Krieg flammt auf

TAGESSCHAU will nicht löschen

Autor: U. Gellermann
Datum: 09. Februar 2017

Wenn irgendwo irgendwas „aufflammt“, dann hat irgendwer irgendwie gezündelt. In einer Nachricht ist deshalb das „Flammen“ nur dann interessant, wenn der Brandstifter genannt wird. Sonst gerät die Nachricht zur puren Illustration. Leider verkommt die TAGESSCHAU immer dann, wenn sie „den Russen“ partout nicht für Brand und Mord verantwortlich machen kann, zum Schlachtenbummler. Es versteht sich, dass ohne Ursachen auch keine Brandbekämpfung möglich ist. So schützen solch scheinbar neutrale Informationen faktisch die Verursacher und schüren den Brandherd statt ihn zu löschen.

Programmbeschwerde:
Manipulierte Nachrichten über die Ukraine

http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts-18203.html
http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts-18207.html
 
Sehr geehrte NDR-Rundfunkräte,
Wetten dagegen nehmen wir nicht mehr an: Wenn ARD-aktuell über den geopolitischen Krisenherd Ukraine berichtet, dann manipulativ und mit Schlagseite. Allerdings schön verpackt in scheinneutralen Sätzen wie diesen:
„[...] Die Kämpfe zwischen den Konfliktparteien waren am vergangenen Wochenende wieder aufgeflammt.“
„ [...] schwersten Kämpfe seit mehr als einem Jahr, berichtet die OSZE [...] Panzer, Haubitzen, Mörser, schwere Waffen, die laut Minsker Abkommen nahe der Front verboten sind, würden wieder aufgefahren, sagt die OSZE, auf beiden Seiten. [...]  Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig. [...]“
Das Kritikwürdige daran: Die Informationen sind von ihren politischen und faktischen Kontexten „gereinigt“. Auch die hier zitierten Aussagen sind bestenfalls halbwahr, denn einen zeitgleichen „Ausbruch“ von Kämpfen gibt es nicht: Eine der beiden Seiten hat damit angefangen. Zum realitätsgerechten Verständnis der Vorgänge wäre es also notwendig, diese und andere Fragen zu klären und eine grundlegende, präzise Information über das erwähnte Minsker Abkommen anzubieten: Was ist vereinbart? Wer kommt welchen Bestimmungen nicht nach? Wer sabotiert? 
Das jedoch unterlässt die Redaktion ARD-aktuell, ganz abgesehen davon, dass sie sich offenbar nicht einmal selbst die klassische Frage stellt, die immer zu stellen ist: „Cui bono?“ Wem nützt der Grenzkrieg, wer hat ein Interesse daran?

