Als Doktor Gniffke Golineh Atai verfluchte

Äußerst Dringliches aus dem Innersten der TAGESSCHAU

Autor: U. Gellermann
Datum: 17. Juli 2017

„Golineh! Golineh!“ fluchte der Chef der Tagesschau, Dr. Gniffke, jüngst vor sich hin: „Wenn man die prämierte Kriegsberichterstatterin dringend mal braucht ist sie nicht da. Nun haben wir ihr doch Wohnhaft in Moskau für die nächsten Jahre verordnet, aber sie meldet einfach die wichtigsten Sachen aus der Ukraine nicht. Jetzt kriegt der Poroschenko endlich seinen Arsch hoch und macht einen Aktionsplan für den NATO-Eintritt der Ukraine und jeder weiß, dass die Russen sich das nicht tatenlos mitansehen werden, und wo ist die verdammte Atai? Sofort brauchen wir einen Bericht über die Vorbereitungen für einen neuen Maidan. Auch Meldungen über die Unterdrückung friedlicher Nazis in der Ost-Ukraine müssen sofort herbei gesendet werden. Warum sehe ich noch kein Interview mit Herrn Klitschko von der Konrad Adenauer-Stifitung über die Verteidigung der christlich-europäischen Wurzeln der Ukraine? Ja, muss man denn alles selbst erfinden?“

Eingabe
Aktionsplan über NATO-Beitritt der Ukraine 

Sehr geehrte Rundfunkräte des NDR,

wieder einmal erweist sich, dass die Europäische Union zum Vorfeldaktivisten der NATO degeneriert wurde: Die Ukraine hat, wie seit dem Maidanputsch angestrebt, am 10. Juli tatsächlich Gespräche mit der NATO über einen Beitritt aufgenommen. Quelle: https://euobserver.com/foreign/138481
ARD-aktuell berichtete über dieses wichtige Ereignis nicht.
Der ukrainische Oligarch, Komplize nazistischer Strömungen und nach einem Staatsstreich zum „Präsidenten“ gemachte Petro Poroschenko sowie NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg beschlossen in Kiew einen Aktionsplan. „Wir haben einen klaren Zeitablauf, was wir bis zum Jahr 2020 erreichen müssen, um die Mitgliedskriterien zu erfüllen“, wird Poroschenko vom „EUobserver“ zitiert. Quelle: https://euobserver.com/foreign/138481.
Ein Aktionsplan über die Mitgliedschaft ist der erste Schritt hin zu einer Mitgliedschaft bei der NATO.
Die Nachricht mag, da sie keine sofortigen militärischen Folgen hat, als unwichtig  erscheinen. Das wäre jedoch eine fatale Fehleinschätzung. Zu erinnern ist daran, dass die NATO seit Jahrzehnten ihre Kapazitäten und Truppen im Osten Europas ausbaut und sie immer dichter an die Grenze zu Russland schiebt. Diese Politik muss von Moskau als Bedrohung aufgefasst werden, sie ist ja ersichtlich auch so gemeint, obwohl sie agitatorisch mit einem „Schutzbedürfnis“ vor russischer Bedrohung entschuldigt wird. Militärberater der NATO sind nicht erst seit dem Maidanputsch in der Ukraine aktiv. Die „Friedensdividende“, das einst dem Gorbatschow gegebene Versprechens, die NATO „keinen Meter“ weiter nach Osten zu verschieben (auch nicht auf das einstige Gebiet der DDR), ist bekanntlich längst verspielt. Vom Westen.
Der NATO-Aktionsplan mit der Ukraine zeigt darüber hinaus, dass die EU als eigenständige außenpolitische Kraft an Einfluss verliert.
Für Rundfunkräte ohne Englisch-Kenntnisse: Die „Deutschen Wirtschaftsnachrichten“ informieren über den Aktionsplan und kommentieren: „NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg wiederholt zwar immer wieder, dass niemand einen neuen Kalten Krieg wolle, doch das Verhältnis zwischen Russland und der NATO steuert genau auf dieses Ziel zu. All diese Fakten führen dazu, dass Russland sich eingekreist fühlt und im Gegenzug ihre Raketenabwehr und militärischen Kapazitäten ausbaut.“ Quelle: https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/07/11/ukraine-leitet-beitritts-prozess-zur-nato-ein/
Stimmt, ARD-aktuell-Chefredakteur Dr. Gniffke hat auch die „Deutschen Wirtschaftsnachrichten“ als nicht seriös eingestuft. Das rechtfertigt die von ihm zu vertretende Nachrichtenunterschlagung der ARD-aktuell über den beschriebenen Vorgang trotzdem nicht. Keinen Bericht über Poroschenko-Stoltenberg gebracht zu haben, in keinem der vielen Programmangebote des 10. Juli, verstößt gegen den Auftrag lt. Staatsvertrag und gegen das Informationsbedürfnis des Publikums. Dessen Sorge um den Frieden ist erkennbar stärker, als die Redaktion mit ihrer tendenziös-transatalntisch-antirussischen Linie berücksichtigt, obwohl die Qualitätsjournalistentruppe laut Staatsvertrag mit ihrer Berichterstattung zur Völkerverständigung beitragen sollte.
Es liegt u.a. ein Verstoß gegen die Programmrichtlinien des Rundfunkstaatsvertrages (§ 11e) vor, weil diese Nachricht in der Tagesschau-Ausgabe vom 10. bzw. 11.7.2017 fehlte und insofern u.a. die Verpflichtung zur "umfassenden Berichterstattung" unbeachtet blieb. 

