Der Antichrist steht wieder auf

Beklemmende Osterbotschaft aus Berlin

Autor: Wolfgang Blaschka
Datum: 13. April 2017

Die Christen in aller Welt fasten und beten am Karfreitag, stumm die Katholiken, freudig die Protestanten. Die sehen im Gedenken an Christi Kreuzestod die Überwindung des Leides und des Todes, und feiern die finale Erlösung als ihren höchsten Feiertag. Frau Merkel geilt sich derweil am Krieg auf, lobt den Bruch des Völkerrechts mittels Raketenangriffen, feuert Trump an, zuerst Assad zu stürzen vor dem IS und überlässt Christen in Syrien getrost ihrem Schicksal nach einem eiligst herbei gesehnten "Regimewechsel".

Bereits seit vorislamischen Zeiten existieren in Syrien christliche Gemeinden. Heute gehören etwa zehn Prozent der Bevölkerung mehreren christlichen Religionsgemeinschaften an. Neben Alawiten, Drusen, Jesiden und Kurden diverser ideologischer und religiöser Bekenntnisse bilden sie zusammen jene Minderheiten, welche die präsidentielle Regierung Assads als Garanten eines säkularen Staatswesens betrachten und mehrheitlich politisch mit tragen, trotz aller Differenzen und Probleme, die sie mit dem autoritären Präsidenten und dessen Baath-Partei haben und austragen mögen. Würde diese Regierung stürzen, käme nicht eine demokratische nach, sondern die Terrorherrschaft diverser islamistischer Kräfte, die sich teilweise zwar selbst nicht grün sind, in Einem jedoch völlig einig: Den Ungläubigen soll die Unterwerfung unter ihr System, ihre Glaubensauslegung, ihre Rechtsordnung, die Sharia abgepresst werden, notfalls mit brutaler Gewalt und Todesdrohung. Ein Kalifat der terroristischen Sorte soll entstehen: Wer dem Propheten nicht freiwillig und reumütig huldigt, dem ist das sichere Ende vorausgesagt oder die panische Flucht gewiss vor Zwangskonversion oder aber Versklavung, Steinigung, Köpfung und was der selbsterfüllenden Prophezeiungen mehr sind.

Die Welt hat Kostproben davon bereits sehen können. Auch US-Amerikaner wurden enthauptet von den Dschihadisten des IS. Ihre Propaganda-Videos lassen keine Zweifel aufkommen, wie sie mit Widerständigen oder Abtrünnigen umzugehen gedenken. Allein die Assad-Regierung konnte das umfassend drohende Horrorszenario bisher verhindern mit Hilfe Russlands, des Iran, der Hisbollah und der kurdischen Selbstverteidigungskräfte, zumindest dort, wo sie noch Einfluss hatten oder wieder erlangten. Auch Moslems sind vor fanatisiertem Terror nicht sicher, denn der fundamentalistische "Islamische Staat" hat mit dem Islam und mit "Frieden" nichts im Sinn. Er herrscht vielmehr in den Landesteilen, die er beherrscht, als halbstaatlich organisiertes Verbrechertum. Jeder weiß das.

Nun will die Bundeskanzlerin Angela Merkel, geborene Pastorentochter, genau diese Regierung abserviert sehen, die solches verhindern kann. Sie nennt sie seit langem höchst despektierlich nur "Regime", weil so klar wird, dass ihre Bundesregierung mit solchen "Christen-Schützern", "Jesiden-Verteidigern" und "Alawiten-Förderern" nichts zu tun hat, sondern eher mit wahabistischen Kopf-ab-Saudis und anderen reichen Golfanrainern, die dem völkerrechtswidrigen Raketenangriff der USA ebenso Beifall zollten wie der Palästinenser-Verfolger Netanjahu oder der Kurden-Schlächter Erdogan. Mit diesen diabolischen Herrschaften im Bund hat die evangelische Christin dem Leibhaftigen im Oval Office signalisiert: Meinen Segen hast Du, altes Schlitzohr! "Assad trägt die alleinige Verantwortung" für das faule Osterei, das zwar nach Pech und Schwefel stinkt, dafür aber auch einen klumpigen Pferdefuß aufweist: Was danach auf die Syrer zukommt, ist mir schnuppe. Und das kurz vor Ostern. Eine "frohe" Botschaft wahrlich: Frau Merkel lässt die Christen im Stich. Und natürlich alle anderen, die das drohende Desaster nach dem so zielsicher anvisierten Sturz von Assad nur noch als entwurzelte Flüchtlinge überleben könnten, sofern sie sich nicht den siegreichen Dschihadisten kampflos ergäben.

