Unschätzbare ISIS

Obama hatte sie bisher unterschätzt

Autor: Wolfgang Blaschka
Datum: 23. Oktober 2014

US-Präsident Barack Obama hat ein Problem: Sein Nahostkriegs-Puzzle gerät parziell aus den Fugen. Die Fronten purzeln durcheinander, die Allianzen bröckeln. Der NATO-Partner Türkei treibt seine eigene schmutzige Politik gegen die Kurden, um sich de facto auf Seiten des Islamischen Gottesstaats zu positionieren, der nach kemalistisch säkularem Staatsverständnis eigentlich nicht mehr sein soll. Ist das noch zu glauben: Rückt der "südöstliche Eckpfeiler" von den "westlichen Werten" ab, um abtrünnig auf eigene Rechnung seine längst überwunden geglaubten osmanischen Ambitionen mit Annexionen von Teilen Syriens zu verfolgen? Ist diese Art verdeckter "Ost-Erweiterung" noch hilfreich für die NATO? Soll die ISIS etwa integriert oder bekämpft werden? Irgendwann stößt das komplexe Verbündungsgewirr des Imperiums an Grenzen. Nun wird umdisponiert.

Mit einem lapidaren Satz wird die bisherige Päppelungspolitik gegenüber den Anti-Assad-Kräften über den Haufen geworfen: "Wir haben die ISIS unterschätzt". Soso! Damit ist der Offenbarungseid der US-Außenpolitik eines Jahrzehnts auch schon abgetan. Nicht der Rede wert, es kann ja mal passieren, dass man sich verrechnet hat. Ein Kalifat passt also doch nicht so recht in die erlauchte Runde der "westlichen Staatengemeinschaft". Aha! Jetzt muss die aus dem Ruder gelaufene Terror-Truppe aber mit Stumpf und Stiel ausgerupft werden. So ist es Usus mit ISIS, so war es die Gepflogenheit mit den Taliban. Terror und Gegenterror geben sich im fliegenden Wechsel die Klinke in die Hand. Wer oder was gestern noch als "nützlich" erschien im außenpolitischen Kalkül, wird heute als gefährlich erkannt. Als wäre das nicht von vornherein absehbar gewesen.

Im selben Atemzug wird eine weltweite Allianz "gegen den Terror" (gegen wen denn sonst?!) beschworen, ausgerechnet mit den Staaten zusammen, aus denen die ISIS bisher finanziert wurde. Katar und Saudi-Arabien bombardieren nun plötzlich die Ziehsöhne ihrer reichen Scheichs, Seite an Seite mit der US-Air Force. Der Emir von Katar gibt sich religiös desinteressiert, dafür handelsmäßig aufgeschlossen. Eine formelle Vereinbarung mit dem bösen Iran gibt es zwar nicht, doch sähe man es nicht ungern, wenn der nun auch auf Seiten der schiitischen Irak-Regierung mithelfen würde, die Kalifat-Kämpfer zurückzuschlagen.

Hin und wieder geht eine Ladung daneben, was soll's: Einmal treffen die US-Kampfpiloten versehentlich kurdische Kämpfer statt IS-Stellungen, ein andermal gelangt irrtümlich eine Ladung Granaten beim Fallschirmabwurf an die falsche Adresse. Aber doch nur eine von 28 Kisten! Echt ein Versehen. Ob die IS diese für die Kurden bestimmten Waffen tatsächlich in Besitz genommen haben, weiß Pentagon-Sprecher John Kirby nicht. "Die kurze Antwort lautet: Wir wissen es nicht". Die IS weiß es besser und präsentiert stolz eine geöffnete Kiste mit Mörsergranaten aus der gar nicht mehr erwarteten hilfreichen Fallschirmladung.

