Peter Frey

Keine Frage: Nazis im ZDF-Bild

Autor: U. Gellermann
Datum: 29. September 2014

Einen "Unterton", der ihm nicht gefalle, hatte Peter Frey einer Frage von Gesine Lötzsch abgelauscht. Und wenn dem erhabenen Chefredakteur des ZDF ein ungefälliger Ton in die Quere kommt, dann beantwortet er schon mal gar keine Frage. Ist das klar? Zwar ist die Bundestagsabgeordnete Lötzsch für die Linkspartei im ZDF-Fernsehrat, hat also einen öffentlich-rechtlichen Auftrag zum Fragestellen, aber doch gefälligst nicht an den Chefredakteur. Auch wenn die Frage nach einem ZDF-Beitrag, in dem ukrainische Nazis mit Hakenkreuz und SS-Runen unkommentiert ausgestrahlt wurde, bereits von der JÜDISCHEN ALLGEMEINEN gestellt worden war.

Peter Frey ist der Wackel-Dackel, der dem Wunsch des damaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch entsprach, als der 2010 das CDU-Parteien-Privileg nach einem anderen ZDF-Chefredakteur brutalstmöglich durchsetzte. Während die CDU-Weigerung den Vertrag des Frey-Vorgängers Nikolaus Brender zu verlängern zu einer allgemein kritischen Medien-Debatte führte, dackelte der Koch-Kandidat Frey nur zu gern auf den gut dotierten Posten. Und Frey hatte sich ihn redlich verdient. In einem 2009 ausgestrahlten Sommerinterview mit Oskar Lafontaine, das selbst Gegnern der Linkspartei als pöbelhaft und unprofessionell erschien, empfahl sich Frey als Moderator für Höheres: Auf einem Punkt, dem angeblichen "Hinschmeissen" beharrend, Lafontaine ständig unterbrechend und ihn schon in der Anmoderation als "Belastung" der Linkspartei charakterisierend, bewährte er sich als Propaganda-Funktionär.

Jüngst erst nahm Frey eilfertig einen Beitrag der Satiresendung "Die Anstalt" aus der ZDF-Mediathek, als ihm der Herausgeber der ZEIT, Josef Joffe einen Beschwerdebrief schrieb weil er in der Sendung als das bezeichnet wurde was er ist: Mitglied eines auf die NATO orientierten Netzwerkes von Atlantikern. Diese Entlarvung musste dem ZDF-Cefredakteur zu weit gehen, ist er doch selbst in einem dieser atlantischen Vereine, dem "American Jewish Committee", einer US-Lobby-Organisation, deren Hautaufgabe darin besteht, eine Reform der Vereinten Nationen zu erreichen. Mit dem Ziel, die angebliche Ungleichbehandlung Israels im Zusammenhang mit Menschenrechtsfragen in den Palästinensischen Autonomiegebieten zu stoppen. Wie ein Mitglied dieser UNO-Umbau-Truppe die erforderliche journalistische Objektivität pflegen kann, wird ein Rätsel bleiben. Nicht zuletzt sitzt der ZDF-Chefredakteur gemeinsam mit Stefan Kornelius (SÜDDEUTSCHE ZEITUNG) und Klaus-Dieter Frankenberger (FAZ) im Beirat der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, eines Think Tanks im Geschäftsbereich des Bundesverteidigungsministeriums.

Auch Freys Funktion als Mitglied des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken riecht eher nach Lobbyismus denn nach journalistischer Sorgfaltspflicht. Wohl deshalb machte er sich Sorgen um den Verschwender-Bischof Tebartz von Elst, über den sich Häme und Spott ergossen hätten und ein "Shitstorm" das Gefühl der einheitlichen öffentlichen Meinung verstärkt habe. Der Höhepunkt von Freys Seilschaften ist aber seine Ernennung zum Fellow des von der Bertelsmann Stiftung getragenen CAP, des "Centrums für Angewandte Politikforschung“. Der hohe Funktionär eines staatlichen Senders macht sich mit dem größten privaten deutschen Medienkonzern gemein: So kommt öffentlich-rechtlich auf den Hund privater Einflussnahme.

