Unglück in Moskau: Zar ist tot

Deutschlands Medien im Queen-Rausch

Autor: U. Gellermann
Datum: 25. Juni 2015

"Die Mauer bleibt steh´n, die Queen aus Engeland hat sie noch nicht geseh'n", texte damals, vor dem ersten Berlin-Besuch der englischen Königin, der Kabarettist Wolfgang Neuss. Und jetzt? Nicht mal die Mauer als Rührstück kann dem königlichen Gast bei seiner aktuellen Visite vorgeführt werden. Knut der Berliner Eisbär ist schon lange tot. Seine Mutter ist in diesen Tage im Berliner Zoo verstorben, melden die deutschen Hof-Medien. Wem sich jetzt die Frage aufdrängt, wie es denn der Mutter von Queen Elizabeth geht, der liest konsequent nicht das, was alle lesen. Aber wer alles liest, dem wird Angst: "BILD im Bett der Queen!" schreit es aus der Zeitung für Blut und Hoden. Grauenhaftes spielt sich vor dem inneren Auge des Lesers ab.

Was macht Chefredakteur Kai Diekmann im royalen Bett? Woran fummelt er? Wird er die 'Unaussprechlichen' doch in Worte fassen, gar mit den Händen? Hätten wir zum Beispiel NTV nicht, wie sollten wir dann wissen, dass die Königin nicht redet, sie "parliert". So isses bei Königs zu Hause, dort wird nicht gegessen, man nimmt etwas zu sich, aber nie zu. Dem deutschen TV-Zuschauer soll es an nichts mangeln. Schon am ersten Tag läuft die Berichterstattung über die Marathon-Monarchin ganztägig. Danach wird eine Sondersendung nachgeschoben. Die ARD wußte schon vorher, dass es ein Jahrhundertereignis werden würde. Wie anders. Wird es doch vom "Adelsexperten der ARD" Rolf Seelmann-Eggebert moderiert. Der macht das schon seit Jahrhunderten: Reden auf Zehenspitzen und in gebückter Haltung, das will gelernt sein. Da lässt sich das ZDF nicht lumpen und kontert mit einem ZDF spezial: "Die Queen in Deutschland - Willkommen, Majestät!"

Tiefe Sorgen macht sich die ZEIT: Sie rätselt über das "Reich der schweigenden Königin". Dürfen wir nach dem Besuch von Elizabeth mit einer Republik des verstummten Präsidenten rechnen? Ist Schweigen ansteckend? Trotzdem lässt der Besuch von Queen Elizabeth Rückschlüsse zu, verrät uns das Blatt für die gebildeten Stände, "obwohl sie selbst nicht spricht, sondern nur ihr Handeln interpretiert wird". Wer wollte das nicht bei Gauck erleben: Er hält die Öl-Kanne hoch, die Ansprache beginnt, er zerreisst ein Russisch-Lexikon, schüttelt die Fäuste, Schweiß tropft ihm klatschend von der Stirn, ja, so eine antirussischen Verantwortung wiegt schwer.

"Das können wir vielleicht kurz mal einschieben, weil das eine Frage ist, die den Boulevard interessiert, aber wahrscheinlich auch alle: Ist es denn denkbar, dass die Generation Charles übersprungen wird?" fragt die ehrbare DEUTSCHE WELLE in den Äther und berührt eine der deutschen Grundfragen: Springt Charles oder wird er besprungen? Das schieben wir mal rein und tun so, als wären wir über den Boulevard erhaben. - Erlösendes meldet der West-Berliner TAGESSPIEGEL, beginnen doch die "ersten Metzger in Charlottenburg ihre Würste um goldene Krönchen zu drapieren". Bleich werden die Münchner Fleischer werden, wenn sie davon erfahren, wird deren Weißwurst je diese Ehre zu Teil werden?

