Die Linken sind auch Rassisten

Wie im Internet ein altes Schauer-Märchen als echt neu auftaucht

Autor: Reyes Carrillo
Datum: 25. Januar 2016

Innerhalb der aufgeklärten, zu Teilen sich dezidiert links verstehenden Gegenöffentlichkeit im Internet mit ihren Portalen und Blogs, setzt sich in einem nicht irrelevanten Teil spätestens seit den Silvester-Ereignissen in Köln eine Sichtweise durch, die Anlass zur Sorge geben sollte: Das Linken-Bashing neuer Qualität. Die alte, stets treu und zuverlässig eingehaltene Tradition, dass sich Linke am liebsten gegenseitig madig machen und in die Fresse hauen, hat Gott sei Dank wieder eine neue Runde eingeläutet. Es wäre ja auch langweilig geworden. Neu dabei ist eine sich so noch nicht gezeigt habende Links-Rechts(außen)-Koalition mit allen ihren Variablen. Es ist dies ein naturbedingt widersprüchliches Lager, das sich aber vor allem in der Bewertung des us-amerikanischen NATO-Imperialismus, der positiven Rezeption russischer Außenpolitik und in der Analyse der von den USA und in seinen jeweiligen Vasallenstaaten gesteuerten Medien weitgehend einig ist. Weiterhin gemein ist ihm, den massiven, nach wie vor ungeregelten Zustrom von Flüchtlingen nach Deutschland einseitig zu katastrophisieren und darüber das dramatische ausländerfeindliche Potential in diesem Land durch ein völlig unverantwortliches, seltsames Verständnis gegenüber Pegida und Co. zu bagatellisieren und damit geradezu zu legitimieren.

Diese „Fraktion“ arbeitet sich u.a. an einer von ihr so erkannten „Rot-grünen-Community“ ab, einer Art linksgrünen Gutmenschentums, dem ein „Links-Rassismus“ unterstellt wird, „…der bis heute als Überreaktion auf die NS-Geschichte zu werten ist…“ (Ken Jebsen), und ein anderes Blog, die Propagandaschau, weiß, dass „…der naive „linke“ Rassismus die Augen selbst dann [verschließt], wenn die anti-sozialsten Subjekte unter den Migranten sich schwerster Straftaten schuldig machen. In beiden Fällen ist eine oftmals ideologisch motivierte, mangelnde Bereitschaft zur Differenzierung die Ursache.“ Frauen, die es wagen, anlässlich der Kölner Ereignisse auf die allenthalben in Deutschland grassierende sexuelle Gewalt gegen Frauen zu verweisen, die es ablehnen, sexuelle Gewalt zu ethnisieren, gar zu islamisieren und die plötzlich überall aus den Gullis heraufsteigenden Frauenrechtler hinterfragen, werden lächerlich gemacht. Frauen, die es – zugegeben nicht ganz unproblematisch - wagen, auf das „Oktoberfest“ als ein Synonym für ihre Argumentationslinie hinzuweisen, gehören dann in die Freakshow des lustigen Naivseins eines „…mit dem rot-grünen Spektrum eng verbandelten Gender-Feminismus“. (Sebastian Müller/Le Bohémien). Der Herausgeber dieses im eigenen Selbstverständnis intellektuellen, linken Edel-Blogs macht dann in seinem Feminismus-Bashing sogar den berüchtigten Islamophobiker Hamed Abdel-Samad mit der Verlinkung zu einem Artikel des Genannten ausgerechnet im „Cicero“ zum Zeugen seiner chauvinistischen Anklage. Richtig, Abdel-Samad, das war der Beifahrer in Henryk M. Broders einst unsäglicher TV-Deutschland-Safari.

Es wird suggeriert, dass es tatsächlich eine mehr als relevante Zahl linker Naivlinge mit pathologisch übersensibel eingestelltem Rechts-Trigger in diesem Land gäbe, die ideologisch ferngesteuert dafür plädierten, jedem Nicht-Deutschen eine strafrechtliche Sonderbehandlung angedeihen zu lassen, mehr noch, zu leugnen, dass es überhaupt Straftäter mit „Migrationshintergrund“ geben könne oder gar meinten, Nicht-Deutsche seien per se die besseren Menschen. Wer kennt bloß solche Linke? Ich nicht. Ken Jebsen kennt sie aber und weiß nach numerisch aufwändigen Doppelblindstudien die Fachwelt aufzuschrecken: "Anders als der rechte Rassist unterstellt der linke Rassist dem Ausländer nicht ab Werk, ein Schurke zu sein, er leugnet bei ihm die Fähigkeit dazu. Aus Angst vor der Realität, die in den eigenen Kreisen kaum laut auszusprechen ist ohne extrem schief angeschaut zu werden“, notiert er in sein öffentliches Tagebuch. Man fasst es kaum, Jebsen muss offenbar den Begriff Doppelblindstudien wörtlich verstanden haben. Aber keine Sorge, der Wahrnehmungscrash ist noch steigerbar: "Wer in Deutschland offen über die existierende Kriminalität bei Nicht-Deutschen spricht, bekommt schnell von den deutschen Leitmedien einen Maulkorb verpasst.“ Bitte, nicht böse sein, wenn jetzt die Tränen aus dem lachenden und dem weinenden Auge gleichzeitig kullern: Das muss man sich wirklich langsam auf der Zunge zergehen lassen nach gefühlten viertausendsiebenhundertundzwei Talkshows zum Thema Zuwanderung/Multikulti/Integration/Islamismus, in denen eine immergleiche, geradezu an systemische Familienaufstellungen erinnernde Regie im Verbund mit der passenden Gästeliste dafür sorgte und sorgt, den Nicht-Deutschen in der Regel zum determinierten Symptomträger zu pathologisieren. Auch die weiteren vierhundertzwölf Quatschbuden mit und ohne Thilo Sarrazin über dessen das Land spaltende phobische Thesen können Ken Jebsen nicht von seiner verqueren Perzeption erlösen. Sebastian Müller ergänzt jedenfalls kongenial in seinem Blog „Le Bohémien“: “Mit den Stigmatisierungen und dem in “die rechte Ecke stellen”, trägt der linksgrüne Generalkonsens maßgeblich zum Erfolg des Rechtspopulismus bei. Denn wer in “die rechte Ecke gestellt” wird, kann mitunter auch von rechts abgeholt werden.“ Was für eine grandiose Ausblendung der Realitäten! Er blubbert weiter: „Dass man sich zwar die Bekämpfung von Faschismus und Patriarchalismus auf die Fahnen schreibt, diesen aber nicht im Islamismus zu erkennen imstande oder willens ist, zeugt im Übrigen von einem blinden Fleck im linken Denken.“ Mit der Frage nach dem „blinden Fleck“ wäre ich an der Stelle von Sebastian Müller angesichts solcher Gesichte ganz zurückhaltend. Wie kann man als doch halbwegs kluger politischer Beobachter zu solch einer völlig verzerrten Wahrnehmung kommen? Unglaublich.
Es sind dies dieselben Deeskalierungs-Basher, die dann (wie oben schon angesprochen), vor allem ist hier die Propagandaschau an führender Stelle tätig, dem deutschen Rechtspopulismus (u.a. eben Pegida u. Co.) mit einem eigenartig-warmen Verständnis gegenüberstehen. Xenophob begründete Übergriffe auf Flüchtlinge werden in dieser einseitig konditionierten Wahrnehmungswelt zwar nicht gebilligt, aber doch mit einem gefährlichen, nachfühlenden Verständnis begleitet. Die Propagandaschau schreibt deshalb im vergangenen Oktober einfühlsam: „Politische Gewalt resultiert immer aus Ohnmacht des Individuums oder einer Gruppe, eigene für besonders bedeutsam erachtete Ziele mit gesellschaftlich konformen Mitteln durchzusetzen. Wenn die Bürger in Kommunen – aus welchen Gründen auch immer – mehrheitlich nicht wollen, dass dort Flüchtlinge untergebracht werden und wenn ihnen keine legitimen Mittel zur Verfügung stehen, ihren Willen durchzusetzen, dann ist der Schritt zur Gewalt nicht weit.“ Im November meldet sie zur medialen Rezeption des bekannt gewordenen „Galgen“ innerhalb einer Pegida-Demonstration: „Es geht in Dresden darum, friedlichen Protest zu skandalisieren und ihm Gewalt anzudichten, um weitere Bürger davon abzuhalten, gegen die eigene Regierung auf die Straße zu gehen.“ Propagandistisch wird der Versuch unternommen, den inzwischen überall anzutreffenden „Ich bin kein Rassist, aber…“-Bürger“ vom Vorwurf einer ausländerfeindlicher Schlagseite zu befreien und die allgemeine Rechtskonditionierung in Deutschland auf eine klar zuzuordnende und überschaubare Rassisten- und/oder Nazi-Nische zu reduzieren – es sei denn, der ohnmächtige Bürger fühlt sich zur Gewalt getrieben. Die bei Pegida und ähnlichen Bewegungen zum Vorschein kommende latente Xenophobie und Islamophobie wird entweder bestritten oder zur berechtigten Gegenwehr einer gegen das Wohl der Bürger durchgesetzten Flüchtlingspolitik erhoben; die latente, also von nachvollziehbaren Kausalitäten befreite Xenophobie auf diese Weise gefährlich kaschiert und damit ignoriert. Die überproportionale Xenophobie in den östlichen Bundesländern bei gerade einem Bruchteil des Ausländeranteils im Vergleich zu den Westländern zeigt deutlich, dass die hier ausgegebenen und mit mitunter auch rührender Empathie aufgeladenen Kausalketten völlig einseitiger und damit propagandistischer Natur sind.
Der Hintergrund all dieser Ausblendungen ist der übel gärende Nährboden, aus dem das gegenwärtige Flüchtlingsdrama als „Migrationswaffe“ herausrülpst, womöglich gesteuert von der globalen Finanzelite und inszeniert als Merkels „Refugees Welcome“, um schließlich das Land zu überfremden, zu islamisieren und damit seinen inneren Frieden nachhaltig zu zerstören. An dieser Stelle wird unfreiwillig Horst Seehofer geradezu zum Retter des Abendlandes und selbst Bestsellerautor Thilo S. konnte nicht ahnen, dass seine kruden Szenarien schon bald von ihre Hüte mit Alupapier umwickelnden Hutträgern, also noch weit bescheuerteren Theorienverschwörer derart getoppt werden würden. Wunderbar, ausgerechnet die Finanzmafia zielt auf das Chaos im neoliberalsten Land Europas!

