Aufstehen! Bewegen!

Dialog zur Sammlung der Kräfte

Autor: U. Gellermann
Datum: 27. September 2018

Die linken Medienstars Sarah Wagenknecht und Oskar Lafontaine trugen sich schon lange mit der Idee einer neuen „Sammlungsbewegung“. Diese Bewegung hat – dank mehrerer Seiten im SPIEGEL zum Start und einem erheblichen Medien-Echo von der TAGESSCHAU bis zu vielen Blättern in der Provinz – eine kräftige Resonanz in der deutschen Öffentlichkeit. Seit die Website AUFSTEHEN! der neuen politischen Initiative im Netz präsent ist, wächst die Zahl ihrer Anhänger. Inzwischen sollen sich mehr als 150.000 Follower eingefunden haben. Und es wächst die Neugier auf das, was AUFSTEHEN! bezwecken soll und kann.

Wer dem Namen „Sammlungsbewegung“ folgt, ist auf der Spur: Politische und soziale Bewegungen sollen mit der Flagge von AUFSTEHEN! gesammelt und zur vereinten politischen Kraft gebündelt werden. Zu diesem Thema wollen wir mit drei Vertretern unterschiedlicher Bewegungen einen öffentlichen Dialog führen. Mit Kurt Jotter, der auf unserem Podium für die aktuelle Mieterbewegung steht, mit Pedram Shahyar aus der Friedensbewegung und Harri Grünberg, einem Erst-Unterstützer von AUFSTEHEN! werden wir im Gespräch klären, in welcher Beziehung sich die Bewegungen zur Sammlungsbewegung sehen und welche Perspektive man gemeinsam haben könnte.

Kurt Jotter, neben Studium der Soziologie, Publizistik und Theaterwissenschaften in den 70er und 80er Jahren in den unterschiedlichsten politischen, sozialen,  ökologischen und kulturellen Bewegungen tätig, unter anderem in der Berliner Hausbesetzer-Bewegung. Ursprünglich gestalterischer Schwerpunkt politischer Plakate, dann politische Aktionskunst als "Realmontage im Öffentlichen Raum“. Er gründete mit Barbara Petersen 1987 das "Büro für ungewöhnliche Maßnahmen", das von Anfang an als Kreativ-Agentur mit fast allen Bewegungsteilen/Initiativen zusammenarbeitete. Sichtlicher Ausdruck war bereits im Gründungs-Jahr die "B-750-Parade"  mit Tausenden von DarstellerInnen und Zehntausenden ZuschauerInnen - aus dem Vollen einer damals sehr großen Gesamt-Bewegung geschöpft. Seit 2015 hat er wieder in Berlin seine Arbeit im Kontext des „Büro für ungewöhnliche Maßnahmen" aufgenommen - mit dem Schwerpunkt Mieten-Wahnsinn. Er hat an den meisten größeren und vernetzten Ereignissen der letzten Zeit mitgewirkt.“

Pedram Shahyar ist im Iran geboren, wo seine Eltern das Land in den 80er nach der Verfolgung durch Islamisten verlassen haben und als Flüchtlinge nach Deutschland kamen. In den 90ern war er aktiv in der radikal-sozialistischen Gruppe „Linksruck“, bevor er sich in den 2000er Jahren der globalisierungskritischen Bewegung anschloss und in Attac Deutschland mehrere Jahre der bundesweiten Koordinierung angehörte. Nach dem arabischen Frühling besuchte er als Blogger mehrmals Kairo und andere Schauplätze globaler Platzbesetzungen (Madrid, Istanbul und Paris). In den letzten Jahren ist er insbesondere in der neuen Friedensbewegung aktiv und war bis 2017 Mitarbeiter von KenFm.

Harri Grünberg wurde in einem Lager für Displaced Persons, für jüdische Überlebende des Holocaust, in Feldafing/Wolfratshausen geboren. Er leistete seinen Militärdienst in Israel unter Ariel Sharon während des Yom-Kippur-Krieges. Grünberg war Gründungsmitglied der Grünen in Frankfurt Main und 1990 Gründungsmitglied der Linken Liste PDS in Hessen. Heute ist er Mitglied des Parteivorstandes der LINKEN. Harri Grünberg ist ausserdem Erstunterzeichner bei der Sammlungsbewegung AUFSTEHEN.

