zettel in die Urnen gestopft werden. Und dann zitiert der Staatsfunk noch einen Merkel-Satz: „Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass es dort Bespitzelungen gibt“. Genau. Der Eindruck ist ihr peinlich. Sonst nichts.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 05. Februar 2017 schrieb marie becker:

@ Sperber
"Was berechtigt Sie denn zu dieser Position?"

Umgekehrt...frage ich den Sperber nach der Berechtigung diese Frage zu stellen.. anerkennt der Herr ( mit dem scharfen blick) nicht, dass es so etwas wie Meinungsfreiheit und Recht auf freie Meinungsäußerung gibt?
Wohin kommen wir, wenn wir uns nach einer solchen Äußerung auch noch jedes mal rechtfertigen müssen dafür?

Eine Ergänzung: auch ohne Kenner der Türkei zu sein, fällt mir beim Besuch Merkels dort so ganz nebenbei auf, dass man zur Entschuldigung für die Zwangsbehandlung seiner Hunderter (Gülen) Gegner die hübschen Bilder von verbogenen Stahlträgern am Parlamentsgebäude pflegt und konserviert...und sie Merkel vorführt (zur Bewunderung etwa?)


Am 04. Februar 2017 schrieb Günther Sperber:

In einigen roten Kommentaren zur Leserpost machen Sie hier den Türkei-Kenner. Was berechtigt Sie denn zu dieser Position?

Antwort von U. Gellermann:

Lieber wäre mir, wenn Sie sich mit meinen Argumenten auseinandersetzen würden. Aber bitte: Während der türkischen Militärdiktatur der 80er Jahre war ich Teil der westdeutsch-türkischen Solidaritätsbewegung. Viel später habe ich in mehreren Jahren das nationale Festival der Türkei besucht: Das hat meine theoretischen Kenntnisse um praktische Erfahrungen ergänzt.


Am 04. Februar 2017 schrieb altes Fachbuch:

mich treibt die frage um, wieso eine mehrheit der türken hinter dem "diktator" zu stehen scheint. bei der abwendung des putsches (auch in diesem artikel wird er nicht erwähnt oder nach verursacher (westliche demokratien??) gefragt) gaben die sogar ihr leben her!!
kann es sein, dass es in der türkischen bevölkerung und gesellschaft eine mehrheitliche rückbesinnung oder umorientierung gibt, die sich an die vorzeit des kemalismus erinnert?? und DARF das nicht sein??
von süden werden der türkei duch die nato-kriege alles mögliche ins land getrieben. und im norden kann man sich das blühen oder wüten der "bürgerlichen demokratien" in griechenland oder dem postkomm. raum ansehen. was wenn die türken beides mehrheitlich nicht wollen??
nichts, was menschliches zusammenleben betrifft, scheint in stein gemeißelt zu sein. das musste ich 1989 auch akzeptieren!
die türken wollen scheinbar ein präsidialsystem, die franzosen haben eins! und beides ist deren völker entscheidung! wo also liegen die grenzen zwischen noch-kritik und der schon-einmischung. der franzose regiert mit ausnahmerecht und gummiknüppel, der türkische regent muss sich noch durchsetzen. ALLE opfer auf BEIDEN seiten sind nicht tolerierbar!
der galerist sprach die DITIB an. für mich sind die genauso legitimiert wie das goethe-institut und die berüchtigten parteinahen stiftungen im ausland, deren wirken man in der ukraine sehen konnte! "lehr"pläne und futter für unsere verdummungsindustrie liefert die bundeszentrale für politische bildung oder die stiftung aufarbeitung auch!
natürlich verschwinden in DE keine anwälte, journalisten oder schriftsteller oder oppos. parteiführer - die alle schaden doch aber der "bürgerlichen demokratie" nicht!! eine diktatur mache ich doch nicht an der zahl der gefängnisinsassen fest!
zigtausenden ehemaligen ddr-beschäftigten werden die beschäftigungszeiten auf die rente nicht angerechnet!! das rentenrecht als strafrecht!! das ist nicht mal den nazis passiert, und trifft RÜCKWIRKEND ehemalige berufsgruppen eines landes, die "rechtstaatlich" nicht mal belangt wurden!! kümmert das die hier bejammerten berufsgruppen?? ist das ein thema für anwälte, journalisten, autoren?? deshalb müssen türkische oppositionelle nicht in den knast, richtig!!
aber wir haben im wahljahr HIER zu tun.
unter den 3 mill. türken in DE sind ca. 600.000 wahlberechtigte. und siehe da, fast 50% wählen spd oder grüne - und damit ihren größten feind, den außenminister! cdu-wähler waren nicht zu ermitteln, aber das machen die 3 mill. spätaussiedler!
wie viele von denen wählen s. dagdelen, und woran liegt es??

Antwort von U. Gellermann:

Statt einen beginnenden Dialog fortzusetzen fangen Sie lieber ein neues Thema an: Das darf man Flucht nennen – Ihre Eingangsfrage wäre auch (bei allem historischen Hinken) an die Deutschen um 1933 zu stellen gewesen. In der Türkei haben wir allerdings eine andere Kräfte-Mischung: Hier liegt sich die alte (gebildete, frankophone, laizistische) Borgeoisie mit der neuen (grobes frisches Geld, neue Strukturen) in den Haaren. Hinzu kommt ein alter ideologischer Kampf zwischen dem islamisch geprägten Teil der Bevölkerung (auf dem Land bzw. vom Land erst in den letzten Jahren in die Städte gekommen) und den laizistischen Städtern (in der auf Atatürk orientierten Staatsbürokratie überproportional vertreten). Allerdings werde ich hier kein Wochenend-Seminar zur jüngeren Geschichte der Türkei nachholen. Ihr Satz „eine diktatur mache ich doch nicht an der zahl der gefängnisinsassen fest“ spart sorgsam den begriff der politischen Inhaftierung aus, und das ist eben genau das, was eine Diktatur ausmacht. Und der Satz (auf die Rente bezogen) „das ist nicht mal den Nazis passiert“ ist eine Verhöhnung der Nazi-Opfer. Zudem entfernen Sie sich konstant vom Thema: Dieser Strang der Diskussion wird nicht fortgeführt.


