TAGESSCHAU betreibt Syrienkrieg

Nachrichtenfälscher vom Zuschauer bezahlt

Autor: U. Gellermann
Datum: 08. Februar 2016

Die TAGESSCHAU der ARD ist fraglos das einflussreichste Instrument der deutschen Meinungsbildung: Um 20.00 Uhr erreicht sie regelmäßig rund fünf Millionen Zuschauer. Nicht einmal die BILD-Zeitung, die bei etwa 1,5 Millionen verkaufter Auflage liegt, erreicht so viele Medienkonsumenten. Aber anders als die BILD-Zeitung, die selbst von ihren Gewohnheitslesern für eine Lügenblatt gehalten wird, schmückt sich die TAGESSCHAU erfolgreich mit dem Schein der Objektivität. Dass die Nachrichten-Sendungen häufig – insbesondere zum Syrienkrieg – nur billigste Fälschungen von Information liefert, dass sie, auf Kosten der Gebührenzahler, schlichte, dumme und gefährliche Regierungspropaganda sendet, enthüllen erneut die ARD-Spezialisten Klinkhammer & Bräutigam: Der ARD-Korrespondent Volker Schwenck lügt mit sonorer Stimme in die Kamera, als würde er sein Gehalt aus den USA oder aus Saudi Arabien bekommen:

Eingabe: Will Assad überhaupt verhandeln?
Stand: 04.02.2016 13:06 Uhr
http://www.tagesschau.de/ausland/syrien-565.html
 
 Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
wieder einmal müssen wir kritisieren, dass ARD-aktuell falsch und verzerrt über den Syrien-Konflikt berichtet.
Schon die Überschrift stellt die Tatsachen auf den Kopf und ist pure Propaganda: Es waren nicht die Vertreter der syrischen Regierung, die die Verhandlungen abgebrochen haben, sondern es war die von Riad unterstützte und mit der Terrororganisation Al-Nusra Front (Al Quaida) sympathisierende Teil-Opposition HNC.
ARD-Korrespondent Schwenck behauptet, "Der UN-Sicherheitsrat hat, mitgetragen von den Russen, entschieden, dass es zum Auftakt der Gespräche einen Waffenstillstand geben soll."
Auch das ist falsch. Richtig ist, dass im Dezember folgendes diskutiert wurde:
"Parallel zu den Gesprächen soll auch ausgelotet werden, wie eine Waffenruhe umgesetzt werden kann. Nicht betroffen von der Waffenruhe wären allerdings Angriffe gegen Gruppen, die als Terroristenorganisationen angesehen werden. Das würde offensichtlich auf die internationalen Luftangriffe gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zutreffen." Zeit-online:
http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-12/syrien-konflikt-un-resolution-friedensverhandlungen
Die Kämpfe der letzten Tage nördlich von Aleppo richteten sich gegen Kampfverbände der Al-Nusra-Front, die auf der UN-Liste der zu bekämpfenden Terrororganisationen steht. Auch die bei ARD-aktuell- so beliebte Quelle "Syrische Beobachtungsquelle" berichtete über die Anwesenheit dieser besonders gefährlichen islamistischen Terroristen bei Aleppo.
http://www.syriahr.com/en/?p=43854
 
Schwenck fabuliert von der "Opposition" und sagt nicht, wer dahintersteht, nämlich: Saudi-Arabien und die Türkei im Vordergrund und im Hintergrund die USA (incl. Steinmeier mit Logistik-Hilfe für diese Marionetten aus Riad und Ankara). Schon der erste Auftritt war vor allen Dingen destruktiv und theatralisch. Die HNC-Vertreter reisten einen Tag später an, um sofort mit ihrer Abreise zu drohen. Der HNC will Aufmerksamkeit und Relevanz. HNC-Sprecher Salem al-Meslet verlangte von dem Assad-Regime einen Stopp der Bombardements, kaum verwunderlich, weil die Al Nusra offensichtlich von seinen Gesinnungsfreunden unterstützt wird. Schwenck verschweigt, dass es eine zweite "Oppositionsgruppe" gibt: eine Delegation der oppositionellen "Volksfront für Wandel und Befreiung", die von Russland und vom Iran unterstützt wird.
Der Hinweis auf die abgeschnittene Versorgungsroute der islamistischen Terroristen zur Türkei  ist zwar richtig, Schwenck unterlässt es aber, diese Information korrekt einzuordnen, denn das Gejammer des HNC darüber ist ein eindeutiger Beweis  für die  Unterstützung der Terrorgruppe Al Nusra durch die Türkei. Dass Schwenck diese Terroristen auch noch verharmlosend als "Rebellen" bezeichnet, passt in den Rahmen undifferenzierter, desinformierender und einseitiger ARD-aktuell-Berichterstattung. Es passt auch dazu, dass Schwenck sehr schnell begriffen hat, auf welcher Seite er als Regierungsfrömmler nach Steinmeiers Positionierung für die Al Nusra-Miliz und den HNC zu stehen hat. Schwencks Schwenk eben.  Es ist das übliche Bild der Heuchelei und Menschenfeindlichkeit in Medien und Politik: In Deutschland Kassandrageschrei und Angstschüren vorm islamistischen Terrorismus und angeblich drohenden Anschlägen, in Syrien und in Genf wird das Pack mit deutschen Steuermitteln gesponsert. Ähnliches sehen wir beim Umgang mit den Faschisten in der Ukraine. Die Nachrichtengestaltung darüber ist – mit Verlaub – zum Ekeln.
 