Der Dialog wird am 16.Oktober um 20.30 Uhr
im Berliner Buchhändlerkeller präsentiert werden.
Natürlich geht es auch um einen Dialog mit dem Publikum.
Die Veranstaltung wird vom Publizisten Uli Gellermann moderiert.

Der Buchhändlerkeller ist in
10623 Berlin-Charlottenburg auf der Carmerstraße 1.

DIE VERANSTALTUNG WIRD FÜR YouTube AUFGEZEICHNET


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 28. September 2018 schrieb Michael Kohle:

Und Gellermann schreibt: "Frau Wagenknecht ist nicht die Veranstalterin des Dialogs. Die wesentlichen politischen Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte kamen nicht aus der Parlamenten sondern aus den sozialen Bewegungen.“

Habe ich da wirklich jahrzehntelang was verpasst? Vielleicht! Wenn sie mir nur einfallen täten, die sozialen Bewegungen ebenso wie deren wesentliche Erkenntnisse. Soviel von mir zum zweiten Satz. Ob man mir meine Prädemenz durchgehen lässt?. Der erste Satz ist es, der mir mehr zu denken gibt. Mehr noch der erste Absatz in der Ankündigung der Veranstaltung „Dialog zur Sammlung der Kräfte". Ach was, die ganzen Zeilen, ohne Abstriche. Überhaupt, der Kloss in meinem Hals lauert schon seit Ende August. Da durfte jenes Vorstandsmitglied der Linken, das demnächst beim Dialog wieder auf der Bühne sitzen wird, in der Galerie auch schon mit einer echten ejaculatio praecox ungefragt seine Meinung abdrücken.

Da braucht es nicht einmal jenen dem Kommentator Mädler Magendrücken verursachenden Hintergrund des offensichtlich ohne Auftrag Handelnden. Wie beim Hase und Igel Spiel „Ick bin all hier". Noch gar nicht so lange her, da gab es mal einen exterritorialen Experten für Terrorismusbekämpfung und Nachrichtendienste beispielsweise, der gerade noch rechtzeitig einem Weihnachtsmarkt im Fadenkreuz entfliehen konnte. Um dann doch noch - kurz nach dem Ereignis - dem dort vor Ort schwadronierenden Kamerateam der Macht um Acht in die Hände zu fallen und seine Expertise zum Einsatz bringen. Nein, nein! Alles Zufall! So wie auch der - pardon - Quoten-Iraner. Ob der sich gelegentlich mit Golineh A. über ihr identisches Schicksal inkl. Kinderlandverschickung austauscht?

Gehe doch davon aus, dass die Initiatorin der Sammlungsbewegung Sahra W. vorab kontaktiert wurde, bevor der Termin für den „Dialog" festgeklopft wurde? Ob er ihr konvenieren würde z.B.? Was hat sie denn so geäußert dazu? Hat sie nicht? Konnte sie nicht, wollte sie nicht? Hoppla!

P.S.
Daumen hoch für Otto Bismarck! Kann ihm sehr wohl mitfühlen mit dem was er heuer so von sich gibt. Hat er doch so recht, wenn er sich darüber auslässt, dass sich die Lage für linke Denkansätze hoffnungslos und alles andere als unernst darstellt. Da braucht´s wahrlich keiner Grundsatzdiskussionen und schon gar keiner Profilierungssucht. Falls hier der eine oder andere Probleme mit der Kindheit und/oder der Jugend hinsichtlich der Sozialisation im Arbeiter- und Bauernstaat haben sollte, meine Empfehlung: die können auf der Couch behandelt werden, aber nicht hier.

Der Bismarck´schen Literaturempfehlung kann ich nur beipflichten, auch wenn es mir dabei den Magen herumdreht. Am Beispiel des Machwerks und seines Autor lässt sich erkennen, wo der „Feind" wirklich steht. Und der marschiert durch, wenn nicht bald was Konkretes dem entgegen gehalten wird. Der namentlich genannte Abkömmling uralten - mindestens bis zum Dreißigjährigen Krieg nachspürbaren - „Adelsgeschlechtes" derer zu Bieberstein hat längst Witterung aufgenommen, dass sich im transatlantischen Wams ganz vortrefflich wieder Ruhm und Ehre, Glanz und Gloria einholen, wiederherstellen lässt. Zusammen mit Vetter Matern natürlich, Mitglied im Hohen Hause. Übrigens: kurz vor Beginn ihrer Karrieren wurde dann doch fürsorglich erst einmal das gehakte Kreuz auf Opas oder Uropas Grab weggespitzt - anno 2000, doch schon. Hätte ja jemand auf dumme Gedanken kommen können.

