Ein postfaktisches Arschloch in der SÜDDEUTSCHEN

Neue Hexenjagd: Donald Trump schlagen und Putin meinen

Autor: U. Gellermann
Datum: 12. Januar 2017

Große Schlagzeile: HERR X IST EIN KINDERSCHÄNDER! Ganz, ganz klein im Text: Bisher ist es nicht bewiesen. Nach dieser Ekel-Methode, die sich für Journalismus ausgibt aber in Wahrheit den Zuhälter für bestimmte politische Interessen macht, verfahren zur Zeit nahezu die kompletten deutschen Medien. Die einst durchaus respektable SÜDDEUTSCHE ZEITUNG führt diesen Gossen-Journalismus geradezu an und lässt auf Seite 3 ihrer heutigen Ausgabe einen Hubert Wetzel ganzseitig los, dem der Sensations-Geifer auf die Tasten tropft: „Eine Sexorgie in einem Moskauer Hotel?“ fragt der Wetzel mit nichts in der Hand als einem „ehemaligen britischen Geheimdienstmitarbeiter“ der ein Schmuddel-Dossier zu Trump herumreicht, in dem nichts, aber auch gar nichts bewiesen wurde. Und auch wenn Wetzel eher beiläufig erwähnt, dass nichts bewiesen ist, erhebt er das Geklittere gezielt in den Rang eines Dokumentes. Geradezu beschwörend taucht dieses Wort für eine Fälschung immer wieder auf, um die Schmiererei auseinandersetzungsfähig zu machen.

Genüsslich wälzt sich Wetzel in Einzelheiten, die wahr sind: Es gibt das erwähnte Hotel, es gab eine Reise Trumps nach Moskau, es gibt das „eine große Bett“ in dem schon die Obamas geschlafen haben und in dem das alles stattgefunden haben soll. Und kaum ist das „ist nicht bewiesen“ in den Artikel geworfen, wahrscheinlich wegen der teuren Folgen einer Verleumdungsklage, glitscht der Autor ins scheinbar Faktische: „Und weil Trump Michelle angeblich abgrundtief hasst, heuerte er russische Prostituierte an, die für ihn eine Orgie auf diesem Bett veranstalteten.“ Diese Behauptung ist zwar ebenfalls völlig unbewiesen, wird aber von Wetzel als faktisch erzählt, damit er nur ja weiter der verklemmten Fantasie des Dossiers folgen kann, die wahrscheinlich der seinen entspricht: „Die Einzelheiten (der vorgeblichen Orgie) sind unappetitlich“, das geht noch als Zitat durch, aber schon mit Wetzels Satz „Mag sein, dass das Hotel ihm beim Check-out eine neue Matratze auf die Rechnung gesetzt hat“ erreicht er das angeblich Faktische und befriedigt doch nur seine voyeuristischen Vorstellungen und sich selbst.

Beispielhaft ist auch eine fette Zwischenüberschrift: „Nichts ist bewiesen, aber die Details reichen klar, um die Dienste in Alarm zu versetzen“. Ja, suggeriert Wetzel, aber wenn die Geheimdienste schon durch die Details alarmiert sind, dann ist es völlig egal, ob was bewiesen ist oder nicht. Es muss auch mich und meine Leser total alarmieren! Denn immerhin: Es gibt Details!

Und so füllt Wetzel jede Zeile seines Artikels mit einer Methode, die man auf ihn anwenden muss, etwa so: "Wetzel ist eine echte Schmierblatt-Sau, auch wenn das nicht bewiesen ist, kann es gut sein, dass er auf seinen Artikel onaniert hat. Zwar weiß man es nicht genau, aber wenn man diese Behauptung ernst nimmt, dann erhält man ein erschreckendes Bild. Weitere erschreckende Details sollten auch Sie alarmieren. Angeblich lässt sich Wetzel für diesen Artikel deutlich mehr zahlen, als eine normale Prostituierte verdient. Aber er erarbeitet sich das auch so dreckig wie möglich."

Das ganze SZ-Geschreibe mündet dann in diesem Original-Artikel-Satz: „Danach ist Trump im Grunde kaum mehr als ein politischer Geschäftspartner von Wladimir Putin“. Danach meint, wenn man dem Geheimdienst-Dossier folgen würde. Die meisten deutschen Medien beziehen sich nun auf das 35-Seiten-Geschmiere eines dubiosen Ex-Geheimdienstlers. Aber darum geht es in Wahrheit: Man schlägt Trump und meint Putin!

Trump ist ein unangenehmer Oligarch. Aber noch hat er den Clinton-Obama-Grad nicht erreicht: Weder hat er 50.000 Libyer auf dem Gewissen, noch hat er versucht, über den Ukraine-Konflikt einen Krieg mit Russland loszutreten, noch hat er mit Islamo-Faschisten in Syrien zusammengearbeitet. Trump hat aber einen viel schwereren Fehler begannen: Er hat im Wahlkampf erzählt, dass er ein entspannteres Verhältnis zu Russland anstrebe. Ob er das wirklich umsetzt, weiß keiner. Aber schon der Versuch, vielleicht mal ganz normal mit Putin zu reden, reicht offensichtlich aus, um einen braven Immobilien-Hai zum Gesetzlosen zu stempeln. Das macht das normale SÜDDEUTSCHE-Arschloch zu einem gefährlichen Hexenjäger, der aus dem Postfaktischen unbedingt in den Prä-Krieg mit Russland rein will.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 16. Januar 2017 schrieb Alfred Matejka:

Wetzel und seinesgleichen sind der Kot in dieser Republik,sie als Arschlöcher zu bezeichnen ist eine Beleidigung für ein Arschloch.Schließlich ist das Arschloch der Chef vom Körper,wenn das zumacht,geht nichts mehr.


