Ronald Pofalla

Die Armutswanderung eines Merkel-Knappen

Autor: U. Gellermann
Datum: 06. Januar 2014

Es war einer der besinnlichen Tage während der Koalitionsverhandlungen. Der politische Betrieb stockte faktisch. Denn erst nach der Bildung einer neuen Regierung würde es wieder richtig losgehen. Ronald Pofalla, Chef des Bundeskanzleramtes, saß in seinem Büro und rechnete so vor sich hin: Da waren die 8.000 Euro monatlich aus seinem Bundestagsmandat, dazu kamen die rund 14.000 Euro monatlich aus seiner Tätigkeit als Bundesminister für besondere Aufgaben, macht unterm Strich 22.000. Aber die Kosten! Zwei Scheidungen, also zweimal Unterhalt. Pofalla seufzte, zog das Kleingeld aus der Hosentasche, zählte und kam auf magere zweidreiundfünfzig. Es konnte nicht mehr so weitergehen.

Der arme Pofalla - mit einem schweren karnevalesken Akzent auf die Welt gekommen, verschärft durch ein durchdringendes Näseln - hatte schon während des Studiums Finanzprobleme. Aber der junge, aufstrebende CDU-Politiker fand einen reichen Gönner, der ihn mit monatlich 1.200 Mark unterstützte. Der Unternehmer Bernhard Josef Schönmackers, der mit dem CDU-Jungstar einen "Beratervertrag" abschloss, betrieb im Kreis Kleve eine Reihe von Entsorgungs- und Umweltfirmen. Wer aus Müll Gold machen will, der muss mit den Ämtern reden. Und in den Ämtern sitzen die Parteileute. Dort wird über die Vergabe der kommunalen Müllentsorgung entschieden. Deshalb war eine Investition in den geldhungrigen Pofalla eine gute Investition. Sinn und Zweck dieser Anlage, sagte Schönmackers, habe in "der politischen Unterstützung des Aufbaus und der Erweiterung unseres Betriebes“ bestanden."

Als Pofalla mal wieder in Geldnot war, seine Ehe war 1996 in die Brüche gegangen, brauchte der arme Ronald, obwohl er längst gut bestallter Rechtsanwalt war und auch seine Bundestags-Diäten seit sechs Jahren pünktlich eintrafen, mal wieder dringend Geld: 150.000 Mark. Sein Unternehmerfreund ließ sich nicht lumpen und legte die Summe auf den Tisch. Schönmackers wunderte sich allerdings, dass der CDU-Funktionär das Geld bar haben wollte. Er hatte angenommen, "dass solche Geldbewegungen von Konto zu Konto zu erfolgen haben". Und als der Müllbaron mal wieder Besuch von der Steuerfahndung bekam, gab er zu Protokoll, er habe seinen Schützling Pofalla "regelmäßig" auf die Rückzahlung angesprochen, der aber habe "jedes Mal weiterhin den Wunsch geäußert, diese Rückzahlung zu verschieben". Ob das Darlehn jemals zurückgezahlt wurde, ist unbekannt.

Immer wenn es um dubioses Geld geht, ist Ronald zur Stelle. Als in den 90er Jahren der CDU mal 2,1 Millionen abhanden gekommen waren und Kanzler Kohl zwar zugab, dass er das Geld an der Kasse seiner Partei und dem Fiskus und dem Parteiengesetz vorbei gemogelt hatte aber leider den Spendern eine Schweigegelöbnis gegeben habe, da war es ausgerechnet die Anwalts-Sozietät in der Pofalla tätig war, die sich des Kohl-Omerta-Falles annahm. Die Sozietät Holthoff-Pförtner (Essen/Berlin) erreichte im Fall Kohl, dass das Verfahren gegen die Zahlung von 300.000 DM eingestellt wurde. Man weiß nicht ob der lumpige Betrag von Schönmackers gezahlt wurde. Oder ob der Sozietätschef Holthoff-Pförtner eingesprungen ist. Können hätte er schon können: Immerhin ist er Sprecher der "Funke Familien Gesellschaft" (früher WAZ-Medien-Gruppe), die mit 27 Tageszeitungen, 13 Wochenzeitungen, 175 Publikums- und Fachzeitschriften, 99 Anzeigenblättern und 400 Kundenzeitschriften eine gute Milliarde Umsatz jährlich anschafft.

