Die Vereinigten Terror-Staaten

Alles nur, um die Welt frei und sicher zu machen

Autor: U. Gellermann
Datum: 16. Juli 2013

Als ich noch in einem dicken Bauch lag, war es ein amerikanischer Soldat - das Ende des zweiten Weltkriegs erlebte meine Mutter auf der Flucht vor dem Bombenkrieg auf dem Land in einer späteren Besatzungszone - der sie und mich mit einem Armee-Auto zu einer Gebärstation fuhr: "Na, Madam, ein Junge für den Führer?", fragte der Fahrer. Für diesen Spott hatte meine Mutter keinen rechten Sinn, ihr drohte eine Fehlgeburt. Der Mann mit dem Jeep schaffte die Gebärende rechtzeitig in ein Krankenhaus. Damals hatten die Amerikaner, gemeinsam mit anderen Alliierten, versteht sich, uns Deutsche von den Nazis befreit. Und, meine Mutter war sich da sicher, auch mein kleines Leben gerettet. Jedenfalls wurde ich kein `Junge für den Führer´. Dafür bin ich den Amerikanern bis heute dankbar. Doch was ist aus den USA, dem Land der Freien und der Befreier, geworden? Eine Macht des globalen Terrors, die sehr schnell nach 1945 das Wort `Freiheit´ nur noch als Vorhang für die Kolonialisierung der Welt benutzte, als dekoratives Beiwerk in der Auseinandersetzung mit der Sowjetunion, wie sie in der 1947 formulierten Doktrin des US-Präsidenten Harry S. Truman aufschimmerte, als er erklärte, die USA hätten künftig den "freien Völkern beizustehen, die sich der angestrebten Unterwerfung durch bewaffnete Minderheiten oder durch äußeren Druck widersetzen".

Noch vor der Truman-Doktrin, sie aber durchaus terroristisch vorwegnehmend, mischten sich die USA gemeinsam mit England bereits 1946 in den griechischen Bürgerkrieg ein: Auf der Seite jener Kräfte, die noch bis jüngst mit Nazi-Deutschland kollaboriert hatten. Dank britischer Truppen und amerikanischer Logistik konnte so die wesentliche Kraft des Widerstands gegen die Nazis besiegt werden. Die Geschichte hält in diesem Fall eine besondere, die Deutschen betreffende Ironie bereit: In der griechischen Guerillabewegung gegen die Wehrmacht hatten auch deutsche Widerständler wie Wolfgang Abendroth und Falk Harnack gekämpft. Nun machten die amerikanischen Befreier Deutschlands gemeinsame Sache mit den Freunden der Nazis von gestern, um diese Bewegung zu liquidieren. An dieser historischen Ungerechtigkeit leidet Griechenland bis heute.

Schnell folgte 1950 der Korea-Krieg, der, unter dem Vorwand des Antikommunismus, eine einst antijapanische koreanische Befreiungsbewegung für den Herrschaftsanspruch der USA in Asien instrumentalisierte und Korea in einen drei Jahre währenden Krieg stürzte. Mich eroberten die USA damals völlig friedlich. Mir gefielen ihre Musik, vom Jazz bis zum Rock´n Roll, ihre wunderbaren Filme und ihr lässiger Stil, der sich so wohltuend vom verdrucksten Deutschland und seiner prätentiösen Obrigkeit unterschied. Völlig stillos fanden die Kubaner 1961 die Bombardierung ihrer Luftabwehrstellungen durch die US Air Force, die Kuba für eine Invasionsarmee reif bomben wollte. Mal wieder ging es angeblich um die Freiheit: Um die `Befreiung´ der Kubaner von einer nationalen Bewegung unter Fidel Castro, die sich gegen den Diktator Batista erhoben hatte, einen Mann, der sich mit Hilfe der amerikanischen Mafia an die Macht geputscht hatte. Erst in der Zeit amerikanischer Bomben wandte sich der aus bürgerlichem Milieu stammende Castro der Sowjetunion zu. Es sollte nicht das letzte sonderbare Ergebnis im amerikanischen Kampf für "Freiheit und Demokratie" sein.

