Wolf Biermann und der Boxer

Wie Deutschland in der Ukraine Demokratie herstellt

Autor: U. Gellermann
Datum: 15. Mai 2014

In ein paar Tagen ist der Sänger in Kiew: Wolf Biermann, der gern auf CSU Parteitagen auftritt und heftig den Irak-Krieg begrüsste, hatte dem Boxer und Präsidentschaftskandidaten Klitschko einen Sympathisantenbrief geschrieben. Den verliest er nun an der Velyka-Zhytomyrska-Straße in Kiew bei einer Veranstaltung europäischer Intellektueller. Das ist schön, wenn ein CSU-Anhänger einem Zögling der Konrad-Adenauer-Stiftung seine Unterstützung versichert. Vor allem aber ist es symbolisch für die deutsche Ukraine-Politk: Man redet mit sich selbst. Die Merkel mit ihrer alten Freundin Julia Tymoschenko, Aussenminister Steinmeier mit seinem neuen Freund, dem Präsident Alexander Turtschynow, der im Bündnis mit der Swoboda-Nazipartei übergänglich das Land regiert und die Swoboda wiederum redet mit Vorliebe mit der NPD. So geht deutsche Demokratie in der Ukraine.

Jetzt dreht Demokratie-Deutschland total auf: Nachdem Wladimir Putin, der neue Feind deutscher Polit-Bürokratie und der ihr angeschlossenen Medien vor Tagen vorgeschlagen hat einen "Runden Tisch" mit allen Beteiligten einzurichten, findet der Aussen-Steinmeier das auch nicht schlecht. Sagt er. Was er immer noch nicht ausspricht, obwohl er es wissen könnte, ist die Notwendigkeit einer Föderalisierung der Ukraine. Spätestens nach den Volksabstimmungen ist deutlich, dass die Menschen im Osten der Ukraine keine Lust mehr auf einen zentralisierten Staat haben. Und weil die Mehrheitsdeutschen offenkundig nur Freunde im Westen der Ukraine haben, wissen sie alle ganz genau, dass die Volksabstimmung nicht rechtens war. Natürlich war das keine Volksabstimmung nach allen Regeln juristischer Kunst. Aber wer die Bilder gesehen hat, wie Alte und Junge, Kind und Kegel, Väter und Mütter sich an die Wahlurnen gedrängelt haben, der weiß genau: Das war ein Stimmungsbild.

Die Süd-Ost-Ukrainer haben die Schnauze voll von einer Regierung, die US-Söldner der berüchtigten Blackwater-Academi-Mörder zur Bekämpfung von Demonstranten und Besetzern ins Land geholt hat. Von einem Übergangsregime, das Nazis und die zum Verwechseln ähnliche Nationalgarde denen auf den Hals hetzt, die sich ohnehin schon stranguliert fühlen. Von einem Regime, dass den erklärten Volkswillen mit "Anti-Terror-Truppen" bekämpft. Von der korrupten Timoschenko-Gruppe, die den Kern der vorgeblichen Regierung bildet und sich in der Vergangenheit die Taschen gefüllt hat und erneut gern die Lizenz zum Klauen hätte, um nach einer wie auch immer zusammengebastelten Präsidentschaftswahl der NATO beizutreten. Wer also in der Ukraine Frieden wollte, wer den Bürgerkrieg vermeiden und den Grenzkrieg stoppen wollte, der müsste mit den Leuten in der Süd-Ost-Ukraine reden. Vor den Präsidenten-Wahlen und über eine Föderalisierung, wie sie zum Beispiel die Katalanen in Spanien und die Schotten in Großbritannien durchgesetzt haben. Da sei das Duo Infernale, die gewaltige Merkel und ihr Steinmeier-Dackel vor: Gemeinsam mit der Kiewer Sonder-Regierung schließen sie die Leute aus dem Osten aus.