Noch am Montag hatte das Zentralkommando in Florida mitgeteilt, dass eine herrenlose Kiste auf freiem Feld gesichtet und aus der Luft beschossen worden sei, um zu verhindern, dass sie in "falsche Hände" geriete. Anscheinend wurde halt doch daneben getroffen. Oder es stand noch die alte Adresse drauf. Immerhin, die Neuauflage der "Lufbrücke" hat ihre propagandistische Erfolgsquote erzielt. Nun weiß alle Welt, dass die USA doch nur selbstlos helfen wollen, wie und wohin gezielt auch immer. Damit scheint das imperiale Weltbild wieder im Lot: Der "Anti"-Terrorkrieg darf weiter gehen bis zur totalen Erschöpfung. Der Krieg ernährt den Krieg, Fehlschüsse und Fehlschlüsse inklusive. Kurden, Jesiden und Christen werden als Spielbälle geopfert.

Es geht doch nichts über eine handfeste Terrorgefahr, vor der die Welt erzittert, und welche die eigenen Waffenarsenale als gerechtfertigt, als noch längst nicht ausreichend erscheinen lässt. Der IS-Terror hat sich aus der Zerschlagung des Irak im syrischen Bürgerkrieg entwickelt und ist nicht zuletzt Ausdruck der Unzufriedenheit mit den Ergebnissen des Regime Change, den die US-geführte "Koalition der Willigen" 2003 gewaltsam herbeigeführt hat. Die ehemals tonangebende Minderheit der Sunniten will sich zu großen Teilen nicht damit abfinden, unter einer schiitisch dominierten Regierung von US-Gnaden zu leben. Selbst entlassene Staatsbeamte und säkular gesinnte Saddam-Offiziere stellen sich in den Sold des IS. Es ist also mehr eine soziale Frage denn eine religiöse, wer sich wann warum wem anschließt. Ausgelöst wurde die große Umsortierung der Präferenzen und Loyalitäten durch den Irakkrieg der USA, der als "Rache für Nine-Eleven" ausgegeben wurde, womit allerdings weder Irak noch Afghanistan ursächlich zu tun hatten.

Weit mehr dagegen die reaktionären Regimes auf der arabischen Halbinsel, engste Verbündete der USA, waffentechnisch versorgt auch aus Deutschland. Die unschätzbare Allianz mit den wahabitischen Herrschern war in den Augen des Westens gar nicht zu überschätzen. Sie galt als "Stabilitätsfaktor". War und ist doch Saudi-Arabien mit Abstand der weltweit größte Erdöllieferant, gefolgt damals noch vom Irak. Ob dort Frauen Auto fahren dürfen, interessierte da nicht einmal zweitrangig.

Der Krieg gegen Irak schien der Bush-II-Administration unabdingbar, ihn von der Idee abzubringen, seinen Erdölhandel vom US-Dollar abzukoppeln. Pläne dazu gab es u.a. mit Venezuela. Darum musste der Irak ausgeschaltet werden in den Augen der USA. Außerdem bot er ein bequemes Sprungbrett gegen Iran. Das Ergebnis war vorhersehbar: Statt dem Irak wurde nun der Iran zur vorherrschenden Regionalmacht, seit 1980 Erb- und Erzfeind aller US-Administrationen. Damals hatten sie Iraks Saddam Hussein noch zu einen achtjährigen Krieg gegen Iran ermuntert und ausgestattet. Da galt er noch als "guter" Diktator. Ihre Lüge von dessen Massenvernichtungswaffen konnte bei soviel Militärgerät einigermaßen glaubhaft erscheinen, hofften sie. Bewahrheitet hat sich jedoch nur der absehbare Zerfall des Irak. Auch gut. Hauptsache Chaos, das Eintritts-Billett für jegliche Intervention. Zu etwas muss der gigantische Militärapparat ja herhalten, wenn er schon nicht weiß, was genau er anrichtet. Die politische Führung sollte es wissen, und hat es wohl gewusst und bewusst einkalkuliert, dass der Irak zerbricht.

