Gniffkes Schaum vor dem Mund

Russen-Freunde beim ZDF: Verrat, Verrat!

Autor: U. Gellermann
Datum: 19. Dezember 2016

Es war ausgerechnet wieder der Praktikant in der ARD-aktuell-Redaktion: „Herr Gniffke, Herr Gniffke, sehen Sie mal hier, in einem ZDF-Interview mit dem Syrien-Kenner Professor Günter Meyer sagt der doch tatsächlich: `Die Welt hat in Syrien sehr vieles falsch gemacht, aber wir müssen auch sagen, wer was falsch gemacht hat: Und hier liegt die Hauptverantwortung bei den USA´, das klingt aber bei uns ganz anders!“ - Gniffke: „Was wird das schon für ein Feld-Wald-und-Wiesen-Professor sein!“ - Praktikant: „Der Mann leitet immerhin das Zentrum für Forschung zur Arabischen Welt an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Der sagt sogar: `Es gibt niemanden, der gegenwärtig Assads Position und auch das funktionierende staatliche Ordnungssystem in Syrien ersetzen könnte. Es ist davon auszugehen, dass mehr als die Hälfte der syrischen Bevölkerung das Regime unterstützt.“

Gniffkes Gesichtsfarbe wechselte zu einem leuchtenden Rot: „Das ZDF ist doch völlig kaputt. Demnächst lassen die noch Russen-Freunde ans Mikro!“ - Praktikant: „Das hört sich ganz so an, sagt doch der Professor aus Mainz `Ohne die militärische Intervention Russlands im September 2015 wäre inzwischen nicht nur Aleppo komplett von den Dschihadisten erobert worden. - Wem, wie israelische Politiker erklärten, eine solche Terrorherrschaft lieber ist als das Assad-Regime, der kann Putin vorwerfen, dass er dies verhindert hat.´ Klare Worte, oder?“ - Doktor Gniffke greift sich an den Hals, röchelnd bringt er nur noch diesen Satz hervor: “Verräter! Das ganze ZDF eine einzige Verräter-Bande!“ Mit Schaum vor dem Mund stürzte der Chef-Redakteur von ARD-aktuell zu Boden. Erst Merkels Riechfläschchen holte ihn zurück unter die Lebenden.

Mit diesem Link geht es zum ZDF-Interview:
http://www.heute.de/interview-mit-syrien-experte-guenter-meyer-sieht-verantwortung-fuer-syrien-krieg-beim-westen-46114990.html


Programmbeschwerde:
Gräuelmärchen statt Nachrichten aus Ost-Aleppo
http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts-17401.html
http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts-17399.html
 
Sehr geehrte Damen und Herren des NDR Rundfunkrates
sehr geehrter Herr Intendant Marmor,