"Gewalt zur Lösung der eigenen Probleme darf nicht angewendet werden", plappert die Kanzlerin in eine bleiverseuchte Luft und fordert einen Gewaltverzicht als Voraussetzung zur Teilnahme am Runden Tisch. Dass dann die Vertreter der Euro-Maidan-Regierung keinesfalls teilnehmen dürften, will ihr nicht auffallen. Wenn also die deutsche Regierung am Kiewer runden Tisch präsent ist, legitimiert sie ein Treffen, das den weiteren Krieg gegen die eigene Bevölkerung als Voraussetzung für eine Präsidentschaftswahl begreift. Deshalb ist es auch höchst interessant, wen die Deutschen an den Tisch schicken: Wolfgang Ischinger, den Chef der "Münchner Sicherheits-Konferenz", eine Konferenz, die alljährlich der NATO ein prima Propaganda-Forum gibt und unter anderem von der Rüstungsschmiede "Krauss- Maffei" finanziert wird. Ob Ischinger ein paar Panzer zur Aufstandsbekämpfung im Gepäck hat, weiß man nicht. Unbekannt ist auch, ob der "Aussenminister des Allianzkonzerns" (dort erhält der Ex-Diplomat ein nettes Zubrot als Lobbyist) der Kiewer Übergangserscheinung eine Lebensversicherung aufschwätzen will oder eine kleine Spende mitbringt. Immerhin gehört die Allianz SE zu den großen Parteispendern in Deutschland und hat seit 2000 bereits mehr als 2,7 Millionen Euro an die Bundestagsparteien, mit Ausnahme der Partei Die Linke, gespendet.

Während Merkel und Steinmeier ihre Kiewer Friedens-Inszenierung dirigieren, machen die deutschen Medien das, was sie im Ukraine-Konflikt am liebsten tun: Tatsachen verschweigen wenn sie nicht in ihre ideologischen Raster passen. So gilt das Massaker in Odessa immer noch als eine Art ungeklärter Unfall. So wurden die jüngsten blutigen Kämpfe in Mariupol in den Heute-Nachrichten als "Szenario, das Putin will" umgelogen. Um vom gewalttätigen Marsch des "Rechten Sektors" von Mariupol nach Lugansk zu erfahren, musste man die Kiewer (!) Onlinezeitung "Politnavigator" lesen. Und wenn 2.000 Vertreter der Zivilgesellschaft am 9. Mai in Kiew (!) gegen das Timoschenko-Klitschko-Swoboda-Provisorium demonstrieren, dann ist das so schrecklich, dass die deutschen Mehrheitsmedien einer schweren Stimmband-Lähmung verfallen. Denn so ein Fall ist in der Sprachreglung einfach nicht vorgesehen.

In einer von Biermanns besseren Balladen - im "Lied von den bleibenden Werten" - ist die Rede von den "großen Lügnern" und der Frage was von denen bleiben wird: "Von denen wird bleiben, dass wir sie endlich durchschaut haben". Das ist den Deutschen, bei Betrachtung ihrer Medien, dringend zu wünschen. Biermann allerdings beschränkt sich eher auf ein `Ring frei zur nächsten Runde´: "In diesen Tagen", schreibt er an Klitschko, "tobt der Freiheitskrieg in der Ukraine. - Wir Deutschen erleben diesen Kampf nur am Fernsehapparat, so wie sonst Ihre Boxkämpfe." Die Frage nach der Freiheit für wen und für was stellt er dem CDU-Freund lieber nicht. Denn der könnte - wenn er ehrlich wäre - wahrheitsgemäß antworten.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 23. Mai 2014 schrieb Friedemann Wehr:

Ich könnte heulen, wenn ich sehe, was aus diesem Mann geworden ist. So Titel wie "Flori Have.." oder Hugenottenfriedhof. Da war so viel Herz und Hoffnung. Jetzt kommt da nur noch Dünnes. Äußert sich so die Altersdemenz, oder sind das die Spätschäden seiner DDR-Jahre. Ich kann es nicht beurteilen. Seine Lieder habe ich einst inbrünstig gesungen. Heute ist Biermann aus meinem Repertoire verbannt. Schade um die Texte - schade um diesen Mann. Wenn ich das so anmaßend bemerken darf.


Am 19. Mai 2014 schrieb Blacky White:

Guter Artikel, der weiter Anlass gibt über sogenannte angepasste (prokapitalistische) Westkünstler nachzudenken.
Was sind eigentlich Künstler ?

