Amok in Nizza

Terror auf allen Kanälen

Autor: U. Gellermann
Datum: 16. Juli 2016

Von einem "Angriff auf Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" wußte der französische Botschafter in Deutschland, Philippe Etienne, sofort zu erzählen. Aus der fernen Mongolei meldete sich die Terror-Expertin Angela Merkel mit der hochtönenden Botschaft, dass sie im Kampf gegen den Terrorismus fest an der Seite Frankreichs stünde. Der sonderbare Jean-Claude Juncker, der sich nicht nur gut im Steuerrecht auskennt, sondern auch schon mal Botschaften von Außerirdischen empfängt, sprach in einer Erklärung von einem "Terror-Akt", den er scharf verurteile. Und Bundespräsident Joachim Gauck, der Mann, der jede Herausforderung annimmt, wenn er nur nicht selbst in den Kampf ziehen muss, blähte sich auf und wusste ganz genau: "Ein Angriff auf Frankreich ist deshalb ein Angriff auf die gesamte freie Welt“.

Zu dem Zeitpunkt als alle alles wußten war nichts, aber auch gar nichts klar, außer: Ein Mann aus Tunesien, der in Nizza lebte, ist mit einem LKW in die feiernde Menschenmenge auf der Promenade "des Anglais" in Nizza gefahren und hat nicht zu ermessendes Leid angerichtet. Die britische Premierministerin Theresa May, kaum im Amt und mit dem üblichen Regierungsverstand begabt, rief, wen auch immer, auf: „Wir müssen unsere Anstrengungen verdoppeln, diese brutalen Mörder zu besiegen, die unsere Art zu leben zerstören wollen“. Plural? Welche Mörder ausser dem Attentäter Mohamed Lahouaiej-Bouhlel kennt sie denn im konkreten Fall? Prätentiös musste der französische Präsident erklären, Frankreich habe es mit einem Gegner zu tun, der allen Ländern den Krieg erklärt habe, deren größter Wert die Freiheit ist. Scheinbar kannte er den Täter. Ob er mit ihm schon mal telefoniert hat? Sahra Wagenknecht von der Linkspartei sagte in eine Kamera, der Anschlag in Nizza sei ein Anschlag auf unsere Freiheit.

Selbst wenn der Anschlag politisch motiviert gewesen sein sollte: Welcher Freiheit konnte er gegolten haben? Der Freiheit der westlichen Wertegemeinschaft, überall in der Welt Krieg zu führen, wenn es dem Profit, der Rohstoffgier oder dem geostrategischen Kalkül gerade passt? Der Freiheit, die brutale Unterdrückung durch den Markt in jeden Winkel der Erde zu tragen? Unsere Werte, unsere Art zu leben habe der Mann mit dem LKW zerstören wollen? Die Art der westlichen Industrieländer, auf Kosten der dritten Welt zu leben? Oder jene Werte, die immer mehr Menschen in Armut stösst und einen kleinen, anscheinend wertvolleren Teil der Menschheit unvorstellbar reich und mächtig macht?

„Der Attentäter von Nizza war nach Aussage seines Vaters als Jugendlicher wegen psychischer Probleme in ärztlicher Behandlung. Mohamed Lahouaiej-Bouhlel hatte demnach zwischen 2002 und 2004 auch einen Nervenzusammenbruch erlitten. "Er wurde cholerisch, er schrie, schlug alles kaputt, was er fand", sagte der Vater Mohamed Mondher Lahouaiej-Bouhlel an seinem Wohnort im Osten Tunesiens. Ein Arzt habe dem Anfang 1985 geborenen Sohn damals Medikamente verschrieben. Die Familie habe mit dem Sohn kaum noch Kontakt gehabt, nachdem dieser nach Frankreich gegangen war. Das Datum des Wegzugs vermochte der Vater nicht zu nennen. Er versicherte aber, dass sein Sohn nicht religiös gewesen sei. "Er betete nicht, er fastete nicht, er trank Alkohol und nahm sogar Drogen", sagte der Vater. "Auch wir sind schockiert“. (Zitiert von der Webseite des Senders „n-tv“). – Alles was bisher bekannt ist, deutet auf eine Amok-Fahrt eines geistig verwirrten Menschen.

Der „Krieg gegen den Terror“ ist längst selbst zum Meinungs-Terror geworden, mit dem die Überwachung der Bevölkerung zum einen und die terroristischen Kriege in Afghanistan, im Irak, in Syrien, in Libyen und anderswo zum anderen gerechtfertigt werden. Die öffentlichen Pawloschen Reflexe nach der Amok-Fahrt in Nizza sind Ausdruck genau dieses Meinungs-Terrors.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 24. Juli 2016 schrieb Carlo Goetz:

Es gibt wenige Zeitungen bzw. Seiten, die man heute noch lesen kann. Ihre zählt ganz vorne mit dazu. Danke für Ihre klaren Worte


Am 24. Juli 2016 schrieb Ernst Blutig:


"Unsere Freiheit? Mit Frau Merkel, Herrn Hollande und ihren Hintermännern teile ich keine Freiheit. Die haben die ihre und verteidigen sie in Syrien oder Afghanistan und anderswo. Mein bisschen Freiheit verteidige ich im Internet. Und dieser Akt bedarf keiner Besinnungspause."

