Linke Gesinnungs-Polizei

Wie man sich vor der Volksfront schützt

Autor: U. Gellermann
Datum: 20. April 2015

Endlich: Die Linkspartei im Land Berlin säubert die außerparlamentarische Aktion zum 70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus von den falschen Teilnehmern: "Personen aus dem Spektrum der sog. Montagsmahnwachen und des sog. Friedenswinters" sollen nach Auffassungen des LINKEN Landesvorstandes da nicht teilnehmen. Sogar das gute alte Wort "sogenannt", einst von Axel Springer für die DDR eingeführt, erlebt seine Wiedergeburt. Auf die Berliner Linkspartei war schon immer Verlass: In der langjährigen Koalition mit der SPD hatte sie schon das Bundesland Berlin sozial gesäubert: Die Lehr- und Lernmittelfreiheit wurde abgeschafft, Landeseigentum verscherbelt und als die große Bürgerinitiative zur Rekommunalisierung der Berliner Wasserbetriebe ihre Forderung ins Parlament einbrachte, fand der Landeschef der LINKEN, Klaus Lederer, dieses Begehren des Volkes nur "peinlich". Dass die Wähler die Linkspartei für ihren tapferen Sparkurs abstraften, nahm die LINKE mannhaft hin.

Die allgemeine Säuberung der Friedensbewegung von falscher Gesinnung hatte die Bundestagsfraktion der LINKEN schon im Dezember letzten Jahres begonnen. Der "Friedenswinter", der gerade seine dubiosen Aktivitäten für den Frieden aufnahm, sollte "kein Geld, keine Menschen, keine Logistik" erhalten, denn der sei irgendwie rechts, beschloss der rechte Flügel der Linkspartei und erklärte damit den linken Flügel der eigenen Partei, der den "Friedenswinter" unterstützen wollte, für rechts. Ob nun im Ergebnis des Beschlusses der rechte Flügel als links und der linke Flügel als rechts gelten muss, ist unklar. Klar ist, dass streng demokratische Medien wie der West-Berliner Tagesspiegel diesem Weg zur linken Sauberkeit heftig applaudierten.

Flugs nahmen manche andere Linkspartei-Formationen die Säuberungs-Linie der Parteizentrale auf. Die Hamburger zum Beispiel, die zur Abwehr nichtlinker, fremder Elemente erklärten, dass der Ostermarsch nur den Antifaschisten gehöre und, dass sie dort keine "verkürzte Kapitalismuskritik" dulden würden. Das war aber auch notwendig! Hätten doch zum Beispiel Unterzeichner des Prominenten-Aufrufes gegen den drohenden Krieg in Europa "Nicht in unserem Namen", vielleicht am Hamburger Ostermarsch teilnehmen wollen. Doch keiner von denen war ein ausgewiesener Kapitalismuskritiker! Wenn zum Beispiel einer der Promi-Unterzeichner, wie der nationalkonservative Ex-Bundespräsident Roman Herzog, sich hätte einschleichen wollen, dann hätte die LINKE den aber der Aktion verwiesen! Herzog kam dann auch gar nicht. Dank der wachsamen Hamburger Linkspartei.

Wer sich die Website des "Friedenswinters" ansieht, der findet dort so gefährliche Sprüche wie "Nein zu Krieg und Faschismus – Für eine Politik der Verständigung und friedlichen Konfliktlösung" oder sogar "Unterstützt die Kriegsdienstverweigerer und Deserteure im Ukraine-Konflikt!" Wie schrecklich! Doch erst wenn man sich den "Montagsmahnwachen" wissenschaftlich zuwendet, wird das ganze Ausmaß des Schreckens offenbar. Hatte doch Peter Ullrich vom Institut für Protest- und Bewegungsforschung der TU nach einer hochnotpeinlichen repräsentativen Umfrage unter den Montagswächtern festgestellt: “Überraschend war für mich, dass die Bewegung weit weniger rechts geprägt ist, als es zunächst den Anschein hatte. Und es ist zeitgleich noch überraschend, dass sie von einer immensen politischen Heimatlosigkeit geprägt ist – also Menschen die zwar sozial gut integriert sind, aber politisch von niemanden repräsentiert werden".