Als steuerliche Ermittlungen gegen Holthoff-Pförtner liefen, fanden die Finanzbeamten bei Pofalla einen "ungeklärten Vermögenszuwachs“ in Höhe von 700.000 Mark. Im Laufe des Verfahrens bejahte die Staatsanwaltschaft Kleve einen Tatverdacht und sprach sich für eine Hausdurchsuchung aus. Dazu musste aber die Immunität des Bundestagsabgeordneten aufgehoben werden. Als das dann gelang, war bei Pofalla nichts mehr zu finden. So blieb die Herkunft einer knappen Million "Vermögenszuwachs" ungeklärt. - Wer heute auf die offizielle Bundestags-Web-Seite des CDU-Bundestagsabgeordneten geht, findet unter dem Punkt "Veröffentlichungspflichtige Angaben" einen höchst interessanten Hinweis: "Individuelle Erläuterungen zu den Veröffentlichungspflichtigen Angaben finden sich auf der Homepage von Ronald Pofalla". Wer diesem Link folgt, findet auf der Pofalla-Homepage: NICHTS. Obwohl der Bundestag zwingend vorschreibt, dass zum Beispiel "Entgeltliche Tätigkeiten neben dem Mandat" oder "Funktionen in Unternehmen" angegeben werden müssen, prangt Pofallas Mitarbeiter-Foto nach wie vor auf der Website der dubiosen Sozietät Holthoff-Pförtner. Aber dazu gibt er nichts an. Wer so lange auf dem Schoß der Kanzlerin gesessen hat, der muss sich augenscheinlich nicht an die Regeln halten.

Als nun der arme Pofalla sich seiner Armut bewusst wurde, beschloss er in finanziell bessere Gefilde der Bundesrepublik abzuwandern. Zwischen 1,2 und 1,8 Millionen jährlich schwebten ihm vor. Die Summen, sagte er sich, könnten doch zum Bespiel beim Staatsbetrieb Deutsche Bahn zu erzielen sein. Wann er seine Wünsche der Frau Merkel vorgetragen hat ist unbekannt. Sicher ist nur, er wird ihr einen Vorschlag gemacht haben, den die Kanzlerin nicht hat ablehnen können. Denn so einer wie Pofalla weiß viel. So einer muss abgefunden werden. Und wer jetzt laut MAFIA schreit, der beleidigt die ehrenwerte Gesellschaft. Denn die würde ihre unlauteren Geschäfte nie so schamlos in aller Öffentlichkeit abwickeln.

Das Buch zum Schmock


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 12. Januar 2014 schrieb Pat Hall:

Vielen Dank an die Redaktion und all Jenen die sich bemühen Licht in das dickicht von Politik zu bringen.
Immer mehr habe ich den Eindruck,daß wir von einer Bande von Betrügern regiert werden !
Hier möchte ich auch noch auf einen Beitrag der Nachdenkseiten hinweisen,was es mit dem "Hochschulgesetz" in NRW zu beschließen,zu tun hat,


Am 11. Januar 2014 schrieb Gilbert Kallenborn:

Mutig
Detailliert
Kämpferisch -Weiter so !


Am 11. Januar 2014 schrieb Jürgen Oskar Paul Brauerhoch:

Ich finde, man sollte diesen Nobody nicht so wichtig nehmen und ihn möglichst bald ins Abseits stellen---und nicht zur Bahn, die hat schon Pannen genug! Gruß JOB


Am 11. Januar 2014 schrieb Klaus Neumann:

Fiktion oder Wirklickeit?