Kein Interesse kann Moskau haben, denn die Kämpfe stören die neuerdings prinzipiell noch denkbare Annäherung der USA an Russland. Umgekehrt gibt es aber ein starkes Interesse der NATO, sie nutzt die Kämpfe, um ihre Expansionspolitik Richtung russische Grenzen zu „legitimieren“. Interesse am Kampfgetümmel haben ferner die obama-clintonistische Bellizistenfraktion in den USA und die antirussischen Trump-Widersacher in dessen eigenem Lager. Deren Frontmann, Senator McCain, hielt sich gerade in der Ukraine auf und verlangte, sogar die nazistischen Freikorps an der Frontlinie zum Donbass mit schweren Waffen zu beliefern. Quelle: https://southfront.org/john-mccain-calls-on-donald-trump-to-send-lethal-weapons-to-ukraine/   
Die Kämpfe liegen auch im Interesse des Kiewer Putschregimes Poroschenko. Die Ukraine ist praktisch bankrott und abhängig von milliardenschweren Zahlungen, die von den USA, der NATO, der EU und von Berlin erbettelt werden. Zu diesem Zweck hielt sich der korrupte Poroschenko gerade in Berlin auf, als es „zufällig“ im Donbass wieder losging. Quellen: https://deutsch.rt.com/inland/45927-treffen-im-bundeskanzleramt-merkel-und-poroschenko-ukraine-russland/ und  http://thesaker.is/how-the-kiev-regimes-war-on-donbass-broke-geopolitics-by-scott-humor/
Der Kiewer (!) Politologe M. Pogrebinski schrieb, Poroschenko wolle mit einem Angriff Russland zu einer harten Antwort provozieren, er sehe sich von Trumps Entspannungskurs selbst ins Abseits gedrängt. Originalquelle (kyrillsch): Quelle: http://ukraina.ru/exclusive/20170131/1018227751.html. 
Weitere Hinweise darauf, dass die ukrainische Armee und nazistische Freischärler mit den Kampfhandlungen begannen und dass das von langer Hand vorbereitet worden war: https://www.gazeta.ru/politics/2017/01/30_a_10499939.shtml (russisch)
Ferner:
https://consortiumnews.com/2017/02/01/ukraine-sabotages-trumps-russia-detente/
https://deutsch.rt.com/europa/46071-verletzung-waffenruhe-ostukraine-bbc/
https://de.sputniknews.com/politik/20170203314384483-awdijiwka-panzer-osze/
ARD-aktuell ging absichtlich nicht der naheliegenden Frage nach, welche Erkenntnisse die OSZE über die jüngste Verletzung des Minsker Abkommens hat. Die OSZE überwacht die „Frontlinie“ mit Beobachtern am Boden sowie mittels Drohnen und Satelliten, verfügt demnach über sekundengenaue Kenntnisse, wer wann womit das Feuer eröffnet hat. ARD-aktuell nahm ebensowenig wahr, dass die Rolle der unter starkem Einfluss der „Wertegemeinschaft“ WWG stehenden OSZE selbst problematisch ist und verschwieg, dass deren Beobachtergruppe in Donezk am 2. Februar fluchtartig mit Hab und Gut und ohne Mitteilung an die Offiziellen das Zentrum verlassen hatte – und dass dieses Zentrum kurz danach von der ukrainischen Artillerie u.a. mit einer Uragan-Rakete beschossen wurde, die bisher schwerste Verletzung des Minsker Abkommens seitens der Regierungstruppen. Es liegt nahe, dass die OSZE-Leute von Kiew zuvor gewarnt worden waren. Quellen:
https://youtu.be/tdB7Hi6i1Dc (russisch/ukrainisch)
https://www.heise.de/tp/features/Uragan-Rakete-explodiert-im-Zentrum-von-Donezk-3617673.html
Grundsätzliche Kritik: ARD-aktuell versäumt, die Kernbestimmungen des Minsker Abkommens in ihrer vertraglichen Abfolge darzustellen, obwohl sich daraus herleiten lässt, wem die Hauptschuld an dem Blutvergießen im Donbass zuzuschreiben ist.
1. Umfassende Waffenruhe, beginnend am 14. Februar 2015.
2. Pufferzone frei von schweren Waffen: je nach Waffenart Rückzug um 50 bis 140 km von der Frontlinie
3. Gefangenenaustausch.
4. Überwachung der Front durch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mit Unterstützung von Satelliten und Drohnen.
5. Innerhalb von 30 Tagen soll das ukrainische Parlament in Kiew eine Autonomie „bestimmter Regionen der Gebiete Lugansk und Donezk“ beschließen
6. Ab Ende 2015 sollen zwischen der Ostukraine und Russland wieder Grenzkontrollen stattfinden. Zunächst jedoch sollen Kommunalwahlen im Osten stattfinden und per Verfassungsreform eine Dezentralisierung der Ukraine verwirklicht werden.
7. Fremde Truppen, fremde Kämpfer („Söldner“) und alle ihre Waffen sollen vom Gebiet der Ukraine zurückgezogen werden.
[...] Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Minsk_II
Das Regime in Kiew hat bis heute alle Bestrebungen sabotiert, der Ostukraine Autonomie zu gewähren, hat die Verfassungsreform zur Dezentralisierung der Ukraine verhindert und Regionalwahlen blockiert (Punkte 5 und 6). Vielmehr provoziert das Regime Zwischenfälle an der Demarkationslinie im Interesse der WWG und der NATO. Füglich erklärte der Putschistenpräsident Poroschenko am 3. Februar, er werde ein Referendum über die Mitgliedschaft der Ukraine in der NATO ansetzen. Die gäbe den sich seit Jahren in der Ukraine tummelnden Söldnern und Militärs der USA endgültig einen offiziellen Status.
All dies lässt ARD-aktuell außer Betracht und liefert nur entkernte, sterile Halbinformation – unter Verletzung des Programmauftrags und der Programmrichtlinien des NDR Staatsvertrags.

Volker Bräutigam, Friedhelm Klinkhammer

Das TAGESSCHAU-Buch von
Gellermann/Klinkhammer/Bräutigam
kommt bald:
DIE MACHT UM ACHT
http://shop.papyrossa.de/Gellermann-Uli-Klinkhammer-Friedhelm-Braeutigam-Volker-Die-Macht-um-acht


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 11. Februar 2017 schrieb Benno Herbst:

Wenn von der Tagesschau oder von irgendeinem dieser hochbezahlten Dummschwätzer und Lügner/innen wie Lügenlischki, Atai, Gelineck und andere, auf keinen Fall deren Oberlügner Dr. (worin?) Kleber, der Schlimmste von allen, vom ZDF zu vergessen, solche unpersonalisierten Meldungen kommen wie die im Beitrag beschriebenen - wieder aufgeflammt -, als ob es ein Stück Stoff mit Leinöl wäre, was sich an der Luft selbst entzünden kann, dann weiß man doch als gelernter deutscher Medienkonsument, daß die Initiative für solche verbrecherischen provokativen Handlungen von den von der Nato, von den USA und auch von Deutschland gehätschelten Verbrechern und Ganoven vom Schlage Poroschenko, Turtschinov im Falle der Ukraine ausgingen.
Wäre es anders gewesen, hätten die Donetzker oder Lugansker Volksmilizen den Waffenstillstand gebrochen, aber dann.... Dann hätten die Mienkonsumenten Tag und Nacht die übelsten Kommentare von russischer Aggression bis zum Weltkrieg und Verschärfung der Sanktionen zu hören und zu sehen bekommen. Dann hätten nur noch die Sirenen auf dem Dach Fliegeralarm üben müssen. Ich frage mich oft ernsthaft, ob diese Leute entweder transatlantisch so verseucht im Kopf, so dusselig oder so penetrant verlogen sind. Schauen die morgens noch in den Spiegel, ohne das darin Gesehene aus Ekel anzuspucken?
Was mich eigentlich mal so richtig interessieren würde, dieser dickfelligen Frau im Kanzleramt mal so ein paar Fragen stellen dürfen. Sie behauptet doch immer, daß Rußland nun endlich seine Minsker Verpflichtungen umzusetzen habe. Hat diese Frau überhaupt wirkliche Kenntnisse über das Abkommen Minsk II, welches sie ja angeblich selbst mit ausgehandelt und unterschrieben haben soll/will. Welchen russischen Part meint sie denn, den Putin nun endlich umzusetzen habe?
Ist ihr eigentlich bekannt, daß sie persönlich zusammen mit ihrem Dackel Hollande im Schlepp den Verbrecher Poroschenko zur Erfüllung seiner Verpflichtungen mit allen Mitteln zu zwingen haben? Und daß sie kein deutsches Steuer-Geld für die persönliche Bereicherung der ukrainischen Oligarchen und die weitere Aufrüstung der ukrainischen Armee zu verschleudern hat? Wie meint sie das mit ihrem Amtseid in Übereinstimmung zu bringen.
Und dann würden mich auch mal die drei grauen oder gar schwarzen Eminenzen, die in ihrem Hintergrund sind, interessieren, die offensichtlich die wahren Regierungschefinnen sind.


Am 10. Februar 2017 schrieb Benny Thomas Olieni:

Wenn irgendwo etwas "aufflammt",
dann ist das so was Ähnliches, wie wenn
"ein Krieg ausbricht".
Er wird aber ausgebrochen, von Tätern.
Die sollen im Dunklen bleiben.
Dazu dient diese Sprache der tagesschau.
Immer wieder neu zu beobachten.
- - -
Vor Jahren in Paris während einer Stadtführung, eine französische Fremdenführerin, die recht gut Deutsch sprach:
"(dann und dann) wurde der Louvre in Brand geraten."
Wir armen Fremden mußten raten,
von wem.
- - -
Danke für die klare Sprache zu den Betrügereien der ARD-Presstituierten!


Am 09. Februar 2017 schrieb Otto Bismark:

Auch hier ist die Art der "Berichterstattung" nicht neu. Besonders in den Beiträgen des Jahres 2014 anlässlich 100 Jahre Beginn des 1. Weltkriegs war stets von "Ausbruch" die Rede, wie bei einem Vulkan!


Am 09. Februar 2017 schrieb Jeanne Bitter:

Zwar sehe ich, auch aus beruflichen Gründen, immer noch die Tagesschau, aber parallel nehme ich den wöchentlichen Gniffke-Schmock als Antidot. Auf die Kurpackung im Buch freue ich mich sehr.


Am 09. Februar 2017 schrieb Andreas Schell:

Bestätige:

a) Die sehr gut geschriebene, pointierte Einleitung ist ein kleiner Absatz der Wohltat im Deutsch meiner sonstigen Sender, insbesondere der öffentlich-rechtlichen, die sich die enthaltene Gellermann-Watsch'n sehr redlich verdient haben.

b) Die Programmbeschwerde schlägt schon in den Disziplinen Recherche, Logik und Aufbereitung der Information den vielköpfigen, reich finanzierten Adressaten um Längen. Dazu kommt erneut die oft gewonnene Erkenntnis, dass die Redaktion von ARD aktuell unter Herrn Gniffke, insbesondere wenn's um geostrategische Interessen geht, eine fiese Propaganda-Dreckschleuder ist. Fake News für 17,50 Zwangsgebühr pro Monat? Ja: wer auf's ZDF umschaltet hat's nicht besser.

Kürzlich...

25. September 2017

Wie Tagesschau aus einer Birne einen Apfel zauberte

Deutschland geht es gut. Im Durchschnitt. Oder so.
Artikel lesen

18. September 2017

Die Experten der Tagesschau

Wer nicht arbeitet soll wenigstens darüber reden
Artikel lesen

11. September 2017

Chor des Norddeutschen Rundfunks

Unter der Leitung des Herrn Doktor Kai Gniffke
Artikel lesen

04. September 2017

Erklärung der Tagesschau

Wir sind wirklich kein Staatssender!
Artikel lesen

28. August 2017

Die Steigerung von Nix

Gar nix, no News, Zero News
Artikel lesen

PDF dieses Artikels

Diesen Artikel herunterladen

Wenn Sie möchten, können Sie sich diesen Artikel auch als PDF-Datei herunterladen:
PDF-Datei laden

Artikel kommentieren

Brillant? Schwachsinn? Mehr davon?

Sagen Sie uns Ihre Meinung! Wir überprüfen Leserbriefe, bevor wir sie online stellen – nicht um sie zu zensieren, sondern um unsere Leser vor SPAM und Werbung zu bewahren. Über Kritik freuen wir uns!
Kommentar verfassen