Heimatlose Gesellen sind diese sogenannten Wächter also! Und die Unordnung kommt noch schlimmer schreibt das Institut: "Sie fühlen sich nicht vertreten durch ein politisches System, oder durch alternative und oppositionelle Gruppierungen.” Ja, hörmal, wie soll die Linkspartei diese Montagswächter denn jemals in ihre Schubladen bekommen. Bei so viel Regellosigkeit muss die linke Gesinnungs-Polizei einfach einschreiten. Noch grauenhafter sind die Antworten auf die Frage, was denn die Montagswächter bei der letzten Bundestagswahl so gewählt haben: Mit 42,6 Prozent lag die Linke weit vor der Piratenpartei, die nur von 15,4 Prozent der Befragten gewählt wurde. Wenn das nicht der Beweis dafür ist, wie geschickt diese Leute ihre rechte Gesinnung tarnen!

Wir warten jetzt alle darauf, dass der wachsame und demokratische Klaus Lederer einen weiteren Beschluss initiiert: Es muss eine linke Gesinnungs-Miliz zur Überwachung der Wahl-Lokale aufgestellt werden. Wenn dort ein Linkspartei-Wähler von der Miliz erwischt werden sollte, der schon mal an einer Montagsmahnwache teilgenommen hat, muss dessen Stimmzettel sofort eingezogen und verbrannt werden. Erst mit dieser rituellen Reinigung kann sich die Linkspartei endgültig vom Ruch einer sog. Volksfront säubern, an der jedes dahergelaufene Volk teilnehmen darf.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 21. April 2015 schrieb Peter Lind:

Erinnert werden sollte auch daran, daß die Berliner "Linken" während ihrer Mitwirkung an der rot-roten (wer oder was war denn hier "rot") Koalition die Mitgliedschaft in der Tarifgemeinschaft des Bundes und der Länder aufkündigte. Im Klartext hieß das: die "Linke",
bzw. die, die sich für solche halten, behinderten erheblich die Möglichkeiten der ArbeitnehmerInnen im öffentlichen Dienst mittels Tarifkampf für die Verbesserung ihrer Arbeits- und Lebensbedingungen zu streiten. Die nahmen übel. Genau von dort, aus der eigentlichen Klientel der Linken, den Mitgründern der "Linken"(!), den Arbeitnehmern und Gewerkschaftern kam dann die verdiente Antwort.

Und so nahm es nicht wunder, daß bei der folgenden Parlamentswahl die Stimmen der "Linken" quasi halbiert wurden. Damit war der Weg für eine Koalition von SPD-CDU frei, was die Situation für die Arbeitnehmer, wie überhaupt für die Berliner Bevölkerung keineswegs besser machte.
Nun ist es bei solcherlei schändlicher Niederlage normaler Weise üblich, daß der oder die Spitzenkandidat/in, so er/sie Arsch in der Hose hat die Verantwortung für das Ergebnis übernimmt und sein/ihr Amt zur Verfügung stellt usw. usf. Nicht so bei der vorgeblich Berliner "Linken". Der Opportunist Lederer macht weiter wie bisher. Keine Experimente!


Und so darf es dann ebenso nicht wundern, daß diese angeblich "Linke" (Verweigerter Führungsanspruch? Sektierertum? Borniertheit? Realitätsverlust?) stoisch ignoriert, daß es derzeit offensichtlich eine recht breite, bis dahin auch gerade von Teilen der sog. Linken völlig außer Acht gelassene Öffentlichkeit gibt. Die wird sich am 9. Mai um 14 Uhr vor dem Sowjetischen Ehrenmal im Berliner Tiergarten zusammen finden, wird den Tag der Befreiung über den deutschen Nazismus auch als Tag des Sieges und des Dankes an die Soldaten der Roten Armee würdig begehen. Die Ignoranz wird schon seine Gründe haben. Die Aufrufer "sind ja bloß bürgerliche Demokraten". Z. B. der Historiker Götz Aly (igitt, igitt). Und da spricht u. a. Mathias Platzek (Was? Platzek? War das nicht der,??). Ja geht denn so was ohne Parteiauftrag von Lederer und Co? 
Früher, aber das ist schon laaaange her, nannte man ein Zusammengehen mit bürgerlich-demokratischen Menschen "Bündnispolitik". Ja früher?.
Man kann nur hoffen, daß möglichst viele Berlinerinnen und Berliner dem Aufruf (s. u.) jener "Bürgerlichen" folgen und damit auch den vorgeblich Linken mal zeigen, welches linke und demokratische Potential in der Berliner Bevölkerung steckt, was sich vielleicht einmal ja auch einer wirklichen Linken nicht verschließt.