Biermann ist ein ganz normaler, armer Willie, was Musik angeht. Ich fand schon damals seinen Heulsusengesang eher als Brechmittel geeignet. 3 Kugeln auf Rudi Dutschke ging ja noch halbwegs. Als Entschuldigung hat er er sich aber mit SPRINGER geeinigt. Eventuell sogar schon vor dem abgesprochenen Lied.

Ab den 60gern hab ich in der BRD regimetreue Sänger erlebt, die toll aussahen (nach westlichen Kriterien) , emotional ergreifende Texte sangen, Gefühle rüberbringen konnten, super Stimme hatten und in Geld schwammen.
Auf der anderen Seite die kleinbürgerlichen NEIDER. Diese hässlichen Unbegabten machten verstärkt ab den 70gern auf sozialkritische Lieder. Jeder lumpenproletarische Strassenmusiker hatte diese Arschlochreime bereit wie : "Du hast viel Geld, aber verdrängst die arme Welt", "Wir arbeiten viel, doch was ist das Ziel", "Dein Kopf sucht nach Gold, doch was ist der Sold", "Draussen gibts Kriege, also such nach Liebe", "Dein Aussehen ist egal, die Mode eine Qual, dann trag nen selsbstgestrickten Schal?. Also inhaltslose, depressive und dumme Glückskekssprüche bis zum Abwinken.. Einen guten Artikel über den KRIEGSFREUND Biermann unter

http://sascha313.wordpress.com/2014/05/12/der-mann-mit-den-verleumderischen-liedern


Am 18. Mai 2014 schrieb Klaus-Peter Kurch:

Ist es vielleicht ein Fehler, Biermann immer noch zu beachten?... als die Null, die er nun ist.


Am 17. Mai 2014 schrieb Armin Gröpeler:

Ein Jugendfreund von mir, ein Bildhauer, der ein großer Schweiger war, wollte- es war 1971 oder 72- den Wolf Biermann, weil er dessen eitles selbstverliebtes Gesabber nicht ertrug, in Dresden nach einem Zechabend im Körnergartren von der Brücke "Blaues Wunder" schmeißen...
Wir haben ihn seinerzeit davon abgehalten....tschuldigung...


Am 17. Mai 2014 schrieb Jeanine Meerapfel:

Kann das sein, lieber Ulli, dass wolf Biermanns Birne weich geworden ist? Himmel!
aber wie richtig du schreibst, und wie furchtbar, dass Deutschland den "bösen russen" wieder wittert.
danke fuer deine Artikel. du bleibst eben klar und gut.


Am 16. Mai 2014 schrieb Werner Horstmeier:

Sie begreifen mal wieder gar nichts: Die Bundesregierung, vertreten durch Herrn Steinmeier versucht einfach dem amerikanischen Druck standzuhalten. Die USA wollen die Ukraine strategische und aus Gründen ihrer Rohstoffpolitik in den Griff bekommen, da ist ihnen notfalls auch ein Krieg recht. Genau das will die Bundesregierung nicht.

Antwort von U. Gellermann:

Genau deshalb stützt die deutsche Regierung also die Timoschenko-Klitschko-Swoboda-Gruppe, der nichts lieber wäre als eine militärische US-Intervention? Bringen Sie bitte ihre Stammtisch-Strategie zum Flohmarkt.


Am 15. Mai 2014 schrieb Moyra Mangold:

Sehr guter Artikel und wieder punktgenau gelandet. Mich wundert eigentlich garnichts mehr in dieser verdrehten Welt. Auch nicht, dass dieser selbstgefällige Dudelknödel seine Nazikumpels besucht. Weiss der Troll eigentlich um was es dort geht? Ich empfehle Herrn Bierbumsel, bevor er sich bei Seinesgleichen zum Vollpfosten macht, die morschen Knochen etwas zu ölen denn bei den Kameraden geht es zackig zu. Da kommt es nicht gut an, im verlotterdem Latschgang über die Bühne zu humpeln. Und bitte auch die Stimmbänder nicht vergessen. Da muß es markig aus der Kehle rasseln. Nee, is mir schlecht.


Am 15. Mai 2014 schrieb Zuvielnachdenker Rodin:

Danke Herr Gellermann,liest sich wieder einmal hervorragend,ganz leicht abseits der unerträglichen gleichgeschalteten Qualitätsmedien.
Über diesen üblen peinlichen Trällerheini und versoffenen Mantel-nach-dem-Wind-Dreher brauche ich zum Glück kein Wort mehr zu verlieren,das haben hier einige schon sehr treffend übernommen.
Viva Rationalgalerie !


