Weihnachtsüberraschung

Deutsche glauben Medien nicht

Autor: U. Gellermann
Datum: 24. Dezember 2014

Nun hatten sie sich doch solche Mühe gegeben, die deutschen Medien, den Anschein von objektiver Berichterstattung im Ukraine-Konflikt herzustellen. Was die kräftig mit-anscheinende ZEIT geritten hat, kurz vor Weihnachten eine Umfrage zum Thema in Auftrag zu geben, weiß man nicht. Aber das erste Ergebnis ist genau so, wie vermutet: 47 Prozent der Befragten waren der Auffassung, dass die Medien einseitig berichten und von der Politik gelenkt würden. Selbst das anvisierte Haupt-Ziel der Medien-Militarisierung, die Vorbereitung der Kriegs-Schuld-Erklärung, wurde verfehlt: Immerhin 37 Prozent machen den Westen und Russland für den Ukraine-Konflikt gleichermaßen verantwortlich. Und, so schreibt die ZEIT weiter, "Das Misstrauen in die Medien und in den Westen nimmt mit der Höhe des Bildungsabschlusses und des Einkommens zu." Peng. Ebenso schade wie bezeichnend ist, dass die Umfrage nicht detaillierter veröffentlicht wurde. Gesichert ist: Wer klüger ist, hat den Kinderglauben an die Vierte Gewalt längst verloren.

Unter Berufung auf irgendwelche Kreise oder nach eigenen Angaben: So oder so ähnlich beginnen ebenfalls kurz vor Weihnachten die Meldungen der Mainstream-Medien, wenn es um die Aufrüstung der baltischen Länder geht. Denn noch glaubt der Redakteur, er müsse Nachrichten wie diese begründen: "Für insgesamt 138 Millionen Euro schafft das 1,3 Millionen Einwohner zählende Estland nun 44 Panzer vom Typ CV90 und sechs vom Typ Leopard aus den Niederlanden an. Zuvor hatte es bereits in den USA für 40 Millionen Euro 40 Stinger-Raketensysteme bestellt." Das legt uns Springers WELT auf den Gabentisch und verkündet: "Die baltische Luftraumüberwachung der Nato hat nach eigenen Angaben allein Anfang Dezember täglich bis zu 30 russische Militärflugzeuge abgefangen". Da sind sie "die eigenen Angaben". Ungeprüft von irgendeinem NATO-Sprecher, der in einem baltischen Hinterzimmer sitzt, übernommen.

"Zwei Dutzend russische Bomber und Transportmaschinen sind am Wochenende über der Ostsee gesichtet worden. Das meldet der US-Fernsehsender CNN unter Berufung auf das US-Militär", diese Nachricht hängt der SPIEGEL an den Tannenbaum der objektiven Berichterstattung. Berufung? Ausgeschlossen! Denn wenn der Sender CNN, der sich als embedded in die US-Aussenpolitik begreift, als Quelle anonyme US-Militärs nennt, dann hat der SPIEGEL-Redakteur strammzustehen und keinesfalls, vor der Publikation dieser trüben Nachrichten-Suppe, den Wahrheitsgehalt zu prüfen. Die Russen mal nach ihren Bombern zu fragen, Ort und Zeit festzustellen und eine zweite Meinung einzuholen, Parameter also, die zum Journalismus gehören sollten, das kommt dem SPIEGEL-Kolporteur nicht in den Sinn.