Das alle einende Band, das diese Protagonisten miteinander verknüpft, mit oder ohne Aluhüte, mehr oder weniger rechts-bagatellisierend, verwirrter oder weniger verwirrt, ist das lächerliche Selbstbild eines geradezu totalen Durchblickens, des Eindrucks, Teil einer Elite von intellektuellen Überfliegern zu sein oder eines erlauchten Kreises von Meta-Ebenen-Kraxlern. Man könnte wiehern und gleichzeitig weinen.

Natürlich gibt es sie, die Scheuklappen tragenden Links-Romantiker - und seltsame Feministinnen gibt es auch. Und natürlich gibt es die, die in Köln eine „Inszenierung“ erkennen wollen, die sich als hauptamtliche Faschisten- bzw. Rechts-Jäger mit Mengenrabatt wähnen und die, die die Herausforderung dieser massiven Flüchtlingswelle nicht sehen wollen oder können. Natürlich ist die verzögerte Bericht- oder besser Nicht-Berichterstattung der so genannten „Qualitätsmedien“ zu den Kölner Ereignissen in den ersten Tagen schlicht und einfach propagandistisch zu nennen. Und natürlich ist es mehr als problematisch, die gegenwärtige Politik gegen große Teile der Bevölkerung durchzusetzen. Andererseits: Ginge es nach dem Volk, hätten wir morgen die Todesstrafe und übermorgen keinen einzigen Ausländer mehr im Land – außer Franco, den Pizzabäcker und Ali von der Dönerbude gegenüber natürlich. Diese Debatten um die Aushöhlung der Demokratie ausgerechnet in der Flüchtlingsfrage triefen nur so von doppelten Standards und Verbiegungen. Es gibt natürlich den schönen Propagandatrick, mit geradezu auffälliger, bemerkenswerter Stringenz Ursache und Wirkung aufzuzeigen, wieder und wieder, nichts zu verschweigen, nichts zu beschönigen – um dann plötzlich, holterdiepolter, doch den Rollladen herunterzulassen und die Wirkung von der Ursache zu entkoppeln. Von der redlichen Schonungslosigkeit bleibt ja sicher was hängen… Deshalb nochmals: Dieses Land ist zu einem großen Teil dafür verantwortlich, warum diese Flüchtlinge hierher fliehen. Über die Grenzen gehen jene, deren Existenzgrundlage von den gewählten deutschen Regierungen mitverantwortlich zerstört wurde und weiterhin zerstört wird. Wer also auch nur die Lippen zu einem scheiß Halbsatz zum Thema Flüchtlinge spitzt, ohne diese Ursachenlage in sich auf Dauer-Plus geschaltet zu haben, der soll die Fresse halten! Pardòn.

Fazit: Eine Debatte über die Flüchtlingspolitik, die sich nicht gleichzeitig mit dem deutschen rechten Mob auseinandersetzt, sich aber leidenschaftlich ihrem ausgemachten, als Links-Rassisten diffamierten Gegner widmet, ist geradezu lächerlich. Der Versuch, die Flüchtlingsproblematik, also die Wirkung, allein der gegenwärtigen Regierungspolitik, ihren medial verbreiteten Sprachregelungen und einer Rotgrünen-Gutmenschen-Community anzuhängen, ist dümmlicher oder ganz bewusster Unsinn. In Deutschland gibt es deshalb zwei Brennpunkte: Die Flüchtlingskrise UND die Rechtskonditionierung der bürgerlichen Schichten. Wer diese Rechtskonditionierung nur in der Kausalität der Flüchtlingsproblematik sehen will und dieser Konditionierung sogar mit wohlwollendem Verständnis begegnet, der hat nichts begriffen und spielt jenen rechten Dumpfbacken in die Hände, die längst die Kommentarspalten vieler Blogs für sich erobert haben. Der wohlfeile Ruf, so berechtigt er auch ist, nach einer längst fälligen Neutralität im Umgang mit Nicht-Deutschen auf jeder Ebene, der Ruf nach der völligen Gleichbehandlung ist nichts weiter als ein akademischer Appell an das Phantom einer Normalität und Neutralität, die es in diesem Land nie gab, nicht gibt und auf lange Zeit nicht geben wird. Denn nichts ist normal im Zusammenleben zwischen völkischen Deutschen und „dem Ausländer“. Die Schuld an einer nie existierenden Integrationspolitik, die diesen Namen verdient hätte, lastet auf vielen Schultern. Ausgerechnet das rotgrüne Spektrum besonders dafür verantwortlich zu machen, diskreditiert diejenigen, die so etwas behaupten, zu eitlen Plappermäulern. Solange die (fiktive) Meldung im (ebenso fiktiven) Berchtesgadener Heimatboten „Omar A., ein Flüchtling syrischer Herkunft stahl dem Koch das Ei…und Sepp F., gebürtiger Moosbacher, stahl dem Koch das andere Ei… - jetzt ist er eierlos“ nicht in völliger Normalität und mit annähernd gleich niedrigschwelliger Leseremotion aufgenommen wird, solange geht noch viel eitles, wohlfeiles und als megalomaner Meta-Durchblick verkauftes Gelaber ins Land.
Selbstverständlich ist unbedingt darauf hinzuweisen, dass die hier Genannten und auch nicht Genannten überwiegend eine sehr gute und wichtige aufklärerische Arbeit leisten, der Dank gebührt. Sakrosankt ist sie deshalb nicht.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 02. Februar 2016 schrieb Uli Gellermann:

DIE DISKUSSION ZU DIESEM THEMA IST BEENDET.


Am 02. Februar 2016 schrieb Reyes Carrillo:

Ich muss nochmal: Sie haben schon richtig dicke Tomaten auf Ihren Augen, verehrte Susi Sorglos!

Mit tränenfeuchten Lettern zittern Sie bebend in Ihre Tastatur: "Sie diffamieren aufrechte Menschen, wie z.B. Ken Jebsen oder schieben ein so wichtigen Blog wie die Propagandaschau in die "rechte oder gar rechtsextreme Ecke". Schluck!

Oh weh, oh weh. Schreiben Sie mir bitte diese unglaubliche Tomatensorte auf, die zu solch einer Vollerblindung führt. Wer weiß, vielleicht braucht man die mal, wenn man irgendwann zu viel hat und einfach nichts mehr sehen will?

Im Ernst, Ihre Umdeutung und Verdrehung der Tatsachen ist von solch einer Stringenz, die ihresgleichen sucht. Von Ihnen als Pseudolinke etikettiert zu werden empfinde ich in Anbetracht Ihrer Wahrnehmungsprobleme geradezu als Kompliment.