Am 06. Januar 2014 schrieb Inge Koslowski:

"Ich bin über den Lebenslauf den Sie von Pofalla zeichnen völlig entsetzt. Haben Sie diese Einzelheiten gefunden oder erfunden? Und: Wenn sie nicht erfunden sind, hat die Kanzlerin davon gewusst als sie ihn einstellte?"

Nun, liebe Frau Koslowski, ich darf Sie Ihrer Zweifel ob der Katastrophenpersonalie Pofalla entheben. Sie dürfen selber recherchieren, hier http://de.wikipedia.org/wiki/Ronald_Pofalla
Und Sie dürfen selber entscheiden, was oder ob Frau Merkel etwas gewusst hat.

Wenn Sie sich ein wenig bei den Einstellungsbegründungen zu einer Strafverfolgung durch die immer politisch abhängig agierenden Staatsanwaltschaften auskennen, dann wissen Sie auch folgendes Zitat aus dem Wiki-Text zu interpretieren: " Die Steuerfahndung ermittelte bereits 1996, da Pofalla im Jahr 1994 ein ungeklärter Betrag von 1,4 Millionen D-Mark zugeflossen sein soll, doch wurde auch dieser Fall geschlossen, da kein Anlass zu Ermittlungen vorlag." Genau! Kein Anlass! Deswegen nicht, hier zur Hackordnung in den politisch völlig "unabhängig" agierenden Strafverfolgungsbehörden: http://www.are-org.de/are/?q=de/node/1060

Und ja, gegen Übereifrige schützte auch mal, als es nun wirklich einmal bei Herrn Wulff wegen einer Steuerhinterziehungsgeschichte anders ging, die damalige Frau Bundesjustizministerin. War so mit Aktenzeichen auf einem FAZ-thread über die Personalie Wulff nachzulesen oder es geht so wie 1984 (nein, nein, wie reden hier nicht über 1984! Wir reden über weit mehr, Snowden hat´s auch gesagt!) in Stuttgart, damit auch der letzte Schwachmaat verstanden hat, wie ein ordentlicher Staatsanwalt in einer dem Justizminister direkt untergebenen Behörde mit guten Connections zur Industrie zu funktionieren hat: in einem Fall der Verletzung der Aussenhandelsgesetze durch die Firma Imhausen wurden einem zu diensteifrig agierenden Staatsanwalt in der Stuttgarter Neckarstrasse 145, man merke sich die Adresse gut wegen Stuttgart 21 und dem 30.9.10 im Stuttgarter Schlosspark, die Akten während seines Urlaubes entzogen und er fand sich nach den Urlaub in die Führerscheinabteilung versetzt.

Nein, keine Ironie oder beissender Sarkasmus, solche Artikel wie dieser hier über Herrn Pofalla, sondern die Wirklichkeit, wie sich eine demokratisch legitimierte Nomenklatura einen Rechtsstaat gestaltet, wie sie ihn als Blütenreinwaschgang braucht.

Und die vierte Gewalt versagt sich dieser Thematik so gut wie vollständig bis auf den einen oder anderen Aufschrei wie bei Herrn Pofalle jetzt.

Deutsche Wirklichkeit seit Adenauer, der den gesamten Beamtenapparat, selbstverständlich nur nach erfolgreicher Entnazifizierung, bruchlos in diese Republik hinüber gerettet hatte. Deswegen: Politik und der Beamtenapparat wissen sich gegenseitig wohl zu schätzen und wissen auch, was man sich gegenseitig schuldet. Gleichschaltung per Handschlag sozusagen, wie auch an diesem Fall einmal mehr zu diagnostizieren.

Auf ein weiteres erfolgreiches Jahr in diesem Sinne! Cheers!