Und so geistern denn Meinungen aller Art durch die Medienlandschaften: Mal ist es Polens Verteidigungsminister Tomasz Siemoniak, der seine "Beunruhigung" angesichts der "beispiellosen" Militäraktionen Russlands erklärt. Dann meldet sich das Stockholmer Verteidigungsministerium und begründet die Möglichkeit, ehemalige Wehrdienstleistende für Militärübungen einzuziehen, mit der "Wiederaufrüstung Russlands". Schließlich darf der litauische Militärexperte Aleksandras Matonis der WELT mitteilen: "Im schlimmsten Fall, bei einer Aggression (der Russen) gegen die baltischen Staaten und dem Inkrafttreten der Nato-Verteidigungspläne, würde es noch etwas dauern, bis die Alliierten reagieren". Vom "litauische Militärexperten" weiß man wenig, außer dass er mal "in diplomatischer Mission in Afghanistan" unterwegs war. Macht nix. Wenn Matonis kraft seiner seherischen Fähigkeiten eine russische Aggression heraufziehen sieht, dann sind auch Lettlands Militär-Einkäufe erklärt: Für 48 Millionen Euro 123 diverse Kriegsfahrzeuge in Großbritannien. Litauen wiederum kaufte im September von Polen ein Grom-Luftabwehrsystem für 34 Millionen Euro und kündigte an, für weitere 16 Millionen Euro Panzerabwehrraketen in den USA zu ordern. Ob die Rüstungsindustrie ihre Dankschreiben an düstere Experten oder an die hilfsbereiten deutschen Medien sendet, ist nicht bekannt.

Nachdem die schweren Medien-Geschütze wie BILD, ZEIT, SPIEGEL oder WELT unisono die akute russische Bedrohung erkannt haben, dürfen sich dann auch Rand-Medien wie der DONAUKURIER melden. Der Ingolstädter CSU-Bundestagsabgeordnete Reinhard Brandl hat die Bundeswehrsoldaten im estnischen Luftwaffenstützpunkt Ämari besucht und wird befragt: "Herr Brandl, die Berichte über Luftraumverletzungen und Provokationen russischer Militärflugzeuge im Baltikum häufen sich." Das ist eine super-journalistische Frage, sie hantiert mit ungeprüften Meldungen als Voraussetzung. Dann kommt die Antwort von Herrn Brandl: "Das sind nicht unbedingt Luftraumverletzungen. Das würde ja bedeuten, dass russische Flugzeuge nach Estland eindringen. Das tun sie zum Großteil nicht." Upps, beinahe wäre die Wahrheit in den Spalten des DONAUKURIER gelandet: Die Russen verletzen den Luftraum nicht. Aber unser CSU-Mann von der Baltenfront bekommt doch noch so gerade die Kurve: Zum "Großteil" verletzten die Russen zwar nichts, aber vielleicht im Kleinteil, in Ersatzteilen oder mit Puddingteilchen?

In Wahrheit ist es keine Weihnachtsüberraschung: Immer mehr Deutsche haben das Vertrauen in "ihre" Medien verloren, weil es nicht ihre Medien sind. Die haben sich längst den Wünschen der US-Politik unterstellt. Einen letzten Beweis lieferten sie gerade kurz vor Weihnachten: Der US-Präsident unterzeichnete den „Ukraine Freedom Support Act“, ein Gesetz, das den Kiewer Verbündeten schwere Waffen im Wert von 350 Millionen US-Dollar zur Niederschlagung pro-russischer Volksmilizen zukommen lässt. Das macht den kalten Krieg heißer. Und wer hier der Aggressor ist, das kann man auch ohne "Militär-Experten" erkennen. Aber solch eine Nachricht könnte den Weihnachtsfrieden stören. Die bringt der deutsche Freundschafts-Redakteur lieber gar nicht. Stille Nacht allerseits.

Die Veranstaltung zum Thema:
DIE UKRAINE-FRONT 

Deutsche Medien im Konflikt

Vortrag und Gespräch mit Uli Gellermann

Moderation: Cornelia Staudacher

Am Dienstag ,13. Januar, 20.30 Uhr
Im BUCHHÄNDLERKELLER BERLIN

CARMERSTRASSE 1, PARTERRE

10623 BERLIN-CHARLOTTENBURG


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 28. Dezember 2014 schrieb Pat Hall:

Sehr geehrte Frau Brigitte Mensah-Attoh,


Ihren Schmerz über die Verlogenheit der Medien kann ich voll & ganz teilen,doch überraschend ist es doch ansonsten NICHT?
ICH meinesteils habe mich ein Wenig mit dem Werdegang der Geschichte des "nach dem 2.WK " beschäftigt.
Auch die TAZ war für mich ein gewisses Sprachrohr als Sprachrohr der NICHTVERSTANDENEN gewesen.
Ich bin weder LINKS noch RECHTS oder sonst wie einzuordnen aber in diesem Blog mit U.G. Gut mit meiner Meinung aufgehoben, daher ist es wichtig dass wir gut Informiert sind und auf dem besten Stand unseres Wissens bleiben.
 