Am 02. Februar 2016 schrieb Susi Sorglos:

Lieber Herr Gellermann,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Zuerst einmal: Ich halte Sie für einen aufrechten Linken :-) und zähle Sie keineswegs zu den von mir angesprochenen "linken Ideologen".

Aber so eindeutig, wie Sie es darstellen, ist es eben leider nicht (mehr?).
Es gibt durchaus sich als links bezeichnende Menschen, die weder ein Problem mit US-Hegemonie, noch mit Kriegen, noch mit zunehmender Ungleichheit haben.

Nein, meine Position ist nicht ungewiss.
Aber es gibt heutzutage meiner Meinung nach nicht mehr diese einfache Rechts-Links-Einsortierung und ich halte sie ohnehin für vollkommen falsch.
Es kann in diesen Zeiten nicht darum gehen, dass man sich von möglichst vielen abgrenzt, sich gar über diese erhebt - sondern es geht darum, das Verbindende zu suchen.
Und das erlebe ich bei den von mir so bezeichneten "Pseudolinken" nicht. Sie diffamieren aufrechte Menschen, wie z.B. Ken Jebsen oder schieben ein so wichtigen Blog wie die Propagandaschau in die "rechte oder gar rechtsextreme Ecke". Statt sich zu verbünden, z.B. gegen TTIP, gibt es sogenannte Linke, die selbst eine so bedeutende Demo versuchen abzuwerten, indem sie sich daran abarbeiten, dass da vielleicht jemand mitgelaufen ist, von dem sich wahre Linke zu distanzieren hätten.

Sie beschreiben ja in Ihrem heutigen Artikel selbst, wie man versucht die Linken zu spalten.

Ihre Sicht auf die Flüchtlingskrise teile ich nicht. Das Argument, dass zur Rettung der Banken so unendlich viel Geld da war, ist doch kein wirkliches Argument. Natürlich ist es ein Unding, was da geschehen ist und immer noch geschieht - aber dieses Geld ist weg.

Ich fürchte mich vor einem Zusammenbruch staatlicher Strukturen hierzulande und vor dem Chaos, das hierzulande angerichtet wurde und wird und das niemandem nutzt, weder den hier schon Lebenden noch den Dazukommenden. Man spielt uns Menschlichkeit vor, maßregelt jeden, der den Irrsinn Irrsinn nennt. Nur an den Ursachen will man nichts ändern.

Ansonsten: ich fürchte nicht um die EU, sondern um Europa.
Und ich fürchte mich vor der nächsten Finanzkrise und vor den Folgen von TTIP ( das ist der letzte Schritt, den die 1% noch brauchen und dann haben sie uns alle "im Sack". Und ich fürchte mich vor der Gefahr eines 3. Weltkrieges.

Antwort von U. Gellermann:

1. Wetten, dass das Geld sofort wieder „da“ ist, wenn den Banken angeblich geholfen werden muß?
2. Nicht jeder, der sich für links hält ist links.


Am 02. Februar 2016 schrieb Hella-Maria Schier:

Es geht nicht um "warmes Verständnis gegenüber Übergriffen auf Flüchtlinge" . Es ist aber doch eine Tatsache, dass lange Zeit jeder Einwand, sogar auch nur jede Infragestellung von Merkels Flüchtlingspolitik einen tatsächlich in die rechte Ecke stellte. Ist das demokratisch? Dies hat im Übrigen auch Oskar Lafontaine kritisiert. Dieses: ihr tragt zwar die Folgen, aber ihr habt nichts zu sagen. Was sagt die Politik dem Bürger? Das Schicksal der Flüchtlinge muss eure oberste Priorität sein, sobald sie nach Europa kommen, solange sie in ihren Heimatländern weilen und gar von uns bombardiert werden, haben sie euch egal zu sein. Wie auch die Griechen keines Mitgefühls bedürfen, denn sie sind ja angeblich selbst schuld an ihrem Schicksal. Nächstenliebe an, Nächsten liebe aus.
Wie kann man nicht differenzieren zwischen provinziellen "Spießbürgern", die fremdeln, weil sie ein plötzlicher massiver , für sie exotischer Zustrom irritiert und wirklichen militanten Rechtsradikalen? Gehören denn unterschiedslos alle zum "braunen Mob", der nicht aus Menschen besteht, mit dem man nicht reden darf? Ich versuche ja, zu verstehen, aber ich kann nicht. Wenn alle Spießer gleich Nazis sind, müsste man auch die CSU verbieten. Keine Bevölkerung der Welt wird Zuwanderer ausschließlich lieben und jede möchte in der Regel ihre Lebensart behalten. Sind das dann alles gleich bösartige Rechte? So wurde es von vielen Linken aber tatsächlich dargestellt. Die meisten Leute waren auch extrem vorsichtig, wenn sie mich auf das Thema ansprachen, aus Angst so eingeordnet zu werden, das kommt ja nicht von ungefähr. Ein offenes Kommunikationsklima ist das aber nicht. Man kann ja über alles reden, aber man muss offen und ehrlich reden, Fragen beantworten und nicht sagen :Parier gefälligst, stell keine Fragen, denn sonst bist du ein Nazi! Wer soll die Hauptlast der Politik denn tragen? Das sind ja wohl die Bürger, auf sie kommt es an. Von ihnen wird grenzenlose Empathie gefordert, während die Politiker ganz andere Gründe haben. Auch das "in die rechte Ecke stellen" von Antikapitalismus und Antikriegshaltung, die Diffamierung von Küsntlern und kritischen Medien ist eben keine Randerscheinung! Sie hat eine breite Friedensbewegung verhindert und das auch bei Protesten gegen TTIP etc, versucht. Unbedeutende Randerscheinung!? Ich verweise auf die schon erwähnte Aussagen der grünen Ex-EU-Politikerin von Patricia Mc Kenna (Europeans for democracy), darüber wie radikale, vor allem rechtspopulistische Bewegungen das direkte Resultat langjähriger gezielter Propaganda sind, jede Opposition gegen Euro-Diktatur als rechts zu diskreditieren, um Widerstand wirksam zu verhindern. Ein größerer Teil der Linken scheint sich vom Antikapitalismus gelöst zu haben, und sich nur noch auf die "Gefahr von rechts"zu konzentrieren, während Kritik an den Eliten, ja schon an der US-Politik, als "antisemitisch" diffamiert wird. Wer den kritischen Focus auf der Straße hat, nihct gerade Tummelplatz der Reichen und Mächtigen, schaut nicht nach oben in die Etagen wo die destruktive Politik der Herrschenden gemacht wird. Der Demokratieabbau kann so ungestört voran schreiten und die Kriege auch.
Die moralische Verpflichtung gegen rechts wird propagandistisch benutzt um die mächtigsten Rechten, die oligarchischen Eliten, aus dem Focus zu nehmen. Das nicht sehen zu wollen, ist für mich nicht links.
Noch ein paar Zitate:
"Ich bin bei aller krisenhaften Zuspitzung im Grunde genomen entspannt.- Warum? - weil, wenn die Krise größer ist, werden die Fähigkeiten, Veränderungen durchzusetzen größer." Wolfgang Schäuble https://www.youtube.com/watch?v=t7tnuCY8qjs bei: 1.50.49

"Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen,was da beschlossen wurde,dann machen wir weiter Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt." Jean-Claude Juncker
Herzog Studie: zwischen 1998 und 2004 wurden so gut wie unbemerkt 84% der deutschen Bundesgesetze nicht hier sondern in Brüssel gemacht von Politikern, die nicht gewählt worden sind und die wir nicht abwählen konnten.
Spanien hat ein "Maulkorbgesetz" verpasst bekommen und Francois Hollande will das Internet gegen "Verschwörungstheoretiker" überwachen lassen. Aber wir sollen unsere eigenen Dorfspießer und irritierten Omas (nein, nicht etwa Deutschlands neue Macht und kriegerische Ambitionen) als Hauptfeinde betrachten? Und bald wahrscheinlich alle, die sich gegen die arme bedrohte Minderheit der Superreichen äußern ("verkürzte Kapitalismuskritik"), weil das dann nur noch "Rechte" tun.....während die Linken mit der Nato in den Krieg ziehen und sich an Deutschlands neuer Größe und Macht freuen...





