Wir alle sind Charlie & Ali

So viel Zeit zum Trauern hat der Westen nicht

Autor: U. Gellermann
Datum: 09. Januar 2015

Kaum eine erste Zeitungsseite, kaum ein TV-Sender, kaum eine Radiosendung, der in diesen Tagen auf den Slogan "Wir alle sind Charlie" verzichten mag. Die zwölf in Paris Ermordeten in und an der Zeitung "Charlie Hebdo" erfahren Zuwendung und Trauer in aller Welt. Staatsoberhäupter kondolieren, Prominente geben Kund, Journalisten kommentieren: "Wir alle sind Charlie".

Darf man die Zahl der Toten vergleichen? Jene mehr als eine Million Muslime, die im Ergebnis der US-Invasion in den Irak umgebracht wurden, jene mehr als 40.000 afghanische Zivilisten, die dem "Krieg gegen den Terror" zum Opfer gefallen sind, jene etwa 50.000 Libyer, die auf dem Altar der NATO-Intervention verbrannt wurden, jene ungefähr 3.000 Tote im Resultat amerikanischer Drohnen-Hinrichtungen in Pakistan, darf man die mit den zwölf Toten in Paris vergleichen? Nein, darf man nicht. Denn jeder Tote ist einer zu viel.

Was man vergleichen darf ist das Maß an Trauer, an Mitleid, an Interesse, den diese oder jene Tote auslösen, ausgelöst haben. Die zumeist muslimischen Toten in den Kriegen des Westens in der islamisch geprägten Welt haben kein Gesicht, sie sind Statistik, Kollateralschäden am Wegesrand amerikanischer Geopolitik. Es sind auch so viele, wie sollte man da den einzelnen würdigen, selbst wenn man wollte. Aber man will gar nicht. Die Toten der Missionen, Interventionen, Einsätze, oder wie immer die Kriege genannt werden, sind lästig. Sie könnten die Frage nach dem Warum auslösen.

Schon vor den Morden in Paris stellte eine Bertelsmann-Studie fest, dass sich fast 60 Prozent der Deutschen vom Islam bedroht fühlen. Das ist Ergebnis einer zwingenden Logik. Sind doch die Kriege des Westens in und gegen islamische Länder zumeist solche, die im Spiegel deutscher Medien und Politik der Freiheit dienen. Dem guten Ziel, die jeweilige Bevölkerung von ihren unnützen Herrschern, nützlichen Rohstoffen und schlechten Sitten und Gebräuchen zu befreien. Im Umkehrschluss sind diese Kriege gut und die Moslems böse: So entsteht Pegida.

Auf dem Trittbrett der Morde in Paris fahren die Truppen der CSU, die jetzt aber ganz schnell die Vorratsdatenspeicherung durchsetzten wollen, fährt der fröhliche Terror-Experte von der CDU, Wolfgang Bosbach, der "keine Handbreit Boden für Islamismus, für Salafismus" hergeben will, als hätten die Salafisten bereits das Rheinland besetzt. Auf dem Epigonen-Brett steht auch die Schriftstellerin Monika Maron, die schon vorher wusste: Der Islam gehört nicht zu Deutschland! Sie war bereits vor Weihnachten gemeinsam mit ihrem Kollegen Peter Schneider in Dresden gewesen und ist mit der Diagnose zurückgekommen: "Pegida ist keine Krankheit, Pegida ist das Symptom". So gibt denn der Schriftsteller Peter Schneider auch Entwarnung: Es gab "erstaunlich wenig Bierflaschen" in Dresden weiß er zu berichten.

Wir alle sind Charlie und Ali: Wenn man denn die vielen muslimischen Toten unter dem beliebten arabischen Namen Ali subsumieren darf. Aber diese Haltung würde ja die ideologischen Fronten auflösen, die so nützlich für die Kriege sind. Und außerdem: Der islamischen Toten sind zu viele. So viel Zeit zum Trauern kann der Westen einfach nicht aufbringen.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 13. Januar 2015 schrieb Brigitte Mensah-Attoh:

JE NE SUIS PAS CHARLIE JE NE SUIS PAS CHARLIE JE NE SUIS PAS CHARLIE !!!

Satiriker, Karikaturisten, Mainstream-Schreiberlinge dürfen einfach NICHT alles! Allenfalls dürfen sie - genau wie alle anderen Menschen auch - mit ihren "Freiheiten" höchstens so weit gehen, wie sie nicht - absichtlich provozierend, triumphierend und hohnlachend - die Grenzen oder Gefühle anderer verletzen. Das geht nicht ewig gut.

Solange es keine Trauerzüge für von US-Drohnen zerfetzte Hochzeitsgesellschaften oder ermordeten Menschen in Afghanistan - Palästina - Irak - Syrien etc.pp. gibt erst recht nicht!
Es ist einfach so EMPÖREND was geschieht! Wohin bloß mit dem scheußlichen Gefühl der absoluten Machtlosigkeit? JE SUIS ALI !


Am 11. Januar 2015 schrieb Brigitte Mensah-Attoh:

. . . .was für eine perfekte Überschrift für diesem gelungenen Artikel über die jüngsten Ereignisse - ge-nau-so ist es, Uli!

Mord bleibt Mord, klar! Morde geschehen jedoch weltweit + täglich seitens "zivilisierter" Natoländer, allen voran der USA - ohne daß diese aber jemals zur Verantwortung gezogen werden würden, also sozusagen "legal" - im Irak, in Afghanistan, in Syrien, in . . . es geht auch nicht um ein Aufrechnen.; es ist eher der blanker Zorn, der einen dagegen aufbringt. Denn dahinter steckt SYSTEM - von geleitet von Machtinteressen, ausgelöschte Menschenleben hin oder her. Man verdient sich goldene Nasen durch Waffengeschäfte, interveniert mal hier und mal da. Hightech-Kriege werden schönfärberisch als "Missionen, Einsätze" bezeichnet, die zumeist gegen islamische Länder gerichtet sind. Darüber wird nicht öffentlich gesprochen, dafür von "Terrorismus", den es zu bekämpfen gelte. So wie im Irakkrieg, der auf purem Bluff basierte!

Sorry - doch in meinen Augen war und ist es eine sooo zynische, respektlose, feindselige PROVOKATION, wenn in dieser brenzlichen Weltlage von irgendwelchen Zeichnern auch noch bewußt gezündelt und auf "künstlerischer Freiheit" beharrt wird. Angesichts des jahrelangen Kriegsgeschehens und der Aussichtslosigkeit eines annehmbaren Ausgangs in all den zerstörten Ländern kann man einfach nicht auch noch westlichen Humor erwarten.
Ebensowenig wie jüngst auch bei "The Interview" - wenn bösartig gesonnene "Künstler" bewußt und trotzig auf ihr "Recht" zur Provokation bestehen - na Bravo, auch noch unterstützt vom Präsidenten der USA persönlich! Bekanntlich erzeugt Gewalt Gegengewalt. (Vielleicht ist ja Nordkorea schon das nächste Ziel im US-Visier?)