ARD-aktuell hat jahrelang propagandistisch und ausschließlich im Sinne der US-Narrative über den Krieg in und gegen Syrien berichtet, hat vom Westen finanzierte und bewaffnete Terroristen, Söldner, Kopfabschneider und Dschihadisten als „Oppositionelle“ und als „Rebellen“ schöngefärbt und die von Syriens Armee mit schließlich russischer und iranischer Unterstützung geleistete Abwehr und Niederschlagung dieses inszenierten „Aufstands“ mit Fleiß kriminalisiert. So versteht es sich denn auch, dass die Tagesschau am 13. Dezember im Bericht über Ost-Aleppo zu hysterischer Höchstform auflief. Sie informierte nicht sachlich über die gewaltsame Befreiung einer seit Jahren von Mördern terrorisierten Stadt, sondern machte daraus eine Rückeroberung Aleppos durch Syriens Armee in Form eines infernalen Blutbads, stellte die Verhältnisse auf den Kopf: Nicht Terroristen ermordeten Zivilisten, nein die syrische Armee, die habe „82 Zivilisten erschossen, darunter Frauen und Kinder“.
Übermittler dieser und anderer hanebüchener Gräuelmärchen war einmal mehr der 1000 Kilometer entfernt in Kairo sitzende ARD-Korrespondent, Volker Schwenck. Die Zentralredaktion ARD-aktuell in Hamburg unterließ es, seine bereits auf den ersten Blick fragwürdigen „Informationen“ sorgfältig zu überprüfen und verhielt sich damit staatsvertragswidrig. Sie ignorierte ein berufsethisches Grundgebot: Nachrichten sind auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. 
Schon Schwencks Aussagen in der 17-Uhr-Ausgabe der Tagesschau über Ost-Aleppo hätten alle Alarmglocken läuten lassen müssen:
„Da sitzen immerhin noch etwa 100 000 Menschen offenbar fest auf einem Gebiet, das wenig mehr ist als ein Quadratkilometer.“
In München, Deutschlands dichtest besiedelter Großstadt, leben 4 600 Einwohner auf einem Quadratkilometer. Im Albtraum Kalkutta, der am dichtesten besiedelten Stadt der Welt, sind es 23 000 Einwohner. Im weitgehend zerstörten Ost-Aleppo soll also eine viermal höhere Bevölkerungsdichte herrschen als in Kalkutta? Und kein ARD-aktuell-Redakteur fasst sich an den Kopf? Nein, die wochenlang gepflegte Tagesschau-Mär von 250 000 in Ost-Aleppo Eingeschlossenen, Hungernden und Durstenden, die musste ja gestützt werden, da mussten doch unbedingt noch 100 000 übrig sein, von denen Schwenck schwätzen durfte, auch wenn es tatsächlich keine 10 000 mehr waren. Wir haben unter Hinweis auf seriöse britische Quellen bereits vor Wochen in einer Programmbeschwerde darauf aufmerksam gemacht, dass die UN-Behauptungen „250 000 Eingeschlossene, darunter 100 000 Kinder“ propagandistische Entgleisungen waren. ARD-aktuell blieb dieser Faktenverzerrung treu. In den USA und Großbritannien wird jetzt wenigstens über die fakenews diskutiert
http://www.informationclearinghouse.info/46050.htm
https://wipokuli.wordpress.com/2016/12/15/a-quick-reminder-to-those-people-who-lost-their-historical-memory/
https://off-guardian.org/2016/12/15/video-u-s-claims-syrians-not-dancing-in-the-streets-in-aleppo-as-syrians-dance-in-the-streets-in-aleppo/
aber von ARD-aktuell wird sie fortgesetzt, dort gibt man nichts auf kritische Stimmen wie „RT“ und „Information Clearing House“:
„Die Vereinten Nationen sind alarmiert über Berichte, wonach syrische Regierungstruppen Zivilisten ermordet haben sollen. 82 Namen seien dem UN-Menschenrechtsbüro bekannt. Die Berichte werden als glaubhaft eingestuft ...“
und zwar zuallererst von Volker Schwenck, dem Träger des Qualitätsjournalisten-Siegelrings, der seine Informationen und Filme lieber von Terrorismusverdächtigen kaufte, als sich selbst ins halbwegs sichere West-Aleppo zu wagen. Und die Tagesschau in Hamburg sieht sich nicht einmal veranlasst, offensichtlich hirnrissige Zahlenangaben und Kriegsgräuelmärchen nachzurecherchieren.
„Einige wurden erschossen, als sie fliehen wollten, so der Sprecher des UN-Menschenrechtsbüros, andere wurden in ihren Häusern oder an den Orten erschossen, wo sie Zuflucht gefunden hatten. Es ist eine alarmierende Entwicklung...“
Alarmierend ist auch die Verkommenheit der redaktionellen Leistungskraft der ARD-aktuell. Ein „UN-Menschenrechtsbüro“ gibt es nämlich nicht. Gemeint war wohl das Office of the U.N. High Commissioner of Human Rights, OHCHR. Der Hochkommissar heißt Prinz Zaid Ra’ad Al Hussein und gehört zur Königsfamilie Jordaniens, die als bekanntlich enge Alliierte der USA massiv die Dschihadisten und Söldner in Syrien unterstützt. Schwencks „glaubwürdiger“ Sprecher dieser fragwürdigen Quelle bezog sich auf „Kreise“, von denen die Gräuelberichte stammten, benannte diese aber nicht; er erwähnte „Berichte“, ohne zu sagen von wem; er sprach von einer Liste mit den Namen der Opfer, legte sie aber nicht vor.
Was von der „Unabhängigkeit“ und „Objektivität“ solcher parteiischer UN-Quellen zu halten ist, lässt sich einer UN-Pressekonferenz entnehmen, auf der eine Journalistin in zwei Minuten das prowestliche, von Journalisten errichtete UN-Märchengebäude einstürzen lässt (die Frage an sie beginnt bei  27’17“):
https://www.youtube.com/watch?v=ebE3GJfGhfA
An diesem 13. Dezember griff die Tagesschau schließlich in die untersten Schubfächer und strahlte  sogar Twitter-Mitteilungen von nicht überprüften „Aktivisten“ aus, von äußerst durchsichtigem Kaliber wie diesem:
„Russland will nicht, dass wir hier lebend rauskommen, und Assad auch nicht“.
Eine Glanzleistung in journalistischer Seriosität. Solche Maßlosigkeiten verharmlost die Tagesschau: „Die Angaben  lassen sich nicht unabhängig überprüfen“. Na freilich, deshalb  sendet die Tagesschau sie ja auch einfach ohne....
Der Krieg um Aleppo, das hätte die bisherige Erfahrung die Hamburger ARD-aktuell-Redaktion lehren müssen, ist nicht einfach zu beenden. Keiner der Kriegsparteien ist vorbehaltlos zu glauben. Jeder Information, die nicht aus selbst Ermitteltem, Erlebtem und aus eigener Erkenntnis stammt, ist mit größter Vorsicht und Sorgfalt zu begegnen. Als Beispiel für besseren Journalismus mögen Publikationen des Magazins Telepolis dienen, jenes Magazins, dem ARD-aktuell-Chefredakteur Dr. Gniffke (allerdings nur versuchsweise) einmal die Glaubwürdigkeit absprach:
https://www.heise.de/tp/features/Aleppo-UN-beschuldigt-die-syrische-Armee-Graeueltaten-begangen-zu-haben-3569433.html
https://www.heise.de/tp/features/Syrien-Regierung-hat-die-Kontrolle-ueber-Aleppo-3568894.html
https://www.heise.de/tp/features/Aleppo-Das-neue-Srebrenica-3570656.html
Das Grundgebot im Programmauftrag des NDR-Staatsvertrags, der Völkerverständigung zu dienen, wurde von ARD-aktuell mit seinen agitatorischen und realitätsfernen Sendungen an diesem 13.12. 16 wieder einmal nicht befolgt. Die Verletzung der Programmrichtlinien wurde neuerlich evident.

