Black Box Kiew

Maidan-Scharfschützen-Blutbad

Autor: U. Gellermann
Datum: 07. April 2015

"Wir haben beide Flugdatenschreiber erfolgreich ausgelesen und analysieren jetzt die Aufzeichnungen", sagte Wim van der Weegen, Sprecher des niederländischen Sicherheitsrates (OVV), Mitte 2014 zum mutmaßlichen Abschuss des Flug MH17 am 17. Juli. Selbst Inhaber eines Resthirnes werden sich erinnern, dass die westliche Welt und die wesentlichen deutschen Medien schon vor der Analyse der beiden Black Boxes wussten, wer die zivile Maschine vom Himmel geholt hatte und verantwortlich für die 298 Toten war: Die Russen. Nun sind Monate ins Land gegangen, und die niederländischen Behörden können-wollen-sollen immer noch keine Ergebnisse ihrer Analyse veröffentlichen. Die Auswertung der beiden Black Boxes der in den französischen Alpen abgestürzten German-Wings-Maschine hat nach ihrem Auffinden kaum zwei Tage gedauert. Diesmal wurde der Russe nicht auf die Anklagebank gesetzt. Ging es deshalb so schnell? Irgendwann, in Monaten oder Jahren, wenn die Daten von MH17 sorgfältigst aufbereitet sind, wird uns der Sicherheitsrat wahrscheinlich, ziemlich sicher, fast ganz bestimmt, mit einer Version der Box-Analyse vertraut machen. Vielleicht dann, wenn der ukrainische Geheimdienst das Protokoll des Funkverkehrs zwischen der Maschine der Malaysia-Airlines und dem Tower Kiew herausgibt, die er bis heute unter Verschluss hält.

Ein anderes Massaker, jenes vom Kiewer Maidan am 20. Februar 2014, harrt auch schon lange der Aufklärung: Damals wurden rund 50 Menschen durch Scharfschützen ermordet. Und damals gaben nicht wenige deutsche Medien einfach die Meinung des Euro-Maidan weiter, nach der dieser Massenmord vom Präsidenten Janukowitsch befohlen worden war. Doch mit der Zeit mehrten sich die Zweifel. Und weil die EU, ein wenig geniert durch die erkennbaren Faschisten im Kiewer Regime, in der Maidan-Mord-Sache doch gern eine saubere Weste für ihre Protagonisten Poroschenko und Jazenjuk präsentiert hätte, drängte sie auf eine Untersuchung. Irgendwie hat das Kiewer Innenministerium und die Staatsanwaltschaft irgendetwas untersucht. Dass bei diesen Untersuchungen zwischenzeitlich auch der russische Geheimdienst der Tat beschuldigt wurde, durfte deutschen Medienkonsumenten ungeprüft serviert werden. Nun hat die EU (genauer: "International Advisory Panel") die Arbeit des Innenministeriums untersucht und jüngst publiziert und festgestellt: "Untersuchungen der Gewalt auf dem Maidan erfüllen europäische Menschenrechtsstandards nicht". Jetzt scheinen wir, dank des EU-Expertengremiums zu wissen, dass wir nichts wissen.

Hätten die EU-Experten vielleicht doch geruht, die Untersuchung des kanadisch-ukrainischen Politikwissenschaftler Ivan Katchanovski von der Universität Ottawa zum Maidan-Blutbad wahrzunehmen. Der kam zu folgenden Ergebnissen: Von mindestens zwölf Gebäuden in der Hand der Maidanbewegung sei gefeuert worden. Die Positionen der Schützen waren den Maidankämpfern bekannt und sie hatten vollen Zugang zu den Gebäuden - unternahmen aber nichts. Gefeuert wurde während des Tages konstant aus dem alten und dem neuen Hauptquartier des Rechten Sektors (Gewerkschaftshaus und Hauptpost). Der Bericht von Ivan Katchanovski spielte für die EU-Experten keine Rolle. - Olga Bogomolez, Ärztin und Leiterin eines Koordinierungszentrums für die zahlreichen Verletzten des Euro-Maidan, forderte eine vollständige forensische strafrechtliche Untersuchung der Todesfälle. Sie regte internationale Experten und ukrainische Ermittler dazu an, anhand der Munition und Ballistik zu analysieren, welche Art von Waffen die Vielzahl von Scharfschützen verwendeten. Dieser Anregung wurde bis heute nicht gefolgt. Die EU-Experten haben offenkundig mit dieser wichtigen Zeugin nicht geredet. Die EU hat also nur eine Untersuchung untersucht. Mit einer Untersuchung des Verbrechens mochte sie sich nicht beschäftigen.

