Wirtschaftskrieg gegen Russland

Erst mal Sanktionen für das Vaterland

Autor: U. Gellermann
Datum: 01. September 2014

Schizophrenie kann schön sein. Zumindest muss man das bei Regierungen wie der deutschen, der amerikanischen oder britischen vermuten. Deren Truppen treiben sich schon lange ohne jegliche Legitimation in Afghanistan rum oder auch im Irak. Die unterstützten - die USA und England mehr, die Deutschen weniger - mit Waffen und Geld in Libyen oder Syrien Separatisten. Rufen aber laut "haltet den Dieb", wenn etwas scheinbar Ähnliches von Russland in der Ukraine betrieben wird. Aber wenn man dann dringlich nach Beweisen für russische Untaten sucht, dann lagern die ausgewerteten Daten der Flugschreiber des Flug MH17 der Malaysia Airlines seit Wochen unveröffentlicht in Holland, die Protokolle des Funkverkehrs zwischen dem Flughafen Kiew und dem Absturzflugzeug liegen sogar seit Mitte Juli beim ukrainischen Geheimdienst SBU unter Verschluss, und die neuesten NATO-Satellitenbilder über russische Truppenbewegungen haben die Qualität schlechtester Hobby-Fälschungen. Macht nix, sagten die Steinmeiers im Dienste der USA beim jüngsten Außenminister-Treffen der EU und diagnostizieren eine "neue Dimension" in der Ost-Ukraine. So ist es bei Bewusstseins-Spaltungen: Der Balken im eigenen Auge macht die Splitter im fremden Auge erst so richtig sichtbar.

Nun also noch mehr Sanktionen als zuvor. Verkündeten die über den faden Schein eines Gedanken erhabenen Lenker der EU am Wochenende in Brüssel. Fällt jemandem auf, dass hier ein dringender Wunsch der USA erfüllt wird? Denn das Handelsvolumen der EU mit Russland ist zehnmal größer als das zwischen den USA und Russland. Die USA verlieren nichts, wenn sie die Wirtschaftsbeziehung zu Russland abbrechen. Denn Sanktionen haben zuweilen Bumerang-Charakter: Man will Putin treffen und hat wenig später das krumme Holz am eigenen Kopf. Beispiel Deutschland: Russland steht unter den deutschen Handelspartnern an 11. Stelle. Mehr als 300.000 Arbeitsplätze hängen hierzulande vom Handel mit Russland ab. Deutsche Unternehmen haben in Russland rund 20 Milliarden Euro direkt investiert. Rund 200 Unternehmen mit deutscher Beteiligung sind in Russland aktiv. Und vor allem die Automobilindustrie hat große Pläne. VW-Chef Martin Winterkorn hatte sich schon die Hände gerieben: "Bis Ende 2018 investieren wir weitere 1,2 Milliarden Euro in Russland.“ Und, so ganz nebenbei: Deutschland bezieht 36 Prozent seiner Öl-Importe und 35 Prozent seiner Gas-Einfuhren aus Russland. Das kann ein kalter Winter werden, wenn Deutschland und die EU weiter den König des ukrainischen Gashahns, Petro Poroshenko und seine Milizen in der Ostukraine unterstützen. "Strafmaßnahmen" wollen die EU-Chefs gegen Russland verhängen. Als seien sie die Lehrer und Russland der Schüler. Aber die Lehrer handeln gegen die eigenen, die nationalen Interessen. Weil der Oberlehrer, der berühmte Experte für Menschenrechte Obama das so will.

Putin ist nach dem Verständnis der USA dabei, ein schweres Verbrechen zu begehen, das die Herren Saddam Hussein (Irak) und Muammar al-Gaddafi (Libyen) bereits Leben und Staat gekostet hat. Auch die hatten überlegt ihr Öl nicht mehr auf Dollarbasis zu verkaufen. Nun denkt man Russland darüber nach Gas und Öl künftig in Rubel, Euro oder der chinesischen Währung Yuan zu handeln. So kann man es in Zeitungen in Österreich und der Schweiz lesen. In deutschen Zeitungen kaum: Die sind längst das Papier nicht mehr wert, auf dem sie gedruckt werden. Da die völlig verschuldeten USA - deren Staatsverschuldung unvorstellbare 17.556 Milliarden Dollar beträgt - ihre Vormachtstellung nur halten kann, wenn der Ölpreis weiter an den Dollar gekoppelt ist, kann sie Putins Ankündigung nur als Kriegserklärung begreifen. Denn nur wenn der an den Ölpreis gebundene US-Dollar als globale Leitwährung Bestand hat, kann die USA weiterhin billiges Papier bunt bedrucken, behaupten es sei echtes Geld. Und damit jene Militärmacht finanzieren, die in fast jeder Ecke der Welt fast jeden, den sie zum Gegner erklärt, unterwerfen kann. Da sind Sanktionen, auch wenn sie Europa Geld und Arbeitsplätze kosten, vergleichsweise harmlose Drohungen.

