Der Durchbruch

Syrer in Sachsen

Autor: Wolfgang Blaschka
Datum: 27. August 2015

Die Koinzidenz beider Ereignisse ist frappierend: Der Südosten Europas wie auch der von Deutschland hallen wider vom Bürgerkrieg in Syrien. Während erschöpfte Flüchtlingskolonnen an der mazedonischen Grenze von Armee-Einheiten mit Blendgranaten, Tränengas und Gummiknüppeln festgehalten und gejagt werden, randalieren in Sachsen deutsche Neonazis gegen ankommende Kriegsflüchtlinge aus Syrien. Sie können von Polizei-Hundertschaften kaum in Schach gehalten werden, sei es mit Tränengas noch mit Knüppeln. Sie gehen in der vierten Nacht in Folge auf deutsche Antifaschisten, auf Flüchtlings-Helfer wie auch auf Polizisten los. Den unbewaffneten Syrern immerhin gelang der Durchbruch an beiden Brennpunkten: Sie erreichten inzwischen sowohl die Züge am mazedonischen Grenzbahnhof als auch per Bus ihre erste Unterkunft in Sachsen. An beiden Orten herrscht Ausnahmezustand.

In beiden Situationen geht es um dasselbe: Ist Europa willens und in der Lage, die Auswirkungen seiner verheerenden Nahost-Politik zu bewältigen? Bisher scheint es das nicht. Was bleibt, klingt wie ein Offenbarungseid: Kriege befeuern können die europäischen Staaten mit links; die Folgen jedoch zu tragen vermögen sie nicht, schon gar nicht mit rechts. Was sich derzeit an den Südost-Grenzen der EU abspielt, ist die unmittelbare Folge des imperialistischen Wahnsinns von 2003, des Irakkrieges im Zuge des großen Terrorkrieges, der nach George W. Bush über hundert Jahre andauern möge, also ein ganzes "amerikanisches Jahrhundert" lang. Europa war in wechselnden "Koalitionen der Willigen" immer dabei, wenn es um Regime-Change und nachhaltige Besatzung ging.

Die Zerstörung der staatlichen Strukturen nach der Entmachtung und Hinrichtung Saddam Husseins sowie die Etablierung einer strikt schiitisch dominierten Regierung hatte die absehbare Konsequenz, dass die ehemals staatstragenden Sunniten rigoros "abgewickelt" wurden wie weiland die "regierungsnahen Funktionsträger" der ehemaligen DDR. Vom Kantinenwirt bis zum Lehrer, vom Verwaltungsbeamten bis zum General wurden sie aussortiert und kaltgestellt, und mussten sich neue Beschäftigung und Betätigungsfelder suchen. Die fanden sie selbstredend in Opposition zur neuen Regierung, welche sie so gründlich entsorgt hatte.

Der Iran, seit 1979 traditioneller Erzfeind der USA, konnte sich zur vorherrschenden Regionalmacht mausern, mit der inzwischen sogar ein gewisses Einvernehmen herrscht. Noch in den 80-er Jahren hatte ein solches mit dem Irak bestanden – für acht Jahre blutigsten Krieges gegen den Iran. Westliche Außenpolitik taumelt von einem Dilemma in die nächste Bredouille: Von Afghanistan über Irak und Libyen nach Syrien – ein Desaster nach dem anderen! Die Blutspur der NATO düngte den Boden des Islamismus.

Ein teures Unterfangen, menschlich wie ökonomisch: Von der erhofften Erdölausbeute im Irak keine Spur für den Westen, dafür 500.000 Tote und eine Schneise der Verwüstung im Irak. Daraufhin das Entstehen und Erstarken des IS, jener kruden Vorstellung, mittels Mittelalter die verderbte Moderne besiegen zu können, die sich der Folter ebenso bedient wie das Kalifat der Enthauptung. Der Siegeszug religiöser Fanatiker im vormals laizistischen Staat wurde "lange Zeit unterschätzt", resümierte Obama nur lakonisch. Inzwischen wurde bekannt, dass ein entsprechend warnendes DIA-Dossier von der US-Administration "bewusst ignoriert" wurde.

