Vor Trump und danach

ARD-aktuell: Immer weiter auf dem US-Auge blind

Autor: U. Gellermann
Datum: 26. Januar 2017

Vorzimmer Doktor Gniffke: „Herr Doktor, Herr Doktor, am Telefon ist ihr Augenarzt. Er will wissen ob er ihnen jetzt die Sterne vor den Augen operieren soll?“ - Gniffke: „Bin mein eigener Doktor, was will der Mann von mir?“ - Vorzimmer: „Er meint, wo sie doch ohnehin nur Schlechtes über den neuen Präsidenten berichten, könnten Sie doch endlich auch was über die Fortsetzung der Obama Drohnen-Politik bringen.“

Gniffke: „Der Auen-arsst soll sich rausha, ha, halten, der Kassenbetrüger. Meine Sterne gehören mir, hicks.“ Und intoniert den Song der Gruppe In Externo: „Sternhagelvoll - Zwei Promille über Soll - Auf Schaukelschuhen durchs Leben - Auf Wolke Sieben schweben.“ Wackelt weiter über den Gang, an einer Sternenbanner-Tapete entlang, die ihm schon seit Jahren Halt gibt und weiter geben soll.

Programmbeschwerde
Nachrichtenunterdrückung (Drohnen-Krieg im Jemen)

Sehr geehrte NDR-Rundfunkräte, sehr geehrter Herr Intendant,

auch nach dem Präsidentenwechsel in Washington setzen die USA ihren Völkerrechtsbruch fort und bombardieren im Jemen gnadenlos weiter. Darüber, dass nicht nur die Saudi-Araber und eine Koalition arabischer Diktaturen aktiv an diesem Krieg beteiligt sind und dabei ein Kriegsverbrechen dem anderen folgen lassen, schweigt ARD-aktuell allerdings. Die Redaktion begeht damit systematisch Falschinformation: Auch die USA sind direkter aktiver Kriegsteilnehmer, und zwar mit ungezählten Drohnenbombardements. Es handelt sich beim Krieg gegen die Huthi im Jemen um gewaltsame Durchsetzungversuche geostrategischer Interessen der USA in der Region um das Arabische Meer und den Persischen Golf.
Selbst wenn die Informationsbeschaffung aus diesem Kriegsgebiet schwierig ist, so wäre ARD-aktuell dennoch objektiv nicht daran gehindert, regelmäßig wenigstens ein paar wesentliche Angaben zu publizieren. Es wäre das schon deshalb journalistisch geboten, weil die USA ihre Drohnenflüge technisch über Relaisstationen in Deutschland steuern, Deutschlands Regierung sich demnach tagtäglich an den US-Verbrechen durch Duldung beteiligt. Über die Drohnen-Bombardements der USA sind Informationen beschaffbar, wie viele Internetmagazine zeigen, Beispiel: https://www.contra-magazin.com/2017/01/jemen-berichtet-ueber-die-ersten-us-drohnenattacken-unter-trump/ 
Das Faktum, dass das mörderische Treiben der USA auch unter dem neuen Präsidenten Donald Trump weitergeht, wäre allemal eine wichtige Nachricht gewesen – zumindest nach dem Urteil einer Redaktion, die sich nicht verpflichtet sieht, publizistische Arschkriecherei beim Hegemon in Washington zu praktizieren.
Der Drohnenkrieg findet mittlerweile offenbar unter alleiniger Regie der CIA statt, es bedarf anscheinend nicht einmal mehr einer präsidialen Unterschrift, wie das zu Zeiten des Präsidenten Obama, des Mörders, allwöchentlich am Dienstag üblich war, als er jeweils die neueste Todesliste prüfte, seine Auswahl traf und abzeichnete. http://www.informationclearinghouse.info/46295.htm
Drohnenkrieg per CIA-Autopilot, das wäre für Dr. Gniffkes Qualitätsjournalisten ebenfalls eine Nachricht gewesen – wenn, wie gesagt, ARD-aktuell nicht die unübersehbaren rektalen Präferenzen hätte. 

Volker Bräutigam, Friedhelm Klinkhammer


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 28. Januar 2017 schrieb Wolfgang Blaschka:

Was ich nicht ganz verstehe: Jetzt könnte die ARD doch ungehemmt gegen Trump loslegen! Vielleicht war der ganze Drohnenkrieg bisher nur eine praefaktische Inszenierung von Trump, um die Obama-Regierung zu desavouieren?! Oder fand der Massenmord gar nicht statt? In der Tagesschau ja eh nicht. Doch jetzt, da er endlich ohne Rücksichten auch in der Hauptsendung stattfinden könnte, fällt er schon wieder flach! Liegt das an den Flachbildschirmen? Oder ist es eine Verschwörung der Augenärzte? Ich blick's nicht.


Am 27. Januar 2017 schrieb Roman Gärtner:

Köstlich :)

Gibt es auf diese Programmbeschwerden eigentlich auch Reaktionen?
Wenn ja, wo kann ich die denn nachlesen?

Bisher habe ich den Eindruck das dem zwangsfinanzierten Systemfunk (und den Verantwortlichen) die Programmbeschwerden so ziemlich am Ar*** vorbei gehen.

Ich konsumiere diesen Propaganda-Müll zwar kaum noch, aber ich konnte bisher auch keine zufriedenstellende Änderung feststellen.
Das wird, über kurz oder lang, dazu führen den Systemfunk komplett abzuschalten.

Die meisten TrashTalk-Shows schalte ich nach der Vorstellung der Talkshow-Politiker und -Experten ab.
Nachrichten...also wenn ich mehr über die USA wissen will als über meine europäischen Nachbarn, dann schalt ich mal ein (wird aber immer seltener)...ansonsten folge ich dem Rat von Peter Lustig.

Antwort von U. Gellermann:

Es gab viele Reaktionen, alle waren nichtsagend. Aber auf die wird es bald eine klare Antwort geben: Bräutigam, Klinkhammer und Gellermann haben gemeinsam ein Buch zur TAGESSCHAU geschrieben. Das kommt bald raus. Und hier ist es vorab zu besichtigen & zu bestellen:

http://shop.papyrossa.de/Gellermann-Uli-Klinkhammer-Friedhelm-Braeutigam-Volker-Die-Macht-um-acht


Am 26. Januar 2017 schrieb Aleks Korty:

Der Dr. Gniffke war nicht betrunken, der Mann war stocknüchtern! Schließlich konnte er noch an der Sternenbanner-Tapete entlang schleichen. Von dem Hollywood-Schauspieler Dean Martin stammt die Erkenntnis; "Betrunken bist Du nicht, solange Du auf dem Boden liegen kannst, ohne Dich festhalten zu müssen!"


Am 26. Januar 2017 schrieb Rena Kemper:

Lieber Herr Gellermann, die Rede geht, die Herren Bräutigam und Sie hätten ein Buch zur TAGESSCHAU in Vorbereitung. Wann kommt das denn endlich?

Antwort von U. Gellermann:

Wenn alles klappt: Im März.

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