Erdoğan terrorisiert die Türken

Deutsche Justiz macht brav Männchen

Autor: U. Gellermann
Datum: 09. Mai 2016

Hallo? Ist da jemand? Im Kanzleramt, im Außenministerium? Selbst der Regierungssprecher schweigt: Dumpf, bleich, geduckt. Auf die Verschärfung des türkischen Terror-Kurses gegen die eigene Bevölkerung kein deutsches Echo. Krampfhaft schaut das öffentliche Berlin in eine andere Richtung, nur nicht dahin blicken, wo der türkischen Präsident in die Gegend brüllt: „Wir gehen unseren Weg, ihr geht Euren“. Wir bringen unsere Leute um, wir bringen sie ins Gefängnis, wir machen die ganze Türkei zum Erdoğan-Lager.

Während aus Berlin immer noch kein Ton zu hören ist, werden mit den türkischen Journalisten Can Dündar und Erdem Gül jene guten Leute hinter Gittern gebracht, denen die Weltöffentlichkeit den Beweis für Erdoğans Terror-Sympathie verdankt: Sie hatten in der Zeitung „Cumhuriyet“ die Waffenlieferungen der Türkei an syrische Terroristen aufgedeckt. Fast 100 Journalisten sitzen in der Türkei zur Zeit in Gefängnissen. Nicht selten wegen der Artikel 6 und 7 des türkischen „Anti-Terror-Gesetzes“, nach dem eine schlichte Berichterstattung über einen Terroranschlag bereits zum Tatbestand des Gesetzes erklärt werden kann. Und die Erdoğan-Clique macht vom juristischen Spielraum eifrig Gebrauch.

In braver Kumpanei mit Erdoğan hat in Deutschland eine Serie von Prozessen gegen Kurden begonnen. Und immer geht es um angeblichen Terrorismus: Seit dem 29. April steht in Celle der kurdische Politiker Mustafa Çelik vor Gericht, nach dem deutschen § 129b StGB (Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland) versteht sich. Der angeklagte Mann soll unter anderem Busse für Demonstrationen angemietet haben. In Hamburg will man Bedrettin Kayak nachweisen, dass er Kader der PKK sei, und die ist nun mal in Deutschland verboten. Warum auch immer. Der selbe Vorwurf soll bald in Düsseldorf gegen Ahmet Çelik, und, erneut in Celle, gegen Kenan Bastu verhandelt werden. Die mit Erdoğan solidarischen deutschen Strafverfolgungsbehörden verfolgen mutmaßliche Kurden-Funktionäre sogar im Ausland: Mitte April wurde auf Ersuchen der bundesdeutschen Behörden Zeki Eroğlu in Stockholm fest- und in Auslieferungshaft genommen. So paart sich türkische Diktatur und deutscher Justiz-Fleiß auf das Schönste.

Im März wütete der türkische Despot gegen das heitere Erdoğan-Lied des Satire-Magazins „extra 3“, kurz darauf startete die juristische Verfolgung des bekannten Böhmermann-Gedichtes mit Hilfe der deutschen Kanzlerin, Ende April intervenierte die Türkei auf EU-Ebene gegen das Konzertprojekt "Aghet" der Dresdner Sinfoniker zum Genozid an den Armeniern vor 100 Jahren, anfang Mai melden sich die türkischen Einmischungsbehörden in die inneren Angelegenheiten anderer Ländern erneut in der Schweiz: Eine Armenier-Gedenkstätte in Genf, schon Ende 2014 auf türkischen Wunsch verlegt, „sollte nirgendwo in Genf errichtet werden“, erklärte die türkische Botschaft in Bern. Wer die Böhmermann-Affaire für ein ästhetisches Problem gehalten hat, darf sich jetzt eines Schlechteren belehren lassen.