Frühere Kommandeure der irakischen Armee liefen mitsamt militärischen Kenntnissen und Ausrüstungsgegenständen zum IS über, anstatt sich ihm entgegenzustellen. Kampflos übernahmen sunnitische Gotteskrieger weite Teile des Irak; von dort griffen sie auf das bürgerkriegsgeschundene Syrien über. Dort rüstete der Westen die sunnitischen "Rebellen" auf, um die ebenfalls säkulare Assad-Regierung zu schwächen; sie zu stürzen gelang ihm bis heute nicht. Nur eines funktionierte wie geschmiert: Dem IS in Syrien weite Territorien zu überlassen, um Jesiden zu jagen, Kurden zu massakrieren und Weltkulturerbe-Stätten unwiederbringlich zu zerstören. Und über 13 Millionen Flüchtlinge zu generieren, die der Hölle zu entkommen trachten, entweder den Bomben Baschar al-Assads oder den Killerkommandos der Al-Nusra-Front, der Al Qaida, des IS. Einzig die Kurden vermochten denen bisher zu widerstehen.

Deutschland war an dieser Entwicklung ursächlich mit beteiligt: Seine Kriegsbeihilfe hatte auch ohne direkten Bundeswehr-Einsatz vor Ort die Führung des Irak-Krieges erst ermöglicht. Es fungierte als Nachschub-Basis und Drehkreuz für Truppentransporte sowie als sicheres Hinterland zur Verletzten-Versorgung. Der BND lieferte der CIA sogar den Kriegsvorwand frei Haus, serviert wie auf dem Silbertablett: Die Lüge von den angeblichen Massenvernichtungswaffen Saddam Husseins, die sich später niemals und nirgendwo finden ließen, weil es sie nicht gab. Nun schlägt dieser Krieg mit seinen Folgerungen zurück – in Form von nicht enden wollenden Flüchtlingsströmen. Schröder und Fischer sitzen längst in gemachten Nestern, derweil ihr "Curveball" zum Bumerang mutierte. Sie hätten den Krieg verhindern können – durch Sperrung des Luftraums und Aufdeckung der perfiden Kriegslüge. Sie taten es nicht. Stattdessen saßen BND-Agenten mitten in Bagdad, die den Piloten exakte Koordinaten zu gezielten Bombardierungen durchgaben.

Nun brennt es in Mecklenburg-Vorpommern in der NS-Dorfgemeinschaft Jemel und in Sachsens braunen Biotopen, an Deutschlands widerlichsten Orten: Freital, Heidenau und Nauen, dicht gefolgt von Remchingen in Baden-Württemberg und dem oberbayerischen Reichertshofen. Der IS-Terror entfachte mittelbar den Nazi-Terror aufs neu, wie eine Fackel die nächste. Das entschuldigt nichts, erklärt aber manches: Rechtes "Rebellentum" gibt es fast überall, und es führt jedesmal ins Pogrom, in tödliches Verderben vor allem für die Schwächsten, in den Triumph der Niedertracht, der Lüge, der Verfolgung von Minderheiten. Rassismus und religiöser Irrwitz, Nationalismus und Militarismus bedingen und beflügeln einander; sie sind aus demselben Holz geschnitzt, wenngleich zu verschiedenen Keulen geformt, die oft genug erbarmungslos aufeinander einschlagen in fataler Kumpanei voll trauter Feindschaft. Ein Menschenleben gilt ihnen wenig, nicht einmal das eigene, wo es dies zu opfern gilt, welchem Helden- oder Märtyrerkult auch immer.

Wo sichere Zuflucht nur mit dem Polizeiknüppel zu erzwingen und Brandstiftung nur mit Tränengas-Kartuschen zu verhindern sind, läuft etwas gewaltig schief. Europa sollte seinen unverdienten Friedensnobelpreis beschämt zurückgeben, solange es seiner eigenen Kriegstreiberei und seinem Rassismus-Problem nicht Herr geworden ist. Sein Blinddarm ist akut entzündet, der muss schleunigst herausoperiert werden, möglichst noch vor dem Durchbruch! Der Patient wird aufhören müssen seine Waffen zu exportieren, die die Überlebenden an deren Einsatzorten heillos in die Flucht schlagen. Ansonsten gäbe er sich selbst die Keule: Kriege, die von hier ausgehen oder geschürt und eskaliert werden, kehren irgendwann zurück. Wer Tornados aussendet, könnte Hurricanes ernten, nicht nur ein paar zehntausend menschliche Zeugen seiner hochnäsig begangenen Verbrechen wider Menschlichkeit und Vernunft.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 29. August 2015 schrieb Hermann Müller:

Lieber Herr Blaschka, so recht Sie mit vielem haben - wenn Sie ganze Orte in Deutschland pauschal als "widerlich" bezeichnen, ist das nicht die gleiche Denklogik wie sie jene haben, die allen Ausländern pauschal eine bestimmte Eigenschaft zuschreiben?


