Von Jakob Augstein geklaut:

Weil sein Kommentar der Wahrheitsfindung dient. Danke.

Autor: U. Gellermann
Datum: 08. Januar 2016

Kurz was zu Köln, Jakob Augstein

Die Bundeskanzlerin ist vor allem deshalb so beliebt, weil sie so wenig redet. Wenn sie den Mund aufmacht, muss es wichtig sein. Nun teilte ihr Sprecher mit, dass die Bundeskanzlerin in Köln angerufen habe, um mit der Oberbürgermeisterin zu reden: „Die Bundeskanzlerin drückte ihre Empörung über diese widerwärtigen Übergriffe und sexuellen Attacken aus, die nach einer harten Antwort des Rechtsstaats verlangen.“ 
Normalerweise fällt die Ahndung von Straftaten nicht in den Bereich der Bundeskanzlerin. Minderschwerer Straftaten schon gar nicht. Darum handelt es sich in Köln vermutlich nämlich ganz überwiegend. Hier ist aber nichts mehr normal. Mittlerweile geht es schneller, die deutschen Politiker zu zählen, die sich noch nicht zu „Köln“ geäußert haben. 
Und wie sie sich geäußert haben! Cem Özdemir nannte das, was sich auf dem Domplatz in jener Nacht abgespielt hat „grässlich“. Das klang so, als seien dort Frauen verspeist, nicht beraubt und sexuell bedrängt worden. Der Justizminister der Bundesrepublik Deutschland sprach von einer „völlig neuen Dimension organisierter Kriminalität“, die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin von einer „Ungeheuerlichkeit“ und Berlins Innensenator sah „kriminelle Sexbanden“ am Werk.
In Wahrheit war die Nacht von Köln einfach das kolossale Versagen der lokalen Polizei. Das ist ein Fall für den Kölner Stadtrat, vielleicht für den Landtag des Landes Nordrhein Westfalen. Es ist sicher kein Fall für die Bundeskanzlerin. Dass es dazu werden konnte, zeugt von einer tiefen Verunsicherung. Die Politiker haben Angst vor ihrem Volk. Sie trauen den Deutschen nicht über den Weg. Willkommenskultur hin oder her – ein paar grapschende Ausländer und schon reißt der Firnis der Zivilisation.
Die Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sah sich zur der Klarstellung genötigt: „Es gibt keinen Bonus für Nationalität oder Aufenthaltsstatus.“ Und die „Welt“ schrieb: „Trotz aller Empörung – auch in Köln gilt der Rechtsstaat“ Offenbar versteht sich das eine in Deutschland so wenig von selbst wie das andere.
Sind wir so empfindlich? Nein. Wir sind so rassistisch. Jede wollte sofort daran glauben, dass in Köln „1000 Nordafrikaner“ ihr Unwesen getrieben haben. Tausend, das ist eine Märchenzahl. So wie die drei goldenen Haare des Teufels. Oder die sieben Zwerge. Oder die dreizehnte. Fee.
Tausend Tunesier, die „unsere“ Frauen anfallen – das fehlte gerade noch. Der Fremde und seine bedrohliche Sexualität – das ist das älteste Vorurteil des Rassismus. Und gerade der Orient war seit jeher der Ort für eigene sexuelle Projektionen. Schleier und Tänze, Harem und Badehaus – und natürlich die Vielehe – versprachen eine andere Sexualität, freier, mit weniger Schuld. Der triebhafte Araber ist ebenso eine Erfindung des Westens wie der schamlos-lüsterne Jude. 
Aber wer in der Ära des Flashmob solche Überlegungen anstellt, macht sich gleich der Verharmlosung verdächtig.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 25. Januar 2016 schrieb Gideon Rugai:

@ marc berger

Ich verstehe den Artikel eher in der Richtung, dass man BEIDE Augen (alle Sinne) benutzen soll, anstatt ausschliesslich u. blind jeweils nach links, rechts, oben oder unten zu schielen, denn bei allem Verständnis der momentanen Schocklage weil der gesamtdeutsche Betriebsfrieden, ähm, sich empfindlich gestört fühlt (und das meist fristlose Kündigungen oder zumindest Abmahnungen nach sich zu ziehen hat), das Geläut der medialen Sturmglocken, bei dem selbst Hinz und Kunz begeistert mitschwingen durchaus ein grelles Indiz für neue Säue ist, die einmal mehr u. mit sattsamen Schwung durchs deutsche Dorf getrieben werden: Während die leisen Töne im allgemeinen Gegröhle untergehen und die gut besuchten Hintertürchen unbeobachtet bleiben...


Am 22. Januar 2016 schrieb marc berger:

Wolltest mit dem Wiederaufwärmen von dieser geist- und geschmacklosen Pöbelei deutlich machen, dass Augstein nicht das hellste Licht auf der Torte ist? Denn ernsthaft zu glauben, dieses Versagen von Polizei, Politik und Presse sei lediglich eine Sache für den Kölner Stadtrat ist ja mindestens genauso dumm wie die Beschreibung der Kölner Vorkommnisse als "ein paar grapschende Ausländer". Mit bildzeitungsartigen Verallgemeinerungen und Vereinnahmungen wie "wir sind so rassistisch" und einer lächerlichen wie aussichtslosen Diskussion um angebliche Märchenzahlen kommen wir auch nicht weiter. Wer solche Artikel schreibt, macht sich nicht der Verharmlosung verdächtig, sondern gießt Öl ins Feuer. Und ist damit keinen Deut besser als diejenigen, die nach "Köln" ihren Rassismus voll ausleben.

Antwort von U. Gellermann:

Nein, wollte ich nicht. Ich empfand Augsteins Schnellschuss in der Welle aufschwappender Ausländerfeindlichkeit einen nützlichen Beitrag zur Ent-Hysterisierung. Meine eigene Position

http://www.rationalgalerie.de/home/gewalt-in-koeln-und-anderswo.html

ist differenzierter, hat aber eine ähnlich Richtung: Der Vorfall in Köln ist ein Polizeiproblem.
In einem Land, in dem die meisten Vergewaltigungen in der (deutschen) Ehe stattfinden, wie auch der Kindsmißbrauch in der Familie oder der christlichen Kirche seinen ordentlichen Platz hat, kann und darf sexuelle Kriminalität nicht zum Ausländerproblem gemacht werden.


Am 13. Januar 2016 schrieb Ute Plass:

Gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus. Immer.
Überall. #ausnahmslos
http://ausnahmslos.org/


Am 13. Januar 2016 schrieb e schliemanns:

ja, es ist wirklich schwierig in diesen Zeiten einen klaren Kopf zu behalten, nicht dem alten Spiel divide et impera auf den Leim zu gehen und gleichzeitig den gesunden Menschenverstand zu benutzen.
Eines ist klar. Das was Merkel und Konsorten da betreiben ist Hochverratspolitik. Sie treten geltendes Recht mit Füssen, in jeglicher Beziehung. Die ganze Welt wird destabilisiert und jetzt sind wir dran.
Wild und Völkerrechtswiedrig wird da in sämtlichen Ländern herumgebombt, jetzt, wieder! mit deutscher Beteiligung.
Über Rammstein wird der Drohnenkrieg der USA erst möglich. Unsere Partner...
Unser "Partner" wollen definitiv nichts gutes für uns. Wer das bis heute nicht verstanden hat dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.
Deutschland wird auf Einladung der Bundesregierung mit nicht registrierten jungen Männern geflutet die alle samt aus Ländern kommen die eine bis zu 24monatige Wehrpflicht haben. Will sagen, da kommen tatsächlich Menschen mit Qualifikationen ins Land, nämlich die Qualifikation vom Umgang mit Schusswaffen, militärischen Fahrzeugen und Sprengstoffen.
Wer die letzten paar Monate mit offenen Augen das Weltgeschehen verfolgt hat, der muss sich im klaren darüber sein: der Maidan ist schneller da als uns allen lieb ist.
Wer sich mal anschaut wie (professionell) diese Männer (Maidan wie auch "Flüchtlinge") mit Gegenständen Pflastersteine oder Betonbrocken aus Straßen brechen, kann getrost davon ausgehen dass zumindest teilweise Menschen mit spezieller Schulung darunter sind.
Der USA (bzw. den Oligarchen dahinter) steht das Wasser bis zum Hals. Die haben definitiv keinerlei Interesse an einem florierenden Europa. Sie haben keinerlei Interesse daran, dass Länder in Europa oder sonstwo gute Partnerschaften eingehen und in freundschaftlicher Weise voneinander partizipieren. Was soll das mit Russland? Wer sich EINMAL die Zeit nimmt und sich die Sachverhalte näher betrachtet sieht WER der Agressor ist. Man Leute wacht auf!!!
Schaut euch die Situation JETZT in Deutschland an... Noch ein zwei Millionen mehr und wir haben KEINEN?!? Bürgerkrieg?!? Wo ist die Intuition der Menschen oder sollte ich besser sagen wie kann man sich der Realität dermassen verweigern?!
Hier kocht es ganz gewaltig und wenn nicht sehr schnell was verändert wird ist es zu spät. Herzlich Willkommen im dritten Weltkrieg!