Indem er der syrischen Luftwaffe skrupellos Schäden zufügt, um alle Gerüchte, er sei ein großmäuliges Weichei, "Lügen zu strafen" und zu zeigen: "Yes, we can", vereitelt Trump seine angebliche, doch freilich nur vorgeschützte "Mission", mit allen Kräften den IS bekämpfen zu wollen. Er schwächt die Kampfkraft der syrischen Armee, um den Gegnern Assads zu signalisieren: Nun ist der Sturz Assads wieder das vordringliche Ziel, wie gehabt. Zu dessen Realisierung taugen selbst allerungemäßigste "Rebellen", dazu sind Unterstellungen und giftige Lügen gut genug, und eben auch die eigene teufliche Tat. Merkel findet das uneingeschränkt gut.

Merkel liked das! Merkel wird viele, viele verlogene Kreuze schlagen müssen zu Ostern, dass ihr der perfide Plan gelinge: Assad träte ab, und die multireligiöse und multiethnische Gesellschaft Syriens schwämme im Blut. Da nützte auch der Segen "Urbi et orbi" aus Rom nichts; eine Auferstehung würde es da nicht geben. Und auch anschließend keine Himmelfahrt: Die zerfetzten Leiber der von Selbstmord-Attentätern in die Luft gesprengten "Feinde des Islam" würden nur wenige Zentimeter hochgelüpft, bevor sie leblos aufs Pflaster sackten und liegen blieben. Das wäre dann eine spezifisch Merkelsche Passionsgeschichte, die ihr womöglich kein Schweißtuch wert wäre. Den CDU-Wählern, so sie denn doch noch an irgendwas glauben, und sei es "nur" an Menschlichkeit, könnte allerdings ein Licht aufgehen, wenn sie staunend das Grab leer sehen würden, und ihnen eine sehr hell leuchtende Gestalt erschiene: Bascher al-Assad! Nicht tot, nur frisch auferstanden. Denn das Kriegsszenario, das sich Angela, der falsche Engel und der "Westen" so ruchlos ausmalen, wird so nicht stattfinden. Und diejenigen, die es mit aller Macht zu inszenieren bemüht sind, werden ebenso auf dem Müllhaufen der Geschichte landen wie der IS. Denn Terrorherrschaften währen nicht ewig, profan gesagt.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 19. April 2017 schrieb Otto Bismark:

Was erneut deutlich wird ist eines, das allerdings wirkliche Gläubige nicht gern hören werden. Die Religiösitäten aller Arten dienen wie seit Jahrtausenden nur der Durchsetzung von Interessen der unterschiedlichsten Art. Und die Gläubigen werden gnadenlos benutzt. Religion ist Privatsache und wirkliche Politik hat das zu gewährleisten. Eine andere Lösung gibt es nicht!


Am 17. April 2017 schrieb manfred Caesar:

Der Antichrist sitzt in Rom und natürlich auch in den evangelischen Kirchen.
Die "christlichen" Kirchen durchzieht ein Pesthauch der Verbrechen im Namen des selbstgebastelten allbarmherzigen Gottes zu allen Zeiten von seinen selbsternannten Dienern verübt.Mit Beispielen kann man ein ganzes Buch füllen.Ich nenne nur die "heilige" Inquisition..Da hat sich nichts geändert.


Am 16. April 2017 schrieb Karl Heinz Bernhart:

Antichrist hin oder her. Diese ganzen christlichen Metaphern für "das Böse" braucht niemand, außer um wieder einmal irgendein obskures Süppchen für seine Anhänger zu kochen. Wir leben in einer Zeit, in der endlich sehr sehr viele Menschen zu verstehen beginnen, welches die verschiedenen Spielarten des "Bösen" sind und wo sie ihre Wurzeln haben.
Die Instrumentalisierung von religiösen Wahnvorstellungen bei Menschen, denen man zuvor alle Hoffnung auf ein menschenwürdiges Dasein mit den abgefeimten Methoden des Neokolonialismus genommen hat steht für mich ganz oben auf der Liste der "Christlich"-Westlichen Abscheulichkeiten! Den Kirchen fällt zu den himmelschreienden, bewusst herbeigeführten elenden Zuständen nichts Anderes ein, als in das allgemeine hirnlose Geschwätz der "Eliten" aus Medien, Politik und Wirtschaft einzustimmen - abgesehen von einigen wenigen Einzelstimmen.


