Ein Gerücht geht um

Das Gerücht von einer Sammlung der Bewegung

Autor: U. Gellermann
Datum: 28. Mai 2018

Als Oskar Lafontaine noch Mitglied der SPD war, da benutzte er manchmal die BILD-Zeitung, um seine Positionen öffentlich zu machen. Längst ist die politische Ausnahme-Erscheinung Oskar Mitglied der Linkspartei. Und jüngst entließ er seine Hoffnung auf eine Sammlung der Linken über den SPIEGEL in die Freiheit der Debatte. Gemeinsam mit seiner Partnerin Sarah Wagenknecht, sagt der SPIEGEL, habe er ein Papier verfasst, das einer linken Sammlungsbewegung dienen solle. Wagenknecht ist die andere Ausnahme-Escheinung. Sie brauche keine Partei, meinte Wolfgang Gehrcke einmal. Der Mann war lange Zeit DER Mann für Frieden und Außenpolitik in der Linkspartei. Mit ihrer Medien Präsenz, meinte Gehrcke, könne Wagenknecht ihre Positionen auch ohne Partei veröffentlichen. Das ist Fluch und Segen zugleich. Ein Segen ist es, wenn kluge Leute ohne die Ochsentour über Gremien und Zirkel der Bevölkerung ihre Meinung direkt sagen können. Zum Fluch kann das werden, wenn damit die Bevölkerung zum puren Empfänger degradiert wird. Und die Medien, denen Wagenknecht und Lafontaine den Auftrag zur Verbreitung ihrer Botschaft anvertraut haben, sind längst die Botschaft selbst: Apparate die Teil des Herrschaftsapparates sind.

Marx und Engels, die von Wagenknecht und Lafontaine fraglos zu ihren Vor-Eltern gezählt werden, haben sich bei der Entwicklung und Verbreitung des „Kommunistischen Manifestes“ immerhin auf den „Bund der Kommunisten“ gestützt. Jene 500 Menschen, die man als Elite der neuen Sicht auf die Welt begreifen musste. Menschen, die aus der bürgerlichen Revolution kamen, dort das Bewegen gelernt hatten und bereit für eine neue Revolution waren. Zwar ist zur Zeit keine neue politische Revolution zu erkennen. Aber Bewegungen gibt es selbst in Deutschland jede Menge: Immer noch existiert eine Umweltbewegung. Auch wenn die Friedensbewegung müde erscheint: Es gibt sie. Bewegen sich die Gewerkschaften? Zu selten, aber wenn dann nachhaltig im sozialen Raum. Selbst eine Antiglobalisierungsbewegung findet zuweilen statt und eine Mieter- und Kitabewegung hat erste Schritte unternommen. Erreichen die beiden Einzelkämpfer diese Gruppierungen? Und nehmen die Bewegungen die beiden wahr?

Die SPD zerfällt weiter. Die Grünen haben sich weit, weit von ihren radikaldemokratischen Anfängen entfernt. Die Linkspartei ist längst im parlamentarischen Aspik konserviert. Das sehend, ist der Versuch von Lafontaine und Wagenknecht die Reste sozialer Politisierung zu sammeln und neu zu formieren verständlich: "Linke, vereinigt euch!" schrieb Oskar Lafontaine schon im Februar dieses Jahres auf seiner Site. Auf seine Frage "Aber wer gehört überhaupt zur politischen Linken?" fiel ihm eine französische Antwort ein: "Die traditionellen Milieus", zitiert Lafontaine die Bewegung La France insoumise "hätten sich aufgelöst, neue Formen der politischen Willensbildung müssten daher gefunden werden. Die politischen Parteien seien bürokratisch erstarrt und immer weniger willens, die Interessen der Arbeitnehmer und Rentner zu vertreten." So weit so richtig auch für Deutschland. Aber welchen Weg soll ein neues deutsches linkes Manifest gehen?

Der Weg allein über die etablierten Medien, obwohl sie nahezu alle den Wagenknecht-Lafontaine-Versuch notiert haben, ist eine Sackgasse. Denn es sind genau diese Medien, deren Interpretationsmacht, deren Definitionshoheit der Bevölkerung den direkten Zugang zu Erkenntnissen und Kennnissen verwehrt. Nur selten werden sie von den Normalos als Gegner begriffen. Als der Begriff von der "Lügenpresse" auftauchte, wurde er auch von links als rechst wahrgenommen. Als seien es nicht gerade die Linken, über die von den bestimmenden Medien regelmäßig Kübel von Lügen ausgegossen wurden oder die durch gründliches Verschweigen klein gehalten werden. In den Fragmenten eines neuen linken Sammlungs-Papiers – ob sie beim SPIEGEL oder auf der Lafontaine -Site zu lesen sind – existieren die Massenmedien nicht in den Papieren der beiden. Und obwohl Oskar Lafontaine in seinem Text erwähnt: “Beim Präsidentschaftswahlkampf Mélenchons genügte ein Mausklick auf der Homepage von LFI, um Unterstützer zu werden. 500 000 Franzosen machten davon Gebrauch." Obwohl Lafontaine das bedeutende Medium Internet wahrnimmt, formuliert er zur notwendigen direkten Ansprache der Bevölkerung nichts.

Ein linker Kampf um die Macht muss beim Kampf gegen die herrschenden Massenmedien beginnen. Aus der Kritik am Medien-System kann ein neuer Zugang der Massen zu ihrer Selbstermächtigung entstehen. Damit aus dem Gerücht ein Faktum wird, braucht es eine Bewegung gegen Medienmanipulation.

Uli Gellermann zur Macht um Acht in bewegten Bildern:

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Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 07. Juni 2018 schrieb marie becker:

"Scheinparlamentarismus" .

tja, ich denke dabei auch an den Fraktionszwang: Merkel offenbarte , (bewusst oder unbewusst ) dass sie davon jahrelang Gebrauch gemacht hat als sie den Abgeordneten ERSTMALIG "großzügig" die Entscheidungs- und Gewissens - Freiheit im Fall der Neuregelung der Homo-Ehe eröffnete und auch die Stirn hatte , das öffentlich vor dem Plenum zu erklären.

"Diesmal" erinnere ich noch ; Die Abgeordneten standen also immer unter Fraktionszwang bei ihren Entscheidungen, auch bei Entscheidungen über Krieg oder Frieden

.Fraktionszwang ist verfassungsrechtlich ausdrücklich untersagt. Jeder Abgeordnete ist NUR seinem Gewissen verpflichtet.
und scheint das nicht mal zu wissen....


Am 03. Juni 2018 schrieb altes Fachbuch:

eine verständnisfrage:
"Er (der galerist) will die Überführung der Medien ins Gemein-Eigentum."
können sie dieses ansinnen konkretisieren? welche eigentumsform und wer wird/ist auf welchem weg wie zu diesem gelangt? setzt dieser eigentümerwechsel enteignung voraus oder geht es nur um wechsel von personal?

zwei glaubensfrage:
ich bin ihrem link zu babtschenko und dem hinweis eines mitkommentators zur "die anstalt" gefolgt und habe mir parallel dazu auch die stellungnahme der BPK vom 1.6.2018 angesehen http://www.jungundnaiv.de/2018/06/01/bundesregierung-fuer-desinteressierte-bpk-vom-1-juni-2018/
glauben sie, dass dieses geflecht aus politikfilz und medien"huren" auch bei dem wissen um die macht der MM jemals ihrem gemeineigentum zustimmen würden??
glauben sie, dass bei einem partiellen erfolg bei auch nur einem sender, dieser in dieser feindlichen umgebung lange überleben würde?

zwei nachfrage:
hat es einen grund, dass sie in ihrem babtschenko-beitrag den fall wyschinski vergleichend nicht erwähnt haben?? verzichten sie VIELLEICHT wegen eigener vorbehalte gegen russ. medien auf die bloßstellung der doppelmoral und damit der entzauberung der kritisierten eigenen dt. WERTE-MM?? diese frage korrespondiert mit der zweiten glaubensfrage: sehen sie sich den umgang mit russ. sendern im westen an, und erklären sie den fehlenden aufschrei bei westlichen medienschaffenden!

Antwort von U. Gellermann:

Die Form des Gemeineigentums entscheidet sich nicht am Schreib-Tisch sondern im Kampf um eine Räte-Demokratie (hier sind nicht die Rundfunkräte gemeint). Die jetzigen „Eigentümer“ werden ihr Eigentum nicht freiwillig abgeben. Sie müssen durch Mehrheiten der Bevölkerung von diesem Eigentumswechsel überzeugt werden. - Der Babtschenko-Beitrag konzentriert auf den Fall Babtschenko. Die gesamte Russophobie deutscher Medien darzustellen hätte deutlich mehr Zeit gebraucht. Das gilt auch für die Analyse des Umgangs westlicher Medien mit russischen Medien, an Zeit und Kraft aber mangelt es mir ständig.


Am 02. Juni 2018 schrieb Ole Bienkopp:

@maire becker

In Ihrem Kommentar sind leider zwei Fehler versteckt, die ich gern
aufdröseln würde. Ich beginne mit dem zweiten:

Sarah Wagenknecht könnte jederzeit als unabhängige Kandidatin für den Bundestag antreten. Das Problem wäre aber, daß sie einen Wahlkreis finden müßte, in dem sie gewinnt. Nur so könnte sie ein Direktmandat erlangen. Zuletzt kandidierte sie im Wahlkreis Düsseldorf II und erhielt 2017 13% der Erststimmen. 2013 waren es nur knapp 3%. In beiden Fällen wäre sie nicht im Bundestag gelandet. Sie kam über die Landesliste der LINKEn hinein.
Aber selbst wenn es ihr wie Hans Christian Ströbele gelänge, direkt gewählt zu werden, wäre sie ohne Fraktion völlig rechtlos. Nicht mal ein Beistelltischlein bekäme sie - und praktisch null Redezeit. Sie würde in diesem parlamentarischen System in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

Und zum ersten Punkt: Nirgendwo steht geschrieben, daß ein Kanzler (eine /in) der stärksten Partei/Fraktion angehören muß. Das gehört zu den selbstrechtfertigenden Ritualen eines scheindemokratischen Parlamentes. Der Kanzler muß meines Wissens noch nicht einmal Abgeordneter sein, um dennoch zur Wahl antreten zu können!

Ebenso ist es keineswegs so, daß eine Regierungsmehrheit" im Parlament organisiert werden muß. Auch das ist reinste Scheindemokratie, denn durch diese für 4 Jahre geltende Zementierung der Mehrheitsverhältnisse bekommt die Regierung in der Zeit per "Fraktionszwang" jedes Gesetz durch und die Opposoition kann nix machen außer theatralisch-rituell zu protestieren - in der Hoffnung, in der nächsten Legislaturperiode selber zur "Regierungsmehrheit" zu gehören. Solche Zustände nennt man gemeinhin "Diktatur". Zumal praktisch alle mit der Gesetzgebung befaßten Personen (Minister, Kanzler, Staatssekretäre, Ministerialbeamte, Lobbyisten) jenseits aller demokratischen Legitimation handeln. Der Kanzler - immerhin - wird vom Bundestag gewählt. Aber nicht vom Volk! Den Posten eines "Kanzlerkandidaten" GIBT es im bundesdeutschen Wahlrecht nicht! (und "Spitzenkandidaten" ebenfalls nicht - zumindest nicht auf Bundesebene) Dennoch tun alle so - ganz besonders die Medien, die auch "Kanzlerduelle" inszenieren. Dabei steht der Kanzler definitiv nicht zur Wahl!

Schon die Minister bestimmt der Kanzler freihändig. Staatsekretäre sind meist Parteisoldaten oder auch Wirtschaftsvertreter. Beamte sind angestellte Staatdiener unter Weisung des Ministers. Und Lobbyisten stehen komplett außerhalb des demokratischen Apparates.

Und so sieht die Politik dann auch aus. Dabei hätte das Parlament das Recht und die demokratische Pflicht, SELBSTÄNDIG zu handeln. Nur die Abgeordneten sind annähernd demokratisch legitimiert in diesem System! Und das Tolle daran: die Minister müßten dann die vom Parlament beschlossenen Gesetze umsetzen! Sie sind schließlich die "Diener" des Parlamentes. Daher kommt das Wort nämlich. Es bräuchte keine festen Mehrheiten - man könnte sie je nach Anliegen wechselnd organisieren. Und zur Regierung könnten Minister aller gewählten Parteien gehören. Das wäre mal eine lebendige Demokratie!

Aber wir haben uns ja so schön an diesen in Ritualen gefangenen Scheinparlamentarismus gewöhnt... ;-)
Nur ab und zu wundern wir uns, warum das Parlament mit 70-90% Mehrheit Gesetze beschließt (Kriegseinsätze zB.), die von einer ebensogroßen Bevölkerungsmehrheit strikt abgelehnt werden....


Am 02. Juni 2018 schrieb Des Illusionierter:

@Ole Bienkopp:

Ich glaube nicht, dass irgendein Mensch bei klarem Verstand sich die alten StaMoKap-Zeiten als unsere Zukunft zurück wünscht! Ganz zu schweigen von dem umfassenden Denunziations-und Terrorsystem des Stalinismus. (Wenngleich wir inzwischen Fortschritte in dieser Richtung machen)

Beschränkungen für Kapitaltransaktionen und die Beseitigung der grotesken Selbstvermehrung von Kapital ohne jeden wirtschaftlichen Nutzen durch eine rabiate Substanzbesteuerung riesiger Vermögen, das wären Maßnahmen zur Dämpfung der katastrophalen Armutsentwicklung in allen sogenannten wirtschaftlich starken Ländern.
Man muss das "scheue Reh" endlich abschießen!