Am 07. Januar 2014 schrieb Hans-Udo Sattler:

Lieber Uli, also das mit dem Video wäre machbar. Müssten wir aber mit Darstellern noch nachstellen. Ich kann Dir schon mal aktuelle Bilder vom Unfallort für erste Spekulationen liefern: Da frage ich: Ging das denn alles mit rechten Dingen zu? - Die Bilder zu Deiner freien Verwendung..
Übrigens: Das Bundeswehrbattallion soll sich Angaben Einheimischer zufolge, hier im Westerwald mit Pauken und Trompeten verlaufen haben.

PS: Von der NSA habe ich bisher noch nichts gehört oder gelesen. Ich frage mal bei der amerikanischen Botschaft in Berlin nach; die hatte ich übrigens letztens doch angerufen, weil ich mein E-Mail-Passwort vergessen hatte, ist einfacher und billiger
als den teuren kostenpflichtigen IT-Support anzurufen...

Antwort von U. Gellermann:

Lieber Udo, meine Sorge ist: Es ging mit rechten Dingen zu. Ob es CSU-ler waren oder Mitglieder des rechten Seeheimer-SPD-Kreis: Sie könnten Dir aufgelauert haben, mancher von denen Deine Wade mit Deinem Knöchel verwechselt und sich so dem beinharten Terrorismus-Biss ergeben haben. Deshalb wollen wir umgehend Tatort-Fotos veröffentlicht. - Der Tip mit der amerikanischen Botschaft ist großartig: Ob die auch wissen, wo die 700.000 von Pofallas "ungeklärtem Vermögenszuwachs“ geblieben sind? Wie gut das Du mit denen befreundet bist. Denn wärest Du mit denen befeindet, müsste wir Dir Karten in dieses oder jenes ausländische Foltergefängnis schicken. Und Briefmarken werden immer teurer.

PS.
Bundeswehrtruppen verlaufen sich gern. Zuletzt wurden sie auf einem Wandertag in Afghanistan gesehen.


Am 07. Januar 2014 schrieb Michael Dubielczyk:

Guten Tag aus Duisburg, ich möchte gerne (wenn es denn geht) die Plattform Rationalgalerie abonnieren !

Antwort von U. Gellermann:

Herzlich willkommen.


Am 07. Januar 2014 schrieb Hans-Udo Sattler:

Dass die Hauptnachrichten der ARD und ZDF nun tagelang von Angela Merkels Verstauchung berichten, kann ich schon nachvollziehen. Das interessiert mich ungefähr so viel wie die langatmige TV+Hörfunkberichterstattung über die Rätsel und voraussichtlichen Erkenntnisse, die ein Amateur-Handy-Video über Schumis Unfall vielleicht oder auch nicht hergibt, wenn mans denn sieht. Aber die Medien habens auch noch nicht gesehen. Da berichten jetzt Korrespndenten drüber, mit Live und Telefone-Schalten. Also, ich finde das schon wichtig. Und es interessiert mich sehr, ob sich Angela Merkel einen blauen Fleck mehr oder weniger geholt hat. Es ist so, ich sags ja ungern, aber ich bin vorgestern beim Spazierengehen umgeknickt. Sehr schmerzhaft, übrigens. Ich habe einen dicken Fuss, mein Hausarzt sagt, ich solle ihn unbedingt hochlegen, die nächsten Tage. Ich solle nicht so lange am Schreibtisch sitzen usw. Nun wollte ich bei Dir nachfragen, ob das Deine Leser nicht auch interessiert. Ich könnte auch Röntgenbilder besorgen und ggf. mit einem Zeigestock auf einem Skelett zeigen, wo mein Aua genau ist und ein 10Minütiges Video mit der Unfallstelle im Wald? Vielleicht hätte der Förster den Waldweg besser sichern sollen? Schilder: Vorsicht rutschiger Waldboden, Umknickgefahr? Vielleicht machen wir auch eine Sondersendung? "Blog-Brisant?" "Blogosphäre-Exklusiv" oder so?