Antwort von U. Gellermann:

Mit Frau Wagenknecht wurde nix und gar ix abgesprochen. - Erkenntnisse aus sozialen Bewegungen: Die 35-Stundenwoche, sie Enteignung des Springer Konzerns, die Abschaffung der AKW´s, die Abrüstung, z.B.


Am 28. September 2018 schrieb Brigitte Mensah-Attoh:

Ach wäre ich doch nicht ganz so weit - wie gerne wäre ich mit dabei -
im Buchhändlerkeller in Berlin-Charlottenburg!
- na wenigstens kann man das Event auf YOUTUBE miterleben!

Stephane Hessels Aufforderung "Engagiert Euch!"
Der Resignation wird hier gerade etwas STARKES entgegen gesetzt,
eine Initiative, die anscheinend viele Menschen anspricht. Denn sonst hätte sie nicht diesen gewaltigen Zulauf!

Derzeit wird "Engagiert Euch" mit Leben gefüllt und umgesetzt -
von Leuten wie Sahra Wagenknecht und Oscar Lafontaine...

SAMMELN heißt SAMMELN und NIEMALS SPALTEN!
DENKT POSITIV: HELFT UMZUGESTALTEN! (Lutz Jahoda)


Am 28. September 2018 schrieb Heidi Brühns:

https://www.unteilbar.org/aufruf/unterzeichnende/

Hier formiert sich bereits die Gegenbewegung "unteilbar" zu "aufstehen" und wahrscheinlich mit höherer Schlagkraft,mit einem Aufruf zur Demo am 13.Oktober.
Ich hätte mir solch eine Aktion auch von "aufstehen" gewünscht für
-Menscherecht auf Frieden
-Menschenrecht auf bezahlbaren Wohnraum
-Menschenrecht auf Wasser
-keine Militäreinsätze
-weg mit Hartz4
-weg mit Lobbyisten als Gesetzestextschreiber
-weg mit unfairen Handelabkommen

Irgendwie bin ich ratlos

Antwort von U. Gellermann:

Dieser Aufruf ist schnell zu begreifen, wenn man einige Unterzeichner des Papiers aus der Linkspartei liest: Namen wie Bernd Riexinger ( Parteivorsitzender DIE LINKE) oder Katja Kipping ( Parteivorsitzende DIE LINKE) und Klaus Lederer (Kultursenator Berlin) markieren den Anti-Wagenknecht-Flügel der LINKEN und orientieren mit ihrem Aufruf sowohl auf „offene Grenzen“ als auch auf die weitere Spaltung der Linkspartei. Natürlich können und wollen die Initiatoren keine Vorschläge zur Lösung der Massenflucht machen. Statt dessen entdeckt man bei den Unterzeichnern des Aufrufs Jürgen Trittin, der als Grünen-Fraktionschef schon mal gewarnt hat „der Umgang der Regierung mit dem Afghanistan-Einsatz könnte dazu führen, dass die Mission nicht verlängert wird“. So drückt sich der Aufruf dann logisch vor den Worten „Krieg“, „Rüstung“ und „Auslandseinsätzen“, drückt sich also davor die Ursachen für Flucht und Migration beim Namen zu nennen.


Am 28. September 2018 schrieb Albrecht Storz:

Volle Zustimmung dass die Linke nie etwas reissen wird, wenn man sich ständig auseinander dividiert.

Leider kann sich jeder "links" nennen oder sich sogar für "links" halten. Die kritische Auseinandersetzung mit in die Diskussion eingebrachten Standpunkten wird also nicht vermeidbar sein. Und wenn jemand einen Standpunkt einbringt, der offensichtlich nichts anderes bewirken kann als jede (Massen-)Bewegung zu verhindern, oder die Ziele oder deren jeweilige aktuelle Wichtigkeit vernebelt, mit Querfront- oder Verschwörungstheorie-Gekreische von Rationalität auf Massenpsychose umzuschalten versucht, muss man sich dagegen wehren, finde ich.
Ich kann bisher nicht so recht erkennen, was AUFSTEHEN ist, aber besser als sitzenbleiben ist das wohl doch allemal (abgesehen von bestallten Sesselsitzern, Aufsichtsräten, Politprominenz, ..., die natürlich eine tiefverwurzelte Scheu gegen das Aufstehen haben und deshalb ihre Büttel dagegen überall ins Feld führen).