Antwort von U. Gellermann:

Die Artikel-Themen „Sammlungsbewegung“ und „Massenmedien“ sind immer weiter entfernt. Deshalb findet diese Richtung der Diskussion hier ihr Ende.


Am 02. Juni 2018 schrieb marie becker:

Das "Gerücht" geht um, dass die Anzahl der deutschen Bürger, die Sarah Wagenknecht gern als Bundeskanzlerin sähen, stetig ansteigt.

Die Krux?
die linke BT- Fraktion müsste ebenfalls zunehmen, denn nur aus der größten Fraktion kann die Kanzlerin kommen...meine Frage: kann nicht auch dabei ein "Wunder" möglich werden?

Ich schlug bereits vor ein paar Jahren vor Sarah solle als unabhängige Kandidatin , also ohne den Parteien- Apparat ins Rennen gehen

Das würde ihre Chancen sehr schnell und umfassend erhöhen....

(nun ja, mir fehlte eben die Lobby, die mir Gehör verschafft hätte, eher fand sich die Lobby, die mich am liebsten gekreuzigt hätte. )


Am 02. Juni 2018 schrieb Ole Bienkopp:

@Otto Bismark:

In den sozialistischen Staaten hat das Volk geherrscht? Meinen Sie nicht, das wäre diesem Volk mal aufgefallen? Oder wenigstens mir als "gelerntem DDR-Bürger"?

Es mag kein "Kapital" in der Ausprägung des reinen Kapitalismus gegeben haben, aber 'Hans Informat-Ion' sprach ausdrücklich von Besitzverhältnissen - etwa des Produktionskapitals, in den Händen Weniger. Und das galt im "Sozialismus" ganz genauso! Es gab kein echtes Volkseigentum, sondern ein von einer Elite verwaltetes Staatseigentum.

Im Grunde war das Wirtschaftssystem in den Sozialistischen Ländern eine Art Staatsmonopolkapitalismus. Und man hat ja auch versucht, genauso zu wirtschaften. So zB. mit einem Geldsystem, das Investitionen in Form von Krediten realisierte. Scheinkredite, die nach der Wende zum Hammer für die ostdeutsche Industrie wurden, da sie in echte Schulden der Betriebe umgewandelt wurden.

Und das Volk? Das durfe alle 4 Jahre Zettel falten. Also "die Kandidaten der Nationalen Front" wählen - eine Einheits-"Wahl"-Liste von Parteien und Massenorganisationen, deren Sitzzahl in der Volkskammer schon vor der Wahl feststand, und wo die Abgeordneten genausoviel zu sagen hatten, wie der Bundestag heute - nichts. Die Entscheidungen fielen im Politbüro/ZK der SED.

Das Volk, das doch angeblich im Mittelpunkt stand ("Alles für das Volk, alles mit dem Volk, alles durch das Volk") stand komplett abseits - und bildete Parallelgesellschaften im Freizeitbereich. Darum war die zentrale Parole des Herbstes 1989 doch auch nicht "wir wollen die DM" oder "wir wollen keine Macht mehr haben", sondern "Wir sind das Volk"!

WIR! Nicht Ihr Eliten, die ihr euch anmaßt, in unserem Namen Entscheidungen zu fällen.


Am 01. Juni 2018 schrieb Des Illusionierter:

Ein schönes Beispiel für U.Gellermanns Antwort weiter unten, dass die Antworten durch die Fragen oder deren Formulierung bestimmt werden - wenn auch in diesem Rahmen etwas oT aber doch auch ein nettes Rätsel. Es ging darum, ob man für oder gegen die Fortführung von S 21 war, und die Fragen waren formuliert wie folgt:

Mit JA stimmen Sie für die Verpflichtung der Landesregierung, Kündigungsrechte zur Auflösung der vertraglichen Vereinbarungen mit Finanzierungspflichten des Landes bezüglich des Bahnprojekts Stuttgart 21 auszuüben.

Mit NEIN stimmen Sie gegen die Verpflichtung der Landesregierung, Kündigungsrechte zur Auflösung der vertraglichen Vereinbarungen mit Finanzierungspflichten des Landes bezüglich des Bahnprojekts Stuttgart 21 auszuüben.

Nun möge man überlegen, was anzukreuzen war, um gegen S 21 zu stimmen!

Antwort von U. Gellermann:

Hinzu kommt die Vorfeld-Beeinflussung. Zum Beispiel: Obwohl jeder Angst vor dem Tod hat, existiert diese Angst aber nicht unter den „wichtigsten Problemen“. Die herrschende Medienlandschaft hat lange vor der Umfrage die Agenda bestimmt.


Am 01. Juni 2018 schrieb Des Illusionierter:

@K.H.Schneider

Nun ja, damals bezog sich der Begriff "Unverstand der Massen" auf eine proletarische, voraufgeklärte Gruppe der Bevölkerung. Aber ist es heute wirklich so viel anders? Zwar wird flächendeckend eine Grundbildung angeboten, aber es fehlen oft die bildungsaffinen Elternhäuser als Stützen.

Der Unverstand der Eliten ist wiederum ein anderer Ausdruck für verantwortungslose Fachidiotie. Der Horizont endet beim eigenen Einkommen.

Der demokratische Parlamentarismus ist die gesellschaftliche Umsetzung der Entmündigung von 90%+ der Bevölkerung, und die Funktionseliten des Kapitals tun genau das was von den Eigentümern des Kapitals erwartet wird. Geleistete Amtseide stören dabei nicht - oder gab?s da schon mal Verfahren?

Eine Reform der gesetzlichen Möglichkeiten, die eine hemmungslose Kapitalverwertung ermöglichen, ist von solchen Eliten nicht zu erwarten.

Diese Eliten ins Amt gebracht zu haben darf man allerdings als Tat einer unverständigen Bevölkerung ansehen, die sich von den eingehämmerten Vorurteilen aus den Verblödungsmedien nicht befreien kann. Womit wir wieder bei Gellermanns Anliegen einer Medienreform wären. ;-)

Antwort von U. Gellermann:

Gellermann will eher keine „Reform“. Er will die Überführung der Medien ins Gemein-Eigentum. Und auf dem Weg dahin: Einen langanhaltenden Kampf um Aufklärung und Medienkritik.


Am 01. Juni 2018 schrieb Klaus Bloemker:

@Heinz Schneider
"wie sich die Menschen ihre schlechte Lage erklären" - Die meisten sehen ihre und Deutschlands Lage (wirtschaftlich) nicht schlecht.

Hier noch mal die gesamte Rangfolge. Frühjahr 20017. - Die Befragten konnten zwei Probleme nennen, die sie für die wichtigsten hielten.

Einwanderung - 37%
Terrorismus - 27%
Bildungssystem - 22%
Kriminalität - 20%
Renten - 18%
Gesundheit und soziale Sicherung - 13%
Wohnung/Wohnungsbeschaffung - 13%
Umwelt, Klima-, Energiefragen - 11%
Inflation/Lebenshaltungskosten - 9%
Arbeitslosigkeit - 8%
Steuern - 5%
Staatsverschuldung - 4%
Wirtschaftliche Lage - 3%
______________________
Martin Schulz' SPD Wahlkampfmotto "Es ist Zeit für soziale Gerechtigkeit" lag neben dieser Rangfolge von Problemen.

Die Zuwanderung wird von den ärmeren bei uns insoweit als ein soziales Gerechtigkeits-Problem gesehen, als viele meinen: Wieso bekommen die so viel Geld, was bleibt da für uns? -

Antwort von U. Gellermann:

Wer die Fragen macht, der „macht“ auch die Ergebnisse.


Am 01. Juni 2018 schrieb Heidi Schmid:

Das hast Du gut gemacht , Uli . Die wenigsten wollen das so hören . Da kursiert der Ruf , man müsse den Fakenews ein Ende bereiten , aber bei öffentlich - rechtlicher Berichterstattung spricht man nicht von Lügenpresse .

Antwort von U. Gellermann:

Die Zuschrift bezieht sich auf dieses Video:
https://youtu.be/5JhnEamf0VI


Am 01. Juni 2018 schrieb marie becker:

"Ein linker Kampf um die Macht muss beim Kampf gegen die herrschenden Massenmedien beginnen."

Er muss auch bei der Bildung geführt werden, er muss unsern Kids das Rüstzeug in die Hand geben selber zu denken und scharf zu beobachten.

und nicht bei "Vorgeschriebenem" und
"Vorgedachtem" zu bleiben

eben sich nicht manipulieren zu lassen.

Damit ergibt sich auch eine Zukunftsorientierung oder Perspektive der Gesellschaft.

Antwort von U. Gellermann:

Weite Teile der Bildung, auch für die Jüngsten, kommen über die bewegten Bilder.


Am 01. Juni 2018 schrieb Lutz Jahoda:

Lieber Uli,
hab Dank für diesen erstklassig präsentierten Beitrag in Wort, Bild und Ton.
Gut durchkomponiert und mit einer trefflichen Schlusspointe versehen.

Antwort von U. Gellermann:

Die Zuschrift bezieht sich auf dieses Video:
https://youtu.be/5JhnEamf0VI


Am 01. Juni 2018 schrieb Winfried Wolk:

Du hast es wunderbar auf den Punkt gebracht und wenn die ganze Sache nicht zum Verzweifeln wäre ob der so ganz offen gezeigten arroganten Ignoranz, wie wir in der Babtschenko-Inszenierung verarscht wurden, könnte man sich nur tot lachen. Ich bin gespannt auf die nächsten, ähnlichen Geschichten, die uns ganz sicher in nächster Zeit noch zugemutet werden. Noch soll ja tatsächlich die Fußballweltmeisterschaft in Russland stattfinden. Da muss doch was zu machen sein, oder? Und Nordstream 2 ist auch noch nicht gänzlich abgesagt. Wie mächtig glauben sich die Mächtigen und für wie blöd halten uns die den Mächtigen hörigen Medien! Wollen sie uns tatsächlich reif machen für einen erneuten Waffengang gen Russland? Der Jahrestag der einstigen katastrophalen Groß-Mörderaktion jährt sich ja bald zum 77. Mal. Plant man da schon was Neues?
Mir gruselt es!

Antwort von U. Gellermann:

Die Zuschrift bezieht sich auf dieses Video:
https://youtu.be/5JhnEamf0VI


Am 01. Juni 2018 schrieb Heinz heinz Schneider:

@ Klaus Bloemker

Ja, ob die Rechte oder die Linke stärker wird, hängt davon ab, wie sich die Menschen ihre schlechte Lage erklären. Wie aber 84% der Befragten der von Ihnen zitierten Umfrage als ihr Problem sehen, hat im Wesentlichen eine einzige Ursache: die Ungleichheit. Darum muss sich die Linke kümmern, selbstverständlich.

Der Fragebogen dieser Umfrage, wäre sie 1935 durchgeführt worden, hätte in etwa folgende Alternativen angeboten: der Jude?, die Kommunisten?, der Russe? die Arbeitslosigkeit?

Aber im Ernst: Klare Mehrheiten der Menschen in Deutschland halten den Kapitalismus für nicht imstande die Zukunftsprobleme zu lösen. Nur dann nicht, wenn diese Antwort nicht angeboten wird.

@Des Illusionierter

Nicht einig mit Ihnen wäre ich, was den Unverstand der Massen betrifft ? meine Erfahrung ist einfach eine Andere. Die Klage über diesen „Unverstand" führen seit jeher die Neoliberalen, schon von Hayek war klar, dass sich das Wahlrecht für diese Massen auf die Auswahl des Personal beschränken sollte.
Es sind aber die Eliten, die die unterirdischen Gewalten, die sie heraufbeschworen haben, nicht mehr beherrschen. Deren Unverstand besteht darin, eine Regulierung des Kapitalismus zu verweigern und damit seine Selbstzerstörungskräfte ungehindert walten zu lassen.

Sonst teile ich Ihre Skepsis; die Linke hat derzeit keine mehrheitsfähigen Lösungen anzubieten. Der New Deal ist auch kein linkes Programm. Völlig verblüffend ist aber, in welch rasanter Geschwindigkeit Roosevelt Programm die Stimmung in der Gesellschaft völlig umkrempeln konnte. Offenheit entsteht nicht aus depressiven, sondern aus optimistischen Stimmungen.

Selbstredend muss ein solches Programm von einer Regierung ins Werk gesetzt werden. Das muss nicht einmal eine linke sein.
Nur gibt es, wie seinerzeit auch, in Europa keinen Roosevelt. Es braucht also Vision und Druck von Unten. Beides kann auch von einer linken Sammlungsbewegung kommen.


Am 01. Juni 2018 schrieb Otto Bismark:

Noch eine Anmerkung zu Hans Informat-Ion: Das Volk hat schon mal geherrscht. Während der Zeit der leider kläglich gescheiterten Sozialismus-Versuche! Da gab es nämlich keine Herrschaft des Kapitals in den jeweiligen Ländern. Nun will ich mich hier keinesfalls auf eine Systemdebatte einlassen, dafür ist Zeit und Platz nicht ausreichend. Und denken kann man darüber auch wie man will, aber es war so! Auch und sogar unter Stalin, denn der hatte ebenfalls kein Kapital zu Privateigentum. Das Volk war aber eigenartigerweise eines Tages der Macht überdrüssig und hat sie weggeworfen, geschehen anno 1989. Die Frage wäre, wenn man sie denn ernsthaft diskutieren wollte, woran ich Zweifel habe, warum ist es dazu gekommen? Die Gebrechen des Kapitalismus werden sie aber wieder aufwerfen, womöglich in einer sehr fernen Zeit, jedenfalls aber ganz bestimmt, sofern nicht vorher der jüngste Tag anbricht!