Antwort von U. Gellermann:

Können wir für die RATIONALGALERIE bitte ein Video über Deinen Spazierunfall haben? Keine Frage, dass Deine Blessur um vieles interessanter ist als Pofalla, die Deutsche Bahn und der Skiunfall von Frau Merkel. Auch nicht schlecht wäre ein Interview mit Dir über die Knöchelfrage im EU-Maßstab oder ob die NSA Deine Leiden dokumentiert hat. Schließlich hoffen wir auf einen Auftritt des Bundeswehr-Wachbattaillons mit Musik vor Deinem Krankenlager. Dir gute Besserung. Eine Heilung des Medien-Mainstreams ist kaum zu erwarten.


Am 07. Januar 2014 schrieb Ingrid Böhm-Duwe:

Ich stieß beim Lesen der Nachdenkseiten auf Ihre köstliche Satire bezüglich Herrn Pofalla. Ich würde gerne einige Auszüge (unter Quellenangabe) daraus in einem Beitrag verwenden.

Dass ich Ihre Beiträge köstlich finde, muss ich wohl nicht besonders betonen. ;-)


Am 06. Januar 2014 schrieb Christoph Pauli:

... sehr scharfsinnig ! Ihr Schreibe gefällt mir gut.
Ein echter glücksfund im Netz.
Werd gleich weiterlesen und natürlich wärmstens weiterempfehlen.


Am 06. Januar 2014 schrieb Reyes Carrillo:

Erster Impuls: Ach Gottchen, echt? Was für ein banales, vor allem dem Mammon hinterher hinkendes Leben! Dabei hatte ich nach “Halt die Fresse“ als erste menschliche Regung dieses blassen Mannes schon Hoffnung geschöpft gehabt.(Abgesehen davon fiele auch mir zum amtlich geprüften Talksesselerwärmer W. Bosbach nichts anderes ein.) Oder als er unter die Jecken ging und in einer vorgezogenen Karnevalssitzung die NSA-Affäre für „beendet“ erklärt hatte. Da zeigte der Mann, was in ihm steckt. Dachte ich. Und jetzt schütten Sie diesen Eimer derartig „biederer“ Eckdaten der sich immer irgendwie ähnelnden Karrieren altbekannter Raffke-Mentalität aus, die ja noch weit durchschnittlicher sind als selbst das geradezu provozierend-amorphe Antlitz dieses Mannes. Dafür vielen Dank! Vor allem, weil Sie während der Artikel-Recherche ja gelitten haben müssen wie selten: Einem bis unter die Tonsur zutiefst spießig-bieder-konservativem Es, das man seit Jahren in einer Mischung aus - meist schläfrigem - ungläubigen Staunen, angewidert sein und auch einer guten Portion aufrechten Mitleids am Rande wahrnahm, nun noch in die letzten dunklen Ecken zu leuchten, die dem Mainstream natürlich scheißegal waren. Mit dem Ergebnis: Im Lichtkegel der grellen Taschenlampe steht ein mieser, kleiner Möchtegern-Dagobert-Duck, der sich wie so viele Kollegen seiner Zunft auch dreist bereicherte und die Selbstbedienung als heiligen Ehrenkodex in sich trägt. Elektrisierend ist anders.

Das ist natürlich keine Kritik an Ihrem Artikel, das ist allein dem Protagonisten geschuldet. Ihr Artikel ist wie stets wunderbar geschrieben – und der in seinem Büro missmutig vor sich hin rechnende Pofalla ein Träumchen!

Bei einer Frage bin ich allerdings noch unentschieden: Hat Es wirklich die Aufnahme in die heiligen Hallen Ihres göttlichen „Schmocks“ verdient? Es gibt viel Für und Wider. Letztlich aber bezweifle ich es doch, denn alles zusammengefasst trotz verheerendem Führungszeugnis hinterlässt doch diese Figur (auch emotional): eigentlich Nichts.