An dieses deutliche Statement schliesse mich an, Herr Gellermann.

Schon allein angesichts einer reinen Zahlengegenüberstellung der durch westliche Politik verursachten Toten (erst vor wenigen Tagen wurden mal wieder 200+ Zivilisten in Syrien von Bombern der NATO ermord...pardon Frieden und Freiheit und Demokratie gebracht).
TV-Berichte darüber? Null. Unermessliche Beileidsbekundungen seitens westlicher Gesellschaften? Null.

Die Zahl derer, die Verwandte oder Freunde verlieren, nachdem sie eh schon Haus und Hof und Existenz verloren haben und zu uns flüchten wird jeden Tag grösser. Ihre Verzweiflung wird mit jedem Bombenabwurf und jeder Waffenlieferung vom deutschen Arbeitsplatz aus grösser und schlägt irgendwann auch in blindwütigen Hass um, der übrigens der gleiche tödliche Hass ist, wie der hiesige alltägliche oder instutionalisierte Hass auf Ausländer und Flüchtlinge.

Um da bei Opfern in den eigenen Reihen von "unermesslichem" Leid fremdzuschwadronieren und beim anderen Leid zu schweigen muss man schon speziell konstituiert sein, handelt es sich technisch doch auch nur um jene "Kollateralschäden" des Krieges, indem man sich befinden möchte.

Wer Krieg säht, und nur zusieht, wird Sturm ernten müssen.


Am 22. Juli 2016 schrieb Klaus Bloemker:

@Simone Birgersson:
"Orlando, Nizza, Würzburg. Was haben wir da?"

Ich will Ihnen sagen, was wir da haben.

Der Anschlag in Paris auf die Redaktion von Charlie Hebdo und den jüdischen Supermarkt - das waren Anschläge auf SYMBOLISCHE Ziele. - Der Anschlag in Nizza und im Zug bei Würzburg waren es nicht.

Die RAF Anschläge früher waren auch Anschläöge auf symbolische Ziele: Vertreter des kapitalistischen Systems. ( Das waren natürlich reale Menschen und keine Symbole. Aber ich hoffe, Sie verstehen, was ich meine.)

Die Logik des Nizza etc. Terrors ist:

Ihr Westler ( USA, Frankreich) bombardiert ja auch nicht nur symbolische Ziele bei uns, sondern auch, was Ihr `Kollateralschaden´ nennt: Zivilisten.


Am 21. Juli 2016 schrieb Simone Birgersson:

Orlando, Nizza, Würzburg. Was haben wir da? Na, den neuen Tätertyp. Den islamistischen Turboterroristen, der sich innerhalb von Wochen, Tagen, nein Stunden mittels Internet auf den entsprechenden Webseiten selbst „radikalisiert". Und dann zur nächstbesten Waffe greift, die ihm zur Verfügung steht, um damit wahllos auf die nächstbesten Menschen los zu gehen, die ihm im Wege stehen. Vorgestern noch ganz „normaler" Typ, heute Terrorist. Es ist das Internet der Schuldige, das wissen wir schon seit Columbine, damals waren es noch die Computerspiele. Die große Manipulationsmaschine, die Menschen aus dem Stand heraus in wahre Monster verwandeln kann. Hintergründe egal. Wer danach fragt, macht sich der Rechtfertigung verdächtig. Und auf dem Schleichwege wird für solche Täter die Todesstrafe wieder eingeführt. Oder war es nicht richtig, zu fragen, warum ein für solche Fälle ausgebildetes Spezialteam der Polizei einen mit einer fast mittelalterlichen Waffe, einer Axt ausgerüstetem jungen Mann nicht kampfunfähig schießen konnte. Wie heißt das noch? Putativnotwehr. Ich erinnere mich noch an die Diskussion darüber anläßlich eines Banküberfalls mit Geiselnahme in Hamburg. Das ist Jahrzehnte her. Damals hat allein die Frage nach der Richtigkeit solcher Handlungen monatelange Diskussionen im deutschen Mediendschungel ausgelöst. Das Gesetz kam dennoch, hat nun ewig lange fast „ungebraucht" in der Schublade gelegen. Irgendwann ist der Zeitpunkt da, wo man es gut nutzen kann, werden dessen Initiatoren sich gedacht haben. Das nenne ich langfristige Planung.
Und Renate Künast, die sonst nicht auf´s Maul gefallen ist, windet sich nach dem Shitstorm durch die Medien in der den grünen Spitzenpolitikern besonderen Form der Feigheit aus ihrem berechtigten Anliegen wieder heraus. Hauptsache, man bleibt aufrecht bei einem so wichtigen Anliegen wie der Einführung des "Peggie-Day".
Und was lernen wir daraus. In Zukunft wird jeder, der mehr als einmal auf den inkriminierten islamistischen Webseiten unterwegs ist und dabei im Verdacht steht, Muslim zu sein, nach Paragraph § 129 b1933 präventiv einer zwangspsychologischen Behandlung in geschlossener Abteilung unterzogen. Um solche möglichen Täter herauszufiltern sind alle Vorbereitungen getroffen. Und auch die Cyber-Abteilung der Bundeswehr hat ihre Arbeit aufgenommen. Und das muß sein, denn spätestens seit Nizza weiß - zumindest in Frankreich schon - jedes Kind, bei uns herrscht jetzt Krieg.