Mitten im wütenden, Erdoğanschen Verfolgungswahn meldet sich der Vizeregierungssprecher Georg Streiter zu Wort: „Die EU und Deutschland werden auch künftig alle vereinbarten Verpflichtungen erfüllen und wir erwarten das auch von der türkischen Seite“, und weiter: „Dieses EU-Türkei-Abkommen, das steht.“ Was da steht ist die ekelhafte Anpassung der deutschen Regierung an einen Despoten, was da steht ist ein schmutziger Flüchtlings-Deal, der mit jedem Tag dreckiger wird, was da steht ist der Ausverkauf rechtsstaatlicher Prinzipien. Erdoğan ruft SITZ! und die Europäische Union macht Männchen. Da können die deutsche Regierung und die Justiz doch einfach nicht nein sagen.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 16. Mai 2016 schrieb Brigitte Klara Mensah-Attoh:

Es ist gekommen wie man es sich schlimmer nicht vorstellen kann: Unheilige Allianz zwischen IHM, dem türkischen Sultan und Mutti Merkel.
Die Tatsache, daß ER Mutti nun bei jeder Gelegenheit genüßlich über Stöckchen springen lassen kann - gerade wie es IHM, diesem Psychopathen, gefällt, hat sich die BuRegierung wegen des schmutzigen Deals mit
M e n s c h e n ganz selber zuzuschreiben. Klug geht anders, jedenfalls nicht so!!!
Der rasante Verlust der Meinungsfreiheit in der Türkei wurde damit beschleunigt, bzw. ist dabei draufzugehen - je rasanter Erdogan Oberwasser gewinnt ! Wer weiß was noch alles kommt - unter Erdogan ist vollends alles möglich. Jetzt haben wir den Salat...


BRAVO BRAVISSIMO Uli Gellermann - in diesen Tagen ist es m. E. höchste Bürgerpflicht, diesen Deinen Artikel weiter zu verbreiten.


Am 12. Mai 2016 schrieb Albrecht Storz:

@Herr Wolk

"Ich jedenfalls finde es regelrecht obszön, wenn Zeitgenossen meinen, für ein so geschmackloses Machwerk, das die wirklich anzuprangernden Fakten völlig außer Acht lässt und dafür tief unter die Gürtellinie schlägt, die Meinungs- und Kunstfreiheit ins Feld führen zu müssen."

Müssten Sie mit dieser Einstellung nicht auch das Kind maßregeln, das sich erdreistete zu bemerken, dass der Kaiser gar keine Kleider trägt? Ist ja auch irgendwie unter der Gürtellinie, so etwas laut zu sagen. Es gehört sich ja nicht!

Sie erwähnen zurecht die vielen kritikwürdigen Punkte an Herr Erdogans Wirken. Aber ist der durch Böhmermann aufgedeckte Umstand, dass Herr Erdogan Frau Merkel in der Hand hat, und dass in der EU die Werte nach belieben und politischer Opportunität gebogen werden, nicht eine Zote wert, frage ich mich da?

Ist Herr Böhmermann nicht schon deshalb völlig rehabilitiert (vom Vorwurf schmutzige Mittel angewendet zu haben), da er ein veraltetes und vorrepublikanisches Gesetz zur Diskussion und Disposition gebracht hat?

Welche Maßstäbe legen Sie eigentlich an den Wert von Meinungs- und Kunstfreiheit? Erlaubt ist, was Ihnen nicht missfällt?


Am 12. Mai 2016 schrieb Ron Maier:

Ist es Dummheit oder Ignoranz die unsere Politiker zu diesem und vielen anderen wichtigen Ereignissen schweigen und/oder evt. abnicken lassen?
Oder ist es sogar gewollt?