Volker Bräutigam, Friedhelm Klinkhammer.  


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 26. Dezember 2016 schrieb Hella-Maria Schier:

Ich staunte auch über das ZDF-Interview.Hoffentlich haben es viele gelesen. -Ich habe es herumgeschickt, erlebe aber, dass einige das als Manipulation ablehnen und dem mainstream prinzipiell eher trauen.
Was Kipping angeht: ich hatte bei ihr noch nie ein gutes Gefühl. Sie streitet engagiert gegen rechts, aber nicht wirklich gegen oben, wo „rechts" ebenfalls sitzt. So wird leicht eher ein Ablenkungsmanöver daraus, das die Ziele der kap. Globalstrategen unterstützt. Absicht? Wer weiss. Bei "Linken" wie ihr würde ich manchmal gern NSA spielen und ihre Kontakte ausspionieren.


Am 22. Dezember 2016 schrieb Andreas Schell:

@Heinz Assenmacher und Mitkommentatoren.

Ich wiederhole mich da sehr gerne und deutlich: Frau Kipping zeigt und äußert Ansichten, die abgesehen von latenter intellektueller Überforderung, nur mit einem Gehalt aus NATO-nahen Kreisen erklärbar sind. Sie vernichtet zudem durch ihren völlig ungerechtfertigten Führungsanspruch einen Teil der guten Arbeit, die Sahra Wagenknecht und andere aufrechte Linke dankenswerterweise für die Wählbarkeit dieser Partei geleistet haben. So was nenne ich einen Maulwurf.
Mein Lösungsvorschlag: soll'se zu den Grünen gehen, die finden die NATO auch supi und Putin doof. Bei rot-rot-grün wär 'se, falls die Linken tatsächlich blöd genug für dieses fiese Konstrukt sein sollten, wieder janz vorn mit dabei. Sie könnte dort z.B. in die Fußstapfen von Claudia Roth treten - dafür reicht's, wenn sie noch ein Wenig zunimmt ... und natürlich weiterhin nichts liest.


Am 22. Dezember 2016 schrieb Alfred Meier:

Danke fuer die Programmbeschwerde und danke auch fuer die tolle Einleitung.