Am 21. Juli 2016 schrieb Klaus Bloemker:

@ Gerhard Bauer - gut!

"Nur die Pawlowschen Reflexe, fallen die in diesem Ihren Artikel nicht auf Sie zurück?"

Das trifft den Nagel auf den Kopf!


Am 19. Juli 2016 schrieb Hella-Maria Schier:

Der geistig verwirrte Einzeltäter ist ja schon fast ein Archetyp von Harvey Oswald bis zum Piloten der German Wings, der mir seltsamerweise auch gleich einfiel, obwohl ich da nie einen politischen Hintergrund vermutet hatte.
Man weiß natürlich nichts Genaues. Spekulationen als Arbeitshypothesen sind erlaubt.
Natürlich kann der Täter wirklich psychische Probleme gehabt oder/und einen islamistischen Hintergrund haben
Aber eine wichtige Frage heißt ja immer. Wem nützt es?.Und wer hat ein Motiv?
Und da wundert es mich gar nicht, dass diese Tat in Frankreich passiert, denn soweit ich weiß, sollten dort die einschränkenden und demokratiefeindlichen Notstandsgesetze gerade wieder abgeschafft werden. das zu einer Zeit von breiten Bürgerprotesten in Frankreich.
Dies dürfte doch einigen Mächtigen überhaupt nicht in den Kram passen., die sich gerade dafür eher mehr und ausgedehntere Überwachung wünschen.
Es ist nichts Neues, in solchen Situationen false-flag Terrorakte zu begehen, um die Bevölkerung von der Notwendigkeit weiterer Überwachung zu überzeugen.
Man beachte auch, dass wieder einmal der Täter tot ist und nicht mehr vernommen werden kann.

Das Attentat von Nizza kam meine Wissens gerade, als in Frankreich die demokratiefeindlichen Notstandsgesetze wieder zurück genommen werden sollten, was sich damit nun erledigt hat. Sie konnten zwar nicht helfen, aber das liegt sicher nur daran, dass sie noch viel zu lax sind (Ironie).
Tja, der Täter ist mal wieder tot, man kann ihn nicht mehr ausfragen. D a f ü r erscheint die Polizei immer rechtzeitig.


Am 18. Juli 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

@ Gerhard Bauer.
........".zu sagen was ist, bleibt die revolutionärste Tat."
Rosa Luxemburg
Danke, Uli


Am 18. Juli 2016 schrieb Manfred Ebel:

Der kleinen selbsterwählten `höheren Auswahl-Elite´ und denen, die sich völlig absurder Weise dazu zählen, traue ich aus Erfahrung und Einsicht in deren Wesen auch die undenkbarsten, gemeinsten und ungeheuerlichsten Lügen zu. Deshalb schaffe und nehme ich mir die Freiheit, von der Freiheit und den Werten aus zu urteilen, die die 99% wesentlich eint. Und die haben mit den Freiheiten und den Werten o.g. Eliten aber auch gar nichts gemein. Nur an diesen Einsichten kann ich mich zuverlässig orientieren.
"Der Krieg gegen den Terror ist längst selbst zum Meinungs-Terror geworden".
Das zu Deinen Artikeln, besonders den beiden jüngsten und zu Deiner Galerie.


Am 18. Juli 2016 schrieb Albrecht Storz:

Egal ob der Täter psychisch gestört oder politisch motiviert war - oder beides, oder keines von beidem: die Politik (im Gleichklang der "westlichen Wertegemeinschaft") nutzt diese wie jede andere grausame Tat nur dazu, uns Bürgern ein Bedrohungsszenario auszurollen ("unsere Werte und Freiheit bedroht, blablabla") und genau immer eine einzige Antwort darauf zu liefern: mehr Waffen, mehr Bomben, mehr Gewalt, mehr Einschränkung der Freiheit, mehr Geheimdienste, mehr völkerrechtswidrige Übergriffe, mehr NATO, mehr Regime Changes.

Dass seit dem Beginn des Bush´schen "Krieg gegen den Terror" der Terror weltweit nur wächst und wächst, anstatt weniger zu werden, fällt keinem auf?

Dass feiger, extralegaler, barbarischer Drohnenmord den Terrorismus zur Hydra macht, bei der jeder abgeschlagene Kopf zehn neue gebiert, dass soll bei den schlauen Eliteköpfen nicht angekommen sein?

Nee, die wissen genau was sie machen: nur ein Bevölkerung in Angst ist eine brave, untertänige, rechte, steuerbare Bevölkerung.