Die FRANKFURTER RUNDSCHAU, das Kampfblatt für die kleineren Frankfurter Würstchen, wirft die Grundfragen des bürgerlichen Lebens auf: „Das Protokoll ist ein kommunikatives Instrument um Staatlichkeit zu zeigen. Der Staat ist ja gewissermaßen unsichtbar, das Protokoll hilft, ihn erkennbar zu machen", lässt sie den Chef des Protokolls im Bundespräsidialamt ablassen und wir haben es immer schon gedacht: Der Staat ist unsichtbar wenn man ihn braucht. "Wenn zum Beispiel ein Diplomat bei einem offiziellen Essen seinen Teller unberührt lässt, ist dies ein Zeichen größten Missfallens". Hätte Otto Normalo noch gedacht, es sei eine Frage des Hungers und ob es dem denn nicht schmeckt, führt uns die FR in die Tiefen internationaler Diplomatie, nur um von der FAZ übertrumpft zu werden: "Hat man daran gedacht, dass der Kaisersaal (den die Queen besucht) morgens zugeschlossen wird, nachdem der Sicherheitshund alles erschnüffelt hat?" Die Frau riecht nach Corgi, wird der deutsche Schäferhund der Zeitung "Jagd & Hund" rapportieren während sich sein Stockhaar sträubt.

Doch das anerkannte Qualitätsblatt SÜDDEUTSCHE ZEITUNG kann es immer noch ein wenig investigativer als die andern: "Der letzte Kaiser Wilhelm II. und auch Zar Nikolaus II. in Russland waren Cousins ersten Grades von König George V. Anders als ihre unglückselige Verwandtschaft schafften es die Windsors, die Monarchie am Leben zu erhalten." Welch ein Unglück: Dem deutschen Wilhelm kam irgendwie ein Krieg dazwischen und dem Zaren eine Revolution. Da macht der ganze Royalismus einfach keinen Spaß mehr. Ein Trost: Den Christbaum haben die Deutschen in England eingeführt, hat die SZ herausgefunden: "Das war dann wohl ein früher Exporterfolg made in Germany." Wer solche Medien hat, braucht keine eigene Meinung mehr.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 26. Juni 2015 schrieb Wolgang Blaschka:

Da kannste mal sehen, wie fortschrittlich wir´s hier in Bayern haben im Gegensatz zu Euch in Berlin: In Klais hat sich der durch und durch demokratische Obama als Schwarzer unter Schwarzen recht wohl gefühlt und unter 2000 original Eingeborene gemischt, dazu alkoholfreies Weißbier genippt und eine Brezn angebissen. Das hat die Sache wegen des zusätzlichen Sicherheitsaufwandes zwar noch um einige Milliönchen verteuert, aber die ortsnahe Brauerei bekam dafür ein unbezahlbares Werbefoto. Das ist echte Volksnähe, beinahe republikanisch! Hast Du etwa die Queen schon mal sagen hören: "Sorry, I have forgotten my Trachtenhut?" Siehste! Obama konnte das zugeben mit der Lederhosn. Da liegen halt ganze Revolutionen dazwischen. Aristokratisches Pack, wilhelminisches!


Am 26. Juni 2015 schrieb Gideon Rugai:

Wenn selbst einer der führenden Klimajockeys, "John" Schellnhuber - nebenbei auch mal beratend für die Bundesregierung tätig - den CBE (Commander of the British Empire) grotesk-ehrfürchtig vor sich herträgt, einstige Rock- oder Popidole der Sechziger/Siebziger/Achziger sich von der Queen mit Schild und Schwert zum "Sir" ernennen lassen, ohne Lizzy direkt den Filzhut vom Kopf zu ballern, na dann...äh...dann.... (mir fehlen da grad die Worte, ausser froh zu sein schon lange kein TV mehr zu haben).....
Bleibt nur auf meine royale Blutsauger-Posse zu verweisen : Viel Vergnügen !

http://derbuhmann.blogspot.de/2013/08/ein-prinzchen-ward-geboren-eine-royale.html


Am 25. Juni 2015 schrieb Lass Gutsein:

Headline top! Artikel noch besser! Danke für ein klein wenig Journalismus, der seinen Namen verdient.

Das mit den Royals ist schon verrückt. Jahrhundertelang unterdrücken, quälen und ermorden sie ihre Untertanen, nun protzen sie in aller Öffentlichkeit mit dem erpressten und erbeuteten Raubgut und das Volk liebt sie dafür. Das ist Marketing par excellence. Hut ab, da kann sich selbst die Kirche oder IKEA noch eine Scheibe abschneiden!!!