Am 29. August 2015 schrieb Sven Heuser:

Kreativ sind sie ja, die FREUNDE mit ihrem Vasallenclub. Nach den Weapons of Mass Destruction wurden die Weapons of Mass Migration geschaffen. Auch bei den hochgezüchteten Hilfstruppen blüht die Fantasie seit langem auf: Taliban, Al Kaida, Al Nusra, Daesh, ISIL, IS, Perschmerga usw. usf. Lange nichts mehr von Boko Haram gehört. Kann definitiv ausgeschlossen werden, dass zumindest Teile der Nazi-Gruppen, die sich derzeit in dieser Republik, ob mit oder ohne Zündhölzer, mit den Flüchtlingsunterkünften beschäftigen, nicht auch zu den gedrillten Hilfstruppen gezählt werden können? Es könnte einem die Ukraine als EU-Versuchslabor einfallen.

Verantwortung übernehmen heißt die neue geostrategische Zielvorgabe für Berlin, die kühl eingefordert wird. Und mit der erprobten Kopplung der Ur-Emotion Angst mit Gehirnwäsche werden die Nudging-Aktionen im Inland (und in der EU) schon noch zum angepeilten Erfolg bei der Bevölkerung führen. Hat sie doch extra dafür zusätzlich drei Psychologen ins Kanzleramt gesetzt bekommen. Transparenz über die Hintergründe und Aufklärung der breiten Öffentlichkeit über die Ursachen würden die Ziele des Clubs der FREUNDE konterkarieren und die Choreografie der EU-Inszenierungen vor unseren Augen sabotieren.


Am 28. August 2015 schrieb Michael Müller:


Ich plädiere für das Verursacherprinzip und hätte da mal einen Vorschlag für den schwarzen "Friedensnobelpreiser". Wir schicken mal alle Flüchtlinge weiter nach New York zum Verursacher. Wenn dann ein Kreuzfahrtschiff nach dem anderen Ellis Island anläuft, muss er dieses wieder öffnen.

Aber da dann eine Welle durch die USA läuft, welche ihn hinwegspülen würde (Immigrantenfeindlichkeit ist da ein imminentes Thema), würde er diese Schiffe unter Androhung von Gewalt wohl zurückschicken. Die USA interessiert das Elend nicht, welches sie anrichten.

Antwort von U. Gellermann:

Man sollte den armen Flüchtlingen (zumal wenn sie die falsche Hautfarbe haben) die USA ersparen.


Am 28. August 2015 schrieb Peter Lind:

Zunächst mal eins: den Flüchtlingen gehört unsere ganze Solidarität und Unterstützung. Zum zweiten: die von der offiziellen Politik und ihrer eingebetteten Journalie als "besorgte Bürger" bzw. als "asylkritische Einwohner" verharmlosend apostrophierte Nazis dürfen nicht durchkommen. Doch schließlich auch das: die Flüchtlingswelle, die derzeit über uns gekommen ist, ist letztlich und vor allem das Ergebnis der europäischen, insbesondere der deutschen Politik. Es war gerade der deutsche Wirtschaftsminister, der dafür Sorge trug, daß arabische Regierungen mit mehr deutschen Waffen als je zuvor ausgestattet wurden und werden. Zur Erinnerung: der deutsche Wirtschaftsminister behauptet von sich ein sozialer Demokrat zu sein. Mit den an die arabischen Potentaten gelieferten Waffen setzen diese sie gegen die eigenen Bevölkerungen ein, bringen sie ihre eigenen Bürger um, zerstören sie deren Lebensgrundlagen, treiben die Menschen ihrer Länder aus deren Heimat. Von dort flüchten sie natürlich dorthin, wo sie hoffen, daß sie und ihre Kinder nicht ermordet werden, wo sie sich Frieden und die Möglichkeit erhoffen eine lebenswürdige Existenz aufzubauen. Das ist nach gegenwärtiger Lage der Dinge ausgerechnet das Land, was mit seinem Waffenpotential ihr Elend erst begründete. Oder auch: sowas kommt von sowas. Mögen ruhig noch mehr Flüchtlinge zu uns kommen, bis hierzulande endlich (hoffentlich) mal begriffen wird: wir haben daselbst diese Situation geschaffen. Das (Elends-)- Imperium schlägt zurück.