In diesem von purer Heuchlei geprägten Mischmasch weltweiter Anteilnahme am Geschehen in Paris ist es gekommen wie es eigentlich vorhersehbar war. Doch nur wenige Menschen machen sich die Mühe, die tatsächlichen Ursachen für das Desaster zu hinterfragen. Da schließt man sich - statt zu differenzieren - doch lieber gleich der "Pegida" an bzw. anderen Rechten .

HEUCHLER sind das, die die Gunst der Stunde zu nutzen suchen, um ihr eigenes Süppchen daraus zu kochen ( Vorratsdatenspeicherung durchdrücken usw.;
Marine Le Pen fordert bereits die Wiedereinführung der Todesstrafe in France - usw.). Wie p r a k t i s c h auch für Amerika! Ereignisse wie bei Charlie Hebdo lassen doch die grausamen US-FOLTER-Vorwürfe - Abu Ghraib - glatt in den Hintergrund treten. YES WE CAN - wieder wer sein! Mainstreammäßig (islamophob) und in fehlerfreiem Französisch die Kerry-Botschaft, wie wichtig es den USA sei, als "Freund" in diesen schweren Stunden Frankreich zur Seite zu stehen - klar, dem gemeinsamen (Islam-)Feind gegenüber.
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Im übrigen teile ich v o l l die Meinung von Herrn GROBSCHMIED - habe ich mein Leben lang gleich gute Erfahrungen mit muslimischen Mitmenschen gemacht.
Er hat erkannt, wie viel wertvolles menschliches positives Potential wir verschenken, wenn Muslime ohne Grund ewig benachteiligt und ausgegrenzt werden!


Am 10. Januar 2015 schrieb Pat Hall:

Vieln dank für die Meinungsvielfalt die hier in der Rationalgalerie zu finden ist.
Wer im Mittelalter das Christentum veräppelte ist auf dem Scheiterhaufen verbrannt.


Am 10. Januar 2015 schrieb Rico Yacub:

"Euer Blut, euer Eigentum, eure Würde sind unverletztlich...ihr stammt alle von einem Urvater ab. Ihr alle seid Adams Kinder ... Ein Araber hat keinen Vorzug vor einem Nichtaraber, und ein Nichtaraber hat keinen Vorzug vor einem Araber, noch ist ein Weißer besser als ein Schwarzer oder ein Schwarzer besser al ein Weißer. Größe besteht nur in der Gottesfürchtigkeit. Der Beste bei Gott ist der mit der größten Ehrfurcht vor Gott...Ihr habt gewisse Rechte gegenüber euren Frauen, und eure Frauen haben gewisse Rechte euch gegenüber...

Auszüge aus der Abschiedspredigt vom Propheten Muhammad (saw).

"Ich diene nicht dem, dem ihr dient, und ihr dient nicht Dem, Dem ich diene. Und ich werde nicht Diener dessen sein, dem ihr dient, und ihr werdet nicht Diener Dessen Dem ich diene. Ihr habt eure Religion, und ich habe meine Religion.... Wir glauben an Gott und an das was uns herabgesandt worden ist, und was Abraham, Ismael, Isaak, Jakob (alias Israel) und den Stämmen Israels herabgesandt wurde, und was Moses und Jesus gegeben wurde, und was den (allen) Propheten von ihrem Herrn gegeben worden ist. Wir machen zwischen ihnen keinen Unterschied, und Ihm sind wir ergeben."

Auszüge aus dem Koran (Buch der Muslime)

Ist das wogegen PEGIDA & Co. und seit Jahr(hundert)en die "echten" Drahtzieher von "islam-"istischen Terror kämpfen und sich vor Wahrheit, Wissen, Weisheit und Vernunft fürchten und sie daher Lügen, Angst und Unruhe auf dieser Welt verbreiten?


Am 10. Januar 2015 schrieb Emmi Menzel:

Wie schön, wenn man am Abend eines solch verlogenen Medientages die "Rationalgalerie" aufmachen kann und sich nicht mehr verloren fühlt. Danke Dir, lieber Uli, für diese hilfreiche Plattform und auch für Deinen zusammenführenden Artikel, insbesondere in Bezug auf PEGIDA, BAGIDA etc. (Montag sind wir in München wieder gegen diese Bande auf der Straße!) Auch viele Kommentare, die ja letztlich oft auch Ergänzungen sind, widerspiegeln meine Gedanken. Nützlich war auch der Hinweis auf Albrecht Müllers Artikel, "nachdenkseiten.de"; sollten sich unbedingt viele noch durchlesen.


Am 10. Januar 2015 schrieb Volker Rudolph:

Es ist wirklich unangebracht Tote mit Toten aufzurechnen!


Dabei sollte gerade dieser Vorfall ein Anlaß zu nachdenklicher Betrachtung sein!



Denn wir erleben einen Konfrontation unterschiedlicher Kulturen, Weltanschauung gegen Religion, Mittelalter gegen Gegenwart!



1.
Wir haben auf der einen Seite eine verrottete christliche Kultur. Deren Lügen glaubt kein vernünftiger Mensch mehr. Da die überwiegende Mehrheit nicht selbst denkt und daher das Bedürfnis hat, an etwas zu glauben, haben wir eine schwammige Weltanschauung, die `Westlichen Werte´. D.h. Glauben an den Unsinn den Politiker mittels den ihnen gefälligen Medien einreden, die Demokratie: 
Ihr seid der Souverän, ihr seid frei, euch geht es gut, jeder darf jeden besch....., der Staat sorgt für euch und ihr könnt euch nach Belieben ausleben - fast jede Perversion wird staatlich gefördert! Ihr braucht nur gerne Steuer zahlen und Abgaben leisten für Sachen die ihr nicht braucht oder nutzt und auf keinem Fall selbstständig denken. Familie ist Anachronismus, denn alles wird vom Staat für euch geregelt! (Von intellektuell Primitiven!)

