Aleppo? Gibt es nicht!

Ohne Russ kein Schuss

Autor: U. Gellermann
Datum: 30. Januar 2017

Es gab Tage, da kam der Ort Aleppo täglich in der TAGESSCHAU vor. Und mit geschlossenen Augen konnte der deutsche Medienkonsument den Kommentar dazu singen: Der Russe ist schuld! Da hat man doch ein Verständnis, dass die ARD-aktuell-Redaktion dieser Endlos-Schleife müde wurde. Nun kämpfen Russen und syrische Regierung-Truppen wieder um Aleppo. Gegen den IS. Da ist mit Der-Russe-Ist-Schuld-Leier einfach nichts zu machen. Ja, sagen sich die Extra-Journalisten um den bewährten Herrn Doktor Gniffke, dann senden wir auch nix. In der aktuellen Dienstanweisung des Doktor Gniffke soll (soll: Hörensagen, klassische Quelle der TAGESSCHAU) stehen: „Ohne Leier keine Lyrik, ohne Russ kein Schuss, wir senden nur den üblichen Stuss.“

Programmbeschwerde
Manipulative Nachrichtenselektion-Aleppo
 
Sehr geehrte NDR-Rundfunkräte, sehr geehrter Herr Intendant,
mehr als ein Jahr lang sendete ARD-aktuell ein wahres Trommelfeuer von Nachrichten über die russisch-syrischen Versuche, Ost-Aleppo aus den Klauen des islamistischen Terrors zu befreien. Der anklagende Tenor – gegen die Befreier! – war stets unüberhörbar. Die Scheinbegründung für ungezählte Falschmeldungen und Fehlleistungen: Aus dem Kriegsgebiet seien keine gesicherten Nachrichten zu beschaffen, es sei zu gefährlich, man sei auf Drittquellen angewiesen... Nun ist Aleppo seit Wochen frei, es wäre also nicht nur gefahrlos möglich, sondern journalistisch geboten, endlich eine um Objektivität bemühte Nachfolge-Berichterstattung zu pflegen. Sie böte die Gelegenheit, das Meinungsbild über den Krieg in Syrien zurechtzurücken und sich zugleich selbst zu korrigieren. Doch das ist nicht Stil der ARD-aktuell. Denn Chefredakteur Dr. Gniffke ist ein ehrenwerter Mann. Der bleibt bei seinen Falschinformationen, und seien sie auch noch so offensichtlich.
Zur Zeit wehren sich die syrische Armee und ihre Verbündeten gegen eine Großoffensive des IS vom Osten her gegen Aleppo.
https://southfront.org/syrain-army-repels-large-scale-isis-advance-on-khanaser-aleppo-road/
Unbedingt eine Nachricht wert. Zugleich ein Anlass, in Tagesschau und Tagesthemen auch darüber zu informieren, was in Aleppo Sache war und ist? Nein, das machen nur alternative Medien, lt. Dr. Gniffke solche, für deren Informationsangebot sich sein Qualitätsladen nicht zu interessieren braucht.
https://deutsch.rt.com/international/45558-us-abgeordnete-gabbard-in-syrien/
https://deutsch.rt.com/der-nahe-osten/45761-aleppo-medien-nach-scheitern-syrischen/
http://www.informationclearinghouse.info/46312.htm
https://deutsch.rt.com/international/45796-nach-syrienbesuch-tulsi-gabbard-fordert/