Am 15. Januar 2017 schrieb Günther Schenk:

Lieber Ulli Gellermann,
ich schätze die Rationalgalerie sehr, wichtige Skandale, vom früher einmal hellwachen SPIEGEL inzwischen nur noch medial ausgeschlachtet, wenn das dem Geschäft dient, machst Du öffentlich.
Jedoch hab ich die Erfahrung gemacht, dass man, besonders wenn einem die Wut bis zum Halse steht, wesentlich größere Wirkung erziehlt, wenn man sich bei der Sprache ZURÜCKNIMMT, d.h. kühlen Kopf bewahrt und den Gebrauch von Vulgärsprache, so angebracht sie wäre, vermeidet.
Gerade beim Artikel "ein postfaktisches Arschloch in der Süddeutschen" ist mir das aufgefallen. Schließlich sprechen die Fakten derart gegen die SZ und deren Schreiberling(e), dass dies auch ohne


Am 14. Januar 2017 schrieb Hans Rebell-Ion:

Na so'ne Kakke ... kommt derzeit aus US-geschulten "ARSCHLÖSCHERN"!
Übrigens gehören die meisten der (west-) deutschen "ARSCHLÖCHER" der Gilde der seit 1945 in der amerikanischen Besatzung-Zone geprägten USA-Hörigen an! Die USA verstand es seit 1945 in der "West"-BRD ihre Schweine fett zu mästen nach dem Motto: "Wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe!" und: "Liebe geht durch den Magen"! Das am schlimmsten von NAZI-Deutschland "heim-gesuchte" Russland hatte für ihre SBZ "nicht so viel übrig" ... zum Mästen ihrer "Roten Schweine"! Übrigens, die sog. "Friedliche Revolution" war für die Ost-"Massen" größtenteils nur eine SehnSUCHT nach dem "Goldenen Westen" ... eine "Bananen-Revolution" nach der "Konsum-BRD", denn der Ost-"Konsum" war meist leer!


Am 14. Januar 2017 schrieb fürchtenix 54:

Manchmal denke ich, was machen diese Leute nur, wenn der Herr Trump in ein paar Tagen Präsident der USA ist?
Oder läuft hier etwas, von dem ich nix weiß.


Am 14. Januar 2017 schrieb Pat Hall:

@ Vielen dank Hans Kolpak,habe mir den spannenden Bericht über Russland durchgelesen und war recht unterhaltsam.
Würde man solche Story´s auch hier im Mainstream finden wäre der Russophobie wohl sehr bald ein Ende gesetzt und das Verständnis über Russland um so größer ?
Da passt doch ein Interview mit Putin und einem Fragesteller und dessen kluge Antworten...im Link ,

Putin im Interview über Syrien, Ukraine und Umsturzpläne der USA
https://www.youtube.com/watch?v=daQJsNTp51o


Am 14. Januar 2017 schrieb Burkhard Bielski:

@lutzjahoda
Gibt es bald wirklich eine Sammlung der bisherigen Gedichte ?
Selbst ohne Bezug zum Beitrag können sie einzeln viel Freude bereiten und der Bezug kommt durch die Erinnerung oder durch Nachlesen...


Am 13. Januar 2017 schrieb Hans Kolpak:

Zieht man in Betracht, dass für gewisse Kreise Gorbatschow und Jelzin Handlanger für US-Interessen waren, dann ist es wohltuend, den Text einer Russin aus Kasachstan zu lesen, die in ihrer Betrachtung fragt, warum wohl Putin als Störenfried aufgefasst wird. Der besaß nämlich die Frechheit, das Ruder zugunsten von Russland herumzureißen. Und das allein ist eine sehr respektable Leistung!
http://www.dzig.de/Russland


Am 13. Januar 2017 schrieb Peter Nowak:

Angesichts der letzten Nachrichten, dass Donald Trump von den US-Geheimdiensten vor einer möglichen Erpressbarkeit durch Russland gewarnt wurde und dass diese Nachricht nur von eben diesen Geheimdiensten lanciert worden sein kann, stellt sich die Frage, ob Donald Trump zu diesem Krieg gegen Russland gezwungen werden soll. Denn er hatte sich ja im Wahlkampf (im Gegensatz zu Hillary Clinton) dagegen ausgesprochen und war von vielen US-Bürgern eben deshalb gewählt worden. Gleichzeitig gibt das natürlich auch eine perfekte Begründung für einen "patriotischen" Mord am Präsidenten ab. Man darf auf die Fortsetzung gespannt sein.


Am 13. Januar 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

Die Bedeutung vom Arschloch ist nun groß und breit, bedeutsam auseinander genommen worden.
Wo ich herkomme, wurde jemand ein Arschloch genannt, der auf hinterhältige, fiese Art und Weise anderen bewusst einen Schaden zugefügt hat, und wenn jemand hilflos am Boden, nach einer Prügelei lag, nochmal kräftig hinter her getreten hat.. So, hier ist der Sachverhalt etwas anders, doch in der Auswirkung ähnlich. Was mich umtreibt ist die Tatsache, dass diese menschenverachtenden Artikel, wie von dem "Wichshörnchen" Wenzel möglich sind, unter dem Deckmantel der sogenannten Meinungsfreiheit. Vermutungen, Spekulationen, Eventualitäten, so läuft das mit den Schreiberlingen der Republik, und von journalistischem Können, und sein Handwerk verstehend sind die Schmierfinken weit entfernt.
Nun, man könnte ja Wilhelm Reich bemühen, ach lassen wir das.
Bemerken möchte ich, dass Trump, der Vertreter einer Klasse ist, der er selbst angehört. Sein Kabinett besteht aus Leuten mit Knete, Knete und nochmals Knete. Wer die Steuern senken will führt arges im Schilde, und bestätigt den Kapitalismus in seinen Grundpfeilern. Es mag ja sein, aber das bleibt abzuwarten, dass die Vernunft siegt, und der Frieden mit Russland sich durchsetzt. Sicher ist, dass die kleinen, miesen Dreckspatzen (Sorry, Spatz) ihrer eigenen Phantasie zum Opfer fallen, und mittlerweile nochnur der Regel folgen: Egal was geschrieben wird, die Auflage muss stimmen, und da kommen solche Arschlöcher, wie der Wenzel doch gerade zur rechten Zeit, um so richtig zu zeigen, wo der Hammer hängt; seinen will ja wohl keiner. (Hat das jetzt gut getan).---
"Die Würde des Menschen ist unantastbar."
Die Zivilgesellschaft hat mit versagt.
Wir lassen zu, dass Menschen abgehängt werden, dass Menschen erfrieren, dass unbegleitete Kinder- und Jugendliche Menschenhändlern zum Opfer fallen, dass Kinder sexuell mißbraucht und ausgebeutet werden, dass Frauen und Männer oft nicht soviel verdienen, dass sie von dem Lohn leben können, dass unsere Alten, oft unter menschenunwürdigen Verhältnissen existieren, usw. Die Gesellschaft ist dabei ihr Mitgefühl vollends an den neoliberalen Nagel zu hängen. Davor wird mir Angst und Bange. Diese Schreiberlinge vergiften das Klima, und das Niveau geht immer mehr in den Keller der Nichtigkeiten, Verletzungen, denn die Würde des Menschen steht nur noch auf dem Papier, und Papier ist geduldig.Danke, lieber Uli, ein Artikel mit Kawumm.


