NATO-Terror tötet Zivilisten

Mehr Truppen, mehr Mord, mehr Trump-Strategie

Autor: U. Gellermann
Datum: 06. November 2017

Blutüberströmte Menschen winden sich auf dem Boden. Kinder wimmern. Frauen klagen. Männern suchen nach Gliedmaßen. Das ist blanker Terror. Und doch sind keine Fotos, keine Videos, keine Nahaufnahmen über die üblichen Kanäle zu bekommen. Alles, was eigentlich unbedingt zur medienwirksamen Bebilderung des Terrors gehört, fehlt. Denn es ist der falsche. Die Opfer von US-Luftangriffen auf Zivilisten in der Nähe von Kundus, von denen die Provinzbehörden berichten, gehören offenbar nicht zu den kostbaren westlichen Opfern. Falsche Opfer, falsche Täter, Zero News.

Ein klein wenig Nachrichten gibt es immerhin in Vorbereitung eines Treffens der Nato-Verteidigungsminister am kommenden Mittwoch: Wo bisher 12.400 Soldaten in Afghanistan auf der Menschenjagd waren, sollen es bald 16.000 sein. Und wer die rechtfertigende Begründung für die Aufstockung liest, der kann nur kotzen: „Die Wiedererstarkung der Taliban in Afghanistan“. Als habe der bisherige vereinte Terror der willigen US-Follower zur Schwächung der Taliban beigetragen. Jeder Angriff fremder Militärs auf Afghanen, jedes weitere zivile Opfer bringt den Taliban Zulauf. Macht nichts, sagt die Rüstungsindustrie, dann dauert der Krieg noch länger, dann können wir noch mehr Waffen verkaufen. Super.

Präsident Trump – wann immer möglich in deutschen Medien als Idiot verkauft – gilt immer noch als prima Bündnispartner, wenn es um den terroristischen Kampf gegen die Afghanen geht. Selbst Florian Rötzer, Chefredakteur des Online-Magazins Telepolis, dem man zuweilen Verstand attestieren konnte, quetscht sich diesen Satz aus den Mundwinkeln: “US-Präsident Trump will nach 16 Jahren Krieg die Schmach eines Scheiterns der US-Intervention nicht auf sich sitzen lassen und hat härteres Vorgehen, einige tausende zusätzliche Soldaten, vermehrte Bombardierung und die Befreiung von vermehrten CIA-Killerkommandos von ihren Zügeln angekündigt, um rücksichtsloser zuschlagen zu können.“

Wer diesen Krieg immer noch als „Intervention“ bezeichnet, sollte umgehend als Kriegsberichterstatter ohne Helm nach Kundus geschickt werden. Jeder, der es wagt, die verschlissene Metapher von den „befreiten Zügeln“ zu verwenden, die man der CIA angelegt habe, sollte auf dem Weg nach Afghanistan unbedingt die Sporen in den Flanken fühlen: Schneller Rötzer, schneller!

Hat schon jemand aus den Koalitionsverhandlungen in Berlin das Wort Afghanistan gehört? Nein, sagt Horst Seehofer, wir arbeiten tapfer daran, die Zahl der Flüchtlinge über die Obergrenze zu treiben. Nein, sagt Cem Özdemir, wir Grünen sind eine Partei des Friedens, über Krieg reden wir einfach nicht. Und wer wird von der Hindukusch-Sicherheitspartei SPD schon ein Wort zum Terror erwarten? Zu jenem Terror, des Westens gegen islamische Länder, dessen Echo längst auf den Straßen und Plätzen der EU und der USA zu erleben ist. Es bedarf keiner Fantasie, die nächsten Anschläge zu erahnen. Es braucht Mut und Verstand, die Namen der Schuldigen laut und deutlich auszusprechen: Von den diversen US-Präsidenten über Kanzler Schröder bis zu Kanzler Merkel.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 09. November 2017 schrieb Karola Schramm:

Das Trauerspiel von Afghanistan.
von Theodor Fontane

Der Schnee leis stäubend vom Himmel fällt,
Ein Reiter vor Dschellalabad hält,
"Wer da!" - "Ein britischer Reitersmann,
Bringe Botschaft aus Afghanistan."

Afghanistan! Er sprach es so matt;
Es umdrängt den Reiter die halbe Stadt,
Sir Robert Sale, der Kommandant,
Hebt ihn vom Rosse mit eigener Hand.

Sie führen ins steinerne Wachthaus ihn,
Sie setzen ihn nieder an den Kamin,
Wie wärmt ihn das Feuer, wie labt ihn das Licht,
Er atmet hoch auf und dankt und spricht:

"Wir waren dreizehntausend Mann,
Von Kabul unser Zug begann,
Soldaten, Führer, Weib und Kind,
Erstarrt, erschlagen, verraten sind.

Zersprengt ist unser ganzes Heer,
Was lebt, irrt draußen in Nacht umher,
Mir hat ein Gott die Rettung gegönnt,
Seht zu, ob den Rest ihr retten könnt."

Sir Robert stieg auf den Festungswall,
Offiziere, Soldaten folgten ihm all',
Sir Robert sprach: "Der Schnee fällt dicht,
Die uns suchen, sie können uns finden nicht.

Sie irren wie Blinde und sind uns so nah,
So lasst sie's hören, dass wir da,
Stimmt an ein Lied von Heimat und Haus,
Trompeter blast in die Nacht hinaus!"