Da kann der Ex-Außenminister der USA , Kerry, noch so eindeutig einräumen, seine Regierung habe al Kaida und IS in Syrien gefördert und gewähren lassen, weil Präsident Assad habe gestürzt werden sollen, in der Tagesschau kommt das nicht vor. http://www.counterpunch.org/2017/01/26/game-change-syria-interrupted/
Im Herbst 2012 hieß es in einem Bericht des US-amerikanischen Militärgeheimdienstes Defense Intelligence Agency (DIA), "Salafisten, die Muslimbruderschaft und Al-Qaida“ die "wichtigsten Kräfte" seien, die "den Aufstand in Syrien vorantreiben. Der Westen, die Golfstaaten und die Türkei unterstützen die Opposition." Die Veröffentlichung des Berichts im Mai 2015 war von der US-Organisation "Judicial Watch" gerichtlich erstritten worden.
Den "Freunden Syriens" war also klar, welchen Geist sie aus der Flasche gelassen hatten. Und ARD-aktuell war das ebenfalls klar. Die Redaktion log trotzdem ihre „Rebellen“-Geschichten weiter.
ARD-aktuell korrigiert (sich) bis heute nicht, verschweigt vielmehr fortgesetzt, dass die „Weißhelme“ ein Propaganda-Unternehmen des Westens waren und er sie mit mehr als 100 Millionen Dollar alimentierte – und dass dieses Geld, darunter 7 Millionen Euro aus Berlin, gestiftet vom ehrenwerten Bundespräsidenten in spe, Frank-Folter Steinmeier (Kurnaz), nun futsch ist.
Kein Bericht darüber, dass die syrischen Befreier 66 Offiziere des NATO-Landes Türkei in einem Geheimbunker in Ost-Aleppo festnahmen – und was mit ihnen geschah. Nichts über die zwei Dutzend gefangenen hochrangigen anderen Offiziere des Westens, darunter US-Amerikaner, Briten und Franzosen, die im gleichen Bunker gefasst wurden. Kein Wort darüber, dass auch das „Aleppo Media Center“ AMC ein von westlichen Staaten, darunter die BRD, finanziertes Propaganda-Zentrum war. Und Schweigen darüber, dass die notleidende Bevölkerung in Aleppo nunmehr keinen müden Cent Hilfeleistung aus Berlin bekommt – sondern dass unsere Berliner Hüter der politischen Moral und der Menschenrechte nunmehr Hilfsgüter und Geld nach Idlib senden, in die neue Terroristen-Hochburg in Syrien. Diese Ungeheuerlichkeit zu melden, dafür ist bei ARD-aktuell keine regierungskritische Substanz vorhanden.
Der große diplomatische Erfolg des russischen Außenministers Lawrow, nämlich syrische Armee und militante Opposition (soweit nicht IS bzw. al Kaida) zur Kooperation im Kampf gegen den organisierten Terrorismus zu bewegen, fand andererseits ebenfalls keine Aufmerksamkeit bei ARD-aktuell. Über Russland nur Negatives oder gar nichts, lautet die Devise in Hamburg nach wie vor.
http://thebricspost.com/lavrov-syrian-opposition-should-join-anti-isil-fight/#.WIneD3eX-hc
Die Diagnose: Dr. Gniffkes Qualitätszentrum bleibt, was es ist: ein übles Agit-Prop-Unternehmen der Transatlantiker.