Am 13. Januar 2017 schrieb Matthias Brendel:

So langsam wird es wirklich gefährlich:
Gefährlich blöde!
Das erste, was ich heute im Netz lesen konnte war: "Jetzt ist es raus, der Russe hat auch die Bundesregierung gehackt."
Während in Amiland schon wieder zurückgerudert wird, weil der abgesonderte Schleim anfängt zu stinken, sind unsere kriegsverliebten Pudel schon wieder dabei die Front zu mit neuem "Material" zu bestücken.
Es ist nicht mehr zu fassen, keine Mac Carthy Ära, keine heilige Inquisition, war so unfassbar klebrig, wie dieser Info Krieg, dem keine noch so an den Schamhaaren herbeigezogene Nachricht zu dumm ist.
Vielleicht kann man ja mittels Computeranimation das gewünschte Hotelzimmer mit Trump nebst Huren einfach künstlich ins Leben rufen, oder Kinder finden, die aussagen, dass Trump sie unsittlich berührt hat, möglich wärs und vielleicht sogar billiger, als andere neue Brutkasten Lügen oder Ähnliches.
Nur Freunde, ihr solltet Eines dabei nicht vergessen:
Hat man einmal die Meinungs Führerschaft und das Vertrauen in die geschilderten "Nachrichten" komplett verspielt, ist es fast unmöglich diese wieder zu gewinnen.
Und genau das ist gerade im Begriff zu geschehen...


Am 13. Januar 2017 schrieb Jurgen Berg:

@Rebell-Ion

Auch Kant:
"Die Ehe ist ein Vertrag zur gegenseitigen Nutzung der Geschlechtsorgane."
Eine realistische Einschätzung der aristokratischen Eliten und ihren Höflingen. Damals wie heute.


Am 13. Januar 2017 schrieb SIERA:

Manchmal bedarf es extremer Wortwahl, um seinen Zorn auszudrücken und jedem verständlich zu machen. Die Gefahr dabei ist, dass anschließend nicht mehr über die Sache diskutiert wird , sondern um die Wortwahl! Und das findet gerade statt! Auch wenn der Ausdruck „Arschloch“ einige schockiert, ist er allgemeinverständlich und sollte nicht im Vordergrund der Diskussion stehen. - Derjenige, der sich dadurch „angeekelt“ o.ä. fühlt - ich sage das ohne Ironie, denn wir haben alle verschiedene erlernte Rezeptionsmöglichkeiten - , sollte in diesem Falle großzügig sein; denn hier hat der Rationalist nicht nur seinen Zorn ausgedrückt, sondern auch ein Stilmittel verwandt, das Wellen schlägt und noch schlagen wird! Wir können gespannt sein, wie Herr Wetzel – sehr wichtig die Karrierebeschreibung dieses Topjournalisten von Jochen Scholz – reagiert. Ob er zur weiteren Verbreitung dieses Artikels beitragen wird oder das lieber sein läßt.

Als Hinweis ein Ausschnitt von Wikipedia zum Begriff "Arschloch":

Der Philosophieprofessor Aaron James von der University of California schrieb das Buch Assholes. A Theory, in dem er eine Untersuchung über die Charakterzüge typischer Arschlöcher anstellt.
In Bezug auf das Betriebsklima in Unternehmen beschreibt der Organisationspsychologe Robert Sutton, Professor an der Stanford Graduate School of Business, ebenfalls Erkennungsmerkmale von „Arschlöchern“ in seinem Buch Der Arschloch-Faktor: Vom geschickten Umgang mit Aufschneidern, Intriganten und Despoten in Unternehmen (Heyne 2008, als The No Asshole Rule: Building a Civilized Workplace and Surviving One That Isn't 2007 erschienen), anhand derer auch entsprechende Bewerber erkannt werden können, um ihre Einstellung zu vermeiden. Sie schaden seiner Meinung nach der Produktivität des Unternehmens. Er betont, dass die extreme Wortwahl erforderlich sei.


Am 13. Januar 2017 schrieb Jurgen Berg:

@ "Arschloch"-Kontroverse und Kant

http://www.hoheluft-magazin.de/wp-content/uploads/2013/08/HL-artikel-arschloch-prinzip.pdf

Hier ein Auszug:

"Was moralisch verwerflich ist, muss böse sein, würde Immanuel Kant (1724?1804) jetzt vermutlich einwerfen. Ist das Arschloch also wirklich böse? Jein. Wir würden jemanden, der wirklich böse ist, kaum als Arschloch bezeichnen. Der Begriff ist schlichtweg nicht stark genug, um die abgrundtief böse Natur eines Menschen hinreichend abzubilden. Kaum einer würde einen Mörder nur »Arschloch« nennen. Gut möglich, dass er zwar auch ein Arschloch ist, aber er ist es bestimmt nicht ausschließlich. Das Arschloch bewegt sich vielmehr auf einer Vorstufe des Bösen. Das Böse schwingt in seinen Handlungen mit, ohne wirklich explizit zu werden. Gemäß Kants Typologie des Bösen, die er in seinem Werk »Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft« entwirft, würde das Arschloch am ehesten in die Kategorie der vergleichenden Selbstliebe fallen.
Diese erfasst Menschen, die ihr persönliches Wohlbefinden ausschließlich im direkten Vergleich zu anderen definieren. Das trifft auf das Arschloch zu: Es will beispielsweise immer den besten Tisch im Restaurant haben und fühlt sich in dieser Sonderposition erst bestätigt, wenn Gäste den Tisch neben der Toilette zugeteilt bekommen. In Abgrenzung zu diesen generiert das Arschloch das Gefühl, wichtig zu sein. Immerhin sitzt es ja am besten Tisch im Restaurant - und nicht neben der Toilette. Kant verortet in diesem Verhalten durchaus eine Form von Vernunft, aber nur eine den »Triebfedern dienliche, praktische« Vernunft. Das heißt, dass das Arschloch ausschließlich seinen eigenen Begierden gehorcht. Dieses Streben allein reicht für Kant schon aus, um einen Hang zu bösen Maximen zu unterstellen. Die Maxime des Arschlochs, also die Regel, wonach es aus Prinzip handelt, ist die rücksichtslose Befriedigung der eigenen Bedürfnisse. Das Arschloch nutzt jede Situation, aus der es einen persönlichen Vorteil schlagen kann. Das ist seine Maxime, nach der es immer handelt. Und aufgrund dieser Regelmäßigkeit muss das Arschloch gemäß Kant auch eine Form des Bösen sein. "


