Das ND macht in Schweinejournalismus

Antisemitismus-Behauptung als Diffamierung

Autor: U. Gellermann
Datum: 16. März 2018

Schon in seiner Überschrift behauptet jüngst ein Autor des Neuen Deutschland (ND), der Zeitung der Linkspartei, die „Neue Gesellschaft für Psychologie“ stehe ‚womöglich‘ vor einer Spaltung. Die „Neue Gesellschaft für Psychologie“ ist jener verdienstvolle Verein, der sich seit Jahr und Tag müht, das eher Subjektive, Psychologische mit der materiellen Realität zu verbinden. Davon zeugen vor allem die Kongresse der Gesellschaft, die sich mit handfesten Themen wie der Medienmanipulation oder, wie jüngst, der „Paralyse der Kritik: Eine Gesellschaft ohne Opposition“ auseinandersetzen. Da spaltet sich zwar nix, aber das ND will offenkundig eine Spaltung herbei schreiben.

Nun könnte man sagen: Was soll’s, haben die nix besseres zu tun? Wenn der Internet-Artikel nicht mit einem obskuren Foto aufgemacht wäre, das auf einer Kachelwand die gesprayte Forderung „Gegen jeden Antisemitismus!“ zeigt. Wessen Antisemitismus, wann und wo gemeint ist, mag das Blatt seinen Lesern nicht genauer erklären. Aber als Illustration zu einem Artikel über die „Neue Gesellschaft für Psychologie“ muss es wohl deren Judenhass sein, den das ND, ohne jeden Beweis, versteht sich, mal eben ins Blaue bläst. Diese miese Art des Verdächtigungs-Journalismus kennt man aus Konzern- und Staatsmedien. Nun aber auch von der LINKEN.

Um dem Spaltungs-Artikel einen Hauch von Authentizität zu verleihen, wird der düsterere Brief einer wirren Truppe von Antideutschen zitiert, der behauptet, die „Neue Gesellschaft für Psychologie“ sei "weitgehend in den verschwörungsideologischen Sumpf der Querfront eingegangen". Auch sei von „friedenspolitisch verbrämtem Antiamerikanismus“ und „strukturellem Antisemitismus“ die Rede. Es gibt Journalisten, die prüfen solch schwere Vorwürfe. Von solchem Ehrgeiz ist das ND frei. Im Gegenteil, als der erste kritische Leserbrief an die LINKEN-Zeitung, mit einer Abo-Kündigung beschwert, in der Redaktion eintrudelte, antwortete der Chefredakteur mit dem Märchen vom "Feld der Meinungsfreiheit".

Auch diese Sätze aus dem ND-Spaltungs-Artikel mag der ND-Chef keineswegs monieren: „Der Antisemitismusvorwurf (der Gesellschaft) bezieht sich primär auf den Auftritt des israelischen Historikers Moshe Zuckermann beim NGfP-Kongress 2015. Zuckermann, ein scharfer Kritiker zumal der gegenwärtigen Regierung Israels, wird der Verharmlosung von Antisemitismus bezichtigt“. Wer den tapferen linken Regierungskritiker Zuckermann bezichtigt und auch warum, das sind alles Fragen, die dem ND-Chef offenkundig unter „Meinungsfreiheit“ fallen. Da stellt er sie lieber gar nicht.

Auch dieser Satz über den Gesellschaftsvorsitzenden Klaus-Jürgen Bruder fiel dem ND nicht unangenehm auf: Bruder habe "dem berühmt-berüchtigten Internetmoderator Ken Jebsen" ein Interview gegeben. Das ist der klassische Fall von Schweine-Journalismus: Da wird einer (Ken Jebsen) diffamiert, um einem weiteren (Klaus-Jürgen Bruder) eine schwere Kontaktschuld anzuhängen: Pfui, der hat aber mit dem geredet!