Antwort von U. Gellermann:

Der Dialog zwischen den Bewegungen und der Initiative AUFSTEHEN dient auch der Verifizierung der Standpunkte und Perspektiven.


Am 28. September 2018 schrieb Bärbel Herling:

Otto Bismark, jede Zeile Ihres Kommentars unterschreibe ich.
Wenn wir erst die Differenzen bis zum Sankt Nimmerleinstag diskutieren, wird aus Aufstehen nie was.
Genau diese Verhaltensweise hat uns dahin geführt, wo uns die Politik jetzt hat. Der Nasenring, den uns die Kapitalistenkaste verpasst hat, muss weg.


Am 28. September 2018 schrieb Thomas Nippe:

Lieber Uli, die unterschiedlichen Äußerungen und Kommentare stimmen mich sehr nachdenklich. Mein Eindruck ist, daß "links" eine ausgesprochene Angst vor jeder intellektuell-theoretischen Auseinandersetzung mit der eigenen Welt anschauung und Überzeugung besteht. Die Beschäftignung mit marxschem Denken (nicht marxistisch) scheint völlig obsolet und verpönt zu sein. Du zitierst Gramsci: „Der Ort der Wahrheit ist die Praxis". Voll zu unterschreiben. Aber deswegen hörte Gramsci nicht auf zu denken. Zum Schluß ein Zitat von Pierre Boudieu: "Die größte Ideologie ist die Ideologie keine Ideologie zu haben."

Antwort von U. Gellermann:

Natürlich hat jeder eine Ideologie (Weltanschauung). Und jeder, der den Begriff Ideologie als Vorwurf begreift, will oder kann nur die seine nicht offenlegen.


Am 28. September 2018 schrieb Kai Herrmann :

Ich finde es sehr gut, dass Gellermann diese Veranstaltung zu und mit Bewegungen plant. Wenn in diesem Land überhaupt was zu ändern ist dann mit außerparlamentarischen Bewegungen. Und auch die Idee der Vernetzung ist genau richtig. Danke für die Initiative. Ich bin auf alle Fälle am 16.Oktober
im Berliner Buchhändlerkeller!


Am 28. September 2018 schrieb Jule Werner:

Ich bin dem Buchhändlerkeller sehr dankbar dass er eine Informations-Veranstaltung zum Thema #Aufstehen und Bewegungen machen wird. Das aufgeregte Geschwätz über die Leute auf dem Podium ist mir unverständlich.


Am 28. September 2018 schrieb Heinz Schneider:

Es geht nicht um Solidarität für einige durch offene Grenzen, sondern um eine grenzüberschreitende Solidarität für alle.

Heute haben wir "Wahl" zwischen einem asozialen Liberalismus und einem rassistischen Nationalismus. Beide betreiben Demokratieabbau.

Die soziale Demokratie ist gerade heimatlos, Aufstehen will das Ändern.

So wenig wäre schon so viel.


Am 28. September 2018 schrieb Otto Bismark:

Ach, wie weh das tut. Natürlich weiß ich nicht, welcher Coleur die Diskutanten hier eigentlich sind, aber es ist wie immer. Schlagt nur ordentlich aufeinander ein! Können wir Deutsche uns in einer Zeit, in der die Politik nachgewiesenermaßen von als zurechnungsunfähig anzusehenden Personen gemacht wird nicht mal vorurteilslos zusammenfinden? Um zu beratschlagen, wie wir aus der Nummer wieder herauskommen? Bevor zum großen Halali geblasen wird? Wers noch immer nicht begriffen hat, dem empfehle ich zur Lektüre "Christoph von Marschall - Wir verstehen die Welt nicht mehr", Herder Verlag. Das Machwerk eines mit Steuermitteln finanzierten Lohnschreibers, dessen Anliegen es ist, unser Volk kriegsreif zu agitieren. Es läuft einem kalt den Buckel herunter, wenn man liest, mit welcher Nonchalance da über existenzielle Fragen von Krieg und Frieden fabuliert wird, nur um das Verdammenswerte wieder alltäglich und möglich zu machen! Nein, ich kann nicht mehr nachvollziehen, wenn hier in den Leserbriefen die eigenen Befindlichkeiten und Einstellungen vor die Sache gerückt werden! Aber die Geschichte zeigt, das dies schon immer unser Problem war und anscheinend wird sich daran wohl auch nichts mehr ändern. Schade nur um all die, die sich noch (vergeblich?) bemühen, so wie der Galerist, wie auch Wagenknecht, Lafontaine und noch etliche andere. Und schade um unsere Kinder und Enkel, die wir mit diesem Verhalten tagtäglich verraten!