Am 25. Juni 2015 schrieb Lutz Jahoda:

Seit achtundfünfzig Jahren wähnte ich mich beruflich jeglicher Operettenseligkeit glücklich entronnen - da hatte sie mich gestern wieder: Weiß behütet eingetütet, wenn auch nicht mehr flink wie ´n Wiesel, schlich Britanniens Themse-Liesel noch spät nachts durch meine Träume. Da kam die RATIONALGALERIE passgerecht erfrischend mit Gellermanns Beitrag, begleitet von köstlichen Lesermeinungen. Frau Reyes Carrillo enthob mich dankenswert der Mühe, auf Heathcote Williams Buch gründlich hinzuweisen. Die Tageszeitung "junge Welt" widmete der Queen bereits am Dienstag, dem 23. Juni 2015 eine ganze Seite, so dass ich informationsbereichernd hinzufügen kann, dass Lissy 33 Billionen Dollar schwer ist, weil ihr "als weltgrößte Grundeigentümerin ein Sechstel der nicht mit Wasser bedeckten Erdoberfläche gehört", deren nomineller Wert der obigen Summe entspricht.
Ein düster aufschlussreicher Tag zur Wochenmitte in Berlin. Dass auch ein Operettenkomiker dabei war, vervollständigte zwar meine Erinnerung, vermochte mir aber den trüben Tag nicht heiterer zu machen. - Nur Euro 14,90 kostet das Buch von Heathcote Williams, der den Windsors das folgende Prädikat verleiht: "Eine schrecklich nette Familie, mit der Verkörperung von Sklaverei und Gemetzel". Da kann ich operettengemäß nur noch hinzufügen: God shave the Queen!


Am 25. Juni 2015 schrieb Melanie Gatzke:

Herr Gellermann, wieder mal wie immer, ein gelungener Artikel, erfreulich und erheiternd.
Danke und weiter so.
Sowas braucht man in diesen verrückten Zeiten, wo alle wie in einem Irrgarten herumlaufen und den Kompass verloren haben.


Am 25. Juni 2015 schrieb Benny Thomas Olieni:

"Mitteldeutschland" ist ja schon wieder unser - jetzt fehlt noch "Parkraum im Osten" für die vielen Ervolkswagen und, ferner, die "ostdeutschen" Gebiete, die, wenn ich mich rechts erinnere, bis zum Ural reichten, letztes Mal.
Auch der Schnaps ist knapp in der BRDDR, wir benötigen die Kornkammer Europas, die Ukraine, mal wieder.
Hat der amerikanische Kriegsminister selbst gesagt, als er bei Dr. Merkele war.
Der "mitteldeutsche" Komiker Uwe Steimle hat zu diesem ganzen Fragenkomplex eine ultimative Beobachtung gemacht:
"Früher wurde man wenigstens noch gefragt, ob man den totalen Krieg wollte!"


Am 25. Juni 2015 schrieb Herr Wurzelzwerg:

Dieser Kommentar wird Herrn Diekmann Kopfschmerzen bereiten - hätte er schreiben sollen, die Queen ist eine alte Frau aus einer vergangenen Zeit und trägt auf jedem Foto komische Hüte? Das käme zwar der Wahrheit näher als Diekmanns heißersehnter Beischlaf in der königlichen Suite - aber wen würde das schon interessieren. Und interessiert scheint das deutsche Fernsehpublikum ja zu sein, oder wollen Sie, Herr Gellermann, behaupten, es sendet am Publikum vorbei? Dass es das nicht tut, erfuhr ich gestern auf N 24, als der Kommentator in aller Breite und Schönheit erklärte, dass ganz Berlin sich schon seit Tagen seinen Standplatz vor dem Schloss Bellevue gesichert hatte.


Am 25. Juni 2015 schrieb Hans Ion:

In den ach so "aufgeklärten" europäischen Nationen sind "Blaublütige" ein Wahn aus vergangenen grausamen kolonialen Feudal-Epochen! Aber die normalblütigen "Untertanen" sind und bleiben(?) bis heute dumm , denn "mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens!" Die Briten sind so dumm, dass sie für ihre arbeitslosen "Hartz IV-Könige" 80 Cent/ "Jahr "übrig" haben ... übrig für eine unheile Sehnsucht nach einem "guten" König/in!