Am 01. Februar 2016 schrieb Susi Sorglos:

"Der Ausdruck „Gutmensch" ist ein Schlechtausdruck, der gute Leute schlecht machen soll. Und: So richtig Sie die Ursachen der Flüchtlingsmengen aufzählen, so sehr fehlen a) die mörderisch ungleichen Handelsbeziehungen und b) die Alternative: Wer glaubt, die Flüchtlinge, die ihr Leben riskieren um in sichere Ländern zu kommen, ließen sich ohne massive Waffengewalt abhalten, der weiß offenkundig nicht um die Not. Was soll man tun? Maschinengewehrnester entlang der Grenzen einrichten? Jeden, der nicht anhält erschießen?"

Das hatte ich gar nicht gesehen - nun muss ich noch etwas schreiben.
Der Analyse der Ursachen durch H.C. Hoffer stimme ich auch zu.
Sie kritisieren, dass er keine Alternativen aufzeigt, aber auch Sie haben ja keine?
Natürlich wird man niemanden aufhalten können, wenn man alles so weiter laufen lässt wie derzeit.
Allerdings will man ja die Türkei und Griechenland dazu bringen, dass diese ihre grenzen schließen - das hält man anscheinend für möglich, obwohl deren Grenzen wesentlich länger und unübersichtlicher sind? Das ist doch auch nur Augenauswischerei. Mittlerweile sagt Frau Merkel ja, dass Iraker und Syrer zurück in ihr Land sollen, sobald dort der Krieg beendet sei - eine Einleitung einer ihrer bekannten 180°-Wenden?

Ich fürchte, dass es keine Lösung gibt - nicht mit dieser Regierung. Denn eine Lösung erforderte ein Sich-Distanzieren von der (Kriegs)Politik der Vereinigten Staaten und dies ist keinem Politiker möglich, da sie alle letztlich nur als Vasallen dieser sich als Weltmacht gerierenden USA agieren (dürfen).

Ich fürchte, dass wir in ein grauenhaftes innenpolitisches Chaos rutschen werden und daran tragen gewisse linke Ideologen eine riesige Mitschuld - genau deshalb weil sie jeden Kritiker diffamieren, der die derzeitige "Willkommenskultur" als falsch einordnet. Statt dessen betreiben diese "Linken" die Sache der NWO, indem sie dazu beitragen, dass unter den 99% kein Zusammenhalt entstehen kann, statt dessen wir auf einen Zusammenbruch Europas zusteuern, denn die Fluchtbewegung wird nicht ab- sondern zunehmen.
Ich habe noch von keinem jener Ideologen eine realistische Einschätzung der weiteren Entwicklung gehört.

@Hella-Maria Schier

Danke für den sehr lesenswerten Text.

Lieber Herr Gellermann,

mich würde sehr Ihre Ansicht zu dem Thema Links-Rechts interessieren - weil ich Ihre Ansichten sehr schätze, wenn auch nicht immer teile. Frau Schier spricht ein Thema an, das mich auch umtreibt - nämlich, dass Menschen, die man in die "Rechte Ecke" schiebt, dort dann auch bleiben werden. Und genau dieses in diese Eckeschieben erleben derzeit viele, die den Umgang mit der Flüchtlingskrise kritisch sehen, Menschen, die niemals auf die Idee kämen, dass sie "rechts" seien.

Antwort von U. Gellermann:

Sehr geehrte Frau Sorglos,

in einer ersten Mail fragen Sie mich nach meiner Ansicht zum Thema Links-Rechts und sorgen sich darum, dass Menschen in die „Rechte Ecke“ geschoben werden.

in einer zweiten Mail sprechen sie von „gewissen linken Ideologen“ die angeblich die Sache der NWO, der „New World Order“ betreiben würden.

Nun bin ich zwar kein Ideologe aber ziemlich links und versuche deshalb mal eine Antwort: Wer wurde wann vom geschoben ist die eigentliche Ausgangsfrage. Und erst nach Klärung dieser Frage ist eine gute Antwort möglich. Wenn jemand sich schlichte Sorgen macht, wie man denn, ohne erkennbaren Plan, die vielen Flüchtlinge in Deutschland „verkraften“ will, ist er für mich nicht in der rechten Ecke. Denn so wie die Merkels das bisher angehen, ist die Perspektive eher trostlos. Einen Hinweis auf eine Alternative habe ich schon mal gegeben, als ich darüber schrieb, dass „WIR damals auch die Banken gerettet haben: Das hat etwa 200 Milliarden gekostet. Dafür könnten wir gut und gerne noch zwei, drei Millionen Flüchtlinge ins Land holen, ihnen Brot und Bildung geben.“ Wer aber – wie zum Beispiel die AfD-Petry die Flüchtlinge gleich an der Grenze erschießen möchte – das ist tatsächlich die einzige praktische Möglichkeit das Flüchtlingsproblem einer schnellen Endlösung zuzuführen – der ist ein Nazi, oder, der politischen Korrektheit wegen: Eine Narzisse. Und wenn dann die AfD-Frau Storch diesen Schießbefehl auch auf Frauen und Kinder ausweiten will, dann darf das getrost als Bewerbung für den Job einer KZ-Wächterin angesehen werden.

Nun schreiben Sie weiter von „gewissen linken Ideologen“, wer von „gewissen“ schreibt, dessen Postion ist eher ungewiss: Man muss schon Ross und Reiter nennen, wenn man sich ernsthaft auseinandersetzen will. Und wer glaubt, dass die relativ schwache deutsche Linke zu einer neuen Ordnung, gar eine neuen Ordnung der Welt beitragen könne, der braucht eine neue (ideologische) Brille. Auch deshalb, weil außerhalb der Linken niemand so lange schon und so beharrlich gegen die US-Hegemonie kämpft, gegen die einzig erkennbare Supermacht, die eine imperiale Ordnung der Welt anstrebt und auch in machen Teilen bereits verwirklicht hat. Ausgerechnet der linken Feuerwehr das Etikett der Brandstifter anzuheften ist zumindest verwegen, wenn nicht gar bösartig. Der von Ihnen befürchtet „Zusammenbruch Europas“ – Wahrscheinlich meinen Sie die EU – hat längst begonnen: Mit einer völlig undemokratischen Gründung der EU gestartet, hat die EU mit stillschweigender Duldung oder lautstarken Unterstütztung diverser US-Kriege die europäische Demontage fortgesetzt und vollendet sie in diesen Tagen dadurch, dass sie Ursachen für die massenhafte Flucht nicht benennt. Was nun ausgerechnet die Linken mit diesem „Zusammenbruch“ zu tun haben sollen ist mir schleierhaft.


Am 30. Januar 2016 schrieb Menasche Kishon:

Der Artikel gefällt mir sehr gut, ich habe ihn heute das zweite Mal gelesen.
Die innere Sicherheit wird nicht durch rechtsradikale Schläger und Brandstifter gefährdet, sondern durch deutsche „Naivlinge", die Flüchtlinge mit himmlischen Engeln verwechseln. Na klar. Die Linken sind nicht nur „versifft", sondern auch blöd.
Im "Land der Bekloppten und Bescheuerten" (Dietmar Wischmeyer) werden die Flüchtlinge bekämpft und die Fluchtursachen weiter gefördert. Radikale Lösungen von Politikern gesucht und gefunden. Die Flüchtlinge sind nicht die Opfer, sondern Täter?! Es heißt, die Flüchtlinge wollen unseren Wohlstand rauben, aber der Etat der „Bundeswehr" soll um 9 Milliarden erhöht werden - für Auslandseinsätze. Das kostbare Öl des "Nahen Osten" will man haben, aber die Kriegsflüchtlinge nicht.
Spottbillige Kleidung aus Asien wird bei uns massenweise gekauft und schnell wieder weggeworfen. Die Bananen werden von Jahr zu Jahr für uns Verbraucher günstiger.

Die „Propagandaschau" driftet immer weiter nach rechts; ihr Kommentarbereich ist zu einem Tummelplatz für Rechte und Rechtsextreme geworden. Das ist schade.

Amadeu António wurde von einer Gruppe Rassisten totgeschlagen und Polizisten haben dabei zugeschaut. Hier kann man sich über den deutschen Rassismus informieren: http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/publikationen/


Am 30. Januar 2016 schrieb H. C. Hoffer:

.. ich habe mich nur auf die Syrien-Flüchtlinge bezogen.
... das mit den Gutmenschen ist mir schon klar.
Die Leute ließen sich sofort abhalten, wenn die Lager besser versorgt UND Madame Merkel über Twitter etc. öffentlich erklären und verbreiten ließe, dass in D nichts mehr
ginge.
Dass sie zur Kritik an den USA etc fähig ist und sagt, dass die BRD nicht mehr mitmache, das ist allerdings sehr, sehr unwahrscheinlich, ja wohl kaum denkbar. Letzteres könnten nur viele Menschen auf der Straße erreichen ... und ob das wiederum gelingt ? Immerhin - es gab TTIP am 10.Okt. und ich habe 16 Stunden Bus verbracht, um dabei zu sein.