Am 13. Januar 2017 schrieb Manfred Ebel:

Uli, wie gut, dass Du die schöne deutsche Sprache mit ihren kraftvollen, treffenden Ausdrücken nutzt. Nicht auszudenken, wärst Du in bildungskleinbürgerliches Möchtegern-Denglisch-Sprech verfallen! Zu Auffassungen einiger Kommentatoren kann ich ergänzen, dass ich zu meiner Information selbstbestimmt und also gezielt Informationskanäle nutze. Dazu können folgerichtig bürgerliche Schmierblätter nicht gehören. Ebenso sehe ich seit mittlerweile Jahren kein Fernsehen mehr und höre beim Frühstück oder sonst wo mehr keine bürgerlichen Schallkanonen. Und - ich fühle mich 1. deutlich freier von medialer Umweltverseuchung. 2. steht das in einem Wechselverhältnis zu mehr eigenständigem Denken und Urteilen. Früher z.B. hörte ich gern den MDR Figaro und ganz früher sah ich gern mal die Kulturzeit. Einmal täglich muss ich mir auftragsgemäß Nachrichten anhören. Es ist jedesmal ein Graus. "Unerträglich" ist eben unerträglich.
Liebe Kommentatorin Ulli, über "die Anfänge" sind wir längst hinaus. Die Methden des "Wehrens" haben es auch nicht gebracht, müssen wir einsehen. Wir müssen sie also ändern, eine härtere Gangart einlegen.
Der Artikel bestätigt breite Erfahrungen mit den bürgerlichen Medien, er bestätigt den Ärger über die GEZ , er bestätigt die Abscheu über die auftraggebenden Hintermänner und er bestätigt die Notwendigkeit, das willkürlich ändern zu müssen.
Wenn wir ehrlich in uns gehen, haben wir das alles immer gewusst. Aber wie schon öfter kann man so viel Niedertracht nicht fassen.


Am 13. Januar 2017 schrieb Andreas Schell:

Danke noch einmal für diesen Artikel und die Kommentare, insbesondere die wertvolle, zugegebenermaßen berechtigte Kontroverse über die Wortwahl des Galeristen.

Meine Meinung dazu: in der Rationalgalerie werden alle Register unserer Sprache gezogen. Deutsch ist nach meinem Empfinden klanglich eher Mittelfeld (es singt sich besser auf Italienisch, Französisch und Englisch). Bei der Präzision ist Deutsch aber unschlagbar. Unschlagbar! Dem Galeristen sei bescheinigt, dass er dieser Präzision durch und durch mächtig ist. Langjährige Erfahrung im virtuosen, äußerst bewussten Umgang mit unserer Sprache ist offensichtlich.

Die Begriffswahl des gesamten Artikels halte ich in diesem Sinne für komplett richtig, unter allen Aspekten weise durchdacht, für mich bis ins Rückenmark nachvollziehbar.

Sollte Sie, Herr Gellermann der Gemeinte, der Ihnen zweifellos sprachlich nicht beikommt, oder sein fragwürdiger, finanziell aus sehr guten Gründen angeschlagener Arbeitgeber dafür anzeigen, zählen Sie mich zu Ihren zahlenden Unterstützern. Ich sammle das Geld für mein gekündigtes SZ-Abo seit über zehn Jahren in einer separaten Kasse - exakt für solche Zwecke.


Am 13. Januar 2017 schrieb Jochen Scholz:

Zur Person Hubert Wetzel in der SZ:

"Hubert Wetzel, geboren 1971, begann seine Arbeit als Journalist bei der Süddeutschen Zeitung. Nach dem Studium der Politikwissenschaft in Berlin wurde er 1998 Volontär bei der SZ. Anfang 2000 wechselte Wetzel zur damals neu gegründeten Financial Times Deutschland. Zunächst arbeitete er als Auslandsredakteur im Berliner Büro der Wirtschaftszeitung, 2003 wurde er politischer USA-Korrespondent mit Sitz in Washington. Nach knapp drei Jahren in den USA kehrte Wetzel ins Berliner FTD-Büro zurück und berichtete über deutsche Außenpolitik. Anfang 2009 folgte er dann dem Angebot, zur SZ zurückzukehren. Dort verantwortete er zunächst in der Außenpolitik-Redaktion als Chef vom Dienst die tägliche Auslandsberichterstattung. Seit Frühjahr 2012 ist Hubert Wetzel stellvertretender Ressortleiter der Außenpolitik."

Die klassische Karriere für einen deutschen Außenpolitikredakteur also mit Gehirnwäscheaufemthalt in Washington, wie wir sie von sogenannten "Anchormen" bei ZDF und ARD kennen.


Am 13. Januar 2017 schrieb Martin Conradi:

Anne Bergkamp hat vorhin genau das geschrieben, was ich schon spontan von mir aus bei der Lektüre dieses Artikels mitteilen wollte. Gut, daß ich mal wieder alle Kommentare gelesen habe. Danke, Frau Bergkamp!

Ich danke für die aufgearbeiteten Informationen in der Rationalgalerie durch die Artikel und die sich ergebenden Kommentierungen aus vielen Richtungen.

Ihre Überschriften und die Wortwahl für die zu vermittelnden Begriffe sind auf die Schnelle, und das heißt doch: auf die bewundernswerte Zügigkeit der Benachrichtigungen gesehen, manchmal wenige Stunden nach den Anlässen, vielleicht nicht immer in jedem Detail zum besten zu finden. Damit müssen alle Seiten leben, das ist vielleicht nicht ideal, aber doch optimal.

Die Wortwahl "Arschloch" heute aber ist mir, wie Frau Bergkamp, sehr unangenehm, genauer: widerlich.

