Der totale Verfassungs-Krieg

Wie uns Hans-Georg Maaßen den Krieg erklärt

Autor: U. Gellermann
Datum: 18. Januar 2016

Da! Da vorne! Da kommen fremde Horden und führen einen „Angriff auf die verfassungsmässige Ordnung des Bundes“. So steh es im Bundesverfassungsschutzgesetz, der Aufgabenbeschreibung für das Amt. Sofort bläst doch der Präsident vom Verfassungsschutz, der verdiente Reisswolf der Völkischen, Hans-Georg Maaßen, zum Krieg: „Der IS hat uns, Deutschland und dem Westen, den Krieg erklärt, und er will Terroranschläge durchführen“, sagt er dem Berliner Inforadio, und wir hoffen doch sehr, dass er an seine 2.750 Mitarbeiter die Maschinengewehre schon ausgegeben hat. Denn Krieg ist, im lästigen Grundgesetz auch „Verteidigungsfall“ genannt, wenn das Staatsgebiet mit „Waffengewalt“ von außen angegriffen wird.

Und haben wir nicht gesehen, in der ARD, dem ZDF und im Staatsorgan für Großbuchstaben, wie sich an den Grenzen des deutschen Staatsgebietes der IS zusammenrottet, seine Burka schürzt, die Kalaschnikow schultert und auf das Kanzleramt zielt? Zwar sagt der Verfassungsschutzpräsident, anlässlich eines Attentates in der Türkei auch: „Wer nun hinter diesen Anschlägen steht – wissen wir nicht“, aber das kann doch einen Präsidenten nicht erschüttern, nicht einmal die lästige Tatsache, dass die Türkei noch nicht in unserem Staatsgebiet liegt. Auch die Zuständigkeit des Schutzes, man nennt ihn auch Inland-Geheimdienst, ist vom Maaßen längst geprüft: Ist Erdogan nicht neuerdings ein Freund von Merkel, und da wo ein Freund der Kanzlerdarstellerin lebt, ist da nicht immer auch Deutschland?

Jüngst hatten wir schon so einen Fall von Auslandshorden auf Kriegspfad: In Köln zogen irgendwelche Nordafrikaner, ohne jede Wiesn-Lizenz, eine Oktoberfestnummer ab: Saufen, Frauen belästigen und Klauen. Schon lief die ganze Kölner Polizei, fast eine ganze halbe Hundertschaft, vor dem Kölner Hauptbahnhof auf. Aber in Wahrheit ging der tödliche Schlag ganz woanders ab: Am selben Silvesterabend gab es „eine sehr konkrete Terrorwarnung für München - daraufhin waren der Hauptbahnhof und der Bahnhof Pasing evakuiert worden.“ Beinahe wäre der Krieg um die Verfassung in Köln geführt worden, da musste Hans-Georg Maaßen schon in den Süden der Republik. Und, verdammt: Da war keiner. Es sei noch zu früh um zu beurteilen, ob es sich um einen Fehlalarm gehandelt habe, sagt der Verfassungsschutz-Präsident. Aber: „Wir müssen davon ausgehen, dass wir in Zukunft derartige Hinweise häufiger bekommen werden.“

Der Verfassungsschutz wird mit Hinweisen zugeschmissen: Über Morde des Rechten Sektors, über die widerliche NSU-Bande, mit Personalakten seiner V-Leute. Jetzt kommen noch die IS-Hinweise hinzu. Da kann einem schon der Kopf schwirren. Und aus dem Schwirren heraus hat unser Hans-Georg dann die Dimmer-Theorie entwickelt: „Wir können, glaube ich, in Zukunft nicht immer nur sagen, wir schalten das Licht ein oder wir schalten das Licht aus und dazwischen haben wir keine andere Alternative. Ich glaube, wir brauchen, wenn ich das Bild weiter benutzen darf, einen ‚Dimmer‘.“ Das übersetzen wir jetzt mal aus der schweren Schwirniss ins Deutsche: Wenn der IS wirklich kommt, dann schalten wir das Licht ein. An allen deutschen Bahnhöfen. Wenn er aber nicht kommt, oder nur vielleicht, dann bleiben die Lampen an, aber nur halb. Dann denkt der IS mit seinem nordafrikanischen Mob: Kein Licht, keine Polizei, jetzt ist Zuschlagen angesagt. Aber plötzlich dreht Maaßen den Dimmerknopf voll auf und der Krieg geht los.