PS: Jene Linke aber, von denen ich den einen oder anderen kenne, und die bisher als aufrichtige Linke erkennbar waren, bitte ich um Verzeihung. Ich wollte sie nicht mit Opportunisten in einen Topf werfen.


Web-Adresse des 9. Mai-Bündnis:  www.berlin-feiert-die-befreiung.de  
 


Am 21. April 2015 schrieb Ernst Blutig:

Ich empfehle den entsprechenden Politikern der Linken mal wieder Lenins Aufsatz "Der "linke Radikalismus", die Kinderkrankheit im Kommunismus" zu lesen, insbesonders Kapitel V "Der "linke" Kommunismus in Deutschland". Trotzkis Text über den Ultimatismus hilft auch weiter, schliesslich will man ja aus der Geschichte lernen, oder nicht? Proletarier "zu vergewaltigen, wo es mißlingt, sie zu überzeugen", zwischen den "Rückständigen" zu arbeiten "und sich nicht durch ausgeklügelte kindische "linke" Losungen absondern", könnte ja eventuell was bringen?


Am 21. April 2015 schrieb Jochen Scholz:

Damit auch alle Leser die ganze Infamie dieses Landesvorstandes ermessen können, darf ich die entsprechende Passage aus der "Sofortinformation" über die Sitzung des LV vom 14. April übermitteln:

Der Landesvorstand beschloss jeweils einstimmig:


DIE LINKE. Berlin unter stützt den Kampf für mehr Personal an Krankenhäusern
Berliner LINKE zu 125 Jahre Maifeiertag – Wir gratulieren und demonstrieren!
Der Tag der Befreiung ist uns tägliche Herausforderung


Konsens bestand ebenfalls darüber, dass wir den Aufruf der Demonstration der Berliner FRIKO am 10. Mai anlässlich des 70. Jahrestags der Befreiung unterstützen, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass sich unter den UnterstützerInnen keine Personen oder Organisationen aus dem Spektrum der sog. Montagsmahnwachen befinden und die Veranstaltung kein Teil des sog. Friedenswinters ist.

http://www.die-linke-berlin.de/index.php?id=37186


Im Klartext: die FriKo Berlin wird erpresst. Denn sie ist natürlich immer wieder auf Zuschüsse der Berliner Linken angewiesen. Die langjährige Koordinatorin der FriKo, Laura von Wimersperg, ist im Sommer 2014 vernünftigerweise auf die Berliner Montagswachen zugegangen, um Gemeinsamkeiten auszuloten. Das Ergebnis war u. a. die gemeinsame Demonstration am 13. Dezember vor dem Bundespräsidialamt im Rahmen des "Friedenswinters 2014/2015". Mit dem obigen Beschluss soll die FriKo offensichtlich über die Geldschiene gewungen werden, die Zusammenarbeit mit den Montagswachen zu beenden. Über dieses Vorgehen möge sich jedermann sein eigenes Urteil bilden, vor allem auch über den Ungeist, der mehrheitlich in diesem Landesverband herrscht.

Für mich persönlich ist dies eine Kriegserklärung, die ich gerne annehme. Vorläufig lasse ich Karl Valentin mit dem letzten Satz aus dem "Buchbinder Wanninger" an meiner Stelle sprechen: Saubande, dreckerte.