Am 31. Mai 2018 schrieb Klaus Bloemker:

@Heinz Schneider
"die Gretchenfrage: Wie lässt sich dieser Niedergang aufhalten und umkehren?"

Ganz einfach: Man kümmert sich um die Probleme, die in der Rangliste der Bevölkerung oben sind und schaut, ob sie auch einen sozialen Aspekt haben. - Das hat Martin Schulz, die SPD / Linke versäumt, Wagenknecht aber begriffen.

Frage Frühjahr 2017:
"Welches sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Probleme, denen Deutschland derzeit gegenübersteht?"

37 % nannten Einwanderung als das wichtigste Problem
27 % den Terrorismus
20 % die Kriminalität
8 % die Arbeitslosigkeit

Antwort von U. Gellermann:

Allein an der Antwort „Terrorismus“ ist zu erkennen, wie eine verblödende Medienlandschaft ihre Konsumenten deformiert. Man stelle sich vor im Frage-Katalog hätte es folgende Fragen gegeben: Leiden Sie persönlich unter Terrorismus? Ist der das militärische Intervention in andern Ländern Terrorismus? Und schon wäre das Meinungsbild anders.


Am 31. Mai 2018 schrieb Heinz Schneider:

Ich bin der Auffassung, dass Lafontaine Recht damit hat, nicht die Systemfrage zum archimedischen Punkt der Bewegung zu machen.

Der Kapitalismus ist in der Krise, seine Gegner sind zahlreich. Sie können aber zu seiner Ablösung derzeit weder Mehrheiten aufbieten noch Konzepte vorweisen.

Anderseits könnte der forcierte ökogische Umbau der Welt; wie einst Roosevelts "New Deal", für einige Jahrzehnte Prosperität sorgen. Vorausgesetzt, es werden wie damals die Wirtschaft reguliert, Einkommen und Vermögen umverteilt, die Kapitalmobilität eingeschränkt und die Geldschöpfung in die Hände der, dann wieder ökonomisch aktiven, Staaten zurückgegeben.

Würde dies ernsthaft verfolgt, wäre es die historisch letzte Wachstumsphase der alten Industriegesellschaften, danach könnte auch Keynes dem System nicht mehr helfen.

Also muss diese Phase auch dazu genutzt werden, die Boote zu bauen, in die wir steigen, wenn das kapitalistische Schiff zu sinken beginnt (Yosh Tandon). Eine neue WELTwirtschaftsordnung muss entstanden sein Die schon lange damit beschäftigten vielfältigen Akteure solidarischer Wirtschaftsformen gehören deshalb von Anfang an mit ins Boot.

Diese Bewegung stünde nicht gegen die klassische, parteigebundene Linke. Sie ergänzt, stärkt und verändert sie zunächst, langfristig entstehen aber völlig neue Kräftekonstellationen und Politikformen.

Ganz sicher ist, dass an folgenden Grundsätzen kein linker Weg vorbeiführen kann: Proletarier aller Länder, vereinigt euch. Es sind ALLE Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, geknechtetes, verlassenes, verächtliches Wesen ist.


Am 31. Mai 2018 schrieb Des Illusionierter:

@Heinz Schneider

Die Schaffung einer neuen Wirtschafts-und Sozialordnung ist innerhalb der in Deutschland bestehenden Demokratiesimulation, aka Parlamentarische Parteiendemokratie, nur über parlamentarische Mehrheiten möglich. In der derzeitigen Parteienlandschaft sehe ich nicht, wie solche entstehen sollten.
Hier liegt Gellermann mit seinem Anliegen, die Medienlandschaft zu verändern, eher bei einem realistischen Ansatz, denn die bestehende Verblödungskultur ist ein Eckpfeiler der Merkelschen Alternativlosigkeitsherrschaft.

Dass der Zustand unserer Gesellschaft einer Gratwanderung zwischen rechts und links ähnelt, will mir nicht einleuchten, denn eine Gefahr zum Abrutschen in faschistoide Muster scheint mir viel, viel wahrscheinlicher als ein Abrutschen in einen neuen Kommunismus oder ähnliches! Rechte bieten immer die scheinbar einfachen Lösungen, während die Linken mit ihrem Problembewusstsein offenbar keine mehrheitsfähigen Lösungen anzubieten haben.
In einem alten Kampflied der ehemaligen Arbeiterbewegung heißt es:
Der Feind, den wir am meisten hassen, das ist der Unverstand der Massen!

Die aus dieser Geisteshaltung heraus entstandenen Arbeiterbildungsvereine waren seinerzeit nicht ohne Erfolg. Derartige Einrichtungen würden der heutigen Generation Smartphone nur noch ein mitleidiges Lächeln entlocken - selber lesen und denken zu sollen - lachhaft.
Ich rede hier nicht von bildungsnahen Minderheiten, sondern von derjenigen Mehrheit, auf die es ankommen wird!

Wie also soll man Menschen dazu ermutigen, selber über eine Verbesserung ihrer Lage nach zu denken, wenn sie es nie gelernt haben und es auch nach dem Willen der Eliten nicht sollen?

Die Leitmedien in ihrer derzeitigen Verfassung arbeiten jedenfalls überwiegend an weiterer Verblödung.


Am 31. Mai 2018 schrieb Heinz Schneider:

@ Der Desillusionierte
Gemeinsamkeiten? Lafontaine benennt einen archimedischen Punkt: "Die Schaffung einer neuen Wirtschafts- und Sozialordnung, die es ermöglicht, den von der Bevölkerung erarbeiteten Wohlstand gerecht zu verteilen, Kriege um Rohstoffe und Absatzmärkte zu verhindern und die Zerstörung des Planeten zu stoppen"

Die Zielstellung ist systemoffen, sie ist Mehrheitsmeinung.

Eine weitere: den Aufstieg der Rechten zu einer Massenbewegung verhindern.
Thomas Kuczynski hat am 20.1.in der ZEIT erklärt: "Denn die Bedingungen, die für einen Linksschwenk günstig sind, sind genau die gleichen, die den Rechten nützen können. Ungleichheit mag Unzufriedenheit schüren. Letztlich aber kommt es darauf an, wie die Menschen sich ihre schlechte Lage erklären."

Das wären schon genug der Gemeinsamkeiten, um sich in Bewegung zu setzen. Das genau ist Lafontaines Motiv. Mit einem "niederschwelligen Angebot" diejenigen in Bewegung zu setzen, die sich eine andere Ordnung wünschen, mit den erstarrten Parteistrukturen aber nichts anfangen können. Vor allem junge Menschen.


Am 31. Mai 2018 schrieb Des Illusionierter:

Im Falle eines Doppelpostings bitte löschen, hatte gerade ein Netzwerkproblem.

Vergleiche ich pauschal die linke Szene mit den Konservativen, so sehe ich links eine Unzahl widerstreitender Kleingruppen, wenn nicht gar Einzelpersonen. Die kapitalistischen Konservativen hingegen eint ihr einziges Ziel: ?Kohle machen!? (wie es der unnachahmliche Volker Pispers einmal formuliert hat.) Zwar stehen sie dabei gegeneinander in Konkurrenz, aber nicht darüber, wie man Kohle machen soll sondern nur darüber, wer auf wessen Kosten die meiste Kohle macht.
Generell haben es die herrschenden Eliten schon immer verstanden, ihre ihnen an Zahl überlegenen Gegner nach dem Prinzip ?teile und herrsche? zu entsolidarisieren und nach Partikularinteressen zu zersplittern, während sie selber durchaus ein Klassenbewusstsein tradierten und pflegten.

Bei den Linken andererseits gibt es eine Art von elitärer Arroganz, von der aus jeder Dialog schnell in ein völlig unfruchtbares Gezänk zwischen den jeweiligen Rudelführern einmündet. Offenbar gibt es keine existenziellen, unverzichtbaren und unverhandelbaren universellen Gemeinsamkeiten im linken Lager!

Auch bei Leuten wie Lafontaine oder Wagenknecht bin ich mir keineswegs sicher, ob es Ihnen mehr um ihr Ego oder um die Bedürfnisse der Gesellschaft geht - und übrigens: Für mich darf eine Führungsfigur auch der Linken gerne ein gutes Leben lieben und führen, solange sie linke Positionen glaubhaft und wirksam vertritt. Wie sollte sie sonst ein gutes Leben für Alle herbei führen können?

Die Unfruchtbarkeit linker Bemühungen im Gegensatz zu den generalstabsmäßig geplanten und mit nahezu unbeschränkten Mitteln ausgestatteten und erwiesenermaßen erfolgreichen Kampagnen der Geldeliten beruht auf der raffiniert geplanten und durchgeführten Desintegration desjenigen Großteils jeder Gesellschaft, welcher eigentlich politisch links stehen müsste, aber vom Konsum abhängig gemacht und in die Falle der Geldbeschaffung gefangen ist.

Andererseits, dass wir nicht schon längst gänzlich wieder in feudalistische Abhängigkeiten abgestürzt und massenweise auf den Schlachtfeldern fremder Interessen verblutet sind verdanken wir nicht nur Leuten, die linke Thesen drechseln sondern den Bevölkerungen, deren Geschichtsgedächtnis offenbar doch länger zurückreicht als ein halbes Jahrhundert und die deshalb offenbar wissen, dass z.B. Krieg Scheiße ist und immer als letzte Konsequenz des ?Interessenausgleichs? zwischen oligarchischen Systemen entsteht.

Europa wäre vielleicht - neben Südamerika (?) - ein guter Nährboden für das Wachstum der Erkenntnis, in welch ungeheuerlichem Maße der Großteil der Menschheit um seine Lebensmöglichkeiten betrogen wird.

Nur wird mir ganz bange bei der Frage, wie lange wohl eine solche Sammlungsbewegung, so es sie denn gäbe und so sie denn Wirkungsmacht entwickelte, samt ihren Protagonisten gegen die Soldateska des Geldes bestehen könnte.


Am 31. Mai 2018 schrieb Heinz Scneider:

Ich schließe mich der Frage des Galeristen, lieber Helmut Ische an. Den Feiertag nutzend, könnten den Aufruf Lafontaines vom 20.2. (zu lesen auf seiner Homepage) zum Gegenstand der Debatte nehmen.
Der wahlpolitische Niedergang des linken Lagers bei den Bundestagswahlen, von 52,7% (1998) auf 38,6% (2017) ist ein Ausgangspunkt.

Hat das etwas damit zu tun, dass dieses Lager damals nicht Lafontaine auf den Leim gehen wollte, der die Regulierung der Finanzmärkte betrieb? Oder nicht?

Nach dieser Ausgangs- käme die Gretchenfrage: Wie lässt sich dieser Niedergang aufhalten und umkehren?


Am 31. Mai 2018 schrieb Helmut Ische:

@ Großartig Herr M. Beyer. Besser geht's nicht.
Und der Galerist schreibt man solle sich kurz fassen. Recht hat er. Aus diesem Grund bleibe ich sehr, sehr kurz:
Ich würde den beiden - Wagenknecht/Lafontaine - nicht auf den Leim gehen.

Antwort von U. Gellermann:

Trotz der würzigen Kürze: Um welchen Leim handelt es sich?


Am 30. Mai 2018 schrieb Klaus Bloemker:

Schafft nicht das SEIN das BEWUSSTSEIN?

Das Sein / Produktionsverhältnisse schafft offensichtlich bei uns kein linkes Bewusstsein. Da hilft auch keine Medienkritik.

Während ein anderes Sein / die Zuwanderung, ein rechtes Bewusstsein schafft. Auch das hat mit Medien und 'Lügenpresse' nichts zu tun.

Antwort von U. Gellermann:

Das SEIN ist die Grundlage des Bewusstsein. Es „schafft“ nichts. Medien aller Art vermitteln ständig Ansichten über das gesellschaftliche SEIN. Diese Vermittlung ist von Interessen gesteuert. So kann z. B. der irre Unterschied zwischen Arm und Reich vielen Medien-Konsumenten als völlig normal erscheinen. Das hat offensichtlich was mit verlogenen Medien zu tun.


Am 30. Mai 2018 schrieb Ulrike Spurgat:

@ M.Beyer
Dickes Sternchen.
Vielen Dank.


Am 30. Mai 2018 schrieb Marco Beyer:

Ein Gerücht geht um ...
Ihre Nachricht: ... oder sollten wir besser sagen, ein Gericht geht um. Zog es Sahra Wagenknecht bisher immer wieder einmal zu Springers AfD-Postille "Die Welt", sorgte sie im Mai für etwas Ausgleich, indem sie auch der Milliardärin Elisabeth Mohn huldigte. Frau Wagenknecht ist zu gebildet, um nicht zu wissen, dass der TV-Sender VOX zur RTL Group gehört, welche wiederum zu rund 75% der Bertelsmann Holding gehört. "Grill den Profi" hieß das Motto der Show, welche Frau Wagenknecht in nicht gerade kochtauglicher Arbeitskleidung besuchte. Wahrscheinlich, dies vermute ich, ging es weniger ums Kochen sondern um eine Übung, die Chefin, den Profi der Politik, zu grillen. Da kann ein wenig indirekter Kontakt zu den beiden Freundinnen Friede und Liz des Profis schon einmal nicht schaden. Laut Forbes ist die eine 4,9 Milliarden Dollar und die andere 4,8 Milliarden Dollar schwer. Das wären dann richtig gute Schwergewichte für die linke Sammlungsbewegung, für deren Anhänger Sahra Wagenknecht dann auch einmal grillt. Und wenn das alles nicht klappt? Nun dann sehen wir Sahra Wagenknecht vielleicht eines Tages in "Ich bin ein Star - Holt mich ..."