So geht totaler Krieg: Erst wehrte die Bundeswehr den IS in Afghanistan ab, den es zu Zeiten noch gar nicht gab. Dann zeigt die deutsche Armee in Mali dem IS, den es da auch noch nicht gibt, was ein deutsches Sturmgewehr ist, und jetzt wird Hans-Georg Maaßen solange Krieg gegen den IS in Deutschland führen, bis er sich endlich eimal zeigt, der Feigling! Wenn alles ganz anders klappt als beim Krieg gegen den deutschen Rechts-Terrorismus, dann wird der Maaßen-Krieg totaler und radikaler, als wir ihn uns heute überhaupt erst vorstellen können: „Wir müssen davon ausgehen, dass wir in Zukunft derartige Hinweise häufiger bekommen werden.“


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 04. Februar 2016 schrieb Stefan Heuer:

Solche widerwärtigen, kaltschnäuzigen Typen wie Herrn Maaßen kann ich nur noch als Zombie warhnehmen. Die Bezeichnung "Mensch" ist für mich, pardon, das mag an meinen Alter liegen, immer nocht mit so etwas wie Humanität (und Humanismus) verbunden. betrachten wir den Menschen ga rals göttliches geschöpf, das in seiner Entwicklung den göttlichen Schöpfer und dessen Plan reflektieren soll, wird es um solche Figuren wie Maaßen doppelt zappenduster. Solche Persönlichkeitstypen hatten zu allen Zeiten in der deutschen Geschichte, speziell aber in jenen bewussten Jahren (dräu, murmel) ihre Rollen, und ihre Karrieren. Sie sind de facto Soziopathen. Und als solche repräsentieren sie das gegenwärtige ekelhafte Regime und die dahinter liegende Werteordnung (auch massenmordede Faschisten haben Werte, nur eben andere) wirklich perfekt.


Am 20. Januar 2016 schrieb Reyes Carrillo:

Lieber Herr Günther,

darüber, dass Sie mich fälschlicherweise für einen Angehörigen Ihres Geschlechts halten, will ich in Milde hinwegsehen; das Spanische und der liebe Gott gaben Reyes einst auch für – etwas dümmliche - Weiber frei.