Am 12. Januar 2016 schrieb Gideon Rugai:

Dank an Uli für die eindeutige Stellungnahme - wäre man doch angesichts der Ereignisse versucht der "Wir habens euch doch gesagt" -Fraktion zuzustimmen deren Wortführer anscheinend nur zu gern bürgerkriegsähnliche Zustände herbeischreien möchten um ihre jeweillige Agenda durchzudrücken (dazu fällt mir einerseits Elsässers Campact ein aber auch Online-Gazetten wie "Epoch Times" , die plötzlich im Angebotsschrank sogenannter "Alternativer Medien" auftauchen). Oder um es in die Worte des TV-Arztes "House" zu kleiden : Jeder lügt, alle haben eine (persönlich unterfütterte) Agenda - vor allem wenn es darum geht die eigene Intention und die eigene persönliche Geschichte dahinter in hübsche Legenden und Pseudo-Mythen zu kleiden. Da ich nach jahrelanger Beschäftigung mit politisch-gesellschaftlichen Themen nicht mehr unmittelbar an Zufälle glauben mag, reihen sich auch die angebliche "Bürgerbewegungen" wie PEGIDA passgenau in die Stossrichtung populärer Lügen und Agenden ein : Es ist schon mehr als merkwürdig, dass ein, zwei Jahre vor der Eskalation deutscher Flüchtlingspolitik die Islamisierung Europas in Form einer solchen Bewegung hysterisch beschrien wird.
In diesem Licht sollte man auch tunlichst vermeiden sogenannte "Alternative Medien" auf den Sockel vorbehaltsloser Anbetung zu heben - ganz egal wie schamlos unsere "Systempresse" auch lügen und verschleiern mag, denn wie oben angemerkt hat jeder eine Agenda - ganz egal ob persönlich , politisch oder sonstwie motiviert. Insbesondere für den rechten Flügel ist die derzeitige Entwicklung doch wie Wasser auf die Mühlen, um in D einen neuen Nationalstolz, die Reinwaschung von Nazi-Sünden, ja gar die Erhebung Hitlers in den Rang eines verkannten Weltenretters zu zu proklamieren. Das lässt sich heuer überall nachverfolgen. Damit rede ich übrigens nicht der Beibehaltung des "deutschen Schuldkomplexes" das Wort - sondern möchte eher vor den Auswirkungen einer deutschen Massenpsychose/Neurose warnen aus der nur schwere kollektive Defizite hervorgehen können. Und ich beziehe mich nicht nur auf "Rechts" allein - denn das vordergründig(s)te Problem welches ich sehe, ist eine immer tiefer gehende Spaltung und Fragmentierung unseres Seins und Bewusst-Seins in dem Rattenfänger jeder Couleur (links, rechts, oben, unten) wieder ihre verführerischen Melodeien blasen dürfen, um verstörende Lebens-Alpträume in die Welt zu setzen. So funktioniert "Divide et Impera" - schon immer.
Und während auch heute noch das Feind-Bild eines obelippenbärtigen Diktators mit rollendem "R" und martialischer 08/15 Aufhetz-Rhetorik ( in Braunhemd und Reitstiefel gekleidet) als neue /alte Bedrohung unablässig in die Köpfe gespeist wird, den heute selbst der sprichwörtlich Blinde mit Krückstock erkennen würde, ist der moderne Faschist /Tyrann/Menschenfeind/Feind der Freiheit in dezentes Anzuggrau gewandet , spricht eher leise aber bestimmt "dummes Zeug" und benutzt statt SA Schlägertrupps lieber Laptop und Kapitalverschiebung, Trollarmeen, bunte Pseudo-Revolutionen sowie perfide Einflüsterungen , die große Visionen für eine neue Welt (ordnung) transportieren. Visionen von denen niemand ausser seinesgleichen etwas hat - und die Lemminge hängen schwer beeindruckt an seinen Lippen um vom Teleprompter abgelesenen Propagandamüll zu verinnerlichen und dabei genüßlich eine Tüte Chips zu konsumieren.