Auf der anderen Seite steht eine auf Familie, Sippe und Glauben bezogene Kultur. Gläubige einer Religion die ca. 500 Jahre nach Christus ihren Ursprung hat. Sie erhebt den Anspruch auf Weltherrschaft. Ich habe eine, nicht weichgespülte, Übersetzung des Koran aus dem Jahr 1958. Nur ein passendes Beispiel, Zweite Sure, Vers 217:
`Der Krieg ist euch vorgeschrieben. Und er gefällt euch nicht? Aber vielleicht ist es so daß euch etwas mißfällt, was euch gerade dienlich ist, und vielleicht auch,daß euch etwas lieb ist, was euch gerade schädlich ist. Allah weiß es, ihr aber wißt es nicht.´

Es ist einerseits die Zersplitterung in verschiedene Glaubensrichtungen. Andererseits die kulturell bedingte Unwichtigkeit wissenschaftlichen (Ausnahme: Mathematik und Astronomie) und ingenieurmäßigen Denkens, die eine Weltherrschaft bisher vermutlich verhindert hat. 
Die Zersplitterung wird, zum Glück für den Rest der Welt, größer. Aber in Bezug auf Wissen gibt der Westen - nicht nur an Migranten - Jahrhunderte an Vorsprung freiwillig ab. Nicht nur um Waffen zu verkaufen, sondern missionierend um `seine Religion´, die Demokratie, zu verbreiten.

Viele der `Missionierten´ stellen irgendwann die Hohlheit der `Westlichen Werte´ fest. Denn auch dies kann kein vernünftiger Mensch glauben. Da kommt Orientierungslosigkeit auf! Dagegen hilft der Glaube und der Koran. Man hatte eine Fehler gemacht, man hat sich zu rehabilitieren. Westliches Denken und Sprache hat man gelernt. Also 2.Sure, Vers 217!



2.
Ich bin für Pressefreiheit (Haben wir die eigentlich wirklich noch?) und für Freiheit im klassischen Sinn. Und da ist der Respekt und die Achtung vor der Freiheit der Mitmenschen ein Prinzip! Nicht die Freiheit von heute, sich selbst alles herausnehmen zu dürfen!
Und da kann ich nicht nachvollziehen, wie man die Basis des Glaubens Anderer lächerlich macht! Das gilt auch für Satire!
Denn der Glauben ist ein wichtiges Element jeder Gesellschaft für die, die nicht wissen!
Und diese können Satire nicht verstehen!


3.
Ich habe keinerlei Verständnis für jede Form von Gewalt! 
Aber es wäre redlich, wenn man sich Gedanken darüber machen würde, wie das Christentum vor 500 Jahren - als diese Religion der Nächstenliebe, so alt war wie nun der Islam - mit Spöttern über Maria, Christus und Gott umgegangen ist.
 


Am 10. Januar 2015 schrieb Elias Davidsson:

Tut mir leid Ihren Namen falsch geschrieben habe.

Die Legende über die Pariser Attentäter schreit zum Himmel. Die Verbrechen der westlichen Mächte in Libyen, Irak, Syrien, Afghanistan, Pakistan, Jemen usw. sind bekannt und gewaltig. Das wissen heute viel Menschen. Aber diese Menschen sind nicht immun gegen die Propaganda über Terroraktionen. Die Anschläge in Paris waren selbstverständlich eine Gladio-Typ Operation von einem professionellem Kommando. Es wurde aber sofort an die Welt als Islamistischer Terrorismus verkauft und jetzt sogar als ein Teil des Antisemitismus. Darauf beruht meine Kritik. Ich habe Ihnen keine Legendebildung unterstellt.


Am 09. Januar 2015 schrieb Elias Davidsson:

Durch seine Vergleiche unterstellt der Autor, Uri Gellermann, dass die Anschläge in Paris etwas mit Islamisten zu tun hatten. Auf Grund der Lügen über 9/11, Madrid, London, Bali und Mumbai muss davon ausgegangen werden, dass hier wieder eine Legende verbreitet wird um staatlichen Terror an den neuen Feind in die Schuhe zu schieben, den Feind der das Feindbild der Sowjet-Union ersetzen musste. Damit auch keine Aufklärung vor einem Gericht stattfinden kann, müssen die mutmaßlichen Täter bei solchen Operationen eliminiert werden. Das ist die Regel. Das wurde auch nach Rezept jetzt in Frankreich gemacht. Bitte Augen auf und etwas denken. Das wäre nützlich. Gladio lässt grüssen.

Antwort von U. Gellermann:

Dass ich nicht Uri sondern Uli heiße ist nicht so schlimm. Dass mein Abbild deutscher Medienwirklichkeit mir den den Vorwurf der Legendenbildung einträgt ist zumindest fahrlässig. Vielleicht auch ein wenig blöd.


Am 09. Januar 2015 schrieb Ernst Grobschmied:

Mal im ernst. Acht Jahre bin ich von 1980-88 jede Nacht Taxi gefahren. Viele Kollegen waren Muslime und wurden meine Freunde. Die besten, menschlichsten und ordentlichsten Typen, nie ein Schltzohr, nie jemand der andere bewusst belog. Freundlich, mitfühlend und menschlich. Deutsche Kollegen waren dagegen immer schlecht drauf, mürrisch und motzten rum.

Was ist also an den Anderen / Muslimen so schlimm?
Braucht es das nicht gerade im Abendland jetzt besonders?
Warum bekommen Muslime nur beschissene Jobs? Warum vermietet man Wohnungen nicht gern an Muslime so dass sich die Stadtviertel spalten? Warum wird so viel Potential verschenkt? Ich bin mir sehr sicher, wenn man wirklich Chancengleichheit herstellen würde, wären gerade die bisher Ausgegrenzten die Besten, Fleißigsten und Fähigsten in dieser Gesellschaft.
So bleibt es dabei, Finanzeliten regieren und Spießbürger merken es gar nicht, dass es ihre Kollegen / Brüder sind, die sie verachten. Sie gehen dabei denen auf den Leim, die den Hass sähen und finanzieren.

Ich habe kein Trouble mit dem Islam, man respektiert doch die Werte des Anderen !! Verspotten ist kein besonderer Wert der Meinungsfreiheit.
Auch wir haben mal klein angefangen und der Weg zur Erkenntnis ist lang und endet nicht, bevor wir das andere Ufer betreten dürfen. Das gilt für uns Alle.


Am 09. Januar 2015 schrieb Manfred Ebel:

Lieber Herr Daniel, liebe Mitstreiter, zum gegenseiteigen Verständnis:
Da auch diese Thema eines ist, in dem Werte und Kultur als Begriffe und inhaltlich bemüht werden - die Werte und die Kultur, an deren Wesen die Welt genesen soll und deshalb in aller Welt verteidigt und verbreitet werden soll, sind nicht meine, nicht unsere Werte, nicht unsere Kultur. Deshalb auch sehe ich keine Blockbuster und keinen Tatort, seltenst Talkrunden, lese keine Courths-Mahler-Literatur. Und auch "Acht-Grau" wie modernes Fäkalsprach-, Fleisch- und Kopulier-Regietheater sind mir per se suspekt. Bestandteil jeder meiner inneren Auseinandersetzungen ist, ob jeweils das unsere, meine Werte und Kultur sind.