Manche Drohungen schleichen sich an, sind kaum merkbar und doch erkennbar. Jüngst in der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG: Eine Todesanzeige. An sieben Tote der Familie Pagenkopf, die von zwei Weltkriegen gefressen wurden, wird dort erinnert. Einer der Pagenkopfs blieb für immer in einer dieser blutigen Schlachten des Ersten Weltkrieges: Bei Craonne/Aisne. Auf dem Soldatenfriedhof im Departement Aisne liegen 11.089 deutsche Soldaten und 7.236 französische. Ein anderer der Familie kam aus Witebsk, damals Sowjetunion, nicht mehr lebend zurück. Der war im Zweitem Weltkrieg ein Soldat der Reichswehr. Nach der Eroberung vom eben diesem Witebsk durch die Deutschen wurde die gute Gelegenheit genutzt, um 15.000 Juden zu erschiessen. Über den Namen der Traueranzeige steht: "Sie starben für ihr Vaterland". Es ist wieder möglich, die militärische Mordmaschine des Kaiser-Reiches und den Vernichtungsapparat des Hitler-Reiches öffentlich zum Vaterland zu erklären. Schleichend kommt das Vaterland wieder in Mode. Ja, für ein richtiges Vaterland, da übernimmt man doch gern Verantwortung. Unverantwortlich jene Redaktion, die einer Trauer-Ode auf Militarismus und Faschismus einen schwarz umrandeten Platz einräumt. Einer der gefallenen Pagenkopfs hatte gerade mal sein Abitur gemacht: Gefallen. Wie niedlich das klingt, als sei der Abiturient gestolpert. Ja, man kann auch in Kriege auch reinstolpern. Wenn man nur lange genug die eigene Propaganda für die Wirklichkeit hält. Und so schleicht sich, nach neuesten Meldungen, die NATO an Russland ran. Fünf neue Stützpunkte wird es bald geben: Drei in den baltischen Staaten, zwei in Polen und Rumänien. Weil die gespenstisch wirre NATO Russland als "Bedrohung für die euroatlantische Sicherheit" einstuft. Deutschland wird dabei sein, wenn sich die NATO an Russland ran robbt. Demnächst könnte dann in Anzeigen stehen: Nach dem Hirntod der deutschen Regierung ist unser Sohn in Russland verschollen. Das deutsche Vaterland lässt grüßen.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 14. September 2014 schrieb Brigitte Mensah-Attoh:

An den Sorgen der Menschen in Donbass ist hier im Westen absolut niemand interessiert.
D a s ist der Punkt.
Slawansk und Lugansk und viele Dörfer beschossen? Egal! Immer wieder tote und verwundete und vertriebene Zivilisten? Egal! Vier Journalisten aus Rußland und einer aus Italien getötet? Egal! Massaker in Odessa und Mariupol? Egal!
Man kann sich nur noch mit Grausen abwenden!

Und jetzt - da sich die Lage etwas stabilisiert hat - beschließt die EU Sanktionen.
Gegen Rußland. ** Kopfschüttel! **

Es wäre doch mal interessant zu wissen, wie man den Widerstand von Tschechien, Finnland und der Slowakei (jemanden vergessen?) gebrochen hat. Oder haben die USA
als Befehlsgeber der EU Rußland nicht verziehen, daß das Abkommen in Minsk so ganz ohne sie, dafür aber mit Separatisten geschlossen wurde?

(DER_PETER, gefunden in der taz am 11.09.14)


Am 08. September 2014 schrieb Wera Blanke:

Auch wenn es arg spät ist: Ich muss einfach meinen Dank loswerden für diese glasklare Analyse, die einmal mehr - und diesmal besonders tiefgreifend - den Nebel zerreißt, den unsere Mainstream-Medien nach wie vor mit grosser Anstrengung produzieren. Den Dollar als Leitwährung in Frage zu stellen, das ist freilich ein Kapital-Verbrechen, für das keine Strafe zu hart ist!


Am 04. September 2014 schrieb Geeorg Moritz:

Eisenhower hat in seiner Abschiedsrede vor dem Erstarken des militärisch-industriellen Komplexes gewarnt. Er konnte die vorausgeahnte Entwicklung in seiner Amtszeit nicht eindämmen, und so blieb ihm nur die mutige Warnung am Schluß.

Der militärisch-industrielle Komplex der USA ist seitdem immer gewachsen und dominiert deren Politik; man sehe sich nur das exorbitante Militärbudget der USA an nebst all den Kriegen, welche die USA führte, wo Kapital durch Vernichtung nebst Nachfrage nach weiterem Militärmaterial erzeugt wurde.

Der Lausebengel USA, der andere erpreßt und schlägt zu vermeintlich eigenem Vorteil hat längst Klassenkeile verdient, damit er unter Schmerzen vielleicht zur Vernunft kommt. Und der militärisch-industrielle Komplex kann nur entmachtet werden, wenn seine Grundlage angegriffen wird: der Petrodollar.

Für eine Weltgemeinschaft, die mehrheitlich friedliches Zusammenleben, Entwicklung der Menschheit und Linderung von Leid anstrebt (gibt es eine solche?) lautet das Gebot der Stunde:

Raus aus dem Dollar. Sofort.


Am 02. September 2014 schrieb Zuvielnachdenker Rodin:

Ein weiterer wunderbar klar zu lesender Beitrag,danke Herr Gellermann.
Dazu noch die brandaktuelle Kriegshetze des feigen Oberpfaffen aus Bellevue,Muttis uckermärkische Erklärung zu den neuesten Waffenlieferungen in den Irak.
Ich wundere mich täglich,dass meine Mahlzeiten immer noch drinbleiben.
Man wird im Lauf der Zeit härter angesichts all des Drecks, den einige Kranke tagtäglich ungestraft anrichten dürfen.
Da trifft es sich gut,eine Oase der lesenswerten Artikel zur Verfügung zu haben.
Es ist ermunternd,seine eigenen Gedanken,professioneller geschrieben,lesen zu können.
Weiter so !


Am 02. September 2014 schrieb Paul-Wilhelm Hermsen:

@ U. Laustroer
und
@ T. Meyer

Zu U. Laustroer. Sie echauffieren sich vergeblich über den Begriff der Schizophrenie. Denn diese Erkrankung ist u.a. genau durch diese Doppelschlüssigkeit gekennzeichnet. Es ist eine absolut schizophrene, kranke, Ambivalenz, die hier an den Tag gelegt wird. Die Welt ist leider voll davon. Herr Gellermann ist weit davon entfernt, dass man ihm aus wirklich berechtigten Gründen diesbezügliche Verunglimpfung unterstellen sollte. Da gibt es wahrhaftig andere Sorgen.