Am 11. Januar 2016 schrieb Tex Grobi:

Zwei junge Frauen sind im nächtlichen Dunkel auf dem Weg zum Hauptbahnhof. Plötzlich sehen sie sich umringt von einem Pulk junger Männer, die sich ihnen in den Weg stellen, anzügliche Bemerkungen machen, sie anfassen und küssen wollen.

Einer von den Kerlen reißt der Jüngeren plötzlich sogar das Kopftuch runter...

Die beiden Frauen heißen Fatima und Aysha, ihre Eltern kamen einst aus Marokko. Die Männer, die sie bedrängen, betatschen und nötigen, sind ein Kegelclub vom Niederrhein (oder war es ein Schützenverein aus der Eifel?) auf Junggesellenabschied; alle tragen das gleiche, mit einem kessen Spruch bedruckte T-Shirt und haben sich schon auf der Anreise mit palettenweise "Schlüpferstürmer"-Schnäpsen in Stimmung gebracht.

Solche und ähnliche Szenen spielen sich jedes Wochenende zigdutzende Male z.B. in der Düsseldorfer Altstadt ab, auf der Bolkerstraße und der Rheinpromenade, und wahrscheinlich an jedem anderen Ort im Land, zu dem junge Leute gehen, um "Spaß zu haben": auf der Dorfkirmes oder vor der Großraumdisco, bei Karneval oder Oktoberfest oder auf der Fanmeile in Berlin (und vielleicht sogar beim montaglichen "Abendspaziergang" in Dresden). Manchmal sind die Täter "deutsch" und manchmal nicht, und ebenso verhält es sich mit den Opfern. Allerdings sind die Täter fast immer männlich und oft in der Überzahl, die Opfer meist (aber nicht immer) weiblich.

Ich will das überhaupt nicht verharmlosen; für Frauen können solche Erlebnisse sicherlich traumatisch sein und enden. Manch eine wurde schon mit K.O.-Tropfen betäubt und reihenweise vergewaltigt. Was ich nur absolut erschreckend finde, ist, dass solche zugegebenermaßen widerlichen, aber doch leider traurig alltäglichen Geschehnisse in diesem Jahr, in dem auch "Mein Kampf" wieder erscheint (Zufall? Verschwörung? Weltgeisthumor?), zum Anlass genommen werden, den schon lange schwelenden Unmut über die viel zu zahlreich angekommenen und immer halbherziger begrüßten Flüchtlinge zu einem großen medialen und politischen Rechtsruck aufzubauschen, um den guten menschlichen (nicht "gutmenschlichen") Satz des letzten Sommers "Wir schaffen das" in ein winterlich kaltes "Jetzt reicht´s!" umzudrehen; und im großen Taumel des heiligen Zorns, der das Land erfasst hat, lassen sich selbst Politiker von SPD und Grünen zu Sprüchen und Forderungen hinreißen, die vor kurzem nur von NPD, AfD, PEGIDA und Co. vernommen werden konnten, und die nächsten Ermächtigungsgesetze zu noch mehr Überwachung im öffentlichen Raum, härteren Strafen und schnellerer Abschiebung sind sicherlich schon auf den Weg gebracht.
http://misanthrope.blogger.de/stories/2560686/