Uli und Ihnen zu Ruhm und Ehre: Das ist meine Kultur! Das sind meine Werte!
Und gern tausche ich mit Menschen anderen Glaubens und anderer Nationen Wissen und Kunst zu meiner und deren - so gewollt - geistiger Befreiung.


Am 09. Januar 2015 schrieb eckhard schmidt:

Es läuft gerade reality-tv ..... die Täter (dh. die verdächtigen!) haben sich verschanzt und wie geht´s weiter?.......


Da kommt mir in Erinnerung.... märz 2012 Toulouse, Montauban... wie sich das gleicht oder zumindest vergleichbar ist! (Ich war zu der zeit in Frankreich und habs in den franz. medien verfolgt...)
Soldaten der franz. armee werden getötet, eine jüdische schule überfallen, anzahl der toten vergleichbar. Wer wars? ein junger Muslim, in Frankreich eingebürgert... Das weiß "man" schnell, Verfolgung usw. 
zu al quaida soll er sich bekannt haben! man hatte geheimdienstliche Infos über ihn, Grenzübertritt nach ? irgendein arabisches usw. , dann, "aus den augen verloren"... )

und schließlich.... hat er sich in einem Badezimmer eingeschlossen... und "mußte" leider getötet werden! (mehrere schüsse durch die verschlossene tür, zu mehr waren die Polizisten nicht in der lage gegen einen jungen muslim hinter einer badezimmertür!) 
Tja, und so konnte er leider nicht mehr befragt werden, was evtl. der Hintergrund für seine taten, (falls er sie wirklich begangen haben sollte) gewesen sein könnte. 


Wie das wohl in Dammartin-en-Goele ausgeht...? Falls genauso.... warum fallen mir da dauernd namen ein... Tonkin, Powell und andere... furchtbar! 
Seltsam, nirgendwo wird das erwähnt!
Ach! (Kleistsches !) ob wirs überleben?


Am 09. Januar 2015 schrieb Markus Schmitz:

Lieber Uli, ich gehe absolut mit Ihnen. Wenn irgendwo in Afghanistan, oder wo auch immer, wieder einmal eine von einer US-Drohne abgefeuerte Hellfire - Rakete in eine Hochzeitsgesellschaft einschlaegt und dort nicht nur dem frisch vermaehlten Ehepaar die Koerper in zwei Haelften zerreisst, so dass Sie noch ein paar Minuten brauchen, bis Ihr Tod eintritt, dann ist dies heute keine Schlagzeile mehr wert, keine Staatslenker neigen trauervoll Ihre Haeupter oder entruesten sich medienwirksam. So etwas wird unter Kollateral-Schaden abghakt. Ist ja auch sterben fuer die Demokratie, also das vermeintlich Gute.

Wenn aber als Reaktionen auf das anhaltende Toeten durch die Mordmaschinen des Westens, dann ein Anschlag auf heiligem westlichen Boden erfolgt, dann erhebt sich ein Jammern und klagen, das jede Verhaeltnismaessigkeit verloren hat. Kein Zweifel, jeder Tote, der gewaltsam sterben muss, egal wo und wofuer, ist Einer zuviel. Aber man sollte als ernsthafte Konsequenz daraus nicht weitere Feindbilder aufbauen und sich in unverhaeltnismaesigem Wehklagen ergehen, sondern sich ueberlegen, was denn die Ursachen fuer das gegenseitige Toeten sind.
Fuer mich ist der Anschlag in Paris ebenso ein Kollateralschaden, wie die Ausloeschung einer Hochzeitsgesellschaft im Mittleren Osten. Solange man sich nicht daran wagt, die Ursachen zu beseitigen - (und diese Ursachen wurzeln bei Gott nicht im Islam oder im Islamismus, sondern eher vor unerer Haustuere, ) - wird sich nichts, aber auch gar nichts aendern. Schade nur, dass wieder ein paar unschuldige haben sterben muessen....


Am 09. Januar 2015 schrieb curti curti:

@ Stefan Körbel

Yaz hat gestern im ausgeprägt einseitigen moma ähnliches von sich gegeben. Bezeichnend auch das er die Frage nach Cyber Berkut sofort mit russischem Geheimdienst beantwortet hat und quasi im Namen Deutschlands eine Warnung an Rußland aussprach.

Das diesem unverhohlenen Pistellero beim pastoral kalten Krieger der Hof gemacht wird und dabei überdies zig Millionen winken, spiegelt eine andere Form von Terrorismus. Konkret als Mißbrauch des Amtes, indem er es einseitig u.a. mit seinen russophoben Unzulänglichkeiten bombardiert bzw. besetzt hält. Widerlich wäre noch ein Kompliment für diese brandgefährliche Perversion!


Am 09. Januar 2015 schrieb Gideon Rugai:

Liebe Frau Böhm-Duwe,


ich finde sie haben dem beleidigten Klein-Eberhard viel zu viel Aufmerksamkeit geschenkt - von wegen Perlen vor die Säue.
Passiert mir auch hin und wieder.

"Den Spiegel vorhalten" les´ ich gerade. 
Ja, der spiegelt wertfrei und schonungslos zurück und zeigt deutlich welch Geistes Kind hier und da unter Querdenkern weilet :
Eberhard bezeichnet den Anschlag auf "Charlie" nämlich als das was er ist : Ein niederträchtiger Anschlag. Doch die US/Nato Angriffskriege (Anschlag auf Ali) , ja die bezeichnet er als "Einsätze"....noch Fragen ?
Reductio ad Absurdum- an diesen schönen Begriff muss ich grad denken ;) - auch wenn kognitive Dissonanz heutzutage .irgendwie als politisch korrekt angesehen wird... dass diese geistige Fehlhaltung aber auf die Rationalgalerie überschwappt, nö, da mache ich mir keine Sorge.