Z.B.das Problem, welches T. Meyer erkennen lässt, indem er Putin als einen Diktator bezeichnet. Ein Mann, welcher durch erheblich subventionierte Gaspreise und mit einer Zehntelmilliarde Miete für Sewastopol per anno die Ukraine nach Kräften mit finanziellen Mitteln unterstützt hat. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem sich ultrarechte Kräfte, angestachelt und gut vorbereitet durch amerikanische sock(et)puppets aufmachten, das Land zu destabilisieren. Mit einem weiblichen Dämon vor Ort, Victoria Nuland, welche allen Ernstes die Absicht verfolgte, die gesamte Eu ficken zu wollen, als US-EU-Beauftragte wohl gemerkt. Alle Achtung, potente Dame. Gangbanggeil sozusagen. Sorry! Warum Ukraine? Ja warum nur? Weil z.B. eine kaltschnäuzige Frau Timoschenko, trotz ihres wunderschönen Zopfes, durch ihr eigenes Volk abgesägt wurde, als es erkannt hat, dass diese USA-Gespielin im Begriff war, vor allem die im Seegebiet um die Krim lagernden, sich im Eigentum des Volkes befindlichen Ressourcen, Öl und insbesondere Gas, an ihre amerikanischen, und an der Exploration beteiligten, Liebhaber zu verscherbeln.

Die Blindheit, mit der das offizielle Deutschland die verheerende Kriegsgeilheit der USA verleugnet, sogar unterstützt, und die Dämlichkeit, völlig unberechtigte Hasstiraden gegen Putin, der sich heute um das von der privaten US-imperialistischen Finanzmacht geschändete und in die Pleite getriebene argetinische Volk bemüht, vor zu tragen, das ist shizophren! Das ist krank! Nur, im Gegensatz zu den Kranken, die U. Laustroer, durchaus nachvollziehbar, in Schutz zu nehmen gedenkt, können jene schizophrenen Marionetten, welche sich zur Zeit in Wales versammeln, nur mit Verachtung gestraft werden. Es sind Verbrecher, allesamt. Sie gehören entmachtet, abgeschafft und weg gesperrt. Glauben Sie nur weiter an das Sandmännchen, T. Meyer. Sie ahnen gar nicht, was die Verbrecher der USA hier vorhaben. Der von ihnen gegen Europa vorgetragene, multilaterale, Angriff ist mit unglaublicher Wucht ausgestattet. Neben dem Lissabonvertrag, den akuten Kriegsvorbereitungen, durch CETA, TTIP, TISA, die Entweihung des ursprünglichen Europäischen Gedankens, die Dominanz über die NATO, die Zerschlagung der KSZE, die in Wales erkennbare Absicht, selbst die UNO zu zerschlagen. Dreckiger kann sich diese imperiale Macht, die ausschließlich an ihre Vorteile denkt, den Rest der Welt verachtet, gar nicht mehr verhalten!

Stop - stimmt nicht. Mir war die Bereitschaft zum Atomkrieg auf europäischen Boden gerade mal entfallen. Die geldmächtigen US-Bankiers, die übrigens ihr eigenes Volk versklaven, samt ihrer weltweit tätigen Avatare, schäumen vor Wut. Da wird ihr Pleitegütesigel, der Schanddollar, als Leitwährung angegriffen. Putins Mut ist wirklich zu bewundern, denn das hat vor ihm bisher noch keiner überlebt.
Wenn Sie gut schlafen, Herr T.Meyer - es sei Ihnen gegönnt. Ich jedenfalls schlafe schon lange nicht mehr gut.

Der Weltfrieden hängt an einem Faden, der zur Zeit dünner ist, als die für diese Jahreszeit typischen, feinen, arachnoidalen Spätsommerwebkünste in den zur Zeit noch friedlichen Gärten Europas.


Am 02. September 2014 schrieb Leser in::

Lieber Herr Gellermann,

vielleicht sind Sie ein Grundgesetz-Patriot, ein Verfassungs-Patriot können Sie gar nicht sein. Eine Verfassung hat Deutschland noch nicht und wer weiß ob die BRD GmbH jemals eine bekommt. Artikel 146 des GG. lautet "Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist." Also ist entweder die Einheit Deutschlands noch nicht hergestellt oder Deutschland ist de facto kein souveräner Staat. Sonst hätte es längts eine Volksabstimmung über eine Verfassung geben müssen. Daran schließen sich natürlich viele andere Fragen an, aber das ginge hier zu weit. Nur mal nachdenken warum Deutschland einen Verfassungsschutz ohne Verfassung hat? ...

Viele Grüße und besten Dank für die immer wieder erhellenden Worte!


Am 02. September 2014 schrieb Paul-Wilhelm Hermsen:

Ähm - also ich sehe da 12 Nullen hinter der 17?
http://www.usdebtclock.org/index.html
Also hier reden wir tatsächlich von der deutschen Größe, 17 Billionen $.
Kein Wunder, wenn sie durchdrehen.
Obwohl, was ist schon Giralgeld. Sind doch sowieso nur einige Wenige, die was zu verlieren hätten. Außer bei einem großen Krieg. Davon würden diese Herrschaften profitieren, und der Rest der Welt hätte entschieden mehr zu verlieren.
Ansonsten - Ihre Artikel - trefflich wie immer.
Daumen hoch! Habe ich auf meiner Seite verlinkt. Sie sind es wert!

www.bisskultur.de


Am 02. September 2014 schrieb Natalia Shchetkina :

Vielen Dank für Ihren Artikel „Wirtschaftskrieg gegen Russland. Erst mal Sanktionen für das Vaterland“.

Ich bin sehr enttäuscht und frustriert von den deutschen Medien, die die Komplizen der gehetzten Politik sind. Ich lebe seit zehn Jahre in Deutschland und liebe dieses Land genauso wie mein Vaterland Russland. Es ist schmerzhaft zu sehen, wie Freundschaft zwischen Nachbarländer zerbricht. Hass gegen uns Russen und mein Land wächst jeden Tag und es ist schon spürbar an meinem Arbeitsplatz. Russland wird häufig als ein "Schurkenstaat“ bezeichnet. Schade, dass Mehrheit von Deutschen nicht sieht wer hier der Kriegstreiber ist. Die deutschen Politiker kuschen mit USA und ihrem Wahnsinn nach Weltbeherrschung.
Schade Schade Schade.