Am 20. April 2015 schrieb Manfred Ebel:

Manfred Ebel:
Lieber Herr Thielken und liebe Mitstreiter/innen, ja, der 10. Mai gegen 12 Uhr auf dem Hackeschen Markt ist ein würdiger Termin sich unterzuhaken und miteinander von Angesicht zu sprechen, wenn wir uns nicht sowieso schon an den beiden Tagen zuvor treffen. Neben dem Thema des Jahrestages ist auch das Thema "Avantgarde der Illusion oder Illusion der Avantgarde " gut. Es liegt mir am Herzen.
Sie erkennen mich am Anstecker `Freundschaft Russland / Deutschland´.
:-)


Am 20. April 2015 schrieb Ralf Thielken:

Na also, ich ahnte es bereits, nun ist es gewiss:
Ein heimatloser Geselle bin ich.
Ohne Vertretung im politischen System friste ich mein Dasein, obendrein frei von jeder Lust, mich von "Die Linke" repräsentieren zu lassen. Schande aber auch.



Und selbst eine linke Gesinnungsmiliz vor Wahl-Lokalen würde an mir keine Freude finden - meine letzte Wahl war diese sogenannte erste freie Volkskammerwahl am 18. März 1990. Hoffnungsvoll naiv glaubte ich doch ernsthaft, mit meiner Stimme jene unheilige Allianz für Deutschland verhindern zu können. Ich hatte einfach keinen Bock auf Kapitalismus.


Um 18 Uhr war alles klar und ich befreit von jeglichen Illusionen. 



Anfänglich galt meine Sympathie zwar immer noch der PDS, die diese aber spätestens mit ihrer Haltung zum Berliner Bankenskandal 2001 unwiederbringlich verspielte.



Also, lasst uns Volks-Front machen. QUER durch Berlin.

Ich bin dabei am 10. Mai.

Vielleicht trifft man sich live, liebe Frauen Schier und Brümann und Herr Ebel, zum Unterhaken- und, Herr Ebel, ich würde Sie dann nach dem Grund Ihres Unbehagens fragen, das Sie beklagen wenn Sie - von allen(!) Kräften - einer Volksfront explizit die
Kommunisten nennen?



Lang anhaltenden Beifall für einen, mal wieder, echten Gellermann! 
Spitz, bissig, humorvoll, brillant, mehr davon!



Am 20. April 2015 schrieb Eard Wulf:

Vielen Dank für die Thematisierung, Lieber Herr Gellermann!

Wenn ich Artikel auf der Rationalgalerie lese, dann brauch ich kein Bluthochdruck-Mittel, die Artikel pulsen mir zur Genüge. Diese Beschreibung der "die LINKE" hielt meinen Ruhepuls bei genüsslichen 65/Min. Woran das lag, ist in vier Worten gesagt - ich.wusste.es.bereits.

Wenn Herr Gysi am 17.04.2015 auf GooglePlus "postet": "Ich wundere mich, dass Angela Merkel weiß, dass ich Single bin?" und erst am 18.04.2015, um 09:43 Uhr - ca. sechs Stunden vor dem Beginn der TTIP Demonstration in Berlin, einen Hinweis "Demokratie verteidigen! TTIP, CETA und TiSA verhindern!" "postet", dann hat er seine Schuldigkeit getan. Wohl wissend, dass viele Menschen ein Berufsleben führen und aus diesem Grund ihre Freizeit-Aktivitäten entsprechend vorraus planen. Und mehr sollen diese Demos auch nicht sein - sei es TTIP, sein es Montagsmahnwachen, sein es Friedenwinteraktionen - es soll spassiges zur Freizeitbewältigung bleiben(Zum Bestaunen, nicht zum hingehen.). Was wäre gewesen, hätte man jeden Tag, der vorigen Woche, jeweils zweimal pro Tag einen "TTIP-Demo-Reminder" geschaltet...