Am 27. Dezember 2014 schrieb Brigitte Mensah-Attoh:

Seriöse Berichterstattung sieht anders aus -
wie gut, daß immer mehr Menschen aufwachen!

Als mündige deutsche Staatbürgerin kann auch ich aus eigener Ansicht das schwindende Vertrauen in die Medien bestätigen! (selbst die mir einst sympathische taz berichtet mainstream/konform, ihr Gesicht hat sich komplett gewandelt. Die Online-taz verpaßte uns "ungenehmen" Kommentatoren - die sich während des von Israel geführten mörderischen Krieges gegen die eingesperrten Gazabewohner zu weit aus dem Fenster gelehnt hatten, beliebig + ungeniert Maulkörbe. Schon längst ist selbst die taz nicht mehr objektiv (Pro-Israel-Korrespondenten, die Contra-Palästina berichten) - u.v.a.m.
Schließlich hatte ich die Faxen dicke u. Bettel hingeschmissen.
So wie es hofftl. viele Abonnenten tun, die Mainstream-Produkte über haben und das nicht mehr hinnehmen wollen!

Noch so ein Bsp.: Heute (26.1.214) wurde veröffentlicht, die TIMES hätte Frau Merkel zur weltweit größten, besten, schönsten, erfolgreichsten, angesehensten Politikerin.. - BLABLABLA - ist doch blanke Verarsche! Am wenigsten wird das die Kanzlerin selber für bare Münze nehmen, was ihr so alles von irgendwelchen windigen Schreiberlingen an "Wichtigkeit" angedichtet wird - so blöd wird sie ja nun auch wieder nicht sein. Oder aber sie vermeidet es gänzlich, sich im Spiegel zu betrachten. Denn höchstwahrscheinlich gefällt sie sich doch sehr in dieser Glanzrolle und nimmt dafür in Kauf, willfähriges Werkzeug in den Händen der USA, der Wallstreet, der Großindustrie zu sein.

Ein 3. Bsp.: "The Interview": erst die Medien haben doch diesen Hype um die sogen. "Satire" erst möglich gemacht - und so für beste Publicity gesorgt. Erst Skrupel + Verbot - Dann: "niemand hat das Recht uns zu kritisieren"! Jubel - so konnten auch die Ami-Kinos damit noch profitieren und das
letzte Kino-Billett verkaufen!

Was aber für eine hirnrissige, brandstifterische, unnötige Provokation in Richtung Nordkorea, auch wenn man den dortigen Machthaber besch... findet!
Selbst der Präsident der Vereinigten Staaten hat sich - wie just zu Weihnachten gemeldet wurde - nicht entblödet, die "frei gewählte Selbstzensur" zu Gunsten dieser ach so "lustigen" Polit-Komödie zu kritisieren - in der es schlicht um die Ermordung des Kim Yong Un geht! Ist ihm wohl entgangen, was es bedeutet hätte und welchen Aufschrei es ausgelöst hätte, wäre es (satirisch aufbereitet) statt um jenen - um die Ermordung Barack Obamas gegangen!


Am 26. Dezember 2014 schrieb Pat Hall:

Wenn Europa doch mit der Atlantik-Brücke verbunden ist braucht man sich nur die Leute ansehen die über diese Brücke marschieren.