Am 02. September 2014 schrieb U. Laustroer:

Bitte unterlassen Sie die Stigmatisierung und Diskriminierung aller an einer Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis erkrankten Menschen, indem die Diagnose dieser Erkrankung zur Herabwürdigung zweifelhafter Verhaltensweisen der Parteien in der Auseinandersetzung in der Ukraine herangezogen wird.

Antwort von U. Gellermann:

Mit Ihrer Kritik an meiner nachlässigen Verwendung des Begriffes Schizophrenie habe Sie Recht. Keinesfalls wollte ich Menschen, die an dieser Krankheit leiden, stigmatisieren. Allerdings bleibe ich beim Begriff "Bewusstseinsspaltung" für jene Kräfte, die im Russland-Ukraine-Fall ihre eigenen Imperialismen wegheucheln.


Am 02. September 2014 schrieb Reinhard Blomert:

Mal wieder gut zugespitzt, Ihr Blog! Die wohl in der Tat merkwürdige Traueranzeige der Familie Pagenkopf als Symbol für bellizistisches Denken? Man kann es auch umgekehrt sehen: Als Mahnung gegen den Krieg.
Den Begriff "Vaterland" würde ich nicht von vornherein für belastet betrachten - nur die Politik, die bestimmte bellizistische Gruppen damit betreiben, ist belastet.


Am 02. September 2014 schrieb T Meyer:

Sehr geehrter Herr Gellermann, ich frage mich wieso die Regierung der Ukraine nicht legitimiert ist, die wahren Faschisten sind die sogenannten "Seperatisten". Es sind Warlords von Diktator Putins Gnaden, wie auch die Verbrecherbande um Ramsan Kadyrow in Tschetschenien. Im Osten der Ukraine will die Bevölkerung diese Verbrecher nicht.

Antwort von U. Gellermann:

Wie unendlich klug Sie sind: Offenkundig nehmen Sie nur diese deutschen Mehrheits-Medien war, die jene Massen von Demonstranten, die für eine eigenständige Ost-Ukriane demonstriert haben ebenso ausblenden, wie die etwa 800.000 Flüchtlinge, die vor dem Kiewer Terror ausgerechnet nach Russland flüchten, in die Arme des "Diktator Putin". Viel Vergnügen im Medien-Massengrab.


Am 02. September 2014 schrieb Klaus Grosser:

Sie haben Recht, die Drohung schleicht sich an: Präsident Gauck hat in Polen nicht nur den Kriegsbeginn 1945 zum neuen Kriegsbeginn umgedeutet. Er hat auch davon erzählt, dass keine Nation so lange Widerstand gegen Hitler geleistet habe wie die die polnische. Dass es die Russen waren, deren Wiederstand wesentlich zur Befreiung Europas geführt hat unterschlägt er bewusst. Der Feind darf nicht gut und stark geerdet werden.


Am 01. September 2014 schrieb Markus Schmitz:

Zum Kommentar von Thomas Meyer:
Herr Meyer, Schizophren scheint mir weniger Herr Putin, als vielmehr der Westen zu sein. Schizophrenie, oder auf Deutsch der Spaltungsirrsinn beschreibt ja gerade das Verhalten des Westens, dessen Moral und Wertevorstellungen nicht das Papier wert ist, auf dem sie geschrieben sind. Somit führt die westl. Politikelite seine eigenen Bürger und damit auch Sie Herr Meyer an der Nase herum, ganz unabhängig davon, ob Putin in die Ukraine einmarschiert, oder nicht.


Am 01. September 2014 schrieb Herr Wurzelzwerg:

Wer glaubt, bei den Welteroberungsplänen der USA sei die Gier der Antrieb, der zieht sich auf eine verachtenswerte menschliche Charaktereigenschaft zurück. Aber so einfach ist das nicht, dann müssten die Herren der Wallstreet nur ein Kurs zur Selbsterkennung durchlaufen, und die Welt käme wieder in Ordnung. Es ist das kapitalistische System, das nach der Auflösung der Sowjetunion die Welt beherrscht, zu dem das Kriegführen gehört wie der Nachttopf unters Bett. Wenn sogar ein Gorbatschow, der sein Land hochverraten hat, nun bangt, die USA könnten Russland in einen Krieg gegen die Ukraine treiben, dann ist das mehr als nur eine Verschwörungstheorie. Obama hat zwar versichert, an Krieg gegen Russland sei nicht gedacht, aber wer es glaubt, ist einer von denen, die nie erwachsen werden, selbst wenn sie 90 sind. Die Gefahr ist groß, dass die Sanktionen nur die Vorstufe der "Bestrafung" Russlands sind. Wir sollten das ernst nehmen und dagegen lautstark protestieren, dass es bis nach Washington schallt.


Am 01. September 2014 schrieb Thomas Meyer:

Irgenwie scheinen Sie nicht alles mitzubekommen, der einzig schisophrene ist doch hier der Gröfats Putin, man braucht sich doch nur seine Äußerungen anhören, wie z.B. er kann Kiew innerhalb von 2 Wochen einnehemen.
Auch Hitler hat den Westen immer wieder an der Nase herumgeführt!
Eins ist sicher; Putin wird in die Ukraine einmaschieren!

Antwort von U. Gellermann:

Nur mal zur Gedächtnisstütze: In Kiew regiert eine nicht legitimierte Regierung. Sie wurde mit bewaffneten Faschisten ins Amt geputscht. Diese "Regierung" bombt Zivilisten, die ursprünglich nichts anderes wollten als ein wenig Autonomie (wie die Katalanen, die Flamen oder die Schotten). Eine tragende Kraft dieser Putschregierung (Julia Timoschenko) wollte die Russen mit einer Atombombe vernichten und so weiter. Haben sie jetzt alles mitbekommen?


