Gniffke in Haft

Antisemitismus-Beauftragter schlägt zu

Autor: U. Gellermann
Datum: 01. Januar 2018

„Herr Dr. Gniffke, Sie sind verhaftet!“ Entsetzt starrt der Chefredakteur von ARD-aktuell dem Mann vom Innministerium ins Gesicht. „Sie haben in einer Ihrer Tagesschau-Sendung eindeutig Werbung für einen widerlichen Antisemiten gemacht. Denn ihre Parteinahme für Alexei Nawalny – den Sie auch noch fälschlich zum aussichtsreichen Kandidaten gegen Putin stilisieren, um überhaupt eine Nachricht aus ihm zu machen – unterstützt einen Mann, der zum Beispiel seinen Suff mit diesem Zitat zierte: ‚Der erste Toast geht auf den Holocaust.‘ Wir werden Sie wegen Holocaust-Verharmlosung von Ihrem Posten entfernen müssen. Sie sind vorläufig festgenommen.“ 

Schweißgebadet wacht Doktor Gniffke auf: „Aber es gibt ja noch gar keinen Antisemitismus-Beauftragten. Zwar haben wir über den „anhaltenden Judenhass in Deutschland“  und die Planung des Ministers berichtet. Aber wir machen ja nur Werbung für Nawalny, weil er ein Gegner von Putin ist. Und Anti-Putinismus wird ja wohl noch erlaubt sein.“ Dreht sich rum und schläft weiter den blinden Schlaf der Russophobie. 

Programmbeschwerde:
Nawalny, Nawalny, bis zum Erbrechen

http://www.tagesschau.de/archiv/sendungsarchiv100~_date-20171224.html

Sehr geehrte NDR-Rundfunkräte,
welch eine Nachricht in der Hauptausgabe der Tagesschau am „Heiligen“ Abend um 20 Uhr:

„In Russland ist der Kreml-Kritiker Nawalny endgültig von der Präsidentenwahl im März ausgeschlossen worden. Die Wahlkommission begründete das erneut mit einer Vorstrafe wegen Unterschlagung. Nawalny selbst nannte das Urteil politisch motiviert. Erst gestern hatten in 20 Städten tausende seiner Anhänger gefordert, Nawalny kandidieren zu lassen. Nach seinem Ausschluss rief er nun zum Wahlboykott auf.“

Dieser ARD-aktuell-Meldung stehen folgende reale Verhältnisse gegenüber:

„... das Lewada-Zentrum veröffentlichte am 10. Februar die Ergebnisse einer Umfrage zum Wahlverhalten. Hier wurden 1.600 Bürger in allen Regionen befragt. Bei der Sonntagsfrage ("Sollten die Wahlen am kommenden Wochenende stattfinden, ...") sprachen sich 53 Prozent für eine Wahl Putins aus. Von denen, die aussagten, dass sie auf alle Fälle wählen gehen werden, lag der Prozentsatz sogar bei 83 Prozent.“ Quelle: https://deutsch.rt.com/russland/37113-russland-umfragen-ergeben-hohe-zustimmung/

Laut diesem institut erreichte dagegen Alexei Nawalny gerade mal 1 Prozent. Dieser Wert ist belastbar: Das „Lewada-Zentrum“ ist laut Reuters „das einzige vom russischen Staat bzw. russischen staatlichen Investitionen unabhängige Meinungsforschungsunternehmen“. Quelle: https://www.reuters.com/article/us-russia-levada/russias-only-independent-pollster-resists-foreign-agent-tag-idUSBRE9460KX2

Der Mr. Ein-Prozent und „Kreml-Kritiker“ ist nun von der kommenden Wahl ausgeschlossen, weil er wegen Unterschlagung bei Geschäften mit der Firma Yves Rocher vorbestraft ist. Weitere  Vorstrafen erhielt er wegen Betrugs und als Wiederholungstäter wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt. Seine Widerstandshandlungen wären in Deutschland nach §§ 111-114 gleichfalls strafbar und brächten bis zu 5 Jahre Haft ein. Quelle: https://www.anwalt.de/rechtstipps/widerstand-gegen-vollstreckungsbeamte-strafgesetzbuch-stgb_019713.html

Bei Vorstrafen von mehr als einem Jahr kann auch in Deutschland nach § 45 Abs. 1 StGB die Wählbarkeit entzogen werden. Quelle: http://www.wahlrecht.de/lexikon/ausschluss.html

Nawalny widerfährt in Russland nichts anderes, als was einem deutschen „Oppositionellen“ dieses Schlages hierzulande  widerfahren würde. Nur würde ein solcher großmäuliger Schreihals und vorgeblicher Korruptionsgegner sicher nicht dauernd im russischen Staatsfernsehen als „Kanzler-Kritiker“ aufgeblasen. 

Was ARD-aktuell ebenfalls nicht beachtet, ist, dass Nawalny „(...) ein böser nationalistischer Hetzer ist, der schon mal einen Toast auf den Holocaust ausbringt oder Kaukasier mit Wanzen und Schaben vergleicht“. Quelle: http://spiegelkabinett-blog.blogspot.de/2015/01/die-navalny-kampagne-in-der-ard.html

Auch für solche grandiosen Schweinereien käme der Mann in Deutschland jahrelang in den Knast.