Am 04. Februar 2017 schrieb Aysche Gül:

@ Fachbuch
Wer die Repressionen des Erdogan-Regimes für ein "türkisch-kurdisches Problem hält", hat sich nicht mit den diktatorischen Veränderungen in der Türkei befasst. Selsbt aus den gewöhnlichen deutschen Medien kann man erfahren, dass ein Ziel Erdogans die Gülen-Bewegung ist. Und die hat mit "den" Kurden sehr, sehr wenig zu tun.


Am 04. Februar 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

@ Liebes altes Fachbuch,
es mag sein, dass Personen in der Geschichte irgendwann einmal keine Rolle mehr spielen, doch irgendwann ist nicht jetzt..
Von den jetzigen Macht- und Kräfteverhältnissen ausgehend bleibt uns keine andere Möglichkeit, als die, der unbedingten und bedingungslosen Solidarität mit den Frauen, Männern, Kindern und den Alten, die unter den unwürdigsten Bedingungen existieren müssen, weil sie Menschen sind, und ein menschenwürdiges Leben mit freier Meinungsäußerung für sich, mit recht beanspruchen.
Die Gesellschaften sind noch lange nicht soweit. wirkliche Systemänderungen zu wollen.
"Alles ist immer in ständiger Bewegung." Den Unmut, die Ungeduld ist mehr als verständlich, doch die kleinen Errungenschaften dürfen nicht geopfert werden, die auch in der Türkei, vor nicht allzu langer Zeit noch möglich waren, denn jede Verbesserung in den gesellschaftlichen Verhältnissen für die Menschen, ist nur durch Klassenkampf erkämpft worden. Die Türkei ist genauso antikommunistisch, wie viele Regierungen in der Welt, und die Verfolgung Andersdenkender fordert uns doch geradezu heraus die internationale Solidarität herauf zu beschwören. Was sicher nicht geht, ist etwas zu unterlassen, was drin sein muss, auch mit der bitteren Erkenntnis, dass die Türkei einen gesellschaftlichen "Rückschritt" gemacht hat, mit Unterstützung der Deutschen Bundesregierung. "Kleinvieh macht auch Mist," habe ich gelernt, und die fortschrittlichen Kräfte in der Türkei werden für das verfolgt, bekämpft und weggesperrt, weil sie für das Einstehen, wie Du und ich, und viele andere; dass die Macht- und Kräfteverhältnisse in den Gesellschaften sich zugunsten derer verändern, die den gesellschaftlichen Reichtum erarbeiten.


Am 04. Februar 2017 schrieb altes Fachbuch:

lieber galerist,
ich spüre und lese schon deutlich heraus, dass dir dieses türkisch-kurdische (?) problem im großraum naher osten am herzen liegt. und du zurecht solidarität für die opfer dieses konfliktes einforderst. zumal im unterton immer spürbar deine symphatie und sorge freunden, kollegen der schreibenden zunft gilt, oder berufsgruppen, denen nach HIESIGEN maßstäben eine besondere rolle in der gesellschaft an sich zugesprochen werden: künstler, richter/anwälte, lehrer!
ich unterstelle KEINEN interessenkonflikt, aber in meinem kopf formulieren sich eben fragen:)
- ist diese eine vorstellung von bürgerlicher "demokratie", die selbst in der erfinderländern belacht wird und in der größten identitätskrise steckt, DAS exportrezept, mit dem wir glauben, die welt zu befrieden, die unsere gier trotz unserer "demokratischen werte" doch erst so gestaltet hat??
als ich mir bei den bösen kommunisten noch den eintritt ins bode-museum leisten konnte, haben mich die ausstellungen von mesopotaniem fasziniert! die wiege der menschlichen zivilisation ist dort - und bald nur noch verbrannte erde, dank der einmischung und intervention einer anderen "spezie".
soll ich nun die zukunft dieser so wichtigen region auf dem globus (wieso eigentlich?) aus "unserer" 250jährigen voreingenommenen sicht betrachten, oder diese region einfach ihrer tausende jahre alten kultur und gesellschaftsform überlassen??
natürlich sind die repressionen und persönliche schicksale auf "allen" seiten fürchterlich, aber sind die scheinbaren feinde nicht die, die ohne "unsere" einmischung EWIG schon miteinander ausgekommen sind, auf ihre art, in ihrem glauben und kultur??
muss ich mich also positionieren, ob die türkei ein präsidialsystem einführt?? ich sehe mir die nachbarschaft und die geschichte dort an: welches benachbarte land hat eine funktionierende demokratie, die für ihr landeswohl sorgt? laut trump ist isreal die einzige wahre demokratie im nahen osten, und dann verstehe ich, dass von "demokratien" kriege ausgehen!
sind die türken oder die kurden noch vertreter eigener interessen oder schon proxy's, ferngesteuert und unterdrückt von fremden mächten?
und so wie sich diese fragen stellen, sehe ich die türkei als schon verloren an. sowie afghanistan, irak, libyen, palästina, nigeria, mali....... failed states sind, wird es auch die türkei zerreissen.
ist den kurden länderübergreifend vom westen gar eine rolle eines neuen "isreal" zugedacht?? überlasst uns die rohstoffe und wir helfen eurer nation zur "unabhängigkeit"? wie weit ist öcerlans pkk schon weg von der damaligen befreiungsbewegung?
nicht nur der papst spricht schon vom laufenden 3. weltkrieg im nahen osten, und die verursacher sind wie immer die gleichen. und deren "lösungen" hören sich dann wie der flüchtlingsdeal mit der türkei oder gar schlimmer mit libyen an!! eine lösung und erlösung für die geplagten ländern ist da nicht vorgesehen.
das ändert sich erst, wenn die herkunftsländer dieses krieges sich ändern!!