Hier ein Tip: 


Wichtige Transatlantiker

Hier werden also die maßgebenden politischen Marionetten und journalistischen Propagandisten gemeinsam vorbereitet und indoktriniert, und sie unterstützen oder auch ermahnen sich gegenseitig für die amerikanischen Interessen. Neben führenden Politikern wie Angela Merkel, Thomas de Maizière, Helmut Schmidt, Hans-Peter Friedrich, Cem Özdemir, Peter Altmaier, Karl-Theodor zu Guttenberg sind oder waren Alpha-Journalisten wie Kai Diekmann (Bild), Günther Nonnenmacher (FAZ), Josef Joffe (Zeit), Thoms Bellut (ZdF), Thomas Roth (ARD) mit transatlantischen Organisationen in Verbindung.
http://www.geolitico.de/2014/12/22/herrschaft-und-indoktrination/

Dann weiss man warum die BILD immer als Erste an Interview´s beteiligt wird.


Vielen dank an den Galeristen Uli der uns gute Beiträge beschert.


Am 26. Dezember 2014 schrieb Ernst Grobschmied:

Der GLAUBEN daran, dass Medien nicht ihrem Auftrag folgen und einseitig berichten - nutzt den Bürgern leider nichts. Es bleibt wie es ist. Medien dienen mächtigen Interessen.

Man GLAUBT, weil man machtlos ist und sich nicht anders behelfen kann.

Russland zeigt mit der aktuellen Entwicklung zu MH17 vielleicht einen Ausweg. Könnten nicht auch bei uns Lügendetektoren dafür Sorge tragen, dass verantwortliche Redakteure für falsche Berichterstattung vollumfänglich zur Kasse gebeten werden? Jeder Selbständige weiß, dass er im Zweifel für alles haftet.
Also eigentlich nichts Ungewöhnliches im Rechtsstaat, wenn man bewusst Verfälscht, Ordnungswidrigkeiten oder gar Straftaten begeht. Medial scheint aber ein ungeregelter rechtsfreier Raum zu sein, den man gerne für eigene Zwecke nutzt.

So ließen sich nicht nur GEZ-Zwangsabgaben sprunghaft reduzieren. Vor allem diente es der Völkerverständigung, dem Frieden, einer guten Zukunft - und insbesondere der EU-Transparenz-Richtlinie. Das wäre es doch fürs Neue Jahr.

http://www.rtdeutsch.com/8644/headline/zeuge-bestaetigt-abschuss-von-mh17-durch-ukrainischen-kampfjet/


Am 26. Dezember 2014 schrieb Benny Thomas Olieni:

Danke, Uli Gellermann, für die Arbeit an dieser Weihnachtsüberraschung!
- Ich möchte eine etwas hintergründige Frage zur Dümmlichkeit der uns servierten Propaganda stellen: Was ist mit den Propagandisten los? Und was mit vielen Mitmenschen? Warum hat z.B. Bild online bei den über 14-jährigen eine Reichweite von 16 Millionen LeserInnen?
Ist das nicht AUCH eine Folge u.a. der schulischen Sozialisation? Wie steht es mit der Fähigkeit zur kritischen Text- und Sprachanalyse nach 10, 12, 13 Jahren Schulbesuch? - Wer hat ein "Schulpflicht-Gesetz" erlassen, durch das individuell von Eltern und jungen Menschen gestaltete Bildungswege, eventuell, o Graus, sogar weitgehend oder ganz ohne Schule, bei massiver Strafandrohung verunmöglicht werden sollten? Die Nazis, 1938!
Das System Schule spielt durch seine fabrikähnliche Organisationsform allein schon dem späteren Untertanentum, der Anfälligkeit für "Parolen von oben" in die Hände.
Dazu eine kleine Lektüre-Empfehlung:
John Taylor Gatto: Verdummt noch mal! - Der unsichtbare Lehrplan, oder: Was Kinder in der Schule wirklich lernen.

Antwort von U. Gellermann:

Ein Bildungssystem das nur auf privater Initiative beruhte würde nur den Wohlhabenden zugute kommen. Familien in denen Mann und Frau arbeiten (von den Alleinerziehenden ganz zu schweigen), manchen in mehreren Jobs, um sich über Wasser zu halten, brauchen selbstverständlich ein staatliches Bildungssystem.