Vom Scheiterhaufen in Odessa, dem brennenden Fanal der Kiewer Machtergreifung im Mai des letzten Jahres, dem Massenmord im Gewerkschaftshaus, wussten die deutschen Medien nur, dass es eine Tragödie wäre, Irgendwie. Eine Art Naturereignis. Die Kiewer Regierung, erkannte anfangs noch Terroristen - natürlich Pro-Russen. Das übernahm dann gleich die völlig unabhängige, objektive TAGESSCHAU und deren Lügnerin vor Ort, Golineh Atai, die daraufhin gleich zur "Journalistin des Jahres" befördert wurde. Heute ist selbst die Kiewer Regierung in der Katastrophen-Fraktion, im Lager des Mysteriums, wo keiner was weiß, aber alle schweigen. Kiew untersucht deshalb nichts. Dann müssen die Kiew-Freunde in der EU auch nichts untersuchen. Dabei gäbe es für dieses Verbrechen authentisches Video-Material wie selten: Horden auf dem Weg zum Gewerkschaftshaus, die "Prawny Sektor" (Rechter Sektor) skandieren, das faschistische Wolfsangel-Zeichen auf der Ausrüstung der Mordbrenner zeigen und gut gerüstete, aber völlig gelangweilte Polizisten am Rand des Geschehens. Kein Video ausgewertet, kein Zeuge vernommen. Für die EU soll das Regime in Kiew offenkundig eine Black Box bleiben: Ein geschlossenes System unter Vernachlässigung des inneren Aufbaus. Und das bleibt geschlossen.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 19. April 2015 schrieb Matthias O.:

Ihre Berichterstattung in Bezug auf den Flight Data Recorder als auch den Cockpit Voice Recorder des Fluges MH17 ist unwahr. Die niederländischen Behörden haben bereits im September 2014 eine ersten Zwischenbericht veröffentlicht. Dabei wird AUSDRÜCKLICH darauf hingewiesen, dass die Art der Waffe und deren Ursprung noch nicht bekannt ist. Da der FDR und der CVR keinen Hinweis auf benannte Waffe geben, das war auch zu vermuten, müssen die Wrackteile forensisch auf Spuren von Spreng- und Treibstoff untersucht werden, um einen Rückschluss auf eine entsprechende Waffe zuzulassen.

Wie Sie weiter erkennen werden, wenn Sie den Bericht genau lesen, ist die Tatsache, dass der Funkverkehr zwischen Piloten und Tower resp. Flugsicherung ebenfalls schon veröffentlicht wurde. Auf diesen Fall bezogen besteht also Ihr Artikel primär aus unhaltenbaren und schlecht recherchierten Halb- und Unwahrheiten.
Bericht der Untersuchungsbehörde:

http://www.onderzoeksraad.nl/uploads/phase-docs/701/b3923acad0ceprem-rapport-mh-17-en-interactief.pdf

Antwort von U. Gellermann:

Wenn Sie dreist lügen, sollten Sie ein Mindestmaß an Intelligenz aufwenden. Sie berufen sich auf einen Bericht aus dem September 2014 den jeder Interessierte kennt und in dem nichts drin steht.

Inzwischen, in diesem Jahr, hat der niederländischen Opferanwalt John Beer, im Radio kritisiert, dass die veröffentlichten Dokumente das nicht enthalten, was die Angehörigen wirklich interessiert: Antworten auf die Frage nach dem Grund der Tragödie.
Holländische Medien hatten zuvor die Veröffentlichung von weiteren 147 Dokumenten gefordert, die jedoch “aus Sicherheitsgründen” immer noch zurückgehalten werden. Der nationale Koordinator für Sicherheit und Anti-Terrorismus, Dick Schoof, sagte, er stimme den Forderungen der Öffentlichkeit nach Freigabe zusätzlicher Dokumente nicht zu. Ein solcher Schritt könne sich negativ auf die Arbeit der Ermittlungskommission auswirken.
Opferanwalt Beer betonte dagegen, die Veröffentlichung sei wichtig, um seine Mandanten bei der Verarbeitung ihrer Trauer zu unterstützen.

Bereits im Februar hatten die holländischen Behörden eine Reihe von Papieren freigegeben, die jedoch ebenfalls keine Hinweise auf die Absturzursache enthielten. Die auch dort vorgenommenen Schwärzungen waren mit dem Schutz der Privatsphäre, den außenpolitischen Interessen der Niederlande und der Sicherheit niederländischer Experten vor Ort begründet worden. ...
Nach den Worten eines Ermittlers haben weder Polizei noch Staatsanwaltschaft bislang genaue Kenntnis von den Ursachen des Absturzes. Weitere Nachforschungen seien unerlässlich. ...