Der deutsche Michel lässt sich lange, lange Zeit an der Nase herumführen solang noch jeden Monat die Gehalts Überweisung aufs Konto geht und die Bildzeitung mit grossen Lettern ihm erklärt wie er sich fühlt.
Ihre Seite Herr Gellermann kann und werde ich weiter empfehlen, denn es muss nun auch o.g. zum Denken und Handeln gebracht werden.
Vielen Dank


Am 11. Mai 2016 schrieb Andreas Kukuk:

Sehr geehrter Herr Gellermann,

auch ich möchte -wie viele vor mir- Ihnen meinen Dank für Ihre gut recherchierten und voller Wortwitz, Zuspitzung und von tiefer Kenntnis geprägten Themenangebote Dank sagen.
Ich lese Sie schon seit ca. 2 Jahren und finde auch die überwiegenden Kommentare der Leserschaft stets als Balsam für meine geschundene Seele und Lebenselexier.
Manchmal ärgere ich mich, wenn selbst wohlgemeinte Kommentare mit "da bin ich Gellermanns Meinung" so einfach im mainstreamspeaking vollzogen werden.
Sprache ist mächtig und teils auch gewaltig. Wir sollten in diesem Forum würdevoll, anders als uns der mitunter allgemeine Sprachgebrauch vormacht, miteinander umgehen.
Herr Gllermann- oder die älteren Weggefährten Uli- das ist in Ordnung. Oskar Lafontaine, den ich sehr schätze, hatte in einem seiner Bücher einmal gesagt, wir Linken müssten sprachlich andere Regelungen finden. Etwas dagegen setzen.Denn Sprache ist Ausdruck des Denkens und andersherum.
Das HERR vor dem Namen sollte immer angesagt sein als Zeichen der Wertschätzung.
So nun genug-betraf ja nur einige geschätzte Forummitglieder mirt der Bitte um Nachdenklichkeit- und ich lese weiterhin gerne und immer wieder Montags und Donnerstags hier rein.
Beste Grüsse und weiter so,


Am 10. Mai 2016 schrieb Uschi Peter:

Ich sehe bei der Türkei-Politik merkwürdige Parallelen. Wieder wird auf einen "Diktator" eingeprügelt. Wieder "schlachtet der Despot das eigene Volk". Wird es bald wieder "Wahlfälschung" geben? Der Unterschied zu Milosevic, Hussein, Gaddafi und Assad ist nur, diesmal stimmt alles. Aber werden auch Bomben fallen? Ich glaube nicht, höchstens zur "Rettung der Kurden"wird das Land geteilt.
Es wird wohl eher einen Volksaufstand geben oder das Militär putscht wie in Ägypten. Wollen wir das? Mit unserer Einmischung machen wir die Situation für die Menschen nur schlimmer. Warum ist die UNO so totenstill? Die wäre doch der Schlichter?
Der Erdogan hat sich bei seinem Besuch in die Belange der BRD eingemischt mit seinen Hetzparölen. Das wurde nicht kritisiert. Da hätte ihn die Regierung rausschmeißen sollen. Und warum gibt sie ihm Geld? Damit er weiter Krieg gegen die Kurden und gegen Syrien führen kann? Ist er der nützliche Vollstrecker der Politik der USA / Nato?

Antwort von U. Gellermann:

Was „wir“ wollen sollte ohne Belang sein. Was die Bevölkerung der Türkei will wäre relevant. Meiner Beobachtung nach (ich war mehrfach in der Türkei), verlaufen die Widersprüche im Land mehrfach und kompliziert. Neben dem klassischen Unten-Oben-Wiederspruch gibt es einen tradierten Riss zwischen den alten (kulturell auf West-Europa orientierten und eher laizistisch geprägten) Eliten und den neuen Reichen, die eher islamisch geprägt und mit weiten Teilen der ungebildeten Massen verbündet sind und deren Instrument die AKP ist. Daneben gibt es einen nationalen Widerspruch zwischen den gebürtigen Türken und diversen nationalen wie auch religiösen Minderheiten: Kurden und/oder Aleviten zum Beispiel. Ob in dieser Mischung ausreichen Potential für Veränderungen steckt, vermag ich nicht zu sagen. Sicher ist, dass der Erdogan-Kriegskurs auch (wie üblich) darauf angelegt ist, Widersprüche zu verkleistern.