Auf dem "Feld der Meinungsfreiheit" blühen dann noch so giftige Blumen wie die vom ND-Chef ohne jeden Beleg entdeckte "heftige Kontroverse zu einem schwierigen, komplexen Thema". Zur heftigen Kontroverse bläst er jenen antideutschen Brief auf, der ohne Sachkunde allerlei behauptet, aber nichts beweist. So vermeidet der ND-Artikel konsequent so etwas wie eine Berichterstattung über den Kongress, was ja dem Zweck von Journalismus ziemlich nahe käme. Aber warum auch? Wo doch eine Spaltungs-Story ohne Spaltung für schlichte Gemüter um vieles spannender ist.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 21. März 2018 schrieb Michael Kohle:

Das ND ist nicht allein, im Gegenteil. Vor ein paar Tagen wandelte auch Counterpunch auf solchen Wegen. Ausgerechnet auf counterpunch, von mir bisher als die Letzte unter den erträglichen Informationsbörsen eingestuft und oft genug hier und anderswo wg. aussagekräftiger Beiträge verlinkt. Und dann das:

https://www.counterpunch.org/2018/03/15/germanys-14000-anti-semitic-e-mails/

Schwer erträglich wenn nicht gar unerträglich. Der Autor ein in Deutschland Geborener auch noch. Ausgesprochen peinlich allerdings, dass am gleichen Tag Uri Avnery, ein anderer in Deutschland Gebürtiger und seit 70 Jahren (von Beginn an also) als Freiheitskämpfer für die blauweiße Fahne tätig und heute noch in hohem Alter mit hellem Verstand journalistisch tätit, über seine neue Heimat mehr als angewidert sein weißes Haupt schütteltete.


Am 20. März 2018 schrieb Altes Fachbuch:


der zähneknirscher und seine hassliebe zur PdL und deren pressearbeit:)

an 364 tagen im jahr finden beide in der galerie keinen platz, zitate werden gerade so gelitten, wichtiges positives in der allgemeinen auseinandersetzung dieser welt völlig ignoriert...
ABER
am 365. tag verziert unbedarft jemand einen artikel mit ein foto - und die dialektik vom allgemeinen und einzelnem wird ausgehebelt und funzt unidirektional, die richtung diktiert der galerist!
will ich da noch meine meinung äußern? um den "groupies" vorgeworfen zu werden?

herr gellermann, wenn sie mal wieder zur "sammlungsbewegung" oder einheitsfront aufrufen, werden sie mir sicher mein lächeln verzeihen.
für ihre veranstaltung heute abend zum thema (ooops;) "antisemitismus" wünsche ich ihnen alles gute. vielleicht können sie mit herrn gehrke ja zusammen das ND beerdigen? seit der babylon-nummer wartete ich eigentlich schon auf so ein "format":)

so oder so,
diese welt bekommt, was sie verdient!

Antwort von U. Gellermann:

Die RATIONALGALERIE ist eine Medienkritische Plattform. Wer zählen kann und will, wird feststellen, dass im Zentrum der GALERIE-Kritik solche Medien wie die „Tagesschau“ stehen. Das diktiert nicht der Galerist, sondern die gesellschaftliche Wirklichkeit.

Danke für den Hinweis auf die heutige Veranstaltung zum Thema „Antisemitismus“. Weder Wolfgang Gehrcke noch der Galerist werden dort das ND beerdigen. Gehrcke gehört zu jenen Repräsentanten der PdL, wie Sarah Wagenknecht oder Sevim Dağdelen, die immer wieder positiv in der GALERIE erwähnt werden.

Aussagen über die „Welt“ und was sie so verdient, überlasse ich dem Kampf der gesellschaftlichen Antagonisten.


Am 19. März 2018 schrieb Jana Wegener:

Der Artikel im ND ist schreckend. Noch blöder ist die Reaktion des Chefredakteurs: Kein Ton zum Illustrations-Foto, das der Psycho-Gesellschaft Antisemitismus unterstellt. Ohne Beweise, versteht sich.


Am 19. März 2018 schrieb Karola Schramm:

Schweinejournalismus. Ein griffiges Wort für viel Dreck, Scheiße, Kloake, Jauche - doch kränkt er die Schweine. Super intelligente, soziale Tiere.

Ein anderes, besseres Wort für dieses journalistische Tun muss her.

Meines Wissen war diese "Neue Gesellschaft für Psychologie" die erste, die sich mit dem NS-Regime auseinandersetzte und offziell sich für die damalige Schuld beim Mitmachen mit den Nazis, entschuldigte. Ihr Vorwürfe in Antisemitismus wegen des Historikers Mose Zuckermann in 2015 ! etc. zu machen, ist politische und wissenschaftliche Blödheit.