"Wo ist die journalistische Sorgfaltspflicht des ZDF geblieben?" fragte die JÜDISCHE ALLGEMEINE, nachdem das ZDF Soldaten des Asow-Faschisten-Bataillons gezeigt hatte, die für die ukrainische Regierung die Stadt Mariupol halten sollten. Und die Bundestagsabgeordnete Lötzsch setzt diese Frage in einem Brief an Frey fort: Sie will jetzt schriftlich wissen, warum das ZDF Nazi-Formationen unkommentiert zeigt und warum dessen Chefredakteur keine Fragen beantwortet. Wäre Frey ehrlich, müsste er sagen, dass dem ZDF bisher die Nazi-Beteiligung an der ukrainischen Regierung völlig gleichgültig war und es jetzt auch nicht anfangen wolle seine stramm antirussische Berichterstattung zu ändern. Schließlich sei man ein Regierungssender und wolle es auch bleiben.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 01. Oktober 2014 schrieb Frank Burow:

Hallo Frau Schuette-Zipp,

könnten Sie bitte bei den ZDF-Reportern zurückfragen, Ihnen die ganz links stehenden Freiwilligenbatallione bei der Anti-Terror-Operation in der Ostukraine zu zeigen, die sie angetroffen haben ?

Vielen Dank

Frank


Am 30. September 2014 schrieb Brigitte Mensah-Attoh:

Danke Uli fürs Blick-Schärfen! Ohne Dich hätten Leute wie ich die ZDF-Berichterstattung und im Besonderen Leute wie Peter Frey sicher nicht in dem Maße hinterfragt, die für den interessierten Otto-Normal-Fernsehkonsumenten unerläßlich ist, um mehr von den Machenschaften im Hintergrund zu verstehen, die manipulativ sind und einzig "Meinungsmache" zum Ziel haben!!
Denn das betrifft ganz vor allem die wichtige Frage: Werden wir eigentlich r i c ht i g informiert?


Am 30. September 2014 schrieb Maren Kämper:

Hätten wir im Bundestag nicht jene übergreifende CDU-SPD-GRÜNE-Koaltion, die offenkundig alles abnickt was sich in ARD und ZDF so tut., müssten die Verhältnisse in den öffentlich-rechtlichen Sendern als Mediendiktatur bezeichnen. So aber genießen wir eine vollendete Demokratie: Die Opposition ist marginalisiert, die Staatssender sind gleichgeschaltet, die privaten Medien singen chorisch alle das selbe.


Am 29. September 2014 schrieb Lutz Jahoda:

Im braunen Ukraine-Sumpf
steckt Peter Frey, der Oberschlumpf,
und mit ihm rudern Kontrahenten
und Züchter fetter Meldungsenten.
Gebt zu, ihr habt euch übernommen!
Wird schwer, da wieder rauszukommen!


Am 29. September 2014 schrieb Christoph Pauli:

Auch putzig das Interview von der mit Preisen ausgezeichneten Golineh Atai mit dem berüchtigten Asow Batallion.
" kommt gesund wieder..." winkt sie zum Abschied.
Nach Abzug der Ukrainischen Truppen, bzw. der Nazi Batallione, werden die ersten Massengräber von geschändeten Zivilisten ausgehoben. Bestätigt von der OSZE.
Das waren bestimmt nicht die einzigen.
Ich bin schon gespannt auf das nächste Interview von Atai mit den wilden Kerlen von Asow...


Am 29. September 2014 schrieb Karl-Heinz Walloch:

Dass das ZDF sich langsam zum "rechten Sender" entwickelt ist mir seit langer Zeit bekannt. Nun reist Peter Frey auf dem SPD-Ticket - besser wäre für ihn AfD und der Herr Lucke aus Winden/Luhe - beide haben etwa die gleiche Körpergröße.
Ich glaube es war nicht die JÜDISCHE ALLGEMEINE mit dem der Protest gegen den Beitrag über den Rechten Sektor im ZDF begann. Am gleichen Abend habe ich den CDU Intendanten wie dem ZDF Fernsehrat - hier amtiert ein Ex-Generalsekretär und bekommt als Vorsitzender sein "wohlverdientes Gnadenbrot aus öffentlich-rechtlichen Kassen".
Als Polenz mir einen nichts sagenden Brief schrieb, habe ich Gesine Lötzsch von der LINKEN wie dem stellvertretenden Verdi-Vorsitzenden einen Brief geschrieben. G.L. hat mir sofort geanntwortet, daß sie das zum Thema machen würde. Der SOZIMANN von will da nicht einsteigen - getreu - was wir immer gesagt haben: "Wer hat uns verraten - Sozialdemokraten - wer hat recht..."