Am 30. Januar 2016 schrieb H.C. Hoffer:

Linke sind ebenfalls nur Menschen und manchmal auch ziemlich dumm, naiv, sonst wären sie auf die Willkommenskampagne nicht so enthusiastisch aufgesprungen.

Wer sind eigentlich die Macher dieser Willkommens-Kultur !
Eine Frau Merkel, die in schlimmer Weise ihre neoliberale Austeritätspolitik hat exekutieren lassen unter Inkaufnahme von größtem Elend in Griechenland und anderswo und nun posaunt: WIR schaffen das !

Ein Herr Gauck, der sich anmaßt, die Deutschen zu unterteilen in : WIR sind Helldeutschland, die anderen Dunkeldeutschland .

Und z.B. Die Bildzeitung, die jahrelang gegen Ausländer, Asylanten, die Griechen und andere Minderheiten hetzt (= ihr Kerngeschäft!) und nun dreist verkündet: WIR helfen !

Dass die Sache mit der Willkommenskultur stinkt, gewaltig stinkt, dürfte eigentlich jedem klar sein, der sich seinen Verstand nicht von diesen Humanität heuchelnden Gestalten/Journalisten einlullen bzw. vernebeln lässt.

Zur Sache selbst:
Die Fluchtursachen sind entscheidend und müssen gesehen, analysiert, angeprangert und politisch bekämpft werden.

1. Ressourcen- und Regime-Change -Kriege bzw. Geheimdienstoperationen der USA und der NATO und all ihren Mitmachern bzw. Komplizen aus aus GB, F, Deutschland , Türkei, Saudiarabien .. (U.G. : A dabei !)

2. Die Versorgung der aus Syrien fliehenden Menschen in den Lagern in Jordanien, Libanon und Türkei wurde/wird immer schlechter ! (WARUM?) Auch die  ca. 7 Mio Binnenflüchtlinge in Syrien leiden - wie alle sonstigen Syrer unter den Sanktionen des Westens.

3. a) Die in den Lagern schmachtenden Flüchtlinge sehen nur noch den Ausweg, nach Westeuropa einzuwandern . b) Gleichzeitig wird ihnen suggeriert, dass D, Schweden und andere Ländern sie willkommen heißen … und dort ihnen geholfen werde. ( 2. Teil ist die These `Migrationswaffe´)

4. Die Industrieverbände in Deutschland wollen `Rosinen´picken und begrüßen die ankommenden Einwanderer, weil sie 5-20% in ihrem Sinne `gebrauchen´ können, vor allem um Löhne zu drücken und den Mindestlohn zu kippen. Dass die große Zahl der Ankommenden - mind. 80 % - in Alg II gehen, stört diese Herrschaften nicht, das ist nicht ihr Problem, sondern die des Staates, der öffentlichen Hand, die - neoliberal kaputtgespart - schon mind. 6 Mio AlgII-Empfänger zu versorgen hat.
Andere `Winner´ der Einwanderungswelle sind die Wohlfahrtsverbände und die vielen Leute, die das gute Gewissen und Gefühl haben, wir tun was ... und karitativ das Elend dieser Welt bekämpfen, aus der Unwissenheit heraus, dass nur andere nicht-kapitalist. Strukturen wirklich helfen können. (Ähnlich läuft das ja bei der Tafelbewegung in Deutschland.)

5. Gr. Teile der Grünen, auch Teile der Linken und die sog. Gutmenschen, die ganz offen kommunizieren, dass ihnen Deutschland zu homogen ist und bunter und heterogenisiert werden muss.

Gerade letztere wollen, dass Deutschland ein Einwanderungsland sein soll und nennen es in einem Atemzug mit den USA, mit Kanada und Australien.
Wissen Sie, Frau Carillo, die Einwohnerdichte von Deutschland, den anderen Ländern? D: 230 - USA: 30 - Kanada: 5 - Australien: 4 - und Afrika übrigens 30 !

1933 hieß es, Deutschland sei ein Volk ohne Raum !
2015 heißt es, Deutschland sei ein Land ohne genug Menschen !
( s. Demografie-Lüge und Zerstörung der gesetzlichen Rentenversicherung und Riesterbetrug !)

Schluss: Ich will und kämpfe dafür, dass 1 - 2 - 3 - 4 anders laufen müssen UND ich bin gegen diese Einwanderungsflut, die fast allen schadet (v.a. den Syrern selbst und Syrien, ...)  und NICHTS verändert in 1 und 4 !

Antwort von U. Gellermann:

Der Ausdruck „Gutmensch“ ist ein Schlechtausdruck, der gute Leute schlecht machen soll. Und: So richtig Sie die Ursachen der Flüchtlingsmengen aufzählen, so sehr fehlen a) die mörderisch ungleichen Handelsbeziehungen und b) die Alternative: Wer glaubt, die Flüchtlinge, die ihr Leben riskieren um in sichere Ländern zu kommen, ließen sich ohne massive Waffengewalt abhalten, der weiß offenkundig nicht um die Not. Was soll man tun? Maschinengewehrnester entlang der Grenzen einrichten? Jeden, der nicht anhält erschießen?


Am 30. Januar 2016 schrieb Reyes Carrillo:

Liebe Frau Schier,

warum sprechen Sie mich eigentlich nicht direkt an? Ich finde das etwas irritierend; es ist eine seltsame Form des Debattierens.

Vieles von dem, was Sie hier schreiben, finde ich mindestens nachvollziehbar und einiges absolut richtig. Ich erinnere mich da auch an einen Kommentar von Ihnen auf einen Blaschka-Artikel, der, bezogen auf den ?fremden Gast? sozusagen, viel von dem enthält, was Sie hier wiederholen. Aber auch schon damals dachte ich immer wieder: "Im Prinzip ja, aber"? Ich teile, wie zu lesen, Ihre Vision von einem „unverkrampften" Miteinander zwischen Deutschen und Nicht-Deutschen selbstverständlich als absolut erstrebenswert, angesichts des großen und wachsenden Anteils einer rechtskonditionerten Gesellschaft allerdings als noch lange völlig illusorisch. Und das ist der Knackpunkt: Wer diese Rechtskonditionierung nicht wahrnimmt, der kann selbstverständlich auch mit meiner Polemik nichts anfangen. Was freilich völlig in Ordnung ist.

Auch wenn ich Ihnen völlig Recht gebe, was z.B. die lächerlich-arrogante Proklamation irgendwelcher Exklusivrechte eines Teils der Linken hinsichtlich der Friedensbewegung angeht, bin ich dennoch eine leidenschaftliche Gegnerin der (auch von Ken Jebsen und anderen unterstützten) These, Links und Rechts verlören zunehmend an Bedeutung. Ganz im Gegenteil: Ich erkenne eine kluge, weitsichtige und von Dogmen befreite glasklare Unterscheidung zwischen diesen beiden Menschen- und Gesellschaftsbildern (!) für wichtiger denn je, ja für geradezu elementar und essentiell. Dass diese fatale Rezeption von der Aufhebung ideologischer Grenzen eine derartige Konjunktur erlebt, ist übrigens meiner Auffassung nach als klarer Teilsieg des Neoliberalismus zu werten.
Aber das ist ein großes Fass, das hier nicht zu öffnen ist. Und, wie ich schon an Ute Plass schrieb: Eine Polemik ist eine Polemik ? und kein Aufklärungs-Journalismus. Last not least, Sie fragen mich an einer Stelle ausnahmsweise ganz persönlich: "Wie wäre es mal mit etwas Psychologie, Frau Carrillo“? Das hat natürlich gesessen: Ich bin nämlich tatsächlich Psychologin. ;-)


Am 29. Januar 2016 schrieb S. Hauptkorn:

Danke Hella-Maria Schier - dem ist nichts groß hinzuzufügen.
...doch, noch eine Kleinigkeit: es ist immer wieder erstaunlich, dass es funktioniert die 99% gegeneinander aufzuwiegeln - selbst bei scheinbar schlauen Menschen. So wird das 1% sich stets schön ins Fäustchen lachen.


