Dr. Gniffke antwortet auf Programmbeschwerde

So oder so ähnlich könnte ein
Gniffke-Brief auf eine Beschwerde aussehen

Autor: U. Gellermann
Datum: 31. Juli 2017

„Sehr geehrte Herren Bräutigam und Klinkhammer,

Sie gehen mir auf die Nerven. Zwar ist ihr Satz ‚Halbe Wahrheiten sind ganze Lügen’ in Ihrer tausendsten Programmbeschwerde irgendwie richtig. Aber was würden Sie denn machen, wenn von der Politik nun mal die von Ihnen beschriebene Staatsräson gefordert wird? Dagegen verstoßen und dann nicht mehr zur Bundespressekonferenz eingeladen werden? Oder noch schlimmer, nicht mehr zum Bundespresseball? Soll ich denn freiwillig meine Chancen aufgeben eines Tages Intendant zu werden? Da können Sie sich die Finger wund schreiben: DAS IST DIE GANZE WAHRHEIT! Sie haben es gut. Sie haben die Rente durch und eine Karriere hinter sich. Was geht mich unter meinen schwierigen Bedingungen denn die Wahrheit an oder die soziale Lage der Palästinenser? Nur die halbe Lüge bringt uns bei der Tagesschau eine ordentliche persönliche soziale Perspektive. Und Sie werden von uns nicht verlangen können, dass wir folgenden Hinweis in den Vorspann der täglichen Schau einblenden: Vor und während des Gebrauchs Kopf gründlich schütteln!

Lassen Sie mich endlich zufrieden

Dr. Kai Gniffke

Das Buch für Gniffke & Co:
hop.papyrossa.de/Gellermann-Uli-Klinkhammer-Friedhelm-Braeutigam-Volker-Die-Macht-um-acht

Eingabe
Tendenzberichterstattung über den Gazastreifen
 
http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-307731.html
http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts-20727.html
 
Sehr geehrte Rundfunkräte des NDR,

„Freundschaft mit Israel ist deutsche Staatsraison“ hat Bundeskanzlerin Merkel bekanntlich vor der Knesseth in Jerusalem verkündet. Selbst wenn diese Sprechblase freudig und randvoll zu füllen wäre: Einen Freibrief für ARD-aktuell  abfällig-kritische Bemerkungen über die im palästinensischen Gazastreifen regierende Hamas abzuliefern, gibt es dafür nicht.
In sattsam bekanntem Konformismus mit der Berliner Politik meldete die Tagesschau am 12. Juli 2017:

Die Lebensbedingungen im Gazastreifen verschlechtern sich nach Angaben der Vereinten Nationen immer weiter. In der von der radikalislamischen Hamas regierten Region gebe es kaum Trinkwasser, eine hohe Jugendarbeitslosigkeit und eine schlechte Gesundheitsversorgung, heißt es in dem UN-Bericht. Zwei Millionen Palästinenser leben in dem Gebiet, über das Israel und Ägypten eine Blockade verhängt haben.

Wie überall, so gilt auch hier: Halbe Wahrheiten sind ganze Lügen. Selbst wenn in dem UN-Bericht nichts weiter stünde als die paar dürren Fakten, über die ARD-aktuell hier berichtet, so wäre die Beschränkung darauf in einem Nachrichtenprogramm der ARD doch propagandistisch verfälschend. Sich lediglich als Herold einer UN-Mitteilung zu gebärden ist regelwidrig. Zwingend hätte hier der Kontext dargestellt werden müssen: Die von Israel (im zeitweisen Bunde mit Ägypten) verhängte Blockade ist nicht ein Phänomen im rechtsfreien Raum, sie ist vielmehr völkerrechtswidrig.

Es gibt eine ganze Serie von UN-Resolutionen, in denen Israel wegen seines Verhaltens verurteilt und aufgefordert wird, die Blockaden aufzuheben. Israel missachtet sie, es hat noch jede die Palästinafrage ansprechende Resolution der Vereinten Nationen ignoriert. Es ist diese Blockade, die es den Palästinensern im Gaza unmöglich macht, eine prosperierende Wirtschaft zu begründen. Nicht einmal einen offenen Seehafen einzurichten ist den Palästinensern erlaubt, und selbst kleine Fischerboote, die die eng gezogene Sperrzonengrenze verletzen, werden von der israelischen Kriegsmarine beschossen bzw. aufgebracht. Diese und andere Übergriffe sind derart häufig, dass in der Publizistik eine Art Gewöhnung daran zu wirken scheint, sie finden in den Medien kaum noch Niederschlag.