>> Der Praktikant, der Praktikant,
der einzge war klar bei Verstand. <<

@ Kommentar Heinz Assenmacher:
Kippings Pamphlet ist wirklich uebel.
Dass sie nicht weiss, was eine Flugverbotszone bedeutet, insbesondere da das Lybien-Beispiel nach wie vor erlebbar ist, glaube ich nicht. Zwar enthaelt ihr Text logische Fehler und viele Luegen, doch es scheint recht professionell umgesetzt worden zu sein; Dummheit halte ich auch nicht fuer zutreffend. Sie orientiert sich am angeblichen Mainstream und folgt diesem. Schlimmer noch, es koennte sein, dass der Text nicht wirklich der ihre ist. Ich habe schon laenger das Gefuehl, dass die Linke unterwandert wurde oder total versagt hat. Dass die Linke sich so massiv als Oppositionspartei - also reaktionsverliebt- dargestellt hat, war der groesste Fehler, den sie machen konnte, denke ich. Der Komplex aus 'Sich zur Wahl stellen' und 'Nicht regieren wollen' ist eine Katze, die sich in den eigenen Schwanz beisst.

Und dass ARD, die Linke und B90/Gruene (uvm.) so an ihrem Unsinn festhalten, stinkt foermlich danach, dass ein Dirigent irgendwo unsichtbar seine Kommandos gibt.


Am 21. Dezember 2016 schrieb Heinz Assenmacher:

Der größte Skandal ist, dass die Kovorsitzende der Linken, Katja Kipping denselben Unsinn verzapft: http://www.katja-kipping.de/de/article/1174.eklatantes-versagen-der-internationalen-gemeinschaft.html

Ich habe mich bei Parteivorstand und Fraktionsführung als Parteimitglied beschwert und Frau Kipping um eine genaue Angabe der Quellen für ihre gravierenden Vorwürfe gegen die syrische Regierung gebeten.
Weder Kipping noch Partei- oder Fraktionsvorstand haben bisher reagiert.
Da frage ich mich, wie eine Parteiarbeit an der Basis mit solchen Äußerungen aus der Führung überhaupt noch möglich sein soll.

Antwort von U. Gellermann:

Frau Kippings Äußerungen sind so grundfalsch, dass es nur zwei Gründe dafür geben kann: Entweder ist die Dame so strunzdumm, dass sie es einfach nicht besser weiß. Oder sie wird für dieses Falschheiten bezahlt. Ich vermute ersteres: Als Mitglied des Bundestages verdient sie eigentlich reichlich genug.


Am 20. Dezember 2016 schrieb Andreas Schell:

Lassen wir doch mal den Herrn Assad zu Wort kommen:
https://www.youtube.com/watch?v=twnkYpFdDC0
Ob das stimmt was er sagt oder ob das alles das Propaganda-Lügenmärchen eines Despoten ist, vermag ich nicht vollständig zu beurteilen. Aber mal ganz ehrlich: der Präsident Syriens kommt mir in diesem Interview erheblich besonnener und glaubwürdiger vor als unsere gleich geschaltete deutsche Medienlandschaft. Hören und sehen wir ihn uns mal genau an, den Herrn Assad. Und dann schauen wir in die Bild. Und dann in die Tagesthemen. Und dann in den Spiegel, und danach in den (echten) Spiegel. Beim ZDF hat vielleicht schon einer den Schuss gehört. Ich persönlich glaub's noch nicht. Das Wörtchen Lügenpresse entstand in engem Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Ukraine-Krise. Das, was uns im Zusammenhang mit Syrien präsentiert wurde, hat dem, wenngleich undenkbar, noch eins drauf gesetzt. Im Zusammenhang mit Syrien haben hierzulande nicht wenige Gestalten einigen Dreck am Stecken - vielleicht reicht's ja für Knast? Die Hoffnung stirb zuletzt.
Ich danke also Herrn Assad für das Interview. Das was ich Herrn Gniffke zu sagen hätte, ist hier, selbst wenn ich mir Mühe gäbe, nicht druckbar. Ich kann nämlich bayerisch.


Am 19. Dezember 2016 schrieb Marco Beyer:

Die von Ihnen betriebene Rationalgalerie gehört mit zu meiner Lieblingslektüre. Sie veröffentlichen immer wieder Informationen, die ich vorher so noch nicht kannte. Auch in den Kommentaren sind immer wieder einmal interessante Informationen enthalten. Insofern mir etwas völlig neu ist, versuche ich noch weitere Standpunkte einzuholen. So ging es mir auch bei dem Artikel "Russen-Freunde beim ZDF: Verrat, Verrat!" In diesem Artikel wird unter anderem die Einwohnerdichte verschiedener Großstädte verglichen, um die Aussagen der ARD zu überprüfen. Hier vergleichen Herr Klinkhammer und Herr Bräutigam jedoch Äpfel mit Birnen. Laut der Stadt München hat der Stadtbezirk Schwabing West eine Bevölkerungsdichte von 15.700 Einwohner pro Quadratkilometer. Wenn wir jetzt davon ausgehen, dass Ostallepo auch nur Stadtteil von der großen Stadt Aleppo ist, muss man hier fairerweise die Einwohnerzahlen bei einem solchen Vergleich auf Stadtteile herunterbrechen. Rechnen wir noch hinzu, dass in Allepo der Anteil Wohnfläche pro Bewohner wahrscheinlich deutlich niedriger liegt, als dies in Schwabing West der Fall ist, könnte Ostallepo in Friedenszeiten durchaus auf bis zu 30.000 Einwohner pro Quadratkilometer gekommen sein. Dass sich diese Zahl in den jetzigen Kriegszeiten auf 100.000 Einwohner pro Quadratkilometer erhöht hat, ist allerdings sehr unglaubwürdig. Zum einem werden im Laufe der Zeit schon viele Einwohner geflüchtet sein und zum anderem hat sich der Wohnraum durch die Zerstörung deutlich verringert.

Die Angaben der ARD sind sehr deutlich überzogen, allerdings ist auch die Vergleichszahl von 4.600 Einwohner pro Quadratkilometer in Gesamtmünchen für diesen Vergleich sehr ungeschickt gewählt.

Trotzdem bitte weitermachen, denn Fehler kommen immer wieder einmal vor.

Antwort von Volker Bräutigam:

Zunächst vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit - in jeder Hinsicht. Sie haben recht, es ist immer problematisch, mit Durchschnittszahlen zu argumentieren. Doch schien es mir hier die redlichste Art zu sein. Die für München genannte Zahl gibt die lt. Wikipedia durchschnittliche Einwohnerzahl pro qkm wieder, und so verhält es sich auch mit der Angabe über Kalkutta. Da ich lange in Fernost gelebt habe (zumeist in China, wo es fallsweise aber auch reichlich ungemütlich eng zugeht), wusste ich die Daten über Kalkutta zu würdigen. Mehr als das Doppelte des angegebenen Durchschnitts wäre in Kalkutta bereits ausgeschlossen. Andernfalls müssten die Menschen in Schichten schlafen, weil es keinen Platz zum Liegen gibt; nun ja, das geschieht tatsächlich in einigen Brennpunkten dort schon. Nun muss man sich aber vorstellen, dass Ost-Aleppos letztes belagertes Quartier von ca 1 qkm weitgehend in Trümmern liegt. Es ist vollkommen ausgeschlossen, dass dort pro 10 qm ein Mensch lebt, mehr als die Hälfte dieser Fläche ist ja bebaut und großenteils in Trümmern, dort kann man nicht mal ohne Verletzungsgefahr stehen. Sie schreiben selbst, es ist eine indiskutable Angabe des Korrespondenten Schwenck. Das meinten wir auch und haben es in der Beschwerde beklagt, neben anderen journalistischen Fehlleistungen.
Es freut uns sehr, dass wir auf so aufmerksame Leser und Mitdenker wie Sie treffen. Ich wünschte mir oft, solche Diskussionsbereitschäft, Nachdenklichkeit und Offenheit wären auch bei ARD-aktuell oder zumindest beim NDR-Rundfunkrat gegeben. Leider ist dem nicht so....
Ihnen nochmals Dank! Einen friedvollen Jahreswechsel, trotzdem und alledem!


Am 19. Dezember 2016 schrieb Lutz Jahoda:

ÖFFENTLICH RECHTLICHE
AUFFÄLLIGKEITEN

Notorisch euphorisch
obligatorisch,
nahezu chorisch
Agitatorisch.
Ein Fall von krankhaftem Entarten
zu politisch irrem Fernsehgarten.


Am 19. Dezember 2016 schrieb Alexnder Kocks:

Die Tagesschau handelt nach dem alten Motto von Winston Churchil: Wenn Du gelogen hast bleib bei der Lüge.
Aber jetzt wird es vielleicht interessant. Im Internet tauchen Berichte auf, u.a. bei Voltairenet dass die syrische Armee in einem Bunker in Aleppo eine Anzahl von Militärberatern aus Natoländern, u.a. auch deutscher Nationalität festgenommen haben soll. Mal sehen was da dran ist. Wenn das den
Tatsachen entspricht könnten die nächsten
Wochen recht interessant und für einige Leute peinlich werden

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