Am 29. Januar 2016 schrieb Hella-Maria Schier:

Ich weiß nicht, was Frau Carillo zum Maßstab nimmt, die Reinheit ihres Glaubens, ihrer Ideologie oder was auch immer, oder die Wirklichkeit. Geht sie von Menschen aus, wie sie sind, oder wie sie sie gern hätte? Zunächts das sog. Völkische" ein für mich noch neuer Begriff, den ich nicht richtig definieren kann.
Also das Phänomen, das nicht-intellektuelle Durchschnittsmenschen sich, zumal in unsicheren Zeiten, bei der Familie angefangen, zuerst mit denjenigen verbunden fühlen, deren Lebensweise sie teilen, der eigenen Kultur, Nation, Kultur, Religion verbunden fühlen, scheint ein weltweites Phänomen zu sein, ich kann zumindest nicht erkennen, dass unsere Nachbarländer hier jetzt in der Flüchtlingsfrage eine weltoffenere Haltung an den Tag legen würden und die Nationen, aus denen die Flüchtlinge stammen, sind auch nicht weniger patriotisch. Demnach scheint es in den Menschen so angelegt zu sein, dass sie sich an das Vertraute klammern und sich diesem als erstes verbunden fühlen, eine Art Ausdehnung von "ich bin mir selbst der Nächste". So weit sind wir vom Tierreich wohl noch nicht entfernt und wenn, dann müssen wir das über das Empfinden und Annähern Kennenlernen, abstrakte Prinzipien zu befolgen bleibt sonst an der Oberfläche und bewirkt wenig, außer äußerer Anpassung um nicht anzuecken. Wie wäre es mal mit etwas Psychologie, Frau Carillo? Immerhin geht es um Menschen und wenn man sie verbessern will, muss man von dem ausgehen, was man hat. Altruistische Engel und geborene Philosophen scheinen mir da eher die Ausnahme..Eine "geniale" Idee, mit ihnen erst dann zu reden, wenn sie diesen Status erreicht haben.... es ist aber auch zu dumm, dass die Bevölkerung(en) nicht besser sind. Was hilft? Ab ins Eckchen und komm mir ja nicht heraus, bevor du lieb bist und einsiehst, was du Böses getan (oder gesagt) hast? Wer sich noch an die den Grad von Läuterung erinnert, den solche "pädagogischen" Maßnahmen in seiner Juigend bewirkten, so er ehrlich ist, kann das nicht ernsthaft befürworten. Was dabei herauskommt sind angepasste "politisch korrekte"Duckmäuser und das ist eine Haltung, die ich zumal in den Deutschen nicht gerne verstärkt sehen würde. Da riskiere ich lieber, das ab und an ein paar Pfui-Worte fallen, als das alles hinuntergschluckt und hereingefressen wird um dann irgendwann wirklich vernichtend auszubrechen. Gehen Sie von wirklichen Menschen aus! Die Adressaten können besser als man glaubt differenzieren, wo es wirklich übel gemeint, wenn man es nicht künstlich aufbauscht ist und sie wissen von sich selbst, dass man als zunächst Fremder gefühlsmäßig nie sofort den gleichen Status bekommt wie die Ansässigen, nirgendwo auf der Welt, bei ihnen wäre es auch nicht anders und sie sind auch keine übersensiblen Porzellanfigürchen, die man mit Samthandschuhen und übermäßiger Vorsicht anfassen muss. Die meisten Menschen wollen unverkrampft behandelt werden, nicht mit übergroßer Vorsicht und Sorge um political correctness (es sei denn, man schärft ihnen das ein), denn sonst gehören sie nie dazu. Vielleicht weiß ich das, weil ich einen behinderten Bruder habe. Etwas Reibung muss erlaubt sein und das zu verurteilen, weil es militante Rechte gibt, ist psychologisch falsch und unklug. Es geht nach hinten los. - In meinem Beruf ergeben sich viele Gespräche mit "Normalbürgern"
und ich treffe immer wieder auf Skepsis gegenüber Zuwandern in verschiedenen Abstufungen, auch schon vor der gegenwärtigen Flüchtlingskrise und übrigens auch ebenso von bereits hier lebenden Ausländern. Natürlich widerspreche ich da auch immer wieder und versuche BIlder zu korriegieren, aber. nach Frau Carillo müsste ich entsetzt aufschreien, sobald mir so ein Bürgerunhold unterkommt und ihm entweder eine flammende Strafpredigt halten oder kein Sterbenswörtchen mehr mit ihm reden. Aber dazu sehe ich keinen Grund, weil die meisten dieser Leute ansonsten völlig o.k. sind und wenn man sie näher kennenlernt nicht annähernd so dämonisch, wie es die dogmatische Variante der linken Lehrmeinung offenbar gern hätte. Auch ist es mir tatsächlich lieber, wen sie offen reden, egal was, als wenn sie heikle Themen meiden. Schweigende Menschen sind eine unbekannte Größe und nicht mehr einschätzbar.....Dieses ganze Zuordungszeug in bestimmte politische Lager interessiert mich zunehmend weniger. Es verhindert offene inhaltliche Auseinandesetzung, weil ja alles, was der Sprecher vom anderen Lager sagen mag, sowieso schon anrüchig bis falsch sein muss. Es verblödet einen, gerade heute. Auch das scheint so eine Spielart der Gruppenbildung zu sein, die Sicherheit gibt und vor der wirklichen Auseinanderstzung mit anderen Perspektiven abhält, stattdessen werden Dinge einfach unterstellt. Gestern wurde ich in einem Blog als "rechtsradikale Putinscher Machart" etikettiert, weil ich bezweifelte, dass Wladimir der Verursacher des Rechtsrucks in Europa sei. Und kürzlich als Neurechte, weil ich mal die Federal Reserve erwähnt hatte. Also bitte! Natürlich gibt es bei uns eine Kampagne, die alles, was den Absichten des mainstream zuwiderläuft pauschal ins rechte Lager einordnet und ebenso klar ist es, dass das den Rechten hilft. Das ist doch einfach nur logisch. Die einen halten fortan lieber den Mund, was wir uns kaum wünschen können, die anderen bedanken sich für die kleine Orientierungshilfe und begeben sich dahin, wohin man sie verwiesen hat. zu den Rechten - wie sollte das denn anders laufen?- Ebenso klar ist, dass selbstverständlich jede Achillesferse, die eine Nation hat, von Mächten propagandistisch genutzt wird - wer würde sich den so ein psychisches Machtinstrument entgehen lassen? Hallo Realität. Es kann nicht sein, was nicht sein darf? Dabei handelt es sich um Missbrauch der Geschichte, wie es ja auch jeder "neue Hitler" und vermutete Holocaust- Szenarien in Ex-Jugosslawien etc, sind. Kritik an den Finanzeliten als "antisemitisch" zu diffamieren, ist extrem durchsichtig nur im Interesse jener Machtkreise - im Interesse der Juden ist es eindeutig nicht, wenn all die berechtigte Wut auf die Macht der Großfinanz so auf sie gelenkt wird!!
Und wer vertritt dermaßen dämliche bis bösartige Kampagnen? Jutta Ditfurth z.B., viele Grüne. Zum Glück keineswegs alle Linken. Ganzneben bei müsste doch Frau Carillo auch wissen, dass gerade die alternativen Medien, z:b: die nachdenkseiten, mit diesen Rechts-Diffamierungen diskreditiert werden. Es gibt im Internet viele Rechte, interessanterweise werden die aber eher weniger angegriffen. Die Friedensbewegung muss ideologisch lupenrein links sein, sonst ist der Atomkrieg vorzuziehen. Seit links so dämlich ist, ordne ich mich nirgendwo mehr ein und kann die Jugend da gut verstehen, aber kann es bei anderen nicht verhindern. Seis drum. Was soll es, Leute zu verfolgen, weil sie u.a. die Frage von der Souveränität Deutschlands stellen, wie es Xavier Naidoo passierte. Man darf eine Frage nicht stellen? Das haben aber auch schon Linke getan wie Gregor Gysi und Schäuble hat öffentlich erklärt, dass wir tatsächlich nicht souverän seien. Vielleicht auch wegen sonst fälliger Kriegsschulden, wollen wir es gar nicht, aber das sagt man nicht gern. - Wissen Sie denn genau, dass Migration nicht als Waffe eingesetzt wird? Ich gibt jedenfalls das Buch einer Amerikanerin (den Namen habe ich vergessen), dass diese Taktik beschreibt und auch noch andere Hinweise.9.
Machtinteressen richten sich doch nicht nach unserem Anstandsgefühl. Es könnte gut so sein und es spricht nichts dagegen, das zu untersuchen, den so würden auch die Flüchtlinge missbraucht.!
Die ehemalige irische EU-Grünen-Politikerin Patricia Mc Kenna, jetzt Präsidentin von "Europeans for Democracy" erklärte letzten Sommer in einem Interview, der Rechtsruck in Europa sei durch jahrelange teure und gezielte Propaganda bewusst gefördert worden um jeden Widerstand gegen den Ausbau der Macht der EU im Keim zu ersticken. Durch die Diskreditierung von Euro- und EU-Skepsis als "rechts" wurden Mitte und gemäßigte Linke davon abgehalten , solche Haltungen offen zu zeigen, asu Angst dan als charakterlich zweifelhaft zu gelten. Nur ein paar linksradikale Gruppen und vor allem natürlich Rechte ließen sich davon nicht abhalten. Das hat die Verbindung von anti-Eu gleich rechts noch weiter verstärkt und viele Rechte in diese Parteien und Gruppen gezogen, wo sie un mal Politik gestalten konnten, während Gemäßigte ausstiegen. So kann man rechte Gefahr tatsächlich auch aufbauen. und nutzen. "Die Taktik funktioniert bisher gut" stellte Mc Kenna fest. Sie funktioniert überall gut, auch hier bei uns.Letztlich geht es um den Abbau der Demokratie, Entrechtung der Bürger und eine Zentralisierung als Konzerndiktatur in Brüssel. Für einheitliche unbegrenzte Handelslräume. Das soll möglichst unsichtbar ablaufen und ideologische Kämpfe, mit denen wir hier beschäftigt sind, kommen da sehr gelegen. Und alle spielen schön ihre zugedachte Rolle, Linke, die sowas nicht sehen wollen, sind besonders nützlich.
Über die Kriminalität von männlichen muslimischen Zuwanderern hat eine griechisch-stämmige Polizisten kürzlich ein Buch herausgebracht.
Auch eine Richterin aus Berlin fällt mir ein, die sich dann das Leben genommen hatte. Ich kanns nicht persönlich nachprüfen, ist es Unsinn?