Nachhilfeunterricht für den Rundfunkrat:
Die al-Nusra-Front ist die syrische Filiale der Terrororganisation al-Qaida und gehört nicht zum Islamischen Staat (IS), auf den sich die angeblichen Anti-Terror-Einsätze des von den USA angeführten Bündnisses beschränken. Einer unlängst erschienenen gemeinsamen Studie des Institute for the Study of War und des American Enterprise Institute zufolge ist die al-Nusra-Front  langfristig eine "sehr viel größere" Gefahr für Europa, weil sich die Gruppe von Anschlägen auf unserem Kontinent keineswegs verabschiedet hat, sondern aus taktischen Gründen auf eine Phase der Ruhe setzt, um sich in der von ihr und ihren Verbündeten fast vollständig kontrollierten Provinz Idlib und anderen Gebieten in Syrien eine Basis aufzubauen (vgl. Studie: Al-Nusra-Front langfristig gefährlicher als IS).
Die zu einem großen Teil aus kampferfahrenen Irakkriegsveteranen bestehende Gruppe ist eng mit anderen dschihadistischen Rebellen vernetzt und kontrolliert diese aufgrund ihrer militärischen Überlegenheit häufig faktisch. Charles Lister vom Combatting Terrorism Center (CZC) an der Militärakademie in West Point (der warnte, die al-Nusra-Front sei ein "Wolf im Schafspelz") glaubt, dass inzwischen fast alle bewaffneten Rebellengruppen in Syrien mit ihr militärisch zusammenarbeiten. Das gilt auch für die Dschaisch al-Islam, deren Anführer Mohammed Alloush eine wichtige Position beim HNC einnimmt und deren Vorläuferorganisation Liwa al-Islam 2013 am Adra-Massaker an Alawiten, Drusen und Christen beteiligt war.
Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Tex Cruz, der am Montag die erste Vorwahl in Iowa gewann, lehnte deshalb 2013 eine US-Luftunterstützung syrischer Rebellen mit der Bemerkung ab, man mache sich damit effektiv zur Luftwaffe von al-Qaida. "Moderate Rebellen" im syrischen Bürgerkrieg sind für ihn wie lila Einhörner: Sie haben den Nachteil, dass es sie nicht wirklich gibt. (Telepolis 3.2.16/Mühlbauer)
Wir sehen in der Berichterstattung einen Verstoß gegen den Programmauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Mit höflichem Gruß

F. Klinkhammer, V. Bräutigam


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 09. Februar 2016 schrieb David Leon:

Leidtragende sind die Medien selbst. Massiver Auflagenschwund und Rückgang der Zuschauerzahlen sind die direkten Folgen der Nützlichenidiotenrolle in der sich die Medien begeben haben.
Bei den privaten Medien folgen bereits jetzt schon massive Gewinnrückgänge, beim Spiegel sollen deswegen etwa 20 Prozent der Redaktionsmitarbeiter gefeuert werden.
Nicht beziffern kann man den Schaden den die Marken wie Spiegel, Stern, Süddeutsche und Zeit genommen haben.
Dazu kommt noch daß die Nützlicheidiotenmedien ihre einstmaligen Kunden dazu veranlassen, auf alternative Internetportale auszuweichen von wo aus sie wohl nie wieder zurückkehren werden.
Für mich ist dieses selbstzerstörerische Verhalten völlig unverständlich: Die Investoren sehen nicht nur zu wie ihr Geld verbrennt, sie schütten auch noch fleissig Petroleum nach in dem sie Redaktionsstellen mit windigen Kriecherkreaturen statt mit Journalisten besetzen, die rechtschaffen ihrem Beruf nachgehen.