Am 14. April 2017 schrieb Karola Schramm:

Sehr gute Überschrift, die Sache mit dem Antichrist. Wer denkt schon daran, dass dieser aus den eigenen, christlichen Reihen kommen könnte ? Verortete man ihn doch immer bei den Kommunisten oder Anders-Gläubigen.
Im Grunde ist schon von Anfang an, nachdem Jesus als Verbrecher gekreuzigt wurde, was gründlich schief gelaufen, als von geschäftstüchtigen Herrschern eine sog. christliche Kirche gegründet wurde. Zuerst römisches-katholisches Weltreich, dann kamen die Protestanten dazu. Katholisch oder christlich sein ist Alles. Auf die dringenden Hilferufe einiger Bischöfe aus Aleppo an die deutschen Bischöfe, dafür zu sorgen dass der Krieg endlich aufhört - habe ich keine entschiedene Haltung gegen dieses sinnlose Morden gelesen oder gehört.
Wenn eine deutsche Bundeskanzlerin aus den Reihen der christlichen Parteien auf dem Kirchentag - war es in Köln ? - ungeniert meinte, dass man das Wirtschaftsmodell in Bangladesch nicht zerstören solle - nachdem dort einige Hundert Näherinnen wegen schlechter baulicher Verhältnisse zu Tode kamen, kann einem nur der Atem stocken. Weder Buh-Rufe noch andere Proteste hat es gegeben.
Die Kirchen, inzwischen selber Großunternehmen, pfeifen auf den lieben Herrn Jesus und seine Friedensbotschaft. Wie der bigotte Bush jr. Krieg ausrufen konnte gegen einen imaginären Terror, so konnte Obama dann jeden Menschen in muslimischen Ländern mit seinen Drohnen hinterrücks ermorden lassen, weil nur dort die Bösen sitzen. Merkel strahlt in ihren Reden eine derartige Lebens- und Menschenfeindlichkeit aus, dass man erfrieren könnte, wenn man sie hört.
Dass sie und Obama, die derzeit größten Kriegstreiber, auf dem kommenden Kirchentag Reden halten sollen, zeigt, dass der Antichrist in den eigenen christlichen Reihen sitzt und dort die jesuanische Friedensbotschaft und Feindesliebe verhöhnt. Damit wir diese Antichristen erkennen, gab uns Jesus, dieser kluge Mensch, einen Tipp. "Seht euch die Taten an und dann werdet ihr sie erkennen." Seine Nachfolger sind sie jedenfalls nicht.


Am 14. April 2017 schrieb Hans Rebell-Ion:

CDU = Chaos-Diktatur-Union mit der anti-christlichen Merkel an der Spitze ... ist für Atheisten der Beweis, dass es keinen Gott gibt ... sonst wär das unmenschliche Kriegstreiber-Pack schon zur Hölle geschickt von einem "Gott-Erbarmer"!


Am 13. April 2017 schrieb Michael Kohle:

Und wie Blaschka mit seinem Ostergruß ins Schwarze trifft, im wahrsten Sinne des Wortes. Da stimmt wirklich alles. Nur eines fehlt oder habe ich es überlesen? Die paar Silberlinge, für die unsere Oberchristin alles über Bord zu schmeißen fähig, bereit und in der Lage ist was der in seiner Heimat ungeliebte Jesus von Nazareth einst so zum Besten gegeben haben soll.. Soll einer sagen, er würde begreifen, warum unsere Mutter voller Gnaden glaubt, selbst auf diese Basisregeln verzichten zu können. Unter einer Flagge zu segeln zu der man bzw. frau sich nicht bekennt, wie nennt man das? False-flag?

Kann mir ihre tiefen Nussknackerfurchen in der unteren Schublade gut vorstellen, wie sie zucken würden, wenn sie auf der dann doch als notwendig erachteten Pressekonferenz pickiert aus der Wäsche guckend los schwurbeln würde, dass das schließlich alles so nicht zu erwarten gewesen wäre. Die ganzen kollateralen, armen Opfer, schlümm aber auch. Womöglich würde sie gleich noch auf den Spuren der nichtheiligen Magdalena alias Albright wandeln und voller Inbrunst von sich geben, all die Opfer wären es schließlich wert gewesen. Und zu unser aller und der Wertegemeinschaft Wohl. Jetzt, wo doch all die friedliebenden Nicht-Muselmänner und -frauen in Syrien keine Angst mehr vor Baschar dem Schlächter zu haben brauchen. Wären sie doch alle fürsorglich und moderat in Sicherheit gebracht worden, unter den Boden und mit vom Rumpf getrennten Häuptern.