Das nächste Feld auf dem "Schachbrett" des Nahen und Mittleren Ostens war Libyen, damals das reichste Land Afrikas und umso "gefährlicher" für den Hegemonial-Anspruch der westlichen Weltherrschafts-Strategen, als Gaddafi deutlich mehr Unabhängigkeit des Schwarzen Kontinents von IWF und Weltbank anstrebte. Er gründete sogar eine eigene afrikanische Entwicklungsbank. Mit Muhamar Gaddfi war das Geschäft besonders unkalkulierbar; zwischendurch "musste" man Tripolis bombardieren, doch schätzte man seine Dienste in Sachen Flüchtlingsabwehr vor Europa. Viele Schwarzafrikaner blieben als "Gastarbeiter" in dem aufstrebenden Land hängen. Doch blieb die Eigenwilligkeit Gaddafis nicht zu unterschätzen. Man wägte und wog, befand ihn für fällig und ließ ihn fallen. Seitdem die Cyrenaiker aus Bengasi über Tripolis das Sagen haben, versinkt Libyen im Chaos. Der ehemals prosperierende Erdölexport-Staat wurde zu einem einzigen Waffenbasar und zum offenen Rekrutierungsfeld für Bürgerkriegs-Söldner, sei es für Nord-Mali, sei es nach Syrien.

Das war die nächste Station: Die Regierung Assad stürzen, nicht zuletzt um den russischen Mittelmeehafen zu schließen. Denn letztlich geht es auch um die Einkreisungspolitik gegenüber Moskau. Die wird derzeit in der Ukraine vorangetrieben und ausgefochten. Dazu scheint jedes Mittel Recht, und sei es die Sharia. Die "Rebellen" im syrischen Bürgerkrieg bekamen alle erdenkliche Unterstützung von der CIA und aus den Golf-Staaten, um Syriens laizistische Minderheitenpolitik zu zerschlagen. Von Waffen-Lieferungen bis hin zum Bombardierungs-Angebot von außen. Das konnte durch Putins Initiative gerade noch verhindert werden mit dem Chemiewaffen-Vernichtungs-Programm. Nun ist es soweit zu völkerrechtswidrigen Luftschlägen, die damals nicht möglich waren, aber heute als Hilfe für die bedrängten Kurden in Kobane verkauft werden können. Immerhin wird bombardiert, ohne Damaskus gefragt zu haben. Egal, da gibt man sich mobil und flexibel. Wer gestern noch die ISIS finanzierte, muss heute den IS bombardieren. Das gehört zur imperialistischen Selbstherrlichkeit: "Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen". Fast wie im Mittelalter. Passt doch zur Gegend, denken sich die Damen und Herren im Pentagon.

Merke: Es kann von heute auf morgen alles ganz anders aussehen als gedacht. Nichts bleibt wie es ist. Darin liegt auch eine Hoffnung, dass selbst verlässlichste Transatlantiker ins Grübeln kommen könnten, ob sie ihre bedingungslose Bündnistreue zu den USA nicht auf den Prüfstand stellen sollten, nachdem sie die unterstellte Weitsicht der US-Politik grob überschätzt haben. Auch Ebola wurde sträflich unterschätzt. Ebenso wie die Geduld und die Leidensbereitschaft der Menschen weltweit überschätzt wird. Die Herrschaften sollten den sich anstauenden Zorn über die postkoloniale Arroganz des Westens nicht geringschätzen. Denn er mündet irgendwann zwangsweise in die Überlegung: Brauchen wir das? Die ganze Kriegspolitik des Westens ein einziger großer Irrtum? Oder finstere Absicht!? In beiden Fällen eine fatal falsche Rechnung. Sie bleibt noch eine Weile offen, doch irgendwann ist Zahltag. Wir werden alle dafür haften müssen, sofern wir sie weiterhin sorglos auflaufen lassen, diese Rechnung. Sie wird mit jedem Massaker höher und teurer. Die Nahostpolitik der NATO steckt fest in der Sackgasse.

Vielleicht sollte die Bundeswehr noch schnell ihre Patriot-Raketen abziehen aus der wankenden Türkei, bevor diese aus der NATO ausgeschlossen wird und Hilfskalif Erdogan sie eventuell der ISIS anheimfallen ließe als Morgengabe. Schlimmstenfalls könnten sie nur im Weg stehen, falls Ankara demnächst zur westlichen Ordnung bombardiert werden müsste. Wie gesagt, die Grenzen der "Wertegemeinschaft" verschwimmen derzeit etwas. Die Werte werden bereits in unterschiedlichen Währungen gehalten und gehandelt. Die doppelbödige Falschmünzerei der türkischen Regierung könnte zum internen Sprengstoff werden für die Nordatlantische Terrororganisation. Die stand schon kurz vorm "Bündnisfall" wegen eines von Ankara geplanten fingierten "Überfalls" auf ihr Territorium durch Assad-Truppen aus Syrien. Dann hätte sich die NATO gegen Damaskus wenden müssen, und der IS wäre der lachende Dritte gewesen. Die Mordallianz im informellen Bunde mit den Händeabhackern, das hätte dann aber doch niemand wirklich gewollt. Der perfide Plan wurde gerade noch rechtzeitig fallengelassen. So knapp stand es schon. Für die Jesiden stand es kurz vorm Völkermord, erkannte die UNO.