Antwort von U. Gellermann:

Die Einleitung des Kommentars klingt, als sei mein Artikel eher eine persönliche Stellungnahme. Er ist natürlich primär eine politische Analyse, die weit über den „kurdisch-türkischen“ Konflikt hinaus geht. Primär zielt sie auf das deutsche Demokratie-Geschwätz, das nahezu verstummt, wenn die Rede auf die Türkei kommt. Und was die Nützlichkeit von bürgerlicher Demokratie anbelangt, würden die Inhaftierten, Gefolterten, Verbotenen sicher eine klare Antwort finden, hätten sie denn die Freiheit zu antworten. Und wer die Diktatur in der Türkei für ein kulturelles, ethnisches Problem hält, der verkennt, dass die Diktatur sowohl Türken wie Kurden, sowohl Laizisten wie Muslime trifft.


Am 03. Februar 2017 schrieb Pat Hall:

So ist es Uli,als " Ein Arbeitsbesuch" zu beschreiben,denn die BRD hatte mit den Faschischisten in der Türkei schon immer einen direkten Draht.
Tiefenstaat ?
Wer weiß das so genau ?


Am 03. Februar 2017 schrieb zuviel ? nachdenker:

Die Türkei ist auch , ganz nebenbei, einer der grössten und zuverlässigsten Käufer guter deutscher Wertarbeit in Sachen Waffen, Waffensysteme nebst anderem militärischen Zubehör.
Das ging soweit, dass der ehemalige Pfarrer Rainer Eppelmann in seiner damaligen Position als letzter DDR-Abrüstungsminister unmittelbar nach dem "Mauerfall" in trauter Zusammenarbeit mit den Siegern der "Einheit" grosse Teile der NVA-Bestände schnell noch in die Türkei verscherbelte.
Ich hatte damals das Vergnügen, in mehreren Tagesschaubeiträgen Bilder einer Grossoffensive der türkischen Armee gegen die Kurden an der Grenze zum Irak zu bestaunen. Das Staunen kam von der Bekleidung, Ausrüstung und Bewaffnung der Truppen. Das ganze Zeug kam aus NVA-Beständen. Ich weiss das, ich habe schliesslich in dieser "Friedensarmee" gedient.
Einen so zuverlässigen Käufer, der seit Jahrzehnten Stammkunde der deutschen Rüstungsindustrie ist, vergrault man doch nicht mit Tips und Hinweisen zu Menschenrechten, Demokratie, Meinungsvielfalt oder ähnlichen Störfaktoren. Wenn dieser Geschäftspartner dann auch noch in anderen Bereichen (Flüchtlingsdeal) behilflich ist, muss man ihn einfach ab und zu besuchen und nach dem rechten schauen.
Allein die Tatsache, dass Mutti zum türkischen Sultan reist und nicht umgekehrt, spricht doch Bände.


Am 03. Februar 2017 schrieb Otto Bismark:

"....jede Form des Terrorismus" - bedarf diese Formulierung noch eines Kommentars? Damit ist doch klar gestellt, alles, was lt. Erdogan als Terrorismus zu gelten hat, wird bekämpft!


Am 03. Februar 2017 schrieb Eric Boule:

Tuerkei ist Deckmantel fuer EU-Terror Warum will die Bundesregierung an TuerkeiDeal festhalten?Weil sie noch immer den illegalen USAwunsch unterstuetzt die legitime AssadRegierung zu beseitigen.Dementsprechend werden noch immer Rebellen/Terroristen unterstuetzt mit Informationen,Waffen,Ausbildung.Die Finanzierung geschieht ueber das NatoBudget.Fuer dies alles braucht man die Tuerkei um die Fluechtlinge von der EU wegzuhalten.


Am 03. Februar 2017 schrieb Ewerth:

So sehr ich auch die Kritik an Erdogan verstehe, aber machen wir uns im Westen nicht zu einfach? Ist der Westen mit mehr als 1,3 Mio. Getöteten auf Grund von Lügen seit 9/11 etwa ein Vorbild? Die vielen Foltergefängnisse des Westens weltweit, das bekannteste wohl bis heute Guantánamo? Da fühlen sich eben dann auch andere berufen, im westlichen schmutzigen Fahrwasser ihr Süppchen zu kochen. Der Westen verurteilt Erdogan, wer aber verurteilt die vielen illegalen Kriege des Westens alleine seit dem Ende des 2. WK mehr als 40 an der Zahl? Wer verurteilt die vielen illegalen Putsche injiziert durch Milliarden von Dollar „neu Deutsch“ „Regime Change“ Der letzte und verlogen noch dazu die Ukraine, da wurde ein gewählter Präsident mit Milliarden aus dem Amt geputscht, und eine Sezession wird wider besseres Wissen als Annexion hingestellt?

