Programm beschwerde

ARD-aktuell Fake news - Facebook Security

Autor: U. Gellermann
Datum: 05. Mai 2017

Tagesschau 20:00 28.4.2017

http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts-19519.html
 
Sehr geehrte Rundfunkräte,
 
schon wieder werden die Zuschauer- und Zuschauerinnen mit ARD-aktuell fake news belästigt,
 
In der Tagesschau-Ausgabe hieß es:
Susanne Daubner: „Facebook hat erstmals eingeräumt, dass es auch staatlich unterstützte Versuche gibt, das weltgrößte soziale Netzwerk zur Desinformation zu missbrauchen. Der Bericht der Sicherheitsabteilung des US-Konzerns führt als Beispiele die Wahlen in den USA und Frankreich an. Dabei seien mit Hilfe gefälschter Profile bestimmte Meinungen und Falschinformationen in den Vordergrund gerückt worden.“
Alexander Westermann: „… Jetzt räumt Facebook in einem Sicherheitsbericht erstmals selbst ein, es habe solche Manipulationsversuche gegeben – auch von staatlichen Institutionen….“ 
Diese Information ist falsch.
Anders als Susanne Daubner und Alexander Westermann hier vortragen, hat facebook mit keinem einzigen Wort "eingeräumt, dass es staatlich unterstützte Versuche gibt, das weltgrößte soziale Netzwerk zur Desinformation zu missbrauchen.“ 
Im Sicherheitsreport von face-book ist nur an einer Stelle ein Hinweis auf staatliche Institutionen zu finden und zwar nur an einer Stelle. Dabei geht es um die Definition, was unter "Information Operation" zu verstehen ist. Facebook: Wir definieren Informationsoperationen, die Herausforderung, die den Kern dieses Berichts darstellt, als Aktionen von organisierten Akteuren (Regierungen oder nicht-staatlichen Akteuren), die die politische Stimmung im In- oder Ausland verzerren sollen und in der Regel strategische und/oder geopolitische Ziele verfolgen … ) 
Sonst kommt an keiner Stelle ein Wort darüber, dass es "staatlich unterstützte Versuche" gab, das soziale Netzwerk zu mißbrauchen. Im Gegenteil: Es heisst in dem Bericht, dass man gar nicht in der Lage ist, irgendwelche Hintermänner möglicher Manipulationen zu identifizieren, Folgerichtig kann man dann auch keine staatlichen Akteure benennen und überführen.
In den Programmrichtlinien heisst u.a.:"Berichterstattung und Informationssendungen haben den anerkannten journalistischen Grundsätzen, auch beim Einsatz virtueller Elemente, zu entsprechen. Sie müssen unabhängig und sachlich sein. Zur journalistischen Sorgfalt gehört, dass Tatsachenbehauptungen überprüft werden". Gegen diese Richtlinie wurde verstoßen. Erkennbar ging es der russophoben Nachrichtenredaktion darum, die nicht bewiesene Behauptung über russische Wahlkampfinterventionen in den USA subtil zu erhärten

F. Klinkhammer  V. Bräutigam


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 05. Mai 2017 schrieb Lutz Jahoda:


SÄTZE DER VERZWEIFLUNG
AUS DEUTSCHLANDS NORDEN

Filigran durchdacht und zierlich gehäkelt,
der Wunsch, es immer besser zu machen,
ist deutlich erkennbar. Wir geben uns Mühe.
An dieser Stelle bitte nicht lachen.
Was ist der Lohn? Es wird weiter gemäkelt.
gewohnt unbarmherzig, von beiden Seiten,
und wird übersehen, dass uns die Brühe
kunstvoll durchquirlter Schwierigkeiten
bereits bis unter die Kinnlade reicht.
Ein Fuck zum Good luck der Unterbreiter!
Die Dummen sind wir: die Aufbereiter!
Wir dümpeln zwischen durchgeistigt und seicht.
Auch wir hätten ´s gern mal unbeschwert heiter.
Wir Öffentlich-rechtlichen haben´s nicht leicht!


Am 05. Mai 2017 schrieb Hannes Nießlbeck:

Ganz offensichtlich ein Fall für den Faktenfinder der ARD ;-)



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