Aber was ist die Alternative? Muss man denn nicht ...? Nein. Muss "man" nicht! Die anmaßende "Einmischung" war es doch gerade, die das jetzige erschreckende Ergebnis hervorbrachte. Statt einfach weiter aufzumischen, könnte man ja zumindest mal dafür sorgen, dass der IS keinerlei Unterstützung mehr erfährt, weder aus Arabien noch aus NATO-Staaten. Und dass die Kurden in ihrem Befreiungskampf nicht länger kriminalisiert werden! Solange "die Misere" weiterhin wirres Zeug labert, nämlich dass die PKK dasselbe sei wie der IS, ist natürlich kaum zu denken, dass deutsche Außenpolitik zu etwas anderem taugte als zu maßloser Selbstüberschätzung bei gezielter Orientierungslosigkeit. Da müsste sie sich halt mal endlich zurückhalten und besser "nichts" tun anstatt immer und immer noch einmal das Falsche. Aber anscheinend passt die Panik vor dem Islamischen Staat so gut in die NATO-Strategie, dass man ihn gar nicht überschätzen konnte. Da hat man ihn doch lieber "unterschätzt".


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 24. Oktober 2014 schrieb Lutz Jahoda:

Lieber Wolfgang Blaschka,
haben Sie Dank für das vorzüglich aufgeblätterte Unfähigkeitsdokument westlicher Vorgehensweisen.
Ihre Frage nach Irrtum oder finsterer Absicht lässt sich leicht beantworten: Erst war es finstere Absicht - dann erst zeigte sich der Irrtum.
Beides zu bestreiten, wird die nächste undankbare Aufgabe der wertegelenkten Medien sein.
Die Regenten der US-Politik - angefangen bei Vietnam - sollten sich glücklich schätzen, dass es keine Hölle gibt: sie würden dort auf die Kämpfer des Islamischen Staates treffen.


Am 24. Oktober 2014 schrieb Aleksander von Korty:

Sehr geehrter Herr Carrillo,
ja, da ist mir tatsächlich ein kleiner Fehler unterlaufen. Ich meinte selbstverständlich nicht den 9.9.2001 sondern den 11.9.2001. Ich bin kein Anhänger von Verschwörungstheorien, aber bekannt ist, das zur Kriegsvorbereitung, bzw. Begründung schon häufiger die "erforderlichen" Vorwände geschaffen wurden. Das diesbezüglich historisch bekannteste Beispiel ist der offiziell Vorwand für den Beginn des Zweiten Weltkrieges Hitler ließ KZ-Häftlinge in polnische Uniformen stecken, sie am Sender Gleiwitz erschießen und schrie dann, "ab 5,.45 Uhr wird zurück geschossen."
Die wirklich Verantwortlichen für die ca. 3.000 Toten der Zwillingstürme in New York liegen nach wie vor im Dunkeln. Allerdings gibt es in dieser Sache eine hohe Anzahl von unverständlichen und kaum nachvollziehbaren Widersprüchen. Und so bleibt es letztendlich im Bereich der Spekulation und späteren Historikern (vielleicht) vorbehalten die wirklichen Tatsachen zu ermitteln. Allerdings ist heute schon erkennbar wem dieser brutale Terrorakt am meisten genutzt hat und das ist zweifelsfrei die GRINGO-Rüstungsindustrie.!!. Und manchmal gibt es in der Geschichte eben auch so etwas wie "nützliche Idioten". Der formale Auslöser des Ersten Weltkrieges belegt dies deutlich. Der deutsche Imperialismus wollte den Krieg um die Neuaufteilung der (kolonialen) Welt. Da kam das Attentat auf den österreichischen Thronfolger gerade recht.


