Heiligsprechung eines Mörders

Wie die TAGESSCHAU den Obama-Besuch zelebrierte

Autor: U. Gellermann
Datum: 21. November 2016

Lautes Schluchzen aus dem Büro von Dr. Gniffke, dem Chef von ARD-aktuell: „Ob ich ihn wohl jemals wiedersehe, unseren großen amerikanischen Freund? Schluchz. Er war mein größtes Nachrichten-Erlebnis! Schluchz. Immer nur gute Meldungen, immer nur gute Laune. Schluchz. Das kommt nie wieder.

Dr. Gniffke geht an seinen Video-Schrank: „ Da liegen sie nun, all die Meldungen, die ich eigenhändig unterdrückt habe. Schluchz. Die Nachrichten aus Guantanamo. All die schönen Drohnen-Treffer, die er verursacht und die wir nie gebracht haben. Schluchz. Das Beste ist der Bericht über Ramstein“ Zeigt eine leere Videokassette. „Nie haben wir berichtet, dass Obama Drohnenmorde vom deutschen US-Stützpunkt in Ramstein ausgegangen sind. Schluchz. Ich werden ihm ein Päckchen senden, mit all dem weißen Rauschen. Und einer Einblendung: Barack, Du warst mein grösstes Fake!“

Programmbeschwerde: Obama-Besuch in Athen- Desinformation

http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts-16973.html

Sehr geehrte Damen und Herren des NDR-Rundfunkrates,
sehr geehrter Herr Intendant,

über den Auftakt der Europa-Besuchsreise des US-Präsidenten Obama in Griechenland, der „Geburtsstätte der Demokratie“, lieferte ARD-aktuell in allen ihren Angeboten am 16.11. 16 ein Prachtstück an höfischer Liebedienerei und Halbinformation. Mit dem unwichtigsten Ereignis beginnend, einem Spaziergang des Ehepaares Obama auf der Athener Akropolis, enthielt die Nachricht in der Hauptausgabe um 20 Uhr (Link s.o.) alles, was während eines solchen Staatsbesuchs an euphemistischen Floskeln und Partikeln abgesondert werden konnte: von redaktionellen Würdigungen und Hinweisen auf Obamas „flammendes Bekenntnis zur Demokratie“ über Selbiges zur NATO bis hin zum Selbstlob dieses Präsidenten im O-Ton dafür, den Konflikt mit Iran diplomatisch gelöst und mit Kuba wieder normale Beziehungen hergestellt zu haben. Alles, was zur Beweihräucherung dieses Besuchers an Positivem zusammengescharrt werden konnte, einschließlich solcher Auszüge aus seiner „großen „Rede“ vom Teleprompter, wurde geboten und auch der Hinweis nicht vergessen, Obama sei bemüht, die „Sorgen“ der Europäer über seinen Nachfolger Trump zu zerstreuen.
Was nicht mitgeteilt wurde, obwohl es für das Verständnis des Zuschauers und zur angemessenen Einordnung dieser Arie nötig bzw. sinnvoll gewesen wäre: die indirekten Apelle an die Welt, Konflikte friedlich zu lösen, äußerte ein Mann, der als bisher einziger US-Präsident weltweit mehr Kriege führte als alle seine Vorgänger und der in seinen beiden Amtszeiten nicht eine einzige Woche ohne Krieg zu verzeichnen hatte; gewohnheitsmäßiger Verletzer des Völkerrechts ( incl. Guatanamo) notorischer Mörder per Drohne; sein Selbstlob über die Wiederherstellung normaler Beziehungen zu Iran „ohne Krieg“ wurde nicht relativiert mit dem Hinweis, dass die USA einen weltweiten jahrzehntelangen Wirtschaftskrieg gegen Iran organisierten, der dort ebenfalls ungezählte Opfer gefordert hat; sein Selbstlob über die Wiederherstellung diplomatischer Beziehungen mit Kuba wurde nicht dergestalt ergänzt, dass die USA das erst nach einer jahrzehntelangen erpresserischen Handelsblockade Kubas machten und erst nach mehr als einem Dutzend UN-Resolutionen, denen Washington bis dahin aber nicht nachgekommen war.
Unerklärt blieb auch, warum Griechenland plötzlich für die USA so wichtig ist, dass es erste Anlaufadresse für diese Obama-Reise wurde: Nach den sich abzeichnenden antiwestlichen Wahlen in Bulgarien und Moldawien und nachdem die Türkei ihre eigenen Wege zu gehen begonnen hat, seit Athen wiederholt erwog, sich statt der ruinösen, Verelendung bewirkenden „Hilfe" des Westens in Moskau um Beistand zu bemühen und sich auch in Syrien das Blatt gewendet hat, schwimmen der Supermacht USA im Mittelmeerraum einige geostrategisch wichtige Felle weg.
Besonders markant für die journalistische Speichelleckerei der ARD-aktuell anlässlich dieser Besuchsreise war allerdings, dass nur in der Tagesschau-Vormittagssendung am 16.11. um 10 Uhr
http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-231683.html
mit einem Nachrichtenfilm darüber informiert wurde, dass am Vortag in Athen Tausende gegen Obamas Besuch demonstriert hatten und dass diese Demonstrationen am Abend und in der Nacht in schweren Krawallen gipfelten – passende Begleitmusik für diesen Besuch eines US-Warlords in Europa. Die kommerzielle Konkurrenz führte mal wieder vor, was die öffentlich-rechtliche ARD-aktuell in allen übrigen Sendungen zum Thema versäumte bzw. unterschlug
Quelle u.a.: http://de.euronews.com/2016/11/15/tausende-demonstrieren-in-athen-gegen-obama-besuch
Wir halten fest: gravierende Verstöße gegen die Programmrichtlichtlinien des NDR-Staatsvertrags.