Mit besten Grüßen an Herrn Ulrich Gellermann, dessen Faszination für Wagenknecht und Lafontaine ich zwar nicht teilen kann, aber dessen rationale Galerie der Worte ich immer wieder sehr gerne besuche.

Antwort von U. Gellermann:

Keineswegs bin ich von den beiden „fasziniert“. Aber sie ragen schon aus den üblichen politischen Ebenen heraus.


Am 30. Mai 2018 schrieb Karola Schramm:

Wagenknecht und Lafontaine werden von den Leitmedien zwar wahrgenommen, doch ihre berechtigte Kapitalismuskritik und das ganze Elend eines Raubtiekapitalusmus, der weltweit zerstörende Wirkungen hat, bleibt weitestgehend unerwähnt oder wird so negativ interpretiert, dass die Leserschaft oder im TV von ihren Ideen und Vorstellungen einer friedlichen Welt eher abgeschreckt werden kann. Sie müssen für sich selber die Interpretationsmacht immer wieder selbstbewusst zurückholen. Bei jedem Interview darauf achten, dass die Botschaft bleibt und den Lügen Anderer sofort widersprochen wird.

Es ist deutlich zu machen, dass die Medienmogule sich Merkel als Bundeskanzlerin an die Seite geholt haben, damit ihre Interessen - reich wird reicher - arm bleibt arm - untermauert von entsprechender Gesetzgebung - gewahrt bleiben und gefestigt werden. Merkel selbst hat alle Leitmedien angewiesen, im Sinne der Regierung zu schreiben. Das ist verboten. Warum keinen Krach im BT riskieren ob derartiger Tatsachen? Warum nicht öffentlich rechtliche Schritte dagegen einleiten oder wenigsten juristisch überprüfen lassen, ob so was überhaupt zulässig ist?

Deutschland/die Welt befindet sich in einem Informationskrieg mit psychologischen Waffen, zu denen Fake news, Irritationen und Zersetzung des Vertrauens in die eigene Wahrnehmung und Fremdwahrnehmung dazu gehören. In der DDR einst eine beliebte Weiterbildungsmaßnahme für die Bevölkerung. Doch Vorbereitungen zum Krieg auch Kriegshetze sind in der BRD verboten. Warum werden keine Gerichte bemüht, kein Rechsanwalt befragt? So was kann die Linke alles öffentlich machen...wenn sie will.

Nichts Neues unter der Sonne also - aber neu für uns, die wir jetzt zusehen können, wie Demokratie und Friedensgebote unseres GG zerlegt werden und die Medien kräftig Hilfe leisten. Weil sie keiner stoppt. Keiner sich wagt, offiziell und öffentlich dagegen vorzugehen.

U. G. hat es gemerkt. "Aus der Kritik am Medien-System kann ein neuer Zugang der Massen zu ihrer Selbstermächtigung entstehen." Gut so. Doch die Kritik muss ins Schwarze treffen und kein Jammern auf hohem Niveau sein.


Am 30. Mai 2018 schrieb Der Linksliberale:

@Michael Kohle
Lieber Uli Gellermann, ich gestatte mir die Anrede „Lieber“, denn seit nunmehr 3 Jahren bin ich Leser der Rationalgalerie und da hat man schon mal „Privilegien“. Ihre erfrischend, ironischen, auch sarkastischen Analysen, Ihre politische Denkweise und Ihre gerechten, sozialen Abrechnungen mit dem imperialen System, das gefällt mir, das denke und fühle ich auch! Und ich ärgere mich in meiner Eitelkeit, warum ich nicht das von Ihnen Gedachte und von mir genauso Gefühlte, schreiben kann wie Sie. Immer mehr lese ich aber in der Rationalgalerie Hinweise, was Sie noch alles tun sollen…eine linke Sammlungsbewegung aufbauen…oder „mal eben“ die Mainstreams-Medien durch Revolution oder Anklage vernichtend schlagen…oder folge ich den Ratschlägen von Michael Kohle an Sie, dann aber sollte ich ganz dringend englisch geschriebene Beiträge (Link-Empfehlungen) lesen.
Hallo Herr Kohle, ich kann die deutsche Sprache (etwas), die russische Sprache (etwas weniger) und die dänische Sprache (noch etwas weniger als wenig). Ich hoffe nicht dass Sie mich allein deshalb als bildungsfern bezeichnen, denn ich war schon einmal in einem Theater, ich esse mit Besteck und habe einen Hochschulabschluss. Verzichten Sie aber besser auf solche Links oder seien Sie so freundlich und übersetzen Sie diese, dürfte ihnen bei Ihrem Bildungshorizont nicht schwer fallen. Ich empfinde ansonsten Ihre Link-Hinweise bei fehlender Übersetzung als etwas arrogant. Der Uli Gellermann tut mehr als Sie und ich zusammen! Von Ihnen habe ich noch keine „Rationale Schaubühne“ gelesen. Wir, die Gleichgesinnten des Uli Gellermann, sollten uns fragen, wie wir die Analysen des Gellermanns und damit das selbstständige politische Denken, wirksam verbreiten können.
Sie, Herr Kohle haben aber nur sausattsame Kritik, in dem etwas überheblich wirkenden Stil: „ Anstatt sich nur an der Macht um Acht, sich nur an diesem Gnom Kai abzuarbeiten,…..“
Meinem störrischen, extrem sympathischen Nachbarn habe ich die Rationalgalerie nach heftigen Streitgesprächen mehrfach empfohlen und jetzt? Der Uli Gellermann hat seit mehreren Monaten nun einen Leser mehr…(Hallo Uli Gellermann, bekomme ich nun wenigstens ein bisserl Provision aus Ihren Milliarden-Gewinnen aus Werbung und Adressverkauf?)
Uli Gellermann, machen sie weiter wie bisher, Sie sind mindestens ein engagierter Neuzeit-Ossietzky. Der Herr Michael Kohle arbeitet noch daran…

Antwort von U. Gellermann:

Herzlichen Dank für das freundliche Lob. Provisionen zahle ich nur in Buchstaben aus. - Michael Kohle will mich sicher nur anspornen: Schneller, besser, schärfer.
Die Diskussion bewegt sich zur Person des Autors und weg von Thema (Sammlungsbewegung und Medienkritik). Deshalb findet dieser Stang der Debatte hier ein rühmliches Ende.
Alle weiteren Aspekte des Themas können und sollten weiter diskutiert werden.


Am 30. Mai 2018 schrieb Matthias Brendel:

Der Galerist hat wieder einmal Recht:
Es braucht ein gemeinsames Vorgehen gegen die fächendeckende Medienmanipulation.
Diese Qualitätsmedien sind wie alles was (scheinbar) Macht hat in unserem System einer andauernden Wohlverhaltskontrolle unterworfen, frei nach dem Motto:
Wie willst Du deine privaten Zahlungsverpflichtungen erfüllen, wenn du nicht so funktionierst, wie wir es von dir erwarten, Schreiberling ?
Darüber wachen die üblichen Verdächtigen, wie Mohn, Burda, Holzbrinck, Springer, sowie die internationalen Player.
Dabei sind sich die Wenigsten darüber bewusst, dass eben diese gekaperten Medien gerade jetzt am Ende sind, zumindet, was die Auflagen betrifft.

Deshalb sind die Kritiker dieses Systems ja auch meist alte Leute, die sich diesem ständigen Anpassungsprozess nicht mehr so total unterwerfen müssen und etwas Zeit haben zum Nachdenken.
Da kommt die wachsende Altersarmut den Herrschenden gerade recht, Arme sollen Flaschen sammeln, oder andächtig und dankbar an den Tafeln auf Essen warten, anstatt politisch zu agitieren.
Bei den Politikern funktioniert dieses Wohlverhaltenssystem vielleicht noch etwas direkter:
Nach der Einladung in die USA, oder zu den Treffen "wichtiger" Institutionen wechseln sie ihre NATO störenden Standpunkte, oder werden geräuschlos ausgetauscht.
(Siehe Merkel, Scharping, umgekehrt Schröder etc)
Ich würde sogar soweit gehen, zu behaupten, eine Frau Merkel ist komplett weisungsgebunden, anders ist ihre Politik nicht zu erklären.

Interessant ist auch: Wo "falsch" gewählt worden ist, wie jetzt in Italien, wird die Wahl so lange wiederholt, bis das Ergebnis wieder NATO konform ist, das ist das, was wir jetzt wieder gerade erleben und das ist natürlich total demokratisch....

Auf der anderen Seite ist unser Land so komplett mit korrupten NATO Strukturen durchsetzt (siehe Parteiensystem, siehe Stiftungssystem) , dass organisierter Widerstand bisher immer zum Scheitern verurteilt war.

Die Macht eine neuen APO kann nur durch den Aufbruch einer grossen Jugendbewegung vergrössert, oder vielmehr erst geschaffen werden.
Diese Jugend ist aber ganztägig damit beschäftigt in der Gesellschaft Fuss zu fassen, weil total überschuldet, was mit dem herrschenden Bezahl-Bildungssystem und dem Geldsystem an sich zu tun hat, das nicht umsonst genau deshalb so installiert wurde.
Was also ist zu tun?
Wir müssen, um es noch einmal zu wiederholen, zuerst raus aus der NATO, danach müssten gekaperte Institutionen wie die Weltbank und der IWF ihrer Macht beraubt werden.
Ein neues Geldsystem wäre notwendig.
Es müssten Kriegswaffen, die zum, Angriff dienen weltweit geächtet werden.
Eine neue Rechtsordnung müsste durch die UNO formuliert werden, eine Rechtsordnung in der Recourcen, wie Wasser, Luft, die Reinheit der Natur, Überfälle auf andere Länder und last not least das Geldsystem nicht mehr zum Spielball weltweiter Kapitalinteressen einiger Weniger gemacht werden können, nur leider ist auch die UNO weitgehend gekapert worden vom grossen Geld, also heisst es weiter das Unrecht bekämpfen mit Nadelstichen, wie es hier auf diesem Blog gerade geschieht.
Es müssen einfach immer mehr Menschen bereit sein, selbst zu denken, anstatt in Schweigen und Angst zu erstarren, wie ein geblendetes Reh auf einer nächtlichen Landstrasse, nur dann haben wir eine letzte, kleine Chance.
Aber zuerst müssen wir uns die (öffentlich rechtlichen) Medien zurückholen, am Besten, bevor das Internet komplett gekapert ist, wie bereits fast alles Andere!!!

Antwort von U. Gellermann:

Die Leser der Galerie haben zunehmend eine Neigung zu längeren Zuschriften. Das mindert die Lesbarkeit. Bitte schreibt kürzer.


Am 30. Mai 2018 schrieb Hans Informat-Ion:

Seit 10 T.J. "bewegt" sich die sog. Zivilisation in Sachen "Fortschritt" und "Weltverbesserung" nur in scheinbarer "Bewegung", denn alle "Bewegungen" konnten das "Klassen-System" im Wesen nicht abschaffen! Wer das "Kapital" besitzt, der sitzt auf dem Thron der "Macht" und macht was er kann für seine Machterhaltung, ggfs. mit Gewalt! Solange "linke" oder "rechte" Bewegungen diesen Machterhalt der "herrschenden" Klasse nicht ernsthaft gefährden dürfen sie heutzutage sogar "gewählt" werden ... das nennt man dann "Demokratie", aber es ist keine wirkliche "Volksherrschaft"! Das Volk hat noch nie in der Geschichte der "Hoch"-Kulturen geherrscht, das weiß eigentlich "jedermann", nur es bewegt sich trotzdem "Jedermann" an die Wahlurne um immer wieder seine Beherrscher zu wählen! Diese "Kapital"-System-Struktur hat schon der alte "Rebell und Fürstendiener" Goethe mit seinen "zwei Seelen ach in seiner Brust" sehr treffend "verdichtet:
"Eines schickt sich nicht für alle!
Sehe jeder, wie er's treibe,
Sehe jeder, wo er bleibe,
Und wer steht, dass er nicht falle!"