Am 24. Oktober 2014 schrieb Reyes Carrillo:

Lieber Aleksander von Korty, Sie meinen in Ihrem Beitrag sicherlich den 11. September (2001) und nicht den 9. – leider. Denn es ist tragisch zu nennen, dass mit dem Datum des 11. Septembers das Gedenken an den Tod Salvador Allendes und die damit verbundenen und bis heute nicht bewältigten Folgen bis zum jüngsten Tag der inszenierten globalen Gefühlsduselei zu dem Ereignis in New York am selben Tag des Monats untergeordnet bleiben wird. Mein Respekt vor den Opfern dieses Massenmordes in New York, Washington und Arlington bleibt von diesen Gedanken selbstverständlich unberührt.
Wen meinen Sie eigentlich mit den „interessierten Kreisen“, die die Verantwortung für dieses Massaker trügen? Sinn macht diese Formulierung doch eigentlich nur, wenn sie „verschwörungstheoretischer“ Genese ist. Ich finde diese Ecke angesichts der nicht vorhandenen Beweislage allerdings sehr problematisch – bei allen nachvollziehbaren, zum Teil wirklich verblüffenden und eindringlichen Anzeichen, die für eine solche Theorie sprechen. Aus diesem Grund stört mich der von Ihnen verwendete Indikativ in Ihrer Formulierung etwas. Ansonsten jedoch teile ich nahezu alle anderen Ihrer Inhalte.


Am 23. Oktober 2014 schrieb Brigitte Klara M. :

Vielen Dank für den guten Artikel Wolfgang Blaschka!
Was für ein infames, e k e l h a f t e s Verwirrspiel der selbsternannten Weltpolizei, damit sie nur ja den Fuß in die Tür kriegen, wie geplant ihre geostrategische Ziele mittels Kriegen zu erreichen. Ein tolles Spiel, alle gegen alle aufzuhetzen, das steckt dahinter: das eine Mal bedenkt man die eine, dann wieder die andere Seite mit Kriegsmaterial - damit sie sich gegenseitig ......!

Derweil schlottern dem von diesen ganzen Schreckensmeldungen verwirrten Normalbürger, der da schon längst nicht mehr durchsteigt, vor Angst die Knie.
Überall belauert ihn Terrorgefahr. Mittels gleichgeschalteter Medien hört, liest und erfährt er doch täglich von der ihn bedrohenden TERRORGEFAHR.
Diese Gefahr gelte es radikal zu bekämpfen, so macht man ihm weis. Mit immer neuen Waffen und mit ausgefeilter Überwachungstechnik.
So weichgekocht opfert der Bürger bibbernd + freiwillig seine Freiheit - schließlich dann auch seine Söhne/Töchter:
Bloß weil irgendwelche Geostrategen aus niederen Beweggründen (GIER) es irgendwann so ausbaldovert haben (Brzinsky) und alles tun, es ihm tagtäglich auf infame Weise "plausibel" einzubleuen, daß Opfer notwendig seien....

Um die Völker auf Krieg einzustimmen - dafür hat man immer seine Strategie-Spezialisten und Militär-Psychologen, die eiskalt faustdicke Lügen einbauen in ihr dreckiges menschenverachtendes Kalkül - genau wie vor dem Krieg gegen den Irak, der Ukraine - überhaupt und generell ....

"Krieg gegen den Terror" nennen sie eine ihrer faustdicken Lügen, und die vasallentreue Deutsche Bundesregierung ist volle Pulle mit von der Partie....!
Daß das Bundesverfassungsgericht dem Ganzen jetzt auch noch Vorschub geleistet hat - indem es die Entscheidungsgewalt über "Geschäfte mit dem Tod" allein der GroKo übertragen hat - die Opposition praktisch außen vor bleibt - das hat jetzt gerade noch gefehlt! So können Merkel, Steinmeyer, de Maiziére,
von der Leyen & Co.... p l u s die dt. Waffenindustrie triumphieren
und in Ruhe die nächsten Coups ausklüngeln und haben - dank BVG -
in diesen Zeiten viel Grund zum Jubilieren und die Korken knallen zu lassen!