Am 08. April 2015 schrieb Manfred Ebel:

Auch wenn ich vielleicht Eulen nach Athen trage. Zum Thema möchte ich doch unbedingt die Dokumentation: "Krim. Der Weg in die Heimat" anempfehlen, auch wenn 2,5 Stunden ein ziemlicher zeitlicher Aufwand sind. Er lohnt!
http://de.sputniknews.com/videos/20150327/301671848.html


Am 07. April 2015 schrieb Lutz Jahoda:

Akute Mainstream-Probleme auf einen gemeinsamen Nenner geebracht:

Im Verfälschen von Wahrheiten
sonst sehr beredt,
gilt neuerdings Schweigen,
wenn gar nichts mehr geht!


Am 07. April 2015 schrieb Hans Jon:

LEO TOLSTIO hatte vor 100 J. schon einen "WEIT-BLICK" ... bis in die UKRAINE ... und die US-EU:
"Christentum muß man nicht so sehr den Arbeitern, sondern den nicht arbeitenden Herren predigen.
Daß die Regierung das Volk vertrete, ist eine Fiktion, eine Lüge.
Vor allem muß man sich bemühen, die von der Regierung ständig aufrecht erhaltene Täuschung zu zerstören, alles, was sie tue, geschähe im Interesse der Ordnung, zum Wohle der Untertanen.
Wenn es eine Ordnung gäbe, bei welcher die Regierung tatsächlich den Willen des Volkes verkörperte, dann bedürfte es in einer solchen Regierung keiner Gewalt, bedürfte es keiner Regierung im Sinne der Staatsmacht.
Mit Gewaltmaßnahmen kann man das Volk unterdrücken, aber nicht regieren.
Eine Bande von Räubern ist das - diese Richter, Minister und Zaren, um zu Gelde zu kommen, morden sie Menschen.
Reichtum und Geld sind ebenso Gewalt wie die direkte. Und sie haben kein Gewissen.
Der Krieg ist keine liebenswürdige Plänkelei, sondern das Scheußlichste, was es im Leben gibt.
Das muß man einsehen und darf nicht mit dem Krieg spielen.
Wo es Armee und Krieg gibt, sind dem Bösen keine Grenzen gesetzt.
Despotismus erzeugt Krieg, und der Krieg erhält den Despotismus am Leben.
Moltke behauptet, heutzutage seien es die Völker, die Krieg führen wollen und nicht die Regierungen. Da hat man die Hähne erst aufgestachelt, sie dazu erzogen, und nun heißt es: Sie wollen selber.
Die Anarchisten sind völlig im Recht, nur nicht in der Frage der Gewalt.
Das Kostbarste auf der Welt sind Beziehungen der Güte zwischen den Menschen.
Das Leben der Völker ist überall das Gleiche: Die Hartherzigen, Unmenschlichen und Müßigen ernähren sich durch Gewalt und Krieg, die Gutherzigen, Sanften und Fleißigen dulden lieber. Die Geschichte ist eine Geschichte solcher Gewalt und ihrer Bekämpfung.
Alle haben verheißen, Wissenschaft und Zivilisation würden uns wieder herausführen, doch schon jetzt ist zu erkennen, sie werden uns nirgends hinführen: Wir müssen etwas Neues beginnen!
Ein Merkmal für die Entartung unserer Welt ist, daß sich die Menschen ihres Reichtums nicht schämen, sondern rühmen.
Entsetzlich ist nicht der vereinzelte, zusammenhanglose, persönliche und törichte Wahnsinn, sondern der allgemeine, organisierte, gesellschaftliche und >gescheite Wahnsinn< unserer Welt.
Eroberer, Mörder und Räuber haben die arbeitenden Menschen unterworfen.
Nun, im Besitz der Macht, ihre Arbeitsprodukte zu verteilen, berufen sie zur Ausweitung, Bewahrung und Festigung ihrer Macht einige der Unterworfenen als Helfer und gewähren ihnen dafür einen Anteil an der Beute.
In erster Linie aber müssen wir bereit sein, auf alle Errungenschaften unserer Zivilisation zu verzichten, damit jene grausame Ungleichheit aufhört, die unser Dasein wie eine Eiterbeule verseucht." (LEO TOLSTOI).


Am 07. April 2015 schrieb Benny Thomas Olieni:

In der Nach-68er Zeit sah ich mal an einem Bauzaun folgenden Spruch aufgesprüht:
"Wir können sie nicht zwingen, die Wahrheit zu sagen -
aber wir können sie zwingen, immer dreister zu lügen."

Dieser Prozeß, daß der lebensfeindliche Kapitalismus / Imperialismus zu immer drastischeren Verbrechen führt, die mit immer dreisteren (und dümmeren) Lügen überkleistert werden sollen, scheint einen Automatismus darzustellen.
Und er scheint auf einen System-Kollaps zuzusteuern.
Allem Anschein nach auf einen globalen System-Kollaps.