Am 29. Mai 2018 schrieb Otto Bismark:

Ein bischen unfair kommt mir das schon vor, was Michael Kohle hier dem Galeristen anträgt. Der blog ist doch bereits das Medium, auf welchem jedermann seine Stimme erheben kann. Und das wird genutzt, wenn man nur mal die große Zahl von Kommentaren allein zu diesem Beitrag betrachtet. Natürlich, es tauchen auch sehr oft die gleichen Namen wieder auf, die Reichweite ist begrenzt und die Mainstreammedien sind in der Übermacht. Nichtdestotrotz haben wir nur die Wahl, so wie es auch der Galerist unermüdlich tut, immer wieder drauf zu hauen nach dem Motto steter Tropfen höhlt den Stein. Was das Verschweigen betrifft ist es eben nicht so einfach. Dagegen ist nämlich kein Kraut gewachsen! Was nicht berichtet wurde hat nicht stattgefunden! Und nun ist die Frage, wie kämpft man am wirksamsten dagegen an? Indem man selbst vermeldet oder indem man die angebliche Pressefreiheit bloßstellt die nicht vermeldet? Da die Reichweite des eigenen Mediums wie schon bemerkt begrenzt ist, erreicht man mit der eigenen Meldung eben nur ein kleines Publikum. Mit den unablässigen Programmbeschwerden bewirkt man dagegen wenigstens, daß die Macher in ihrem manipulativen Vorgehen gestört werden und feststellen müssen, es gibt noch jemanden, der genau hinhört und sich das Ganze nicht gefallen läßt. Und nebenbei entsteht vielleicht auch doch noch eine gewisse Massenbewegung in diese Richtung. Denn das Maß, mit welchem wir derzeit manipuliert werden (sollen) ist doch mittlerweile unerträglich geworden für einen gesunden Menschenverstand. Ich verstehe deswegen Uli Gellerman vor allem in einem Sinne nämlich dem Vorhalt an die wenigen noch ernst zu nehmenden Oppostionellen wie Lafontaine, Wagenknecht und ???, vor den etablierten Medien und deren Manipulationen nicht deutlich genug zu warnen und sich vor allem viel zu wenig auf den klaren Blick des Volkes zu stützen. Und vor allem nicht zu sagen, was man denn nun tun wolle und müsse um das Land zu verbessern. Was übrigens ein Grundfehler der Linken zu sein scheint. Ich habe hier im Altenburger Land in letzter Zeit den Niedergang der Linkspartei und ihres Personals hautnah miterleben dürfen. Die linke Landrätin 2012 gewählt, hat während ihrer Legislatur nichts, aber auch gar nichts erkennen lassen, was eine besondere linke Politik in der Region kennzeichnen könnte. Also auch nicht etwa mal in Bürgerversammlungen oder dergleichen um den Rat der Menschen nachgesucht, was denn für diese in der Region getan werden könne. Sondern einfach weitergemacht! Das ging sogar soweit, daß sie das Kanzlerwort von der Alternativlosigkeit bei beabsichtigten Mittelkürzungen in den Mund nahm! Folgerichtig mit gerade mal rund 200 Stimmen mehr gegen den AFD-Kandidaten in die Stichwahl gekommen und dort krachend gegen den CDU-Kandidaten verloren. Also wiedermal eine Chance grandios vergeigt.

Antwort von U. Gellermann:

Was die „gleichen Namen“ betrifft: Für den Monat April z. B. weist die Zugriff-Statistik beim Provider 150.000 unterschiedliche (!) Besucher aus. Ziemlich regelmäßig übernimmt „Sputnik News“ Beiträge von mir: Das erhöht meine persönliche Reichweite deutlich. Recht hat Kohle bei seiner Forderung nach einer Bündelung der aufklärenden Kräfte. Das ist aber genau jene Bitte, die ich an die besser positionierten Wagenknecht/Lafontaine (die ich durchaus schätze) richte.


Am 29. Mai 2018 schrieb Michael Kohle:

Und Gellermann schrieb zum Ende:

… muss beim Kampf gegen die herrschenden Massenmedien beginnen.

…ein neuer Zugang der Massen zu ihrer Selbstermächtigung

…braucht es eine Bewegung gegen Medienmanipulation.

Na, dann mal forsch voran!

Ein altes japanisches Sprichwort sagt,

…der der den ersten Stein aufhob,

…war der, der den Berg abtrug

Dazu braucht es fürs Erste auch keiner Sammlung und auch keiner Bewegung.

Dazu braucht es nur Mut und Wille zur Tat.

Hätte da einen Vorschlag, einen Versuch wäre es jedenfalls wert.

Anstatt sich nur an der Macht um Acht, sich nur an diesem Gnom Kai abzuarbeiten, einfach mal das tun, was immer diesem Herrn und all seinen Kollegen vorgeworfen werden muß, das Verschweigen der Wahrheit, der Realität, zumindest abweichender Erkenntnisse.

Und damit könnte ein Galerist heute noch anfangen. Einfach auf der Galerie für Vernunft und andere Petitessen eine Rubrik eröffnen für jene „Stimmen“ aus dem Erdenrund, die es nie schaffen hierzulande, Gehör zu finden, weil es nicht sein kann, was nicht sein darf.

Für den Einstieg hätte ich zwei Vorschläge anzubieten:

Uri Avnerys Beitrag von heute:

https://www.counterpunch.org/2018/05/29/the-luck-of-the-gambler/

böte sich geradezu an als Paukenschlag!

Um der Scheinheiligkeit, der Bigotterie und der unverblümten Unverschämtheit im Verschweigen der Premiumsmedien noch eins drauf zu geben

dann noch - ebenfalls von heute - folgendes Traktat von Jonathan Cook

https://www.counterpunch.org/2018/05/29/fathi-harb-burnt-himself-to-death-in-gaza-will-the-world-notice/

Ein palästinensischer Jan Palach also. Welch ein Wehklagen damals in den Qualitätsmedien vor vierzig Jahren. heute allenfalls übertroffen, wenn einer auf dem Roten Platz vor dem Kreml seinen Hodensack aufs Pflaster nagelt.

Wie funktioniert eine „Bewegung gegen Medienmanipulation“ besser als mit Offenlegung, mit dem Aufgebot von Informationen von denen, die die alternative Meinung vertreten.

So könnte - mit Verlaub - auch das Wörtchen „alternativ“ zurückerobert werden aus babylonischer Gefangenschaft.

Übrigens! An den Übersetzungskosten sollte doch solch ein Vorhaben nicht scheitern.

Antwort von U. Gellermann:

Ein Steinchen scheint mir die Galerie zu sein. - Gniffke ist nur eine Figur: Er steht symbolisch für einen wesentlichen Teil des Manipulationsapparates. Diesem Apparat widme ich mich regelmäßig auf der Galerie-Site. Und - ab sofort und in den nächsten Wochen - regelmäßig auf der Site von JenFM, die eine höhere Reichweite hat als die Galerie. Wie mit dem Link auf der Startseite angekündigt. Zu mehr langt meine bescheidene Kraft kaum.


Am 29. Mai 2018 schrieb Marc Britz:

Lieber Uli, bitte um Nachsicht für den etwas lang geratenen Beitrag zu deinem exzellenten Artikel:

"Und die Medien, denen Wagenknecht und Lafontaine den Auftrag zur Verbreitung ihrer Botschaft anvertraut haben, sind längst die Botschaft selbst: Apparate die Teil des Herrschaftsapparates sind."

Marshall McLuhans Ausspruch, dass die Medien selbst bereits die Botschaft sind, bezieht sich ausdrücklich auf die den Medien eigene instrumentelle Form und nicht auf die Besitzverhältnisse in denen sich das Medium befindet. Ein Gewehr ist durch seine technische Beschaffenheit ein Medium bei dem hinten eine Patrone reinkommt und vorne der Tod rauskommt. Eine traditionelle Nachrichtensendung ist allein durch ihren instrumentellen Aufbau ein Medium, bei dem hinten eine Nachricht reinkommt und vorne nur EINE Interpretation rauskommt. Das Erste ist nur durch seine Bauart allein bereits ein Instrument eines Gewaltmonopols, das Zweite ganz unabhängig von der Nachricht das Instrument einer Informationshegemonie. Diese Instrumentalität ist aber unabhängig von den Besitzverhältnissen gegeben: Ein Gewehr bleibt ein Gewehr und ein Sender ein Sender, egal ob sie sich in den Händen des Imperiums oder irgendwelcher Rebellen befinden.

Von daher kann man Wagenknecht und Lafontaine schon vorwerfen, sich als Progressivkräfte die falschen Medien zur Verbreitung ihrer Gedanken ausgesucht zu haben. Fair ist das allerdings nicht:

Zum einen sollte wer im Glashaus sitzt nicht mit Steinen werfen. Gerade die alternativen Medien nutzen hauptsächlich eine rein zu militärischen Zwecken erfundene Infrastruktur und eine gänzlich imperial-staatlich kontrollierte Technologie: das Internet. Zudem mussen sie sich auf Programme und Plattformen stützen, die wiederum gänzlich der Kontrolle des imperialen militärisch-industriellen Komplexes unterliegen. Auch nutzen die alternativen Medien keine nennenswert anderen Medientechniken. KenFM (beispielsweise) sendet auch nur EINE Meinung. Es ist halt zum Glück mal eine vom Mainstream abweichende. Zum anderen - und nur deswegen hat die Nutzung egal welcher Medien in Gesellschaften mit kapitalistischen Produktionsverhältnissen überhaupt irgendeine Berechtigung - sollte man die Möglichkeit der Subversion nicht herunterspielen. Warum sollte man nicht die Feigenblätter der politischen Meinungsfreiheit der liberalen Gesellschaft nutzen, um eine gute Nachricht unters Volk zu bringen? Es spielt dabei keine Rolle welchen Kanal man wählt, alle gehören letztendlich der herrschenden Gewalt.

Dennoch ist es richtig, dass die Mediennutzung das Hauptproblem der Sammlungsbewegung ist:

Worauf es ankommt, ist die Art und Weise der Mediennutzung und die Intention.Die Fehler von Wagenknecht und Lafontaine liegen sowohl bei Intention, Art und Weise der Nutzung als auch bei der Nachricht selbst. Was sie falsch machen lässt sich am Besten daran zeigen was Corbyn richtig gemacht hat: 1. Führung festlegen: Die Integrität Corbyns. (Das ist das einzige was Wagenknecht und Lafontaine auch vorzuweisen haben) 2. Politisches Instrument festlegen: Labour-Party und parlamentarische herbeigeführter Politikwechsel. (Hier geht es schon los: APO oder Parlament, Partei oder Koalition. Keiner weiss was). 5. Klare Inhalte: Kurzes aber knackiges 3-Punkte Programm (ohne Polizeiaufstockung und Heimatgedöns) 4. Mediale Plattform erfinden: Labour entwickelte eigens eine Website, die gleichzeitig zur dezentralen und multilateralen Koordination und Information diente. Die Bedingung für die Mitgliedschaft: Parteimitgliedschaft bei Labour und absolute Loyalität dem neuen Programm gegenüber, eine eidesstattliche Aussage war nötig (Man merkt es schon, eine lumpige Facebook-group reicht da nicht). Nur so war zuerst der innerparteiliche Putsch gegenüber dem Blair-Filz möglich und erst dannach kam das Wiedererstarken als politische Kraft. (Das Fehlen der Partei zur Sammlung wird der Sammlungsbewegung gleich den Gar aus machen) Was noch ausbleibt, ist der Wahlsieg. Und der wird kommen. (Für Corbyn, nicht für die Schlafwagenschaffner der Sammlungsbewegung.)

Antwort von U. Gellermann:

Kann sein, dass ich mißverständlich formuliert habe: Keinesfalls will ich Wagenknecht eine falsche Mediennutzung vorwerfen. Kritisch sehe ich a) dass die beiden sich nicht gezielt an die durchaus vorhandenen sozialen Bewegungen wenden, sie nicht zum Mit-Tun und zum Mit-Dikutieren auffordern; und dass b) in den bisher bekannten Texten von Lafontaine und Wagenknecht der Kampf um/gegen die herrschenden Medien keine Rolle spielt.


Am 29. Mai 2018 schrieb Burkhard Ohligs:

Ich frage mich, wohin das ganze 60er Geschwätz über "Links/Rechts" führen soll. Wer befindet sich in der Mitte? Wer ist rechts, wer ist links? Wer ist der bessere, der Linke, der Rechte, der in der Mitte?
Und wohin soll Vernunft verortet werden?

Antwort von U. Gellermann:

Das Links-Rechts-Schema soll auf die Sitzordnung in der französischen Abgeordnetenkammer von 1814 zurückgehen. Die 60er Jahre haben damit wenig zu tun. Vernünftig wäre z. B.: Keine Auslands-Einsätze der Bundeswehr, raus aus der NATO, Abschaffung von Hartz Vier. Das z. B. ist nach dem alten Parlaments-Schema ganz sicher eher links als rechts zu finden.


Am 29. Mai 2018 schrieb Thomas Fricke:

Um den linken Geist zu wecken,
braucht es nun ein Sammelbecken,
in dem Linke schwimmen rum,
manchmal klug und manchmal dumm.

Ist das Becken erst mal voll,
wird vielleicht die Sache toll.
Doch bislang, das ist das Schlechte,
sind im Becken nur zwei Hechte.


Am 29. Mai 2018 schrieb Albrecht Storz:

"Antwort von U. Gellermann:
Eine Überfremdung? kann ich in Deutschland nicht feststellen."

Gut, dann wissen wir das. Aber hat mit meinem Beitrag eigentlich nichts zu tun, denn ich habe nicht davon geschrieben, dass es eine Überfremdung gäbe. Ich habe geschrieben, dass ich uns Bürgern einen Schutz davor zugestehen möchte.
Aber was nun? Bin ich jetzt rechts?

Antwort von U. Gellermann:

Wer einen "gewissen Schutz gegen Überfremdung zugestehet“, schreibt fraglos von „Überfremdung“. Wo Sie sich einordnen weiß ich nicht. Ein kleine Hilfe: Wer für die NATO plädiert - wie die Parteien von CDU bis AfD - ist rechts. Wer den Rassismus des Herrn Sarrazin billigt - wie die Parteien von SPD bis CSU - der ist rechts.