Mir erklärt sich der Bildungsverfall wie er sich z. B. im BILD-lesen widerspiegelt auch und gerade im Wegfall des alternativen Bildungs-Systems der Arbeiterbewegung: Eigene Schulung, eigene Zeitung, geprägt durch eine oppositionelle Politik, haben lange Jahre eine Wahrheit von Unten vermittelt. Das ist natürlich nicht die einzige Erklärung, das Thema würde mehrere Dissertationen verdienen. Aber sie gibt einen Hinweis: Bildung muss immer auch politische Bildung sein, auf Solidarität und alternatives Wissen orientieren.


Am 26. Dezember 2014 schrieb Jürgen Brauerhoch:

Am Jahresende möchte ich mal bedanken für die vielen Wahrheiten, die über Sie erfahren habe--inklusive Ukraine Medienverblödung.
Für 2015 wünsche ich Ihnen salud, amor y dinero und weiterhin scharfe Urteile.


Am 25. Dezember 2014 schrieb Regina Bartusch:

Guten Tag,
lieber Ulli Gellermann,
Hans Jon hat mir aus dem Herzen gesprochen !
Ein angenehmes Jahr 2015!


Am 25. Dezember 2014 schrieb Angie Birnbaum:

Jedem,der mehr als 30 Minuten Recherche in dieses Thema investiert hat, wird schnell klar, daß unsere MainStreamMedien (MSM) nach der Methode „Haltet den Dieb“ argumentieren.

Häufigste Quelle der alarmistischen Meldungen ist der Londoner Think-Tank "European Leadership Network" (ELN).
Eine typische , und dabei noch relativ neutrale, Meldung hierzu von Spiegel online:

„Russland und die Nato
Muskelspiele am Rande des Abgrunds :Riskante Manöver, provozierende Tiefflüge: Experten listen fast 40 militärische Zwischenfälle zwischen Russland und dem Westen auf. Ex-Minister Rühe warnt vor einer ungewollten Eskalation.“

http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-und-nato-ruehe-warnt-wegen-zwischenfaellen-
zur-zurueckhaltung-a-1001648.html

„Natürlich“ sind bei den meisten Meldungen immer die Russen die Provokateure.

Ehe ich auf den o.g. Think-Tank näher eingehe. noch etwas Fachwissen vorab.
Fast ausschließlich geht es bei den Meldungen um Verletzungen der sogenannten
Air Defense Identification Zone ( ADIZ) der NATO in Einzelfällen auch der USA..

„Eine ADIZ erweitert üblicherweise den Luftraum über die Hoheitsgewässer eines Staates (12-Seemeilen-Zone) um die außerhalb davon liegenden internationalen Gewässer als Pufferzone ( bis zu 320 km ), um frühzeitig ein Eindringen fremder Flugzeuge in den eigentlichen Luftraum erkennen zu können. Als solches sind sie NICHT Teil des Hoheitsgebietes eines Staates und haben demnach auch KEINE Grundlage im Völkerrecht.“(WIKIPEDIA)