Am 09. Januar 2015 schrieb Detlev Matthias Daniel:

Es fehlt ja nicht an Stimmen, die davor warnen, daß mit der herrschenden Methode der "Terrorismusbekämpfung" und "Konfliktbewältigung" nur neue Terroristen herangezogen, neuer Terror, mehr Gewalt geschürt wird. Wenn es dann aber so weit ist, darf man sich selbstverständlich nicht hinstellen und sagen "siehste!" Das verbietet die Pietät und das Mitgefühl mit den Opfern. Bei aller verständlicherweise ausgelösten Bestürzung, Wut und Angst wird gern äbersehen, daß die Empörung medial bewußt übersteuert wird. Das dient dem Zweck, die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Verantwortung, den eigenen Anteilen am Geschehen zu unterdrücken. Nach dem 11. September 2001 hatte ich geschrieben, "Terrorismus ist der Krieg der Machtlosen". Davon nehme ich nichts zurück. Andersherum aber gilt: Krieg ist der Terror der Mächtigen. Millionen Opfer im Nahen Osten für 3000 Menschenleben in New York, die materiellen Schäden und seelisch-emotionalen Verwüstungen nicht einberechnet. Gewiß, man sollte nicht Menschenleben gegen Menschenleben aufrechnen, wie oft jedoch wünschte man sich angesichts eskalierender Gewalt und Vergeltung, man könnte, man dürfte.

Wieviele angeblich unterentwickelte Kulturen wurden von den Europäern in den letzten Jahrhunderten zerstört und erniedrigt! Was man früher Kolonialismus, Imperien, Protektorate nannte, heißt heute Globalisierung, Freihandelszonen und Interessenssphären. Gerade im islamisch arabischen Raum ist Frankreich immer vorne mit dabei. Nicht nur, daß wir dort die Wiege unserer Kultur wähnen, es ist ein Raum mit wechselhafter Geschichte und eigener vergangener Größe. So wie die kriegerische Geschichte und Identität des Abendlandes aufs engste mit dem Christentum verknüpft ist, so die des Morgenlandes mit dem Islam - beides paradoxerweise. Ist es ein Wunder, wenn Menschen angesichts ihrer Unterwerfung durch eine fremde Kultur und Macht sich an ihre kriegerische Tradition erinnern und vergangene Zeiten wieder aufleben lassen wollen? Dabei müssen sie nicht unbedingt selbst zu Terroristen werden, sie schaffen aber die Überzeugungen, die diese brauchen, um ihr Vorgehen zu rechtfertigen.

Es ist ein Unterschied, ob man den Anschlag begreift als einen gegen die Werte oder als einen gegen die Herrschaft unserer Kultur. Der Gegenpart zur "Islamisierung des Abendlandes" ist die Verwestlichung islamischer Kultur, nur geschieht das eine (auf niedrigem Niveau) von unten durch gesellschaftliche Gruppen, das andere sehr stark von oben durch Politik, Wirtschaftskonzerne etc. Satire, die Autorität und Macht der Lächerlichkeit preisgibt, kann dem Unmut ein Ventil öffnen. Sie baut Autorität ab und wirkt damit egalisierend und entspannend auf die Gesellschaft. Wendet sie sich jedoch gegen unterlegene Minderheiten, wirkt sie sehr schnell faschistoid. Freiheit ist ein hohes Gut, aber nur dort, wo sie einher geht mit Eigenverantwortlichkeit. Wenn, wie berichtet wird, Stéphane Charbonnier stets die rechtlich zulässigen Grenzen der Freiheit (das ist dann die Freiheit der anderen) ausgetestet hatte, so taugt er offensichtlich nicht als Märtyrer, nicht als Ikone der Pressefreiheit.


Am 09. Januar 2015 schrieb Moyra Mangold :

Da bin ich jetzt auch mal so eitel und gebe meinen Senf dazu. Neuer Tag, neuer Anschlag. Das Wort Attentat hat sich aus den Schreibstuben der Jounaille vollständig verabschiedet. Alles ist Terrorismus und natürlich islamischer Terrorismus. Es werden auch gleich zwei Gestalten ausgemacht, welche Brüder sind (Parallele zum Boston-Attentat) Damit es keine Mißverständnisse gibt, hinterläßt einer der beiden auch gleich seinen Ausweis vor Ort (Parallele 9/11). Das Ziel: Ein religionskritisches Magazin, welches gern mal den Mohamed auf die Schippe nimmt. Guter Grund also für Moslems, dort mal für Ordnung zu sorgen. Medial auch gleich schlecht aufbereitet tönt es bei den Presstituierten aus einem Horn: Der Russe - äh der Moslem war´s. Die Mietmäuler der Politik haben in den letzten Monaten alles gegeben, um gegen die Flüchtlinge (welche nun mal kriegsbedingt aus islamischen Ländern kommen) zu hetzen `Das Boot ist voll´ `wer betrügt, der fliegt´, `bis zur letzten Patrone´ nur um nun wieder scheinheilig die Toleranzkarte zu ziehen. Wir alle sind Charlie! Nö, wir sind nicht Charlie, wir sind die Spielsteine derer, welche sich aufgemacht haben die Welt neu zu ordnen. Die Methoden sind plump und das Drehbuch immer gleich.


Am 09. Januar 2015 schrieb Gerd Weghorn:

Ich denke, dass die `abendländische´ Satire falsch gebrieft ist, wenn Karikaturisten meinen, den Religionsbegründer Mohammed mit dem Terror einiger Mohammedaner in eine kausale Beziehung setzen zu dürfen, setzen zu müssen, käme doch auch keiner in der TAZ oder in der FAZ auf die schräge Idee, für die grundgesetzwidrigen Angriffskriege des Pentagon und seiner germanischen Fremdenlegion den christlichen oder gar den jüdischen Gott ins böse Spiel zu bringen!

Der Islamismus ist - wie jeder andere Katholizismus, Zionismus, Sozialismus, `ismus auch - ausschließlich eine Geschäftsidee, derer sich schlaue Typen bemächtigt haben, um sie ausbeuten und optimieren zu können.

Mohammed ist also für den Islamismus genau so wenig verantwortlich zu machen, wie beispielsweise der Martin Luther für den Antisemitismus der Nazis, oder der Apostel Paulus für die Kreuzzüge der Päpste.

Das wissen auch unsere Karikaturisten und sie verhalten sich dementsprechend durch Nicht-Beachtung der Genannten.

Statt den zu karikieren, der sich nicht mehr wehren kann, sollten die Karikaturisten und Kabarettisten sich die wirklich Schuldigen an den jeweiligen Kriegsverbrechen vornehmen, also diejenigen, die per `Globalisierung´ traditionelle Kulturen zerschlagen, um (auch weiterhin) den Dollar als Leitwährung für die ?Bezahlung? von Rohstoffen durchzusetzen, ohne die das ?Abendland? seinen egoistischen american way of life vergessen kann.