Dass Ken Jebsen wieder einmal als Sündenbock für verquere Linke herhalten muss ist krankhaft und zeugt von einer ideologischen Verblendung, die überhaupt nicht mehr in der Lage ist, ordentlich zu differenzieren und zu schreiben.

Ich habe seit einiger Zeit den Verdacht, dass sich alles ehemals gute Linke irgendwie in ein Strickmuster wie - 1 links, 2 rechts, 1 fallen lassen etc. verwandelt hat.

So stieß ich letzte Woche aus reinem Zufall auf ein Wort, das mir bisher fremd war, aber passt. Sozialfaschismus. Sozialschmarotzer als Schimpfwort für Arbeitslose ist mir bekannt. Doch Sozialfaschismus ? Wikipedia hat allerlei dazu zu sagen: Wenn Linke sich mit Kapitalisten verbünden - so ungefähr - entstünde Sozialfaschismus. Das war während der Nazizeit. Die ist vorbei und da in DE nun keine Menschen umgebracht oder verfolgt werden, kann man davon vielleicht doch nicht reden ? überlegte ich. Aber was ist es dann, was derzeit in DE passiert und im Rest der Welt ?

In DE werden Menschen immer ärmer, Arbeitslose werden (wurden) als Sozialschmarotzer beschimpft und das Arbeitslosengeld so gekürzt, dass nicht mal Katzenfutter davon gekauft werden kann. Ursuala v. Leyen, damals noch als Arbeitministerin dafür zuständig, hat gekürzt, was das Zeug hält, keine Blumen - nichts - dürfen sich diese Menschen kaufen. "DIE kaufen dann eh nur Alkohol und Zigaretten."
Und die anderen, die der politischen Linie, auch in Sachen der Politik Israels widersprechen werden quasi als politische Verbrecher an den Pranger gestellt: Sie werden diskreditiert, diffamiert, entlassen wie Ken Jebsen. Dann öffnet sich das Höllentor der journalistischen Schlechtmacherei: Des Rufmords, der Rufmord-Kampagnen sogar. Das Andere, Menschen zu ermorden, zu verfolgen etc. wie einstens im Nazifaschismus, gibt es wirklich nicht mehr. Das Alles ist ausgelagert in die NATO. Die macht das jetzt. Linke Länder wie Libyen, Syrien etc. werden als Gegner gekennzeichnet und deren Regierungschefs ermordet und die Länder zerbombt - und ja - auch die südlichen Länder, die mal gute linke Politik für ihre Bewohner machen wollten - sind per Austeritätspolitik bekämpft worden und die Bevölkerungen schlimm von deutschen Medien und Politikern, gekränkt, beleidigt, erniedrigt und in Armut und Arbeitslosigkeit gejagd worden. Auch Südamerika ist davon betroffen, wenn man nach Brasilien schaut.
Der Neoliberalismus, dieses elegante Wort, ein globales Ungeheuer, ist nichts weiter als der kleine Sozialfaschismus der alten Zeit.

Doch es ist gut zu wissen, dass Journalisten mit ihren Blogs wie hier U.Gellermann (Ken Jebsen u.a.) und mit ihren Büchern aufstehen und schreiben: So nicht ! Das ist Diffamierungs-Journalismus. Er ist leicht; bedarf keiner Recherche und Sachlichkeit und kommt aus der Hölle.

Vielen herzlichen Dank Uli Gellermann für Ihren Mut und das Aussprechen von Tatsachen, die sind, wie sie sind und von keiner Ideologie getrübt sind.


Am 18. März 2018 schrieb Peter Schönfelder:

In meiner Entscheidung das Abo zum Ende des Jahres 2017 gekündigt zu haben, fühle ich mich (leider) bestätigt.

Das Abwenden der Kundschaft von solcher Berichterstattung scheint diese Art von Damen und Herren in ihrer Missionarsarbeit nur zu bestärken.

Seit dem bin ich auf eine kleine, hoffentlich unabhängige Wochenzeitung umgestiegen (paz). Das ist günstiger und ich habe mehr Zeit für Aternativen im www.


Am 17. März 2018 schrieb SIERA:

@altes Fachbuch
Wenn man kein Argument hat, erfindet man eine „Animosität“. Wer dem Galeristen „kommerzielle Zwecke“ unterstellt, hat entweder keine Ahnung oder ist boshaft. Die Zuschrift ist intellektuell armselig. Wäre sie nicht so giftig, würde ich den Autor bedauern.