Brav lauschte ich 1964 in der Berufsschule der Erklärung des amerikanischen Bombardements in Laos als "notwendiger Verteidigung der Freiheit". Im Gefolge dieses ersten Angriffs wurden in den nächsten Jahren in Laos pro Einwohner etwa 2,5 Tonnen Sprengsätze abgeworfen. Bis heute haben die USA keine Reparationszahlungen an das kleine Land und seine geplagte Zivilbevölkerung geleistet. Hat mich in dieser Zeit die Nachricht über den Tonkin-Zwischenfall in meiner Lieblings-Jazz-Kneipe erreicht? Hat er mich überhaupt erreicht? Jedenfalls weiß man heute, dass dieser Zwischenfall, der das offene amerikanische Eingreifen in Vietnam begründen sollte, nie stattgefunden hat. Nicht vietnamesische Schnellboote hatten einen amerikanischen Zerstörer angegriffen, sondern umgekehrt. Für diese Fälschung war die NSA zuständig. Richtig, jener Geheimdienst, der heute seine Finger in unsere Computer steckt und sein Ohr an unsere Telefone hält. Und wir haben von der Wahrheit im Golf von Tonkin nur erfahren, weil der mutige Pentagon-Mitarbeiter Daniel Ellsberg damals die betreffenden Papiere der Öffentlichkeit übergeben hatte. Ellsberg sagt heute: "Snowdens Whistleblowing gibt uns die Chance, etwas zurückzudrängen, was gleichbedeutend mit einem Putsch der Regierung gegen die US-Verfassung ist." Und er rät Edward Snowden dringend davon ab, in die USA zurückzukehren, ihm drohe dort zumindest lebenslange Haft.

Nach oder auch parallel zum Vietnamkrieg waren die USA 1965 mit 42.000 Marines zu Besuch in der Dominikanischen Republik, bombardierten sie im selben Jahr mal eben Kambodscha, initiierten 1977 einen zehn Jahre andauernden Bürgerkrieg in El Salvador, finanzierten den Krieg der Contras gegen eine gewählte Regierung in Nicaragua, überfielen das kleine Grenada und `befreiten´ in dieser Zeit eine Reihe von lateinamerikanischen Bürgern von der Qual der Wahl, in dem sie Militärdiktaturen in deren Ländern errichteten. Prominentestes Beispiel war der 1964 vom CIA organisierte Militärputsch in Brasilien, der den Brasilianern eine schöne, diktatorische Friedhofsruhe bis ins Jahr 1982 bescherte. Im Namen der Freiheit, versteht sich.

Ziemlich pünktlich nach der Auflösung der Sowjetunion, mit der den USA ein guter, alles Mögliche legitimierender Feind verloren ging, begann der Kampf gegen den islamischen Terror. Ein neuer Feind war geboren. Dass die USA - als sie den gegen das laizistische Regime in Afghanistan kämpfenden, fanatisch religiösen Mudschahidin Geld und Waffen in die Hand drückten - dem islamischen Terrorismus ein freundlicher Geburtshelfer waren, ist ein übler Scherz der Geschichte. Wenn man dazu weiß, dass die amerikanische Administration für mehrere Millionen Dollar Lehrbücher produzierte, in denen der Dschihad, der heilige Krieg, propagiert wurde, bleibt das Lachen über diesen Witz in der Kehle stecken.

Der amerikanische Vize-König, Joe Biden, hat dem deutschen Innenminister die Hand gedrückt als der mal fragen wollte, wie das denn so sei, mit dem Abhören. Man war sich ziemlich einig, dass Abhören schon sein muss. Wegen der Sicherheit und der Freiheit. Parallel zum Nicht-Austausch von Informationen über den Terror des Geheimdienstes laufen europäisch-amerikanische Verhandlungen über ein "Frei"-Handels-Abkommen. Das "Transatlantische Freihandelsabkommen" wird von der Regierung der USA und den Kräften in der Europäischen Union gefördert, die an den Profiten aus der Globalisierung ein vitales Interesse haben. Mit gutem Grund nennt man die künftige Freihandelszone auch "Wirtschafts-NATO". Das Abkommen soll "Vorschriften abbauen". Dahinter verbirgt sich der Abbau von Umweltauflagen, von gesundheitlichen Vorschriften und somit Qualitätseinbußen für unsere Umwelt und unser Leben. Vielleicht lassen sich ja auch die ohnehin schwachen deutschen Datenschutz-Vorschriften weiter abbauen. Denn die Europäer haben den Schutz ihrer Daten bisher nicht in die Verhandlungsmasse eingebracht.