Am 18. Juli 2016 schrieb Gerhard Bauer:

Lieber Ulrich Gellermann,
Immerhin gut, dass Sie sich nicht ganz zum Unmenschen aufspielen, nur um der Polemik willen. Das “Leid”, das der tunesische Terrorist oder Amokläufer in Nizza angerichtet hat, ist unermesslich, daran halten Sie fest, was auch immer Ihnen hier jemand als Einschwenk in den Mainstream ankreiden möchte.
Aber das ist auch schon alles. Gesten des Beileids, der Anteilnahme verkneifen Sie sich, Sie wollen ja nicht in die Nähe jener billigen (und gut bezahlten) Tröster gerückt werden.
Ihre Deutung: Amok-Fahrer unter extremer psychischer Belastung, steht für Sie genauso fest wie für die zitierten Festredner die Zurechnung zum islamistischen Terrorismus. Und wenn die Ermittler ihre Pflicht tun und Verbindungen, selbst noch die kleinsten Spuren, untersuchen, dann sind sie eben voreingenommen oder werden mit staatlichem (und dahinter steht: ökonomischem) Zwang auf diese Fährte gesetzt.
Nur die “Pawlowschen Reflexe”, fallen die in diesem Ihren Artikel nicht auf Sie zurück? Dass Sie das öffentliche, alsbald internationale Halali nicht wiedergeben können, ohne Ihre Vorstellungen von der Kriegstreiberei der “westlichen Wertegemeinschaft”, ohne den “Proifit”, dem das wieder mal dienen muss, ohne die drückende Härte des freien “Markts” in Erinnerung zu rufen – was soll das? Meinen Sie, dass irgendeiner Ihrer Leser, der noch nicht gemerkt hat, mit welcher Gesellschaft er es hier zu tun hat, es ausgerechnet an den Begleitvokabeln jener Trauerfeierselbstaufrichtung endlich schnallt?
Also das nächste Mal, wenn ich bitten darf, eine etwas längere Besinnungspause zwischen Recherche und Reaktion!

Antwort von U. Gellermann:

Lieber Gerhard Bauer,

ob der Mann nur eine gewöhnliche psychisch Störung hatte oder jene psychosoziale Störung, die aus einer diskriminierten Randexistenz und einer Prise religiösen Wahns resultieren kann, oder aber eine Mischung aus beidem, steht immer noch nicht fest. Wenn ich aber in der "Tagesschau" eine fesche junge französische Studentin betrachte, die dem Appell des Innenministers folgt sich zur Reserve der Armee zu melden, um den „Terror“ zu bekämpfen, dann bin ich sicher: Die schwere psychosoziale Störung springt gerade vom Innenminister auf die Massen über.

Unsere Freiheit? Mit Frau Merkel, Herrn Hollande und ihren Hintermännern teile ich keine Freiheit. Die haben die ihre und verteidigen sie in Syrien oder Afghanistan und anderswo. Mein bisschen Freiheit verteidige ich im Internet. Und dieser Akt bedarf keiner Besinnungspause.


Am 18. Juli 2016 schrieb Reyes Carrillo:

Nun ist er endlich da, der neue islamistische Tätertypus: Der Schnellradikalisierte. Also einer, der gestern vielleicht noch soff, wahlweise Drogen nahm, Schweinefleisch aß, dem Gebet und Mosche scheißegal waren, der nirgendwo auch nur irgendeinen nachweisbaren Kontakt zu radikalen Islamisten hatte, nirgendwo auf dem Zettel irgendwelcher Geheimdienste stand. Das alles ist seit Nizza gefährlich. Extrem gefährlich indes wird der gemeine Muslim, Araber oder arabisch Aussehende dann, wenn er vielleicht noch was mit der Knolle hat, gar zum Psychologen geht, mit dem Leben nicht zurecht kommt. Denn der französische Ministerpräsident und Hobbypsychologe Manuel Valls weiß jedenfalls, dass sich derart „instabile“ Gesellen dann gern mal übers Wochenende radikalisieren, plötzlichen inneren Halt finden bei IS und Co. und – so gestärkt – dann eben eine solche atypische Bewaffnung für ihr gottgefälliges terroristisches Massaker wählen, so ganz ohne Sprengstoff und Kalaschnikow. Ganz doll typisch sei das, sagt der Manuel. Was ist das für eine peinliche Küchenpsychologie? Gar keine. Es ist gezielte Propaganda. „Ohne islamistischen Hintergrund kommt mir dieser Scheißkerl, dieser Mohamed Dingsbums nicht davon! So wahr ich Manuel Valls heiße und so wahr ich den Auftrag dafür von cher François habe!“. Aber bitte, bitte, fleh’: Darf man als geneigter Propaganda-Konsument nicht ein klein bisschen mehr Anspruch auf Niveau haben?! Ukraine, Krim, Russland, NATO, und nun der „Schnellradikalisierte“, das ist doch nur noch Limbo. Putins Killer-Delfine oder der Islamisten-Sponti Mohamed als Täterprofilstifter – vereint im tiefen, dunklen Keller westlichen Kriegspropaganda-Wahnsinns.

