Heisst es – so geht ARD-Nachricht

Neues TAGESSCHAU-Wording soll Sprachpreis erhalten

Autor: U. Gellermann
Datum: 22. Mai 2017

Beinahe hätte die TAGESSCHAU-Reaktion den „Deutschen Sprachpreis“ der Henning-Kaufmann-Stiftung zur Pflege der Reinheit der deutschen Sprache bekommen. Denn in ihrer Meldung vom 14.05.2017 hat die Reaktion die Formulierung „heisst es“ in den Rang einer Nachricht erhoben und so, formulierten die Laudatoren, “einen völlig verquasten, nebulösen und verwaschenen Begriff zu neuer Geltung geführt“. Der komplette Satz „China sei nicht bereit gewesen, europäische Anliegen aufzunehmen, hieß es.“ Das sei, so die Stiftung, ein Muster dafür, wie der Konjunktiv auf dem Weg durch die TAGESSCHAU-Redaktion zu einer Tatsachenbehauptung mutieren könne. Und as bereichere deshalb die Fantasie ebenso wie sie das TV-Programm veredele. Als diese Information die TAGESSCHAU-Redaktion erreichte, brandete Jubel auf: Sektkorken knallten und der Chef von ARD-aktuell, Dr. Gniffke, erklärte: „Endlich werden unsere Verdienste um die deutsche Sprache gewürdigt!“ – Das Feiern dauerte so lange an, bis ein Volontär auf das Datum des angeblich offiziellen Schreibens hinwies: Es war der 1. April.

Programm-Beschwerde zum Beitrag: Seidenstraßenprojekt
 
https://www.tagesschau.de/ausland/gipfel-seidenstrasse-101.html
 
Sehr geehrter Intendant,

wieder einmal stellt ARD-aktuell unter Beweis, wie schlampig und faktenfrei sie Informationen unters Volk streuen kann. In dem Seidenstraßen-Beitrag heisst es:
"Die Europäer wollten eine geplante Erklärung nach dem Dialog über Handelsfragen nicht mittragen. China sei nicht bereit gewesen, europäische Anliegen aufzunehmen, hieß es. Daraufhin hätten die Europäer die chinesische Seite informiert, dass sie das Dokument nicht unterschreiben würden. Den Europäern geht es bei der Umsetzung der Initiative um Transparenz, öffentliche Ausschreibungen sowie Sozial- und Umweltstandards."
 
Es geht den Europäern „offensichtlich“ allenfalls vorgeblich, bestimmt aber nicht tatsächlich um Offenheit, soziale und ökologische Ziele,wie hier von der Gniffke-Truppe schlankweg behauptet. In anderen Medien werden die Motive der Europäer wesentlich treffender, unverhüllter und vollständiger benannt, die letztlich zum „Eklat" führten:
 
"Die Ministerin (Zypris)setzte sich für freien Handel und mehr Marktzugang in China ein. Es gebe „zahlreiche Beschwerden“. „Wir möchten gerne, dass deutsche Unternehmen genau so auf dem chinesischen Markt tätig sein können wie chinesische Unternehmen in Deutschland kaufen und als Investoren zu 100 Prozent tätig seien können.....Das ist nach wie vor ein Problem zwischen unseren Staaten.“ (Handelsblatt vom 14.5.17). 
 
Es ging und geht um schnelleren und schrankenloseren Zugang europäischer Unternehmen zum „Markt“ der VR China, was weder etwas mit positiven ökologischen Zielvorstellungen zu tun hat noch gar mit Verbesserungsabsichte hinsichtlich sozialer Standards in der VR. Es hat sich immer wieder gezeigt, dass die in der VR (noch) niedrigeren Standards von deutschen und anderen ausländischen Investoren vielmehr zur Profitmaximierung bis zum Exzess ausgenutzt wurden. Es ist auch bekannt, dass die deutsche Handelsvertretung in der VR China wiederholt zu intervenieren versuchte, wenn China seine Arbeitsgesetzgebung im Sinne der Arbeitnehmer novellierte.
 
Der Seidenstraßen-Bericht zeigt erneut, mit welcher Beharrlichkeit Gniffke seine Redaktion manipulieren lässt. Deutsche und Europäer werden – sogar entgegen den Aussagen der eigenen politischen Repräsentanten - als die Sozialen, Umweltschützer, Transparenz-Befürworter usw. dargestellt, als moralische Vorbilder im internationalen Wirtschaftsgeschehen schlechthin, die anderen dagegen (im vorliegenden Fall VR-Chinesen) sind die am „Eklat“ Schuldigen, denen es nur um eigene Interessen und Ziele geht. Das ist eine dümmliche Verzerrung der Wirklichkeit, pro-europäisch-subjektiv wertend statt sachlich-objektiv: Kleister für die Hirne.
 