Am 16. März 2018 schrieb Hella-Maria Schier:

Ich kann kaum etwas erkennen, das die linksliberalen "Antisemitenjäger" noch mit wirklichen Linken verbindet. Spätestens angesichts der im Artikel geschilderten antideutschen Äusserungen und Praktiken wird doch klar erkennbar woher der Wind weht. Nach meinem.Eindruck war die antideutsche Bewegung von Anfang an ein Tentakel des US- Imperiums und sie hat ihren Virus den leichtgläubigen linken Kräften über Jahre erfolgreich injiziert. Vorgeblich "gegen rechts" programmiert dieser die Linke dazu, sich selbst zu zerstören, wenn sie ihn nicht entfernt und sich eine anständige "Firewall" gegen gegen dergl. PR-Gift einrichtet. Die hieße z.B . einfach: alle propagierten Parolen und Leitsätze erst mit dem eigenen Verstand prüfen, ehe man sie evtl. in sich hineinlässt oder eben nicht.
Das war jetzt natürlich meinerseits enorm antiamerikanische und verschwörungstheoretische Behauptungen, einem, wie heisst es noch so schön, zmvermutlich "glühenden Antisemitismus" entsprungen. Was den Juden aber in Wirklichkeit tatsächlich schadet, ist, wenn sie ständig als Ausrede dafür herhalten müssen, den US-Imperialismus und die Macht der Finanzeliten nicht kritisieren zu dürfen. So bekommen sie immer schön ihren Teil ab von der berechtigten weltweiten Wut auf diese Mächte! Es ist also ganz offensichtlich , dass die Antisemitismuskeule eben gerade nicht im Interesse der Juden sein kann. Moshe Zuckermann hat nat. völlig recht.Wie kommt es dann nur, dass so viele Linke und Mainstreamer mit so einer einfachen logischen Gedankenfolge anscheinend überfordert sind? Wie leider oft. Die Think Tanks der Eliten sind bestimmt chronisch unterfordert bei soviel leichtgläubiger Blödheit und Gedankenvermeidung des Klassengegners. Es ist so langweilig für die Mächtigen, dass die dummen (wenn nicht gekauften)Vertreter der desinteressierten Schafherde aber auch auf jeden billigen PR-Trick hereinfallen, dass ihre Vertreter immer öfter mal ganz unverblümt ihre wahren Absichten in die Öffentlichkeit streuen. Damit der Klassenkampf ein bisschen mehr Spaß macht, schließlich sind das Kämpfernaturen. Ein Kampf gegen solche dämlichen Luschis wie es ein Großteil der Linken heute ist, ist bestimmt nicht befriedigend für die Eliten. Allerdings fürchte ich, dass sie ihn deswegen nicht aus lauter Mitgefühl aufgeben werden, sondern sich in ihrer Parallelwelt der Ausgesuchten, Höherwertigen bestätigt fühlen und in ihrer Verachtung für uns Looser. Wir werden dann in ihren Augen immer wertloser. Es ist eine gefährliche Entwicklung, wenn Menschen, die nur der Philosophie vom Sieg des Stärkeren anhängen, den Respekt vor dem Gegner völlig verlieren, das weiss man schon von prügelnden Ehemännern. Die Einwände nicht weniger Linker, die Mächtigen seien doch auch eigentlich Menschen wie du und ich und man müsse sie wie eine bedrohte Minderheit vor Diskriminierung und Hass schützen, erinnern an die geprügelte Ehefrau, die ihren Peiniger in Schutz nimmt, weil er doch eigentlich im Grunde eine gute Seele sei und sich sicher bessern werde. Man weiß wie das endet! Machtmenschen fühlen sich auf diese Weise in ihrer Überlegenheit nicht ernstgenommen und das veranlasst sie zu noch mehr Brutalität bzw. Skrupellosigkeit.