Am 28. August 2015 schrieb Manfred Ebel:

Wie in diesem Artikel müssen immer wieder und unnachgiebig Zusammenhänge bewusst gemacht werden. Und immer wieder müssen auch die einzigen und wirklichen Ursachen bewusst werden. Zum Beispiel sind Begriffe wie "Bürgerkrieg", "ist Europa willens ...", "Westliche Außenpolitik taumelt von einem Dilemma in die nächste Bredouille", "Gotteskrieger" ... na sagen wir mal Lehnworte aus der bourgeoisen Ideologie. Das Wesen aller Ausbeutergesellschaften ist kriegerische Konkurrenz, besonders die des imperialistischen Kapitalismus. Konkurrenz bestimmt aber auch deren scheinbares Wissensgebäude. Durch erbarmungslose Konkurrenz auch untereinander kann die Bourgeoisie niemals ein schlüssiges, dauerhaftes, tragfähiges Wissensgebäude errichten. Sie, ihre medialen, wissenschaftlichen, politischen und sonstigen Speichellecker sind zu nebulösen, das Wesen vernebelnde Begrifflichkeiten gezwungen. Und sie sind gezwungen, unser Denken zu vernebeln.
Was soll ein "Bürgerkrieg" anderes sein, als dass herrschende Klassen Zwietracht unter den beherrschten Massen säen und sie aufeinander hetzen? Bürger führen nicht von sich aus Kriege. Sie sind im Wesen friedlich.
Was soll "Europa" hier anderes als ein Synonym für Chauvinismus und vorghebliche Gesinnungsübereinkunft sein? Nein! Als in Europa lebender Mensch deutscher Nation distanziere ich mich unmissverständlich von bourgeoisen Interessen.
Kapitalistische Außenpolitik kann nicht anders als taumeln, täuschen, diskreditieren, sanktionieren, verleumden, boikottieren. Es ist ihr Wesen.
"Gotteskrieger"? Dass ich nicht lache! War der 30jährige Krieg ein Glaubenskrieg? Die Kreuzzüge etwa?
Zu unserer gemeinsamen Klarheit! Sie (!) wollen uns (!) bluten lassen für deren "erhoffte Erdölausbeute". Es sind unzweideutig "Verbrechen wider Menschlichkeit und Vernunft".


Am 28. August 2015 schrieb curti curti:

Was sichtbar zur "Durchbruch" zu kommen scheint, ist die "Birne" von Merkel in die untere Preipherie. Ein Hals ist jedenfalls kaum noch sichtbar. Hätte sie mal öfter welchen haben/zeigen sollen gegenüber den "Freunden"!

Sachsen ist eine Zwischenstation in einer sich umfassender entwickelnden Elendsschleife für Flüchtlinge und zunehmend auch die eigenen Bevölkerungen. Dahinter stehen perfide Planungen seits div. think-tanks, die maßgeblich die Politik bestimmen.

Auch hat der "imperialistische Wahnsinn" (trotz aller leidvollen Erfahrundgen des 2.WK) bereits nach diesem eingesetzt, einen weiteren Schub durch den Reaganismus erhalten und ist richtig entflammt worden durch das "event" am 11.09.2001. Das war der wirkliche "Durchbruch" all das ungezügelt von der Leine zu lassen, was in den Köpfen von hemmungslosen Psychopathen nicht mehr zu zügeln war.

Die Welt ist mittlerweile regelrecht geprägt von einem unfassbaren Wahnsinn, den viele scheinends für völlig normal halten. Nun kommt aber eine der Folgen daraus zu einigen der Verursachern, logo nicht in die gated-areas, aber zumindest in die Länder und treffen dort -absehbar- auf die bekannten Krawallbrüder und Schwestern.

Ein wahrer Durchbruch wäre es gewesen/könnte es sein, wenn den Flüchtlingen Perspektiven in ihren Heimatländern geboten worden wäre, wenn selbst die einfachen Strukturen nicht vorsätzlich zerstört würden um niederträchtiger, menschenverachtender Ziele willen.