Am 28. September 2018 schrieb altes Fachbuch:

"....hatte in den 80er Jahren mit dem "Krefelder Appell" eine sehr erfolgreiche Friedensbergung initiiert. "

lieber galerist, würden sie bitte unter einbeziehung der realen ergebnisse dieses krefelder appelles und des heutigen zustandes der welt und der friedensbewegungen die kategorie "erfolgreich" erläutern??

wie viele raketen wurden damals wegen den paar millionen plakateschwenkern demontiert?? KEINE, und den krieg verhindert hat das gleichgewicht des schreckens!

am 24.09. antworteten sie so: "Anscheinend sind die Gesetze für die Immobilien-Haie gemacht. Dann wird man die Gesetze ändern müssen."
sie wissen doch, wie demokratie funzt: die gesetze werden VON den haien gemacht!!
sie wollen also mir RATIONALISTEN verkaufen, dass ich im haifischbecken deren gesetze (incl. grundgesetz) anfechten kann??
vielleicht gar ein gesetz durchboxen, dass wohneigentum als wirtschafts(spekulations)objekt verbietet?
oooops, der ansatz, die haie per enteignung zu liquidieren ist zu marxistisch - den male ich besser nicht auf mein plakat, sonst löst sich #aufstehen auf:)

Antwort von U. Gellermann:

Wäre ich so hämisch wie, Sie würde ich fragen: War die DDR erfolgreich? War sie marxistisch geprägt? Und folgern: Marxismus führt zum Untergang. So kann Häme zur Blödheit führen. Ganz sicher zur Bewegungslosigkeit. Die aber führt, dauert sie lange genug an, zum Tod.


Am 28. September 2018 schrieb Reinhard Lerche:

Was tangiert meine Realität?
Was will die "Bewegung" Aufstehen?
Was will ich und was möchte ich?

Konkret geht es mir - uns - gegend den real existierenden Kapitalismus!!
Was will "Aufstehen"?

Die Linken sind erkennbar aufgesogen. Die Grünen wurden vernichtet (Sorry Gerd und Petra) und der "Rest" ist weg!! Die Sozis haben sich schon 1918 erabschiedet.

Was will ich? Ich will gar nichts, sondern möchte ein NEIN und STOP.

Was sagen die vielen durcheinanderlaufenden "Linken" dazu?
Das müssen wir diskutieren!

Also: Teile und Herrsche. Solange wir uns zerfleischen und unsicher bleiben, solange bleiben die Zerstörer der Wirklichkeit an der Macht!


Am 27. September 2018 schrieb H. Schachisch:

Sollte sich die "linke" Sammlungsbewegung darauf verständigen können, dass die DDR das bessere Deutschland war - trotz aller Fehler und Schwierigkeiten an der Nahtstelle zum Kapitalismus - dann wäre schon vieles gewonnen.
All die menschenverachtende Politik wie z.B. HartzIV, Obdachlosigkeit, Kriminalität in kapitalistischer Ausprägung, Mietwucher, Gesundheitsvorsorge betriebswirtschaftlich Organisiert, Bildung, Kultur usw., gab es in der DDR nicht.

Das Lesen der Zuschriften - ich gehe stark davon aus, dass es mehrheitlich sog. "Linke" sind, die sich in die Diskussion einbringen - zeigt mir das Gegenteil.

Sozialismus...na klar, aber bitte nicht so wie er "drüben" praktiziert wurde. Kapitalismus ist zwar Scheiße, aber ein paar Reformen machen ihn lebensfähig.