Man stelle sich vor, was das für jeden einzelnen „Araber“ in Frankreich zukünftig bedeutet, noch dazu in Zeiten des Normalfalls des Ausnahmezustands: Es gibt mit der eiskalten, kalkulierten Addition dieses perfiden Täterprofils de fakto NICHTS mehr, was der jeweilige Unglückliche zu seiner Entlastung, kein potentieller Terrorist zu sein, anführen könnte. Nichts, einfach gar nichts. Der mag sein wie er will, sich verhalten, wie er will, sagen, was er will, in die Moschee gehen oder nicht, kurzum: jedem halbwegs typischen Profil eines Islamisten gänzlich widersprechen – seit Nizza nützt ihm das gar nichts: Er könnte ja morgen der Schnellradikalisierte sein! Das ist Generalverdacht! Das ist Islamophobie auf seinem Scheitel, das ist gesteuerte Panik, das ist Gunnar-Heinsohnscher Rassismus as its best.
Ob nun Mohamed Lahouaiej-Bouhlel diesem absurden, generalisierten Täterprofil zuzurechnen ist oder nicht, spielt dabei keinerlei Rolle.


Am 18. Juli 2016 schrieb Günther Lachmann:

Die polyglotte Sprache der Beschuldigungen erinnert mich daran, dass es einstmals „Seher“ und „Wahrsagerinnen“ gab, welche ihre Fähigkeiten dazu benutzten, den (ihnen) unliebsamen Mitmenschen auf den Scheiterhaufen zu verdammen. Heute hat man vergessen, dass diese „Wahrsagerinnen“ und „Seher“ selber dort landeten (einschließlich der Judikativen), wenn sich ihre Weissagungen als trügerisch herausstellten.
Die Akzeptanz der sprachlich selektierten Fehlleistung sind ein gefährliches Werkzeug der herrschenden Klasse – so, wie es Ulrike Spurgat schon am Anfang ihres Kommentares, dem Leser bewusst macht. Amalgamative „Erkenntnisse“, zusammengetragen aus Wuerfelbechern und Drudenstäbchen, sollen dort ein Feindbild stabilisieren, wo das Versagen aus Politik und Wirtschaft, benutzt werden kann, um das Schräubchen der Illusion von Freiheit noch enger zu drehen.
Schon lange verbergen Politiker und Wirtschaft ihre Lügen nicht mehr. Ganz im Gegenteil! Sie lugen so offensichtlich, dass einem denkenden Mitbürger sofort bewusst wird, dass sich dieses Gesocks über das Volk lustig macht, es verspottet, als Fußmatte benutzt, und wien Kaugummi, nach Gebrauch, in den Abfalleimer wirft.
Radikalisiert haben soll er sich, dieser 31-jährige Mohamed Lahouaiej-Bouhlel, in den letzten 11Sekunden seines Lebens, so hatte beschlossen, keinen Alkohol mehr zu trinken. Vielleicht dauerte die Radikalisierung auch 47 Jahre, um im Namen von Al Kaida oder der IS, den von ARD, ZDF und rechtspopulistischen Medien-Gruppen favorisierten Menschenhass, dem Buerger einzutrichtern. Weil er den staatlichen Sicherheitsdiensten aber nicht bekannt war, frage ich mich, wann endlich ein Video auftauchen wird, welches den Mann als Einzelkämpfer in den Trainingslagern des Yemen identifizieren wird. - Ach ne, da wird ja schon die Demokratie herbei-gebombt.


Am 18. Juli 2016 schrieb Georg Schultes:

Völlig unabhängig davon, ob der Attentäter von Nizza nur psychische oder psychosoziale Gründe (Selbstmord ist nie nur Poltisch zu erklären) hatte, eins bleibt unbestritten: Es gibt "unsere" Freiheit nicht, es gibt nur die Freiheit der da oben. Wir von unten haben eine andere, immer wieder umkämpfte und berittene Freiheit. Wer da Gemeinschaft sieht, der regiert schon oder will dringen regieren.


Am 18. Juli 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

.......also, wenn jeder der ein problematisches, schwierigeres Leben hatte oder hat, warum auch immer, individualisiert und psychologisiert wird, erfolgen Festlegungen, Spekulationen, die die wahren Ursachen der gesellschaftlichen Verhältnisse, vertuschen und verschleiern. Womit dann mal wieder, die "Schuldfrage" im Elternhaus, in der Persönlichkeit; also beim einzelnen Menschen gesucht wird. Ganz im Sinne der heutigen, neoliberalen gesellschaftlichen Strukturen. "Jeder Ist seines Glückes Schmied, aber auch seines Unglückes Schmied." Dieser ausschließlichen Verantwortung auf diese Art zu begegnen, überfordert jeden, und so sind die Praxen derer besonders gut besucht, die sich darauf "spezialisiert" haben, dass der einzelne Mensch, Fehler, Defizite, Mangel, um nur einige der häufig benutzten Begriffe zu benennen, eine Krankheit hat, die ja behandelt werden muss. Eines haben diese Begriffe gemeinsam: Sie sind mit Wertungen besetzt, und dass verhindert wahre Erkenntnis.-----
Gesundheit heißt nicht nur: Abwesenheit von Krankheit."