Am 01. September 2014 schrieb Peter Lind:

Soll das wirklich bei einem Wirtschaftskrieg bleiben, oder stecken da nicht furchtbarere Absichten dahinter? Wenn man den Herrn Rasmussen, die Herren Jezenjuk und Lyssenko hört, muß man das befürchten. In mir ist der Eindruck entstanden, daß seit Gleiwitz (Heute ist der 1. September!) kaum mal so unverfroren gelogen wurde wie in der gegenwärtigen Ukraine-Krise. Wenn man mal vom angeblichen Überfall in der Tonkin-Bucht absieht, oder auch von Colin Pauls Märchenstunde über die angebliche Bora-Bora-Festung der Taliban. Oder auch über die Geschichten, die Dabbeljuh zu Saddam Husseins angebliche Versuche an spaltbares Material heran zu kommen der Welt erzählte. Von den angeblichen irakischen Giftgaswaffen-Beständen ganz zu schweigen.
Wie aber macht man Kriege?! Ich empfehle hier ganz aktuell den US-amerikanischen Spielfilm Film "Fair game", am 3. September nach 22 Uhr (natürlich) im ARD. Eine furchtbar wahre Geschichte. Wachbleiben lohnt sich. Das meine ich nicht nur auf die späte Ausstrahlung des Films bezogen!


Am 01. September 2014 schrieb Rainer Granderath:

Ihr letzter Artikel zum EU-Gipfel und zu den russischen Sanktionen strotzt nur so von engstirnigem Nationalismus und ideologischem Pazifismus. Mit Ihrer Ablehnung von Sanktionen gegen ein imperialistisches Russland zeigen Sie, wie wenig Sie von einer globalisierten Welt verstehen: Nur weil die deutsche Wirtschaft vielleicht Einbußen im Handel mit Russland hinnehmen müsste, wollen sie Sanktionen gegen Russland vermeiden. Sie vergessen oder unterschlagen aber, dass unsere Wirtschaftsbeziehungen zu Ländern der EU und den USA Schaden nehmen können, wenn wir uns den Sanktionen gegen Russland nicht anschließen. Und schließlich würde eine russische Dominanz in Europa weder unserer wirtschaftlichen noch unserer politischen Mobilität nützlich sein. Im Gegenteil: Russlands Militärmacht ist ebenso eine Bedrohung, wie seine immensen Rohstoffreserven, die z. B.im Fall der Gaslieferungen als politische Hebel genutzt werden könnten.

Auch ihr verbissener Pazifismus würde, wenn sich jemand danach richten wollte, dazu führen, dass politisch unabhängige Länder wie die Ukraine unter russischem Einfluss ihre Wahlfreiheit verlieren würden und die Länder der NATO unmittelbar an ihren Grenzen mit russischen Truppen konfrontiert wären. Das würde mehr Druck auf die EU ermöglichen und die Kriegsgefahr eher verschärfen.

Unverantwortlich ist auch ihr Alarmismus: Ton und Wortwahl ihres Artikels legen nahe, dass ein Krieg unmittelbar bevorsteht. Davon kann keine Rede sein, solange Russland nicht die Grenzen der Ukraine überschreitet.

Antwort von U. Gellermann:

Bisher "schließen wir uns den Sanktionen gegen Russland" nicht an, wir forcieren sie. Außer den USA, die eine offene Bestrafung Deutschlands tunlichst vermeiden würden, gibt es nur noch wenige Länder, die deutsche Nicht-Sanktionen missbilligen würden. Handelspartner wie China, Indien oder Brasilien würden eine solche deutsche Haltung eher begrüssen.

Bisher ist an keiner Stelle eine Bedrohung der EU durch Russland zu registrieren. Im Gegenteil: Die vereinbarten Rohstofflieferungen kommen pünktlich - wenn sie nicht mal wieder von der unberechenbaren Ukraine unterbrochen werden. Das EU-Land Frankreich liefert sogar mitten in der politischen Krise Waffensysteme an Russland. Bedroht ist eher Russland, das von US-Militärstützpunkten umgeben ist, das nicht annähernd über die militärische Überfallkapazität verfügt und, anders als die USA, auch keinen Putsch (heute Regime Change genannt oder auch gern "Verteidigung der Menschenrechte") unterstützt hat.

Tatsächlich bin ich ein verbissener Verfassung-Patriot. In meinem Grundgesetz ist die Verteidigung deutscher Grenzen verankert. Dort ist weder von Auslandseinsätzen die Rede noch von der Einrichtung ausländischer Stützpunkte wie sie jetzt von der NATO für mehrere Staaten rund um Russland vorgesehen sind. Das sind die Schritte, die den Krieg näher bringen können.

Wer angesichts einer wirren Regierung in Kiew, die von "Untermenschen" in der Ost-Ukraine redet, deren tragende Kraft Timoschenko schon mal Atombomben gegen Russen einsetzen wollte, einer Regierung die offen und brutal die Bevölkerung der Ost-Ukraine terrorisiert, keine Kriegsgefahr sieht, der ist blind oder verblendet.


Am 01. September 2014 schrieb Brigitte Mensah-Attoh:

An Detlev Matthias Daniel:

"Weltpolizei Amerika" - tztztz... für alle auf der Welt wie wir wissen
die denkbar schlechteste Wahl, wiewohl vermeintlich "die einzige". Die jedoch ihre Existenzberechtigung als solche längst verscherzt hat. Seitens Amerika agieren im Hintergrund halt ganz andere Interessenten, nämlich die der gerissenen Profiteure des ganzen Konstrukts. Gerade darum werden ja Leute wie Edward Snowden extrem verfolgt. Weil sie in der Lage sind, Licht ins Dunkel zu bringen ...

Nur zur Erinnerung: Die USA sind bekanntermaßen ein wirtschaftlich total am Boden liegendes, verrohtes Land, wo privater Waffenbesitz legitim ist. Wo man Waffen frei im Supermarkt kaufen oder sie als "Prämie" von Banken erhalten kann.
Ein Land, das demzufolge zahllose Amokschützen hervorgebringt. Ein Land, das seinen "Feinden" zugedachte Folter einfach auslagert - in andere Länder, wo diese nicht verboten ist! Und vor allem, das seine Geschicke in die Hände von Marionetten legt, in die Hände der G e w a l t (resp. der Oel- und Waffenindustrie) und in die von Lügnern wie Bush (Irak-Krieg), Obama (Guantánamo, Drohnenkriege u.a. "Missionen"). Ein Land, das nach wie vor an der Todesstrafe festhält.