Zunächst aber bedanke ich mich freilich artig für Ihre Lesenachhilfe. An mir selbst inzwischen wirklich peinlich berührt zweifelnd, muss ich beschämt eingestehen, diesen umkämpften Satz auch nach Ihrer Belehrung und Dekodierung immer noch für völlig unmöglich formuliert zu halten. Doch zur Sache (was einer Polemikerin wie mir zugegebenermaßen nicht immer leicht fällt). Ich halte Schiers Aufsatz, auch nach dem dritten Lesen – wohl gesonnen – für tatsächliches Geschwurbel. In weiterer Wohlgesonnenheit ist ihr natürlich eine positive Intention zu unterstellen, die ich freilich nicht negieren möchte. Ich bilde mir sogar ein, fragmentarisch zu erkennen, um was es ihr eigentlich geht. Aber es gibt eine Grenze des „Sich-unglücklich-und-missverständlich-Ausdrückens“, lieber Herr Günther, die mir bei diesem Aufsatz weit überschritten scheint und die die ursprüngliche Intention unterminiert. Deshalb meine Bemerkungen, deshalb vor allem die Polemik meiner Bemerkungen. Sehen Sie, Schier versucht hier, eine Art Meta-Ebene der von ihr so erkannten „Dramatik“ zu erklimmen, an der sie aber meiner Ansicht nach letztlich scheitert. Das wäre an sich natürlich nicht weiter schlimm und ich hätte sicher auch nicht interveniert. Ich kann es aber ganz schlecht ertragen, wenn ein solcher perspektivischer Adlerflug wieder und wieder wie durch Hochnebelbänke segelt und dabei derart krasse Missverständnisse abwirft, die dann perspektivisch schlichter gestrickten Maulwürfen wie mir heftig auf den Kopf fallen. Das tut nämlich ganz doll weh!
Schier schreibt ja weiter vorne: „…Abbau der Demokratie. dazu ist übrigens echter oder angeblicher muslimischer Terror ebenso zu gebrauchen“, und jetzt kommt’s: „wie Bedrohung von rechts durch Nazihorden und bei beidem kann man zur Not nachhelfen..“. Aha, die Bedrohung von Rechts sei womöglich teilweise „angeblich“ und diesem Bedrohungsszenario „könne man zur Not etwas nachhelfen“? Häh? Das lese ich doch hoffentlich richtig, oder wieder nicht? Was soll so ein Geschwurbel im Angesicht unentwegt angegriffener, brennender Asylunterkünfte? Was soll eine solche, die Realitäten gefährlich ignorierende Analogie in ein und demselben Satz (!) zwischen einer zum größten Teil inszenierten muslimischen Terror-Bedrohung und einer dagegen tatsächlichen, sich täglich vielfach wiederholenden und klar zunehmenden Bedrohung von Rechts? Das ist gefährliches Geschwurbel, lieber Herr Günther. Jaja, die Autorin meint das nicht so. Ist mir leider vollkommen wurscht. Auch dann, wenn die Autorin dann wieder völlig richtig erkennt, dass dem Neoliberalismus aus seiner Ideologie selbst heraus an einer Verschiebung nach Rechts natürlich nicht gelegen sein kann. Zustimmung. Trotzdem: Ich finde das alles sehr schwierig – und vor allem verweigere ich mich solcher „Ungenauigkeiten“ und solchem „Missverständlichen“ im Kleinen (?), auch wenn die angesteuerte Meta-Ebene ihre Flugbereitschaft in mutig politisch-intellektuelle Höhen zu den Maulwürfen funkt.
Auf Schiers sicher hochinteressante „Viele Quellen und sogar Texte von Marx und Lenin…, dass der Nationalstaat schließlich vom Kapital überwunden werden wird, ebenso wie die Demokratie“ wäre ich zudem auch äußerst gespannt. Was ist das für ein Unsinn?

Ach ja: Was ich dazu sagen würde, wenn Sie mir vorwürfen, mein Stil erinnere Sie an Henryk M. Broder? Herzlichen Dank natürlich, was sonst? Broder war und ist, was das Polemische betrifft, jenseits seiner irren Inhalte und seinem erbärmlichen Sexismus die Messlatte.


Am 20. Januar 2016 schrieb Burkhard Ohligs:

... und nicht vergessen. Da sind noch die deutschen Einwohner. Ohne Ausnahme hat doch jeder von denen irgendwelchen Dreck am Stecken und sei es nur eine andere, eine eigene Sicht der Dinge.
Schon das ist verdächtig, sehr verdächtig....


Am 20. Januar 2016 schrieb Jürgen Günther:

Lieber Reyes Carrillo,

in Ihrer Entgegnung auf Hella-Maria Schier argumentieren sie leider etwas unfair, weil sie den Kontext des inkriminierten Satzes, in der die Begriffe national und "völkisch" vorkommen, außer acht lassen. Vorgeblich, weil Sie ihn nicht verstehen. Das hindert Sie aber nicht daran, den Satz per Umformulierung einen wirklich gefährlichen Inhalt zu unterstellen, indem Sie vorgeben der Schreiberin nicht zu unterstellen, dass Sie meint, „die" deutsche - Linke „wurde" wie Sie es im Passiv nennen, fixiert - von wem ? - und habe vor allem durch die konsequente Aufklärung, Aufdeckung und Stigmatisierung nationalistisch-völkischer Umtriebe dazu beigetragen, auf einen Trick des Internationalen Kapitals reinzufallen und damit diesem zum Sieg verholfen zu haben?!??