Gestern hat man den EU-Konferenzlern einen Kleinlaster quasi vor die Nase gestellt, in dem sich 20-50 Leichen befanden. Es ist geradezu grotesk, wenn die Kanzlerdarstellerin als Reaktion in einer Pressekonferenz verkündet, daß die Schlepper >>kein Gefühl<< für die Menschen zeigten und es keine Toleranz mit ihnen geben darf. Was für eine grandiose Aussage vor dem Hintergrund, daß ihre Politik mitverantwortlich dafür ist, daß Schlepperbanden überhaupt tätig werden können, daß Flüchtlinge überhaupt fliehen müssen und daß es sich bei den Heiligen jenseits des Atlantiks offensichtlich um eine Ausgeburt des Teufels handelt, gegenüber denen sie nicht tief genug den unterwürfigsten Kniefall machen kann.

Du bist es auch, Madame, die ebenfalls kein Gefühl zeigt, deren Haupt immer tiefer im eigenen Morast versinkt und Du bist es auch, die auf die Anklagebank gehört, auf die moralische in jedem Fall und auf die der Verantwortung ebenso. Auch für Dich sollte gelten - keine Toleranz und nicht 100% Zustimmung für die Verursacher!

Im Journalismus bleibt zu hoffen, daß sich zumindest dort mehr als schlechtes Gewissen einstellt. Ein Kommentar -allerings zu vorgerückter Stunde- läßt zumindest etwas hoffen (Video läuft auf tagesthemen nicht mehr, jedenfalls bei mir soeben nicht, deshalb der zeite Verweis).

https://www.tagesschau.de/kommentar/restle-fluechtlinge-101.html

http://www.nachrichtenspiegel.de/2015/08/27/ard-stellt-fest-die-eigentliche-schande-sind-unsere-politiker/

Antwort von U. Gellermann:

Dass der erwähnte Kommentar vom WDR - gestern um 22.15 Uhr gesendet - nicht mehr einfach auf tagesschau.de zu finden ist, entspricht der Wirklichkeit der Massenmedien: Wahrheiten können sie kaum ertragen. Man kann nur hoffen, dass der kommentierende Kollege, Georg Restle, nicht schon ins Archiv versetzt worden ist.


Am 28. August 2015 schrieb Hella-Maria Schier:

In Professor (Psychologie) Mausfelds sehr erhellendem Vortrag "Warum schweigen die Lämmer?"(auf nachdenkseiten verlinkt und bei You Tube) ist von verschiedenen Verwirrtechniken, mit denen die Medien uns bearbeiten, die Rede, eines ist die Fragmentierung der Nachrichten, die verhindern soll, das Weltgeschehen im Zusammenhang zu betrachten.
Hier Fragment Syrienkrieg, da Fragment Flüchtlingsfrage, z.B.
Für Bürger, die dann doch mal eins und eins zusammenzählen, hat man den krankhaft versponnenen "Verschwörungstheoretiker" parat und wenn er dann noch nicht unter Isolationsängsten klein bei gibt, lässt sich meist ein "antisemitisches" Element ausmachen.
Da das bei solcher Dehnung des Begriffs langsam auch an Wirkung verliert, überlegt man schon länger in verschiedenen europäischen Ländern, vermutl. auch bei uns, die freie Meinungsäußerung per Gesetz einzuschränken und so die westliche Wertegemeinschaft um einen Wert zu erleichtern, gerne würde man lieber schon heute als morgen die "Verschwörungstheorien"unter Strafe stellen. Zu dem Zweck wird dann wohl der alte "Hexenhammer" aus dem Museum geholt und modern überarbeitet.
Parallel versucht man das Internet unter Kontrolle zu bekommen und von "Teufelswerk" zu bereinigen...in dem Zusammenhang fiel mir ein Video von einer bekannteren Sendung auf - kann leider den link gerade nicht finden, wo zwei Moderatoren sich engagiert, natürlich zu Recht, gegen rechte Hetze auf Flüchtlinge äußern.
Zwei nette Typen, aufrecht, sagen den Neonazis, was sie von ihnen halten und bieten ihnen die Stirn. Aber, wie fast immer, fiel bei allem anrührenden "Seid willkommen" kein Wort über die Ursache der Flüchtlingsströme, über unsere Kriege und Waffenexporte.
Ein Till Schweiger tut sich mit seinem Willkommen auch sicher leichter, als einer der vielen sozial abgeschobenen einheimischen Mitbürger, die ich in Köln ständig an foodsharing-Stellen warten und sogar in Mülltonnen wühlen sehe..