Am 11. Januar 2016 schrieb Reyes Carrillo:

@Paul-Wilhelm Hermsen

Ihre einleitenden Bemerkungen zu Köln kann ich durchaus teilen. Ihre weiteren Ausführungen allerdings finde ich abstoßend: Sie können doch nicht allen Ernstes die legale (!) Pornografie mit ihren in der Regel darin freiwillig und gut bezahlten Darstellern mit den widerwärtigen sexuellen Übergriffen in Köln vergleichen wollen, um dann ausgerechnet zu dem Schluss zu kommen, diese Übergriffe seien im Vergleich „Blümchensex“. Na, hören Sie mal! Das ist doch unglaublich! Und zeugt von einer Moral, die nur das Vehikel eines rabenschwarzen, erzkonservativen Frauenbildes ist. Auch Ihre moralinsaure Abscheu vor dem Hedonismus finde ich irritierend. Lieber hedonistisch als sexualneurotisch!

Mein Tipp: Entspannen Sie sich doch hin und wieder bei einem lustvollen Porno! Das lüftet Geist und Körper. Mein Mann und ich machen das ab und an sehr gerne. Es müssen ja nicht gleich die dollsten Abartigkeiten sein – einfach mal langsam herantasten.

Selbstverständlich ist der freie Zugang für Minderjährige zu frauenverachtender Hardcore-Pornografie ein Unding und selbstverständlich ist dieses dort eben anzutreffende Frauenbild in der Regel (nicht immer!) unerträglich. Andererseits: Mir ist es wesentlich lieber, die jungen Leute geilen sich an Pornos auf und lassen dafür das Video-Spiel mit dem Kreissägenmörder im Schrank! Pervers ist doch das: In US-Actionfilmen darf kaum ein Busen blitzen (Jugendschutz), dagegen dürfen sich die Leichenberge bis in den Orbit türmen – und das ist völlig in Ordnung. Nix da: Gebt den Jungen eher gute Sexfilme und haltet sie dafür von der Gewalt fern! (Auch ich darf fromm wünschen.) Die ist nämlich – vor allem gegen Frauen - in der Realität kein Blümchensex, sondern abartig, abstoßend und kriminell.


Am 11. Januar 2016 schrieb Hans Rebell-Ion:

Wenn deutsche Männer deutsche Frauen unsittlich nötigen ist es ein "Straf-Delikt"!
Wenn ausländische Männer deutsche Frauen unsittlich nötigen ist es "Rassen-Schande"!


Am 11. Januar 2016 schrieb Paul-Wilhelm Hermsen:

Der äußerst heftig angefeindete Augsteinartikel scheut sich nicht, die Finger in die VolksVerwesung des MainstreamVerstandes zu legen.
Bravo!
Was das diesbezügliche, journalistische und politische, Schmierentheater um die Vorfälle von Köln betrifft, es dient der hinterhältigen Absicht, uns, die Eingeborenen und die Flüchtlinge, im meinungsbildenden Niveau bestimmter Pegidakreise gegeneinander zu hetzen. Dabei sind es noch nicht einmal Flüchtlinge, sondern Gangs aus der Jugendszene, die teils stark alkoholisiert und im Getriebe der hedonistischen Gesellschaft alleine gelassen, nicht zum erstenmal aufgefallen oder straffällig geworden sind und gegen die der Staat, im Gegensatz zum Knöllchenkunden und Haschpuppie, nichts Sinnvolles im Medikamentenschrank hat.
Was ist mit den Schäferstündchen in deutschen Wohnzimmern, stimmungsvoll befeuert durch z.B. Youporn oder Redtube auf US-Servern. Dort werden Abartigkeiten gezeigt, die mittlerweile ihresgleichen suchen. Dagegen sind die Vorfälle von Köln vermutlich eher als Blümchensex zu bezeichnen.
Lesen wir über diese Szene täglich in den Medien? Jeder halbwegs pubertierende Knabe hat freien Zugang zu Filmen, die an Perversion und Menschenverachtung nichts auslassen. Wo bleiben da die heuchelnd besorgten staatlichen Moralpäpste? Die wahren Perversionen sind hausgemacht und in muslimischen Kreisen völlig undenkbar.