Am 15. Mai 2014 schrieb Gerrit Stein:

Die Lage in der Ukraine ist finster genug. Da müssen Sie uns nicht auch noch mit dem personalisierten Würgreiz malträtieren. Und an Leser Rugay, offenbar Westler: Ich verwahre mich schärfstens gegen die Behauptung, der Biedermann sei ein "ostdeutscher" Troubadour: Er kam von Euch, hat hier eine Weile, redliche Leute in die Irre führend, sein Unwesen getrieben und ist dann wieder dorthin entschwunden, wo er hingehörte. Nix da ostdeutsch!


Am 15. Mai 2014 schrieb Hartmut C. Hoffer:

Der BIErmann - ein BIEdermann - hat sich angebIEdert und SpEIchel geleckt, bei Springer & Co - wI(E)derlich ...

Kopfschüttel: Was sind das für Leute? Was sind das für Leute, die doch mal sowas wie Charakter hatten ... und evident oppositionell waren. Und nach 9/11/89 nichts Besseres mit sich anzufangen wussten, als sich wie sauer Bier, ja mann, wie sauer Bier dem einstigen Klassenfeind anboten ... und fortan ihr schales Bier in, na was wohl, verwandelten?


Am 15. Mai 2014 schrieb Karl Baier:

Einst sah er sich als preußischen Ikarus, der Wolfi. Nun ist er endgültig bruchgelandet - eine Krähe, auf einem, aus braunem Schlamm ragenden, Eisernen Kreuz 3. Klasse in der Ukraine. Die Opfer von Krieg und Terror verhöhnend, krächzt er das Lied derer, deren Brot er frißt. - Applaus -


Am 15. Mai 2014 schrieb Matthias Fröhner:

Biermann steht in der gleichen Ecke wie die dicke Jutta sie schmerzt ihre Bedeutungslosigkeit:


Am 15. Mai 2014 schrieb Reyes Carrillo:

Zunächst einmal bedanke ich mich für Ihre liebevolle Biermann-Würdigung! Das Gesabbel dieses unerträglich-narzisstischen Egomanen geht mir schon seit Jahren auf den Zeiger. Und „ihr“ Armen, „ihr“ musstet den Kerl ja noch viel länger ertragen als ich. Schüttel!

Vielen Dank für diesen sehr guten, die Dinge wieder wunderbar ordnenden Artikel! Das Maß an Verarschung ist fürwahr „betäubungsmittelpflichtig“, wie Ihr Leser Christoph Pauli chemisch korrekt bemerkt. Die „Hiden-Connection“, die Jens Berger gestern in den NachDenkSeiten aufdröselte, bildet zusammen mit Ihren Recherchen eine in dieser schamlosen Art wohl seltene Chuzpe kapitalistisch-westlicher Brandschatzung ab. Das ist kaum noch zu toppen.


Am 15. Mai 2014 schrieb Helmut Schnug:

Es bereitet mir immer ein Vergnügen, Deine politisch- und gesellschaftskritischen Texte zu lesen. Interessant im Zusammenhang mit der Ukraine fand ich den Hinweis auf Schottlands Föderalisierung. Schottland ist seit den frühen 80ern meine gefühlte (Seelen-)Heimat, die ich nicht nur wegen der reizvollen Landschaft, den 36 von mir bisher ein- oder mehrmals besuchten Inseln, der kulturellen Vielfalt und der Förderung gelebter Traditionen schätze.

Auch das gesellschaftliche Leben und politische Streben nach weitgehender Beibehaltung der Authentität, ihrer bisher erreichten Eigenständigkeit und vielleicht demnächst sogar der Unabhängigkeit vom Vereinten Königreich habe ich während dutzender Besuche im Rahmen meiner Möglichkeit aktiv unterstützt - zahlreiche politische Versammlungen und Mahnwachen z.B. auf Edinburgh Castle und anderen Locations inklusive.

Ulrich schrieb:
"Vor den Präsidenten-Wahlen und über eine Föderalisierung, wie sie zum Beispiel die Katalanen in Spanien und die Schotten in Großbritannien durchgesetzt haben."