Um gewaltbefürwortende Hasstiraden gegen Flüchtlinge zu unterbinden, gibt es bereits Gesetze, die Aufforderung zur Gewalt ist verboten, die Diskriminierung anderer Völker und Rassen auch. Diese Gesetze müssen nur angewandt werden! Von allen Ansinnen aber, stattdessen die freie Meinungsäußerung gesetzlich einzuschränken, was meinem Eindruck nach mental anscheinend vorbereitet wird, auch unter Benutzung der Flüchtlingsfrage, ist unbedingt Abstand zu halten!!
Vor allem aber weckte etwas anderes mein Misstrauen: es ginge nicht an, dass im Namen der Meinungsfreiheit fremdenfeindliche Hasstiraden verbreitet würden. Das wird nat. mit Recht verurteilt - aber worauf soll es hinaus?? Offensichtlich nicht auf mehr Ehrlichkeit in der Berichterstattung, indem man, mit Adresse an die Rechten, zur Entlastung der Flüchtlinge die wahren Schuldigen an der Massenflucht nennt und sich auch um unsere sozial Schwachen kümmert. Der Beitrag war vollkommen regierungsunkritisch, Merkel hätte das so unterschreiben können. Mich alarmierte vor allem das Wort "Meinungsfreiheit", das besonders, wie etwas Negatives, hervorgehoben wurde. Könnte es nicht der perfide Versuch sein, unter Ausnutzung des sozialen Gewissens über die Hintertür ein Gesetz durchzubringen, das die freie Meinungsäußerung einschränkt? Solidarität mit den Flüchtlingen könnte vor allem viele Linke dafür gewinnen. Aber hat man so ein Gesetz erstmal durch (statt die Ursachen anzugehen!), ist es im Nu auf alles Mögliche anwendbar, und dann letztlich auf alle kritischen Stimmen, wie z.B. diese Seite.
Vorsicht mit allen Gefühlsapellen scheint mir wieder mal angesagt, (siehe auch Charlie Hebdo, MH 17, etc.) gerade Deutsche wollen nicht als fremdenfeindlich gelten, was gut ist, aber leider zweckentfremdet werden kann. Mausfeld nennt dergleichen "Empörungsmanagement". Die Meinungsfreiheit darf nicht angetastet werden! !
Ein Redeverbot war ohnehin noch nie eine Lösung für Probleme!


Am 27. August 2015 schrieb Rüdiger Becker:

Verdienstvoll, dass ein Autor der Rationalgalerie die Dinge mal auf ihren Ursprung zurückführt. Bei all den klugen, mutigen, investigativen Redakteuren der auflagenstarken Presse greift an diesem Punkt offenbar stets die Selbstzensur. Inhaltlich zu ergänzen wäre Libyen: Wie im Fall Irak hat eine dreiste Lüge, diesmal die von einem geplanten Genozid, alle militärischen und zeitversetzt auch Flüchtlings-Schleusen gen Europa geöffnet; am Drücker saß Hillary Clinton ganz persönlich. Wir werden sie vielleicht bald als große Transatlantikerin, Präsidentin und Freundin der Deutschen begrüßen dürfen. Und niemand wird rufen: "Seht das Blut an ihren Händen!". Zudem sollte man vielleicht auch noch an den Jugoslawien-Krieg erinnern, bei dem unsere Bundeswehr so engagiert mittat; völkerrechtswidrig. Auch dort stand am Anfang eine große Lüge, damals von Herrn Fischer, Stichwort Hufeisenplan. Heute kommt etwa die Hälfte der Flüchtlinge aus dieser demontierten, abgewrackten Region. Es rächt sich eben alles. Nur dass nicht die wahren Schuldigen dafür bezahlen.