Am 25. Juni 2015 schrieb Benny Thomas Olieni:

Die Einen hängen dem Trugbild der Monarchie an, die Anderen dem Trugbild des Papsttums oder anderen derartigen Götzendiensten , und die Dritten beiden Formen des Hologramm-Betrugs oder noch viel mehreren. Ganz zu schweigen von der Idolisierung von Hollywood-Sternen... und z.B. von der bayerischen Fleischwarenfabrik Zimmermann, die ihre Weißwürste als "der königliche Genuß" bewirbt, weil sie ehemals den König von Bayern als Hoflieferant beliefern durften... was bis heute den Genuß an deren Weißwürsten zu steigern scheint. -
Alles dem Publikum aufbereitet von einer presstituierten Journaille, die davon träumt, mit der Queen ins Bett zu gehen.
Geht es noch grotesker?
Mit weiten Teilen der Menschheit geht es bergab, oder, wie es sozialdemokratisch genannt wird, "vorwärts". ; - )
Irgendwie scheint der "Urknall" noch nachzuwirken. Womöglich endet am Schluß wieder alles in ganz ähnlichen Geräuschen?


Am 25. Juni 2015 schrieb Ulrich Fiege:

Hallo Herr Gellermann, mir erging es ähnlich wie Herrn Ebel, hätten Sie diese königliche Satire nicht gedruckt, wäre mir die englische Königin gar nicht aufgefallen in Deutschland? Dafür, beim lesen Ihrer Aufführung, stieg meine gute Laune an diesem herrlichen Sommertag noch ein bisschen mehr.

Aber als ich hörte das der Gauck das russische Lexikon zerrissen hat oder zerreißen täte, wenn er denn wollte, weil er ja dufte, möchte ich auf die `Putin-Versteher´ hinweisen die als "Agenten des Aggressors" bewertet werden, dazu sollen jetzt alle Organisationen erklärt werden, die in der EU als russische Bürger in irgendwelchen Organisationen tätig sind, anschließend kommt dann die restliche EU-Bevölkerung dran. Nach den EU-Verträgen ist Kritik am Kurs der EU ja zu zensieren, freundlichst und nur wenn Sie möchten Herr Gellermann, mein Beitrag zu den "Agenten des Aggressors" da über Google nicht auffindbar, Freundlichst, Ulrich Fiege

http://faceyeu.eu/?p=468


Am 25. Juni 2015 schrieb Ingrid Böhm-Duwe:

Ach, wie wird sich die Damenwelt beim nächsten Friseurbesuch freuen können, so sie der bunten Gazetten habhaft werden. Voll mit Glanzbildchen von „Royaltum“. Die „Queen von Berlin“ hatte am Abend zum „letzter Versuch lila“-Abendgewand gegriffen, wo sie vorher auf den Zinnen der sicherlich ergriffenen „real Queen“ ihre alte Heimat per richtungsweisendem Fingerzeig nahe gebracht hatte. Daher komme ich, jetzt stehe ich hier, Gott helfe mir, Amen. Wer hätte das gedacht? Oder zu befürchten gewagt…. Und das alles in Englisch vorgetragen. Alle Achtung. Nur mit dem „tiäitsch“ hapert es bei ihr immer aussprachemäßig. Bedeutungsvoll war sie übrigens am Nachmittag in schwarz rotem Outfit als Hosenmatz gekleidet.

Ihr Exheimatkumpel Joachim, der Gau©kler genannt, hatte sich auch einen Orden umgehängt. Und besaß die Ausstrahlung eines Bestattungsunternehmers. Seine Rede, oder was er dafür hielt, trug er in Deutsch vor. Womöglich fürchtend, so er dies in Englisch machen würde, die Feinheiten seiner Rhetorik da nicht so richtig herauskommen würden. Und wie es mit den Kenntnissen bezüglich seiner früheren Amtssprache als Pfaffe bestellt war, ist nicht bekannt. Also blieb es beim „acta agere“ = Stroh dreschen – wie immer. In Deutsch.