Natürlich wird die NATO ihren alten, bewährten türkischen Waffenbruder nicht bomben. Und Erdogan ist keineswegs einfach nur ein Vollstreckungsgehilfe der USA, er orientiert auf eine relative nationale Selbstständigkeit, natürlich an der Seite der USA, um seine eigenen Claims abzustecken. Dazu gehört der neue Kurs gegenüber der EU: Der soll ihm innere und äußere Spielräume verschaffen. Übrigens ist hier auch die Böhmermann-Affaire einzuordnen, keineswegs spielt die Frage ob Böhmenmanns Sendung Satire war oder nicht irgendeine Rolle. Für Kunstkritik ist in der imperialistischen Auseinandersetzung (wem gehört Syrien?) kein Platz.


Am 10. Mai 2016 schrieb Günther Lachmann:

Nicht nur das Erdoğan in der Türkei, wütend seinen
Minderwertigkeitskomplex austoben darf. Nein, er wird auch noch hofiert
durch Wegschauen der Mitverantwortlichen, der Unterstützer seiner
Erpressung.
Weil sich der Abschaum der Mittäter aber juristisch nicht strafbar
macht, haben diese Gestalten die freie Hand, Menschen zum morden
aufzurufen, und diese für den Mord zu loben. Irgendwie kommt mir das
bekannt vor – so als wäre es schon einmal dagewesen, hier in der Mitte
von Europa. Nur ein Deja vu? Oder die hässliche Fratze einer
Time-Warp-Machine?
Wenn nicht wenigstens ein politisch-öffentlicher Aufruf erfolgt, der den
türkischen Botschafter in Berlin (Hüseyin Avni Karslıoğlu; Botschafter
in Berlin seit 15.01. 2012) darauf aufmerksam macht, dass schon der
Versuch einer Erpressung strafbar ist, dann weist das nicht nur auf
Akzeptanz dieses Verhaltens hin, sondern impliziert auch gleichzeitig,
was uns erwartet, sollte es hier (Deutschland/Europa) zu politischen
Unruhen kommen. (Und wir brauchen diesen Systemwechsel – Dringend!)
Erdoğan sollte glücklich sein, dass sein Land Whistleblower hat (diese
Menschen weisen auf Fehler hin, die im [politischen] System gemacht
werden), und nicht wie in einem Bananenstaat, diesen Menschen das
Attribut „Mordender Terrorist“ anheften. Von allem dann nicht, wenn das
Morden vom Staat aus betrieben und, mit den
Steuergeldern/Renten/Sozialkürzungen aus der EU-Kasse, subventioniert
wird. (wenn die Inneneinrichtungen von Schulen verkommen, bedanke dich
bei Erdoğan, der dafür ein paar Stunden mehr Schieß- und Zielübungen auf
Kurden veranstalten darf, wenn deine Schwimmhalle…, dein Sportplatz,... )
Durch den Hof-Knicks vor Erdoğan, das devote anklopfen an seinen
Schließmuskel, um Einlass zu erhalten, degradiert sich die EU zum
Hampelmann der US-Washington Strategie, via Merkel, via Erdoğan.
Am 26. Februar 2016 wurde der Chefredakteur der Cumhuriyet, Can Dündar
zusammen mit seinem journalistischen Kollegen, Erdem Gül, Büroleiter in
Ankara, aus dem Silivri-Gefängnis, in Istanbul entlassen, nachdem sie
dort 92 Tage wegen Spionage und Terrorgefahr inhaftiert waren. Das
Verfahren startete am 06. 05. 2016, wobei ein Attentatsversuch auf Can
Dündar unternommen wurde, während er in einer Verhandlungspause vor dem
Gericht bis zur Urteilsverkündung wartete. Can Dündar und Erdem Gül
wurden zu mehreren Jahren Haft wegen Spionage verurteilt.
Die Massenverhaftungen und Tötungen von Journalisten sind die Prämissen
eines irren Despoten, der dafür mit traut-zärtlichen Besuchen der
Deutschen Kanzlerin unter seiner Bettdecke belohnt wird. - Pfui-Deivel!!
Das ist politischer Inzest.
Und während den beiden Journalisten in der Türkei die Tür zum
langjährigen Gefängnisaufenthalt geöffnet wird, meldet sich in
Deutschland die Kurdische Gemeinde Deutschland (KGD) zu Wort.
Das gemeinsame hüpfen von Erdoğan und Merkel, hat die geplante
Visafreiheit für türkische Staatsbürger, geboren. (…) „ein weiteres
unwürdiges Zugeständnis an das Erdogan-Regime. Die Vertreibung der
Kurden und die endgültige Abschaffung der Demokratie wird damit
belohnt.“ kritisiert Ali Ertan Toprak (Bundesvorsitzenden der KGD) die
Entscheidungen der EU, die VISA-Freiheiten schon zu erlauben, obwohl die
Türkei die Bedingungen noch nicht erfüllt hat.
„Ohne Visafreiheit kein Flüchtlingsabkommen.“ war das Mantra von
Erdoğan. Toprak erklärt hierzu, „Beschämend für Europa, wie auch für die
Türkei ist die Tatsache, dass dies der Erfolg einer Erpressungspolitik
zulasten der Schwächsten ist.“