Am 11. Januar 2016 schrieb Uschi Peter:

Muss das Kind erst in den Brunnen fallen um zur Besinnung zu kommen? H.C.Hoffer hat recht, wenn er / sie auf unsere Verpflichtung für die Menschen aus den von uns mit zu verantwortenden Kriegen hinweist. Die nicht unter denTisch zu kehrenden Übergriffe gegen Frauen und Kinder in den Aufnahmeeinrichtungen aber sollten sehr ernst genommen werden. Die Neuankömmlinge haben eben eine andere Einstellung zur Frau und zu ihrer eigenen Rolle. Das und die Ereignisse in Köln und anderswo zeigen die mögliche Zukunft für unsere Frauen und Kinder.
Übrigens wieso sind in Köln gegen die Demos plötzlich 1300 schwerbewaffnete Polizisten im Einsatz? Zum Schutz unserer Frauen waren sie nicht da.


Am 11. Januar 2016 schrieb Klaus Madersbacher:

Ein klassischer Fall von Massenhysterie, die auf den verrohten Geisteszustand eines großen Teils unserer Gesellschaft hinweist. Dieses auf Medienebene betriebene Propagandatheater hat offenbar den Zweck, die Menschen gegeneinander zu hetzen und ihnen einzubläuen, dass sie sich gegen die Bedrohungen zur Wehr setzen müssen, die der rassistisch verseuchten Volksseele schon lange bekannt sind. Rationalität hat in diesem Affenzirkus nix verloren.


Am 10. Januar 2016 schrieb H. C. Hoffer:

Boah !
Lieber Uli Gellermann !
Bin doch einigermaßen entsetzt über deine Zustimmung zu Augstein. Für dich ist es anscheinend kein Problem, dass in nur einem Jahr 750 000 junge Männer (insg. 1,1 Mio ) in das hiesige Sozialgefüge einwandern. Und am 1.1. 2016 beginnt die zweite Million, die sich aufmacht aus den Lagern in der Türkei und in Jordanien und im Libanon, um der dort grassierenden himmelschreienden Not zu entkommen. Kein Problem ist für dich die Gewalt unter den Zuwanderern (bes. gegen Frauen und Kinder) und so richtig auch keins, wenn du - mit Augstein - aufrechnest, was schon an Anschlägen auf Zuwanderer verübt worden ist, so dass die Silvesternacht in Köln und in Hamburg etc. nur Lappalien sind. Natürlich bin ich gegen Anschläge auf Unterkünfte - aber ich bin auch gegen diese Chaos erzeugende Einwanderung. Dass wir den Menschen aus den Herkunftsländern helfen müssen ist klar, vor allem gegen durch unseren Widerstand gegen die imperialen US-Nato-Kriege, die imperial-kapitalistische Ausbeutung weltweit. An beidem ist Deutschland führend beteiligt.
Empfehle dir ganz dringend W. Wimmer und andere, die die gesteuerte Migration als geopolit. Waffe ansehen. ( http://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-2016/vorboten-einer-westlichen-goetterdaemmerung/)

Antwort von U. Gellermann:

Lieber H. C.Hoffer,

Augstein stimme ich an dem Punkt zu, wo er das gespielte Entsetzen in Politik und Medien kritisiert, ein Entsetzen, das dort bei den zermatschten Leichen in Afghanistan, Libyen oder Syrien nicht aufgebracht wird, wenn man sie nicht den Feind zuordnen kann. Dass Dich das entsetzt, das entsetzt wiederum mich. Und: Ich rechne gar nix auf, ich vergleiche und analysiere.