Da huben sie an und sie wurden's nicht müd',
Durch die Nacht hin klang es Lied um Lied,
Erst englische Lieder mit fröhlichem Klang,
Dann Hochlandslieder wie Klagegesang.

Sie bliesen die Nacht und über den Tag,
Laut, wie nur die Liebe rufen mag,
Sie bliesen - es kam die zweite Nacht,
Umsonst, dass ihr ruft, umsonst, dass ihr wacht.

"Die hören sollen, sie hören nicht mehr,
Vernichtet ist das ganze Heer,
Mit dreizehntausend der Zug begann,
Einer kam heim aus Afghanistan."

Das Geschäftsmodell dieser Politiker heißt Kriege führen im Namen der internationalen Wirtschaft. Soldaten, die dazu benötigt werden, sind für diese Leute keine Menschen, sondern Kampfroboter und Kanonenfutter gleichzeitig. Es wird nicht mehr für die Ehre oder Sorge um das eigene Land gekämpft, das angegriffen wurde, sondern für das brutalst mögliche Zerstören anderer Länder, die wie in Afghanistan, über seltene Erden, Öl und Gold verfügen. Diese Soldaten vernichten sinnlos, im Auftrag ihrer Regierungen, auch der deutschen, alles was sich in Afghnaistan bewegt. Krieg der Nato-länder ist vereinigter Staatsterrorismus, der die Gesellschaften verrohen lassen soll. Diese kriegerische Gewalt wird uns seit Jahren als gut und edel propagandistisch in die Ohren posaunt.
Keine afghanische Regierung hat DE oder ein anderes Natoland jemals den Krieg erklärt. Kriege führen soll uns als anständig schmackhaft gemacht werden. Dass Krieg ein gemeinschaftliches Abschlachten und hinterhältiges Morden ist, wird aus dem Bewusstsein ausgeblendet. Kein internationaler Gerichtshof traut sich, Anzeige gegen diese Verbrecher in Friedenszeiten, die ohne bedroht zu sein, andere Länder überfallen und deren Bewohner Tag und Nacht mit Bomben überziehen, zur Verantwortung zu ziehen.

Wehrt sich die Bevölkerung in DE gegen diese Einstellung, wird sie von höchtsten Staatsdienern auch noch lächerlich gemacht, wie es der ehemaligen BP Gauck vor der Marine-Akademie in HH, fertig brachte mit seiner süffisanten, verstandeslosen Aussage " dass es wieder deutsche Gefallene gibt, ist für unsere glücksüchtige Gesellschaft schwer zu ertragen." Sie sind so frech und kaltschnäuzig, weil sie es dürfen. Sie sind so frech und kaltschnäuzig, weil sie Neid haben auf die Jugend, die jungen Männer und Frauen, die heilen Familien, die in Frieden mit anderen Ländern leben wollen und vom Leid und Elend, innerer und äußerer Verkrüppelung ihrer Väter und Mütter und Großväter und Großmütter die Nase voll haben. Sie wissen, dass Kriege der Menschheit noch nie Gutes gebracht haben. Sie lehnen diese mörderische Gier nach noch mehr Macht und totaler Unterdrückung ab. Sind die Hemmungen des Totschießens einmal gefallen, gibt es oft kein Halten mehr. Kriegerisches Töten per Drohnen ist heimtückischer Mord. Das wissen sie. Sie wissen auch, dass diese Kriegsführer und Kriegsführerinnen, sich mit den Wirtschaftsmanagern zu prosten und sich beglückwünschen, wenn die Börse zeigt, dass die Rüstungsindustrie wieder an Punkten zugelegt hat.

Ein aufgeklärte Gesellschaft will Frieden schaffen ohne Waffen und Wandel durch fairen Handel. Dass das machbar ist, wissen diese kriegsgeilen, verantwortungslosen Politiker. Doch da sie feige und charakterlos sind machen sie mit und treiben die Welt immer tiefer in den Untergang.
Sie alle vergessen das, was im alten Rom noch üblich war und dem Feldherrn, der siegreich aus der Schlacht zurück kam ermahnend gesagt wurde: "Memento mori: Bedenke, dass du sterben musst."


Am 07. November 2017 schrieb Rainer Berghaus:

Was Sie zur Parteienlandschaft schreiben, trifft leider auch auf die Normalbürger zu: Vom afghanischen Krieg will keiner was wissen. So lange sich Berufssoldaten darum kümmern, weit ab vom normalen Leben, läuft alles wie immer. Den Abrüstungsaufruf habe ich schon unterschrieben, versteht sich.


Am 06. November 2017 schrieb Lutz Jahoda:

SCHLUSSFOLGERUNG

Da hilft kein Barmen, kein Hoffen und Beten:
Von Bonn bis Berlin mit losgetreten,
von Wählern leider mit eingebrockt,
von Gutgläubigen bis hin zu den Dummen.
Der Vorwurf wird deshalb niemals verstummen:
Falsch gewählt heißt: Richtig verbockt!


Am 06. November 2017 schrieb Grit Benningsen:

Danke für die eindringliche Schilderung der US-Terror-Folgen. Den Abrüstungs-
Aufruf, den Sie auf der Startseite publizieren, habe ich umgehend unterschrieben.

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