Volker Bräutigam, Friedhelm Klinkhammer

Das Buch zum Artikel

hop.papyrossa.de/Gellermann-Uli-Klinkhammer-Friedhelm-Braeutigam-Volker-Die-Macht-um-acht


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 20. Juli 2017 schrieb Peter Stribl:

Spannend wäre es, im Rahmen eines "Blinde Kuh"-Spiels das Asow-Liebchen eine Reportage verfassen zu lassen vom G20-Gipfel in Hamburg. Ohne weitere Informationen, ohne Verständigung mit den Teilnehmern. Wetten, daß von Scholz bis Merkel der ach so demokratischen Prominenz der Kittel brennen würde? Daß ganz harsche Kritik z.B. an Gentrifizierung - hier Schanzenviertel, dort Elb-Philharmonie - zutage käme? Und überhaupt, DER POLIZEISTAAT! Aber da würde sie ja einmal in ihrem Leben was Fundiertes von sich geben. Das geht ja nun gar nicht.


Am 18. Juli 2017 schrieb Karola Schramm:

Poroschenko kann gar nicht anders. Er ist mit Hilfe der NATO und der EU an die Macht geputscht worden und er wird das tun, was diese Scheindemokraten wollen. Dass die Medien sich dem anschließen und schweigen - kann zornig machen aber nicht verwundern.


Am 17. Juli 2017 schrieb Michael Kohle:

"Prämierte Kriegsberichterstatterin"? Jetzt aber. Herr Gellermann. "Mehrfach preisgekrönt" würde eher passen und sie "Kriegsberichterstatterin" zu schimpfen ist eine bodenlose Unverfrorenheit. Mutige Kämpferin für Menschen- und Völkerrecht würde diese wandelnde "One-person-task-force" besser beschreiben, die Dritte von der Sorte, nach Bellingcat und SOHR.

Ein aufmerksamer Leser frägt danach, wo sie sich denn zur Zeit so rumtreibt, investigativ natürlich. Ich weiß es auch nicht, gelegentlich sehe ich diese Buchstabenansammlung zwar noch in dem ein oder anderen Abspann oder in der casting-list. Aber bezüglich Epochalem fällt die performance etwas dünn aus. Aber war das nicht immer so? Ob mit oder ohne persönlichem Auftritt?


Am 17. Juli 2017 schrieb Pit Trenker:

Wo ist sie eigentlich, die Frau Atai? Vielleicht in einem Sanatorium, um sich von ihrer schweren Russophobie heilen zu lassen. Gute Besserung!

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