Am 10. Mai 2016 schrieb Reinhard Lerche:


Zu Erdowahn - Ja, das stimmt!
Zum Schmäh-Reim - Nee!
Zum EU - Türkei "Deal"er (Mörder) etwas nachzutreten? - überflüssig!
Zur Ursache der Menschen-Verfolgungs-"Tätigkeiten" - warum werden wir alle aufgehetzt und wir machen den Quatsch mit?
Warum iritiert uns überhaupt die Menschenabschlachtungen in der Türkei? Warum reden wir überhaupt über die willkürlichen Menscheneinsperrungen in der Türkei? Wir machen beides innerhalb der EU auch und bemühen uns das auszublenden!
Wenn also Armenier und Kurden in der Türkei als Terroristen verfolgt und ermordet werden, können wir extern so schön draufschauen!
Wenn wir also von einem schmutzigen Deal reden - einem schmutzigen Flüchtlingsdeal sprechen - sehen wir auf einen hausgemachten Rechtsruck der Gesellschaft! Automatisch ergibt sich die Frage: Was soll das?
Udo Gellermann hat m. E. sonst mehr Biss!


Am 10. Mai 2016 schrieb Benny Thomas Olieni:

"Hallo? Ist da jemand? Im Kanzleramt, im Außenministerium? Selbst der Regierungssprecher schweigt: Dumpf, bleich, geduckt. Auf die Verschärfung des türkischen Terror-Kurses gegen die eigene Bevölkerung kein deutsches Echo."

Danke für diese trefflichen Worte.

"Der Quisling war allein zu Haus,
die andern waren alle aus..."

Die Berliner Kolonialverwaltung ist tatsächlich durch eine gespenstische Leere gekennzeichnet.
Eine Puddingsoße, wo eigentlich das Rückgrat wäre.
EigentlICH?
Von ICH kann da kaum noch irgendwo die Rede sein. Merkele gibt "Her Master´s Voice" und die anderen das Echo dieser synthetischen, ichlosen Stimme.

Wofür sind die Erscheinungsformen "dumpf, bleich, geduckt" bei einem Regierungssprecher ein Zeichen?
Der arme Mann verdient sein üppiges Gehalt auf erbärmliche Weise. Hoffentlich tut er was zur Vorbeugung gegen Magengeschwüre...


Am 10. Mai 2016 schrieb Uschi Peter:

@Winfried Wolk:
Ich bin mit Ihnen völlig einer Meinung. Schon immer hat die deutsche Kabarettszene und auch die Zotencommunity ins Ausland geschaut. Nur dort konnte sie Fehler ausmachen. Es gibt doch im eigenen Land oder beim Großen Bruder genügend Kritikwürdiges. Aber die trauen sich nur über denjenigen herzuziehen, der bei den Herrschenden sowieso gerade in Ungnade gefallen ist. Wirkliche konstruktive Kritik kommt nicht auf, nur Pöbeleien.