Trifft zu, was u.a. die Edelfedern von ihrer Freundin auf ntv so von sich geben - woher wenn nicht von ihr soll die Info denn auch kommen, soll jetzt sogar der Wladimir P. aus M. seinem Freund Baschar A. aus D. abschwören. Allein schon dieses Ansinnen, diese unverschämte Forderung ist ein absoluter Affront, durchsichtig bis dort hinaus noch dazu. Schließlich gibt es da noch andere Baustellen, auf denen das Imperium wohl kaum darauf verzichten wird, irgendwann auch dem Assad-Verräter an den Zwickel ersatzweise an die Gurgel zu fahren. Es müssen ja nicht immer Schwarzgewandete sein, in braunen Drillich Gehüllte schaffen das auch, nicht-moderate Rebellen in Neurussland umfassend und nachhaltig zu verklappen, so à la jeder Schuss ein Russ. Hallo Frau Weltenretterin, einfach mal 1 und 1 zusammenzählen! Wo schon eine Russin im Rollstuhl als Bardin auf dem ESC in Kiew als Bedrohung gilt, was wohl würden des Schokomohren kahlrasierte unwirsche Glatzköpfe so in Donezk und nebenan vollführen, wenn sie entdecken würden, dass die schützende Hand von jenseits der Grenze für eine Hand voll Dollar verschwunden ist? Rote Rosen verteilen und 'Rebells welcome' rufen vielleicht?

Angst vor Ex-Kommunikation muss die Pastorentochter ja nicht haben und - so vermute ich mal - selbst ein päpstlicher Bannstrahl ginge ihr voll an der oberen hinteren Anzugshose vorbei. Sollte immer noch zutreffen, dass das ?C? an erster Stelle ihres Firmennamens und Parteikürzels für ?christlich? steht, zumindest dafür stehen soll so wie das ?D? bzw. ?S? als reine Schutzbehauptung auch, dann wäre das für mich der absolute finale Gottes-Beweis, bzw. der endgültige Beleg für die Nicht-Existenz. Jeder halbwegs vernunftbegabte Religionsstifter würde doch einschreiten, wenn in seinem Namen solch ein Schindluder getrieben würde. Einfach nur widerlich.


Am 13. April 2017 schrieb Anke Zimmermann:

Obama auf dem Kirchentag - Ein offener Brief

Sehr geehrter Herr Dr. Dröge,

"Mit Merkel und Obama würden zwei Menschen miteinander ins Gespräch kommen "die beide zu ihrem protestantischen Hintergrund stehen und für die christliche Werte in ihrer Politik immer leitend waren".
Das habe ich so auf den Seiten der EKD gelesen und es lässt mich zweifeln, an der ethischen Gesinnung der Evangelischen Kirche.

Im Durchschnitt ließ Obama in den acht Jahren seiner Regierungszeit alle drei Stunden eine Bombe auf Menschen abwerfen. Dabei stand Merkel immer stramm an seiner Seite und goutierte zahlreiche völkerrechtswidrige An- und Eingriffe in souveräne Staaten. In der Regierungszeit von Merkel stiegen deutsche Waffenlieferungen, auch in Krisengebiete.

Zu Hause und in der Welt Verantwortung übernehmen, bedeutet für diese Beiden: Krieg und soziale Ungerechtigkeit.
Wenn die evangelische Kirche Merkel/Obama nicht nur an ihren warmen Worten, sondern an ihren Taten gemessen hat
und das dann christliche Werte nennt, dann Herr Dr. Dröge lässt mich das schaudern.
Oder glauben Sie, das eine Drohne gelenkt vom Friedensnobelpreisträger, Kinderleiber sanfter zerfetzt?

Seien Sie versichert, das gibt Kirchenaustritte. Die Friedensbewegung könnte ihre laute Stimme gut gebrauchen, sie unterstützen die Falschen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir das erklären, ich kann es nicht begreifen.

Falls Sie Fakten brauchen, ein Wissenschaftler kann Ihnen weiter helfen.: https://www.youtube.com/watch?v=j98QBCuvOVg

Mit freundlichen Grüßen
Anke Zimmermann

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