Die Bewegung hat meine Sympathie. Dem Kapitalismus bei der Vorbereitung zu Kriegseinsätzen, der Vorbereitung dieser Republik faschistoide Züge (Seehofer/Maaßen usw..) zu verpassen, Sand in den politischen Ablauf zu streuen, halte ich für gut und richtig. Aber nicht ausreichend. Und genau "das Sozialistische", wie Privatisierung stoppen, Spekulanten und Großkonzerne enteignen, - um nur einige Themen zu nennen, - muss zwingend in der Diskussion zu Tage treten. Ansonsten.....viel Wind um nichts. Habe meine Zweifel bei den Protagonisten.

Natürlich kann Gellermann mit den drei angekündigten Herren der "Linken diskutieren, oder die Diskussion moderieren. Er saß auch schon am Tisch mit Herrn " Albrecht von Lucke". Der hält sich für "links" und ich bin Sektierer. Grund: meine Forderungen lassen sich doch nicht durchsetzen. Das verstehe ich doch, oder?

Antwort von U. Gellermann:

Ausgehend von einem pseudomarxistischen Sortierungsversuch des Lesers Seven Mädler – wer „darf“ mit welcher politischen Herkunft auf ein Podium zum Thema Bewegungen – hat sich eine Diskussion entsponnen, die weit vom eigentlichen Thema wegführt. Den Pseudomarxismus will ich an einem Beispiel deutlich machen: Die fraglos marxistisch orientierte westdeutsche DKP hatte in den 80er Jahren mit dem „Krefelder Appell“ eine sehr erfolgreiche Friedensbergung initiiert. Keiner wäre damals auf die Idee gekommen, die Teilnehmer der Bewegung nach ihrer Haltung zum Marxismus oder zu DDR zu befragen.

Die Debatte ist in diesem Strang unfruchtbar und wird deshalb an diesem Punkt beendet. Beiträge zu sozialen Bewegungen und deren Vernetzung werden weiter gern angenommen.


Am 27. September 2018 schrieb Marc Britz:

@ Ulrike Spurgat

Gerne gebe ich Ihnen ein Argument: Die DDR war mit Sicherheit kein Staat in dem die Freiheit der Einzelnen die Bedingung der Freiheit Aller war, also keine soziale Assoziation wie sie das kommunistische Manifest als sozialistisch definiert. Das Gegenteil zu beweisen überlasse ich gerne Ihnen. Übrigens las ich bei Ihnen auch keine Argumente, sondern lediglich Unterstellungen der Neunmalklugheit in die aus meiner Sicht falsche Richtung. Aber es bleibt natürlich Ihrer Freiheit überlassen sich mit Krypto-Stalinisten gemein zu machen. Und, um beim Thema zu bleiben, wer immer noch meint für die offizielle DDR - tout court - Werbung machen zu müssen, sollte sich nicht wundern, wenn niemand mehr AUFSTEHEN will. Die schlauen (dissidenten) Genossen (wahrscheinlich Spontis und Trotzkisten) im Osten haben nämlich schon 1989 kapiert, dass damit keiner mehr hinterm Ofen vorzuholen ist.


Am 27. September 2018 schrieb Harry Ruderisch:

@Ulrike Spurgat
ich lese Ihre Zuschriften regelmäßig und zweifelsfrei in einigen Analysen unterscheiden wir uns, offensichtlich nicht im Ziel. Aber diese alleinige "Deutungshoheit" einiger Linken über richtig und falsch ist nervend und Gift für eine linke Sammlungs-Bewegung. Ich wurde in der DDR sozialisiert und habe meine eigenen Erfahrungen mit dieer alleinigen linken Deutungshoheit machen dürfen. Dogmatische Linke haben einen Anteil am Untergang des Sozialismus auf deutschem Boden, das gehört zur Wahrheit dazu. Was daran neunmal klug sein soll kann ich nicht erkennen.


Am 27. September 2018 schrieb Karola Schramm:

Manchmal bedauere auch ich, dass Berlin so weit weg ist.