Bei Wimmer und andereren habe ich bisher nicht den Funken eines Beweises für die geopolitische Waffe gefunden (so sehr ich das auch glauben möchte).

Beste Grüße, Uli Gellermann


Am 08. Januar 2016 schrieb Uschi Peter:

Diese Relativierung gefällt mir gar nicht. Sraftaten zu verharmlosen, weil sie von unseren ausländischen Mitbürgern begangen werden, geht genauso wenig wie Verbrechen nur Ausländern anzulasten. Offenbar waren die Übergriffe gegen Frauen eben nicht nur ein fake. Man sollte beachten, dass im Orient bis nach Südasien hinein eine Macho-Kultur herrscht. Frauen haben züchtig verhüllt und möglichst in männlicher Begleitung in der Öffentlichkeit zu erscheinen. Warum gibt es wohl die Genitalveratümmelung? Die freizügig auftretenden europäischen Frauem sind für diese Machos Freiwild, Huren, die gef... werden wollen. Wie sagte Merkel sinngemäß, unsere Gesellschaft wird nicht mehr dieselbe sein wie vor der Flüchtlingswelle. Sollen wir uns ändern, weil wir den anderen nicht gefallen? Geben wir uns auf? Unsere Polizei ist offensichtlich machtlos und kann aus Angst etwas falsch zu machen ihre Bevölkerung nicht mehr schützen. Wie wird das enden?

Antwort von U. Gellermann:

Ich finden nicht, dass Augstein relativiert. Gemessen an an der Gewalt gegen Flüchtlinge in den letzten Monaten ist der Medien- und Politik-Hype zur Kölner Gewalt geradezu unanständig. Das ändert nichts daran, dass Straftaten eben Straftaten sind, gleich wer sie begeht. Die Polizei ist im Land unterbesetzt. Dafür senden wir aber Waffen und Militär in die Ländern, aus der viele Flüchtige kommen. Über dieses Gewalt-Verhältnisse lassen sich weder Frau Merkel noch die Bild-Zeitung aus.


Am 08. Januar 2016 schrieb Detlef Mitscherling:

Alles richtig ? nur reden wir immer nur um die Wirkung

Egal ob Politiker/innen oder die Medien. (Fast)alle wollen die Schlausten sein und jeden Tag ein neues Tröpfchen Nektar aus dem großen Napf saufen, der seit Köln etc. wieder einmal vollmundig von Leben und Zeit bereitgestellt wurde.
Doch die Ursache wird nicht benannt, oder nur selten, und wenn, dann wird sie von Politiker/innen oder den Medien lächerlich gemacht. Und so bleibt es beim Mainstream, immer geht es mal hier mal da um Wirkung und auch in diesem Beitrag.
Nietzsche, sein Traktat um Ursache und Wirkung, sollte doch endlich mal wieder Grundlage unseres (nach)Denkens werden. Denn es passt ganz genau zu der politischen Situation, die wir selbst verschuldet haben und die sich alleine mit mehr Polizei etc. oder mit Geld und Waffen bestimmt nicht lösen lässt.
Vielmehr sollten wir alle in den Spiegel schauen und es mit Wahrheit versuchen, dann erst wird es ein Erkennen unsere selber, durch Hegemonialpolitik etc. verursachten Schuld geben und wir werden tatsächlich zu den Ursachen kommen und erst deren Beseitigung wird Besserung für unsere Zukunft bringen.
Doch die Wahrheit ist bitter, sehr bitter ? für uns alle! Ich hoffe aber nicht, dass wir deshalb weiterhin nur süßen Nektar schleckern wollen.

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