Am 27. August 2015 schrieb Lutz Jahoda:

"Was sich in Syrien abspielt, ist traurig",
können wir alltäglich hören und lesen.
"Häuser beschädigt, geplündert, zerstört".
Leider kein Wort des Bedauerns gehört,
lediglich knapp ein geheucheltes "schaurig!"
und, achselzuckend: "Wir sind´s nicht gewesen,
fragen Sie Seibert." Der sagt es: "Das hat
alles verschuldet der böse Assad!"

Polizei überfordert, Rechtsstaat blamiert.
Heidenau, Sachsen: ein Ort zum Vergessen.
Syrische Kinder staunen und weinen,
fragen die Eltern, die trösten und meinen:
"Wir wissen auch nicht, was hier passiert.
Es wird nicht besser, wenn ihr lamentiert.
Also, seid brav, dann gibt´s Trinken und Essen."


Am 27. August 2015 schrieb Hans Ion:

Es sind a l l e politisch-militärisch HEIMAT-VERTRIEBENE --- aus USA- "INTERESSEN-GEBIETEN"!!! Mann EUROPÄER wacht endlich auf!!!


Am 27. August 2015 schrieb Angelika Kettelhack:

Wenn ein F-22 Raptor abstürzt und beim Aufprall ein schönes helles Licht erzeugen wird, freut sich gewiss unser Bundespräsident. Und wenn »erschöpfte Flüchtlingskolonnen an der mazedonischen Grenze von Armee-Einheiten mit Blendgranaten ... festgehalten und gejagt werden« (@Wolfgang Blaschka) und in Deutschland derart viele Flüchtlingsunterkünfte abgebrannt werden, passt es ja sehr gut, wenn sich ausgerechnet dann unser Ober-Salbaderer noch MEHR LICHT wünscht.


Am 27. August 2015 schrieb Markus Schmitz:

Herr Blaschka, herzlichen Dank, für diesen überaus treffenden und wahren Artikel.
Ich frage mich, ob diese bewusst ausgelöste Voelkerwanderung nicht System hat. Für unsere FREUNDE, wie Uli Gellermann die USA in einem anderen Artikel nennt, ergäben sich gleich zwei Vorteile. Die EU ist mit dem Fluchtlingszuwanderungsstrom die nächsten Jahre nicht nur gesellschaftlich, sondern auch politisch überfordert und geschwächt. Eine auf Innenpolitik fixierte EU wird auch in Zukunft nicht aufbegehren und bereitwillig tun, was die FREUNDE befehlen.
Der entvölkerte mittlere Osten, ohne funktionierende Staatsgebilde, kann dann von unseren FREUNDEN nach gutdünken und ohne Rücksicht auf die Rechte anderer Staaten ausgebeutet werden. Ein Schelm, wer denkt, die USA würden die Weltherrschaft anstreben.


Am 27. August 2015 schrieb Brigitte Klara Mensah-Attoh:

Es dreht einem den Magen herum angesichts dieser vollkommen absurden Situation.
Überspitzt gesagt hätten die Flüchtlinge, die gerade so ihr Leben retten konnten, ja gleich dort bleiben können, von wo sie fliehen mußten. Denn selbst nach einer langen Odysee - angekommen im reichen Deutschland - müssen sie sich ausgerechnet von bösartigem Pöbel massiv bedroht fühlen.

Fürchterlich: selbst stinknormale Bundesbürger finden nichts dabei, empathielos auf die Schwächsten der Schwachen loszugehen. Die verdammte Aufgabe der Medien wäre es doch, jetzt einmal verstärkt auf die kausalen Zusammenhänge aufmerksam zu machen - nämlich daß unsere Politik - unsere Waffen ursächlich mit dazu beigetragen haben, daß diese armen Menschen überhaupt erst in diese Situation geraten sind!

Wie beschämend, wie beängstigend! Plötzlich fallen - hauptsächlich im Osten der Republik, aber auch sonst im Land - plötzlich Flüchtlingsunterkünfte den Flammen zum Opfer. Es wird "gemutmaßt" - wer das wohl war - und viel palavert statt beherzt und mutig gehandelt gegen eine rechte Gefahr, der die Politik - wenn überhaupt - bisher immer nur lauwarm, halbherzig begegnet ist - so wie bei den "Döner-Morden"! Man darf wirklich gespannt sein, was aus dem vollmundigen Versprechen von Minister Maas, dagegen "hart vorzugehen", werden wird - wahrscheinlich überlegt man so lange, bis das Land ganz in Flammen steht... .

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