Russen machen deutschen Wahlkampf

Diese Verschwörung wird die Tagesschau bald enthüllen

Autor: U. Gellermann
Datum: 21. August 2017

Nichts ist entschieden." Und: "Wir haben gekämpft und aufgeholt. Was damals ging, das geht heute auch“. Das rief Gerhard Schröder jüngst dem SPD Kanzlerkandidaten Martin Schulz zu. Und der Ex-Kanzler versprach, den Hoffnungskanzler zu unterstützen. Wer bei Verstand war, der wusste, dass der Einsatz von Schröder – die brutalstmögliche Erinnerung an die Agenda 2010, an Hartz Vier und die Riester-Rente – der SPD nur schaden würde. Doch, wie unsere Moskauer Korrespondentin Golineh Atai enthüllt, wollten die Russen die damit absehbare Niederlage der SPD nicht hinnehmen. In einer der vielen Kreml-Hinterzimmer konnte Atai erlauschen, dass der Vorschlag von Ministerpräsident Dmitrij Medwedjew, den Altkanzler Gerhard Schröder als Aufsichtsrat für den Ölkonzern Rosneft zu verpflichten, nur ein Fake war: Angesichts der russophoben deutschen Öffentlichkeit würde diese Überlegung Schröder aus dem Wahlkampf werfen. Deshalb: Finger weg von Schröder. Nur so, erfuhr Atai an der Wand, könne Schaden von der SPD abgewendet werden. Doch offenkundig reichte den Russen die Schröder-Variante nicht. Denn, so Atai, in einem anderen Hinterzimmer ist ein Foto-Fake in Arbeit, das Angela Merkel beim Schrauben unter einem VW-Diesel zeigt. Wie unsere Korrespondentin weiter erfuhr, soll damit nicht nur Einfluss auf die deutschen Wahlen genommen sondern auch der Verkauf des russischen „Lada“ angekurbelt werden. Alles weitere in der nächsten Tagesschau.


Eingabe zu ARD-Aktuell: Russophobie

1. Protest in Sibirien: Pussy-Riot-Aktivistinnen freigelassen
2. Tagesschau vom 10.8.2017, 20.00, Mehmet Scholl 
 
Sehr geehrte Damen und Herren, 

am 7.8.2017 war auf Tagesschau.de zu lesen:  
"Nach einigen Stunden in Polizeigewahrsam sind zwei Pussy-Riot-Mitglieder wieder auf freiem Fuß. Nach eigener Darstellung ordnete ein Richter im sibirischen Jakutsk die Freilassung an, weil Polizisten Dokumente falsch ausgefüllt hatten. Zwei Mitglieder der russischen Frauen-Punkband Pussy Riot sind nach einigen Stunden in Polizeigewahrsam wieder freigelassen worden. Via Facebook teilte Olga Borisowa mit, nach ihrer Festnahme seien sie und Maria Aljochina mehrere Stunden Stunden festgehalten und dann wieder freigelassen worden, weil die Polizei Dokumente falsch ausgefüllt habe. Das hätte ein Richter festgestellt und deshalb die Freilassung angeordnet, so Borisowa......"  
Jeder halbwegs verständige Mensch fragt sich, welche journalistische Relevanz eine derartige Meldung in den Augen der Redaktion haben kann, dass die so etwas auf der Seite der wichtigsten deutschen Nachrichtensendung platziert. Die Antwort gaben die Zuschauer: Keine. Deutlich wird das am Fehlen jeglicher Zuschauerreaktion im Forum. 
Es gab foglich nur eine propagandistische Relevanz: am Ball bleiben bei der Pflege russlandfeindlicher Emotionen. Findet sich mal nichts Greifbares über den "Kreml-Chef" Putin, über russisches Doping oder Geheimdiensteingriffe in die Wahlen in fremden Ländern, dann müssen eben die ausgelutschten Geschichten mit den Pussy-Riots herhalten, sie sind im Zweifel immer für eine Gniffke-Nummer gut. 
In den maßgeblichen Richtlinien für die Arbeit von ARD-aktuell heisst es: 
"Die Programme und Angebote der ARD haben der Allgemeinheit einen umfassenden Überblick über das internationale, europäische, nationale und regionale Geschehen in allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben." 
Warum und inwiefern das Ereignis um die Pussy-Riots als Teil des wesentlichen Lebensbereichs demnach berichtenswert war, dürfte auch der Chefredakteur nicht logisch erklären können. Die Auswahl dieser Null-Nachricht ist nicht einmal mit akrobatischen Verrenkungen in Einklang zu bringen mit der staatsvertraglichen Pflicht, "anerkannte journalistischen Grundsätze“ zu berücksichtigen. Antirussische Propaganda im Tagesschau-Nachrichtengewand kann man mit Anstand nicht als Journalismus ausgeben. 