Die Meldungen des Think-Tanks ELN beziehen sich zu 95% auf „Verletzungen“ der Air Defense Identification Zone. Wenn man sich die Meldungen auf der interaktiven ELN-Karte
http://www.europeanleadershipnetwork.org/interactive-map-of-russia-west-dangerous-military-encounters-updated_2262.html
näher anschaut, ergibt sich folgendes Bild:
1. direkt „bedroht“ wird die USA eigentlich nicht : 1 (ein!) Kontakt in der ADIZ (50Km vor der Westküste)
2. ebenso wenig kann Großbritannien „Angst“ haben : 3 Zwischenfälle 80-100 km östlich von Schottland
3. in der Air Defense Identification Zone nördlich von Alaska kam es zu 2 Annäherungen auf 120km (Kanada registrierte 3 Kontakte innerhalb seiner ADIZ ca. 150 km im Nordmeer ). Diese Kontakthäufigkeit liegt im langjährigen Mittel.
Signifikant zugenommen haben hingegen die Aktivitäten der NATO an der Westgrenze Russlands:
OTon Pentagon:
„Die Nato hat laut einem Sprecher des US-Verteidigungsministeriums ihre Präsenz an der Westgrenze Russlands tatsächlich verstärkt. Dabei bemühen sich die USA und das Verteidigungsbündnis um „Transparenz“. Damit äußerte er sich zu einer Erklärung des russischen Verteidigungsamtes über eine Zunahme der Nato-Flüge nahe der Grenze zu Russland. Demnach soll die Zahl die Aufklärungsflüge der USA und der Nato 2014 um das SIEBENFACHE gestiegen sein. Die Zahl der Flüge der taktischen Nato-Luftstreitkräfte habe sich auf rund 3000 VERDOPPELT.
„Die jetzigen Bemühungen des europäischen Nato-Kommandos im Rahmen der Operation Atlantic Resolve (Atlantische Entschlossenheit) sind eine Demonstration unserer Treue zur kollektiven Sicherheit der Nato, zum dauerhaften Frieden und zur Stabilität in der Region - konkret im Hinblick auf die russische Einmischung in der Ukraine“, sagte der Sprecher am 16.12. RIA Novosti.“
http://de.ria.ru/security_and_military/20141217/270223991.html
Siehe auch diese Meldung vom selben Tag aus dem russischen Generalstab:
Russland registriert mehr Nato-Spionageflüge an seinen Grenzen
„Spionageflugzeuge der USA und anderer Nato-Staaten sind im laufenden Jahr nach russischen Angaben deutlich häufiger im Baltikum sowie über der Ostsee und der Barentssee aufgekreuzt. Die Zahl der Spionageflüge sei auf ACHT BIS ZWÖLF PRO WOCHE gewachsen, teilte Luftwaffenchef Viktor Bondarew am Dienstag mit. Spionageflugzeuge der USA und anderer Nato-Staaten sind im laufenden Jahr nach russischen Angaben deutlich häufiger im Baltikum sowie über der Ostsee und der Barentssee aufgekreuzt. Die taktischen Nato-Flugzeuge haben die Häufigkeit ihrer Flüge an den Grenzen Russlands und Weißrusslands 2014 auf mehr als 3000 verdoppelt, so der General weiter. Das sei unvergleichbar mehr als die Flüge der russischen Fernflieger. 
Allein US-Spionageflugzeuge RC-135 haben in diesem Jahr mindestens 140 Flüge absolviert. 2013 waren es 22 Flüge gewesen. Auch schwedische, deutsche, dänische und portugiesische Jets fliegen Bondarew zufolge in unmittelbarer Grenznähe(1-5 km). Spionageflüge können so bis 500 Kilometer tief ins russische Kernland funkelektronische Aufklärung betreiben.“
http://de.ria.ru/security_and_military/20141216/270218547.html
Beide Meldungen sind in keinem unserer MainStreamMedien erwähnt worden, also kann man im Umkehrschluß davon ausgehen, daß sie stimmen.
(Die Orginal-Meldung aus dem Pentagon siehe:
http://www.defense.gov/home/features/2014/0514_atlanticresolve/)

Hallo, euch allen ein – hoffentlich nicht letztes -- schönes Weihnachtsfest !!

Angie

PS.: Frage: Kann man das Wort "Verlogenheit" noch steigern ?


Am 25. Dezember 2014 schrieb Johannes M. Becker:

Erinnert sich noch eine/r?
Dieter Süverkrüpp beendet "Leise schnieselt der Reaktionär seinen Tee" mit den Zeilen: "Horcht nur, wie lieblich es knallt. Fürchtet Euch, Kriegskind kommt bald!"
Das Stück, lange Jahre in meinem Weihnachtsrezitationsprogramm ein wenig belächelt ("Marxismus-Nostalgie..."), fand in diesem Jahr aufmerksam-nachdenkliche ZuhörerInnen...


Am 25. Dezember 2014 schrieb Doro Hansmann:

Ich schließe mich der Meinung von Frau Leitner unbedingt an!