Volker Bräutigam, Friedhelm Klinkhammer

Das TAGESSCHAU-Buch von Gellermann/Klinkhammer/Bräutigam
DIE MACHT UM ACHT
http://shop.papyrossa.de/Gellermann-Uli-Klinkhammer-Friedhelm-Braeutigam-Volker-Die-Macht-um-acht


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 31. Januar 2017 schrieb Jörg Janßen::

@ Peter Lind:

Ich vermute ja die, von Ihnen vermissten, 65.000 "Bewohner" Ost-Aleppos beim Umzug nach Idlib.
Dort werden sie gewiss wieder auftauchen, sobald sie sich dort neu eingerichtet haben und sich dem nächsten "Entmietungs-Mobbing der Hausverwaltung" gegenüber sehen.

Gute Unterhaltung!


Am 31. Januar 2017 schrieb Otto Bismark:

Leute, nehmt es mir nicht übel, aber die Mühe, an diesen Gniffke zu schreiben kann man sich sparen. Der erfüllt nur seinen Auftrag!

Antwort von U. Gellermann:

Die Mühen werden aufgewandt, um Aufklärung durch organisierte Medienkritik zu leisten. Gniffke ist nur eine Symbol-Figur.


Am 30. Januar 2017 schrieb Peter Lind:

Im Zusammenhang mit der Befreiung von Aleppo verblieb bei mir im Angesicht der Berichterstattung der ARD eine offene, und wie ich fand prekäre Frage. Also schrieb ich an Herrn Dr. Gniffke von der ARD eine E-Mail.

24.12.: Werter Herr Dr. Gniffke,
wie aus den Nachrichten zu erfahren war, sind 35.000 Menschen in Aleppo nach den Kämpfen evakuiert worden, und das die Evakuierung vorbei sei. In den von Ihnen verantworteten Sendern war jedoch stets von 100.000 Menschen die Rede, die in Ost-Aleppo eingeschlossen waren.
Meine Frage lautet: wo sind nun die 65.000 Menschen geblieben, die von den 100.000 Menschen noch nicht evakuiert wurden?
Mit neugierigen Grüßen
Peter Lind

25.12.: Sehr geehrter Herr Lind,
vielen Dank für Ihr Interesse am Ersten.
Leider können wir Ihnen nicht weiterhelfen.
Die Redaktionen unserer Nachrichtensendungen sind beim NDR beheimatet.
Wir müssen Sie also bitten, sich dorthin zu wenden, um derartige Informationen zu erhalten.
Mit freundlichen Grüßen
Simon Raths
Erstes Deutsches Fernsehen
Programmdirektion

25.12.: Damen und Herren, ich bin mit meiner Frage (s. o.) an Sie verwiesen worden. Ich sende sie damit an Sie weiter.
Mit freundlichen Grüßen
P. Lind

Nach gut drei Wochen passierte gar nichts. So dachte ich, daß eine Nachfrage doch sinnvoll wäre.


14.01.: Werte Damen und Herren,
ich hatte Ihnen vor drei Wochen diese Anfrage zugesandt, nur habe ich leider bis zum heutigen Tag keine Antwort von Ihnen erhalten. Nun sicher ? da waren die Feiertage dazwischen, was ich verstehe. Vielleicht haben Sie auch so viele kritische Briefe erreicht, dass Sie mit der Beantwortung nicht nachkommen. Das könnte ich auch verstehen. Aber dennoch wäre ich an einer klärenden Antwort interessiert. Darf ich noch hoffen?
Mit freundlichen Grüßen
Peter Lind

16.01.: Sehr geehrter Herr Lind,

vielen Dank für Ihre Zuschrift. Nach unseren Recherchen liegt uns keine weitere E-Mail von Ihnen vor.
Wir leiten diese E-Mail gern an ARD Aktuell weiter, die für die Nachrichtenformate im Ersten zuständig sind. Wir hoffen Ihnen so geholfen zu haben und wünschen Ihnen weiterhin gute Unterhaltung.
Mit freundlichen Grüßen
Norddeutscher Rundfunk
Hörer- und Zuschauerservice

Und danach herrschte erneutes Schweigen. Ergo dachte ich in meiner Naivität: "Fragst Du eben noch einmal nach".

24.01: Sehr geehrte Damen und Herren,
Vor einem Monat sandte ich Ihnen eine Anfrage (s. o.) auf die ich bis heute noch keine Antwort habe. Meine mehrmalige Nachfrage (auch s. o.) hat einzig ergeben, daß ich angeblich nicht geschrieben habe, man nicht zuständig ist, meine Frage weitergeleitet wird und man mir weiterhin gute Unterhaltung wünscht. Diese Mitteilung befremdet mich insofern sehr, als daß mein Thema, das ich befragte in keinster Weise unterhaltend ist. Es geht mir schlicht um die Frage, wo die 65.000 von 100.000 Syrer geblieben sind, über die ard-aktuell als Eingeschlossene berichtet hat, nachdem der Ostteil Aleppos auch befreit war.
Darf ich nunmehr auf eine Antwort hoffend?
Peter Lind