Die LINKE marschiert schon lange nicht mehr für die Linken.
Ich empfehle ein Interview mit Herrn Eckart Spoo auf den Nachdenkseiten: http://www.nachdenkseiten.de/?p=25587


Am 20. April 2015 schrieb Gideon Rugai:

Daniel Neun von Radio Utopie scheint den Gysi, Gregor so überhaupt nicht zu mögen - ich komme da jetzt auch nur drauf, weil ich einst einen Artikel dort las, der sich mit Gysis Politik des kalkulierten Opportunismus auseinandersetzt (Opportunist und/oder in der Opposition zu sein - das kann man schon mal verwechseln) und die wirklich linke Basis der Linken eigentlich zugunsten des Machterhalts an den etablierten Fressnäpfen verschaukelt - soll heißen transatlantische Politik auf Gysi-Art weiterzuführen und nach außen den schönen linken Schein zu wahren (wofür man die Wagenknecht gut gebrauchen kann - ob die eigentlich weiß, was der Gregor wirklich will ?)
Ich meine Gysi hat ja genug Erfahrung zwischen den Fronten zu vermitteln und da immer auch ein trockenes Plätzchen für sich zu reservieren, nicht ?
Wie heißts im PC Bereich ? : "Never change a running system"
Vielleicht wirft das ja ein Licht auf bedingt -linke Reflexe....

https://www.radio-utopie.de/?s=Gregor+Gysi


Am 20. April 2015 schrieb Silke Hauptkorn:

Vielen Dank für den erhellenden und erquickenden Artikel!

Ich selbst war letzte Woche das erste Mal bei einem Treffen der Montagsmahnwache und kann - wie schon zuvor - immer noch nichts rechtslastiges daran finden.

Schon seltsam heutzutage, wenn sich jmd. für den Frieden einsetzt.


Am 20. April 2015 schrieb Manfred Ebel:

Dieser Artikel schließt eng an den Artikel "junge Welt" vom 15ten an.
Gehe ich rein von meinen Beobachtungen auf der Anti-TTIP-Demo am Sonnabend in Berlin und vorangegangener Demos aus, sehe ich zunehmend weniger LINKE-Fahnen und mehr "JW"-Verteiler. Das empfinde ich als ein Paradoxon und als `peinlich´= schmerzhaft. Wenigstens in Teilen wiederholt sich die Geschichte - auf jeden Fall die der Spaltung der Ausgebeuteten, die "unsolidarischer" linker Nutznießer, die der Bereinigung linker Parteien.


Derzeit ist es leider so, dass demokatische, antifaschistische, antikapitalisitische Bewegungen auffallend oft nicht von links initiiert sind. Auffallend ist auch, dass Prioritäten konfus vertauscht werden. Es wird nicht ausreichend wahrgenommen, dass ein potenzieller Krieg heute Jegliches und Alles negiert und also die unbedingte Volksfront mit allen (!) Kräften, die gegen den Krieg auftreten, zwingendes Gebot ist. Das gab es auch schon mal und damals haben die Kommunisten am meisten für die Volksfront geworben! Es missbehagt mir selbst, weil es nicht mehr um Entwicklung lebenswerter Gesellschaftsalternativen geht, sondern nur noch um blanke Existenzsicherung.


Deswegen hake ich mich bei Frau Brümann und Frau Schier ein, bitte jeden Friedenswilligen hinzu und hoffe auf eine breite Volksfront.


Am 20. April 2015 schrieb Reyes Carrillo:

Wenn es so wunderbar, wenn auch nur mittelbar, gegen linke Dogmatiker wie meine emanzipatorische Lieblings-Wahrsagerin Jutta Ditfurth oder die hier ungenannte, wiewohl zum Thema gehörende LINKE (Nochmal-)Jutta Jelpke, und gleich um die Ecke auch um die Schädel der jW geht, wird mein Herz weich wie die Markenbutter in der Sonne. Dann entbrennt in einem zweiten Frühling meine hingebende Liebe für diesen herrlichen, schriftstellernden politisch linken Satiriker Uli Gellermann. Denn das LINKE-Biotop Berlin verstrahlt natürlich bis in den letzten Winkel die gesamte Republik.
Ach Uli, wirklich, jedes deiner Worte in dieser deiner freiwillig komischen LINKEN-Schwermut läuft auch mir Verzweifelnden wie warmes Öl die nach Genugtuung gierende Kehle hinunter. Diese sich in solch tierisch nervenden und vor allem lächerlichen Attitüde um den „einzig wahren Weg“ aufmotzenden Linken kotzen mich um Dimensionen mehr an als Kohorten Middelhoff’scher Qualitätskapitalisten.