Ihre Antwort an Frau Bergkamp erscheint mir auch nicht treffend. Natürlich wollen Sie niemanden, und schon gar nicht einen dankenden Leser, vor den Kopf stoßen, sondern Sie haben lediglich auf die gestellte Frage einzugehen, was denn sein muß. Das zu tun finde ich gut.

Doch die Antwort ist vielleicht etwas zu schnell gesetzt und geht meiner Erinnerung an Gertrude Steins Wort daneben. Sie geht mit ihrer poetisch verkürzten Saga der Frage nach Unendlichkeit nach, z. B. ob die Welt, der Lauf der Dinge, rund ist, und ihr Wort bleibt offen und löst ein Fragen in mir aus. Dagegen imponiert mir Ihre Ansage "Ein Arschloch ist ein Arschloch ist ein Arschloch" als hilflose Tautologie, entscheidend weniger erklärend als z. B. "Der Marxismus ist allmächtig, weil er wahr ist". "Arschloch" ist einfach ein primitiv-vulgärer extrem abfälliger Begriff völliger Beliebigkeit über einen Menschen. Der Journalist aber soll solchen auflösen. Letztlich tun Sie das inhaltlich mit Ihrem Artikel trefflich. Doch auch dann bleibt der Begriff "Arschloch" absolut allgemein. Z. B. "Schmierfink" würde wenigstens auf den Sachbereich zielen. Sache des Journalisten ist es, neu einschlagende drastische Bezeichnungen zu kreiren. Wenn in anderem Zusammenhang "Arschkriecher" zutreffend stehen würde, wäre das zwar nie meine Wortwahl, aber mir gut akzeptabel; da begreife ich Sinnfälligkeit. Bei anderer Bezeichnungssuche würde hier vielleicht auch das mir unsinnig erscheinende Wort "postfaktisch" zu eliminieren sein; man muß doch nicht unsinnig in die Welt gesetzte Begriffe auch noch für sich selbst mit ihrer Bezeichnung übernehmen. ("Extrofaktisch" als unbesetzte Neologie würde die Sachlage wohl treffen.)

Antwort von U. Gellermann:

Zum Stein-Zitat eines ihrer typischen Gedichte:

„Indem sie arbeitete als sie tat was sie tat
arbeitete sie alles was sie arbeitete und sie
tat alles was sie tat als sie tat was sie tat
Sie tat was sie tat und sie arbeitete. Sie
fühlte was sie fühlte und sie tat was sie tat
und sie arbeitete. Sie tat was sie tat und
sie fühlte was sie fühlte als sie tat was sie
tat und sie arbeitete als sie tat was sie tat
und sie tat was sie tat als sie arbeitete.

Die Steinschen Wiederholungen, immer wieder mit leichten Variationen, dienen der Irritation, sind produktive Unterbrechungen des Denkprozess. So ähnlich setzte ich das Wort „Arschloch“. Als eine bewusste Unterbrechung des Gewohnten, als Irritation. Im Text verlängere ich dann den Prozess in dem ich tue was ich tue.


Am 13. Januar 2017 schrieb Helene+Ansgar Klein:

Bravo, Uli Gellermann!


Am 13. Januar 2017 schrieb Der Linksliberale:

Lieber Uli Gellermann, den Herrn Wetzel als Arschloch zu bezeichnen ist zwar methodisch und auch umgangssprachlich gerechtfertigt, jedoch wird diesem Körperteil damit grobes Unrecht getan. Damit ich meinen hohen ästhetischen Ansprüchen gerecht werde, bitte ich darum die Bezeichnung Analöffnung verwenden zu dürfen. Die Analöffnung ist ein Schliessmuskel, welcher den Kotabgang reguliert und ein unkontrolliertes Koten verhindert. Anders bei Herrn Wenzel, dieser Herr Wenzel sondert Geschriebsel (gleichzusetzen mit Kot) ab und verbreitet (kotet) das unkontrolliert. Sie müssen sich das so vorstellen, Wenzel frisst für Geld den ganzen Tag geistigen Müll und Abfall, so was wie: Berichte der Bild und des Spieges über den blutsaufenden Putin, russische Bomben überall, Frau Merkel sieht gut aus, Obama ist ein guter Schwarzer- fast wie ein Weißer, nur die Nafris (Nordafrikaner) sind böse Neger, auch Berichte über Trump, denn der ist ganz viel böse- so wie der Russe, Iraner, Syrer, Nordkoreaner, Chinese, Gellermann und wie sie alle heißen. Wenn Wenzel das alles gefressen hat, dann rumort das in seinem Magen-Darm Trakt (= Redaktionskonferenz der SZ)?jetzt gibt es zwei Möglichkeiten des Absondern dieses Mülls:
1. auf dem Wege des Übergebens („Ick kann ja nich so ville fressen wie ick kotzen möchte“ M. Liebermann) oder 2. den geistigen Müll zu kommentieren und als Nachricht zu veröffentlichen.
Die Redaktion der SZ und Herr Wetzel haben sich für 2. entschieden. Jetzt kommt der Teil an dem wir der Analöffnung unrecht tun, wenn wir sie als Synonym für Herrn Wetzel verwenden. Eine funktionierende Analöffnung hält nämlich kontrolliert Kot zurück, aber nicht so Herr Wetzel und seine Kumpels -diese Analöffnungen scheißen ihren geistigen Dünnschiss unkontrolliert in die Medienlandschaft. Mit anderen Worten es sind funktionslose Analöffnungen, deren Gehirne (Schliessmuskel) nicht mehr funktionieren. Und nun kommt das SPON- oder ZON-Medienschwein in die Medienlandschaft „schnuff schnuff“ zwischen den russischen Birkenwäldchen erschnüffelt das Medienschwein den Kot bzw. geistigen Dünnschiss der Analöffnung Wetzel (Medienschweine sind Allesfresser!), der geistige Dünnschiss wird vom Medienschwein (AFP, DPA, CNN) und von Spon, ZON, FOCUS, Bild usw. unkontrolliert in die Medienlandschaft, unter Berufung auf Quellen, eruptiv abgegeben - jetzt kommt Dr. Kai Gniffke aus der Kiste - er riecht den geistigen Dünnschiss seiner Kumpels im Birkenwäldchen und jetzt geht´s mal richtig los - russisches Birkenwäldchen = Russe = Putin wars - nun erhält der geistige Dünnschiss einen öffentlichen Anstrich in der Tagesschau, deshalb Uli Gellermann hätte Ihre Titelüberschrift lauten müssen:
„Eine postfaktisch, sich unkontrolliert öffnende, Analöffnung in der SÜDDEUTSCHEN"
Ich bitte (und verlange) Korrektur, herzlichst grüßt der Linksliberale
Ach, so - ich beteilige mich auch an den Anwaltskosten wenn es gegen das Arschloch Wenzel geht.