Antwort von U. Gellermann:

Ich will eine Nachricht aus der allgemeinen Gerüchteküche herausgreifen: Der Selbstmoder der Berliner Richterin Kirstin Heisig, den Sie erwähnen, sei entweder kein Selbstmord sondern ein Mord durch „Ausländer“ oder der Selbstmord sei durch „ausländische“ Verbrechen veranlasst. Beide Gerüchte sind falsch. Eine ähnliche Gerüchtelage köchelt rund um einen angeblichen „linken Rassismus“, der darin bestünde, Ausländer per se als gute Menschen zu betrachten und deshalb, z. B. im Gefolge der Kölner Ereignisse, Taten krimineller Ausländer herunterspielt. So wie es sicher einzelne Linke gibt, die einem solchen Denken nachhängen, so ist es sicher falsch, daraus eine relevante Strömung zu machen. Wer das tut, entfernt sich nicht nur von den Tatsachen, sondern baut eine schöne Brücke zu einem real existierenden Mainstream, der Ausländer grundsätzlich für kriminell hält und Gegner einer solchen Denke als Nachrichtenunterdrücker, als Vertuscher und Herunterspieler beschuldigt.

Hinzu kommt eine selten begriffene und zitierte Tatsache: Ausländern stellen in Deutschland einen großen Teil der Armen. Und tatsächlich stellen Arme (weltweit) den größten Anteil der Kriminellen. Wir haben es also mit einem sozialen, weniger einem kulturellen Problem zu tun.


Am 27. Januar 2016 schrieb Susi Sorglos:

Ach wissen Sie Frau Carrillo - da Sie in Ihrem Pamphlet nichts begründen - weshalb sollte ich mich einer kleinteiligen Analyse Ihres Textes unterziehen?

Ich bleibe dabei: das was Sie hier abgeliefert haben ist ein übles Stück Propaganda.
Solche "Linken" wie Sie sind eine Katastrophe.


Am 27. Januar 2016 schrieb Reyes Carrillo:

Liebe Susi Sorglos,

Sie wissen sicher schon, dass Sie mit einer solchen Zuschrift die Ihre Magennerven angreifende Seele der Polemikerin mit Honig salben. Dafür schon einmal meinen Dank. Dabei schaffen Sie es sogar noch, Ihre Eruptionen in einer Detailliertheit zu begründen, die Staunen macht. Übrigens: Der gute, alte Kamillentee hilft mir in vergleichbaren Situationen immer zuverlässig. Gute Besserung!


Am 27. Januar 2016 schrieb Ernst Blutig:

Es gibt keine wie auch immer gearteten Gemeinsamkeiten zwischen progressiven emanzipativen und dem Wohle ALLER Menschen untergeordneten echten linken Positionen und den von einer neurechten Front aufrechterhaltenen Querfrontträumen. Wer meint, der Schutz von Menschenrechten oder Kapitalinteressen sei zuerst für Deutsche durchzusetzen ist und bleibt Rassist und ist von völkischen Kapitalinteressen geleitet.

Das Märchen vom linken Rassisten ist aus der eigenen Inhaltsnot herbeigeredet und reine Ablenkung. Wer auf den Grundlagen von Kapitalismus und Rassismus prozessiert, handelt und denkt mit völkischen Interessen, die auf der Ausbeutung anderer fundiert. Diametral dazu stehen die Forderungen jeder echten als "links" (ein Begriff, der ja letzendlich nur die diffamierende Verkürzung und Inhaltsauslöschung für den politischen Gegner darstellt) apostrophierten Politik und Ökonomie.

Insofern gäbe es logischerweise auch keinen "rechten" Rassismus. Es gibt nur DEN Rassimus in der Sprache und im Handeln. Die Strategien der Neurechten, Neonazis und Völkischen ist es schon lange diesen allgmeingültigen Begriff von Rassismus aufzuspalten und neu zu verteilen nach Belieben (Plakat: " Was kann ich dafür, daß Nazis meiner Meinung sind" http://www.jungewelt.de/serveImage.php?id=78829&type=l&ext=.jpg).

Das ist dann wirklich Pech, daß sowohl das Handeln als auch die Sprache der Neurechten diesen allgemeinen Rassismus immer wieder aufzeigen. Es ist die Grundlage ihrer politischen Willensbildung.

Diese (neurechte) Meinungsfreiheit steht damit, nach Belieben, über den Grundlagen auf denen Rassismus und ausbeuterisches Leben und Handeln erst möglich sind. Rassismus an sich wird weißgewaschen durch Pseudodifferenzierung und Projektion des Spaltprodukts auf den politischen Gegner. Motto: es gibt entweder auch linken Rasssimus oder gar keinen, sondern nur Meinungen. Wer als Linker dann als linker Rassist gilt entscheiden selbstverständlich tagesaktuell und zukünftig ausschliesslich die eigenen dichtgeschlossenen Reihen. Für den Rest gilt bis auf weiteres das "linksversiffte" Dasein.


Am 27. Januar 2016 schrieb Susi Sorglos:

Zuerst war ich erschrocken, weil ich dachte, dieser Text stamme von Herrn Gellermann.

Wenn das "links" sein soll, was da abgeliefert wurde - etwas den Diffamierungen von Kritikern durch die MSM in nichts nachsteht - dann braucht solche "Linken" niemand mehr. Eine "Linke", die für die Menschen nur Verachtung übrig hat - siehe die Aussage zur direkten Demokratie - braucht erst recht niemand.

In diesem Text sind so viele unbelegte Unterstellungen, so viele Verdrehungen der Tatsachen, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll - z.B. dies hier: "Wer also auch nur die Lippen zu einem scheiß Halbsatz zum Thema Flüchtlinge spitzt, ohne diese Ursachenlage in sich auf Dauer-Plus geschaltet zu haben, der soll die Fresse halten! Pardòn."

Genau das tun die von der Autorin durch die Mangel gedrehten Kritiker ständig - durch ihren Artikel unterstellt sie das Gegenteil.

Dabei will ich es bewenden lassen - weil dieser Text hat mir Übelkeit verursacht: aufgrund seiner Unredlichkeit.

Es braucht ehrliche Menschen in diesen dunklen Zeiten, die das Verbindende suchen, nicht solche, die sich über andere erheben wollen.