Wer verurteilt den täglichen illegalen Drohnen, Bomben und Wirtschaftsterror des Westens im Rest der Welt? All diese Beispiele, sollen demokratisch sein? Kann es sein, dass wir im Westen dank der täglich Indoktrination nicht mehr unterscheiden können oder wollen? Noch immer sterben täglich einhunderttausend Kinder an Hunger und deren Folgen von Hunger auf dieser Welt, während der Westen täglich tonnenweise Lebensmittel wegwirft? Der Westen erpresst viele arme Länder in Afrika und anderswo zu sog. Zynisch genannten „Freihandelsabkommen“ die alles sind, aber nur nichts mit Freihandel zu tun haben, sondern hier werden auf dieser Weise westliche Produkte hochsubventioniert in den Afrikanischen Markt gepresst, in dessen Folgen haben wie viele Menschen vor Ort ihre Existenzen verloren? Waffenexporte an die schmutzigsten Diktaturen der Welt? Flüchtlinge und Terrorismus ist der Krieg der Armen, gegen eine westliche illegale und aggressive imperiale Außenpolitik des Westens. Wie schrieb Jean Ziegler in einem seiner Bücher sehr treffend: „Der Westen ein Imperium der Schande“ Vielleicht würde die Verlogenheit aufhören, wenn all die Millionen Leichenberge, auf den Hauptstraßen der westlichen Metropolen abgelegt werden würden. Solange der Westen mutmaßliche Terroristen ermordet, aber die westlichen Verantwortlichen für die illegalen Kriege, den täglichen Drohnen, Bomben und Wirtschaftsterror davon kommen lässt, braucht sich niemand über die Folgen beschweren.


Am 03. Februar 2017 schrieb altes Fachbuch:

liebes @rebell-iönchen
des galeristen wortwahl mit "dürfen" ist jenseits der interpretation auf ein recht von idiotie anzusiedeln. ich empfehle ein nachschlagen der wortbedeutungen bei http://www.duden.de/rechtschreibung/duerfen!
dem verfasser obiger zeilen wird dies bekannt sein, darum lässt er auch inhaltliche fehler durch: agit/prop-leute waren immer STELLVERTRETER des sekretärs!! merkel war also nie fdj-sekretär!! jeder entblödet sich selbst!
und fdj-sekretär wurde man schneller und versehentlicher als man selber wollte! jeder zeitzeuge weiß das:) eine macht-sucht aus diesen zeiten abzuleiten, DARF man natürlich (siehe oben:)


Am 02. Februar 2017 schrieb Pat Hall:

@ Danke Erdal ich freue mich dass Du bei uns bist.
Was könnte ich noch mehr über den Enthusiasmus und euren Elan noch kommentieren ?


Am 02. Februar 2017 schrieb Aleksander Korty:

Lieber LUTZ JAHODA ich danke Dir für Deine freundliche Anerkennung und hoffe sehr, dass auch Du uns noch sehr lange als kritischer Verse-Drechsler in unserer Kommentatoren-Runde erhalten bleibst.


Am 02. Februar 2017 schrieb Hans Rebell-Ion:

"Man" darf sehr wohl die "blaue FDJlerin" MERKEL und ihren "roten Pfarrer"-Vater KASNER für die "Erziehung" seiner Tochter "verantwortlich machen"! ... oder meint "man"?: Der Herr verzeihe ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun!"


Am 02. Februar 2017 schrieb Andreas Buntrock:

Was soll man da noch sagen -

so devot wie Merkel vor Sultan Erdogan auf dem Bauch liegt,
liegt die Tagesschau halt vor Merkel auf dem Bauch.

Und was die Öffentlichkeitsarbeit unserer Verteidigungsuschi angeht,
scheint diese Dame im politischen System der Türkei, in deren Militär und dem in diesem Militär vorherrschendem "demokratischen Ideal",
eher ein brauchbares Vorbild für eine "Erneuerung" der Werte der Inneren Führung der Bundeswehr zu sehen, als ein abschreckendes Beispiel.


Am 02. Februar 2017 schrieb Erdal Öztürk:

Das ist natürlich nicht mein echter Name. Aber meine Meinung will ich ihnen und den Lesern trotzdem sagen: Nirgendwo findet man zur Zeit klarere Worte zur Lage in den Türkei als bei Ihnen. Vor allem der Zusatz über die Merkel-Reise im Spiegel der Tagesschau ist kaum zu übertreffen. Dafür danke ich ihnen.


Am 02. Februar 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

Lieber Lutz,........der Gellermann wars, und der unbedingte Wille sich in der Galerie behaupten zu können, mit genau den Themen, die viele Mitschreiber, wie hier festzustellen ist, genauso umtreiben, wie mich. Die Ängste zu überwinden, und zu Lernen, sind das ganz große Verdienst des Galeristen, der den Freiraum des Denkens, nicht nur lässt, sondern geradezu einfordert, sich zu beteiligen und einzumischen. Bleiben sie der Galerie noch ganz lange erhalten, und lassen sie uns auch in Zukunft an ihren gewitzten Spitzfindigkeiten, und den dichterischen Qualitäten, die den Herrschenden "aufs Maul schauen" teilhaben.