Zuschriften im Tagesschau-Forum: "Den Artikel hätte man sich getrost sparen können, ich weiß jetzt so viel wie vorher, NICHTS." Oder: "Irgendwie kann man mit der Meldung nicht viel anfangen. Die Hintergründe des "Eklats" sind nicht ausgeleuchtet. Denn schließlich ist offenbar eine ganze Reihe von 100 beteiligten Ländern nicht unbedingt der EU-Meinung. Und was sagt eigentlich China selbst? Geht es um EU-Sonderinteressen?".
 
Berechtigte Anmerkungen der Rezepienten, die deutlich belegen, dass der Beitrag im Widerspruch zur Verpflichtung gem. Programmrichtlinien steht:"Ziel aller Informationssendungen ist es, sachlich und umfassend zu unterrichten und damit zur selbstständigen Urteilsbildung der Bürger und Bürgerinnen beizutragen"
 
F. Klinkhammer      V. Bräutigam

Das Buch zur Programmbeschwerde:
#http://shop.papyrossa.de/Gellermann-Uli-Klinkhammer-Friedhelm-Braeutigam-Volker-Die-Macht-um-acht


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 27. Mai 2017 schrieb Michael Kohle:

„Heisst es „? - Wenn jemand dem Gniffke oder wem auch immer im ÖR und MSM etwas gesteckt hat, wohl mit der Auflage den „Stecker“ nicht namentlich zu nennen und auch keine anonyme ehrenwerte Gesellschaft wie SOHR, HRW oder Ähnliches, reichlich und zuhauf vorhanden, zur allfälligen Verwendung bereit steht, tja, dann bleibt ihnen nur das „Heisst es!“ über. Das gemeine dumme Schaf wird schon wissen, was das heisst, das „Heisst es“! Dabei hätte es Gniffke&Co doch überhaupt nicht nötig, die Überbringer der stillen Post zu unterschlagen. Tauchen diese erhabenen, überschlauen „Köpfe“ längst so gut wie täglich als Experten für allerlei Gemischtes auf, für Terror, für Cyber-war, für Krieg und Frieden, für alles eben, was wir gefälligst so zu denken haben, Denk-Experten eben! Woher die alle kommen? Woher wohl? Aus den Denkfabriken, woher sonst.

Nein, bestimmt nicht! Ich will mich jetzt keinesfalls lange darüber auslassen, dass ARD&ZDF wohl einen Rahmenvertrag mit DGAP und wohl auch SWP haben. Dem ein oder anderen Galeriegast
sollte jedoch schon klar sein, wer sich hinter dieser Buchstabensuppe verbirgt. Um nicht Gefahr zu laufen mit fake-news aufwarten zu müssen, erlaube ich mir dazu die einzig zulässige Ausgeburt an Neutralität und Objektivität zu zitieren. Allerdings unter Anführung eines Zeitstempels, Wiki-Einträge können sich nämlich - eins, zwei, drei im Sauseschritt - schnell ändern. Orwell?s miniwahr lässt schön grüßen.

Also, zuerst DGAP! Um 10:00 MEZ am 27. 5. 2017 schreibt Wiki:

„Die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e. V. (DGAP) ist ein Netzwerk und eine Denkfabrik für Außenpolitik. Die 1955 in Zusammenarbeit mit dem Council on Foreign Relations und Chatham House gegründete Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik betreibt Forschungseinrichtungen für Fragen der internationalen Politik sowie der Außen- und Sicherheitspolitik. Die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik zählt heute über 2500 Mitglieder, darunter führende Persönlichkeiten aus dem Bank- und Finanzwesen, der Wirtschaft, Politik, den Medien und der Wissenschaft.!

Wiki 10:03 MEZ am 27.5. 2017: SWP

„Die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin ist eine Stiftung bürgerlichen Rechts und Trägerin des Deutschen Instituts für Internationale Politik und Sicherheit (eng. German Institute for International and Security Affairs), das sowohl den Bundestag als auch die Bundesregierung in Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik berät. Das Institut gehört zu den einflussreichsten deutschen Forschungseinrichtungen für außen- und sicherheitspolitische Fragen und ist die größte Einrichtung ihrer Art in Europa.“

Interessierten Galeriegästen wird dann auch empfohlen, sich noch schlauer zu machen und wenigsten die ganzen Einträge zur Kenntnis zu nehmen. Da gibt es dann so Einiges, was überhaupt nicht erwartet werden könnte. Beispiel gefällig? Mit was beschäftigt man sich denn so in diesen erhabenen Kreisen?