Statt also auch über die von der israelischen Politik geschaffenen und zu verantwortenden Ursachen für das Elend im Gaza zu informieren, erweckt ARD-aktuell  den Eindruck als sei  die palästinensische Führung im Gaza für die Situation verantwortlich. Die Formulierung „die radikalislamische Hamas“ regiere die Region, ist darüberhinaus für eine zur Objektivität und auf journalistische Grundsätze verpflichtete Redaktion ein absolut unzulässiger propagandistischer Missgriff. Diese Wertung gehört nicht in eine seriöse Nachricht, sie ist der ARD-aktuell genauso wenig erlaubt, wie ihr die Beschreibung der deutschen Bundesregierung als „radikalreaktionär“ oder „sozialfaschistoid“ gestattet ist.

Wir hingegen gestatten uns, nicht nur darauf hinzuweisen, dass hier ein schwerwiegender Verstoß gegen den Programmauftrag und die Programmrichtlinien vorliegt, (zur Völkerverständigung beitragen, wahrheitsgemäß und umfassend berichten etc.pp.), sondern dass der Qualitätsjournalismus der ARD-aktuell mittlerweile unübersehbar niveaulos geworden ist. 

Volker Bräutigam, Friedhelm Klinkhammer


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 03. August 2017 schrieb Brigitte Klara Mensah-Attoh:

GEIL!!!!! - WUNDERBAR INFORMATIV BESSER GEHTS NIMMER!

. . . . . zusammengefaßt das ganze Drama um Gniffke und seinen
Intendanten-Lebens-Traum und dessen Verwirklichung in Form des genial auf den Punkt gebrachen GNIFFKE-BRIEFES
. . . . . scheißegal - auf Kosten von WAHRHEIT oder LÜGE - sei's drum....... sozusagen dem letzten Hinterwäldler sind damit die Augen geöffnet.

Anders: Um welche Hintergründe es hier in Wahrheit geht, das öffnet mit dem vorliegenden Jammerbrief dem Interessierten endgültig die Augen!
GROSSEN DANK AN ULI G.!

Zur Hölle mit dem Seelenverkäufer KAI GNIFFKE!


Am 01. August 2017 schrieb Henny Graumann:

Für einen Moment dachte ich der Brief sei echt. Diese verschwiemelte Sorge um das eigene Ich, diese Untertänigkeit, gepaart mit frechem Rotz, das ist er! Ich lache immer noch.


Am 31. Juli 2017 schrieb Sven Waterman:

BIBLIOTHEKARISCHE DIENSTE EMPFEHLEN MACHT VOR ACHT
In den "Bibliothekarischen Diensten" – wird mit diesem Satz "Die scharfe Kritik (an der Tagesschau) ist durchaus locker und verständlich geschrieben." Na, siehste!


Am 31. Juli 2017 schrieb Lutz Jahoda:

EMPFEHLUNG

Hisst die Quarantäne-Flagge
Über Hamburgs Tagesschau!
Hoch infektiös, der Laden!
Fast so schlimm wie Gift Kakao!

Hirnaufweichend, schleichend, hat,
Wer im Kopf klar bleiben möchte,
Diesen Virus längst schon satt!
Meidet auch das üble Rechte,
Holt euch übers Netz das Echte,
Übersichtlich klare Wahre:
Abonniert ein linkes Blatt!


Am 31. Juli 2017 schrieb Michael Kohle:

Einspruch, werte Herren Klinkhammer und Bräutigam. Das trifft aber jetzt wirklich nicht zu, dass da irgendetwas bei ARD-aktuell g e w o r d e n wäre. Niveaulos war das wohl schon länger, wenn nicht immer, was da so dargeboten wurde und immer noch wird. Was stimmt, die auch von ARD-aktuell gerne geübte Einordnung! Unübersehbar! Wir haben es nämlich nur viel zu spät gemerkt, was uns da untergejubelt wird. Allerdings, um ganz offen zu sprechen, würde ich auf Niveau gerne verzichten, wenn wenigstens, das was geboten wird, ab und an auch mal den Anforderungen des Rundfunkvertrages entsprechen würde,
die Kriterien Objektivität und Neutralität beachtet würden. Quatsch, wenn dem so wäre, wäre die Niveaulosigkeit schließlich gebannt.

Eigentlich müssten Sie das ja wissen, sie haben schließlich des Öfteren versucht, Niveau wenigstens nachträglich zu ermöglichen. Mit unermüdlichen Hinweisen, wie ein Niveau dann doch möglich wäre, wenn man denn wollte. Niveau kann z.B. auch per Richtigstellungen, Entschuldigungen oder gar Ermöglichung von Gegendarstellungen kreiert werden. Möglichkeiten, die unser Widerborst Dr. Kai G. leider gründsätzlich verabscheut.

Ob diese konsequente Verweigerungshaltung vielleicht doch andere Gründe hat? Schließlich gab es zu Zeiten von Klein-Kai?s Schulgang noch keine Inklusion. Woher sollte es denn s'Kaile auch wissen: In einer inklusiven Welt sind alle Menschen offen für andere Ideen!

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