Am 09. Januar 2015 schrieb Stefan Körbel:

Lieber Uli, leider ist durch die Pariser Ereignisse ein Skandalon fast untergegangen: im Tagesthemen-Interview mit "Präsident" Jazeniuk (6.1.) spricht der von einem "sowjetischen Einmarsch in die Ukraine und nach Deutschland". Was ist das als offene profaschistische Geschichtsklitterung! Die exakt beweist, wes Geistes Kind er ist! Unwidersprochen - oder hinterfragt - von Frau Atalay. Ob es in irgendwelchen Medien Reaktionen gab, weiß ich nicht. Und das Sahnehäubchen: "Präsident" Gauck schenkt ihm 500 Mille. Einfach so. Von Gottes Gnaden. Was ist das für Geld? Aus seiner Privatschatulle? Seit wann kann ein Bundespräsidetn irgendwelches Geld verschenken, ohne daß das Parlament interveniert - oder hat es inziwschen? Nicht daß ich wüßte. Hat wenigstens die Opposition rebelliert? Auch darüber nix gehört. Oder?
Ich bin sehr ratlos und wütend.
Dein Dich sehr schätzender Stefan Køerbel


Am 09. Januar 2015 schrieb Ingrid Böhm-Duwe:

Am 09. Januar 2015 schrieb Ebehard Zeidler:

"Man muss schon sehr eitel sein, wenn man glaubt zu allem seinen Senf geben zu müssen. Und dann kommt man auch auf die absurde Idee, den Anschlag in Paris mit den Einsätzen in islamischen Ländern gleichzusetzen. Jetzt reicht´s. Streichen Sie mich umgehend aus Ihrem Verteiler."

Als ich dies las, da dachte ich spontan, wie man doch „Perlen vor die Säue“ werfen kann. Worte/Wörter sind Perlen – sie werden zu diesen, so man sie aneinanderreiht und ihnen Sinn verleiht. Leider gibt es zu viele „Legastheniker“ der besonderen Art, die zwar fähig sind, Texte zu lesen, nur mit dem richtigen Verstehen hapert es dann. So auch bei diesem Leser. Nun hat er seinem Unmut Luft gemacht und wird sicherlich klammheimlich zwecks Steigerung des Adrenalinspiegels die hervorragenden Artikel von Uli Gellermann und die guten Leserkommentare weiter verfolgen. „Mitspielen“ muss er ja nicht. Wie wusste schon Schiller? Gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens. Schillers Worte waren „Schwerter“.


Am 09. Januar 2015 schrieb Wera Blanke:

Danke für die Klarstellung, zu der fast schon wieder Mut gehört, angesichts des Tsunamis von "Freiheit!!!"-Geschrei!
Wahre Freiheit, auch der Kunst, könnte ja vielleicht auch im Sinne der Deeskalation genutzt werden und nicht nur zur Verschärfung von Konflikten. Man muß nicht Salz in die Wunden streuen, man kann das Öl auch auf die Wogen, statt ins Feuer, gießen - wenn man sich wirklich im Recht glaubt!


Am 09. Januar 2015 schrieb Hans Jon:

Die ANGST nimmt wieder schreckliche Formen an! Man hat wieder ANGST wegen "GOTTES-LÄSTERUNG" angeklagt oder gelyncht zu werden, wenn man öffentlich feststellt, dass "im Namen der jeweiligen "GOTTES"-Religionen geraubt, gefoltert und getötet wird: "GOTT MIT UNS!" ist eine WAHN-PAROLE, denn es existieren keine GÖTTER und "uns hilft kein GOTT"!
Ich würde ULIs "scharf"-sinnigen, wahrhaftigen, in jedem Buchstaben voll zutreffenden Artikel für den FRIEDENS-NOBELPREIS vorschlagen, wenn dieser NOBEL nicht mit "scharfem Sprengstoff" verbunden wäre! Ich fürchte aber, dass ULIs "freie Meinung" "Perlen vor die Versauten" sind! Wer heute die WAHRHEIT äussert, der braucht nicht ein "schnelles Pferd", sondern der braucht eine Rakete, um dem KULTUR-WAHN zu entkommen!"


Am 09. Januar 2015 schrieb Dr. Sabine Schiffer, IMV:

Sehr gut!

Ich habe dazu heute getwittert: Doppelstandards - nicht alle Journalistenmorde erzeugen gleich viel Empörung...


Am 09. Januar 2015 schrieb Robert Matheis:

Zweifel bleiben, wer es denn gewesen sein soll.
So schnell und reflexartig wieder die "islamistischen Täter" ausgemacht werden, lässt aufhorchen. Seit der Jahrtausendwende gibt es einen neuen "Feind", der betrieben mit dem lancierten Buch "Clash of Zivilisation" zur Staatsräson der sogenannten "westlichen Wertegemeinschaft" im "Krieg gegen den Terror" wurde. Es erscheint wie ein Drehbuch und auch jetzt kommt es wie nach "09/11" zu einer medialen Inszenierung und sofortigen Täterbenenenung. Qui Bono? Zweifel sind angebracht und ( lebens-)notwendig.
Ich kann nur die "Nachdenkseiten" (www.nachdenkseiten.de) empfehlen und den nachdenklichen Artikel von Albrecht Müller


Am 09. Januar 2015 schrieb Marionetta Slomka:

Wieder sehr scharzüngig und auf den Punkt analysiert, lieber Herr Gellermann.

Die unterschiedliche Wahrnehmung von unschuldigen Opfern terroristischer Anschläge im Vergleich zu Opfern, die bei gezielten Militärmanövern sterben, ist auch für mich unerträglich.

Allerdings würde ich gerade Herrn Bosbach nicht unbedingt als Scharfmacher gegen den Islam ausmachen wollen. In seinen öffentlichen Äußerungen nehme ich ihn eigentlich noch als einen der wenigen Besonnen wahr, der nicht gleich hyperventiliert, wenn er das Wort Islam hört, sondern darum wirbt, nicht alles über einen Kamm zu scheren und einen kühlen Kopf in der Diskussion um den Islam zu bewahren.

Sie schreiben, daß Bosbach keine Handbreit Boden für Islamismus und Salafismus hergeben will. Ich verstehe Bosbach, wenn er über Islamismus spricht, immer so, daß er den radikalen Islamismus meint. Das Radikalismus und Terror im Namen des Islam oder irgendeiner anderen Religion nicht tolerierbar sind, sehen ich und sicher auch die übergroße Mehrzahl von Muslimen so.


Am 09. Januar 2015 schrieb Gabriele Molitor:

Zur Zeit jagt ja mal wieder ein Artikel von Ihnen den anderen. Wie schaffen Sie das eigentlich?

Antwort von U. Gellermann:

Mich treibt die Wut.