Am 16. März 2018 schrieb altes Fachbuch:

Der artikel war nicht schwer zu finden:
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1081992.neue-gesellschaft-fuer-psychologie-wer-zornig-ist-kann-sich-verrennen.html

offensichtlich war der nd-reporter wegen einem kursierendem offenen brief einer "Initiative kritische Psychologie" vor ort, die in opposition innerhalb dieser psychotruppe unterwegs ist. wie unser galerist auf antideutsche kommt, kann er noch erklären.
und just der in diesem brief (wo ist der eigentlich??) angegriffene vorsitzende bruder verteidigt sich mit der strategie "antisemitismuskeule".
der rest ist journaillen-mimosität, wer kann mit wem, wer nutzt wessen quellen und vernetzt sich (zumeist aus kommerziellen zwecken) wozu!!!
und ich dachte schon wieder, der lederer würde irgend welche kirchen in berlin einreißen;)

Antwort von U. Gellermann:

Noch weniger schwer wäre gewesen dem Link zu folgen und auf eine Kostenforderung des ND zu treffen. Für schlechten, in diesem Fall perfiden Journalismus zu zahlen, das wollte ich den Lesern der Galerie keinesfalls zumuten. Perfide: In einem Schriftwechsel zwischen dem ND-Autor (Der seine Mail auf keinen Fall veröffentlicht sehen wollte) und dem aktuellen ND-Chefredakteur mit der RATIONALGALERIE, konnten/wollten beide keine Stellung dazu nehmen, warum der inkriminierte ND-Artikel denn mit der Losung "Gegen jeden Antisemitismus!“ verziert worden war. Da folge ich Klaus-Jürgen Bruder, der eine solch widerliche Verdächtigung als „Antisemitimus-Keule" bezeichnet. Und bleibe natürlich beim treffenden Begriff „Schweinejournalismus“.


Am 16. März 2018 schrieb Marius van der Meer:

Zum Glück habe ich schon vor längerer Zeit mein ND-Abo gekündigt. Mit der jW bin ich, wenn auch nicht stets in allem übereinstimmend, sehr viel unabhängiger informiert.
Sinngemäß trifft das Huren-Zitat von Peter Hacks aus der Zeit des Vietnam-Kriegs leider heute haargenau auf die Breite das (angeblichen) Journalismus in D zu.
Es wäre an der Zeit, unter den ehrlichen Journalisten und Literaten mit einem offenen Brief an den Berufsethos zu appellieren.
Auch wenn die bezahlten Büttel in den Redaktionsstuben von Spiegel, ARD, ZDF, Springer etc. sowieso, sich davon zu Recht nicht angesprochen fühlen dürften.


Am 15. März 2018 schrieb Ulrike Spurgat:

Wohl wahr, ein grottenschlechter Artikel im ND, und viel heiße Luft in Tüten.
Selbstverständlich wurde er gelesen.
Sehr irritierend, in einer Zeitung, die sich links verorten will keine linken erkennbaren Positionen zu finden, und einen derart oberflächlicher Artikel zum Besten zu geben.
Über die genannte Gesellschaft bin ich nicht differenziert genug informiert, da ich mich der "kritischen Psychologie" Holzkamp, Osterkamp, Leontjew, Wygotski, Jansen, Rubinstein zuordne, habe allerdings kein Problem, mich dem Galeristen in seiner Einschätzung, die im Artikel sichtbar wird, bewusst anzuschließen, und Herr Bruder ist mir nicht unbekannt.
Es gab mal im Landes so etwas, was sich Streitkultur nannte, und da war Bewegung und Pfeffer drin, und meist auch ERgebnisse, mit denen etwas anzufangen gewesen ist.
Heute werden kritische Geister, die ohne Scheuklappen und der Schere im Kopf denken, reglementiert, in Schubladen gesteckt, diffamiert und für ihr freies Denken "bestraft."
Zur Unart ist geworden, Inhalte aus dem Gesamtzusammenhang herauszunehmen, bewusst zu verfälschen, und harmlos aus der Wäsche zu gucken. So funktionieren die Medien der Herrschenden im Land. Eine sich selbst "sozialistische" nennende Zeitung muss dem Anspruch, sozialistisch gerecht werden, und widerständig sein, aber vor allem wissen, auf welcher Seite man denn steht, sonst kann sie sich verabschieden.
Es hat was irreales, wenn ausgerechnet das Magazin "Konkret" schon im Jahr 2011 Moshe Zuckermann in übelster Art und Weise als "Antisemiten" diffamiert. Zuckermann behält Recht: "Der Antisemitismus- Vorwurf ist in der deutschen Linken zum inflationär gebrauchten "Herschaftsinstrument" geworden", also mit anderen Worten dient er dazu, jede und sei es eine noch so berechtigte Kritik an der israelischen Politik als reflexartig "antisemitisch" abzuwehren. Man hatte vor einen "Antisemiten" aus ihm zu machen. Kein Gedanke, und kein Niveau scheint mittlerweile zu blöd zu sein, die niederzumachen, deren Haltung einem nicht passt, und Argumente spielen einfach keine Rolle mehr. M. Zuckermann ist ein Sohn jüdischer Holocaust-Überlebender und hat sich als marxistischer Wissenschaftler differenziert mit dem Holocaust und dessen Instrumentalisierung in Deutschland und Israel auseinandergesetzt.
In meinem Wohnort werden seit einigen Wochen Aktionen, die für die Kinder Palästinas gestartet worden sind von Antideutschen massiv attackiert, zum Teil mit körperlichen Angriffen. Auch die Kneipe, die vor allem von Friedensbewegten, von Kommunisten, und von Linken seit Jahrzehnten, mit der Friedentaube in ihrem Logo für Veranstaltungen, für Sitzungen etc. genutzt wird, steht auf der Liste derer, die den Angriff vorgenommen haben, sodass uns erstmal vor Ort die Solidarität bleibt, und das Entsetzen über die brutale Art des Vorgehens.