Am 29. Mai 2018 schrieb Heinz Schneider:

Ich halte den Kampf gegen die Massenmedien nicht für derart zentral, dass er vor einer möglichen Neuorganisation der Linken stehen müsste. Die Medien in England sind auch nicht besser, dennoch kämpft Corbyns Labour Party zumindest wieder ernsthaft um Hegemonie.
Ein hegemoniales linkes Projekt muss aber, so Chantal Mouffe, "aus einer Reihe von Vorschlägen für eine positive Organisation des Sozialen bestehen". Bringe eine untergeordnete Gruppe nur negative, subversive Forderungen vor, besitze sie von vorn herein keine Fähigkeit zu hegemonialem Handeln. Statt einer "Strategie der Opposition" ist eine "Strategie der Konstruktion einer neuen Ordnung" notwendig.

Der aufkommende Faschismus war und ist wieder eine mögliche Antwort auf das Versagen der liberalen Marktökonomie. Es gäbe Andere. Das aber eher Hitlers statt Roosevelts vor der Tür stehen, ist wesentlich darauf zurückzuführen, dass die Linke den Kampf um Hegemonie einstweilen eingestellt hatte.

Oskar Lafontaine hatte dies nicht, das macht heute seine Bedeutung und Glaubwürdigkeit aus. Würde die SPD den Kampf um Hegemonie wieder aufnehmen, könnte Sie das auch mit Lafontaine, vielleicht besser als mit jeder Anderen. Die Ursache der Spaltung in 2 sozialdemokratische Parteien wäre entfallen.

Eine Sammlungsbewegung neben den beiden hegemonieunwilligen sozialdemokratischen Parteien wäre wohl nur eine Notlösung.

Die zu konstruierende "neue Ordnung" braucht es, um den Faschismus abzuwenden - und den Krieg.
Irgendwo zwischen Roosevelt, Keynes, Eucken, Polany und Marx wäre doch der Übergang in einen neuen Stoffwechsel zwischen Mensch und Natur zu organisieren, indem wir zumindest Arbeit, Boden und Geld dem Markt entziehen und demokratisch kontrollieren. Einen New Deal für einen raschen sozialökologischen Umbau, zunächst. Wir müssten nur wollen!

Antwort von U. Gellermann:

Wer aufklärend die Machtverhältnisse ändern will, der muß das Bewusstsein ändern. Wer das Bewusstsein ändern will, muss sich mit der Manipulationsindustrie auseinandersetzen.


Am 28. Mai 2018 schrieb Der vom Helmholtzplatz:

25000 Menschen demonstrierten am vergangenen Sonntag in Berlin gegen die AfD. Ist das gut so?
Ich hätte die Möglichkeit gehabt ebenfalls dort hin zu gehen, nur warum? Um dann mit Grünen oder SPDlern u.a. gegen das ekelhafte gekläffe (Kopftuchmädchen und Messerstecher, Zitat Alice Weidel im Bundestag) der AfD zu demonstrieren? Mehr war das nicht. Die Politik der AfD auf der einen Seite und CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne auf der anderen Seite unterscheidet sich doch nur an dem Punkt des Umgangs mit Flüchtlingen und das die AfD an dieser Stelle vorgibt sich für Recht und Gesetz einzusetzen (eine sehr starke Suggestion mit Anziehungskraft für die Wählerschaft). Ansonsten die gleiche neoliberale Soße nur in unterschiedlicher Intensität und Geschwindigkeit.
Und an Verlogenheit war dieser Sonntägliche Aufzug eben deshalb auch nicht zu überbieten denn wenn sich die o.g. Parteien zu einer Demo gegen die AfD einreihen und gleichzeitig z. B. die Asov-Nazis in der Ukraine unterstützen kommt mir das Essen wieder hoch.
Der AfD und den sog. (Medien-)Eliten schön auf den Leim gegangen sind die Sonntäglichen Demonstranten weil ja alles im politischen Spektrum jenseits der AfD links sei und damit eigentlich von einem wirklichen thematischen Diskurs abgelenkt wird. Pawlowscher Reflex, die AfD ruft und alle kommen. Mehr nicht und vom Galeristen schön auf den Punkt gebracht: "Ein linker Kampf um die Macht muss beim Kampf gegen die herrschenden Massenmedien beginnen."

Wo waren und sind den die ganzen Wegbasser (u.a. hat die Berliner Clubszene mit dem Motto AfD wegbassen zu der o.g. Demo aufgerufen) wenn es um Mieten und Wohnraum geht?
A. Holm bezichtigte die Berliner Hausbesetzer an Pfingsten als Amtshelfer um dem Berliner Senat bei eben diesem Thema Beine zu machen. Der Grüne Vorsitzende Habeck bezeichnet die Besetzer als Straftäter. Links?
Wo waren und sind den die ganzen Wegbasser wenn es darum geht die verbrecherischen und völkerrechtswidrigen Kriege, und somit auch Teile von Fluchtursachen, zu beenden?

Wo ist denn die ehem. Mitarbeiterin von Microsoft und derzeitige Bundestagsabgeordnete der Linksfraktion Frau Domscheit-Berg, wenn es darum geht das Facebook und der US-NATO-Thinktank Atlantic Council eine strategische Partnerschaft zur (haha!) Rettung und Erhaltung der Demokratie eingegangen sind. Sehr gefährlich das. Der Kampf um die Massenmedien beginnt auch eben dort, aber was sagt die PdL dazu? Nichts vernommen.
Berliner Schulbauoffensive oder anders gesagt die Privatisierung der öffentlichen Schulen mit der PdL? BER, Bankenskandal oder der Verkauf der Landeseigenen Wohnungen in Berlin, nichts begriffen! Links?
Der Versuch von Sahra und Oskar ist aller Ehren wert aber die PdL geht derzeit den Weg von B'90 Grüne und das habe ich in Prenzlauer Berg/Pankow miterlebt, braucht keiner.
"Ein Gerücht geht um". Und mehr wird es, leider, nicht werden. Das schreibe ich nicht aus Miesmacherei sonder mit über 50 Lenzen und auch einem gewissen Erfahrungsschatz in politischer Arbeit.


Am 28. Mai 2018 schrieb H-G Cikon:

In der Tat: das "Medien-System" ist DIE Achillesferse unserer ("westlichen") Demokratien. Sein "mainstream" ist zutiefst undemokratisch. (Danke für die Rationalgalerie, ken.fm, NDS, etc. Die haben wir zwar auch nicht gewählt, uns ihre Meinung zu sagen, doch sind sie die notwendige Opposition, die es im "mainstream" kaum noch gibt.)


Am 28. Mai 2018 schrieb rudolph bauer:


"Ein linker Kampf um die Macht muss beim Kampf gegen die herrschenden Massenmedien beginnen. Aus der Kritik am Medien-System kann ein neuer Zugang der Massen zu ihrer Selbstermächtigung entstehen. Damit aus dem Gerücht ein Faktum wird, braucht es eine Bewegung gegen Medienmanipulation."
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Darüber, wer den "Kampf gegen die herrschenden Massenmedien" führen soll und mit welchen Mitteln, hätte ich gerne mehr erfahren. Eine "Bewegung gegen Medienmanipultion" ist ein zahnloser Tiger, wenn sie kein Bewusstsein davon hat, WOFÜR sie kämpft. Ähnlich bewusstlos aufgeblasen beispielsweise ist auch der Appell von "Melodie & Rhythmus", ein "Magazin für GEGENkultur" finanziell auf die Beine zu stellen. Notwendig sind eine Bewegung, ein Magazin, Medien und der Kampf FÜR. Merke: Der beste "Kampf gegen" ist der "Kampf für". Der bloße "Kampf gegen" und eine großkotzig angekündigte "Gegenkultur" verbeissen sich negatorisch in die bestehenden Verhältnisse. Sie sind damit zum Scheitern verdammt. Schade um die darauf verwendete Energie. Reine Verschwendung!

Antwort von U. Gellermann:

Ihre Leserzuschrift wird auf eines Site veröffentlicht, die Medien-Analyse betreibt. Sie ist nicht der einzige Ort der Aufklärung. DAFÜR kämpfen zunehmend mehr.


Am 28. Mai 2018 schrieb antares56:

Ich habe früher mal "Linke" in ihrem Wahlkampf unterstützt! Was kam dabei raus? Wenn sie ihren sicheren Job und ihr Einkommen beim Staat hatten, war kaum noch etwas "links" bei ihnen! Geld korrumpiert eben doch - was interessieren mich meine Aussagen von gestern! Und es geht wirklich selten um die Interessen der Bürger - wie sollen reiche "Linke" sie auch verstehen (auch ein Oskar und eine Sahra nicht)?
Eine neue "Bewegung" könnte nur ohne Polit-Profis sich wirklich neu entfallten! Wir brauchen keine gutverdienenden Sesselfurzer mehr, die sich in Landtagen oder dem Bundestag ihren Arsch vergolden lassen! Und wir dürfen uns von "unseren(Qualitäts?) Medien" nicht mehr verarschen lassen und jede ihre Lügen glauben!


Am 28. Mai 2018 schrieb Ulrike Spurgat:

@ Andreas Buntrock
.......dem schließe ich mich an, denn bei aller Kritik bleiben Gewerkschaften eine wichtige Waffe im Kampf für die Durchsetzung gemeinsamer Interessen.


Am 28. Mai 2018 schrieb Andreas Buntrock:

"Ein linker Kampf um die Macht muss beim Kampf gegen die herrschenden Massenmedien beginnen. "
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Was tut man nicht alles, um nicht dauernd gegen den Wind pinkeln zu müssen....

Auch wenn hier bei Uli Gellermann wenige bis keine "Normalos" zu erwarten sind....
hier ein Tipp für die zwei oder drei Leser hier im Forum, welche "Die Anstalt" vom 22. Mai 2018 verpaßt haben:
https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-22-mai-2018-100.html


Am 28. Mai 2018 schrieb lbrecht Storz:


Das "Linke" ist in der Krise, denn wie soll das definiert werden in der Post-Sowjetunion-Zeit?

Eines ist gewiss: am meisten wird aktuell " das Linke" durch genau die definiert, die "das Linke" konsequent seit Jahrzehnten bekämpfen. Indem man etwas definiert, hat man darüber Deutungshoheit, ja vielleicht sogar Diskurshoheit. Nichts geht mehr ohne einen.

Heute gilt als Links, wenn man wie die Kahane an der vordersten Zensur-Pro-Front kämpft. Wahrscheinlich hält sich auch eine Harms und ein Fücks für "links" bei ihrem Volksverhetzungswahn gegen Russland, weil sie den Namen "Henrich Böll" für sich okkupiert haben.
Ja selbst ein Lederer hält sich ja ohne Schamröte im Gesicht für links. Ganz zu Schweigen von der ganzen Antideutschenblase, oder die zum Teil alles andere als linken "Antifa"-Aktivisten.

Ja bitte, wie soll sich denn etwas sammeln was aus allem und nichts besteht?

Gehöre ich dazu wo ich für den Mittelstand und für den Kleinbürger durchaus einen gewissen Schutz gegen Überfremdung zugestehe, eine massive Beschneidung von unanständig großen Einkommen und Vermögen verlange, mir eine Solidargemeinschaft wünsche in der ein Mensch von seiner Arbeit anständig leben, ohne existentielle Sorgen alt oder auch krank werden kann, schwere Härten des Lebens abgemildert werden, maximal eine BW zur Landesverteidigung auf deutschem Boden als berechtigt ansehe und ein gleichberechtigte Beziehung sowohl politisch als auch wirtschaftlich mit allen wohlmeinenden anderen Ländern als erstrebenswert sehe. Sowie eine Wirtschaft die sich nur und ausschließlich nach den Bedürfnissen der Gesellschaft als Ganzes orientieren darf.

Bin ich links, rechts, gar nichts? Ich weiß es nicht (mehr).

Antwort von U. Gellermann:

Eine Überfremdung“ kann ich in Deutschland nicht feststellen. Fremd kann man im eigenen Land werden, das den Konzernen gehört und ihm eine Kultur des Profits aufzwingt.


Am 28. Mai 2018 schrieb Andreas Buntrock:

"Bewegen sich die Gewerkschaften? Zu selten, aber wenn dann nachhaltig im sozialen Raum."
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Werter Uli Gellermann,

Gewerkschaften und deren "Leistungen" sind zwar hier und heute nicht das Thema.....

aber die obige Behauptung(!?) hätte eine eigene Diskussion wirklich verdient.

Antwort von U. Gellermann:

Gern beim nächsten Mal.


Am 28. Mai 2018 schrieb Peter Meiser:

Allenthalben wird immer wieder beklag,t dass progressive Gruppierungen ein zersplittertes Leben fristen und nicht gemeinsam agieren. Nun da linke Linke den Versuch unternehmen eine linke Sammlungsbewegung zuschaffen, um dieses Debakel zu beseitigen werden Vorbehalte mit den fadenscheinigsten Begründungen zu Tage gefördert, sogar vielfach gerade aus dem Bereich, welche die Zersplitterung beklagen. Die Ironie dabei ist, dass es bis jetzt nur die Idee und den Willen für die Schaffung einer linken Bewegung gibt, aber noch kein festes Grundlagenpapier auf das sich evtl Kritker berufen könnten...



Am 28. Mai 2018 schrieb Michael Kohle:

Recht, wenn nicht gar senkrecht, hat er, der Galerist. Ausnahmeerscheinungen sind sie allemal, die Beiden, die Sahra und der Oskar. Doch dann kommt lang nichts mehr. Heißt es nicht, Ausnahmen bestätigen die Regel? Das sagt doch wohl alles über ihre wahre Bedeutung, leider. Gellermanns Ansichten rennen bei mir meist offene Türen ein, im Grunde auch heute. Nachdenklicher denn je bin ich heute trotzdem mit so mancher „Position“, der ein oder anderen Einstellung, Meinung oder Erwartung. An was es wohl liegen mag, dass ich die ganzen Ansichten und Hoffnungen - die mancher Kommentatoren schon gar nicht - nicht mehr voll und ganz teilen kann? Was ich meine? Donnerwetter, hofft G. doch tatsächlich auf ein neues linkes Manifest, weiß bloß noch nicht, was der Inhalt der black box überhaupt sein soll. Dann das: „Ein linker Kampf um die Macht muss beim Kampf gegen die herrschenden Massenmedien beginnen“, ein neuer Zugang der Massen zu ihrer Selbstermächtigung, so heißt es.