Fazit: Auf mich machte „Lizzy“ einen ganz fitten Eindruck. Und „lang lebe die Königin“ braucht man ihr mit Hinblick auf das erreichte Lebensalter der „Queen Mum“ wohl nicht wünschen. Somit sieht es natürlich u.U. schlecht aus mit einer baldigen „Charlie“-Krönung und seiner Königin in spe, „der Frau, sie sie Pferd nannten“.


Am 25. Juni 2015 schrieb Ernst Blutig:

Die Art und Weise und der Inhalt der ausufernden Berichterstattung lassen eine unerträgliche Servilität der deutschen upper middle class - also derer ab unterhalb der obersten 1 Prozent, denn der Rest, let´s face it krauts, ist für diese 1% schon und nichts anderes als vom Adel verachtete bürgerliche Mittelschicht - erkennen: "Der Untertan" lebt. Was will also der blutverschmierte Großgrundbesitzertroß in einem Deutschland von 2015?
Ganz klar, nach den Rechten sehen. Das hatte Metternich seinerzeit noch ganz alleine gekonnt. Die Von-zis von den deutschen 2015er Leyendarstellern können das nicht mehr ganz so einfach, obwohl der deutsche Leitartikler schon sein bestes gibt und vom Buckeln die Mikroben auf dem Asphalt sieht.
Da bleibt nur noch Quirinius Kühlmann zu zitieren:
Triumfhosannt, gefallne Weltgeschöpff,

Ob Ost und Nord so bluttig anbeginnt!
Nehmt, Helden, feur von oben in di näpff.[161]
Beölt euch mehr, imehr eur öl verrint!
Zündt Rauchwerk an nach dem vermögen!
Der grosse Rauch wird euch nicht gegen.
Des Ostens allerschrekklichst Blitz
Verursacht Kühlung euer hitz.

Geh hin, mein Volk, in deine kammer!
Verbirge dich vor disem jammer!
(Der 14. (89.) Kühlpsalm)

Es lebe die neue deutsche Kühlmonarchie...


Am 25. Juni 2015 schrieb Ulrike Hardenberg:

Das ist bei BILD geklaut: Mit der Schlagzeile "Unglück in Moskau: Zar ist tot" den Leser mit einer falschen Meldung auf den Holzweg schicken. Nur dass Diekmann auf dem Holzweg bleibt und sich mit der unaussprechlichen Dummheit seiner Leser vergnügt, während Gellermann den Weg zu Aufklärung weist. Dafür und auch für ein befreiendes Lachen am Morgen meinen Dank!


Am 25. Juni 2015 schrieb Manfred Ebel:

Hättest Du, lieber Uli, nicht dieses heitere Lesstück geschrieben, hätte ich dieses weltbewegende Ereignis glatt verlemmingt. Es wird aber auch wieder mal Zeit, dass die Imperiale ihr Protektorat heimsucht.
Eigentlich auch ein Lesstück über `Adel im Untergang´ und deren Griots. Ich fürchte aber, der Untergang zieht sich unnütz und endlos in die Länge.
Dem Chef des Protokolls und seinen Mitspielern wäre anheimzustellen: "Mit Essen spielt man nicht."
Gut auch, dass Du an den Gauch erinnerst. Den hatte ich schon fast vergessen.


Am 25. Juni 2015 schrieb Reyes Carrillo:


Sehr, sehr schön geschriebene Satire (inkl. Titel), du kannst auch Königs! Ja, da gruselt es der/dem gemeinen Linkin und Linken ganz mächtig im königshäuserphoben Gemüt, wie klassen-atavistisch vermeintliche Republiken und ihre medialen Bauchredner auf blaues Blut reagieren. Wurde schon auf Schloss Elmau einmal mehr die sich von allen demokratischen Errungenschaften verabschiedende Abgehobenheit politischer, blutbeschmierter Super-Eliten besonders greifbar ungreifbar, und dies weit jenseits oder weit vor jeglicher sicherheitstechnischer Notwendigkeit, so stellt die Familie Windsor, namentlich die Queen in groteskem Anachronismus die echte, weil eben auch blutige Realsatire zur Schau.
Der Dramatiker und Gelegenheitsschauspieler Heathcote Williams hat, wie zu lesen, ein Buch mit dem passenden (deutschen) Titel „Eine schrecklich nette Familie“ über die Windsors geschrieben, das nun bei Westend erschienen ist. Darin stellt er die Windsors als an den Weltkriegen und britischen Kriegen allgemein hervorragend mitverdienende Sippe dar, die die großen Waffenhändler dieser Welt gern auch mal zum Tee auf Schloss Windsor empfängt: „Die Majestäten profitieren die ganze Zeit auch selbst vom Geschäft mit Waffen, dank ihrer Kronagenten, die ihre Unternehmensbeteiligungen verwalten und mit Lockheed und BAE Systems ungerührt Anteile an Streubomben-, Uranmunition und Landminenproduzenten halten.” Die bürgerliche Diana Frances Spencer soll übrigens wegen ihrer prestigemächtigen Kampagne gegen Landminen dabei dem Pack ein großer Dorn im Auge und ihr plötzlicher Tod nicht zwingend unpraktisch für die Blaublüter gewesen sein.
Butler, die Kotztüte bitte! So, wisch, und jetzt: Vielen Dank, Uli!


Am 25. Juni 2015 schrieb Hans-Hermann Föllner:

Das Land der "Splendid Isolation" hatte - leider viel zu früh und damit ohne nachhaltige Wirkung - wenigstens einem der gekrönten Häupter dasselbe genommen. Da müssen wir - Deutsche - uns bekümmert zurückhalten; hier hat es nur zum Exil gereicht, verbunden mit schlechtem Gewissen und der unbefriedigten Sehnsucht nach Glanz und Gloria.

P.S. Erzählt mir jetzt jetzt nicht die Geschichte von Maria und Elisabeth I. Das war mehr ein religiöser Disput mit wohltätigen Auswirkungen auf das "nation building"!


Am 25. Juni 2015 schrieb Ira Kormannshaus:

Falls es dir entgangen ist - Russland hat, im Gefolge von Belarus, die Monarchie längst wieder eingeführt. Und die Presse ist entsprechend drauf. Das geht sogar so weit, dass über die wieder sprießenden unabhängigen Filmclubs Journalisten bestenfalls in eigenen Blogs berichten - die staatlich kontrollierte Presse nimmts nicht.

Gruß aus der Stadt, die den Tränen nicht glaubt,


Am 25. Juni 2015 schrieb Wolf Gauer, São Paulo:

Ganz unter unsl: Ich nehme an, man lässt die ER II gar nicht mehr weg. Es sind ja "Immer mehr Deutsche für eine Monarchie". (Corona-Blog: https://coronanachrichten.wordpress.com/2013/04/26/immer-mehr-deutsche-fur-eine-monarchie/).
Dass wir das noch erleben durften!


Am 25. Juni 2015 schrieb curti curti:

Bedauenswerte Realität - die monarchische muppet-show ist nur deshalb realisierbar, weil ein betont unterwürfiges Volk entsprechend aufnahmefähig danach giert. Deppen der schreibenden Zunft stehen hilfreich zur Seite oder davor. Entsprechend ist es eine Wohltat, den Artikel Uli Gellermanns zu lesen - herzlichen Dank an dieser Stelle!

Gerade in D ist der UNTERTAN nach wie vor fest verankert und so sind in Relation zum Merkel Schlagzeilen des Toilettenpapiers für Massenblödheit möglich wie "Die Queen von England trifft die Königin Europas". Und das der Depp aus dem Schloß eifrig Männchen macht vor einem der neuen Service-Roboter, passt wie die Faust auf´s monarchische Auge und vor allem mitten in die Visage der Bevölkerung.

Was ist schon der eigene Abstieg, der des Nachbarn und ganzer Völker gegen die Möglichkeit, im Schatten elitären Glanzes zu kriechen und einen Diener zu fabrizieren, der ganz ohne Rückgrat quasi jede Verbiegung möglich macht. Im Wechselspiel damit bemühen sich Politik und Mdien emsig, diesen higway to hell breiter und tiefer zu machen. Rundum ein Kreis des Verderbens und wohin dieser u.a. führt, zeigt folgender Mitschnitt, dessen bombastische Realität hirnrissiger und damit auch zerstörerischer nicht sein kann.

https://www.youtube.com/watch?v=C4RalenYhoY

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