Am 02. Februar 2017 schrieb marie becker:

Dank an Trump, hinter den Kulissen kann Merkel ihr Spielchen mit Erdogan fortführen ( und nebenbei auf ähnlichen, anderen Hochzeiten in Afrika tanzen...)
bei Charlie Hebdo gefunden: "der Tatbestand der Majestätsbeleidigung soll aus dem Deutschen Strafgesetzbuch verschwinden. Endlich kann man Merkel als Schlampe bezeichnen ohne in Dachau zu enden."
Bitte um Verzeihung für die Wiedergabe des etwas unflätigen Ausdrucks, er erschien mir aber nicht unpassend.


Am 02. Februar 2017 schrieb Pat Hall:

So ist mit dem Arsch Herr Buntrock,wie die Fliegen bleiben sie auf diesen Misthaufen sitzen in der Hoffnung die größten Mikroben abzufressen.
Vielen dank für Ihren Kommentar zur Rechtsgrundlage.
Auch ich messe die Politik an bestehende Gesetze,Verfasungsbrüche und feindliche Propaganda.
Ich teile Ihre Meinnung wenn unsere Riege lediglich als Furzkissen benutzt werden.


Am 02. Februar 2017 schrieb Klaus Bloemker:

RATIONALGALERIE - Die Türkei und die EU
Autor: A. Tatürk
Datum: 10. Dezember 2006

"Es geht der Dame Merkel und dem Herrn Stoiber [bei den Beitrittsverhandlungen] ausschließlich um Innenpolitik. CDU und CSU haben nur einen innenpolitisch Grund: Die Xenophobie eines Teils ihrer Wähler ... Gerne wird über die 'Rückständigkeit' der Türkei räsoniert.

Die Türkei hat immer noch eine ganze Reihe von demokratischen Defiziten. Und wenn sie die nicht beseitigt, gibt es Gründe genug, sie nicht in die EU aufzunehmen."
_____________

Nun gibt es mittlerweile genügend 'demokratische Rückständigkeit', um sie nicht in die EU aufzunehmen - so sieht A. Tatürk das wohl heute.


Am 02. Februar 2017 schrieb altes Fachbuch:

"Eine Wahlkampf-Reise in die Türkei"
ist das nur eine "hilfe merkels für erdogan", oder schon hilfe zur selbsthilfe??

merkels spielwiese wird erfreulicher weise immer kleiner und übersichtlicher:) und damit meine ich den dt. imperialismus. orientieren diese sich noch immer nach der alten selbstwahrnehmung von der unfehlbarkeit ihrer neoliberalen linie, schaffen andere bereits fakten. england handelt bereits ohne brexit als wäre der erledigt und ignoriert bisherige spielregeln, an denen sich ein merkelsystem bis zum untergang festklammert. der ami mag den widerpart dt. EU nicht mehr, drückt denen kosten ohne ende auf (strafen, sanktionen, militärausgaben bald zölle etc..) und kompensiert deren marktverluste weltweit. ganz plötzlich verschieben sich allianzen, abkommen und interessenlagen, deren veränderungen das starre und bigotte wertesystem zur verklärung eigentlicher dt. machtansprüche nicht schnell genug folgen kann!
es wird also zeit für die demaskierung und enttarnung!! ringsum explodiert der bisherige irrglaube an institutionen und der sinnhaftigkeit von "werteverteidigern", wo es keine werte gab!!
merkels reise hat mit den innertürkischen verhältnissen also überhaupt nichts zu tun, und das sehen viele mitforisten erfreulicher weise ähnlich!! ihr eigener machterhalt, also die kontinuität eines pseudodemkratischen staats- und demokratiegebildes als stellvertreter der offenen imp. machtverhältnisse nicht nur im eigenen land, sind ihre AUFGABE (nicht das ziel)!!
die türkei ist dabei genauso spielball wie syrien, und in beiden ländern ziehen auch fremde kräfte an den strippen! die geostrategische lage, die (plötzlich entdeckten oder lange verschwiegenen) rohstoffe im östlichen mittelmeer, die (überraschen) bemühungen um zyperns einheit, russlands zunehmender einfluss im südöstlichen europäischen raum, der türkische pro/anti-natokurs in syrien, mit oder ohne russland... schreien einfach nach dem tod unschuldiger. nicht also die namen unwichtiger politdarsteller, sondern die wirtschaftlichen interessen dahinter auf ALLEN seiten verursachen das blutvergießen. was es nicht erträglicher macht, aber den fokus auf den wirklichen feind lenken hilft!!

der feind ist der imperialismus, und der deutsche ist bald am meisten in der klemme. deren lösung kennen wir und nehmen schon formen der "konfliktbewältigung" wahr - und wie immer bekämpfen wir symptome und nicht die krankheit!


Am 02. Februar 2017 schrieb Hans Rebell-Ion:

Mir ist schon seit MERKELS DDR-FDJ-Sekretärinnen-Tätigkeit für "Agitation und Propaganda" als evangelische(!) Pastoren-Tochter klar, dass diese unter MACHT-SUCHT "leidet"! Gerade wurde MERKEL für ihre Flüchtlings-"Offenheit" geehrt, das ist merkel-würdig(?), denn sie hat gar keine aktive(!) Rolle bei der Rettung der afghanischen, irakischen und syrischen US-Kriegs-Flüchtlinge gehabt! Diese bedauernswerten Menschen wurden nämlich von MERKEL nicht sicher(!) aus den Kriegsgebieten über's Mittelmeer bzw. über sichere Landwege in die EU geholt, sondern diese Flüchtlinge kamen unter unmenschlichen Bedingungen und unter 1/2 Millionen Opfern selber aktiv(!) in die EU! In der MERKEL-BRD wurden diese armen Menschen besonders anfangs mitfühlend aufgenommen, aber die MERKEL-Bundesregierung hat versäumt die Flüchtlinge sicher(!) lückenlos zu registrieren, sicher(!) menschenwürdig unterzubringen und ein sicheres(!) Eingliederung-Konzept mit sofortigem Deutsch-lernen zu finanzieren und zu organisieren! MERKEL ließ die Länder und Gemeinden diese Schwerstarbeit machen. MERKEL schämt sich nicht dafür "gelobt und geehrt" zu werden!!!
Am meisten tragisch wäre es, wenn die MERKEL von "blinden" Deutschen im Herbst 17 wiedergewählt werden würde, denn auch gerade Deutschland ist dafür bekannt, dass es die "Falschen" sich wählt!

Antwort von U. Gellermann:

Man darf weder die blaue FDJ noch den roten Pfarrer Merkel für das Wesen an der BRD-Staatsspitze verantwortlich machen.


Am 02. Februar 2017 schrieb Marc Britz:

Das Verhältnis der deutschen Regierung zur Türkei lässt immer erkennen welch Geistes Kind sie ist. Ob man eine Bagdadbahn zum Platz an der Sonne baut, ob man den Völkermord an Armeniern und Griechen zum logistischen Vorbild für den eigenen Judenmord macht, oder eben ob man Flugplätze baut um gefälligst Nato-Speerspitze sein zu können und dabei mithilft ein paar Kurden zu lynchen - für den Traum vom eigenen Stück Imperium war auf beiden Seiten die deutsch-türkische Freundschaft schon immer gut zu haben. Umgekehrtes gilt übrigens für die Relationen zum angeblichen Erzfeind der Türkei, das benachbarte Griechenland, auf dessen kulturelle Werte man sich so gern beruft. Sie wissen schon, Demokratie und so. Aber: Erst imperialer Hinterhof mit deutschem Königtum, dann blutiger Abenteurspielplatz für diverse SS-Divisionen, und eben jetzt geplündertes Protektorat von Statthalter Schäubles Gnaden. Des schwarzen Imperators letzter Ritt dann auch zur Akropolis, nicht um die Leiden an ihrem Fuss zu lindern, sondern eben weil man die Kulisse brauchte um den Trump ein bisschen zu belehren - über was? Natürlich über die Werte die wir jetzt offensiv in Incirlik verteidigen müssen. Der Zweck heiligt eben die Mittel. Nur deswegen verkaufen wir auch gleichviel Rheinmetall an beide Länder.


Am 02. Februar 2017 schrieb Lutz Jahoda:

Wer hat Ulrike Spurgat diesen präzisen journalistischen Duktus gelehrt?
Auch mit Aleksander Korty hat die Rationalgalerie einen verlässlichen Unterstützer. So staune ich zweimal wöchentlich über diesen inspirierenden Gellermann-Blog, der eine Stammmannschaft an treuen Leserinnen und Lesern schuf, eine Gemeinschaft rationaler Denkerinnen und Denker, denen allen ich an diesem sonnigen Februartag 2017 meinen Dank aussprechen möchte.
Das sind schon längst keine Kassiber der Rufenden aus der Echokammer, wie es die Anhänger der Resteverwerter gerne hätten. Die käuflichen Brosamenschlucker und Gebücktläufer in den Frontgräben der Weltfinanz.
In der Geisterstunde kurz nach Mitternacht bei Markus Lanz befremdete der Sohn aufrechter Kommunisten-Eltern, was selbst Markus Lanz peinlich schien. Wolf Biermann, gespenstisch reaktionär bis sträflich dumm, warb für sein jüngstes Buch, dem ich statt des Titels "Warte nicht auf bessre Zeiten" die Überschrift "80 und kein bisschen weise" gegeben hätte.
Mag sein, dass er sein Leben "mitreißend zu Papier brachte", was ihm die Medien attestieren. Doch so, wie er sich zum Abschluss der Lanz-Runde präsentierte, brachte er seinen in Ausschwitz ermordeten Vater ein zweites Mal um.
Ein Kniefall vor dem schnöden Mammon Geld, auf Knien hinter der Blutspur der Opferrutscherin Angela Richtung Bosporus, war diese Peinlichkeit des Kommunismus-Hassers Biermann, präsentiert im ZDF zur frühen Morgenstunde donnerstags, des 2. Februar 2017.
Dies herzerleichternd aufgeschrieben zu haben, war mir wichtig. Allen Mitstreitern Gesundheit und Kraft zum Widerstand gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung!


Am 02. Februar 2017 schrieb Herr Wurzelzwerg:

Merkel ist skrupellos. Was sie tut, tut sie für den Erhalt des Kapitalismus, und da kommen eben bestimmte Skrupel überhaupt nicht in Betracht - es ist ja Politik! Und Politik hat mit Moral nichts zu tun - nach dieser Devise geschieht alles in diesem Land. Wir hätten es wissen müssen: Merkel wurde in der DDR hofiert, dass es ihr heute peinlich sein müsste - jetzt gibt sie die Kanzlerin der BRD. Sie weiß, in der Flüchtlingsfrage muss sie funktionieren, und da stört so ein bisschen Erdogan-Diktatur überhaupt nicht. Es stört sie auch nicht, wenn nahe 350.000 Obdachlose keinen Schlafplatz zur Nacht finden, sie nimmt es einfach nicht zur Kenntnis. Und es stört sie auch nicht, wenn der Süden Europas vor die Hunde geht. Diese Frau wäre ein Nichts, hätte sie die BRD nicht im Rücken. Und mit größter Kanzlerin aller Zeiten wäre es Null. Mir kommt bei dem Gedanken an diese Frau immer wieder das Kotzen hoch.