Seit schlappen fünfzig Jahren darf bzw. muß ich jetzt den Zirkus verfolgen, ihn bei vollem Bewußtsein ertragen, an ihm verzweifeln. Selbstermächtigung der Massen, war die nicht zu Anfang dieses halben Jahrhunderts tat- und schlagkräftiger? Was damals diesbezüglich so abging, auf der halben Welt und nicht nur im naziverseuchten, längst auf Transatlantika konditionierten Wessideutschland, das war ansatzweise - und auch nur kurze Zeit - sowas wie Selbstermächtigung. Die Konterrevolution ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Was wurde nicht alles angestellt, damit sowas Unerträgliches wie der Aufstand der Massen gegen Krieg, Mord und Totschlag, Ausbeutung und Knechtschaft, Dummheit nicht noch mal passieren kann.

Im Vergleich zu damals bleibt zu konstatieren: nichts mehr da, was seinerzeit zu Hoffnung Anlass gab. Studenten gab es noch zuhauf, die mit der Aufmüpfigkeit ihr Markenzeichen! Für BILD und alle anderen nichts als linke, nichtsnutzige Gesellen, die auf der Straße randalierten. Und heute? Studenten, wie wo was? Restbestände solcherlei Aufgeweckter in Sackbahnhöfen diverser Art verwahrt. Damals hieß es um fünf Uhr früh beim Schichtwechsel vor den Stechuhren Pamphlete verteilen, heutzutage zur gleichen Zeit fürs nächste Iphone anzustehen. Selbstredend, die Jugend war bei „den Alten“ immer schon im Verschiss. Da liegt jedoch der Hund begraben. Nicht nur hierzulande wurde alles nicht nur versucht sondern unternommen, per Beschäftigungstherapien jegliches Aufmüpfige in geordnete Bahnen zu lenken wenn nicht gar für dunkle Zwecke zu mißbrauchen. Unzähliges gäbe es hier anzubringen, jeden Rahmen sprengend.

Wer gestern bei Kai&Claus die Berichte von den Demos Pro&Contra Alternative verabreicht bekam dem muß umgehend klar geworden sein, dass da was nicht mehr stimmen kann. Wie bekomme ich die Jugend auf die Straße, na klar doch, mit Party. Lasst ihnen doch den Spass, sagten die dienstbeauftragten think-tanks unisono, jetzt wo es keine Love-Parade mehr gibt, die sind doch ausgehungert. Und außerdem könnt ihr endlich mal wieder eure Fahnen wieder zeigen, die Roten und die Grünen (aber bitte nicht ganz so hoch wie auf der anderen Seite). Nein, ein Aufstand der Massen sähe anders aus.

Was nicht nur Gellermann sondern auch die meisten seiner Kommentatoren anscheinend einfach nicht wahrhaben wollen: Links, Linke, alles einfach nur noch bäh. Und dort, wo es nicht bäh ist, wird damit schamlos der Rest vom dummen Volk hinter die Fichte geführt. In den einschlägigen Gazetten ist dann sogar eine Merkel links neben all den Anderen, wie - nur bspw. - die erfolgreich zur Verliererpartei getriebene Partei der Sozen, selbstverschuldet in Verschiss geraten. Oder die oberlinken grünen Habecks&Bocks, bei Gniffke ersatzweise Kleber dürfen die immer einfach so daherplappern, was zu befürchten hat man von solcherlei Linken nichts. Und die Partei der Linken? Gibt es die überhaupt noch? Vom Propagandaministerium werden Vertreter dieses kläglichen Restes - über aus dem Unrechtsstaat, igiitt - doch immer nur dann zur primetime abgeordert, wenn es gilt, diesen Jemanden das Wort abzuwürgen. Spätestens nach dem ersten Ääh, dem ersten Komma oder dem ersten Luftholen um umgehend der „Gegenseite“ Gelegenheit zu geben, in trefflicher Entrüstung minutenlang vorwurfsbeladen gegenzuhalten oder gar nachsichtig mit einem Kichern wenn nicht dreckiger Lache abzuwinken. Die Gegenseite, die Vertreter aus den Häusern Springer, Bertelsmann etc., die Abgeordneten ewig Herrschender, die Experten, delegiert von passenden Instituten und Stiftungen? Viele Hunde sind bekanntlich des Hasen Tod.
Oskar und Sahra können da bestimmt ein Lied von singen. Für Katja und Bernd hingegen gilt das nicht, die sorgen schon selbst dafür, den Zuschauer zum Kopfschütteln zu verführen. Und der Heiner? Zum Füßeeinschlafenlassen immer gut zu gebrauchen. Gibt es sonst noch jemanden? Wie könnte ich den Gregor vergessen. Spätestens seit dieser Woche, seit er beim Philosophen Precht über Marx, Karl Bräsiges verbreiten durfte, auch nicht mehr unbedingt als Linker zu gebrauchen.

Marx, war da nicht was neulich? Doch, genau, als sie in Trier zum Geburtstag ein Denkmal gestiftet bekamen. In einer der TV-Sendungen vor dem Schlafengehen des deutschen Michels gab es einen Kommentar einer offensichtlich etwas angeheiterten Dame dazu. Als sie sich dazu zu äußern müssen glaubte, ob Marx in unserer Zeit und zukünftig noch etwas beizusteuern habe, brach sie fast in schallendes Gelächter aus. Nee, da haben wir wirklich nichts mehr zu befürchten., meinte sie. Anderes Beispiel über die Bedeutung von linkem Gedankengut. Dieser Tage begab es sich, dass gegen oder wegen l’Empereur Emanuel die Massen auf die Straßen gingen zu Paris und anderswo. Eine Unverschämtheit gegen die neue, zukunftsheischende Obrigheit hieß es im Kommentar. Wie hieß es genau? Da kämpft ja nur die Eisenbahnbelegschaft um ihre Privilegien. Unstrittig!

Eine Bewegung gegen Medienmanipulation fordert der Galerist. Ich für meinen Teil sehe da schwarz, nicht nur ob der Frage, ob ich das noch erleben werde. Wer soll sich denn da bewegen? Die Massen in den Ohrensesseln vor den (derzeitig nur) ein auf anderthalb Meter großen homecinemas oder vielleicht sogar die Horden von genicksteifen, immer nur nach unten aufs Mäusekino Starrenden, die mit den fliegenden Daumen? Die Menge der Kommentatoren der Rationalgalerie ist so zahlreich ja auch wieder nicht, will auch einfach nicht größer werden, die und Einfluss auf die Bewegung? Na ja! Von den evtl. noch beizuziehenden Lesern der NDS wird sich ein Beitrag zur „Bewegung“ wohl kaum einstellen, und nach einer Kavallerie sieht es jedenfalls auch nicht aus. Die Aussichten sind also - mit Verlaub - recht trübe!


Am 28. Mai 2018 schrieb Lutz Jahoda:

EINSPRUCH, EUER EHREN

In Frau Wagenknechts angeregter
Sammlungsbewegung ist Kritik am gegenwärtigen Mediensystem selbstverständlicher Bestandteil des Ganzen. Dies muss nicht erst hinausposaunt werden, wenn man vor hat, die Massenmedien im Interesse linker Vorhaben zu nutzen.
Frau Wagenknechts rhetorische Präsenz im Bundestag möchte ich nicht missen. Dass die Sammlungsbewegung zum Nutzen aller links Denkenden und Handelnden angelegt ist,
zum Wohle der Partei Die Linke,
haben Sahra Wagenknecht
und Oskar Lafontaine mehrfach deutlich gemacht.
Auch das Internet wird bereits genutzt.
Dies in Zukunft zu verstärken, wird nicht zu umgehen sein.
Möge des Galeristen Anregung hilfreich wirken und meine überspitzte Schlusszeile mit Fragezeichen mir mildernden Umstand zubilligen.

MEINE STIMME
FÜR SAHRA UND OSKAR

Der Weckruf, sich zu sammeln,
erklang zur rechten Zeit.
Wer möchte schon vergammeln
in dieser Wirklichkeit.

Die Botschaft weit zu fächern,
war überlegt gedacht.
Sie kritisch zu durchlöchern,
liest sich, wie schlechtgemacht.

Das Internet zu wählen,
der beiden nächster Schritt.
Wir dürfen darauf zählen,
auch gerne mutig wetten.
Wenn wir die zwei nicht hätten,
wer liefe dann noch mit?


Am 28. Mai 2018 schrieb Antonie Brinkmann:

Hallo Herr Gellermann,
Sahra W. tut schon was und bezieht Interessierte in die Diskussion ein:

Team Sahra
27. Mai · Ausgabe #1 · Im Browser ansehen
Team Sahra ist eine Kampagne von Sahra Wagenknecht für Aufklärung, Widerstand und Veränderung hin zu einer sozialeren und friedlicheren Politik. Du erhältst bei Team Sahra jeden Sonntagabend eine Aktionsmail mit Informationen und Vorschlägen zum Mitmachen.

Mt freundlichen Grüßen


Am 28. Mai 2018 schrieb Des Illusionierter:

@Eva Schwenk:

"Ihre Philippika gegen die Tagesschau ist ja nicht völlig falsch."

Dieser Formulierung entnehme ich, dass Sie Gellermanns „Philippika" für weitgehend falsch halten. Mich würde interessieren, wie Sie zu dieser Einschätzung kommen.

"Aber so ein altes Gesicht sollte vor der Kamera keinen jugendlichen Elan vortäuschen"

Bei so einer Aussage wird mir ganz schlecht! Schauen Sie sich doch mal in der Welt um! Wo ist der jugendliche Elan, auf dessen Wirken Sie sich beziehen? Die meisten Stimmen, in deren Worten Wege in eine bessere Welt aufscheinen, gehören zu "alten Gesichtern", während sich der "jugendliche Elan" ganz überwiegend darauf beschränkt, in der Nomenklatura der Funktionseliten des kapitalistischen Systems einen möglichst einträglichen Platz zu ergattern oder zu ergaunern, denn sie sind ja nicht blöd.


Am 28. Mai 2018 schrieb Karl-Heinz Peil:

Lieber Uli Gellermann,
gegen Medienmanipulation vorzugehen wie von Ihnen vogeschlagen, wäre in der Tat ein richtungsweisender Ansatz. Schließlich gab es ja bereits Ende Januar d.J. den IALANA-Medienkongress in Kassel mit sehr großer Beteiligung - unter Abstinenz der Mainstream-Medien.
Die Problematik einer neuen Sammlungsbewegung sehe ich vor allem darin, dass Sahra Wagenknecht leider nicht in der Lage ist, für Geschlossenheit in ihrem Umfeld zu sorgen, was eine ihrer Hauptaufgaben als Vorsitzende der Bundestagsfraktion wäre. Dieses kann man ihr natürlich nur teilweise zum Vorwurf machen, angesichts der offenbar sehr undurchsichtig gewordenen Grabenkämpfe und Einzelfraktionierungen. Eine neue Sammelbewegung mit daraus sich ergebenden neuen Strukturen kann man aber wohl nur entwickeln, wenn man auf vorhandenen Strukturen aufsetzen kann, als Rückgrat für notwendige Entwicklungen in der Breite. Ohne eine Beendigung der Phantom-Debatte in der Linkspartei über offene Grenzen, Freizügigkeit versus neoliberaler Arbeitsmarkt dürften die Pläne für eine neue Sammlungsbewegung kaum Erfolgschancen haben.


Am 28. Mai 2018 schrieb Ulrike Spurgat:

Danke für die Information, die die Aufhebung der Berufsverbote im Saarland betreffen, doch die Folgen für die Betroffenen sind bleibend, und viele der Betroffenen sind in der Altersarmut gelandet, und einige haben es nicht verkraftet, und sind krank geworden und geblieben. Das Kind war in den Brunnen gefallen, und politische Fehler zählen doppelt, weil sie ungeheuerliche Folgen für die betroffenen Menschen hatten.


Am 28. Mai 2018 schrieb Walter Weber:

Eine Sammlungsbewegung - ähnlich wie La France insoumise - wäre sicher sinnvoll. Aber ich stimme dem Autor zu, dass Veränderungen letztlich nur außerparlamentarisch durchgesetzt werden können.