"Weltpolizei"! Da müssen wir endlich umdenken. Es müßte sich m.E. daran gravierend, dringend etwas ändern. Auch wenn Europa - besonders Mutti Merkel und ihre Getreuen - das immer noch nicht begriffen haben. Gerade im Hinblick auf die Ukraine und Russland sollten wir umdenken und den Weg der "Vasallentreue" verlassen - bevor es vollends zu spät ist!

Also ein klares NEIN zu diesem selbsternannten "Oberkommandanten", der nur Zerstörung kennt und hinlänglich weltweit bewiesen hat, daß sich mit ihm, der nur s e i n e eigenen Interessen im Blickfeld hat, sich nie- n i e m a l s etwas zum Guten wenden kann.


Am 01. September 2014 schrieb Christoph Pauli:

Ja, die Agenda steht: es geht gegen Russland.
Die relativ freie Presse wurde mit 9/11 gehijacked, der überwiegende Rest der Journalie ist nach und nach freiwillig übergelaufen.
Die "Hartnäckigen" dürfen das noch freie Internet nach brauchbaren Informationen abfieseln. Die große Masse wird dauerpropagandisiert. Göbbels hätte seine wahre Freude.
Jetzt kommt der Monat der "Aktivisten" in den Reihen der Geheimdienste.
Vorher müßen noch ein paar Säue durchs Dorf getrieben werden. Soll ja keiner auf die dumme Idee kommen und lästige Fragen zum Absturz von MH17 stellen.
Aber auch diese false Flag Operation wird sich nun einreihen in die lange Schlange unaufgeklärter "Ereignisse", die dann als Kriegsgrund benutzt werden oder für härtere Sanktionen herhalten.
Was nutzen die tollen Weltorganisationen für Frieden, Gerechtigkeit und westliche Werte, wenn sie gekapert, korrumpiert oder ganz ausser Kraft gesetzt werden?
Nichts! Nada. Vielleicht Feigenblattfunktion.
"Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf..."
In diesem Sinne: gut Nacht und schlaf gut, Michel.


Am 01. September 2014 schrieb Walter Listl:

Ganz großes Lob für deinen Artikel "Sanktionen für´s Vaterland" - Klasse!


Am 01. September 2014 schrieb Sonja Schmid:

Man sollte sich einmal vorstellen, was passieren würde, wenn Russland um die USA herum Stützpunkte aufbauen würde, so wie es die USA bei Russland tun. Oder wenn Russland mit Drohnen in irgend ein Land einfliegen würde. Nicht auszudenken. Aber die USA nehmen sich das ständig heraus - ohne großen Widerspruch. Jüngstes Beispiel: Syrien.


Am 01. September 2014 schrieb Markus Schmitz:

Zum Kommentar von Detlev Matthias Daniel:

Herr Daniel, dieses globale System braucht eben keinen Weltpolizisten, weder da, wo gerade (noch) Frieden herrscht, noch da, wo bereits Krisen den Frieden zerfetzen. Denn der Weltpolizist, der sich seit Ende des WW II als solcher aufspielt hat alles zum Schlechten gewendet und genau die Gewalt gesäht, aus der unser System, wie Sie zu recht beklagen, nun besteht. Eine Irakisierung der Welt hat genau der Weltpolizist eingeleitet, den Sie hier zu verteidigen suchen. Anders herum wird ein Schuh daraus. Ohne Weltpolizisten und ohne dauernde Einmischung in die Belange souveräner Staaten wird die Welt friedlicher werden. Ihre Vorstellung von "Weltpolizei" und Einmischung überall wird seit bald 70ig Jahren verwirklicht und führt uns zunehmend ins Chaos, oder wie Sie sagen in die globale Irakisierung. Der andere Weg, der militärischen Nichteinmischung in die Belange souveräner Staaten, den z.B. die V.R. China für sich beschreitet, wurde global noch nie ausprobiert. Ich bin der Meinung es ist nun an der Zeit eben den chinesischen Weg zumindest doch mal die nächsten 70ig Jahre auszuprobieren und ich bin überzeugt, die Welt wird eine harmonischere und friedlichere werden, wobei auch klar ist, dass es immer regionale Kriege und Krisen geben wird, es scheint leider die Natur des Menschen zu sein, jedoch wird es mit dem chinesichen Model keinesfalls zu globalen Systemkrisen kommen, so wie sie uns heute unter Führung der "Weltpolizei" USA existenzell bedrohen.


Am 01. September 2014 schrieb Pat Hall:

Manche Drohungen schleichen sich an, sind kaum merkbar und doch erkennbar....das Schiff droht zu sinken,doch wo hin soll man sich retten ?
Danke U.G. für die Fakten die uns Aufgezeigt werden.
Der US-Friedensnobels-Preisträger bestimmt mit seinen Vasallen die Politik in Europa,allen voran mit der US-Hörigen Volksverräterin Merkel.
Auch Rundfunk & Radio is under theyre Command !
Wer nur einen Funken Verstand besitzt kann die Lügen & Unwahrheiten im Mainstream doch nicht für bare Münze nehmen, oder ?
Für Wahr,die USA sind bis zu den Zehen verschuldet & werden wohl bald auf dem Zahnfleisch gehen.
Deshalb die Agressitität und die einleuchtende Erklärung dafür,Europa in einen Krieg zu verwickeln.
Und wer hier noch nach den US-Weltschutz schmachtet,der muß mit Schizophrie schon geboren sein.
Ich jedenfalls fühle mich als Europäer von diesem Schreckens-Imperium eher bedroht und wer sich von Muslimen fürchtet sollte sich einmal Fragen was man denen alles angetan hat ,siehe wie der Nahe Osten in Wüste verwandelt wurde !!!
Und anschließend die Vorbereitung zum Atom-Krieg in unserem Lande,
Zitat :
Die eigentliche Gefahr geht daher von der Existenz der Atomwaffen und der beschlossenen Atomwaffen-Modernisierung aus, die 2015 beginnt und bis 2018 abgeschlossen sein soll. Die Umrüstung der deutschen und italienischen Tornados wird etwas mehr als zwei Jahre in Anspruch nehmen. Im Rahmen der Umrüstung erhalten die vorhandenen Atombomber eine verbesserte Software; außerdem werden Flugtests mit der integrierten neuen Bombe durchgeführt. Das neu entwickelte Fernsteuerungsleitwerk ist bereits in der Erprobungsphase. Für 2015 sind sieben Testflüge geplant. Der Atomsprengkopf und einige nicht atomare Bauteile der Bombe werden erst zum Ende der Dekade zur Verfügung stehen. Die erste komplette B61-12 soll 2020 einsatzbereit sein, so Hans M. Kristensen, Direktor des Nuclear Information Projects der Federation of American Scientists.