Manchmal, wenn ich mir statt Abendbrot Gedanken mache, frage ich mich, wozu mich die Amerikaner eigentlich befreit haben. Ihr Interesse an der Freiheit der Völker hat ebenso rapide nachgelassen wie ihre Neigung gewachsen ist, die Freiheit meiner informationellen Selbstbestimmung abzuschaffen. Immerhin bin ich kein `Junge für den Führer´ geworden. Auch sonst ist meine Lust geführt zu werden sehr gering. Ganz sicher will ich nicht an der Nase herumgeführt werden. Von einer Macht, die seit Jahrzehnten andere Länder und Völker terrorisiert, und unter dem Deckmantel des `Kampfes gegen den Terror´ unsere ohnehin begrenzte Freiheit ihrem Regime unterwerfen will.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 25. Juli 2013 schrieb Jutta Schröder:

Ein danke an herrn u. gellermann,
ich lese gern ihre beiträge und gebe sie an freunde weiter. habe am 22. juli 2013 den beitrag (ard) töten bei joystick gesehen der mich in wut brachte danach konnte ich nicht schlafen, denn so groß war meine empörung. ich möchte gern ihre meinung dazu, vielleicht fällt ihnen etwas dazu ein.

Antwort von U. Gellermann:

Für das freundliche Lob einen herzlichen Dank.

Die Sendung auf ARD habe ich mir nachträglich in der ARD-Mediathek angesehen: Ein selten guter Beitrag für deutsche Medien, wohl deshalb auch erst 20.50 Uhr. - Meine Haltung zur Tötung ohne Verfahren habe ich hie und da in meinen de Maizière-Artikeln und Obama-Artikeln artikuliert. Das ist "unser Mann" für Drohnen und Auslandseinsätze. Kennzeichnend für die deutsche Debatte ist es, dass die Haltung des Ministers in der Auslandseinsatzfrage kaum kritisiert wird. Und zu seinen Drohnenwünschen fällt dem Mainstream nur eins ein: Was hat er wann erfahren, nicht: Wir wollen keine Drohnen, sie sind verfassungswidrig.

Für den TV-Tipp bedanke ich mich sehr. Zum Thema hier ein Link auf meine Site:

http://www.rationalgalerie.de/archiv/index_1_662.html


Am 24. Juli 2013 schrieb Peter A. Weber:


Feindbilder – das Spiel mit dem Schwarzen Peter
Ja, ich kann Uli Gellermann gut verstehen mit seinen zwiespältigen Gefühlen, die zwischen Dankbarkeit und Verachtung schwanken. Mir hat zwar kein GI das Leben gerettet, aber die erste Schokolade aus der Dose spendiert und die erste Eiscremetüte konnte ich auf einer Airbase genießen. Damit war die Basis für jahrelanges Wohlwollen gegenüber Amiland gelegt. Bis meine Schwester an einen Texas-Cowboy geriet, ihn heiratete und sie dann später sitzen ließ. Von da an ging es abwärts mit den Sympathiewerten. Anfangs glaubte ich in meiner grenzenlosen Naivität noch zu Beginn des Vietnamkrieges an die Verteidigung der Demokratie gegen üble Kommunisten, die kurz vor dem Einmarsch in Deutschland standen und ließ mich von der westlichen Kriegspropaganda beeindrucken. Erst als ich merkte, daß meine musikalischen Vorbilder und Lieblinge aus der amerikanischen Folkszene ganz anderer Meinung waren, kam ich ins Grübeln. Irgendwie habe ich dann doch noch den Dreh geschafft, die Dinge aus menschlicher Sicht zu betrachten.
Die Idole der Jugend sind lange verloren gegangen – geeignete Nachfolger in Form von Vorbildern sind Mangelware geworden: bei den Nationen sowie beim dazugehörigen Personal. Da muß ich schon in die Vergangenheit flüchten, wenn ich noch auf Menschen mit Ecken und Kanten stoßen will. Es ist ein hartes Brot, wenn man sich selbst zur letzten Bastion aufbauen muß und auf der Suche nach den wenigen Gleichgesinnten ist. Augen zu und durch, das ist jetzt die Devise – egal, was die anderen denken.
Genau wie in der großen Politik läuft es auch im Kleinen mit den Feindbildern. Den westlichen Imperialisten ist der Buhmann und von allen Wandflächen grinsende Teufel des Sowjet-Kommunismus abhanden gekommen. Gorbatschow steht in den USA daher nicht hoch im Kurs. Wir in Deutschland können uns – zumindest nicht mehr allzu öffentlich – an den Juden abreagieren. Den Protestanten kann man, wie noch zu meiner Kinderzeit erlebt, auch nicht mehr an den Kragen. Zuletzt blieb mir nicht mehr viel als Angriffsfläche. Gottseidank haben sie dann die Gastarbeiter ins Land gelassen, und als die muslimischen Türken die Überhand gewannen, konnten wir wieder zu alter Stärke zurückfinden. Denn eigentlich ist nichts leichter, als sich einen Schwarzen Peter zu basteln. Ohne Sündenböcke ist das öffentliche Leben einfach fad, öde und leer. Insofern kann man mit Fug und Recht behaupten, daß in Deutschland wieder Leben eingekehrt ist.
Auch die Lebensgrundlage des Kapitalismus funktioniert nicht ohne ordentliche Feindbilder. Wem soll man denn die ganzen Arbeitsplätze schaffenden Waffenarsenale verkaufen, wenn die Menschen sich alle gegenseitig liebten? Wo kämen wir da hin? Der raffiniert aufgebaute islamistische Terror ist eine grandiose Geschäftsidee, die beste seit Joseph McCarthys Kommunistenhatz und Ronald Reagans "Reich des Bösen". Was ich allerdings bis heute noch nicht begriffen habe, ist die Eliminierung von Osama Bin Laden, mit der sich die einschlägige Industrie Umsatzeinbrüche eingehandelt haben muß. Wer zum Teufel kam bloß auf die abstruse Idee, einen Goldesel zu schlachten?
Da bin ich doch mal gespannt, was passiert, wenn meine grandiose Idee aufgegriffen wird, die 72 Jungfrauen über die Klinge springen zu lassen. Wer tritt dann die Nachfolge des sog. islamistischen Terrorismus an? Vielleicht die Konsumkritiker als Erbfeinde der demokratischen Grundordnung, die eine subversive und geschäftsschädigende Kraft gegen das System bilden?