Zu Herrn Ruderischs Kommentar zu Sven Mädler und den dogmatischen Linken. Ich sehe das auch so wie Sie. Nur ist es keine "arrogante Selektierung" was bei diesen Linken geschieht, sondern, wie ich finde, eine arrogante Sektiererei. Borniert und zu. Geschlossene Gesellschaft. Unfähig Veränderungen Jetzt und sofort einzuführen. Hartz 4 z.B. hätte sofort mit der Mehrheit im BT abgeschafft werden können, stattdessen die große Abstimmung: "Ehe für alle." Tut keinem weh und manhat die C-Parteien ein bisschen geärgert. Kein Problembewusstsein für das, mit dem jeder normale Mensch jeden Tag konfrontiert wird: Schule, Gesundheit/Krankheit, Alter und Altersdiskriminierung, Gewalt direkt und indirekt.

Der letzte Satz "Die imperialen Kriegstreiber und Armutsmacher finden ihren kleinsten gemeinsamen Nenner gegen "Links" sofort. Dass solche Links-Leute durch andauerndes rumlamentieren die gesamte linke Politik bremsen und auch lächerlich und damit unwählbar machen, kommt ihnen nicht in den Sinn.
Ich jedenfalls habe die Nase so voll davon, dass ich mit Links fast nichts mehr zu tun haben will. Allein wenn ich mir vorstelle, dass seit fast 16 Jahren SPD-Linke in der Regierung sitzen und wirklich jeder Bereich in DE schlechter wurde - ist ein Grund - entweder die Sammlungsbewegung aller linken Kräfte zu bündeln (vielleicht auch als Partei, denn die SPD wird es nicht mehr geben und die Linkspartei ist gespalten) oder sich einer anderen Partei zuzuwenden. Immerhin gibt es gut über 60 wählbare Parteien in DE.

Antwort von U. Gellermann:

Was auch immer man sonst zur Linkspartei sagen mag: Sie war und ist auch im Parlament gegen Hartz Vier.


Am 27. September 2018 schrieb Lutz Jahoda:

SAMMELN heißt SAMMELN UND NIEMALS SPALTEN!
DENKT POSITIV: HELFT UMZUGESTALTEN!

Dem Dialog zur Sammlung aller Kräfte gegen Aufrüstung und kriegerische Abenteuer, gegen soziale Missstände auf zahlreichen Gebieten gilt meine Sympathie und Unterstützung.
Dem Abend am 16. Oktober 2018 im Buchhändlerkeller Berlin-Charlottenburg
wünsche ich Zuspruch und Erfolg.


Am 27. September 2018 schrieb Ulrike Spurgat:

@ Herr Britz, nun haben sie es mir aber gegeben, mit ganz viel Argumenten.




Am 27. September 2018 schrieb Marc Britz:

@ Seven Mädler

Zionisten, Trotzkisten und Spontis: Kenne da noch so einen Super-Marxisten wie Sie, der hat die ihm nicht genehmen Mitmenschen unter ungeachtet der Tatsachen ebenso benannt und dann in Massen ermorden lassen. Gibt es nicht irgendwo eine stalinistische Platform wo sich Ihresgleichen austoben kann? Ich meine nur, wär doch gut, da könnten Sie uns dann ja in Ruhe unser Ding machen lassen.

@ Ulrike Spurgat

Schon klar, die DDR war so ein richtiges Erfolgsmodell. Ganz ohne Zionisten, Trotzkisten und Spontis.

@ Günther Wegmann

„...die will doch mit #Aufstehen im wesentlichen einen parlamentarischen Verein etablieren..."

Ob es uns gefällt oder nicht, trotz US und EU-Dominanz, Tiefenstaat, Wirtschafts-Lobby-Einfluss, Fraktionszwang und dem Eigeninteresse unserer Politiker, das Parlament ist immer noch (sic!) der Ort, wo die Gesetze dieses Landes ratifiziert werden. Kann doch nicht schaden da ein wenig mitzureden - bis zur alles in unserem Sinne umwälzenden "Revo" dauert es, glaube ich, noch ein wenig... Dies steht übrigens nicht im Wiederspruch zur Tatsache, dass die wesentlichen politischen Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte nicht aus der Parlamenten sondern aus den sozialen Bewegungen kamen. APO und parlamentarisches Sprachrohr könnten bei klugem Vorgehen gemeinsam durchaus mehr erreichen als jede Seite für sich.