Am 20. April 2015 schrieb Lutz Jahoda:

Hätte nicht gedacht, dass der Kindergarten noch einmal in mein Leben treten wird.


Am 20. April 2015 schrieb Hans Jon:

Danke für den KOMMENTAR von Hella-Maria Schier! ... er beinhaltet die "Helle" WAHRHEIT!!!
EUROPA nebst BRD treiben frei nach dem Hit von 2014 "Atem- und Fried-los durch die Nacht"!


Am 20. April 2015 schrieb Ursula Brümann:

Zum Kommentar Hella-Maria Schier

...Sicher ist, wenn es zukünftig eher die Rechten sein sollten, die aus Selbsterhaltungstrieb gegen die nukleare Gefahr demonstrieren, würde ich notgedrungen in dieser Sache an ihrer Seite gehen...

Liebe Frau Schier, ich auch, dann sind wir schon zwei.


Am 20. April 2015 schrieb Regina Girod:

Lieber Uli, Du hast vollkommen Recht, die Rechten in der Linken instrumentalisieren die Probleme in der Friedensbewegung für ihre Flügelkämpfe. Doch die Linken in der Linken, die gern einer mächtigen Friedensbewegung vorangehen würden, nehmen in Ermangelung einer Volksfront (die eher hinter den Rechtspopulisten herläuft) schon mal mit einer Querfront vorlieb. Ich verstehe beide Positionen, kann aber beide nicht teilen. Du schlägst Dich momentan immer auf die eine der beiden falschen Seiten, warum?

Antwort von U. Gellermann:

Liebe Regina, ich halte, nach gründlicher Untersuchung, den Begriff Querfront für falsch. Was ich an Mahnwachen-Material gelesen habe gibt diese Nazi-Unterstellung nicht her. Die Mehrheit dieser Mahnwachen ist einfach kleinbürgerlich. Es wäre gut, wenn Du, wie auch Andere, sich einfach mal mit der von mit zitierten Untersuchung auseinandersetzen würden. Und die wollte (kann man an der Sprache erkennen) Deinen Verdacht und den von Jutta Ditfurth eigentlich bestätigen. Kam aber zu anderen Ergebnissen.


Am 20. April 2015 schrieb Sabine Klausner:

Wo finde ich denn die kompletten Befragungsergebnisse zu den Montagsmahnwachen?

Antwort von U. Gellermann:

Hier:

https://protestinstitut.files.wordpress.com/2014/06/occupy-frieden_befragung-montagsmahnwachen_protestinstitut-eu_rev.pdf


Am 20. April 2015 schrieb Werner Wegener:

Ihren angeblich satirischen Artikel finde ich einfach nur unsolidarisch.


Am 20. April 2015 schrieb Benny Thomas Olieni:

Danke für diesen herzerfrischenden, wenn auch beklemmenden Text zum Tollhaus der Partei "Die LINKE".
Diagnose:
Realitätsverlust, ideologische Sklerotisierung,
Kombination von Unfehlbarkeits-Dogmatik mit Fantasien des Alleinseligmachenden Handwerker- und Bauern-Wissens.
- Die Traumatisierung durch Montags-Demos und Montags-Mahnwachen scheint verdammt tief zu sitzen.


