SKY DU MONT
Nicht mit den Pöbel-Kindern in einer Klasse
Autor: Karl Peters
Datum: 09. März 2010
Der Schauspieler Sky du Mont hat schon in Filmen wie "Otto der Film" oder "Der Schuh des Manitu" und "Samba in Mettmann" mitgespielt. Ein schlechter Schauspieler in schlechten Filmen: Das ist nicht strafbar. Doch neben einfältigen Dialogen und präpotenten Auftritten sondert der Mann aus den C-Pictures auch Sätze wie diesen ab: "Ich spreche der Politik das Recht ab, über (1. Bedeutungspause) meine (2. Bedeutungspause) Kinder zu entscheiden (herausgeschrien, in einem schweren Atmen des Entsetzens endend). Seine (!) Kinder sollen nicht mit den verhartzten Schmuddelkindern die selben sauberen Schulbänke drücken. Denn das droht scheinbar in Hamburg, wo das FDP-Mitglied du Mont einen unerbittlichen Kampf für liberale Freiheit führt: Ganze zwei Jahre später, von bisher vier auf demnächst sechs Jahre, soll die soziale Selektion an den Schulen durchgeführt werden. Erst dann, so fürchtet du Mont, dürfen seine Kinder und die der anderen aus den Villen mit Alsterblick demnächst, ohne das Pack vom sozialen Rand, das Gymnasium besuchen.
Zu Hause heißt Sky "Schnippi", so erzählte seine Frau stolz der Bildzeitung. Das Ehepaar du Mont, sie ist mit dem schönen Vornamen "Mirja" begabt, tritt so häufig in der Bildzeitung auf, dass man annehmen muss, er habe Besetzungssorgen und sie gehöre zu der Kategorie der Pommes-Buden-Luder, einer Spezies, die durch den blonden Aufenthalt in diversen Fritten-Buden prominent wird, wie andere Blondies durch ihre Präsenz in Rennboxen. In der Bildzeitung entfuhr dem hoch gebildeten Darsteller auch der fundamentale Satz "Alle Mädchen werden mit dem Zicken-Gen geboren, alle!". Es gibt Gerüchte, nach denen Herr du Mont diese Weisheit seinem Meister Dieter Bohlen abgelauscht haben soll. Aber Bohlen streitet alles ab: Er würde mit einem der "Schnippi" gerufen wird, schon aus Kastrationsängsten nicht reden wollen, heißt es.
Kein Gerücht ist, dass du Mont im Hamburger Bürgerschaftswahlkampf gegen den Leinenzwang für Hunde und gegen ein Rauchverbot in Kneipen aufgetreten ist. Er gehört zu den aufrechten Hundebesitzern, die ihre Monster gern auf harmlose Spaziergänger loslassen, um denen dann tröstend zuzurufen: "Der will doch nur spielen". Wie der selbe Mann, der an einer Nichtraucherkampagne beteiligt war, für die FDP dann den blauen Dunst in Kneipen propagierte, wird er nur schwer erklären können. Aber was macht es, wenn Guido Westerwelle entdeckt hat: "Sky trägt dieses künstlerische Talent in sich. Das hat mein Interesse an ihm geweckt." Es gibt Kritiker, die danach fragen, wann denn dieses Talent endlich von innen nach aussen gelangen wird, aber auch bei Westerwelle wartet man ja schon lange vergeblich darauf, dass seine innere Leere endlich in äußerem Schweigen mündet. Dass du Monts Debüt-Film "Das Schweigen im Walde", ein Remake eines Remake eines Heimatfilms war, ist ihm nicht vorzuwerfen. Schließlich ist Westerwelle ja auch nur das Remake von Jörg Haider unter deutschen Bedingungen.
Einen ulitimativen Auftritt bekam Sky du Mont in einem Werbefilm für die Zahnersatzfirma MDH AG. Der Filmkritiker der "Rheinischen Post" weiß darüber kundig zu berichten: "Sky du Mont wäre nicht Sky du Mont, wenn er nicht über Wurzelstiftkappen und Keramikverblendungen genauso unterhaltsam plaudern könnte wie über seinen Namen." Dass dem Sky selbst, bei einem Auftritt zu diesem Thema, im Düsseldorfer Industrieclub der Satz "Zähne sind unsere Visitenkarte, sie sind elementar für unsere Ausstrahlung" entglitt, zeigt nur, wo sein wahres Talent liegt: In einem guten Gebiss. Denn wenn er sich ärgert, dann kann er kräftig zubeissen: "Es kann nicht sein, dass der Bürgermeister aller Hamburger unseren berechtigten Protest gegen diese übereilte (Schul-) Reform abtut und sagt, dass sind ja nur die Elbvororte und Blankenese. Das sind seine Wähler." Und natürlich hat der aus der Verlegerfamilie DuMont stammende Sky völlig recht: Das dreigliedrige Schulsystem mag mittelalterlich sein, aber wer einen Klassenstandpunkt hat, der kann seine Kinder nicht in die gleiche Klasse schicken wie der Pöbel.
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