Am 10. Mai 2016 schrieb Andreas Buntrock:

Schon ´ne tolle Sache so ein ganzer Staat wie die Türkei, geführt als Familienunternehmen mit einem seine eigenen Kinder (Bürger) prügelnden, auf die universell geltenden Menschenrechte pfeifenden Patriarchen an der Spitze.

Ob da der Herr Assad aus Syrien als Vorbild dient? Ach nee....hätte ich ja fast vergessen, der Assad ist ja ein mieser Diktator der beseitigt gehört, währen Erdogan ja erklärter Demokrat und oberster Flüchtlingsbeauftragter der EU ist.

https://de.wikipedia.org/wiki/Menschenrechte#Menschenrechtsschutz_der_Europ.C3.A4ischen_Union


Am 10. Mai 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

Eine Klasse für sich.
Vielen Dank für den Mut den die Herren Bräutigam, Klinkhammer und Gellermann immer wieder an den Tag legen.
Den Finger in die Wunden, dass es so richtig weh tut.
Sie werden gelesen, auch wenn einige der Leser nicht schreiben,und sie werden gebraucht um der weiteren Verblödung entgegen zu wirken.
Meine Hochachtung für den unerschütterlichen Einsatz uns Leser differenziert zu informieren.


Am 10. Mai 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

Die humanitäre Katastrophe in Griechenland brennt mir auf den Nägeln, und dieser Mut, und dieser Kampfesgeist des griechischen Volkes lässt mich grenzenlos solidarisch sein.
Die türkische Küstenwache nutzt jede Gelegenheit die Schwäche Griechenlands für die eigenen Interessen zu nutzen. Und die NATO lässt es geschehen. Wo sind eigentlich die Stimmen der 27 Staaten ? Was spricht Frankreich, Italien, Spanien usw.) Ich hör nix.
Wo ist der Aufschrei der Linken in der EU ?
Mehr als ein raunen ? - Und die ÖR sind mal wieder munter mit Herrn Putin beschäftigt.
Wo Deals mit Diktatoren enden können, da reicht der Blick in die Geschichtsbücher.
Geschichte soll allerdings im NeoLiberalismus doch bitte keine ernst zunehmende Rolle spielen. Sie wird einfach umgeschrieben, wenn es den Herrschenden nutzt. Plötzlich hat die USA den Faschismus in Deutschland besiegt. Wieso habe ich das denn nicht gewusst ? Und das das Recht gebeugt wird in diesem unserem Lande ist doch auch nichts Neues, wenn es einigen Wenigen von Nutzen ist, Alles Auslegungssache. Dieser unsägliche Deal mit der Türkei ist doch die Folge von Politik, die gewollt ist. Das bisschen an demokratischen Rechten ist immer noch zuviel, und wird, wenn das so weitergeht auf dem Altar der Menschenrechte geopfert werden.
Und das griechische Volk blutet in Europa. Wo sind die Linken, die endlich mal ohne wenn und aber auf die Barrikaden steigen.
Gegen diesen Diktator, gegen die Troika, und gegen all die, die uns mundtot machen wollen. Keine dieser sogenannten Institutionen ist demokratisch gewählt worden. Mischen sich in die Belange der Völker ein mit Billigung der jeweiligen Regierungen, und knebeln ein ganzes Volk und Europa schaut zu, weil kleingeistig, egoistisch und sie ein Stück vom Kuchen der Herrschenden haben wollen. Die werden allerdings dafür sorgen, dass kein Stück zu groß ist, denn dann könnte ja selbständiges Denken einsetzen. Der Deal mit der Türkei betrifft ganz Europa, doch besonders Deutschland hat eine historische Verantwortung, auch Griechenland gegenüber und wenn Verträge nicht einzuhalten sind, aus welchen Gründen auch immer, dann müssen sie neu verhandelt und neu geschrieben werden.
Und ob das nun zu diesem Artikel passt möge bitte der Verfasser entscheiden.