Am 18. Juli 2013 schrieb Lutz Renner:

Auch dieser Artikel ist, wie fast jeder, ein sprachliches und intellektuelles Vergnügen. Nur eine Bemerkung. Natürlich zwingt der Platzmangel zum Weglassen und Verdichten, sonst wäre die Liste der US-amerikanischen Verbrechen viel zu lang. Und dennoch: Eines verdiente einen Platz in Ihrer Aufzählung. Der 11.9. Nein, nein, nicht der von New York, sondern der von Santiago de Chile, schon 1973. Für uns war das damals eine schmerzhafte Zäsur, weil nicht einmal die Atommacht Sowjetunion den Weltterroristen stoppen konnte und tausendfacher Mord die Folge war. Damals haben die USA in einer stabilen bürgerlichen Demokratie ihre eigenen Demokratieregeln blutig erwürgt. Und das war ein Nachkriegssündenfall wie dereinst Spanien 1936.

Antwort von U. Gellermann:

Sie machen mich schmerzlich auf ein Versäumnis aufmerksam: Natürlich hätte der, von der CIA gesteuerte und finanzierte, Chile-Putsch in die Aufzählung gehört: Zumal das Allende-Chile ein erster Versuch der internationalen Linken war, über Wahlen eine Systemänderung herbeizuführen. Die brutale Niederlage - wer wird sich nicht, stellvertretend für die vielen anderen Opfer, an den Foltertod des Musikers Victor Jara erinnern - hat die Linke um Jahrzehnte zurückgeworfen. Für Ihre Erinnerung bedanke ich mich sehr.


Am 17. Juli 2013 schrieb Marina Fischer:

Zu der von Herrn Blomert aufgeworfenen Frage zum "westlichen Wertekanon" kann gesagt werden: Es gibt ihn nicht, außer als Camouflage.


Am 17. Juli 2013 schrieb Reinhard Blomert:

Die USA sind an Freiheit interessiert -
für ihre Produkte und Kapitalinvestitionen, nicht aber an Gleichheit
oder sozialer Gerechtigkeit (Bacevich).
Worin besteht also der "westliche Wertekanon" eigentlich?


Am 16. Juli 2013 schrieb Armin Gröpler:

Gerade las ich den neuen Artikel in der Rationalgalerie und war regelrecht überwältigt von der Summe amerikanischer Umtriebe, die mir als in der DDR Aufgewachsener weniger im Bewußtsein war. Danke für das hohe Aufklärungspotential Deiner Arbeiten und liebe Grüße!


Am 16. Juli 2013 schrieb Lena Matern:

Die sehr persönliche Herangehensweise mag ja poetisch sei, verwischt aber die Konturen des amerikanischen Imperialismus.