Am 27. Januar 2016 schrieb Ute Plass:

Liebe Reyes Carrillo,
ja, bin mit Ihrem Beitrag , den Sie als *Polemik* kennzeichnen, sehr einverstanden.
So besehen, hätte ich mir meine aufmunternden Worte zum konstruktiven Dialog sparen können .(Kleine Rüge an Herrn Gellermann, der nicht auf Sie hören wollte).
Freue mich auf Weiteres aus Ihrer klug gespitzten Feder


Am 26. Januar 2016 schrieb Wilhelm Schneider:


Liebe Frau Reyes Carrillo, so einen Vernichtungswillen wie hier habe ich in der Rationalgalerie nicht vermutet! Wo Herr Gellermann seine mich immer an Tucholsky erinnernde spitze Feder zeigt, da nehmen Sie den Hammer zur Hand. In diesem Fall gefällt mir das aber durchaus. Sie schreiben mir aus dem Herzen.
Wenn es die Linken, wenn es den Sozialismus nicht geben würde, wäre die Empathie mit den Schwachen allein in den Händen der Kirchen. Eine mehr als unangenehme Vorstellung, nicht wahr? Mir ist daher jeder linke „Romantiker", wie es beleidigend heißt, tausendmal lieber als jeder andere aus seinen Träumen von einer besseren Welt aufgewachte "Meta-Ebenen-Kraxler". Also, Mut zur Romantik! Vielen Dank.


Am 26. Januar 2016 schrieb Monika W.:

Hohohohoh, schneidig schneidig! Ganz nach meinem Geschmack, man hört die Maulschellen richtig klatschen.


Am 26. Januar 2016 schrieb randy andy:

Ok, nach langem Überlegen schreibe ich nun doch etwas:
"sorry aber das ist im Prinzip nichts anderes, als es die rechte Seite auch macht, hier halt einer aus der linken Ecke formulierter Rundumschlag"
Bildlich gesprochen erscheint es für mich so, wie wenn sich immer die gleichen 2 gegenüber stehen und der eine seinen Baseballschläger in der rechten und der andere in der linken Hand hält.
Möglichkeiten zu einem zivilisierten Diskurs ? Keine ! Willen zu einem Gespräch ? Keine !
Für mich einfach nur traurig, dass wir es selbst im 3 Jahrtausend nicht schaffen miteinander zu kommunizieren.
Omg und schon wieder die Rassenkunde :-((
Es sollten sich alle nochmal mit dem Thema befassen, denn verdammt nochmal "DAS ist eine reine Theorie aus dem 19 Jahrhundert" und wurde Seitens der Wissenschaft schon zig mal ad absurdum geführt.
Ach und übrigens; z.b. die unterschiedliche Pigmentierung und die kleinen Differenzen in der Anatomie nennt sich Evolution und nicht Rasse.

Es ist für mich wirklich unfassbar, dass die selbsternannte "Krone der Schöpfung" also der homo sapiens nach tausenden von Jahren noch immer völlig geschichtlich lernresistent ist. Als einziges Lebewesen auf diesem Planeten, bringt sich der Mensch seit tausenden von Jahren gegenseitig um und das einzige was wir dabei lernten ist, dass wir die Methoden dazu perfektioniert haben aber in keinster weise kapieren wollen, dass dies völlig sinnbefreit ist und bleibt:-(

p.s.: ich kenne zwar die fachliche Qualifikation des Autors nicht aber Finanzwesen dürfte es nicht sein, denn wenn ich die Einstellung zum aktuellen" Neoliberalismus" und dessen Verniedlichung inkl gleichzeitiger Diffamierung der Kritiker als Aluhutträger im Artikel lese, fällt mir dazu nur etwas ironisch ein: "na dann, viel Spass damit "
(....und ja, ich hab dazu die fachliche Quali; sagt zumindest mein Diplom an der Wand neben mir.)


Am 26. Januar 2016 schrieb Reyes Carrillo:

Liebe Ute Plass,

um vielleicht doch etwas Gnade bei Ihnen zu finden, möchte ich bzgl. Ihrer natürlich konstruktiven Kritik auf Folgendes hinweisen: Es ist dies natürlich eine Polemik. Der Polemik eigen ist, dass sie keinen Konsens sucht, sondern pointiert, überspitzt, generalisiert, meinetwegen auch „unfair", „ungerecht" und im Duktus freilich auch überheblich auftreten kann. Zu ihr gehört im Zweifelsfalle auch, dass man eben mal so gar nicht miteinander reden will, sondern einfach nur draufhauen. Zumal aus einer defensiven Position heraus.
Und bitte beachten Sie dabei auch, dass ich selbst kein Blog oder irgendeine andere Seite betreibe. D.h., meine medialen vervielfältigungs- und damit meinungsbildenden Möglichkeiten im Netz sind ein Nichts im Vergleich zu "Aufklärungs-Konzernen" wie vor allem KenFM als wohl gegenwärtig führendem (Keine Missverständnisse: Ich finde KenFM total wichtig!). Bevor ich dort in einem 918. ungelesenen Kommentar schreibe "hallo Ken weißt du ich finde dich ja eigendlich ganz doll aber dass mit den Linken da und so da Hast du unrecht“?, frage ich dann doch lieber den Uli Gellermann.
Obwohl: Der ist Schuld an allem! Ich wollte unbedingt, dass er "Eine Polemik" über den Artikel schreibt, er lehnte das ab.


Am 25. Januar 2016 schrieb Ute Plass:

Reyes Carrillo: “Andererseits: Ginge es nach dem Volk, hätten wir morgen die Todesstrafe und übermorgen keinen einzigen Ausländer mehr im Land – außer Franco, den Pizzabäcker und Ali von der Dönerbude gegenüber natürlich.” Sollten mit “Volk” souveräne BürgerInnen gemeint sein, dann halte ich das für eine kühne Behauptung.

Wie bereits angemerkt, hielte ich es für sinnvoll, wenn die ProtagonistInnen des `Diskurses um das vermeintlich wahre Linkssein´ mehr miteinander und weniger übereinander debattierten.
Ansonsten bezweifle ich, dass, wie “La Gioconda” anmahnt, “auch die “Bohèmiens” wieder auf den Boden kritischer Denke” zurückfinden.


Am 25. Januar 2016 schrieb Lutz Jahoda:


DAS IMPERIUM JUBELT UND SINGT

Uneinig einig, das haben wir gern,
hauptsächlich unter den Linken.
Heute noch sehn wir den Sowjetstern
wodkaschwer versinken.

Uneinig einig, das alte Rezept,
ließ uns bis heut überleben.
Schön zu sehen, wie Deutschland stept.
Fein, wie die Leimruten kleben!


Am 25. Januar 2016 schrieb Jens Markgraf:

Die Le Bohemien-Site war mir unbekannt und ist wohl auch eher ein Randprodukt. Aber den Artikel von Jebsen, in dem durchaus auch vernünftige Gedanken zu finden sind, habe ich gelesen und kann die Meinung vom Herrn Carrillo teilen: Ken Jebsen schätzt die öffentliche deutsche Diskussion in diesem Fall einfach falsch ein.


Am 25. Januar 2016 schrieb S. Hauptkorn:

...."ist das lächerliche Selbstbild eines geradezu totalen Durchblickens, des Eindrucks, Teil einer Elite von intellektuellen Überfliegern zu sein...". Diesen Eindruck hinterlässt die Autorin durch ihren Artikel bei mir ebenfalls.
Sorry, kommt mir zu überheblich daher.


Am 25. Januar 2016 schrieb La Gioconda:

Da möchte man doch jede Silbe des Textes mit einer Unterschrift bestätigen, liebe Reyes Carrillo. Der frische Windstoß in dieser miefigen, auf den Hund gekommenen, verfahrenen und wirren Debatte, lässt endlich mal wieder aufatmen. Möge sich das Leitmotiv dieses Artikels, nämlich die Vernunft, viral verbreiten und auch die "Bohèmiens" wieder auf den Boden kritischer Denke zurückholen.


Am 25. Januar 2016 schrieb Ute Plass:

Schade, dass die Autorin Reyes Carrillo, das, was sie in diesem Beitrag thematisiert, nicht im direkten Austausch und Gespräch mit den von ihr ‘Gescholtenen’ sucht.
Gleiche Empfehlung gilt auch für den Autor Sebastian Müller, der meint, eine Integrations-Debatten-Verweigerung bei ‘den Linken’ auszumachen.
https://le-bohemien.net/2016/01/12/koeln-integration-debatten/#comment-371363

Ansonsten bleibt zu befürchten, dass Debatten dieser Art, in der sich vor allem übereinander in Feststellungen, Behauptungen, Vermutungen.... ergangen wird, auf dem neuesten Stand des Irrtums verhaken.

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