Am 09. Mai 2016 schrieb Gideon Rugai:

@Herrn Winfried Wolk

"Ich hab´ ja nichts gegen lange Haare, nur gepflegt müssen sie sein"

Man merkt, dass sie schon lange nicht mehr wissen "was in unserem Land vorn und hinten ist."
Geht mir ähnlich nur beherrsche ich die Grundrechenarten noch und kann 1+1 noch korrekt zusammenzählen...geschmacklose Zoten hin oder her...


Am 09. Mai 2016 schrieb Karl Heinz Bernhart:

In der Türkei rächt sich jetzt, dass seit den kemalistischen Reformen das alte osmanische Sultanat durch eine laizistisch-militaristische Republik mit westeuropäischem Zuschnitt ersetzt wurde.
Die einfachen oft analphabetischen Kleinbauern in den Weiten Anatoliens wurden dabei nicht mit genommen. Für sie war das Militär weitgehend die einzige Schule. Den Rest besorgen seit den 70er Jahren die aus den Golfemiraten finanzierten Koranschulen. Diese Bevölkerungsschicht ist das Rückgrat der AKP und ihres Sultans Erdogan.
Ich halte diesen Mann für einen Psychopathen und traue ihm alles bis hin zu kriegerischen Alleingängen z.B. gegen Russland zu.


Am 09. Mai 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

Herr Wolk
Meinungs- und Kunstfreiheit hat was mit Freiheit zu tuen.
Wie jeder das persönlich bewertet ist Privatsache.
Das äußern zu können, ohne dass der Zensor um die Ecke kommt ist eine der großen Errungenschaften, und ist es immer wert, dafür, wenn nötig auch zu streiten.


Am 09. Mai 2016 schrieb Maren Müller:

"Was kann der Erdogan dafür, dass er so kühn ist?"

Vielen herzlichen Dank! Jetzt hab ich einen Ohrwurm!

Es ruft dir zu: "Guten Morgen - tritt ein und vergiss deine Sorgen...."


Am 09. Mai 2016 schrieb Helene+Ansgar Klein:

Bravo, Uli Gellermann! Man kann diese beschämenden Tatsachen nicht weit genug verbreiten!


Am 09. Mai 2016 schrieb Winfried Wolk:

Eine Bemerkung zur Zuschrift von Herrn Heuvel

Manchmal weiß ich wirklich nicht mehr, was in unserem Land eigentlich vorn und hinten ist. Die kritische Reaktion von Wenigen auf das Böhmermann-Pamphlet soll also ein Zensurfall sein? Ich frage mich, wo da eine Meinung, wo da Satire wäre? Sogar Kunst soll das sein, nur weil eine pubertäre Knabenklo-Zote gereimt daher kommt? Gab es da nicht tatsächlich mehrere äußerst kritikwürdige Dinge, die dem Regenten Erdogan anzulasten wären und die ein Satiriker mit Witz und Geist (wenn er denn über derlei verfügt und nicht nur ein entwickeltes Gefühl für Selbstvermarktung um jeden Preis) auf originelle Weise hätte in unser Bewusstsein bringen können, sogar müssen? Ob Herr Erdogan ein zu kleines Genital besitzt oder merkwürdige sexuelle Vorlieben, ist doch völlig unerheblich bei all dem, was ihm eigentlich vorzuwerfen ist. Ich jedenfalls finde es regelrecht obszön, wenn Zeitgenossen meinen, für ein so geschmackloses Machwerk, das die wirklich anzuprangernden Fakten völlig außer Acht lässt und dafür tief unter die Gürtellinie schlägt, die Meinungs- und Kunstfreiheit ins Feld führen zu müssen. Da sind dann die Maßstäbe völlig außer Rand und Band, was ich nun wieder äußerst bedenklich finde.


Am 09. Mai 2016 schrieb Günther Mann:

Würde mich nicht wundern, wenn die frühere FDJ-Funktionärin nach dem Niedergang der CDU demnächst als AFD-Kanzlerkandidatin auferstünde aus Ruinen.