Die geplante Umrüstung wird bis 2019 mehr als 1 Milliarde Dollar kosten. Weitere 154 Millionen Dollar sollen für eine bessere Absicherung der Atomwaffenbasen in Europa gebraucht werden
http://www.aixpaix.de/deutschland/dfg_vk_buechel-20140808.html


Am 01. September 2014 schrieb Lutz Jahoda:

@ Detlev Matthias Daniel

Die Tragik, lieber Detlev Matthias Daniel, dass die US-amerikanische Vorherrschaft, der Sie das Wort reden, leider auf Egoismus, Konkurrenz und Ausbeutung aufgebaut ist, wobei Konkurrenz sogar gesund sein kann - sogar den Egoismus würde ich den Konzernen noch zugestehen -, aber diese Gier, diese ungezügelte auf Macht aufgebaute Raffsucht, mit Hilfe der Geheimdienste weltweit Unfrieden zu säen, wo es Öl und wertvolle Mineralien und Edelmatalle auszubeuten gibt: das ist die Quelle allen Übels. Und diesen Teufelskreis zu benennen und anzuprangern sollte den Geschädigten dieser Welt gestattet sein.


Am 01. September 2014 schrieb Ingrid Böhm-Duwe:

"Die Entscheidungen, die wir in Washington treffen, haben offenbar direkten Einfluss auf die Menschen in unserem Land".
 
Das sagte der Kriegstreiber Georg Dabbeljuh Bush. Der ja bekanntlich aus Ami-Landen stammt, dort herum "weste“, und seine Gründe zurecht strickte, um den Irak zusammen zu bomben.
 
Wenn man in dem Spruch vermeintlichen Staunens mit einer Offenbarung à la „Heureka“, den Ort Washington durch Berlin ersetzt, dann ist es nicht schwer, hier anstatt eines amerikanischen Präsidenten die Mutter der Ahnungslosigkeit vor dem geistigen Auge zu haben. Wenn es mal nur so relativ harmlos wäre, obwohl Nichtwissen ja bekanntlich auch vor Strafe nicht schützen kann. Aber doch ein moralisches Häubchen übrig bleibt, so Mitleid erheischend, dass dann der Geschädigte noch zu sagen bereit sein könnte, den Vorwurf in Worte wie "Du ahnungsloser Angel du" zu packen. Nun ist allerdings die Angela kein Gretchen. Und die Flintenuschi keine Jeanne d´Arc. Und die Kopfbedeckung ist eine Pickelhaube. Bis sie die mal abziehen muss., so ihr „Ritt auf Kanonenkugeln“ ihr nicht zu Ruhm und Ehre gereicht wie von ihr angedacht. Na ja, es gibt ja auch noch eine Reihe von Naivlingen in Deutschland, die an die Intelligenz von Politikern glauben. Besser noch an die Klugheit, denn diese erscheint schließlich als die Umsetzung der Ersteren als Voraussetzung.
In den Fällen der beiden Damen: Dummheit, dein Name ist Weib? Schwachheit wohl, so es um Wohlgefälligkeit geht. Und die Beflissenheit zur Erbringung solcher kann man diesen   C haotisch D ämlichen U nikums –Tanten und Begleit-Onkels nicht absprechen. Man muss ihnen nur sagen, wo es lang gehen soll. Da gehen sie dann hin und meinen, den Weg selbst gefunden zu haben. Dabei waren die Trapper ganz andere.  
Merkel hält die Lage wieder für sehr ernst und guckt bedrückt. Der feiste Choko-Man, wobei mich bei dessen Anblick immer die Assoziation von Zsupán aus dem Zigeunerbaron ankommt, spielte auf dem EU-Gipfel das arme Opfer und forderte Waffen. Dies nun, so liest man, habe Merkel „kategorisch“ abgelehnt. Heißt nicht die Dame auch  mit Beinamen: Sag niemals nie?
Wladimir Putin beobachtet meiner Meinung nach dieses Spiel recht gelassen und denkt seinerseits über weitere Sanktionen nach. Dass eine Aktion eine Reaktion in spe beinhalten kann, das hat man der Riege unserer politischen Koryphäen wohl auch nicht nahe bringen können? Die sanktionieren, bis es richtig weh tut. Mit masochistischer Freude? Nein, eher doch sadistische Gelüste. Denn weh tut es ihnen ja nicht selbst. Nur dem Volk. Aber wie sagte schon die Madame de Pompadour? Was, die Leute haben kein Brot? Sollen sie doch Kuchen essen. Bei Merkel und Co. läse sich das dann z.B. wohl: Was, die Menschen frieren? Sollen sie sich doch wärmer anziehen. Ach ja, und die mutmaßlichen "Kollateralschäden" durch den Sanktionswahn in Form von neuen Arbeitslosen – da ist der Schuldige schon erkannt. Wer wohl? Erkannt durch die Arroganz der Dummheit.  
Die Regierungserklärung von Merkel heute Nachmittag hinsichtlich der Lieferung von Waffen an die Kurden wird es „in sich haben“. Wie heißt das noch? Man kann gar nicht so schnell kotzen, wie einem schlecht wird.