Wiki weiß da - zumindest noch zur Zeit - mehr (gleicher Zeitstempfel wie vor zu SWP):

„Zu den Tätigkeitsbereichen der SWP zählt überdies auch die politische und strategische Beratung von Regierungen. Beispielsweise rieten führende Mitarbeiter der SWP (Volker Perthes und der Iran-Experte Walter Posch) Vertretern des amerikanischen Außenministeriums im Januar 2010 dazu, gegen den Iran u. a. mit einem Verbot des Exports konventioneller Waffen sowie mit einer verdeckten Sabotagestrategie (policy of covert sabotage) vorzugehen. Diese Gespräche werden in Verbindung gebracht mit dem späteren Stuxnet-Sabotageangriff auf iranische Atomanlagen im Juni 2010. Im Rahmen des Geheimprojekts „Day After“ wurden seit Januar 2012 bis zu 50 Repräsentanten der syrischen Opposition auf die Regierungsbildung nach dem Sturz der Regierung unter Baschar al-Assad vorbereitet. „Day After“ wird außer von der SWP auch vom regierungsnahen United States Institute of Peace (USIP) mitorganisiert.“

Wir können also, wir müssen sogar feststellen, dass durch die Beiziehung von „Nasen“ aus solcherlei ehrenwerten Gesellschaften rundfunkvertragliche Auflagen hinsichtlich Neutralität und Objektivität vollumfänglichst eingehalten werden. Schließen daraus dann auch messerscharf, dass jegliche auf solcherlei Expertenmeinungen basierenden Informationen natürlich und selbstredend keinesfalls Gegenstand irgendeiner unsäglichen Programmbeschwerde von wem auch immer sein können, sein dürfen. Ist schließlich alles allererste Sahne aus den Denkfabriken der Nation. Da gibt es nichts daran zu kritteln. Stimmts, Herr Dr. Bronner?

Der ein oder andere Leser hier wird sich möglicherweise noch an jenen überdimensionalen Schnittmusterbogen erinnern, der einst in der „Anstalt“ von Claus von Wagner und Max Uthoff zum Besten gegeben worden war. Ein gewisser Joffe, Josef vermeinte dann, sich gegen solchen Unsinn verwahren zu müssen. Ist dann aber erstaunlicherweise via ZDF-Rechtsabteilung eines anderen belehrt worden.

So einen Schnittmusterbogen kann sich gut jeder der Spass daran findet, einmal eine investigative Recherche zu betrieben, selbst erstellen. Derzeit unter Zuhilfenahme von Google et al und Wiki.

Als Einstiegshydranten in diese globalisierte Unterwelt können gut die vorgenannten Denkfabriken und die jeweils aus den Stuhlrunden bei W-ill-ner bekannten ExpertInnen verwendet werden. Es würde eigentlich vollkommen reichen, Stars am Talkshow-Himmel wie eine Sylke Tempel oder eine Constanze Stelzenmüller durch die Mühle der Suchmaschinen zu jagen, um zu erkennen was in den transatlantischen Kloaken alles so abgeht, Inzucht ist das Geringste. Habe eigentlich gesagt. Da gibt es nämlich seit einiger Zeit einen neuen Stern am Himmel. Vornehmlich in den Tagesthemen bei Transatlantiker Ingo Z. aufgeboten, für den Kenner sofort feststellbar, vom Dach der US-Botschaft mit Blick auf das Brandenburger Tor, gestatten: Jan Technau, Experte, American Academy Berlin.

Die Knef würde sagen: von da an ging´s bergab. Vor einem liegt ein einziger Sumpf. Ganze Karrieren, Werdegänge, Leben, die Techaus, Stelzenmüllers, die Tempels und so gut wie alle nennenswerten Denkpanzer von Welt, Stiftungen und Netzwerke, alles eine einzige Soße. Und in der Soße darf man sogar rühren und - siehe da - es kommen noch weitere unverdauliche Brocken zum Vorschein. Dabei hätte der Wikieintrag (Zeitstempel 11:18, 27.5.2007) für den Experten und seinen angeblichen Arbeitgeber völlig gereicht. Techaus ?Leben? reicht völlig, um Schluckbeschwerden zu bekommen. Als Schlagobers wäre die Homepage der Academy allerdings auch nicht von schlechten Eltern.