Am 16. Juli 2013 schrieb Georg Bach:

Bei der allgemeinen Aufregung um die US-amerikanischen Datenfetischisten und ihre deutschen Nachsammler habe ich immer mal wieder einen Lachanfall gekriegt. So, als unsere Große Kanzlerin meinte, man könne die heutige Schnüffelei doch nicht mit der der Stasi vergleichen. Weil es natürlich genau andersherum ist, als sie uns einreden will: Es ist in Wirklichkeit nämlich viel schlimmer. Was die NSA und damit der BND gesammelt haben - und weiter sammeln, bitte schön! - ist schon aufgrund der heutigen technischen Möglichkeiten überhaupt nicht damit zu vergleichen, was die MfS-Sammelwut überhaupt zusammenbringen konnte. Und wer da meint, CIA, MI5 oder BND seien gewissermaßen "Geheimdienste mit menschlichem Antlitz", glaubt ja wohl auch, sie würden ernsthaft der parlamentarischen Kontrolle eines "Rechtsstaats" unterworfen sein.
Ein weiterer Lachanfall suchte mich heim, als der "Große Friedrich" aus Oberfranken nach seinem Besuch in den USA im Fernsehen verkündete, "der US-Geheimdienst NSA habe dank Programmen wie `Prism´ nach eigenen Angaben weltweit 45 Anschläge verhindert, davon 25 in Europa und fünf in Deutschland ?" "Nach eigenen Angaben" - da konnte ich eigentlich schon nicht mehr, und dann habe ich in der deutschen Ausgabe des "Wall Street Journal" - ausgerechnet! - weiter gelesen: "Mit `Prism´ könnten weltweite Kommunikationsdaten "gezielt nach Begriffen wie Terrorismus" durchsucht werden, versuchte Friedrich "die Vorteile zu beschreiben." Für wie blöd hält uns der Mann eigentlich? Meint er wirklich, da würden irgendwelche Böslinge eine Mail mit dem "Betreff: Terrorismus" schreiben? Etwa so: "Hallo, wir treffen uns morgen früh vor dem Innenministerium. Vergiss die Molotowcocktails nicht!"?
Wahrscheinlich gehen die "Auswerter" aber wirklich so vor. Deshalb gehört wohl auch die Dingfestmachung der sogenannten Sauerland-Gruppe zu den erwähnten Erfolgen. Das waren aber ganz offensichtlich armselige Dilettanten, wirkliche Terroristen würden kaum so dämlich vorgehen. Die Amis wissen doch am besten, wie´s geht. Im Zweiten Weltkrieg haben sie für den Sprechfunk ihrer Pazifikflotte Navajoindianer eingesetzt, weil sie wußten, hinter die Sprache kommen die Japaner nie und nimmer, die verstehen nur die Navajos selbst. Und wenn es die heutigen Terrororganisatoren wirklich gibt, meint man wirklich, die seien blöder als die Marine-Commanders vor siebzig Jahren?
Mein schlimmster Lachanfall aber war der, der mir das Lachen eigentlich hätte in den Hals zurückstopfen sollen. Man spricht bei den anfallenden Datenmengen mittlerweile von Yottabytes, das sind 10 hoch 24 Bytes, ich will das gar nicht ausführen, aber sollten Menschen allein das alles lesen, wären sie wohl noch ein paar Millionen Jahre nach dem Untergang der Milchstraße nicht fertig. Deshalb muß die Maschine ran, und das, wovon unser innerministerieller IT-Kenner redete, nennt man dort einen Filter. Superrechner suchen nach Stichwörtern, Algorithmen und Datenmustern, von denen ihre Schöpfer meinen, sie würden auf Gefährliches schließen lassen. Aber wie ich schon sagte: Für wie doof halten die ihre Gegner? Und daß sie bisher nichts weiter als ein paar armselige "Gruppen" gefaßt haben, zeigt doch nur, wie wenig sie wirklich erreichen.
Ich wünschte mir, es möge sich eine Mathematikergruppe daransetzen, die Wahrscheinlichkeiten mit und ohne Überwachung zu vergleichen. Ich bin sicher, die würden sich wenig unterscheiden.


Am 16. Juli 2013 schrieb Gebhard Reitz:

selten einen Artikel gelesen, der derartig unmißverständlich die wahren Dinge darstellt.
Vermutlich sind wir auch ziemlich gleichaltrig, daher kommt mir das Alles auch so bekannt vor.

Ein wichtiges Detail haben Sie allerdings nicht erwähnt:

Diese paranoiden Militärs der USA waren die ersten und einzigen die es auf diesem Planeten fertiggebracht haben, die Atombombe gegen Zivilisten einzusetzen!!!
Aber allem Anschein nach haben dieses Grauen alle vergessen.


Am 16. Juli 2013 schrieb Hannes Cybulla:

Auch wenn Sie das Wort nicht benutz wollen, es heißt "Imperialismus".

Dran bleiben...

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