Am 15. März 2018 schrieb Lutz Jahoda:

VIERZEILEN-EMPFEHLUNG EINES
JUNGE-WELT-ABONNENTEN,
DER AUCH DAS NEUE DEUTSCHLAND LIEST

Die Alternativlos-Merkelschiene
führt in giftiges Unrechtsgelände.
Kein Gleis fürs ND, drum stoppt die Draisine,
und behaltet eure sauberen Hände!


Am 15. März 2018 schrieb Michael Kohle:

Danke, mir ist schon schlecht!

Habe gestern Abend den neuen Außenminister vernehmen dürfen. Da ist Schlimmes zu befürchten. Einer seiner Vorgänger hatte aus ähnlichem Grunde den neuerlichen Kriegseintritt deutscher Landser im Kosovo angekündigt.

Wie spruch Heiko M? Nicht wegen .... was auch immer ... sei er einst in die Politik gegangen, nein, einziger Grund sei gewesen: Auschwitz!

Vorher und hinterher allerlei Geschwurbel von und zu Antisemitismus. Passt schon! Wehe, es erwähnt jetzt noch einer was von Gaza oder Westbank! Dann setzt es aber Hiebe!

Wenn schon der Außenminister seinen Knicks vorm aktuellen Gessler Hut abliefert, ist es da noch eine Überraschung wenn sich jetzt auch noch das wahrlich letzte existierende angeblich linke Parteiorgan sich dem einzig zulässigen Schweinejournalismus verdingt?

Bin gespannt, wie lange es noch dauern wird, bis der Galerist - u.a. ob seiner hier verwendeten Verbalinjurie - einträchtig mit KJ zusammen erwähnt wird. Er wird es hoffentlich verkraften.

P.S.
Schade! Zukünftig werde ich wohl darauf verzichten müssen, zu erzählen, wie ich als junger Mensch zur Politik gestoßen bin. 68 wars, in der ersten Woche des ersten Semesters, als ich in der Präsenzbibliothek auf das Buch "Der Auschwitz-Prozess" stieß. Ich habe es gelesen damals. Und begriffen!


Am 15. März 2018 schrieb Ruth Gabriel:

Vielen Dank, lieber Uli Gellermann, für einen weiteren Beweis journalistischen Irrsinns in diesem Land.


Am 15. März 2018 schrieb Reinhard Sichert:

Das passt ja wie die Faust aufs Auge! Ohne Ihren Artikel zu kennen, habe ich gestern, vermutlich einer höheren Eingebung folgend, mein ND-Abo mit folgender Begründung gekündigt: "Ich habe in den letzten Monaten verstärkt den Eindruck, dass Sie Ihrem Anspruch, eine sozialistische Tageszeitung sein zu wollen, nur noch bedingt gerecht werden.
Da Sie sich aus Kostengründen keinen eigenen Nachrichtendienst leisten können, greifen Sie leider größtenteils auf Meldungen der dpa, afp und anderer großbürgerlicher Nachrichtenagenturen zurück und bewegen sich damit im neoliberalen Fahrwasser. Denn es dürfte auch Ihnen klar sein, dass unsere von oben gelenkte „Mediendemokratie" einen verheerenden Einfluss auf die Denkweise der Bevölkerung hat, die sich zwangsläufig mit Halbwahrheiten oder gar Lügen zufrieden geben muss. Was hindert Sie eigentlich daran, beispielsweise mal auf „sputniknews" als seriöse Quelle zurückzugreifen? Ich habe nicht den Eindruck, dass Sie sich damit mehr Propaganda aussetzen würden. Insofern beteiligen Sie sich damit indirekt am Russland-Bashing unserer Leitmedien!
Auch bei speziell linken Themen und Artikeln zum Richtungskampf innerhalb der LINKEN sympathisieren Sie offen mit linksliberalen Ansichten und kritisieren die Ideen von Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine."


Am 15. März 2018 schrieb Wolfgang Hübner amtierender Chefredakteur ND :

Sehr geehrter Herr Gellermann,

ich kann nur ahnen, wie meine Mail an Herrn Köpp an Sie geraten ist; was Sie daraus machen, ist unterirdisch. Wenn Sie meine wahrlich kurze Antwort an Herrn Köpp und seine vorherige Intervention gelesen haben, dann werden Sie sehen, dass es dabei lediglich um die Behauptung einer drohenden Spaltung bei der „Neuen Gesellschaft für Psychologie“ geht. Nur darauf hatte uns Herr Köpp angesprochen, und nur darauf habe ich geantwortet. Mir daraus unter Verwendung des von mir in diesem Zusammenhang benutzten Begriffs Meinungsfreiheit den Vorwurf zu machen, ich würde leichtfertig mit dem Thema Antisemitismus umgehen usw., ist hochgradig unredlich. Übrigens hat sich der Autor des kritisierten nd-Artikels längst mit Herrn Köpp in Verbindung gesetzt und sich mit ihm inhaltlich auseinandergesetzt. Das kann nur er; ich war nicht bei dieser Tagung. Das aber ist offenbar Ihnen komplett egal; Hauptsache, es reicht für eine Überschrift mit dem zackigen Stichwort Schweinejournalismus. Auf diesem rhetorischen Klippschulniveau könnte ich mithalten, aber ich habe keine Lust dazu. In einen Injurienwettstreit zu treten, ist mir - im Gegensatz zu Ihnen - zu billig. Da beschäftige ich mich lieber mit Journalismus.

Antwort von U. Gellermann:

Sehr geehrter Herr Hübner,

danke für die Zuschrift, leider kann ich nicht ein Argument entdecken. Auch vermeiden Sie es konsequent, auf Ihr obskures Aufmacher-Foto einzugehen, das auf einer Kachelwand die gesprayte Forderung „Gegen jeden Antisemitismus“ zeigt.


Am 15. März 2018 schrieb altes Fachbuch:

@lieber galerist
"Das ist der klassische Fall von Schweine-Journalismus.."

bevor jemand sich dazu überhaupt positionieren kann, sollte man doch den ND-artikel und andere quellen verlinken!!
sie fordern hier wieder eine solidarität mit die üblichen verdächtigen ein, teilen wieder gegen die "linken" aus, und ich erfahre in ihrer auseinandersetzung NIX über den vorwurf einer spaltung einer was-für-einer-wichtigen-psycho-gesellschaft.e.v.??
zu dem, was das ND inhaltlich berichten will, gilt wohl das gleiche prinzip, wie bei ihnen: der hausherr entscheidet?

Antwort von U. Gellermann:

Das ND bietet leider keinen Link zum Artikel an. Da in der Galerie - wie immer - alle Zitate stimmen - kann man sich prima mit den Original-ND-Sätzen beschäftigen. Und wenn eine Zeitung eine Veranstaltung besucht, darf der Leser eine geringes Maß an Berichterstattung erwarten. Und wenn es keine Spaltung gab, und das trotzdem die Überschrift des ND bestimmt, dann hat das leider mit sauberem Journalismus nichts zu tun.


Am 15. März 2018 schrieb Werner Bischoff:

Ich bin total entsetzt. Dass eine linke Zeitung mit antisemitischer Diffamierung arbeitet hätte ich nicht gedacht. Ekelhaft.

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