Am 08. Februar 2016 schrieb Gideon Rugai:

Mein Gott, wir reden hier vom ERSTEN deutschen Fernsehen mit der ERSTEN Nachrichtensendung überhaupt - wer würde sich schon gegen die Epigonen von Köpke & Co stellen wollen? Erst dann ist die Welt ab 20:00 Uhr doch wieder richtig in Ordnung!! Mönsch ! Wenn wir dem seriös-sonoren Singsang dem noch immer traditonell vom Blatt abgelesenen Nach-richten lauschen dürfen, anstatt vom Teleprompter "abgesabbeltes" Infotainment-Neusprech zu ertragen?
Da denken wir immer, es muß gleich MK-Ultra sein, um die Massen zu mind-con-trollen...nein, nein, nicht doch :
Ein bisschen strahlende Nestwärme bei gleichzeitiger Hirnwellenberuhigung via "Rundfunk" und schon sind wir mesmerisiert, nippen an unserem Restkaffee vom Nachmittagskränzchen und freuen uns millionenfach & all-abendlich , dass die Damen und Herren uns dort so hübsch adrett und aufrichtig in den verdienten Feierabend schubsen - man gönnt sich ja sonst nix (mehr)..
Apropos Rundfunk: Von einem befreundeten Rundfunk- Historiker habe ich so ein Gefühl dafür bekommen wie es so sein muss "Rundfunker" zu sein...eine hermetisch abgeschlossene Familie hat man da , so wie der deutsche Bahner (trotz Privatisierung), wenn er es denn geschafft in den Schoß der perfekten Wahlfamilie zu gelangen, dort nie wieder losgelassen wird - und auch an nix anderes mehr zu denken imstande ist.
Achja, und neulich wurde ich (appropos) Herrn Gniffkes´ fototechnisch abgelichteten Antlitz gewahr : Huch! Hatte ich einen so kalten wie smarten Neolib-Medienmanager mit soziopathischem Charisma erwartet, saß da nur ein traurig-blasser Bürokrat (mit akademischen Background) mit Hängeschultern & berufsbedingtem Haarausfall,im farblosen Dienstanzug hängend...da wurde mir dann klar was da alles faul sein muss, im Staate Dänemark....
 


Am 08. Februar 2016 schrieb Lutz Jahoda:

Aus Zwinglichkeits- und Dringlichkeitsgründen,
Wichtiges zwiegenäht zu verkünden,
bitte ich mir nachzusehen,
den Meistern im Umdeuten und Verdrehen deren Sünden noch einmal aufzuschreiben,
und kräftig unter die Nase zu reiben:

DEN QUALITÄTSJOURNALISTEN
INS STAMMBUCH

Die Absicht quillt aus Ritzen und Spalten,
beleidigt den gesunden Verstand.
Macht Schluss, uns derart für blöde zu halten,
uns zu verunsichern und zu spalten.
Wir leben nicht im Dummerland!

Kann sein, dass Washington sich freute.
Ich sage: Ihr habt es mal wieder vergeigt!
Was lasst Ihr mit Euch machen, Leute
von "Tagesthemen" und von "heute"?
Sprecht endlich ein Machtwort oder streikt!


Am 08. Februar 2016 schrieb Benny Thomas Olieni:

Ausgezeichnete Analyse und Zurückweisung der ARD-tagesschau - Propaganda.

Traurig, daß sich immer wieder Presstituierte für diese schmutzige Arbeit der Fehlinformation der Mitmenschen finden - noch trauriger, daß es in der Leitung der Redaktionen und der Sender offensichtlich willfährige Vasallen der Interessen der Machthaber hinter den US-Politmarionetten gibt.

Wie lautete kürzlich ein satirisches Wahlkampf-Plakat in den USA:

Goldman-Sachs for President.

Die öffentlich-rechtlichen Presstituierten zerstören ihr Vertrauenskapital ebenso systematisch, wie die der privat `besessenen´
Massenmedien. Sie zerstören damit einen wesentlichen Teil einer nach Freiheit und Demokratie strebenden Gesellschaft. So werden sie zu Wegbereitern des Totalitären und des Krieges. Ekelhaft und tragisch.

Herzlichen Dank an Uli Gellermann und an die Herren Klinkhammer & Bräutigam für die aufklärende journalistische Arbeit!

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