Am 13. Januar 2017 schrieb otto notarfuzzi:

Angesichts der gigantischen Ausmaße und der Unverfrorenheit, mit der die Kampagne gegen einen gewählten Präsidenten bereits vor Übernahme geführt wird, frage ich mich im Grunde nur Eines: Wie lange wird der Mann den Amtsantritt überleben. Denn klar ist, all diese üblen Verleumdungen werden platzen und am Ende hilft nur noch die Notbremse, die schon etliche unliebsame US-Präsidenten aus der Welt geschafft hat. Hasser jedenfalls scheint er genug gegen sich aufgebracht zu haben. Wie man sieht auch in Deutschland, wo wir eigentlich zunächst nichts weiter tun sollten als zu schauen, was er denn wirklich macht. Weiß doch noch keiner!


Am 12. Januar 2017 schrieb Markus Schmitz:

Interessant ist, dass es offensichtlich starke Kräfte innerhalb des Imperiums gibt die Trump um keinen Preis als 45. US-Präsident wollen. Interessant ist auch, dass es Trump trotzdem geschafft hat 45. US-Präsident der USA zu werden. Die nächste spannende Frage wird zweifelsohne sein, wie lange wird er 45. US-Präsident bleiben. Fest steht für mich, dass die Obama - Administration wohl die schlechteste US Regierung aller Zeiten bis jetzt gestellt hat und noch im Scheiden ein klägliches und unwürdiges Bild abgibt! Ich freue mich auf den Amtsantritt Tumps, (was hätten wir wohl schon auch anstelle von Ihm zu erwarten?) denn die USA hätten dann die Chance ihre politische Blockade endlich aufzulösen und ihre Probleme anzupacken. Man sollte Trump, wie auch alle Präsidenten davor daran messen, was er zusammen mit seiner Administration voranbringt, unabhängig vom Verschleiß von Prostituierten. Im Übrigen ist das nicht verboten und ich persönlich finde den Umgang mit Prostiutierten weit weniger unmoralisch, als das Töten von Menschen mittels Dronen in Konflikten, die wir vom Zaun brechen um diese zu bestehlen! Die wirkliche Frage wird es sein, ob WIR es letztentlich schaffen auf das ständige heben des Zeigefingers zu verzichten und Moralvostellungen zu zulassen, mit denen auch die Anderen leben können und ob wir uns von der Schwelle des Räubers zu einer höheren Ebene des Zusammenlebens abstoßen können.


Am 12. Januar 2017 schrieb Heinz Assenmacher:

Wunderbarer Kommentar!!
Es ist schockierend, wie schnell unsere Mainstreammedien angesichts der sich anbahnenden Umwälzungen in der Welt die Contenance verlieren und in die tiefsten Schubladen greifen, die sie finden. Die Wahl Trumps und der Brexit scheint ihnen komplett den Verstand geraubt zu haben.

Interessant zu sehen wird sein, wie diese Medien reagieren, wenn ihren Sponsoren (Anzeigenkunden) das Geschäft mit den USA doch wichtiger ist und die sich andere Werbe- und Vertriebskanäle suchen.

Ich bin bei der Sammlung eventuell anfallender Anwaltskosten für Herrn Gellermann dabei!


Am 12. Januar 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

@ Alexander Kocks
An den möglichen Kosten für einen Anwalt bin ich selbstverständlich dabei.
Wohin kann denn überwiesen werden ?
Eine sehr gute und konkrete Idee, Herr Kocks. Sicherlich werden wir es erfahren, wenn es denn soweit kommen sollte.


Am 12. Januar 2017 schrieb Aleks Korty:

Sehr geschätzter Herr Galerist,
da ist mir Ihr Artikel wie guter Wein die Kehle runter geronnen. Deutliche Worte zu solchen Schmierfinken sind allemal ein Genuss aus Ihrer Tastatur. Erfrischend deutsche Wortwahl in Anlehnung an Goethes berühmtes Götz-Zitat war längst fällig zu diesen Brunnenvergiftern und Hurensöhnen der deutschen Medienlandschaft. Mein Dank ist Ihnen gewiss. Sie haben mir die gute Laune für diesen Tag gerettet


Am 12. Januar 2017 schrieb Andreas Schell:

Der komplette Untergang der Süddeutschen Zeitung ist längst vollzogen. Schon vor vielen Jahren habe ich mein aus der Studentenzeit stammendes Abonnement gekündigt, weil die Interessen der Eigentümer und der Anzeigenkunden zu hoch über dem Interesse des Lesers aufgehängt waren. Noch heute schreibe ich ab und zu eine Beschwerde über ganz krasse Fehltritte, zuletzt an den ahnungslosen, jungen Redakteur, der im Oktober 2016 allen Ernstes den Friedensnobelpreis für Angela Merkel forderte. Ich musste ihm einfach sagen, wie peinlich ihm das zu sein hat.

Derzeit lese ich selbst online kaum noch mit, weil ich weder für die Bild, noch für die Süddeutsche jemals meinen heiß geliebten Adblocker deaktivieren werde. Der Umgehungstrick für die Adblocker-Erkennungssoftware kostet mich wertvolle zehn Sekunden Lebenszeit. So lange dauert es, dem hirntoten Javascript einen virtuellen Mülleimer für die Schlankheitspillen- und Auto-Werbung zu präsentieren, die der Verlag zum Überleben braucht. Das schreibe ich hier nur, weil: das sollte jeder tun! Das Ziel einer Tageszeitung ist nämlich nicht, in Werbung eingepackten Bullshit auf wertvolles Papier zu drucken, sondern erst mal einfach nur eine gute Tageszeitung mit ansprechendem Internetauftritt zu sein!