An Nawalny, dem von der Tagesschau wieder und wieder Gebenedeiten, ist nichts Besonderes dran – außer, dass er eine kriminelle Vita hat und von westlichen „NGOn“ gehätschelt und geschmiert wird. Dass er als „Kreml-Kritiker“ ständig gegen Präsident Putin medial aufgemandelt wird, obwohl er ein vollkommen aussichtloser Kandidat wäre, wenn er denn hätte antreten dürfen, das hat folglich keinen journalistisch vertretbaren Grund. Es geschieht vielmehr im Kontext antirussischer Propaganda und hetzerischer Kampagnen. Sie sind zwar ein Rechtsbruch, aber dafür gibt die ARD-aktuell sich seit Jahren her. Es passt nicht ins transatlantische Weltbild, dass im Kreml kein besoffener Jelzin mehr den US-Herren die Stiefel leckt, ihnen Russlands Staatsvermögen ausliefert und eine aufmüpfige Duma, das russische Parlament, auch schon Mal von Panzerartillerie beschießen lässt. Statt eines korrupten Säufers amtiert nun ein Vladimir Putin im Kreml, ein Präsident, der Russlands Ansehen weltweit wiederhergestellt hat. Auch in Deutschland genießt er noch Respekt,

ARD-aktuell, US-konform und regierungsfromm, darf und will das nicht anerkennen. Lieber staatsvertragswidrig die Völkerverständigung sabotieren und gegen Russland stänkern. Selbst für weihnachtliche Beweihräucherung eines üblen Krawallbruders und Hetzers wie Nawalny ist sich die Tagesschau nicht zu schade. Man kann beim Konsum solcher „Nachrichten“, um mit Max Liebermann zu sprechen, "jar nich so ville fressen, wie man kotzen möchte.“

Unserer Vermutung nach graust es aber Sie, die NDR-Rundfunkräte, ohnehin vor gar nichts. Nicht mal vor miesem Nawalny-Schmierenjournalismus.

Mit freundlichen Grüßen

Volker Bräutigam, Friedhelm Klinkhammer


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 06. Januar 2018 schrieb Edgar Schneider:

Gnifkes ARD hätte sich bei Buhros WDR Nachhilfe in Sachen gut recherchierter Meldungen, sprich weiterer Volksverdummung holen sollen: dort mutierte im Videotext der kriminelle Rassist und "Kreml-Kritiker" Nawalny tatsächlich zum OPPOSITIONSFÜHRER, der von der Wahl ausgeschlossen wurde.
So etwas ist mit Dummheit oder Blödheit von Fernsehredakteuren NICHT zu erklären. Da steckt Vorsatz im Auftrag udn Sinne der transatlantischen Auftraggeber hinter. Bin ich jetzt ein Verschwörungstheoretiker?


Am 04. Januar 2018 schrieb Karola Schramm:

Das hätte ich nicht gewusst, wenn ich jetzt nicht noch weiter in der Rationalgalerie geblättert hätte.
Es ist nicht zu fassen. Und ganz Deutschland hat sowas am 24.12.2017, einem der wichtigsten Tage des Jahres, abends gehört und wird es auch glauben.

Gibt es denn kein Gericht, dass diese bewussten, absichtlichen Falschmeldungen, die immer auch Gewalt befördern, stoppen kann ?
Ich kann und will nicht glauben, dass so was ungestraft gemacht werden darf.


Am 03. Januar 2018 schrieb Christine Full:

Ich finde es schade, dass der "westliche Held gegen Korruption" n(kr)awalny nicht zur Wahl antreten darf, wegen sei zahlreichen Vorstrafen.
Es wäre nämlich schön zu sehen, wie die hiesige Presse inklusive Staatsrundfunk, sein völliges Scheitern verkaufen würden.


Am 02. Januar 2018 schrieb Ronald Wolf:

Der Hass auf Russland und Putin ist riesengroß - wie muss ich mir das als journalistischer Laie vorstellen ? Gibt es ein zentrale Anweisung von "Oben" ? Oder sind die Journalisten so dämlich und glauben das, was sie von sich geben ? Ist es vielleicht sogar noch ein Rudiment aus dem kalten Krieg ? Ist es die deutsche Arroganz , dass man die politische und ökonomische Wahrheit gepachtet hat ? Haben unsere Journalisten keine Geschichtsbildung, keinen Blick für Zusammenhänge oder sind sie einfach nur russophob , aber warum ? Wozu ? Schade das man für die Staatsmedien Zwangsgeld bezahlen muss und dann solche dümmlichen Propagandatricks aufgetischt bekommt. Barnaise lässt grüßen .


Am 01. Januar 2018 schrieb Lutz Jahoda:

NEUJAHRSEMPFEHLUNG

Giftträufler G., bereits mehrfach enttarnt,
träufelt im Dienste höchster Instanzen,
behutsamer zwar, weil vorgewarnt;
doch besser wär´s, ihn auszupflanzen.
Verleiht ihm die "Goldene Meldungsente"
und schickt ihn zum Tagesschauwohl in Rente.


Am 01. Januar 2018 schrieb unbekannt:

Eine passende 'Tagesdosis' am Neujahrsmorgen! Herzlichen Dank mit schönen Grüßen an die Herren Klinkhammer und Bräutigam!
Und Ihnen, Uli Gellermann, trotz alledem ...
ein gutes Neues Jahr!


Am 01. Januar 2018 schrieb Benny Thomas Olieni:

Die Gniffke-Sendung heißt nicht umsonst "tagesscheu"!
Dank an die Rationalgalerie, daß sie dieses lichtscheue Wirken ans helle Licht des Tages bringt!
Was für ein Segen, daß es alternative
Medien zur gleichgeschalteten System-
Soße gibt. Das eröffnet eine Wahlmöglichkeit. Ohne Wahlmöglichkeit keine Freiheit...
Für diesen Beitrag dazu herzlichen Dank!
Alles Gute für ein friedliches und gesundes 2018!


Am 01. Januar 2018 schrieb Peter Kerner:

Wieder ein Beispiel für intelligenten Widerstand. Dank!


Am 01. Januar 2018 schrieb Ella Weber:

Ach, wenn doch der Gniffke verhaftet würde. Weggen Volksverhetzung zum Beispiel.

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