Am 07. April 2015 schrieb curti curti:

Mittlerweile ist es fast egal, welcher Baustelle der "Wertegemeinschaft" man sich zuwendet. Bei näherer Betrachtung und soweit zumindest ein Funken Restverstand erhalten geblieben ist, wird rundum offensichtlich, daß der "Souverän" im Verständnis der Strippenzieher als Volltrottel eingestuft wird, der es sich redlich verdient zu haben scheint, tatsächlich das Gegenteil dessen vorgesetzt zu bekommen was ihm vorgegauckelt wird.

Hoch lebe der Betrug, gegenüber dem Nächsten, der Allgemeinheit und letztlich auch sich selbst. Wie ein bösartiger Tumor wuchern die Folgen allenthalben und die Misere betäubt sich noch mittels höheren Dosen dieser pervertierten Mixtur. Am bitteren Ende fallen sie dann im Vollrausch übereinander her!

Diese Misere ist dermaßen überwältigend, daß man sich Details getrost ersparen kann. An dieser Stelle deshalb nur soviel, daß der Absturz der MH 17 vor fast einem Jahr! auch durch den der Germanwings vor wenigen Tagen eine weitere Tragik erhielt. Konkret dadurch, daß bei letzterem Unglück bereits wenige Stunden nach Auffinden der Flugschreiber Daten bis hin zur die ruhigen Atmung des Copiloten offenbart wurden, während zu den Aufzeichnungen aus MH 17 nach wie vor Totenstille herrscht. Die Propagandatrommel wurde hingegen ad hoc lautstark geschlagen, das Unglück in jeder erdenklichen Form ausgeweidet, incl. sofortiger Schuldzuweiseung. Letzte Woche kursierten sogar wieder die Fotos des "russischen" BUK-Transporters, also die von dem der im letzten Jahr erwiesenermaßen in Richtung Westukraine fuhr.

http://www.focus.de/politik/ausland/ukraine-krise/ukraine-krise-ermittler-hier-faehrt-russland-die-rakete-fuer-den-mh17-abschuss-in-die-ukraine_id_4580937.html

Das hinterhältige Lügnerpack wird evtl. erst dann zur Ruhe kommen, wenn die eigene Körperlichkeit einer unmittelbaren Bedrohungslage ausgesetzt wird. Bis dahin leugnet es sich unverdrossen weiter und vermutlich für sich selbst "werthaltig". Und das ist schließlich der einzige Wert der heutzutage noch zählt!


Am 07. April 2015 schrieb Marietta Slomka:

"...Vielleicht dann, wenn der ukrainische Geheimdienst das Protokoll des Funkverkehrs zwischen der Maschine der Malaysia-Airlines und dem Tower Kiew herausgibt, die er bis heute unter Verschluss hält..."

Wenn man´s richtig machen und am Ende nicht wegen Manipulationen auffliegen will, dauerts halt ein wenig - Nur Geduld, das wird schon!


Am 07. April 2015 schrieb Paul-Wilhelm Hermsen:

Nichts anderes als hoch kriminelle NulandMcCainInszenierungen. Der Unrat dieser beiden DiplomatenSchakale wird uns künftig noch an anderen Schauplätzen rund um RU als Wegmarkierung auffallen.

Kürzlich...

28. Juli 2016

Akute "Sonderlage dahoam"

München zwischen Amok-Panik und Terror-Angst
Artikel lesen

25. Juli 2016

Ikone Jesse Owens

Der Film „Zeit für Legenden“
Artikel lesen

16. Juli 2016

Amok in Nizza

Terror auf allen Kanälen
Artikel lesen

23. Juni 2016

Bekenntnisse eines Fussball-Flüchtlings

Anpfiff oder Abpfiff, das ist hier die Frage
Artikel lesen

20. Juni 2016

Die Große Flucht

Von den Ursachen, den Hintergründen und den Konsequenzen
Artikel lesen

PDF dieses Artikels

Diesen Artikel herunterladen

Wenn Sie möchten, können Sie sich diesen Artikel auch als PDF-Datei herunterladen:
PDF-Datei laden

Artikel kommentieren

Brillant? Schwachsinn? Mehr davon?

Sagen Sie uns Ihre Meinung! Wir überprüfen Leserbriefe, bevor wir sie online stellen – nicht um sie zu zensieren, sondern um unsere Leser vor SPAM und Werbung zu bewahren. Über Kritik freuen wir uns!
Kommentar verfassen

DIE WAFFEN NIEDER!

Kooperation statt NATO-Konfrontation - Abrüstung statt Sozialabbau

DEMONSTRATION IN BERLIN

8. Oktober 2016
Auftakt: 12.00 Uhr

Alexanderplatz/Ecke Otto-Braun-Straße


www.friedensdemo.org
Bundesausschuss Friedensratschlag | Kooperation für den Frieden | ViSdP: Laura von Wimmersperg, Friedenskoordination Berlin