Am 09. Januar 2015 schrieb Paul-Wilhelm Hermsen:

Bibelzitat aus Matthäus 5-7
(Jesus in der Bergpredigt)
43Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Du sollst deinen Nächsten lieben« (3.Mose 19,18) und deinen Feind hassen.
44Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen,
45damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.
46Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner?
47Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden?
48Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.
Zitat Ende

Jene, welche Glaube und Recht für sich in Anspruch nehmen, wenn es so schön einfach ist, wenn Glaube und Recht nicht gestört werden, sind nicht willkommen. Diejenigen sind willkommen, die Glaube und Recht praktizieren, gerade auch wenn Leib, Leben und Seele in Gefahr sind.

Diejenigen, die sich an dieser Stelle berufen fühlen, gleichwohl ob im Sinne Pegidas oder nach Charlie Hebdo, Abschottung oder gar Vergeltung zu predigen und sich dabei auf christliche Werte berufen, sind allesamt verlogene Pharisäer und des Christentums absolut unwürdig.

Welcher Rechtsstaat Folter und sei es auch nur in bestimmten Ausnahmefällen gewährt und es noch auf die Spitze treibt, indem er mit den derart abgepressten Erkenntnissen Kriege entfacht, ist des Christentums unwürdig und steht auf einer Stufe mit den Verbrechern von Charlie Hebdo.
CIA und die Henker von Charlie Hebdo sind also Brüder im Geiste!

Aber der CIA-Bericht ist ja bereits wieder aus dem Schuldbewußtsein der westlichen Wertegemeinschaft entschwunden. Es wurde gebeichtet und durch das Schweigen der westlichen Jurisprudenz oder vielleicht sogar Jurisdiktion Absolution erteilt.
Der Rechtsstaat hat wieder einmal ins Bett gepisst.

Auch sei einmal die Frage erlaubt ? wem nutzen eigentlich die Karikaturen und was will man damit erreichen?


Am 09. Januar 2015 schrieb Lutz Jahoda:

Der Eitelkeit bezichtigt zu werden, nehmen wir gern in Kauf, wenn es um die Verteidigung der Wahrheit geht. Und so frage ich: Wann, wenn nicht jetzt, den unverbesserlich Kriegslüsternen den Spiegel vorzuhalten?
Und so erlaube ich mir, mich nicht nur dem Beitrag von Uli Gellermann, sondern auch den Worten Willy Wimmers anzuschließen, jenes mutigen Mannes, der 33 Jahre als Bundestagsmitglied die CDU vertrat, erst verteidigungspolitischer Sprecher der Union war, dann parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium und von 1994 bis zum Jahr 2000 Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), nachzulesen auf der Schwerpunkt-Seite 3 der "Jungen Welt" von Freitag, dem 9. Januar 2015:

"GEGEN JEDEN TERROR" - "In dem Maße, wie wir die Opfer in Paris beklagen, dürfen wir nicht verkennen, in welch erschreckendem Umfang wir zu Massenmorden rund um die Welt beitragen."

Darüber gründlich nachzudenken und die Kriegsturbinen der USA und der NATO auf Umkehrschub zu schalten, wäre gut - und in die gegenwärtige Trauer auch die unschuldigen Mütter und Kinder einzubinden, die Opfer wurden und immer noch werden, überall dort, wo Bomben der sogenannten Wertegemeinschaft fallen.


Am 09. Januar 2015 schrieb Christoph Simon:

Danke für diese wunderbare, Frieden stiftende Überschrift.


Am 09. Januar 2015 schrieb Hans-Günther Dicks:

Lieber Uli,

mir fällt auf, ich habe Dich zu lange nicht mehr gelobt. Das ist heute wieder mal überfällig.


Am 09. Januar 2015 schrieb Manfred Ebel:

Wem das Herz voll ist, dem quillt der Mund über:

Thematisches Exzerpt zu "Ist der Kommunismus exklusiv?" (BB)


"Wir können und müssen darauf hinweisen, dass unsere Aussagen keine beschränkt subjektiven, sondern objektive allgemeinverbindliche sind. Wir sprechen nicht für uns als einen kleinen Teil, sondern für die gesamte Menschheit als der Teil, der die Interessen der gesamten Menschheit (nicht eines Teiles) vertritt. Niemand hat das Recht, daraus, dass wir kämpfen, den Schluss zu ziehen, wir seien nicht objektiv."

...



"Wer immer heute, um einen scheinbar objektiven Eindruck hervorzurufen, den Eindruck, als kämpfe er nicht, hervorruft, der wird bei genauer Betrachtung auf einen hoffnungslos subjektiven, die Interessen eines winzigen Teils der Menschheit vertretenden Standpunkt ertappt werden können."


...


"Es ist notwendig, dieser besitzenden Schicht, einer entarteten, schmutzigen, objektiv und subjektiv unmenschlichen Clique, sämtliche `Güter idealer Art´ aus den Händen zu schlagen, gleichgültig, was eine ausgebeutete ... Menschheit ... weiterhin anzufangen wünscht."
.
...


"Unsere Gegner sind die Gegner der Menschheit. Sie haben nicht `recht´ von ihrem Standpunkt aus: das Unrecht besteht in ihrem Standpunkt."

"Es ist verständlich, dass sie sich verteidigen, aber sie verteidigen den Raub und die Vorrechte, ..."


...

"Und die Verlage der Bücher und Zeitungen rechnen, um nicht pleite zu gehen, mit Analphabeten. Nicht im Finden und Aussprechen der Wahrheit zeigt sich das, was Klugheit genannt wird, sondern im Finden der Unwahrheit ...

"

Letztlich geht es immer und nur um die Vielen und die Wenigen. Der Verrat dessen von den Vielen, der sich zu den Wenigen wähnt, muss aufgedeckt werden.



Am 09. Januar 2015 schrieb Klaus Madersbacher:

"Wir knicken nicht vor dem Terror ein" - wie wahr. Wir fördern und betreiben den Terror in Syrien, Irak, Palästina, Afghanistan, Afrika und wo immer wir unsere Werte "verteidigen". Hart im Geben, schwach im Nehmen - viel ist sie nicht wert, diese jämmerliche Kultur der Scheinheiligkeit ...