Ganz anders dagegen die Berichterstattung über den Fall "Mehmet Scholl". Obwohl die ARD ihren Experten Scholl offensichtlich zu nötigen versuchte, seine Fußballspiel-Kommentierung mit russophob-ausgerichteten fünf Jahre alten Doping-Verdächtigungen auszugestalten, widersetzte der sich dieser Propagandaabsicht erfreulicherweise – und warf den Bettel hin. ein Vorgang von größtem Interesse für ein Millionenpublikum an Freunden des Fußballsports, Scholl war eine Ikone für die Fans. Dennoch gab es über seinen rauschenden Abgang als Kommentator nur eine äußerst knappe Meldung ganz am Schluss einer Tagesschau-Ausgabe. Scholls nachvollziehbare Begründung, Auslassungen über russisches Doping hätten in der Berichterstattung über das Spiel nichts zu suchen gehabt, wurde verschleiert. Stattdessen tat die Redaktion so, als sei es bei der Vertragsauflösung lediglich um irgendeine eine nicht ganz verständliche Meinungsverschiedenheit gegangen und nicht etwa um den ARD-Versuch einer massiven, mit "ollen Kamellen" und bösartigen Verdächtigungen gespickten Instrumentalisierung der Sportberichterstattung. Eine dermaßen verzerrende Darstellung ist ebenfalls mit den Programm-Richtlinien unvereinbar.
Dass Dr. Gniffke bezüglich der Doping-Berichterstattung reichlich beschränkten Betrachtungen folgt, war bereits Gegenstand früherer Programmbeschwerden, an die wir hier erinnern wollen. Auch zum hier angesprochenen Fall meinen wir: Es geht Dr. Gniffke und den öffentlich-rechtlichen Sportjournalisten nur formal und vordergründig um den Kampf gegen das Doping. Faktisch erzeugen und verbreiten sie ein unverdientes und unangebrachtes Saubermann-Image des deutschen Sports und leben ihre antirussischen Emotionen aus. Mit anderen Worten: Sie missbrauchen ihre Funktionen in den öffentlich-rechtlichen Sendern, als stünden sie nicht in Diensten der (zahlenden) Öffentlichkeit, sondern seien die publizistischen Vollzugsorgane unserer russlandfeindlichen Regierung. Gut, dass es noch eigenständig denkende Fussball-Idole wie Mehmet Scholl oder auch Uli Hoeneß gibt, die sich dem widersetzen. Lobenswert auch der Kapitän der Nationalmannschaft, Julian Draxler, der sich nach dem Confed-Turnier ausdrücklich im Namen der National-Mannschaft für die russische Gastfreundschaft bedankte.
http://www.nachdenkseiten.de/?p=39596
 
Mit freundlichem Gruß 

F. Klinkhammer V. Bräutigam

Das Buch zur Beschwerde:
http://shop.papyrossa.de/Gellermann-Uli-Klinkhammer-Friedhelm-Braeutigam-Volker-Die-Macht-um-acht


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 23. August 2017 schrieb Simone Birgersson:

Einfach köstlich die Vorstellung von "Angela Merkel beim Schrauben unter einem VW-Diesel". Da wird sie sicher eine Weile liegen bleiben müssen, denn bei ihrem letzten Versuch, eigenhändig einen Automotor wieder in Gang zu bringen, war es wohl eher ein Trabby. Und so ein stotternder Motor kann selbst eine Angela aus dem Konzept bringen. Und das auch noch bei VW, denn seit Jahrzehnten wissen wir doch: der läuft und läuft und . . .
Darum überläßt sie diese Marke wohl doch lieber der SPD. Dem Gerhard aber besser nicht, der muss jetzt dafür sorgen, Gasleitungen von amerikanischem Grobstaub frei zu pusten. Und was so ein Buchhändler wie Martin an handwerklichem Geschick zu bieten hat werden wir wohl nie erfahren, der wird vorher abgekanzelt.

Aber eigentlich kann ich mir Frau Merkel unter einem Volkswagen auch nicht so richtig vorstellen, da passt doch wohl eher ein Daimler. Der gibt ja auch schon Motorengeräusche von sich, wie wir erfahren durften. In Wahlkampfzeiten empfiehlt sich dann vielleicht am besten so ein Unimog oder gleich ein Panzer, da hat man noch keine Probleme bekommen mit dem Schadstoffausstoß. Oder hat schon jemand Klagen aus den Importländern wie Saudiarabien oder den Nutzungsregionen in Afghanistan z.B. gehört über Feinstaubbelastung und Abgasmanipulationen?

Schön auch, dass wir aus den Programmbeschwerden neben der fundierten Kritik an der großen Verdummungsmaschine auch immer wieder mal beruhigende Informationen über deren Wirkungsgrad erfahren können. So war die Geschichte mit den Pussy-Riots wohl ein Schuß in den Ofen. Selbst Schuld, wenn man nicht checkt, dass mit Punk-Girlies eben doch keine Staatspropaganda zu machen ist. Aber nun haben sich die Russen jetzt an einem Vertreter der Hochkultur vergriffen, einem Regisseur namens Serebrennikow, wie ich heute aus dem Deutschlandfunk vernehmen durfte (Ich schaue ja keine Tagesschau mehr, aber da war es bestimmt auch Thema). Noch dazu an einem, der in Stuttgart Hänsel + Gretel zur Aufführung bringen sollte, eine Oper, von der man weiß, dass sie voller verborgener Regimekritik steckt. Dieser Serebrennikow wird beschuldigt ungefähr eine Mio russischer Staatsgelder veruntreut zu haben. Ein unmöglicher Vorwurf, wo man doch weiß, Regimekritiker machen sowas nicht. Worin allerdings seine Leistung als Regimekritiker besteht, bekamen wir leider nicht zu hören. Wenn uns da man nicht wieder einer hänselt und uns statt des saftigen Fleisches nur den mageren Knochen zu beißen gibt.