Volker Bräutigam, Friedhelm Klinkhammer


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 28. November 2016 schrieb Uschi Peter:

@Erich Gerstener:
falls nicht doch Killary den Posten bekommt. Ihre Leute sind schon eifrig am Zählen. Dem Trump werden unsere Presstituierten nicht lobhudeln, weil er droht, die ganzen schönen Eroberungen zunichte zu machen. Wie las ich heute auf einem Plakat der Bundeswehr sinngemäß, mit uns kämpft ihr für Deutschlands Zukunft. Und dann? Keine Zukunft für Deutschland ohne Kriege in aller Welt?
Aber der Massenmörder war richtig für die Zukunft der BRD. Welch eine humanistische Gesellschaft!


Am 24. November 2016 schrieb Thomas Heltschl:

Beim ersten Irakkrieg wurde die neue Verbundenheit der Presse mit der Armee in den höchsten Tönen gelobt (embedded Journalists). Wieso zweifelt noch immer jemand daran, dass diese "Erfolgsgeschichte" auf die Propagandaabteilungen der Armeen und Friedenszeiten beschränkt bleiben sollte? Nicht "Lügenpresse" ist der richtige Term, sondern weiterhin embedded media. Leider sind sogar staatliche Sender in quasidemokratischen Ländern in dieser Welle mitgeschwommen, sparte es ja Recherche und Verantwortung.
Und nun sind wir in der absurden 2. Runde: es braucht heute keine Chuzpe mehr, um nonembeddede Kommunikanten als faker hinzustellen ...


Am 22. November 2016 schrieb Eric Boule:

Die Verlierergruppe kommt zum letzten Mal zusammen.Obamas Naehe zu Europaeern war hauptsaechlich zur EU-Elite und Pressehaeusern,die Mehrheit der Europaeer hat die agressive Politik+die NatoOffensivKriege abgewiesen,die Europa in eine Sackgasse gefuehrt haben. EU-Elite hat Expansionspolitik betrieben auf Kosten v Russland weil man sich v USA unterstuetzt wusste.Russl hat zurueckgeschlagen m Krim+EU=sitzengeblieben m jaehrlichen milliardenkostenden Sanktionen+das Milliardengrab Ukraine. Tuerkei hat mitgemacht im Spiel des Klubs des Boesen(USA/Nato/EU).Internationale Gesetze wurden umgangen,einfach ein Land (Syrien) ins Chaos gestuertzt+ein Volk vernichtet.Das nutzt Tuerkei jetzt aus gegen EU,man wird erpresst. EU-Eliten haben Großbritannien a/d EU getrieben; in Polen, Ungarn+womöglich auch bald anderswo sind Nationalisten schon a/d Macht. Jetzt gibt es Donald Trump+er hat EU-Politiker wie Merkel massiv kritisiert.Zunaechst werden Leute wie Merkel+Hollande abgewaehlt.Zwar schreibt die Luegenpresse noch verzweifelt,aber wir haben i/d USA gesehen was diese Nachrichten wert sind.In der EU+BRD stehen die Zeichen auf Veraenderung


Am 21. November 2016 schrieb Lutz Jahoda:

FAREWELL TO HELL,
SINGEN DIE UNSCHULDIG TOTEN ...

Unter historisch erhellendem Lichte,
führte Obama die Welt telegen
mit seinem Slogan "Yes, we can!",
unverschämt frech hinter die Fichte.
Und tat es noch einmal, bevor er verschwand:
Er lobte Frau Merkel und Dummerland!


Am 21. November 2016 schrieb Erich Gerstener:

Und ich wette, dass die Gniffkes nicht lange brauchen werden, um Trump ähnlich gut zu finden wie Obama.

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