Ich kann nach einem Jahrzehnt der Beobachtung bestätigen, dass in der Meinungsmache der SZ die in der Überschrift im (unzutreffenden) Singular genannte Öffnung in Persona eine sehr wichtige Rolle spielt. Die Süddeutsche ist heute ein reines NATO Propaganda-Organ. Blindwütiges, ja brunzbieselblödes Merkel-Gefälligkeitsgeschreibsel, und die penetrant quietschende Gebetsmühle macht Putin-ist-böse, Trump-ist-doof. Alles eine Folge einer Verbandelung mit dem Medienkartell des Mainstreams. Die Süddeutsche Zeitung will seit Jahren Krieg mit Russland. Was für ein dreckiger Abstieg! Die Prawda war zu ihrer Zeit wenigstens originell!

Als Student habe ich die Süddeutsche wirklich gerne gelesen. Von der Zeitung, an die ich mich gerne erinnere, ist nichts übrig. Ich wünsche mir als Bayer eine starke, kritische Münchner Tageszeitung, die das Tagesgeschehen auf den Punkt bringt und bisweilen mit kritischen Tönen in die kontrollierende, pointierte Opposition geht. Das gibt's nicht - man wird überall von dreisten Nichtsnutzen für dumm verkauft. Auf die Parasiten bei der Süddeutschen bin ich da schon länger ganz besonders sauer. Die Zeitung *war* nämlich mal richtig gut!


Am 12. Januar 2017 schrieb Lutz Jahoda:

FESTSTELLUNG, FRAGE, FOLGERUNG

Die Schmierblatt-Journaille
hat Hochkonjunktur.
Nun folgt auch die "Süddeutsche"
eifrig der Spur.
Was drängt sie,
wer jagt sie schon seit einer Weile?
Leserschwund-Druck? Die Geschmacks-Kanaille?
Wo ist sie nur hin, die leichtfüßig Kesse?
Ein Trauerflor, der deutschen Presse!


Am 12. Januar 2017 schrieb Klaus Bitzer:

Es kommt selten vor, dass ich mich zu einem Leserbrief ermuntert fühle - Ihr SZ-Artikel ist ein solcher Anlass. Der Artikel von Hubert Wetzel zu den "golden showers" zeigt einmal mehr, dass die "SZ" ein Rattenloch von CIA-gesponserten Schreiberlingen ist. Der Auffassung, dass die SZ einst respektabel war, mag ich mich nicht anschliessen. Mir fielen bereits vor Jahren die Anti-Kuba, Anti-Chavez und Anti-Iran Artikeln dieses unerträglichen Schmierfinken Peter Burghardt auf - ich weiss nicht, ob Burghardt noch bei der CIA-Aussenstelle in München ist oder seinen Arbeitsplatz nun in Langley hat. Meine Hinweise über das unterirdische Niveau seiner Artikel und die sachlichen Fehler darin wurden von der Redaktion nie beantwortet. Seit mir klar wurde, das es sich bei den deutschen "Qualitätsmedien" um reine Propagandaorgane handelt, verzichte ich auf deren Lektüre und beobachte eine klare Zunahme meiner Lebensqualität.

Ihre Wortwahl in dem Artikel ist als zu heftig kritisiert worden: ich finde sie eher beschönigend.

Für den Mut und die innere Überwindung, dieses und andere ätzende Propagandablätter weiterhin zu lesen, haben Sie meinen Respekt. In diesen Zeiten, in denen man das Gefühl bekommt, die politische Heimat verloren zu haben, bin ich froh, dass es die Rationalgalerie gibt.


Am 12. Januar 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

@ Helmut Schnug
Mit ihren Schilderungen ergeben sich aus meiner Sicht einige Probleme.
Der Mensch als Ware im Kapitalismus, Prostitution im Kapitalismus ist immer ein schmutziges "Geschäft." Die Trennungen, die sie vornehmen sind nicht schlüssig.
Es gibt keine saubere Prostitution, und sie reden es, in einer merkwürdigen Art und Weise gesellschaftsverträglich. Und ob sie es nutzen oder nicht spielt doch gar keine Rolle. Und das Frauen, die ihren Körper verkaufen,nicht beteiligt sind, an anderer Stelle, wie sie sagen ist doch einfach nicht wahr. Die Grenzen sind fließend. Ein Mensch ist ein Mensch, und soviel Trennung zwischen Körper, Geist und Seele gibt es nicht.Wir sind eins, und diese Art der Differenzierung ist für mich nicht nachvollziehbar. Sicherlich gibt es noch mehr dazu zu sagen, doch Ware ist Ware, und der Mensch ist keine Ware. Also werde ich nicht akzeptieren, dass Menschen sich im Kapitalismus unterwerfen, um sich zu verkaufen, aus welchen Gründen auch immer.


Am 12. Januar 2017 schrieb Alexander Kocks:

Tach Herr Gellermann,
ich fürchte Sie bekommen eine Klage an den Hals, höchst wahrscheinlich von dem Schmierenjournalisten der Süddeutschen und dessen Verlag (der WDR führt ja gerade vor wie
sowas gemacht wird - auf GEZ Kosten).
Wenn es soweit ist, werde ich mich an den Anwalts- und Gerichtskosten gerne beteiligen. Eine kurzer Hinweis mit Konto hier reicht.
Bei dem englischen Geheimdienstmann, nehme ich an, handelt es sich um James Bond auch unter dem Decknamen 007 bekannt. Ich denke mal dieser Herr wird von einer Klage gegen Sie absehen, allein schon um seine Anonymität zu wahren.


Am 12. Januar 2017 schrieb Ralph Höpfner:

Sehr geehrter Herr Gellermann,

zum Frühstück bevorzuge ich Zeitung und Radio, alldieweil mir TV- und PC-Screen dabei stillos erscheinen.
Dennoch: dieses Ritaul ist stark angeschlagen, weil ich mich schon früh morgens über das Gedruckte in der SZ und das Gehörte im DLF aufrege.
Es ist ganz offensichtlich, dass eine bestimmte Gruppierung des Establishments des "WEST Where's the BEST" Trump 'nicht mag'. Welche das ist und ob das ganze nicht überhaupt ein hollywoodeskes Schauspiel über Verschiedenheit ist, vermag ich noch nicht zu entscheiden.
Oder hätten Sie je geglaubt, F.C. Delius mal wieder zusehen wie bei seinem Auftritt in der Ken Jebsen Reportage? Schneider P. und 'Danny-Le-Rouge' schon....Ich auch!