Aus Gniffkes Hinterzimmer übrigens war zu vernehmen, die Tagesschau solle ab jetzt die Festnahmen aller Regierungskritiker weltweit melden. Deshalb beginnt sie demnächst täglich um 0.01 h und endet um 23.59 h. Für die deutschen Regierungskritiker reicht die Zeit dann leider nicht mehr. Die Informationen dazu können sich die ungewöhnlich gut informierten deutschen Mediennutzer selbst bei den Regionalsendern oder Bild, Welt, Spiegel, SZ oder wie sie alle heißen die Qualitätsmedien, holen. Wozu gibt es denn schließlich das Netzwerk Recherche. Am Ende muß auch Raum zum Innehalten bleiben, am besten durch die Deutschland- und Europahymne. Auf denn, Freunde schnöder Bigötterfunken.

Was für die Tagesschau gilt, kann man inhaltlich und politisch ebenso auf den Deutschlandfunk übertragen mittlerweile. Deshalb lese auch ich als eingefleischte Radiohörerin diese Seite immer wieder mit Gewinn. Von daher drängt es mich, euch, den „Machern" Uli, Friedhelm und Volker, für den unermüdlichen Einsatz, die gut recherchierten Informationen und Quellen und den Humor, der dem die richtige Würze und Schärfe verleiht, ein kräftiges Dankeschön zu sagen.


Am 22. August 2017 schrieb Anke Zimmermann:

Das kommt so sicher wie das Amen in der Kirche. Ich bin ja so gespannt wen Putin im Wahlkampf unterstützen wird und wie?
Es muß Mutti sein, die Umfragen können nicht stimmen. Wie geschickt Putin die SPD mit dem Schröder ausgebremst hat. Hat er Sarah Wagenknecht den Hummer bezahlt? Oder sind es Kreml-Strahlen aus dem All, die unsere Hirne auf Mutti hin vernebeln? Unwahrscheinlich, tun ja schon die MSM. So oder so, es wird mit Sicherheit eine irre Geschichte werden.

Darum liebe Rundfunkräte Aluhüte auf und ganz fest zurren.


Am 22. August 2017 schrieb Michael Degler:

Nu stell ich mich mal janz dumm: eine Punkband besteht aus Musikern die ihr tun unter die Leute bringen wollen und damit auch Geld verdienen wollen. Dazu gehört, dass sie ihre Instrumente wenigstens einigermaßen beherrschen um eine Anerkennung zu bewirken. Wo kann man eine CD von Pussy Riot bekommen? Ich bleibe wohl lieber bei Metallica


Am 22. August 2017 schrieb Karola Schramm:

Frau Atai kenne ich nicht, kann also nichts zu ihr sagen, googelte aber ein wenig und siehe da, es gibt noch viele Andere, die ihre Berichterstattung aus der Ukraine und was Russland angeht, sehr unseriös finden.

Besser finde ich die Programmbeschwerde in Sachen Priorität.
Das erstgenannte Thema Pussy Riot sollte vielleicht nur junge Menschen ansprechen, die einen Hang zur Kunst-Perversion haben und - oder aber - zeigen wollten, dass die russische Polizei einerseits die Dokumente falsch ausgestellt habe, andererseits ein Richter dies erkannt und für eine umgehende Freilassung sorgte, was ja auch heißen könnte: So diktatorisch ist die russische Justiz eben doch nicht, wie gerne vom Westen gewünscht wird.

Vielleicht gibt es ja bei der ARD Nachrichtenwerte ersten und zweiten Grades ?
Zum zweiten scheint dann Mehmet Scholl zu gehören. Seine Geschichte möglichst klein halten, es könnte ja Nachahmer geben. Denn dann wäre das deutsche Saubermann Märchen vorbei. Dreck am Stecken haben alle anderen Länder, nur Deutschland ist edel und rein. DAS ist die große Angst der ÖR TV und Print Medien sowie der Regierung, dass d


Am 21. August 2017 schrieb Lutz Jahoda:

REQIESCAT IN PACE

Ist Selbstbeerdigung zu erlauben?
Gewiss, falls diese das Landeswohl schützt.
Gern spendier ich die Sargdeckelschrauben.
Hoffend, dass auch dieser Vierzeiler nützt.


Am 21. August 2017 schrieb Lisa Lingen:

Bräutigam und Klikhammer geben nie auf! Und das ist auch gut so.

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