Ist Ihnen nicht aufgefallen, dass Sie damit den Sinn des ursprünglichen Satzes völlig entstellen und der Schreiberin eine Verteidigung von Nationalismus und völkischen Gedankengut unterstellen? Der Satz lautet richtig: "Die Linken, die unter Benutzung der deutschen Vergangenheit darauf fixiert wurden, vor allem gegen alles Nationale und "Völkische" vorzugehen, merken durch diesen Trick zu spät, das sie gerade nicht der sozialistischen Internationale, sondern dem internationalen Kapital zum Sieg verholfen haben."
Diesen Satz bewerten Sie dann als "abgrundtief dummes, wenn nicht gefährliches Geschwurbel", Eine Bewertung, die damit, natürlich von Ihnen ungewollt, den ganzen Kommentar trifft und ihnen die Möglichkeit bietet, der Autorin eine geistige Nähe zu einer von Ihnen nicht geliebten und wahrscheinlich auch etwas indifferenten Website zu unterstellen. Auch das halte ich für unfair. Oder was würden Sie dazu sagen, wenn ich Ihnen vorwerfen würde, dass mich ihr Stil an Henryk M. Broder erinnert.
Zugegeben, in dem von Ihnen kritisierte Satz wurde ein kompliziertes Problem nicht sehr glücklich formuliert. Ich habe ihn aber so verstanden: Es gibt Linke, die, anstatt sich um tiefere Kenntnisse und Zusammenhänge zur nationalen Frage und der Begrifflichkeit „Volk" zu bemühen, sich lediglich an Symbolen und Etiketten abarbeiten und deshalb für Fehldeutungen, Phrasen und Verführungen offen sind.
Damit wird auch klar, was Frau Schier zum Ausdruck bringen möchte. Nämlich, dass diese Oberflächlichkeit einiger Linker den Hofschranzen des gobalisierten Kapitals die Möglichkeit eröffnet, den Neoliberalismus als Emanzipationsbewegung anzupreisen und unter fremder Flagge die linke Bewegung aufzurollen, neoliberal auszurichten und ganz nebenbei auch noch für die Okkupationspolitik des israelischen Apartheidstaates zu instrumentalisieren. So wie es die sog. Antideutschen gegenwärtig tun.
Aber das wollten Sie wohl nicht wissen Herr Reyes Carrillo.


Am 20. Januar 2016 schrieb Guenther Lachmann:

Also, langsam ist es wohl genug, dieses kritisieren unserer besten Leute vom Verfassungsschmutz. Schließlich trägt er keine Schuld daran, dass er nicht als Bananenverkäufer der Berliner Reichskanzlei geboren wurde, sondern sich als Oberschmutzling der deutschen (imaginären) Verfassung, mit all den 82 Millionen subversiven Bewohnern Deutschlands herumaergern muss.
Da hilft auch kein I. Kant weiter, der besagt, dass die Lernerfolge unserer Erkenntnisse (und die Erkenntnisse selbst) in Raum und Zeit gebunden sind. Denn der schmutzbefreite Verteidigungsfall muss zu jeder Uhrzeit bereit stehen; auch nach Mitternacht, wenn Maaßen schon längst von der Totalität durch die Macht der Regierung, vom Da und Da und Da, vom insurgent Dadaismus träumt, dessen Freiheitsbewegung Maaßen´s grey matter nie erreichen wird.
Auch ist es wohl nicht fair, gegen die Verfassung des Schmutzpräsidenten solch Worte zu erheben, die man mit einer Kalaschnikov nicht erschießen kann. Da müssen schon stärkere Medikamente ihre Wirkung verbreiten; zum Bleistift: das Verbot einer kryptographischen Mitteilung. So könne zwar er, und andere elitäre Gruppen, dem Ölschieber im fernen Ankara mit nuts and bolts weiterhelfen, aber der normale Terrorist würde sich im Gehlen-Netz verfangen.
Rügen muss ich jene Kommentatoren, welche sich auf den schmutzigen Verfassungspräsidenten stürzen, nur weil er aus Versehen dem NRW-Justizminister Kutschaty ein Stückchen Würfelzucker verweigerte, welches so nötig von Corelli (T. Richter) gebraucht wurde, um nicht in den Suizid zu verfallen. Er hat ja auch allen Bürgern versprochen, sie auf dem rechten Weg weiter zu unterstützen, auch wenn es ein ganzes Fass Butter kosten würde, wenn die ersten Toten zu beklagen sind.