Der Galerist gab mir die Tage ob meiner darob offen zu Tage tretenden Frustration und Demotivation zu bedenken: „Ob wir aufgeben oder kämpfen. Das treibt uns.“ Na, dann wollen wir mal alle hoffen, dass die Geschichte von David und Goliath nicht auch nur pure Propaganda war.
Denkfabriken, think-tanks - da sitzen die Weisen aller Weisen, die Aufgebufftesten überhaupt. Und gegen die anzustinken dürfte schwer sein, arg schwer, heißt es!


Am 27. Mai 2017 schrieb Pat Hall:

@ Otto Bismark,
Anmerkungen von Lesern wegen etwaigen Rechtschreibfehlern sagt mir dass dieser Leser am Inhalt deses Essayas nicht interessiert ist.
Ich persönlich kenne solche als böse Bunken die ohne Inhalt irgend welchen Mist abladen wollen.
Ich bin seit 3 jahren im Rentenalter und habe mir ein Leben in Zufriedenheit aufbauen können,auch ohne Schulabschluss.
Fragt sich nun ob man solche Nichtnutze zum F


Am 23. Mai 2017 schrieb Otto Bismark:

Zunächst mal zu Bernard Thiesing: Was soll die Bemerkung hinsichtlich der Rechtschreibfehler? Bringt uns das in der Sache weiter? Sollte man nicht vielmehr den Herren K. und B. uneingeschränkt Anerkennnung zollen für deren ausdauerndes, aber leider vergebliches Bemühen? Und in der Sache selbst. Das Vorgehen der Mainstreammedien erfolgt doch immer nach demselben Muster: Was wir (und unsere Vasallen) tun und sagen ist rechtens und richtig und das was die Anderen tun und sagen ist Unrecht und falsch. Da erfolgt keinerlei Abgleich mit Fakten und Tatsachen mehr, das hat einfach so zu sein und der Medienkonsument hat das so hinzunehmen. Und weil das seit Jahrzehnten so praktiziert wird, hat die Methode auch Erfolg. Jedenfalls merkt man bei jeglichen Erörterungen von Sachfragen, daß insbesondere die gebührenfinanzierten Medien grundsätzlich nicht hinterfragt, sondern einfach konsumiert werden. Und seitdem jeder, der auch nur ansatzweise deren "Berichterstattung" kritisch analysiert als Verschwörungstheoretiker gebrandmarkt wird ist die Methode noch erfolgreicher. Dabei ist der Begrif vielleicht noch nicht einmal so falsch, man muß dem allerdings nur den Begriff der "Verschwörungspraktiker" entgegensetzen!


Am 23. Mai 2017 schrieb Bernhard Thiesing:

Wäre mal schön, eine Programmbeschwerde der Herren Bräutigam und Klinkhammer ohne Rechtschreibfehler lesen zu können. Von wegen "schlampig"...


Am 22. Mai 2017 schrieb Benny Thomas Olieni:

... wenn ich mich im Internet durch eine Reihe von Quellen informiert habe,
sehe ich ab und an nach, was die Propaganda-Version der
tagesschau ist.
Damit ich auf dem Laufenden bleibe,
womit sich meine einseitig informierten Mitmenschen Hirn und Herz vernebeln und voll-lügen lassen.
- Interessant und schmerzlich zugleich ist es, dann später die Lügen der tagesschau aus den Mündern der Mitmenschen widerklingen zu hören.
Eines der großen Verbrechen in Merkel-Deutschland, finanziert 'über Gebühr' der Belogenen. Widerlich.

Kürzlich...

22. Januar 2018

Tagesschau: Der Käse-Mond

USA entdecken die Mc-Cheese-Affäre
Artikel lesen

15. Januar 2018

Empfang für Rebellen

Feierliches bei der Tagesschau
Artikel lesen

08. Januar 2018

Me too in der Tagesschau

Ein spontaner Chor bei ARD-aktuell
Artikel lesen

01. Januar 2018

Gniffke in Haft

Antisemitismus-Beauftragter schlägt zu
Artikel lesen

26. Dezember 2017

Tagesschau beinahe gegen Atombomben

Doktor Gniffke in einer Redaktions-Konferenz
Artikel lesen

PDF dieses Artikels

Diesen Artikel herunterladen

Wenn Sie möchten, können Sie sich diesen Artikel auch als PDF-Datei herunterladen:
PDF-Datei laden

Artikel kommentieren

Brillant? Schwachsinn? Mehr davon?

Sagen Sie uns Ihre Meinung! Wir überprüfen Leserbriefe, bevor wir sie online stellen – nicht um sie zu zensieren, sondern um unsere Leser vor SPAM und Werbung zu bewahren. Über Kritik freuen wir uns!
Kommentar verfassen