Dank für Ihren Kommentar zu SZ


Am 12. Januar 2017 schrieb Gitta Hofmann:

Tatsächlich rufen Friedensbewegungs-Fürsten wie Reiner Braun (IALANA) und andere für diesen Monat zu einer Anti-Trump-Demo in Berlin auf. Spätestens nach dem gesammelten Mainstream-Medien-Echo müssten die Verwirrten wissen, dass sie sich in schlechter Gesellschaft bewegen. Nicht, dass Trump nicht einigen Widerstand in den USA wert wäre. Aber negative Auswirkung auf unser Land sind bisher nicht zu bemerken, Außer, dass die deutschen Medien noch unqualifizierter sind als vor den US-Wahlen. Interessant ist übrigens, dass die Anti-Trumpisten zu den 4.000 US-Soldaten auf ihrem Marsch durch Deutschland an die russische Grenze vornehm geschwiegen haben. Für die war allerdings auch nicht Trump verantwortlich sondern Obama/Clinton. Gibt es in Teilen der Friedensbewegung einen Frontenwechsel?


Am 12. Januar 2017 schrieb Manfred Caesar:

Nach unserer BUK sind wir in postfaktischen Zeiten. Kein Zweifel sie hat ausnahmsweise recht.
Der Schmierfink schreibt im Auftrag.Interessant ist die Frage wer hat hierzulande ein Interesse Trump oder Putin oder beiden etwas am Zeug zu flicken und kann gleichzeitig die "Berichterstattung" beeinflußen?
Übrigens wurde schon seit der Wahl behauptet, daß Trump amtsenthoben wird. Hier können wir die konkrete Story erleben. Trump wird von Russen erpreßt und ist deshalb ein Sicherheitsrisiko.
Die Pissorgie ist nur Dekoration. Das Ganze erinnert an Clinton und seine Monika.


Am 12. Januar 2017 schrieb Franz Witsch:

Danke, lieber Uli,
wird Zeit, dass man bestimmte Journalisten so benennt, wie sie es verdienen. Werde Deinen Artikel im nächsten längeren Text (T05, zum Thema "Mentalisieren...") erwähnen.


Am 12. Januar 2017 schrieb Helmut Schnug, Kritisches-Netzwerk:

Ich würde den Begriff "schmutzig" im Zusammenhang mit Prostituierten NICHT nehmen, egal welche pers. Empfindung man zu diesem anrüchigen "ältesten Gewerbe der Welt" hat. Warum? Hier meine Gedanken dazu:

1. Das heutige Geschäft mit Prostitution ist - von der kriminellen Schattenseite im Bereich Minderjähriger und Drogen mal abgesehen - vermutlich sauberer als das vieler sogenannter Qualitäts- bzw. Leitmedienjournalisten und -innen. Mir sind jedenfalls keine politische, volksverhetzende und/oder gesellschaftsspaltende Nebenwirkung durch den Konsum käuflicher Liebe bekannt, auch wenn ich selbst diese Dienste nie genutzt habe und nie werde.

2. Prostituierte leisten einen überaus wichtigen Dienst an der Gesellschaft - Leitmedien tun dies immer weniger.

3. Prostituierte täuschen Gefühle etc. vor, um die Fantasien und Bedürfnisse ihrer Kundschaft zu befriedigen. Leitmedienjournalisten und -innen täuschen zwar auch bewußt, meinen es aber dabei völlig ernst. Sie machen sich häufig selbst zu willfährigen Medienhuren. Die Bedürfnisse ihrer Kunden werden nur von einer unkritischen, zur Reflektion unfähigen Masse befriedigt, auch wenn die Zahl der Zahlenden zurecht rückläufig ist. Und das ist gut so!

4. Kunden käuflicher Liebe nutzen die dargebotenen Dienste vermutlich in freier Entscheidung, sofern die Sucht nach Sex nicht ihre Willensentscheidung beeinflusst. Im Print- und Onlinebereich sog. Qualitätsmedien kann man heute deren Nutzung natürlich auch frei entscheiden, wird im TV- und Radiobereich allerdings durch den ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice (GEZ) zur Zahlung zwangsverpflichtet. Das ist mediale Zwangprostitution per Rundfunkstaatsvertrag!


Am 12. Januar 2017 schrieb Anne Bergkamp:

Obwohl ich Ihren Artikel zum Trump-Dossier voll und ganz unterschreiben muss, bin ich doch vom Kraftausdruck in der Überschrift unangenehm berührt. Muss das wirklich sein?

Antwort von U. Gellermann:

Leider muss ich mit der Methode der Gertrude Stein antworten: Ein Arschloch ist ein Arschloch ist ein Arschloch.


Am 12. Januar 2017 schrieb Joe Bildstein:

Uli, warum tust du dir das an, die "freie" teutsche Meinung u Presse ist unter US imerialer Aufsicht, das bringe ich meinen 5 und 7 Jahte alten Kindern schon bei.

http://m.spiegel.de/kultur/gesellschaft/a-1129417.html#spRedirectedFrom=www&referrrer=


Am 12. Januar 2017 schrieb Pat Hall:

Ja es wird immer unappetittlicher mit solchen Schmierfinken in Ö.M. belästigt zu werden .
Kann man über solch einen Dreck mit Kindern darüber diskutieren ? NEIN !


Am 12. Januar 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

"Es muss auch mich und meine Leser total alarmieren!"
Das tut es, Uli
Diese Schmierfinken machen sich mit schuldig an der Hetzjagd, demnächst wieder auf Andersdenkende.
"Wehret den Anfängen!"
Für diese klaren Worte, und deine eindeutige Positionierung vielen Dank.
Das ist das, was das Land braucht.
Und diese verantwortungslosen mündlichen Drecksschleudern sollen in der Hölle schmoren, bis zum Sankt Nimmerleinstag, und sollen für das, was sie anrichten die Verantwortung übernehmen. Schon mal vorab: Meine Solidarität ist dir sicher.


Am 12. Januar 2017 schrieb Günther Mann:

Auch ohne dritten Weltkrieg wird es immer unappetttlicher in diesem Land zu leben.


Am 12. Januar 2017 schrieb Lena Westphalen:

Sooo schnell! Und sooo brilant! Mann bin ich froh, dass es die RATIONALGALERIE gibt.

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