Am 02. Februar 2017 schrieb Matthias Brendel:

Waren die Türken nicht immer schon unsere Freunde in schweren Zeiten?
Momentan scheint es so zu sein, dass unser letzter Verbündeter Frankreich uns auch bald abhanden kommt, wenn Hollande geht.
Immerhin sind wir erfahren in Mehrfrontenkriegen.
Frau Merkel mit ihrer Politik, die eine Mischung aus Grossmannssucht und NATO Arschkriecherei ist, hat es erreicht, dass uns mittlerweile alle europäischen Nachbarn distanziert gegenüber stehen, oder uns hassen.
Nach der Front gegen Russland, wird jetzt auch die Front gegen Amiland hochgezogen, ist doch Muttis Schätzchen, der Drohnenfürst, nicht mehr an der Macht.
Denkt man denn wirklich, man könnte mit Trump umspringen, wie mit Griechenland?
Ist man hierzulande in der Politik so sicher, dass uns die üblichen Terror Finanzierer hinter den Kulissen und die übrigen Oligarchen "Weltverbesserer" helfen, wenn es ans Eingemachte geht?

Ich frage mich täglich, wo das Kalkül einer solchen Politik ist, führt sie doch geradewegs in den Abgrund.
Garniert wird diese Politik, in der scheinbar grundsätzlich nur noch Schurkenstaaten hofiert werden, mit der mittlerweile offiziellen Duldung der Ramstein Tötungsmaschinerie, mit dem Bau von Waffenfabriken in Schurkenstaaten, mit immer neuen Ausfuhr Rekorden der hiesigen Waffenindustrie und dem Diskount auf die Lieferung von Atom U Booten in Dauerkrisengebiete.
Von den "friedensschaffenden Auslandseinsätzen" unserer Streitmacht müssen wir garnicht mehr reden, auch an dieser Front gilt es Rekorde zu verzeichnen.
Was kommt als nächstes?
Machen wir jetzt noch gemeinsame Sache mit Nordkorea?
Die Speerspitze gegen Russland sind wir bereits, ja so nennen die das wirklich; genau, wie sie angeblich friedenssichernde Manöver an der russischen Grenze mit dem schönen Namen Anakonda versehen.
Anakonda ist die grösste Würgeschlange, die alles, was sich ihr in den Weg stellt, verschlingt und dann langsam verdaut.
Vor dem "Muttiregime" hatten wir noch beste Beziehungen zu allen Nachbarn und zu Russland.
Aber um auf die Türken zurückzukommen: Die haben uns schon im 2.Weltkrieg nichts genützt, als die ganze Welt dieses Deutschland zu Recht niedergerungen hat.
Jetzt braucht es nur noch eine kleine Drehung im weltweit gut kontrollierten Meinungsmanagement, dann ist dieses kleine, aggressive Land wieder mal zum Abschuss freigegeben, weltweit.
Die Atomraketen, die uns zum Ziel machen, sind ja auch schon wieder aufgebaut.
Was soll das alles?
Diese Politik ist würdelos, sinnlos, kontraproduktiv und widerlich.


Am 02. Februar 2017 schrieb Gabriele Thamke:

(Unter Anderen) Spiegel online vom 01.02.

......"Angela Merkel ist in Stuttgart für ihre Standhaftigkeit in der Flüchtlingspolitik mit dem Eugen-Bolz-Preis für Zivilcourage ausgezeichnet worden. In seiner Laudatio würdigte Kardinal Reinhard Marx die Kanzlerin als "überzeugendes Beispiel" einer Christin. "Politik betreibt die Bundeskanzlerin aus dem christlichen Glauben heraus", ...."

Wenn einem noch nicht übel war, dann spätestens jetzt!


Am 02. Februar 2017 schrieb Paulo H. Bruder:

Refeudalisierung: Merkel im Erdogan-Palast, Gabriel im Trump Tower; die Lehensleute treten an, um gleichfalls geadelt zu werden: Angela von Merkel und Kruppstahl, Siegmärchen von Gabriel-Nato. Hofberichterstattung der bunten Blätter.


Am 02. Februar 2017 schrieb Marie Wegmann:

Ob die von der „Tagesschau“ (nach wie vor Leitmedium in Deutschland) die „Rationalgalerie“ lesen? Unter der Überschrift „Wenige Stunden für viele Probleme“ zum Türkei-Besuch der Kanzlerin werden Sorgen der hohe Frau referiert: Kein Wort vom türkischen General, der die Baumassnahmen der Bundeswehr publik macht, keine Wort vom türkischen Außenministerium, der den Kanzler-Türkei-Termin ausquatscht bevor „Seibertchen“ sie verkünden darf, kein Gedanke darüber, dass die islamischen Flüchtlinge auch in der EU ein Einreiseverbot haben. Kein Gedanke: Das ist die Maxime der Tagesschau-Redaktion. Ich bin sehr froh, dass ich die „Rationalgalerie“ als Antidot einnehmen kann.