Im Falle Schottlands kann man nicht von einer Föderalisierung sprechen. In den letzten Jahrzehnten ist in Schottland eine starke Bewegung (Scottish National Party u. a.) für eine Auflösung dieser Union und damit die Abspaltung vom Vereinigten Königreich entstanden. Das Land hat bereits durch den Prozess der innerbritischen Devolution weitgehend Autonomiestatus innerhalb des Vereinigten Königreichs inne (und seit 1999 ein eigenes Parlament in Edinburgh).

Der Begriff Devolution (von lateinisch devolvere "hinabrollen" oder sinngemäß "abwälzen) bezeichnet in der Staatsrechtslehre die Übertragung administrativer Funktionen in einem Einheitsstaat an regionale Körperschaften. Dabei beziehen die regionalen Körperschaften ihre politische Legitimität durch diese Übertragung. Die politische Souveränität verbleibt bei der übertragenden Stelle, die die regionalen Körperschaften auch wieder auflösen oder ihre Kompetenzen verändern kann. Im Gegensatz dazu steht der Begriff des Föderalismus, bei dem die Gliedstaaten eigenständige Legitimität besitzen und diese erst durch ihren Zusammenschluss an eine größere Einheit übertragen.

Wales, Schottland und Nordirland besitzen seit den erfolgreichen Referenden im Jahr 1997 eigene Landesteilparlamente und -regierungen mit einem Ersten Minister als Vorsitzenden, vergleichbar einem Ministerpräsidenten in Deutschland oder einem Landeshauptmann in Österreich. Bei den Wahlen dieser Landesparlamente kommt teilweise das Verhältniswahlrecht zur Anwendung. Die Räte sind bei weitem nicht so mächtig wie das britische Parlament. Während das schottische Parlament bis zu einem gewissen Grad selbst Gesetze erlässt, kann die National Assembly for Wales nur über die Verwendung des von der Zentralregierung bereitgestellten Etats entscheiden. Das britische Parlament kann die Befugnisse der regionalen Parlamente jederzeit erweitern, beschränken oder ändern. Das nordirische Parlament war in seiner Geschichte mehrfach suspendiert worden, zuletzt bis zum 7. Mai 2007.

Somit kann das Vereinigte Königreich heute als Einheitsstaat mit einer teilweise dezentralisierten Regierung betrachtet werden. Dies kontrastiert mit föderalen Staaten, in denen die Rechte der untergeordneten Parlamente und Versammlungen per Verfassung genau definiert sind und nicht durch einen Gesetzesbeschluss des übergeordneten Parlaments geändert werden können. Andererseits besteht durchaus die Möglichkeit, dass die föderalen Elemente in Großbritannien künftig gestärkt werden. Die Devolutionspolitik Tony Blairs kann sich aber letzten Endes als selbst auferlegte Machtbeschränkung Labours entwickeln, da die Devolutionsgesetze eine Reduzierung der Anzahl der schottischen Abgeordneten im Unterhaus vorsehen und Schottland traditionell eine Hochburg der Labour Party ist.

Quellen:

Devolution (Vereinigtes Königreich):
http://de.wikipedia.org/wiki/Devolution_%28Vereinigtes_K%C3%B6nigreich%29

Politisches System des Vereinigten Königreichs:
http://de.wikipedia.org/wiki/Politisches_System_des_Vereinigten_K%C3%B6nigreichs

Schottisches Parlament:
http://de.wikipedia.org/wiki/Schottisches_Parlament

Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands:
http://de.wikipedia.org/wiki/Referendum_%C3%BCber_die_Unabh%C3%A4ngigkeit_Schottlands


Am 15. Mai 2014 schrieb Gideon Rugay:

Achja, der Biermann! Der ostdeutsche Troubadour mit Klasssik-Klassenkampf-Klampfe im Gepäck. Ostdeutsches Opferlamm-Liedgut in leicht brechtscher Manier darbietend. Der ewige Dissident der wortgewaltig aufbegehrt wo andere nur den Kopf schütteln. Kann es sein, dass sogenannte Dissidenten desöfteren in so eine Art umgekehrtes Stockholm-Syndrom verfallen sobald sie die Jakobsleiter heraufgefallen und durch geschickten Systemwechsel mit offenen Armen in der besten aller Welten (der auf der "Go West" steht, wie einst auf den Glimmstengeln der Imperial Tobacco Group) empfangen wurden - der Repression von zentralistischen Herrschaftskraken gerade noch so von der Schippe gesprungen ?
Na, da hat er aber allen in die Suppe gespuckt, der Wolf (im Liedermacherpelz), wa ?