Am 09. Januar 2015 schrieb Dario Vo:

Man kann auch Töten und Tote vergleichen. Etwa Alfred Herrhausen mit den Toten der ganz normalen Geschäftspolitik der Deutschen Bank. Oder das Töten des Terroristen Wilhelm Tell mit dem Töten der Feudalherren.
Solche Vergleiche sind sogar wichtig, denn nur so kommt heraus, das Klerikalfaschisten wie die Gebrüder Chérif ebenso wenig Rächer unterdrückter Muslime sind, wie der SS-Offizier Hans-Martin Schleyer ein Rächer unterdrückter Deutscher in Böhmen war.
Solche Vergleiche helfen das Töten von Faschisten und Klerikalfaschisten für eine reaktionär autoritäre Weltordnung vom Töten für die Befreiung von einer solchen Ordnung zu unterscheiden.
In der Wut und Trauer über den Anschlag auf Charlie Hebdo treffen sich Antifaschisten und Atheisten mit den Heuchlern des Imperialismus. Auch hier hilft der Vergleich im Medienecho, aber ich würde ihn anders ziehen.
Vergleichen würde ich dieses Medienecho mit dem auf die Taten von christlichen Klerikalfaschisten, die in den USA ganze Bundesstaaten abtreibungsfrei gebombt haben. Vergleichen würde ich die Empörung etwa mit der über eine christliche Scharia, die Frauen in Irland oder Polen selbst nach einer Vergewaltigung keine Abtreibung erlaubt. Oder mit wiederholten Versuchen der CSU `Gotteslästerung´ wieder als Straftat einzuführen.
Solche Vergleiche helfen auch, sicht nicht vor einer Islamisierung statt vor einer Christianisierung des Abendlandes zu fürchten. Wenn in Wildbad Kreuth der Ex-CSU-Innenminister Friedrich behauptet, ein angeblicher Vorschlag zur Abschaffung von Weihnachtsmärkten hätte Pegida befördert, werden solche Vergleiche noch wichtiger.
Die Christen haben Schwert und Scheiterhaufen vorläufig durch Gesetze und Geldstrafen ersetzt. Man kann dies zivilisiert nennen, aber das macht sie aber nicht weniger gefährlich.


Am 09. Januar 2015 schrieb curti curti:

Würde die westliche "Wertegemeinschaft" die Werte praktizieren die sie vorgibt zu vertreten, hätten insbesondere die MSM den Islam nicht quasi unmittelbar in den konträren Focus stellen dürfen. Auch die Politik ließ sich nicht lumpen und z.B. in Gestalt eines depperten CSU-Generals verkünden, daß dies ein Anschlag auf uns alle sei, incl. all dem Freiheits- und Demokratiegeschwafel. So schürt man Angst und Hass, schafft Feindbilder um genau das einzuschränken was man vollmundig voranstellt zu verteidigen!

Sicher ist bis heute, daß rücksichstlos gemordet wurde und die >>mutmaßlichen<< Täter einen religiösen Fanatismus entwickelt haben sollen. Dadurch werden sie aber nicht gleichsam zum Sinnbild einer Religion, sondern bleiben das was durch ihre Tat zum Ausdruck gebracht haben - professionell agierende Mörder. Es ist deshalb angezeigt die Täter zu fassen und deren persönliches Umfeld sowie konspirative Kreise zu durchleuchten. Vorhin im moma kursierten Al-Qaida, ein Nachfolger Osama Bin Ladens und auch der IS war mit von der Partie. Sollte dies zutreffen, wäre auch deren Struktur auf den Grund zu gehen bzw. hätte man dies schön längst tun müssen um viel von dem Elend zu verhindern unter dem die Welt heute leidet. Davon wird man aber weiterhin tunlichst die Finger lassen, damit sich u.a. nicht das Gegenteil dessen erweist, was mitleidsvolles Bedauern nebst anschließenden Parolen zum Ausdruck bringt. Der Nato-infizierte Westen ohne sorgsam gehegte Feindbilder - mittlerweile undenkbar wie sich seit Fall der Mauer unzweifelhaft erwiesen hat.

Nur wer den kritischen Blick für das Ganze im Focus hat, dabei auch und gerade unliebsame Zusammenhänge erkennt und deutlich macht, wird in diesem Morast nicht versinken. Und soweit er/sie Anstand haben, endet man weder als perfider Initiator, noch als nützlicher Vasall oder trottelndes Kanonenfutter.

Aufrichtigen Dank an dieser Stelle an Herrn Gellermann für seinen fortwährenden Scharfsinn, der heute bereits mit der Feststellung "Wir alle sind Charlie>> & Ali<<" prägnant verdeutlicht woran es fehlt!


Am 09. Januar 2015 schrieb Clara Hergarten:

Das verkündet heute Kai Gniffke, Erster Chefredakteur ARD-aktuell:

"Als Journalisten sind wir zu strikter Neutralität verpflichtet. Es gehört zu unserem journalistischen Selbstverständnis, dass wir Meinung und Bericht klar trennen - oder, um es mit Hanns-Joachim Friedrichs zu sagen: Wir machen uns mit keiner Sache gemein. Beim Überfall auf die Redaktion von "Charlie Hebdo" weichen wir davon ab. - Bereits am Mittwoch haben wir zu Beginn der Tagesthemen mit dem metergroßen Schriftzug "Nous sommes Charlie" ein Zeichen gesetzt. Ein Zeichen für unser Mitgefühl mit den Opfern, ein Zeichen der Solidarität mit unseren französischen Kollegen, ein Zeichen für Meinungs- und Pressefreiheit. -Wir knicken nicht vor dem Terror ein."

Vor dem Terror der NATO in Libyen lag das Gniffken auf dem Bauch. Den verbündeten Terror in Afghanistan konnte die ARD lange Jahre nicht als Krieg bezeichnen. Und den Versuch das Regime in Syrien auszuwechseln nannte der Sender immer gern Freiheitskampf. Was sich da jetzt als Kämpfer für die Pressefreiheit ausgibt, das schändet die Leichen der Ermordeten in Paris, in Kabul und in Tripolis.


Am 09. Januar 2015 schrieb Olaf Teßmann:

Wenn der Blödsinn nicht so traurig wäre, ... .

Gestern kreischt ein Herr Deutscher, daß Sie sich schämen sollen, weil
Sie nichts über Paris und Charly schreiben.
Heute kündigt jemand sein Abo, weil Sie etwas darüber schreiben, was dem
aber offensichtlich nicht paßt.
Schöner kann niemand Ihnen bestätigen, daß Sie offenbar alles richtig
machen, was mit großer Sympathie ebenfalls bestätigt Olaf Teßmann.
.


Am 09. Januar 2015 schrieb Ebehard Zeidler:

Man muss schon sehr eitel sein, wenn man glaubt zu allem seinen Senf geben zu müssen. Und dann kommt man auch auf die absurde Idee, den Anschlag in Paris mit den Einsätzen in islamischen Ländern gleichzusetzen. Jetzt reicht´s. Streichen Sie mich umgehend aus Ihrem Verteiler.

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