Am 29. September 2014 schrieb Christa Hartung:

Dass linke Abgeordnete ignoriert werden ist Teil der Normalität. Dass aber eine jüdische Zeitung und deren Frage ignoriert wird, ist ein sehr böses Zeichen: Wenn man (das ZDF) nicht einmal mehr darauf reagiert, dann ist der Kampf um die Ukraine in eine neues Stadium getreten.


Am 29. September 2014 schrieb Aleksander von Korty:

Nazisymbole hoffähig zu machen ist nur die Spitze des Eisbergs verlogener und gemeingefährlicher bürgerlicher Journaille. Letztendlich will des System und seine Medienhandlanger die Faschisten (auch hier) in der Hinterhand behalten, für alle Eventualitäten der gesellschaftlichen Entwicklung. "Der Schoss ist fruchtbar noch aus dem das kroch" Und die imperialistischen Schreiberlinge gießen fleißig, damit er ja nicht austrocknet.


Am 29. September 2014 schrieb Sabine Schütte-Zipp:

Belehrung durch das ZDF
Ihre Nachricht: Diese Antwort habe ich vom ZDF bekommen:

ZDF heute 08.09.2014 (Ticket: DE02-854850)
Zuschauerredaktion@zdf.de [Zuschauerredaktion@zdf.de]
Sie haben am 13.09.2014 um 08:31 geantwortet.
Gesendet: Freitag, 12. September 2014 11:05
An:
Schütte-Zipp, Sabine
Sehr geehrte Frau Schütte-Zipp,

vielen Dank für Ihre E-Mail an das ZDF.

Die Bilder der ukrainischen Soldaten, die am 8 September in den Nachrichten des ZDF zu sehen waren, sind keineswegs kommentarlos gezeigt wurden. Vielmehr wurde hier dokumentiert und im Text eingeordnet, dass ukrainische Freiwilligenbataillone wie die abgebildeten, aus ganz unterschiedlichen politischen Richtungen von ganz links bis extrem rechts stammen. Dies ist ein Teil der Wirklichkeit in den ostukrainischen Gebieten, die unsere Reporter antreffen und vermitteln.

Unser Reporter Bernhard Lichte hat ukrainische Milizionäre mit Hakenkreuzen und ähnlichen Symbolen gezeigt. Dies wurde im Text genau erläutert. Er sprach von Hardlinern und Freiwilligenbataillonen aus nahezu jedem politischem Spektrum. Die Einstellungen wurden als Bilddokumente verwendet, um zu zeigen, dass auch auf ukrainischer Seite Kämpfer mit zweifelhaftem politischen Hintergrund anzutreffen sind.

Den rechtlichen Rahmen der Berichterstattung beschreibt der § 86 StGB, der die Verbreitung von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen unter Strafe stellt. Das Gesetz findet keine Anwendung, " wenn das Propagandamittel oder die Handlung der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken dient." http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__86.html . Dies war in dem Beitrag in der ?heute?-Nachrichten eindeutig der Fall.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre ZDF-Zuschauerredaktion

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Original Anfrage:
Von: sabine.schuette-zipp
An: zuschauerredaktion@zdf.de
Datum: 10:09:2014
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Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bitte um Erklärung, wie es möglich sein kann, dass in Ihrer Sendung in einem Bericht aus der Ukraine Mitglieder des ASOW-Bataillons gezeigt werden, die ihre Helme mit Hakenkreuz und SS-Rune gekennzeichnet haben, ohne dass von Ihrer Seite diese Kennzeichnung irgendwie kommentiert wird. In Deutschland sind diese Abzeichen schließlich verboten oder irre ich mich?

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