Am 06. Januar 2014 schrieb Brigitte Mensah-Attoh:

E S T U T S O GUT - denn das was immer DU schreibst, war und ist erfahrungsgemäß hieb- und stichfest - ist quasi DEIN MARKENZEICHEN - so wie man Dich allgemein einschätzt und inzwischen zu kennen glaubt. Was immer Du schreibst, hat rein gar nichts von dem Reißerischen - nur um des "Umsatzes" willen. Es hängt einem doch wirklich schon zum Hals heraus, was einem täglich von anderer journalistischer Seite an unverdaulicher Kost so vorgesetzt wird!!!!!

Man kann sich, wie ich meine, bei der Rational-Galerie gänzlich mißtrauensfrei informieren und darauf vertrauen, daß es 1 : 1 so ist, was man liest. Es ist sozusagen eine gerade, bequeme Straße - ohne Schleich-, ohne Umwege!
Wie wohltuend , von Dir die "WAHRHEIT - hinter der Wahrheit" präsentiert zu bekommen, die oft so ganz anders aussieht - so wie im Falle von "Bilderbuch-Schmock" RONALD POFALLA, dem "Kanzlerinnen-Herzeige-Vertrauten" !
(Wunderbar auch Dein gerade veröffentlichtes SCHMOCK-BUCH, gefüllt mit vielen ähnlichen Entsprechungen! )

Die Rational-Galerie-Berichterstattung unterscheidet sich also sehr wohltuend von dem, was man uns tagtäglich so auftischt an lästiger, irreführender Sand-in-die-Augen-Streuerei....
Entsprechend gebührt Dir, lieber Uli Gellermann, ein großer Dank - und ganz zweifellos auch ein EHRENPREIS in Sachen seriöser und profunder Journalistik (ähm - ganz sicher entspricht das auch der Einschätzung vieler Deiner LeserInnen) !


Am 06. Januar 2014 schrieb Peter Lind:

Ach Gellermann, jetzt lösen Sie sich doch mal endlich von Ihrer alt-leninistischen Hoffnung, wonach auch eine Köchin einstmals den Staat regieren könnte. Das hat ja bekanntlich, wie auch Sie sicher wissen nicht geklappt. Da braucht es mehr, als nur Köchin zu sein, nämlich so was, wie unsere gegenwärtigen Politiker, die wahre Alleskönner sind.
Gestern noch eine marxistisch-leninistische geschulte Pfarrerstochter, und heute eine "Weltführerin" (Franz Josef Wagner in BILD). Wer sich gestern noch mit Arbeit und Soziales beschäftigte, kann heute schon Kampfdrohnen kommandieren, wer gestern noch 4,5 Millionen Mitarbeiter im öffentlichen Dienst zu führen hatte, kann (und darf) heute Kuhkacke beaufsichtigen. Und wer gestern noch nur als blöder Pöbler von der Isar auffiel, kann heute unser aller Verkehr lenken. Warum soll da nicht auch ein gestriger Geheimdienstkoordinator Eisenbahn können. Schließlich wurden ja auch einstige subalterne NSU-Aufklärungsverhinderer zu Führungspersonen von Aufklärungsgremien in besagter NSU-Affäre (Affäre ist doch in diesem Zusammenhang ein toller Begriff - finden Sie nicht?!).

Spaß (Spaß?) beiseite. Die Umpolung von Pofalla ist eigentlich nur die Fortsetzung der Grotesk-Tragödie aus den Jahren 1990 und ff., als dazumal zehntausende bundesdeutsche "Entwicklungshelfer" mit fast unbeschränkten Vollmachten und "Buschzulage(!)" den Osten dieses unseres deutschen Vaterlandes heimsuchten, den "Ossis?" den Gebrauch mit Messer und Gabel beizubringen. So auch bei der Eisenbahn. Bar jeder Sachkenntnis: BWL-Studienabbrecher, Juristen, "Koofmichs", fuhren sie mit chromblitzenden PKW in die ostdeutschen Eisenbahnbetriebe, um den langjährigen erfahrenen Ost-Eisenbahnern das Rad-Schiene-System zu erklären. Verkündeten, dass sich "Das" rechnen müsse, verlangten von den Eisenbahnern "eine neue Denke".