Am 01. September 2014 schrieb Reyes Carrillo:

„Einer der gefallenen Pagenkopfs hatte gerade mal sein Abitur gemacht: Gefallen. Wie niedlich das klingt, als sei der Abiturient gestolpert.“
Dieser Satz hat mich wie ein Pfeil durchbohrt. Das spanische Pendant dazu, „caer“, hatte mich schon als Kind völlig verwirrt. Warum nicht „wurde getötet“? Diese militärischen/militaristischen Verniedlichungen finde ich entsetzlich. Aber keine Illusionen: Natürlich sind auch in Cuba und allen anderen linken Revolutionen die jeweils eigenen Kämpfer „ruhmreich für das Vaterland gefallen“. Würg! Das Militärische ist und bleibt global, gleich welcher Couleur und Absicht, seiner immergleichen widerlichen und verlogenen Rhetorik treu. Wie mich das ankotzt!

Vielen Dank für diesen wichtigen Artikel, lieber Uli. Diesmal aufbereitet als noch schwindelig machendere Achterbahn zwischen Zwerchfell und Grusel. „(…also noch mehr Sanktionen… ) Verkündeten die über den faden Schein eines Gedankens erhabenen Lenker der EU“… Genau das meine ich: Einen solchen köstlichen Satz und wenig später dann der Abiturient Pagenkopf. Gellermann.

Einen schweren Fehler in deinem Artikel kann ich dir allerdings nur bedingt nachsehen: Diese schmuddeligen, blutbefleckten grünstichigen Lappen der US-Währung als „bunt bedrucktes Papier“ zu bezeichnen, na ja…!
Und hinweisen möchte ich noch auf das heute im Westend-Verlag erscheinende Buch von Mathias Bröckers: "Wir sind die Guten: Ansichten eines Putinverstehers oder wie uns die Medien manipulieren".


Am 01. September 2014 schrieb Marie Wetterau:

Die Todesanzeige, die sie in Ihrem Artikel zitieren, ist bedrückend und berührend zugleich. Bedrückend ist sie, weil so etwas heute wieder möglich ist: Für das Vaterland zu sterben!? Ich hätte es nicht für möglich gehalten. Und berührend ist sie, weil man an die sieben Menschen denken muss, die der Krieg "gefressen" hat wie Sie plastisch schreiben. Da war dann so ein kleiner Abiturient, der hatte doch noch ein ganzes Leben vor sich. Schrecklich. Aber verdienstvoll, dass sie mit einer kleinen Anzeige einen großen Zusammenhang aufdecken.


Am 01. September 2014 schrieb Ernst Grobschmied:

Sind wir nicht alle ein bischen Vassallen ?? Wann fällt denn endlich der Euro-Cent, damit wir uns um eine DIREKTE Demokratie bemühen, die den Bürgerwillen umsetzt ?

Wann, wenn nicht jetzt, wir sind am Zug.


Am 01. September 2014 schrieb Lutz Jahoda:

Böse Tat bleibt nicht verborgen,
sei sie noch so gut versteckt.
Irgendwann, vielleicht schon morgen,
wird sie sicherlich entdeckt.

Was bei den Regierenden ausgeschlossen werden kann, ist der Verdacht auf "Induziertes Irresein: Induced insanitry (engl.) oder Folie à deux (franz) - laut Pschyrembel, dem Klinischen Wörterbuch, die kritiklose Übernahme von Wahnideen." - Es ist, bei wachem Verstand der US-Dirigenten, die Übertragung der Empfehlung: "Wer´s nie böse macht, der macht es nie gut!" - Also keine Ausrede, falls es irgendwann nach internationaler Anklage zu einem Prozess gegen die Verursacher weiterer Katastrophen kommen sollte:
Vorsicht Brüssel! Und das gilt vor allem für das gefährdet anfällige Deutschland: Noch ist Zeit zur Läuterung, eingedenk des alten Sprichworts::
"Bosheit ist ihr eigener Henker".


Am 01. September 2014 schrieb Andreas Rebhahn:

Der arme Putin: Erst drängt man ihm die Krim auf, dann muss er Sold für die Separatisten zahlen und dann spricht ihn die RATIONALGALERIE auch noch heilig. Halten Sie mich eigentlich für blöd?

Antwort von U. Gellermann:

Ja.


Am 01. September 2014 schrieb Hans Jon:

Was für ein schöner Traum:
Ein friedliches, bündnisfreies "neutrales" DEUTSCHLAND schliesst mit RUSSIA einen
"immerwährenden"(!) FRIEDENS- & HANDELS-VERTRAG ab! Das deutsche und russische VOLK würden "blühen und gedeihen wie nie zuvor"!
Dazu brauchten die DEUTSCHEN allerdings andere Politiker, die f ü r das WOHL des DEUTSCHEN(!) VOLKES "regieren"! Die RUSSEN wären hocherfreut, weil sie dann
dächten, dass sie "träumen"!


Am 01. September 2014 schrieb Detlev Matthias Daniel:

Nur leider braucht dieses System, das so voll struktureller Gewalt steckt - auch dort, wo gerade mal "Frieden" herrscht -, braucht dieses globale System notwendig einen Weltpolizisten, damit es nicht vollends in Chaos und offener Gewalt versinkt. Und derzeit gibt es außer den USA niemanden, der diese Rolle übernehmen könnte und wollte.

Wir sollten uns nicht der Illusion hingeben, daß die Welt eine bessere wird, wenn die USA ihre Vorherrschaft nicht mehr mit Klauen und Zähnen verteidigen. Was uns nach dem Ende der amerikanischen Ära droht, ist die Irakisierung der Welt. Was wir brauchen, ist nicht ein Ende der amerikanischen Vorherrschaft, sondern das Ende des Systems aus Egoismus, Konkurrenz und Ausbeutung.


Am 01. September 2014 schrieb Gerhard Gust:

GELLERMANN; die böseste journalistischste Zunge , die ich kenne., hat wieder einmal in beliebt-gewohnter Manier zugebissen. Ich, seit fast fünf Jahren im nicaraguanischern Exil lebend, verdanke ihr wöchentlich neue Erkenntnisse und dies mit außergewöhnlich satirischer Kunstfertigkeit angerichtet. Der Artikel war wieder mal ein köstliches intellektuelles Abendmahl für mich. Danke und weiter so.

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