Am 20. April 2015 schrieb Hella-Maria Schier:

Das ist die Folge von gedankenloser Phobie, statt wirklicher Aufarbeitung des Nationalsozialismus. Für Aufarbeitung muss man genau hinsehen und die tieferen Ursachen erforschen. Seine Essenz war das Verbrechen an der Menschlichkeit, nicht nur das am jüdischen Volk. Da das wenig erkannt wird, ist bei uns als rechter Antisemit zu brandmarken, wer die Politik Israels kritisiert, auch wenn diese gegen Menschlichkeit verstößt. Man kann aber kein Unrecht gut machen indem man ein anderes billigt, dann vermehrt man nur das Unrecht. Das wollen viele Deutsche einfach nicht begreifen, obwohl das doch nicht schwierig ist. "Der Teufel" lässt sich nicht für immer auf eine Seite festlegen und sucht seine Opfer und Helfer unabhängig von Rasse, Nation oder Geschlecht mal hier und mal dort. Wenn nichts Gescheites dabei herauskommt, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen, sollte man sich vielleicht lieber auf die Gegenwart konzentrieren und vermeiden, dort die nächste Katastrophe herauf zu beschwören. Die Kriegsgefahr auch für uns und die atomare Bedrohung für die ganze Welt wird immer größer werden, wenn alle unsere Parteien sich zur sog. "Neuen Verantwortung" bekennen, den "Frieden" in allen Ländern mit Waffen zu erhalten. Wessen Frieden? Den der kapitalistischen Länder vor den anderen, den der reichen Bürger vor den verarmten. Eine wahrlich maßgeschneiderte Aufgabe für Die Linke.

Aber wenigstens nicht "antisemitisch". Und überhaupt nicht "rechts"....? Nein, das neue große Deutschland von Merkels und Steinmeiers Vision mit seinen militärischen Ambitionen, mit seiner schon rassistischen Gleichgültigkeit gegenüber ärmeren Ländern Europas und Kollaboration mit Nazis in der Ukraine, mit seiner Ignoranz der Gefahr atomarer Vernichtung - das ist nicht "rechts".
nein, das ist alles ganz harmlos.

Die rechte Gefahr sind ein paar Neonazis und ein paar Kritiker von Israels Politik und auch Kritiker der lauteren, hochempfindsamen Groß-Banken (pfui), die sich gelegentlich mal in Montagsmahnwachen eingeschlichen haben, das ist natürlich schlimmer, als sich mit Nazis in der Ukraine zu verbrüdern....
- Der Frieden ist eben für Die Linke nicht das Wichtigste, auch nicht die Verhinderung eines nuklearen Krieges, wichtiger ist mit vergangener deutscher Schuld nicht in Zusammenhang gebracht zu werden.

Wenn Die Linke aus Gründen der Machtgier den Friedensinitiativen ihre Unterstützung untersagt und sie weiter spaltet, als sie es jetzt schon ist, spielt sie den Kriegstreibern in die Hände und bringt uns alle der Gefahr immer näher. Ich begreife nicht, wie einem die persönliche Macht so wichtig sein kann, dass man dafür alles opfert, woran man geglaubt hat, was kann einen daran noch erfreuen? Sie machen sich schuldig an künftigem Mord und Kriegen, anderswo und schließlich auch hier. Rechts, links, rechts...da kriegt man einen Drehwurm, wen einem nicht sowieso schon schlecht ist.

Sicher ist, wenn es zukünftig eher die Rechten sein sollten, die aus Selbsterhaltungstrieb gegen die nukleare Gefahr demonstrieren, würde ich notgedrungen in dieser Sache neben ihnen gehen, weil der Erhalt des Lebens viel wichtiger ist als "political correctness", zumal wenn es nicht nur um das eigene geht, und alle Differenzen auf hinterher vertagen. Wenn Tsiprass das sogar kann, damit sein Volk nicht verhungert...Es gibt nichts Schlimmeres als einen Atomkrieg. Jetzt ist es klar, dass man niemanden mehr wählen kann. Die soziale Marktwirtschaft ist abgeschafft, Neoliberalismus und Kriegspolitik sind alternativlos geworden, Gegner haben keine Stimme mehr. Welche mutige Partei könnte jetzt noch hervortreten? Aber dazu muss das Volk zeigen, was es will und was nicht, dieses ist jedoch abgelenkt, fatalistisch, wird dauernd gespalten, und bemerkt nicht, dass genau das gewollt ist!

Es gibt viele Feinde, manche echt, manche gemacht, aber man sollte vor allem den im Auge behalten, der am mächtigsten ist!
Sonst wars das mit der Demokratie und vielleicht überhaupt

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