24.01.: Liebe Zuschauerin, lieber Zuschauer, liebe Userin, lieber User,
vielen Dank für Ihr Interesse an den Beiträgen von ARD-aktuell. Es ist schön, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, uns Ihre Frage, Meinung oder einen Themenvorschlag per E-Mail zu schicken.
Sie erhalten diese automatische Antwort, da es der Redaktion angesichts der Fülle an Zuschriften leider nicht möglich ist, jede E-Mail persönlich zu beantworten. Wir versichern Ihnen aber, dass alle Mitteilungen von uns gelesen, ausgewertet, weitergeleitet oder auch in Redaktionssitzungen diskutiert werden.
Nochmals herzlichen Dank für Ihre Zuschrift. Wir würden uns freuen, wenn Sie die Angebote von ARD-aktuell als Zuschauer und User weiter begleiten.
Mit freundlichen Grüßen
Zuschauerservice
ARD-aktuell / tagesschau.de

Und jetzt meine Frage an die Leser der „Rationalgalerie": Kann mir jemand sagen, wo die 65.000 von den 100.000 Syrern geblieben sind, von der die ARD berichtete?
Ach ja, noch was: was habe ich falsch gemacht?

Antwort von U. Gellermann:

Der erste Fehler war das Einschalten des TV-Gerätes, alle weiteren Fehler folgten aus dem ersten.


Am 30. Januar 2017 schrieb Lutz Jahoda:

DAS UNLEIDLICHE
LEIDLICH MACHEN

Mit offener Flamme ins Pulverdepot.
Nicht selbst: das wär zu gefährlich.
Dafür haben die Herren - das macht sie froh -
Kontingente, die notfalls entbehrlich.
Dass darunter auch solche aus Fleisch und Blut,
gehört zum Geschäft und tut nicht grad gut.
Die Experten nennen es kollateral,
um nicht zu gestehn: Das passiert nun mal!
Und sind damit immerhin ehrlich.


Am 30. Januar 2017 schrieb Andreas Schell:

Die eigentliche Sensation ist das Buch, das da auf uns zu kommt. Hab's als echter Fan bereits vorbestellt, hätte es gerne "mit alles und scharf" und werde es bei Zufriedenheit umfassend als Geschenk für schlaue Menschen verwenden.


Am 30. Januar 2017 schrieb Michael Kohle:

Soll einer sagen, Dr. Gniffke wäre nicht lernfähig. Gestern Abend durfte Frau Daubner erstmals das five-letter-word Jemen in den Mund nehmen. Im Auftrag des ansonsten unbedarften Präsidenten durften US-Bomber richtige Bomben abwerfen. Ob es bunkerbrechende Gnadengaben waren, darüber hat Gniffke - anders als in Aleppo - nix verlauten lassen. Aber wer der angebliche Empfänger war schon: die bösen Gesellen der Al Quaeda sollen es gewesen sein, sogar genau jene Untergruppierung, die nach Informationen gewöhnlich gut unterrichteter Kreise der Bösartigsten welche sein sollen. So jedenfalls Frau Daubner im Auftrag von Dr. Gniffke. Ob das jetzt eine Strafaktion von Donald war, weil die Sponsorengelder aus Fort Knox zweckentfremdet worden waren? Nein, da gehe ich eher von der Nachhaltigkeit US-amerikanischer Befriedungsaktionen aus. Wahrscheinlich sollten die Abwurfaktionen die befreundeten Kampftruppen nur mit aktueller Produktion aus den US-Waffenschmieden versorgen. Schließlich sind die Lager im Homeland voll bis an die Decke und Donald muss Platz schaffen. Sonst wirds nichts mit der Wirtschaftsankurbelung.


Am 30. Januar 2017 schrieb Robert Heuvel:

"Ohne Russ kein Schuss, wir senden nur den üblichen Stuss" – Jetzt kann Goethe aber einpacken. Und neben der eleganten Lyrik auch noch die tiefe Wahrheit!


Am 30. Januar 2017 schrieb Jenny Westphal:

Und doch ist es erstaunlich wie stabil die Zuschauerzahlen diese Sendung sind. Denn erst wenn die Quoten sacken kommen die Gniffke-Leute zu Verstand. Ich hoffe sehr, dass Ihr TAGESSCHAU-Buch dazu beiträgt.

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