Und vieles von dem, was sie gegen den Rat von gestandenen Eisenbahnern einzuführen gedachten ging schon an den Rand des Strafbestands vom gefährlichen Eingriff in den Eisenbahnbetrieb. Oftmals konnten vorgesehene unqualifizierte Entscheidungen nur durch angedrohte Arbeitsverweigerung von Bahnbeschäftigten oder Verweigerung von Verantwortungsübernahme verhindert werden. Da, wo sich die inkompetenten "Aufbauhelfer" schließlich durchsetzten, waren die Folgen offensichtlich. Siehe die Berliner S-Bahn, oder auch unvergessen: die versuchte Wiederinbetriebnahme des Eisenbahnbetriebes auf der Berliner Stadtbahn nach der Totalsanierung in den 90er Jahren. Entgegen der Warnung von Fachleuten aus dem ostdeutschen Eisenbahnbetrieb nicht den gesamten Schienenverkehr mit einem Mal zu starten, sondern sich Stück um Stück in den Betrieb "einzuschleichen", mußte an besagtem Tag um 9 Uhr von allen möglichen Honoratioren das rote Band durchgeschnitten werden. Um 9.10 war dann der gesamte Betrieb zusammen gebrochen. In der Folge mußte der Eisenbahnviadukt um viele weitere Monate gesperrt und saniert werden. Um der Ehre halber soll aber betont sein, daß nicht alle sog. Entwicklungshelfer "Flachzangen" (ostdeutsche Einordnung selbiger) waren.
Selbst Helmut Kohl hatte diese Entwicklung, wenn auch erst im Nachhinein erkannt. Schließlich war ja nicht alles schlecht, was er gesagt hat. Am 9. November 2004, dem 15. Jahrestag des Falls der Mauer fand im Berliner Tränentempel am Bahnhof Friedrichstrasse eine denkwürdige Diskussionsveranstaltung mit ihm und Bärbel Bohley statt. Diese fragte ihn nunmehr nach den einst versprochenen "blühenden Landschaften". ?Ich wußte ja, daß Sie mit diesem Ladenhüter kommen (!)? erwiderte Kohl, um dann sogleich auf die sog. Aufbauhelfer zu kommen. Er gibt zu, daß da nicht immer die Besten "rüber geschickt" wurden. "Da gab es Leute aus Politik und Wirtschaft, die kannte ich schon von uns. Die waren schon im Westen total gescheitert. Da habe ich mich gefragt: was macht der denn hier, der war doch schon bei uns ein entsetzlicher Armleuchter".
Aber eigentlich war in Ihrem Beitrag, Herr Gellermann, von Ronald Pofalla die Rede. Ich will da nicht abschweifen.

Antwort von U. Gellermann:

Vorab eine Frage: Kennen Sie auch Jung-Leninisten? Wenn ja: Wie unterscheiden sich die von den Alt-Leninisten?

Zur Köchin: Ganz sicher gibt es Köchinnen die, nach Lenin, einen besseren Staatsbrei anrühren würden als die Physikerin an der Spitze der Bundesrepublik. Also müssen wir nur noch eine finden, die den Job machen wollte. Und eine Bewegung, die sie dahin bringt.

Ansonsten gestatten Sie mir Ihnen zuzustimmen. Außer in einem Punkt. Sie zitieren Kohl, der manchem westdeutschen Aufbauhelfer in der gewesenen DDR nachwarf, es seien nicht immer die Besten geschickt worden. Das bestreite ich: Bessere hatte der Westen nicht.


Am 06. Januar 2014 schrieb Heino Schütten:

Immer wieder lesenswert! Amüsant, informativ, lehrreich. Danke!