Am 17. Juli 2016 schrieb Karola Schramm:

Wenn jemand, auch ein Vater, seinem Sohn psychische Probleme attestiert, werde ich sehr hellhörig.
Zu oft werden Menschen, die sehr sensibel auf äußere Zustände reagieren und diese auch benennen, als psychisch krank diffamiert. Sie kommen in ärztliche Behandlung, bekommen dort die ersten psychoaktiven Medikamente die in der Regel ruhig stellen und abhängig machen. Die sozialen, zwischenmenschlichen Probleme sind damit nicht gelöst und werden es auch nicht, da die häusliche und gesellschaftliche Struktur so bleibt.

So gehe ich nicht davon aus, wie Sie Herr Gellermann, dass dieser junge Mann, Vater von drei Kindern, geistig verwirrt war.

Ich sehe einen hoffnungslosen Mann, der keine Perspektive hatte, vielleicht seine gesamte Kindheit über nicht in das Männerbild seines Vaters und/oder seiner Mutter passte und einfach nur verzweifelt war. Erst dann entwickeln sich Fantasien sein so zerstörtes Selbst in Form von Größenfantasien aufzuladen, was Befriedigung verschafft. Der Tod wenigstens soll großartig sein und je mehr mitgenommen werden, desto größer seine Befriedigung und vielleicht auch sein Ruhm. Er hat gezeigt, dass er kein Versager, kein Feigling ist sondern ein "richtiger" Mann.

Götz Eisenberg beschreibt in seinen Büchern über Amok diese sozial-psychologischen Zusammenhänge sehr gut und meint, dass unsere Gesellschaftsform wie sie sich derzeit abzeichnet, noch mehr Amok erzeugen wird.

Ich meine, dass die Kriege die derzeit künstlich erzeugt werden, oder das Töten mit den hinterhältigen Drohnen ebenfalls "Der Amok einer politischen Elite" genannt werden könnte, in der tausende getötet werden. Auch hier steht die Allmacht, der Größenwahn im Vordergrund. Man müsste sich mal die Kindheitsbiografien dieser Täter anschauen, dann weiß man es.

Antwort von U. Gellermann:

Ich halte psycho-soziale Störungen nicht für krank. Krank erscheint mir eine Gesellschaft, die solche Störungen en masse produziert. Ihrem letztem Absatz kann ich mich gern anschließen. Ihrer Ferndiagnose des Täters von Nizza nicht. Auch deshalb habe ich diese höchst vorsichtige Formulierung genutzt: "Alles was bisher bekannt ist, deutet ...“. Deutungen sind keine keine Diagnosen.


Am 17. Juli 2016 schrieb Kim Sahnemond:

Danke für den Artikel. Ich bin noch immer entsetzt und traurig. Gelegentlich bin ich über Nizza nach Südfrankreich gefahren und war so manches Mal dabei, wenn die Menschen mit Picknickkorb unterwegs waren, um den 14.07. zu feiern. Möglich ist es, dass der Täter seinen Hass ähnlich wie der Co-Pilot der GermanWings-Maschine auf diese Weise entlud. Nur verstehe ich nicht, wieso der große LkW durch die Absperrung gelangen konnte. Ich zweifle auch, dass die Tat von ihm allein geplant war; es erfordert einige Vorbereitungen (im Unterschied zu dem erwähnten Piloten). Meine Frage ist vor allem, warum die Anschläge in Frankreich (u. Belgien) stattfinden und nicht zum Beispiel in UK und DE. Frankreich ist eines der wenigen noch nicht durchneoliberalisierten Länder. Die Nuit debout-Bewegung, die Streiks von CGT zeigen an, dass große Teile der Bevölkerung genau diese Neoliberalisierung ablehnen. Neben der Freiheit sind auch die Gleichheit und Solidarität Werte, die von vielen geteilt werden. Auch soll durch die Bewegungen und damit den öffentlichen Streit um soziale Fragen der Zuspruch zum Front National nachgelassen haben. Das könnte sich nun wieder ändern. Aufschlussreich finde ich im Übrigen diesen Artikel des Guardian: "Pentagon preparing for mass civil breakdown" https://www.theguardian.com/environment/earth-insight/2014/jun/12/pentagon-mass-civil-breakdown , aber ohne, dass ich damit Kausalitäten herstellen will. Dazu werden wir wohl wieder einmal viel zu wenig präzise Informationen erhalten. Mer..