Am 09. Mai 2016 schrieb Lutz Jahoda:

LUSTIGE WITWE
Musik: Franz Lehár
Text: Helmut Lotti

Lippen schweigen,
´ s flüstern Geigen:
Hab mich lieb!
All die Schritte
sagen: Bitte,
hab mich lieb!
Jeder Druck der Hände
deutlich mir ´s beschrieb:
Sagt mir klar,
´s ist wahr, ´s ist wahr:
Ich hab dich lieb!

Musikalisch inbrünstige
Staatsräson-Empfehlung
zur deutsch-türkischen
Freundschaft.

Antwort von U. Gellermann:

Was kann der Erdogan dafür, dass er so kühn ist?
Was kann der Erdogan dafür, dass ihn die Mutti liebt?
Die Linken tun, als ob sein Terror ein Vergeh´n ist –
Man soll doch froh sein, dass es seine Ordnung gibt!
Was kann der Erdogan dafür, dass er so kühn ist?
Der Sultan ist nun mal ein fescher Kavalier!
Und dass er immer bei der Merkel gern geseh´n ist,
was kann der Erdogan, der Erdogan dafür?
Was kann der Erdogan, der Erdogan dafür?

(Robert Gilbert, Im weißen Rößl)


Am 09. Mai 2016 schrieb Rob Heuvel:

"Wer die Böhmermann-Affaire für ein ästhetisches Problem gehalten hat, darf sich jetzt eines Schlechteren belehren lassen." Dieser Irrtum unterlief sogar dem klugen Albrecht Müller von den Nachdenkseiten. Zustimmend zitierte er einen Leser: "Für dieses ekelhafte Machwerk verdient der Pseudo-Satiriker Böhmermann keinerlei politische Unterstützung." Diese tantenhafte Haltung - das ist aber ein böses Gedicht, pfui - hat offenkundig manchem den klaren Blick auf den Zensurfall und seine Folgen verstellt. Dann nicht der Böhmermann verdiente politische Unterstützung sondern die Meinungs- und Kunstfreiheit. Die Folgen werden sichtbar.


Am 09. Mai 2016 schrieb Alfred Matejka:

"Da können die deutsche Regierung und die Justiz doch einfach nicht nein sagen".
Ich warte auf die Brechblase von Merkel:"Die "Antiterrorgesetze" der Türkei sind alternativlos,auch für Deutschland und Europa." Und das Volk sitzt in den Biergärten bei diesem schönen Wetter und säuft sich den Kopf voll.


Am 09. Mai 2016 schrieb Aleksander von Korty:

Der große deutsche Satiriker Theobald Tiger schrieb einst zur Zeit der sozialdemokratisch-verkommenen Weimarer Republik: "Ich habe ja gar nichts gegen die Klassenjustiz. Mir gefällt nur nicht die Klasse, die sie macht und dass sie noch so tut, als sei das Zeug Gerechtigkeit - das ist hart und bekämpfenswert!"

Das Phantastische an unseren Klassikern ist, dass ihre Erkenntnisse immer noch aktuell sind wie zu ihrer Zeit, solange nicht die Klasse der Lohnsklaven, Ausgebeuteten, Unterdrückten und Gegängelten, die Macht endgültig erobert hat !

Und erst, wenn dies geschehen ist, in vermutlich noch sehr weiter Entfernung, wird ihre Aktualität zur Literatur-Geschichte werden und sie werden im Pantheon aufbewahrt werden! Aber so lange ist es noch immer nützlich sie zu lesen und zu verstehen.


Am 09. Mai 2016 schrieb Lore Renner:

Da schwafelt die Kanzlerin davon, die AfD nicht zu "verteufeln". In Wahrheit liefert sie mit ihrer Türkei-Politik eine Vorlage nach der anderen für die Völkischen. Wer sich so tief vor den Erdogan-Interessen beugt, der macht Platz für jeden primitiven Nationalismus. Ich bin auch deshalb froh, dass die RATIONALGALERIE unbeirrt an jenem Internationalismus fest hält, der Solidarität mit den Kurden kennt und zugleich sehr wohl nationale Interessen vertritt.

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