Am 06. Januar 2014 schrieb Der Emschergenosse:

Einen hast du vergessen im Eifer: Den Bundespopen. Hier sind Bestrebungen im Gange, auch ihn, bis er `heimkehrt´, im Amte zu belassen - so der NSA. Möglicherweise will man ihn zum Kaiser krönen

Aber das ist alles nichts gegen das Elend der kleinen Blockwartinnen und Blockwarte, die diese Hierarchie möglich machen, weil sie unten buckeln. Die JA-Sager, die Anschwärzer und Denunzianten, die Gerüchtestreuer von nebenan, die natürlich ! nicht die "FDJ-Tussi" gewählt haben, um dem Nachbarn zu schmeicheln.


Am 06. Januar 2014 schrieb Ulrich Fiege:

Der eine geht zur Bahn, der andere nach Daimler.
Ihre Nachricht: Wird ein Klassiker, "Die Armutswanderung eines Merkel-Knappen" erhellen den trüben Montagmorgen, doch verändert hat sich gar nichts!? Aus der Schwarzgeld-Szene: CDU schickt Eckart von Klaeden und Willi Hausmann nach Luzern:

"Großes Schwarzgeldtreffen in Luzern, Protokoll eines spontanen Betriebsausfluges"

http://www.titanic-magazin.de/heft/klassik/2001/juni/schwarzgeld1/

The same procedure as every year?

wünsche Ihnen Herr Gellermann eine allzeit spitze Feder für das Land, - und noch frische Jahr 2014!


Am 06. Januar 2014 schrieb Florence Garnier:

Lieber Uli, wann bekommst Du endlich einen Journalistenpreis?


Am 06. Januar 2014 schrieb Thomas Ullrich:

ZUM LESERBRIEF INGE KOSLOWSKI

"Zu 2: Es war die Einstellungsvoraussetzung."

Ich bin nicht völlig sicher, ob das stimmt. Ganz gewiss aber kein Hinderungsgrund!
Vielen Dank!


Am 06. Januar 2014 schrieb Inge Koslowski:

Ich bin über den Lebenslauf den Sie von Pofalla zeichnen völlig entsetzt. Haben Sie diese Einzelheiten gefunden oder erfunden? Und: Wenn sie nicht erfunden sind, hat die Kanzlerin davon gewusst als sie ihn einstellte?

Antwort von U. Gellermann:

Zur Frage 1: Alles GE-funden. Zu 2: Es war die Einstellungsvoraussetzung.


Am 06. Januar 2014 schrieb Steffen Skalé:

Dieser wunderbare Schmock verblüfft mich geradezu etwas, denn die Fakten, mit denen Sie hier aufwarten, "wenngleich" sie satirisch verwoben sind, die waren in meiner Erinnerung zum Staradvokaten Ronald Schagalla, ähm Pofalla, so nicht (mehr) abgespeichert. Das war wirklich mehr als erhellend, diese Zusammenhänge so wunderbar formuliert lesen zu dürfen.

Wenn man es sich realistisch durchdenkt, dann hat die deutsche Politik, (Schagalla ist ja leider nur einer von zig hundert, wenn nicht gar tausend Einzelfällen) ein Stadium an Filz und "Gefälligkeiten" erreicht, dass man sich eigentlich die Frage stellen müsste: Wollen wir sie (die Politik) nicht einfach mal abschalten, so wie der BR damals den Dieter H.? Das wäre nur mehr als konsequent und die NSA könnte in Ruhe ein Backup oder ein neues Release einspielen.

In diesem Sinne, beglücken Sie uns auch 2014 weiterhin so erheiternd und erhellend.

Antwort von U. Gellermann:

Die Idee mit dem Backup fand ich auf den ersten Blick prima. Aber dann dachte ich: Eine Endlosschleife von dem Zeug, das wir schon das ganze Jahr haben erdulden müssen? Es muss eine andere Lösung geben.

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