Am 19. Januar 2016 schrieb Reyes Carrillo:

Liebe Hella-Maria Schier,

leider gelingt es mir nicht so einfach, Ihre interessanten Thesen zu, hm, irgendwie zu Allem und Nichts (?) einzuordnen. Vor allem verstehe ich diesen Satz nicht auf Anhieb, auch nicht auf einen zweiten Anhieb: „Die Linken, die unter Benutzung der deutschen Vergangenheit darauf fixiert wurden, vor allem gegen alles Nationale und "Völkische" vorzugehen, merken durch diesen Trick zu spät, das sie gerade nicht der sozialistischen Internationale, sondern dem internationalen Kapital zum Sieg verholfen haben.“
Was bitte meint dabei der Begriff „Benutzung“, was meint diese seltsame „Fixierung auf die deutsche Vergangenheit“, was den „zu spät gemerkten Trick“?
Bitte beruhigen Sie dahingehend mein zartes Gemüt, dass Sie selbstverständlich nicht andeuten wollen, die – deutsche - Linke „wurde“, wie Sie es im Passiv nennen, fixiert – von wem? – und habe vor allem durch die konsequente Aufklärung, Aufdeckung und Stigmatisierung nationalistisch-völkischer Umtriebe dazu beigetragen, auf einen Trick des Internationalen Kapitals reinzufallen und damit diesem zum Sieg verholfen zu haben?!?

Was überhaupt Ihre Recherchen innerhalb dieser Kontexte anbelangen, erlebe ich ein argumentatives Déjà-vu zu vielen Thesen des Blogs Propagandaschau, die ich – ich bekenne es – für teilweise gefährlich und absurd halte.

Nehmen Sie es mir sehr übel, wenn ich also einen solchen Satz in aller Schlichtheit mindestens für Geschwurbel, nein, sogar für ein abgrundtief dummes, wenn nicht gefährliches Geschwurbel halte? Ich versichere Ihnen aber, mich sofort für diese Bewertung bei Ihnen zu entschuldigen, würden Sie mir die von mir dann offenbar nicht zu dekodierenden Zusammenhänge erläutern.


Am 19. Januar 2016 schrieb Reyes Carrillo:

Was für ein schöner Schmock und was für ein würdiger Protagonist! Es ist ein Träumchen, wie du dieses Arschloch anhand seiner aktuelleren Verwirrungen verwurstest! Dafür innigen Dank.
Dieser dreckige, eiskalte Bürokrat mit Piratenklappe auf dem rechten Auge ist eine solche Schande, oder besser solch ein hervorragender Symbolträger für die Verfasstheit dieses Landes, wie man ihn niemals erfinden könnte. Hm, Verfasstheit – Verfassungsschutz…, verstehe: Der Verfassungsschutz wacht über die rechte Verfasstheit der Republik. Und Maaßen ist die gemeine Fresse dazu. (Apropos Fresse: Könnte nicht Stefan Liebig in zehn Jahren genauso aussehen wie Maaßen und diesen dann einfach lautlos ersetzen?) Freilich, das sind alles müßige Albernheiten. Aber wenn man jemanden – Vita-technsich – durchgehend als hochgefährlichen, neu-deutschen Super-Hampelmann erlebt, holpert das Schreiben über diesen Jemand schon mal: Witzig sein, ihm richtig die Fresse polieren? Das Florett zu führen, das kann nur Gellermann. Mit „neu-deutsch“ meine ich übrigens die sich im Vergleich zum Faschismus in ihren psychopathischen Grundmustern kaum verändert habende deutsche Ausprägung des Staats-Bürokraten und Staats-Dieners.