Am 02. Februar 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

Wieder spät geworden in der Galerie...... Danke, dass du uns mit Kontinuität, mit Biss, mit Mut, wieder und wieder, unbeirrt durch den Dschungel an politischen Informationen führst, und dem billigen Journalismus den Kampf ansagst, und denen die Nase drehst, mit zu wenig Rücksicht auf dich selbst..(Ohne eine ausreichende an Menge Schlaf geht es auf Dauer nicht).
Merkel ist eine Realitätsverweigerin, die durchgeknallt, und sich selbst in hohem Maß überschätzt. Sie soll mal die mächtigste Frau in der Welt gewesen sein, wurde gesagt.Mutti ist die größte hieß es in Deutschland, und das hat der "gequälten" deutschen Seele gut getan. Wer Mördern die Hand reicht, wer skrupellos mit allem und jedem in der Kiste liegt, der ihr irgendwie von Nutzen ist, hat das, was den Menschen zum Menschen macht, entmenschlicht. Sie bleibt auf der Oberfläche im Denken, und das macht sie gefährlich, weil die wichtigen Aspekte der Wirklichkeit einfach ausgeblendet werden. Deutschland hatte und hat mit Diktatoren nie Berührungsängste gehabt; wie uns die eigene Geschichte zeigt.Die Gegner stehen links. Die deutsche Unterwürfigkeit, das "kalte Herz," der Mangel an Mitgefühl, die deutsche Beteiligung an den Kriegen in der Welt, die Doppelmoral, die innere Leere, die Verachtung des Menschen, ist Merkels Kompass; und der zeigt ihr den Weg in Sultans Palast. Erdogan ist selber Verursacher für flüchtende Menschen im eigenen Land. Die Kurden werden gejagt, gefoltert und oftmals ermordet. Andersdenkende verschwinden auf Nimmerwiedersehn. Die Meinungs- und Pressefreiheit; eines der höchsten Güter in einer Gesellschaft wurde abgeschafft. Angst und Unterdrückung sind an der Tagesordnung, und Merkel kriecht aus dem Flugzeug, um dem Mörder die blutige Hand zu reichen. Das Blut unzähliger Menschen klebt daran; an Merkels Händen tut es das aber auch.
Sie sitzt in der Falle, und das weiß sie. Die Wahlen in den USA haben die Herrschenden aus ihren Elfenbeintürmen geholt, und nun wird verteidigt, was es zu verteidigen gilt, obwohl die Politik in den USA noch nicht klar ist, wo denn die Reise hingeht. Aus gar keinen Fall wollen sie, die Herrschenden von dem etwas abgeben, was sie den Völkern der Welt gestohlen haben, und es immer weiter tun.Sie werden alle Register ziehen, weil sie davon überzeugt sind, dass es ihnen gehört, und Merkel un Co. stehen genau dafür. Sie macht bei Erdogan nichts anderes, als die bestehenden, kapitalistischen Strukturen zu festigen, und den Sultan aufzuwerten.
Merkel, Erdogan und viele andere müssen vor den Internationalen Strafgerichtshof, angeklagt und verurteilt werden.Verbrechen gegen die Menschlichkeit muss die Anklage lauten. "Es ist schon viel, wenn nur Einer aufsteht und NEIN sagt." nach Brecht.


Am 02. Februar 2017 schrieb Aleksander Korty:

'Gute Beziehungen* zur Türkei haben in Deutschland eine sehr lange Tradition! Schon im Wilhelminischen Kaiserreich wurden die politischen Beziehungen zum damaligen Osmanischen Reich gepflegt. Schließlich wäre ansonsten der Bau der Bagdad-Bahn nicht möglich gewesen!
Auch heute sind es primär ökonomische Interessen die die Ursache für Frau Kanzler-Marionette der Grund sind über politische Unebenheiten im türkischen System hinweg zu sehen. Sie muss das ganze Große im Auge behalten. So denkt sie vermutlich und handelt entsprechend. Die Türkei ist das Einfallstor zu jenem Teil der Erde in dem die meisten Öl-Reserven lagern. Und ohne Öl geht in einer hoch entwickelten Industriegesellschaft nichts, schon gar keine Riesen-Profite. Da stört nur so ein eigenwilliges Land, wie dieses Assad-Syrien. Deshalb wird alles unterstützt, was den Weg in die Öl-Region frei machen kann. Denn eines ist nicht nur den GRINGO-Imperialisten klar, sondern auch ihren Vasallen, dass die dortigen, mittelalterlichen Monarchien Saudi Arabien und die Emirate historisch völlig überlebt sind und eines Tages gestürzt werden können. Dann wird der direkte militärische Zugriff auf diese Länder dringend benötigt. Das könnte zu einer Frage des Überlebens des Kapitalistischen Systems werden. So gesehen handelt die Kanzlerette konsequent und systemstabil. Das Problem sind nicht diese willfährigen Handlanger des Imperialismus, sondern die Menschen in ihren Ländern, die die tatsächlichen Ursachen und Beweggründe ihres politischen Handels nicht begreifen. Noam Chomsky, der weltberühmte Linguist, hat dies einmal treffend so formuliert: "Die Mehrheit der gewöhnlichen Menschen versteht nicht, was wirklich geschieht. Und sie verstehen noch nicht einmal, dass sie es nicht verstehen."


Am 02. Februar 2017 schrieb Hans Bergmann:

Wer sich an eine Diktatur verkauft, ist selbst nicht weit davon entfernt.


Am 02. Februar 2017 schrieb Petra Bender:

Die Merkel hat keine "frisch gebügelte" Weltsicht, wie Sie behaupten. Die Merkel guckt seit Jahren auf die selben alten Lumpen.

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