Am 23. Oktober 2014 schrieb Aleksander von Korty:

Wie unvergleichbar gemütlich und anheimelnd waren doch die Zeiten des `Kalten Krieges´ Zwar standen sich zwei bis aufs Blut verfeindete Blöcke gegenüber, bis an die Zähne schwer bewaffnet und sogar ausgerüstet mit einer solchen Vielzahl von Atomwaffen, dass der blaue Planet gleich mehrmals hätte in die Luft gesprengt werden können. Nur der unbesonnene Druck auf einen roten Knopf hätte dafür ausgereicht. Doch offenbar war in jenen gemütlichen Jahrzehnten niemand unbesonnen, denn abgesehen von einigen wenigen Geplänkeln, kam es nie zu diesem Super-Gau. Und der `Kalte Krieg´ hatte für diejenigen an ihm wirklich Interessierten, die Rüstungs-Industriellen der sogenannten "freien, westlichen Welt", dennoch den unschätzbaren Vorteil, dass man durch stete Aufrüstung und Neuentwicklung immer modernerer Vernichtungswaffen prima an diesem Hochgeschaukele verdienen konnte.

Deswegen trat auch kurzfristig in diesen Kreisen nach dem Fall des sogenannten `Eisernen Vorhanges´ zunächst eine tiefe Depression ein. Der Feind war einfach weg! Wie sollte man fortan dem dummen Volke eine weiterhin Profit-trächtige Aufrüstung erklären um es auch zukünftig bereit dafür zu machen, diesen Rüstungs-Wahnsinn mit seiner Arbeit zu finanzieren. Es musste für den `Kalten´ Krieg ein adäquater Ersatz her, und zwar schnell. So wurde mit dem - von interessierten Kreisen verursachten - Ereignis am 9. September der `Krieg gegen den Terror´ erfunden. Und der hat sich nun in den vergangenen Jahren als eine überaus lukrative Idee erwiesen. Er ist sogar um vieles besser, als der alte `Kalte Krieg´, denn nun wird tatsächlich auch richtig geschossen und das Rüstungsmaterial verbraucht. Und je mehr Terror es gibt, desto höher sind die Profite der Rüstungskonzerne, der Waffenhändler und ihrer Lobbyisten. Das dabei Menschen sterben hat die Profitgierigen noch nie interessiert. Nicht den `Patrioten Krupp´zum Beispiel, der im Ersten Weltkrieg auch Munition an den deutschen Feind England lieferte und mit dem dann auch deutsche Soldaten erschossen wurden und auch nicht seine damalige kaiserliche Marionette, die ihn dafür adelte. 
Insofern hat es nun endlich wieder, durch den `Krieg gegen den Terror´, wie zu Kaisers Zeiten, geordnete Verhältnisse. 
Bleibt allerdings der bittere Beigeschmack für die Rüstungsherren und Monopolisten, dass einst der Kaiser seine Krone lassen und ins Exil gehen musste. Kein gutes Omen, wenn man bedenkt, dass beim nächsten Mal nicht nur die Herrschaftsform, sondern auch ihre tatsächlichen Machtverhältnisse fallen könnten.


Am 23. Oktober 2014 schrieb Pat Hall:

Wie man die Panik der NATO-Staaten vor dem Islamischen Staat erkennt sieht man an der Massenhysterie in Ottawa am 22.10. ?
Ein einzelner Mann,vielleicht auch 2 ? haben in blindem Eifer ein paar Schüsse abgefeuert und dabei Menschen getötet.
In Massen wurden Zivilisten wie eine Vieh-Herde in angeblicher Sicherheit getrieben,von hunderten mit entsicherten Schusswaffenstarrenden Cop´s und deren hervorquellenden Augen ?
Panik pur !
Die ISIS ist ein nicht zu unterschätzender Faktor der sich vorgenommen hat,strikt den Westen zu bekämpfen,ob des ganzen Unrechts das dem Nahen Osten widerfahren ist.
Engländer & Franzosen haben das Osmanische Reich vertrieben und rücksichtslos per Lineal ihre eigenen Grenzen gezogen und ihre Claim´s unter sich aufgeteilt.
2003 "mußten" die Amerikaner wegen ihrer falschen Rachegelüste dieses bis dahin souveräne Land bombardieren und begingen hier Völkerrechtsbruch,um den Präsidenten zu Jagen und zu Hängen !
Es wurden Zivilisten gejagt,gefoltert,in glühendheißen Containern gepfercht um sie zu Ersticken ! Vieles Mehr was unsere Vorstellungskraft kaum noch zu Fassen vermag,selbst das illegale Guantanamo gibt es bis Heute ?
Die USA werden sich evtl. ihr eigenes Grab geschaufelt haben,es dauert wohl nicht mehr lang,dann werden permanent vielleicht sogar täglich sich solche Vorfälle wie in Ottawa ereigen und Cameron,Merkel und auch J.Kerry der Mors auf Grundeis gehen & Andere Befürworter die sich an diesem Krieg beteiligen.
Die ISIS hat genug Kapital und ist damit reich Ausgestattet um weitere Mitglieder zu rekrutieren.


Am 23. Oktober 2014 schrieb Markus Schmitz:

Herr Blaschka, vielen Dank für diesen Artikel, in dem Sie den Roten Faden aufgreifen und historisch sauber bis ins Heute tragen. Die Arroganz und Überheblichkeit der Regierenden des Westens, gepaart mit Inkompetenz und Neoimperialismus, muß zu der Weltkrise führen, deren Anfang wir derzeit erleben. Oder sind wir schon weit mitten drinn?!

Da der Hegemon USA sein Ziel einer Weltbeherrschung, aufgrund von bis heute andauernder diplomatischer Unfähigkeit und trotz daraus resultierender immenser Ausgaben in Krieg und Rüstung nicht erreichen konnte und stattdessen in die Zahlungsunfähigkeit schlitterte, scheint er nun alles auf eine Karte zu setzen. Mit aller Gewalt (im Wahrsten Sinne des Wortes) soll eine Neuordnung des Mittleren Ostens erzwungen werden. Es geht zunächst darum, alle Infrastruktur und Staatsgebilde zu zerstören. Eine Wüste lässt sich viel leichter rohstofftechnisch ausbeuten, als wenn man dazu existierende, souveräne Staaten fragen müsste. Die Zustimmung der Völker zu einem Krieg gegen den Terror lässt sich auch viel, viel einfacher erreichen, als die Zustimmung, Kriege gegen souveräne Staatsgebilde zu führen. Man muß zunächst nur den Terror richtig anheizen und entfachen, den Bürgern zu Hause ordentlich Angst einjagen, dann ergibt sich die Kriegszustimmung schon von ganz alleine. Die Neuordnung des Mittleren Ostens wird sich letztlich darauf konzentrieren, die Ölquellen in Besitz zu nehmen und zu kontrollieren. Der Terrorismus soll und muß weiter existieren, denn nur wenn die Bürger, gerade die zu Hause, in Angst gehalten werden, kann man sie weiter gut kontrollieren und sie dazu bewegen immer mehr und immer weitere Ihrer Freiheitsrechte der Staatssicherheit zu opfern. Schließlich wird man dafür sorgen, dass der Terrorismus nun in die Länder getragen wird, die als Nächstes auf der Unterwerfungsliste stehen. Russland und China. Im übrigen ohnehin noch die einzigen Länder von Bedeutung, die überhaupt in der Lage sind dem US Hegemonismus (oder muß man schon sagen der USEUDSSR) die Stirn zu bieten.


Am 23. Oktober 2014 schrieb Hans Jon:

J e d e r KRIEG ist "unmenschlich" ... und doch seit 10T.J. "Zivilisation" typisch "menschlich"!
Zum derzeitigen "KRIEG GEGEN DEN TERROR" der USA sagte Peter Scholl-Latour sinngemäß, daß dieses von der USA erfundene Wort das verlogendste Wort unserer Zeit wäre!


Am 23. Oktober 2014 schrieb Ernesto Alvarez:

Das ist eine sehr differenzierte Betrachtung des Konflikts und, trotz des traurigen Hintergrundes, gut zu lesen.

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