Ich habe diesen Schreibtisch-Waterboarder seit 2004 auf meiner rabenschwarzen Liste; viele Freunde und ich waren damals recht engagiert im Fall des unschuldigen, im KZ Guantánamo verschwundenen und gefolterten Murat Kurnaz. Gebürtiger Bremer. Was damals herauskam: In einem Gutachten für das Innenministerium aus dem Jahre 2002 hatte dieser „furchtbare Jurist“ schon dafür plädiert, Kurnaz nach einer möglichen Freilassung nicht in die BRD einreisen zu lassen. (Und die US-Folterer wollten Kurnaz nämlich durchaus freilassen! Bedingung: Deutschland nimmt ihn.) Das war die Stunde für Maaßens Gutachten. Unfassbare, aber ernst gemeinte Begründung: Kurnaz’ Aufenthaltsgenehmigung sei nach dessen sechs Monaten Aufenthalt im Ausland (!) erloschen und er habe versäumt, eine neue zu beantragen. Punkt. – Kurze Pause, Durchatmen. Nur die eiskalte deutsche Realität kann die härteste Satire hervorbringen: Der blöde Kurnaz auch! Ganz nah an den Palmen besäumten Stränden der Karibik mit dem Longdrink in der Hand langzeiturlaubend, erneuert der Dödel seine Aufenthaltsgenehmigung einfach nicht, tztztz! Kurz: Maaßen ist für weitere vier Jahre KZ und Folter des unschuldigen Bremer Bürgers Murat Kurnaz in der Hölle Guantanmos ganz nah dran mitverantwortlich.
Dass dieser Mann zehn Jahre später dann zum Präsidenten dieses dreckigen, rechtsblinden, rechtsbrüchigen und vor allem schreiend überflüssigen Schlapphut-Vereins gewählt wurde, ist ein derartig widerwärtiges Symbol für die Verfasstheit dieses Landes… Ach so, da war ich ja schon mal. Deswegen: Schluss jetzt! Aber noch dies: Hans-Georg, mir graut vor dir und einem Land, das so einen deshumanisierten Drecksack wie dich in höchste Ämter hievt! Kotz!


Am 19. Januar 2016 schrieb Hella-Maria Schier:

Meinem Eindruck nach ist der wichtigste Aspekt der ganzen allgemeinen Dramatik eben das: die allgemeine Dramatik. Es ist wichtig, sich nicht immer nur von der emotionalen Reaktion auf das jeweilige Einzelereignis hinreißen zu lassen. Ich halte diese Reaktionen für weitgehend einkalkuliert. In Polen, Spanien, Frankreich und auch in London ist der Überwachungssstaat und andere Einschränkungen wie die der Versammlungsfreiheit schon ein paar Schritte weiter. Natürlich will man in Deutschland jetzt auch Fortschritte sehen. D a r u m geht es doch in erster Linie. Um den Abbau der Demokratie. dazu ist übrigens echter oder angeblicher muslimischer Terror ebenso zu gebrauchen wie Bedrohung von rechts durch Nazihorden und bei beidem kann man zur Not nachhelfen.. Irgendwelche ideologischen Unterschiede sind den Eliten da völlig schnurz, davon bin ich überzeugt. . Früher hat stay-behind Gladio Linksterror simuliert. um die linke Bedrohung des Kapitalismus propagandistisch auszuschalten. Wenn ich die Quellen-Informationen, auf die ich stoße bzw. suchend finde, richtig interpretiere, wäre es aber den großen Kapitalinteressen heute nicht dienlich, die Psyche der Bevölkerung zu sehr nach rechts driften zu lassen. Das klingt ungewohnt, ist aber einfach erklärbar, wenn man bedenkt, dass die Dynamik des gegenwärtigen Spätkapitalismus in Richtung freier, unbegrenzter, unregulierter Handelsräume drängt! Hier stören Produktnormen und arbeitsrechtliche Normen, die man mit TTIP etc. beseitigen will, ebenso wie demokratische Strukturen und nationale und kulturelle Bindungen. Viele Quellen und sogar Texte von Marx und Lenin belegen, dass der Nationalstaat schließlich vom Kapital überwunden werden wird, ebenso wie die Demokratie. Ein quasi allmächtiger ,internationaler Faschismus wäre dann in Zukunft das End-Ergebnis..
Die Nationalstaaten kann man besser von links abschaffen, als von rechts und sich dabei des linken Spektrums bedienen. Man schafft durch Infiltration durch bestimmte Gruppierungen, wie der "Antideutschen", die nach meinem Eindruck eine Verbindung in die USA zu haben scheinen (Fischer..?) ein pseudo-links, das aber eigentlich sein Gegenteil ist, Kapitalinteressen schützt und es mit Diffamierungen, am besten als "neurechts", "antisemitisch" und "verschwörungstheoretisch" von Kritik abschirmt. Dabei kann man sich zur Dramatisierung auch rechter Gruppen bedienen, indem man einerseits ein Klima schafft, das diesen Auftrieb gibt und, wenn das nicht reicht, nachhilft in alter bewährter Methode. So schafft man ein Bedrohungsszenario, das auch teilweise ganz real sein kann. Die Mitläufer werden diese Hintergründe nicht kennen. Da es darum geht, die Macht der Nationalstaaten zugunsten der EU abzubauen, muss die Bedrohung zuletzt von rechts kommen. Das ist auch das einzige Szenario, das einen sonst wohl gegebenen Widerstand von links .ideologisch aushebeln kann. Die Linken, die unter Benutzung der deutschen Vergangenheit darauf fixiert wurden, vor allem gegen alles Nationale und "Völkische" vorzugehen, merken durch diesen Trick zu spät, das sie gerade nicht der sozialistischen Internationale, sondern dem internationalen Kapital zum Sieg verholfen haben. Schachmatt. Und nur wegen unserer Dummheit.- Verschwörungstheorie? Vielleicht, ich bin für Gegenargumente offen.. Aber wenn ich die CIA wäre, ich würde es genau so machen. Wir sollten uns endlich klar machen, das die Macht immer da ist, wo das Geld ist und uns nicht gegeneinander instrumentalisieren lassen und damit unsere Energien verzetteln. Wir sollten uns trauen, zu durchschauen, wenn unsere .Geschichtsbefangenheit gegen uns verwendet wird. Es ist doch ganz logisch, dass jede Macht sich die Achillesferse der anderen zunutze macht und sie missbraucht. Political correctness macht blind und dumm und das nützt nur den Falschen.


Am 18. Januar 2016 schrieb Julie Kreutzer:

Du bist schlicht und einfach GENIAL!


Am 18. Januar 2016 schrieb Lutz Jahoda:

Lied aus Paul Linckes Operette "Lysistrata" aus dem Jahre 1902
(Text am 18. Januar 2016 zeitgemäß leicht verändert und dem Präsidenten des Verfassungsschutzes Hans-Georg Maaßen zugeeignet)

Glühwürmchen, Glühwürmchen dimmre, dimmre!
Glühwürmchen, Glühwürmchen flimmre, flimmre!
Führ uns nicht auf üblen Wegen
kriegerischer Zeit entgegen.
Glühwürmchen, Glühwürmchen schimmre, schimmre!
Glühwürmchen, Glühwürmchen dimmre, dimmre!
Gib uns schützend dein Geleit
weit weg von Maaßens Tauglichkeit!


Am 18. Januar 2016 schrieb Christel Buchinger:

Der Reißwolf der Völkischen!!! Grandios!!


Am 18. Januar 2016 schrieb Hans Rebell-Ion:

Hin-"weise" und "Weis"-heiten liegen bei den "herrschenden" BRD-Politikern unendlich weit auseinander, dabei haben beide Wörter einen gemeinsamen Wortstamm ... nämlich "wissen"!
Aber das "wissen" diese "Weisen aus dem Abendland", die sog. VERFASSUNG-SCHÜTZER gar nicht, denn die BRD hat ja keine vom
d e u t s c h e n VOLK gewählte VERFASSUNG!!!


Am 18. Januar 2016 schrieb Claire Wenger:

Die Sätze, die Sue von Maaß zitieren, sind entlarvend. Denn im Sprechen wird der Bürokrat des Unrechts deutlich. Danke.

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