Am 28. Mai 2018 schrieb Ulrike Spurgat:

Es darf gesammelt werden. Spaltung der gesamtgesellschaftlichen Aufgaben wo man hinguckt. Wie immer auf den Punkt gebracht. Vielen Dank.
Die gesellschaftlichen Verhältnisse spiegeln sich wider, und zeigt die Uneinigkeit in der Prioritätensetzung der "Sammler." Es kann doch nicht um Gruppeninteressen gehen, sondern immer um die ganze Gesellschaft.
Von dem ausgehend was ist, wie die Verhältnisse sind, darum geht es; aber vor allem um die gnadenlose und rücksichtslose Analyse der bestehenden Verhältnisse im Land, und ich bleibe bei der Erkenntnis von vor langer Zeit: "Ohne revolutionäre Theorie, keine revolutionäre Bewegung." (Lenin).
Oskar Lafontaine, politisch dabei gewesen, als es um den Radikalenerlass, also die Berufsverbote von 1972 ging, und Frauen und Männer ihrer beruflichen Existenzen bestohlen wurden, weil sie sich das Recht herausgenommen haben, u.a. Kommunisten zu sein, und heute noch mit den Folgen dieser unwürdigen Politk leben zu müssen, macht mich tief misstrauisch.
Linke sollten sich auf das Wesentliche konzentrieren, und nicht von außen, oder von oben etwas "verordnen" wollen. davon halte ich überhaupt nichts. Es geht um gesellschaftlichen Fortschritt mit menschlicher Entwicklung. Der Stand der Produktionsmittel in der Gesellschaft kann nur der Maßstab für gesellschaftliche Veränderungen sein.
Diese rumwurstelei, diese Anpassung an den Zeitgeist, gerade bei vielen Linken ist gelinde gesagt, zum aus der Haut fahren.
S. Wagenknecht weiß, was Karl Marx uns hinterlassen hat, umso irritierender ist, dass sie mittlerweile eher Ehrhardt aus der Krümelkiste herausholt, als die revoltionären Theorie.
Armut, Arbeitslosigkeit, Alleinerziehende, Obdachlosigkeit, Niedriglohnsektor, katastrophale, menschenunwürdige Zustände in den Pflegeheimen, in den Krankenhäusern, (ich spreche mit langjähriger Berufserfahrung in diesen Bereichen). Tagelöhner, unbegleitete minderjährige geflüchtete Kinder- und Jugendliche. Medien, die mittlerweile den Zeitgeist im Land bestimmen und kontrollieren, und nicht zuletzt der vollgestopfte Bundestag mit seinen 709 Abgeordneten, die mehr als überflüssig sind, und wie die dicke, fette Made im Speck gemütlich auf Kosten der Genannten leben. Und nein, weder O.Lafontaine noch S. Wagenknecht stehen für echte gesamtgesellschaftlichen Interessen und Veränderungen ein, dass haben sie lange verspielt. Für mich völlig unglaubwürdig, weil links immer noch bedeutet, sich für die einzusetzen, die es selber nicht können, denn das war einmal die Hoffnung derer, die sie gewählt haben, denn wenn es konkret wird scheitert die Linke im Bundestag. Als es um die "Ehe für Alle" ging konnte sie mit den Stimmen der Linken und den kleinbürgerlich, russenhassenden (nicht alle) Grünen dieses umsetzen. Es gabe unendlich viele Themen, die die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen im Land verbessern hätten können, wenn man sich die Mehrheiten gesucht hätte, wie es bei der "Ehe für Alle" sehr schnell möglich gewesen ist.
Veränderungen müssen aus den gesellschaftlichen Bedingungen heraus entstehen und aufgegriffen werden; alles andere ist imaginär. Und auszuscheren, und nicht konkret zu verändern wo man steht lässt mehr Fragen als Antworten zu.

Antwort von U. Gellermann:

Lafontaine war auch heftig dabei, als die LINKE sich als einzige Partei im Bundestag gegen Auslandseinsätze wehrte. Und er hat im Saarland die Berufsverbote aufgehoben.


Am 28. Mai 2018 schrieb marie becker:

Wagenknecht als führender Kopf der neuen Bewegung , nur fehlt an ihrer Seite ein jugendlich smarter Typ wie Macron.....
Wenn die beiden sich zusammentäten gäb´s vielleicht eine ähnliche Bewegung wie `en marche ´ für das immer lahmer werdende Europa.

so ganz nebenbei : vielleicht könnte Europa dann auch endlich Russland mit umfassen ( von dort kommt übrigens inzwischen ein sehr sinnvoller Vorschlag den weltwirtschaftlich allein herrschenden US-Dollar abzulösen durch so etwas wie einen Euro-Dollar)

Antwort von U. Gellermann:

Macron versucht in Frankreich gerade alle sozialen Errungenschaften, die sich Arbeiter und Angestellte über Jahre erkämpft haben abzubauen. Smart ist der nur für die Eliten


Am 28. Mai 2018 schrieb Lisa Czymanski:

Eine Sammlungsbewegung sollte Bewegungen sammeln. Bisher versucht man aber nur die Reste von SPD und GRÜNEN aufzusammeln. Sicher auch verdienstvoll. Aber das stärkt doch nur die Parlamentsfixierung.


Am 28. Mai 2018 schrieb Inge Werner:

Ihr Vergleich mit dem Kommunistischen Manifeste ist arg hoch gegriffen. Wagenknecht und Lafontaine sind weit von Marx und Engels entfernt.

Antwort von U. Gellermann:

Inhaltlich sind sie näher dran als manche andere Mitglieder der Linkspartei.


Am 28. Mai 2018 schrieb Eva Schwenk:

Ihre Philippika gegen die Tagesschau ist ja nicht völlig falsch. Aber so ein altes Gesicht sollte vor der Kamera keinen jugendlichen Elan vortäuschen.


Am 28. Mai 2018 schrieb Andreas Schell:

So wahr, was Sie da sagen. Leider ist der Prozess sehr weit fortgeschritten.

Ein politisches Amt zu bekleiden ist aus Sicht des Volk ein Akt der Bereicherung, nicht des Idealismus oder gar des Gemeinnutzens. Schon das Sitzungsgeld kleinster Gemeinderäte erscheint anrüchig, so bald die Straße vor den Anwesen der Würdenträger saniert und deren Beteiligung an den Kosten oder der Zeitpunkt den Wählern und Nichtwählern plötzlich "irgendwie seltsam günstig" erscheinen. Der Generalverdacht gegenüber Politikern ist ein Faktum, belegt durch die Umfrage, welche Berufsgruppen denn nun die vertrauenswürdigsten seien. Platz Eins: unsere nicht-akademische Rettung, d.h. Sanitäter, Feuerwehr, etc. Letzter Platz: Politiker. Da können die Eitlen unter ihnen lang vom Sammeln stammeln - breite Begeisterung kommt in diesem Klima ganz sicher keine auf.

Die Massenmedien arbeiten seit Jahrzehnten an der politischen Verblödung aller Schichten. Besonders betroffen: die "Better People". Warum? Weil "wir" hier im wilden Westen auf Pump ein frei stehendes Haus bauen, ein tolles Auto davor stellen und vom ersten Tag weg von Eigentum sprechen dürfen. Begründet wird das mit der eigenen Leistungsfähigkeit, die wir uns als Kreditwürdigkeit von (ebenfalls nicht vertrauenswürdigen) Bankstern bestätigen lassen. Was es das ist: Raub, gefolgt von lebenslanger System-Sklaverei. Der Schuldendienst ist die profitable (sic!) Beschäftigung mit teilweise absurd Sinnlosem. Das macht vollkommen blind. Fast Food für's Hirn kommt aus der gleichen Kapital-Quelle wie die Beschäftigung, reich an minderwertigen Feindbild-Kalorien, leicht verdaulich und ohne intellektuelle Ballaststoffe: von Spiegel Online, FAZ, SZ, Tagesschau, Heute-Journal und (noch, teilweise drastisch) Blöderen. Zum Nachtisch: Bachelor in Paradise, YouTube, Facebook, GNTM. Zur Befeuerung des Prozesses brennt buchstäblich die Luft, und das nach wie vor mit den letzten fossilen Brennstoffen des Planeten, obwohl klar ist, dass die Energiequelle zusammen mit unserem Planeten angezählt ist.

Da kann man schon mal geistig träge werden, nicht wahr? Der Beginn eines Denkprozesses wird erst die Not sein. Die sehe ich noch immer nicht, denn alle sind satt. Wenn sie kommt, wird sie sich in kleinen Teilen als Kooperation ausprägen. Darauf ist zuletzt zu hoffen.




Am 28. Mai 2018 schrieb Hella-Maria Schier:

Was die Medien betrifft, stimme ich zu. Und es geht fraglos darum, die Menschen in die Entscheidungsprozesse einzubinden. An eine Revolution von oben glaube ich nicht, auch nicht von links, denn für eine fortschrittliche Gesellschaft müssen die Menschen erwachsen werden und das können sie wie ein Teenager nur werden durch Ausprobieren, wozu auch das Lernen aus eigenen Fehlentscheidungen gehört. Gesellschaftliche Idealvorstellungen können nicht gegen den Willen der Bevölkerung von oben durchgesetzt werden, denn das wäre Diktatur und würde den Bürgern nicht den Sinn von Eigenverantwortung vermitteln, so dass sie immer wieder starke Machtfiguren suchen würden, an die sie sich anlehnen können. Mit allen damit verbundenen schlimmen Folgen.
Das Problem vieler Linker ist, dass sie nicht bereit sind, mit Resultaten zu leben, die ihnen nicht gefallen und die Bevölkerung reifen zu lassen, so wie kontrollsüchtige Eltern, die nicht loslassen können. Dazu haben sie aber kein Recht und sollten sich fragen, welches innere Bedürfnis sie antreibt und woher es rührt. Für den Schutz der Menschenrechte gibt es demokratische Verfassungen und Gesetze, die müssen immer wieder geschützt werden, aber sie müssen auch genügen.
Darüber hinaus besteht keine Befugnis, Bürger zu zwingen, eine idealistischere Gesellschaft zu wollen, zumal dahinter meist in Wirklichkeit Bedürfnisse und Machtinteressen von Wenigen stehen. Der Weg zu einer wirklich selbstbestimmten Gesellschaft ist genausowenig glatt und angenehm wie das Heranwachsen eines Teenagers. Es wird dabei nicht immer gut und gerecht für jeden zugehen und die Menschen werden nicht plötzlich zu Engeln. Aber es führt kein Weg daran vorbei. Demokratie ist Learning by Doing, da muss man durch, schliesslich ist eine Menge an jagrhundertealter psychologischer Altlast durch Diktaturen, Kriege und Ausbeutung zu verarbeiten. Das dauert. Aber nur so kann sich irgendwann das Gute durchsetzen und können die Menschen erkennen, was sie wirklich zufrieden macht. Aber waren Diktaturen wirklich humaner? Nein.
Daher muss die Demokratie vor allem verteidigt und erweitert werden.
Ist sie weg, ist alles verloren. Leider ist ein Grossteil auch der Linken dabei, sich von diesem Standpunkt zu entfernen, gerade in Deutschland. Meist mit dem "Argument das sei wichtig als " Schutz vor rechts." Dies ist jedoch ein großer Irrtum und ein Erfolg der Strategie des Establishments.
Mein Eindruck ist, dass es diesem relativ egal sein wird, ob es die Demokratie von rechts oder "links" oder am besten mithilfe derer gegenseitigen Dynamik beseitigt hat, wenn es sie erstmal los ist. Dann nämlich kann es ohnehin machen, was es will. Und so haben wir sowohl die AFD und Seehofer als auch Heiko Maas, der "gegen rechts" ist. Und eine Linke, die sich nicht für die Bevölkerung interessiert, da dieser das Bewusst- sein für die wahren Ziele fehle ... Diese Haltung ist jedoch eine Anmassung, die Politikern eigentlich nicht zusteht, denn sie sind Diener der Bürger, nicht umgekehrt die Bürger ein Mittel zur Verwirklichung ihrer Ideale.
Zu alledem sind gute informierende Medien sehr wichtig. Aber auch der echte Wille zu einer wirklich demokratischen Gesellschaft.
Wir sind jedoch soweit, dass Linke für Angela Merkel auf die Straße gehen und die AFD gegen sie. Bravo. Da freuen sich die PR- Strategen, soll doch jeder Protest gegen Interessen des Establishments als " rechts" betrachtet werden. Damit wer protestiert auch gleich weiss, wo er hingehen muss, nämlich ins Schmutzeckchen.
Schliesslich wäre es ja ohne weiteres möglich gewesen, gleichzeitig gegen AFD und Angela Merkel zu demonstrieren und zwar eigenständig. Indem die Gegen Demonstranten das icht taten, halfen sie den Kräften, gegen die sie angeblich sind.


Am 28. Mai 2018 schrieb Ralf Keller:

Ihr unqualifizierter Angriff auf Oskar Lafontaine und Sarah Wagenknecht schadet den Linken im Land. Die beiden sind einen echte Hoffnung. Sie können nur rumnörgeln.

Antwort von U. Gellermann:

Beide Politiker schätze ich durchaus. Kritik gehört zur Entwicklung von Projekten.


Am 28. Mai 2018 schrieb Georg Moritz:

"eine Bewegung gegen Medienmanipulation" - ja, die braucht es. Da kommt doch die neue DSGVO wunderbar gelegen, um das Internet als Organisationsvehikel auszuschließen.

Ich pfeif drauf. Erstmal willige ich hiermit ein, daß Sie meine persönlichen Daten, wo immer Sie dieser habhaft werden können, in unserem Sinne (was immer das ist) weiterverwenden dürfen. Puh. Da fällt mir ein Datenschutt von der Seele.

Dann fällt mir eine (noch ungezeichnete?) Karikatur ein:

ein Afghane macht sein Handy an und sieht eine Auswahlbox mit Überschrift und zwei Möglichkeiten:

* USAF GDPR COMPLIANCE EUROPE *
( ) we are tracking your phone for better delivery of democratic services. Continue
( ) please shoot me on the battlefield, I won't use this phone any more. Decline

Und drunter steht noch: "a service by google" oder sowas.

Wenn eine solche Bewegung entsteht, wird sie ohne Clicks auskommen.

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