Am 16. Juli 2016 schrieb Pat Hallt:

Dieses mal waren keine Kalaschnikov´s,Bomben oder andere Sprengsätze im Einsatz,oder gar eine Fahne der IS zu sehen.
Den unschuldigen Opfern gilt mein unbedingtes Beileid denn woher und wieso hätten sie mit so einem schrecklichen Ereignis rechnen können ?
Wer Sturm Säat, wird Sturm Ernten sagt eine Volksweisheit, oder ?
Litt dieser Täter gar an post-traumatischen Störungen weil er die Vernichtung seiner Freunde oder gar Angehörigen seiner Verwandschaft nicht mehr ertragen konnte ?
All diese Gedanken gingen mir seit der ersten Meldung durch den Kopf.
Mit freundlich Grüßen an die Galeristin Reyes C. als auch an Uli G. der immer wieder hervorragendes Leistet um den dummen Mainstream zu entkommen,danke


Am 16. Juli 2016 schrieb Ulrike Spurgat:


Die immer wieder sich wiederholenden Floskeln, derer, die mit ernstem Gesicht, dem Ereignis angemessener Kleidung fast heulend, verkünden:
"Nun werden wir endlich ,und vereint den Terrorismus besiegen."
Kein Wort über die Verursacher der weltweiten Kriege, Krisen, bombadierten Dörfer, Städte, Länder und dem unermeßlichem Leid und den menschlichen Verlusten. Es sind immer psychisch gestörte Einzeltäter, die vom rechten Weg abgekommen sind.
Hunderttausende ohne Perspektive, ohne Hoffnung, und oftmals ohne Solidarität sind doch möglicherweise offen für Ideen, die ihnen "Sinn" geben können ?
Hat Sarkozy, der ehemalige französische Präsident, nicht den harten Besen holen wollen und eine "Säuberung" angekündigt in den Stadttteilen mit einem besonders hohem Anteil von Menschen aus anderen Ländern ?
Die USA und viele andere sind die Schuldigen, dass die Menschen ihrer Heimat, ihrer Perspektiven, ihrer Hoffnung für ein lebenswertes Leben in einer humanen Gesellschaft wieder und wieder beraubt werden. Sie werden sich wehren, und sich denen teilweise anschließen, die ihnen den "Himmel" versprechen, weil ein Leben ohne jegliche Perspektive, gegen die menschliche Natur ist. Die Verursacher und die Schuldigen müssen benannt werden, und zur Verantwortung gezogen werden, und diese "Individualisierung" muss aufhören, denn diese trägt zu Verschleierung bei. ES sind die gesellschaftlichen Verhältnisse, die Frage nach sozialer Gerechtigkeit, die Anhäufung von Reichtum einiger Weniger. Die Frage der Umverteilung von oben nach unten muss gestellt werden.
Dass einige WEnige diesen unverschämten Reichtum "verdient" haben sollen kann ausgeschlossen werden. Freiwillig werden sie es nur in Stiftungen verstecken, um sich auf Umwegen weiter zu bereichern.
Letztendlich stellt sich, mal wieder, wie in letzter Zeit verstärkt die Systemfrage Auch an dieser Stelle, die Macht- und Kräfteverhältnisse ,und die soziale Frage , muss von den LINKEN klarer, eindeutiger, internationalistischer, aber vor allem antikapitalistisch, ohne Schnörkel, und ohne wenn und aber im konsequenten Eintreten für die Verbesserung der Lebensverhältnisse in den jeweiligen Gesellschaften gestellt und umgesetzt werden, wenn möglich.


Am 16. Juli 2016 schrieb Elias Davidsson:

Sie scheinen den Anschlag in Nizza als ein Amoklauf eines geistig verwirrten zu bewerten. Das mag richtig sein. Dennoch frage ich mich wieso der Mann Waffen sich besorgt habe, und sogar fiktive Waffen, die im Wagen gefunden wurden. Wenn er einfach Menschen mit dem Lastwagen umbringen wollte, hätte er keine Waffen gebraucht.

Auch finde ich es, wie viele anderen, merkwürdig, dass es ihm gelang mit einen solchen Lastwagen ohne Problem in einer Fußgängerzone zu gelangen, obwohl die Polizei genau diesen Ort überwachen sollte, da eine sehr große Menge von Personen erwartet wurde.

Letztens, haben Medien die genaue Uhrzeit publiziert an der er sein Lastwagen aus dem Parkplatz in der Mitte oder Osten der Stadt gestartet hat. Wie konnte jemand dies feststellen ohne im Voraus zu wissen wo der Wagen geparkt war? Viele Fragen die noch nicht klar sind.

Antwort von U. Gellermann:

Ich kann und will keinen politischen Hintergrund ausschließen. Was ich ausschließen will, ist der bedingte Reflex, der jeden Araber zum Terroristen erklärt.


Am 16. Juli 2016 schrieb Reyes Carrillo:

Die zeitliche Spanne zum Atemluftholen zwischen den Bizarrheiten aus diesem Teil der westlichen, freien Wertegemeinschaft, besonders jene, die irgendwie mit Blut und Tod verbunden sind, wird immer kürzer. Die Druckerschwärze für das „Weißbuch der Bundeswehr 2016“, also dem Handbuch für Krieg, Tod und Staatsterror, ist noch feucht, da schlägt der islamistische Feind einmal mehr in jenem friedlichen, unschuldigen Land zu, das doch einen so aufrechten Sozialisten zum Präsidenten hat. Und dieser Gepeinigte wusste schon in der Nacht der schrecklichen Amokfahrt von Nizza, dass der Lenker des Todeslasters, Mohamed Mohamed Lahouaiej-Bouhlel, ein Islamist und Terrorist war. Präsidenten bekommen, wie man weiß, ja die ganze Wahrheit immer als erste zugesteckt - oder wissen sie qua Amt automatisch.
Die servil-dankbare Wiederholung dieser Propaganda aus jeder Ecke dieser freien Wertegemeinschaft, was Ulan Bator mit einschließt, ließ denn auch in ihrer Zuverlässigkeit nicht auf sich warten. Mariano Rajoys Spanien zog längst die Guardia Civil an seinen Grenzen zu Frankreich zusammen. Bloß, oh Schreck, bis zum Abend wurde nichts (NICHTS!) gefunden, was diesen Bier saufenden, die Moscheen meidenden und eben psychisch labilen Mohamed auch nur ansatzweise in die Nähe eines islamischen Terroristen gezerrt hätte. Die dazu korrespondierende enttäuschte und peinlich berührte Visage der bei Dr. Gniffke angestellten Propagandaschleuder Ellen Ehni sprach gestern in dem der Tagesschau nachfolgenden „ARD-Brenpunkt“ Bände. Die redaktionelle Vorgabe war indes klar: Egal wie, es MUSSTE ein islamistischer Hintergrund her, komme was wolle. Alles andere war tabu: Das Wort A-m-o-k stand an erster Stelle auf dem Index der verbotenen Worte dieses Abends. Und dann: Der unvermeidliche Terrorexperte und Islamwissenschaftler (!) taucht endlich auf! Er murmelt zwar auch sowas wie, es sei noch zu früh, um endgültig nachzuweisen usw.… Aber: Auch wenn Mohamed Lahouaiej-Bouhlel noch oder überhaupt keine Beziehung zu islamistischen Netzwerken nachgewiesen werden kann, heißt das noch gar nix, denn dann war es selbstverständlich zumindest die Tat eines islamistisch motivierten Einzeltäters! Begründung, bitte festhalten: Der IS habe doch schließlich alle Muslime in aller Welt aufgerufen, die Ungläubigen mit allen nur denkbaren „Waffen“ zu töten, darunter natürlich auch mit Fahrzeugen. Ja, und so war das dann eben auch bei Mohamed. Garantiert. Was denn sonst?!? Punkt. Das ist an vorsätzlicher Verarschung und schwerer Beleidigung der Zuschauer-Gehirnzellen nicht zu toppen! Wahnsinn, was sich der GEZ-Zahler da gefallen lassen muss an vorsätzlicher, dummdreister Propaganda zur, Uli hat es ja gesagt, Legitimation der laufenden und neuen Kriege des Westens gegen die islamische Welt und zur Inszenierung einer Dauerpanik in den Bevölkerungen. Das ist uralte Propagandaschule. Nur so lassen sich peu à peu die Grundrechte aushebeln und die Demokratie - auch im neoliberalen Sinne - schleifen. Wir sind Teil einer grandiosen Umerziehung. Aber das ist freilich nicht neu. Ein Festmahl besonders für igelhaarige Staatsbürokraten. Und nicht zu vergessen: Wladimir Putin, Dmitri Medwedev, RT deutsch, Sputnik usw. übernahmen von der ersten Stunde an willigst die These vom islamistisch motivierten Terroranschlag! Sollte man bei aller Putin-Versteherei auf dem Zettel haben.
Danke Uli, dass du das irritierende Statement Sahra Wagenknechts mit deinen bohrenden, nicht nur rhetorischen Fragen in alle Einzelteile zerlegst.


Am 16. Juli 2016 schrieb Elke Zwinge-Makamizile:


Genauso ist es: "Der "Krieg gegen den Terror" ist längst selbst zum Meinungs-Terror geworden, mit dem die Überwachung der Bevölkerung zum einen und die terroristischen Kriege in Afghanistan, im Irak, in Syrien, Libyen und anderswo zum anderen gerechtfertigt werden. Die öffentlichen Pawloschen Reflexe nach der Amok-Fahrt in Nizza sind Ausdruck genau dieses Meinungs-Terrors. "
Ich möchte Ihre Worte hervorheben, weil die Reaktionen der von Ihnen genannten Politiker genau der eingefädelten Reaktion nach dem 11.9.2001 entsprach und den Krieg gegen den Terror auslöste. Jede aufklärerische Beschäftigung mit diesem Terrorakt, der alle weiteren Staats-Terror-Akte zur Folge hatte, müsste sein, über die Arroganz der Macht und Dummheit hinaus wirkend...


Am 16. Juli 2016 schrieb Doris und George Pumphrey:

Lieber Uli, Du - und auch der Kommentator Heinz Schneider - habt es genau auf den Punkt gebracht. Danke!!!


Am 16. Juli 2016 schrieb Susanne Hofmann:

Eine Wohltat, Ihr Artikel, in diesem Meer aus Betroffenheitsgesums und Regierungslautsprecherei. Danke!


Am 16. Juli 2016 schrieb Heinz Schneider:


Hätte am Steuer der in den französischen Alpen zerschellten German Wings Maschine nicht der Deutsche Andreas Lubitz gesessen, sondern ein Mensch mit dunkler Hautfarbe: die Tat wäre ein feiger terroristischer Akt, ein Anschlag auf die gesamte freie Welt gewesen.

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