Am 15. Mai 2014 schrieb Johnny Heise:

Schon vor Wochen wurden die ukrainischen Goldreserven in einer Nacht- und Nebelaktion in die USA verbracht. Vielleicht sollte Biermann seinen Auftritt lieber ins Fort Knox verlegen.


Am 15. Mai 2014 schrieb Christoph Pauli:

Die Peinlichkeiten werden langsam Betäubungsmittelpflichtig!

Die Biden Aktion ist bereits in einem Kommentar erwähnt.
Ein leichter Hoffnungsschimmer ist das Interview auf n-tv mit Ökonom Hellmeyer via youtube. Da spricht einer Klartext über die ganze Situation. Sehr zu empfehlen.
Unser Außenminister Steinmeier ließ sich gestern in Kiew demütigen: zuerst mußte er 2 Stunden auf seinen Termin warten um sich dann die Kranzniederlegung vor dem Gewerkschaftsgebäude in Odessa verbieten zu lassen.
Aber unsere schwerst zu ertragende dauerlächelnde Kriegs Ursel setzt alldem noch eins drauf, indem Sie sich den 15 Jahre andauernden Nato Dauereinsatz im Kosovo schönredet und als Erfolgsmodell für die Ukraine anpreist.
Zum verzweifeln!


Am 15. Mai 2014 schrieb Ralf Thielken:

Ach ja, der Wolf, der hat es eben drauf. Einst durchschaute er die Lügen der Greisen Männer, heute hofiert er die Lügen der neuen Kalten Krieger und Sudel-Eden..
Er wollte halt noch ein paar Eckige Runden drehen, bevor er den Löffel abgibt...
Danke, Herr Gellermann!


Am 15. Mai 2014 schrieb Peer Wallmann:

Haben Sie mit Wolf Biermann eine alte Rechnung zu begleichen? Anders kann ich mir Ihre Diffamierung nicht erklären. Immerhin tritt er in Kiew gemeinsam mit so bedeutenden Leuten wie Bernard-Henri Lévy, Timothy Garton Ash und Karel Schwarzenberg auf.

Antwort von U. Gellermann:

Timothy Garton Ash war für den Libyen-Krieg, Bernard-Henri Lévy hat ihn geradezu herbei gequatscht und als tschechischer Außenminister hat Karel Schwarzenberg der NATO Truppen für den Libyen-Krieg angedient. Na, da ist Biermann ja in bester Gesellschaft.


Am 15. Mai 2014 schrieb Helga Sartorius:

Kann mir mal einer sagen warum die SPD hofft am Ende der Legislatur ohne die CDU zu regieren? Solang Flöten wie Steinmeier in der Ukraine das Geschäft der NATO betreiben und sich in nichts von der Merkel unterscheiden wird das nichts.


Am 15. Mai 2014 schrieb Volker Westermann:

Das berichtet n-tv:

"Amerikaner in der Schaltzentrale
Biden-Sohn wird Gaslobbyist in der Ukraine

Der größte private Gaskonzern der Ukraine gibt eine pikante Personalie bekannt. Mitten im Ukraine-Konflikt heuert ausgerechnet der Sohn des US-Vizepräsidenten in der Führungsetage an. "

http://www.n-tv.de/politik/Biden-Sohn-wird-Gaslobbyist-in-der-Ukraine-article12830026.html

Und das hat natürlich nie und nimmer mit dem drohenden Bürgerkrieg in der Ukraine zu tun. Oder?

Antwort von U. Gellermann:

Nie und nimmer! Ist doch im Vorstand der Burisma Holdings Limited (aus Gründen der Steuer-Ersparnis In Zypern und London angesiedelt) neben dem Biden-Sprößling auch der ehemalige polnische Präsident Aleksander Kwaśniewski und wer stand ganz zufällig neben Steinmeier auf dem Kiewer Maidan? Richtig: Der polnische Außenminister.

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