@ Uli Gellermann

Das hört sich nach einer äusserst interessanten Veranstaltung an. Allerdings solltest Du als Medienfachmann mit auf dem Podium sitzen. Wie an anderer Stelle von mir ausgeführt, hat AUFSTEHEN durchaus einige Ratschläge bezüglich ihrer Medienstrategie nötig. Jemand anderes kann doch sicherlich die Moderation übernehmen...


Am 27. September 2018 schrieb Ulrike Spurgat:

@ Herr Rudisch,
"Die "reinen" Linken hatten wir schon in der DDR........ und nun haben wir den neunmal klugen Herrn Rudisch. Da bin ich aber als "reine" Linke froh.


Am 27. September 2018 schrieb Harry Ruderisch:

@Seven Mädler
Tatsächlich, sofort sind sie da, diese "Superlinken". Wie hirnrissig Ihre Argumentation ist, zeigt folgender Umstand: Der Papst sagt, das Armut eine Schande der Gesellschaft ist und diese Schande muss beseitigt werden. Darf der dann auch nicht in den Buchhändlerkeller kommen und reden, weil er gegen Abtreibung ist? Die "reinen" Linken hatten wir schon in der DDR, die haben mit Ihrem bornierten Dogmatismus wesentlich zur fast fertig vollzogenen Diffamierung des Sozialismus beigetragen. Diese "Superlinken" wie Sie, waren nie in der Lage den kleinsten gemeinsamen Nenner für ihre Sache zu finden. Es ist notwendig endlich ein breites Bündniss der gesamten linken Kräfte gegen den aufkeimenden Faschismus, die Kriege und gegen die Ausbeutung der Menschen aufzustellen. Ihr arrogante Selektierung in "gute und böse Linke" ist naiv und leider auch gefährlich für die Bewegung. Die imperialen Kriegstreiber und Armutsmacher finden ihren kleinsten gemeinsamen Nenner gegen "Links" sofort und Sie gehören unter dem Bruchstrrich offensichtlich dazu und erledigen deren Geschäft!


Am 27. September 2018 schrieb Günther Wegmann:

Dieses Podium wird Frau Wagenknecht gar nicht gefallen. Denn die will doch mit #Aufstehen im wesentlichen einen parlamentarischen Verein etablieren. Aber die Mehrheit der Referenten kommt doch wohl aus der außerparlamentarischen Opposition.

Antwort von U. Gellermann:

Frau Wagenknecht ist nicht die Veranstalterin des Dialogs. Die wesentlichen politischen Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte kamen nicht aus der Parlamenten sondern aus den sozialen Bewegungen.


Am 27. September 2018 schrieb Albrecht Storz:

Und da sind sie schon wieder, die "Besser-Friedensfreunde", die andere, ihnen nicht Genehme, zB als Teilnehmer an "querfrontigen Montagsmahnwachen " verleumden.

Wo kommt dieses Gewürm (anders kann ich solche Friedens- und Aufstehenverhinderer einfach nicht mehr nennen) nur immer herausgekrochen? Wenn so einer Marxist sein will, da lachen doch alle Hühner.


Am 27. September 2018 schrieb Seven Mädler:

Die Veranstaltung im Buchhändlerkeller belegt ja wohl, dass #Aufstehen kaum eine marxistische Angelegenheit ist. Harri Grünberg, der #Aufstehen auf dem Podium vertritt, hat als israelischer Soldat gegen die Palästinenser gekämpft. Pedram Shahyar hat als Trotzkist an den querfrontigen Montagsmahnwachen teilgenommen und Kurt Jotter ist ein Alt-Sponti ohne jeden Schimmer von Theorie. Gellermann betätigt sich mal wieder als Versöhnler, um eine gewisse Bündnisbreite für #Aufstehen herzustellen.

Antwort von U. Gellermann:

Wieviel Zentimeter Marx muss einer gelesen haben, ums als Marxist zu gelten? Und wer prüft, wie viel vom Gelesenen verstanden wurde? Nur ja nicht Mädler. Der hat offenkundig nicht verstanden, dass die Praxis das Kriterium der Wahrheit ist, Antonio Gramsci: Gefängnishefte. S. 1457


Am 27. September 2018 schrieb Johannes M. Becker, Privatdozent Dr., Friedensforscher:

KLASSE!
Schade, dass Berlin so weit ist...

Dran bleiben...

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