Am 25. Dezember 2014 schrieb Vera Leitner:

Das war eine echte Weihnachtsüberraschung, dass die RATIONALGALERIE tatsächlich am `Heiligen Abend´ eintraf! Dafür und für die viele Arbeit die in diesem Projekt steckt ganz herzlichen Dank.


Am 25. Dezember 2014 schrieb Hans Jon:

"PROPAGANDA", Un-Wort des Jahres 2014,
bläst auch in der "Heiligen Nacht" durch den "christlich-abendländischen" Blätterwald, in dem die "westlichen" Wind-Richtungen vor-"herrschen"! Aus dem Osten kommt seit langem meist "schönes Wetter"! Wird Zeit dass die Deutschen auf diese "Wetter-Regel" hören!!!
Die US-atlantischen "Tiefs" sollten uns nicht unter-"kriegen" - gegen kühle "Ost-Winde"!


Am 25. Dezember 2014 schrieb Aleksander von Korty:

Der von mir sehr geschätzte Düsseldorfer Kabarettist Volker Pispers hat einmal über DIE ZEIT geäußert, sie sei die BRAVO für AbiturientInnen. Nun ist es dieser ZEIT endlich gelungen, Volker Pispers gründlich zu widerlegen. Durch die von ihr selbst initiierte Umfrage kam ans Tageslicht, dass das Vertrauen in die Wahrhaftigkeit der bürgerlichen Mainstream-Medien nachläßt, je höher der Bildungsgrad ist. Es muss also davon ausgegangen werden, dass DIE ZEIT AbiturientInnen nicht mehr erfolgreich erreichen kann. Leider übt DIE ZEIT bei der Berichterstattung über ihre eigene Umfrage und deren exakten Details vornehme Zurückhaltung, so dass deren LeserInnen  nicht bekannt gemacht wurde, ob sie denn mit ihrem Niveau wenigstens noch die Hauptschulabgänger erreicht.
 
Das in den kleinen baltischen Ländern nun kräftig aufgerüstet wird, muss sebst für Hauptschulabbrecher kaum nachvollziehbar sein. Denn selbst die werden begreifen, dass deren Mini-Armeen kaum ernsthaft Widerstand gegen eine Bedrohung des russischen Bären leisten könnten, wenn es diese denn gäbe. So neigen selbst debile Menschen zwischenzeitlich dazu, anzunehmen, dass es bei diesen Aufrüstungen nur um das Wohl der Rüstungsmafia gehen kann, die ab und an auch ihre Portokassen auffüllen muss. Kleinvieh macht auch Mist, sagt ein deutsches Sprichwort.
 
Belustigend ist dann die Tatsache, dass durch ein CDU-Plappermäulchen versehentlich mitunter doch noch Fetzten der Wahrheit an die DONAUoberfläche kommen, was wiederum erklärt, warum Bundestagsabgeordnete durchaus zum Leserkreis der ZEIT gehören.
 
Anzumerken bleibt noch, dass diese Medien niemals die Medien ihrer LeserInnen waren, nicht erst seit sie sich im Gefolge der bananenrepublikanischen Politikerkaste  um einen ebenfalls warmen Platz im Hintern des Imperiums bemühen. Sie gehörten schon immer zu der Herrscherklasse dieser Republik und waren auch immer nur deren Sprachrohr. Wes Brot ich ess, des Lied ich sing, weiss dazu der Volksmund zu berichten.
 
Zum Schluss gilt noch mein Dank dem Galeristen für seine Festtagslektüre, die mal wieder trefflich sass. Dafür wünsche ich ihm einen fetten Festtagsschmaus und für das kommende Jahr weiterhin viel bissigen Esprit.
 
Da eine Anreise meinerseits zu der sicherlich sehr interessanten Veranstaltung am 13. Januar 2015 aus Mittelamerika nach Berlin aus Kostengründen leider nicht möglich ist, was ich sehr  bedauere, wünsche ich ihm aber für diesen Abend ein `volles Haus´ mit vielen kritischen TeilnehmerInnen!!!
 


Am 24. Dezember 2014 schrieb Manfred Ebel:

Das sind ja zwei Weihnachtsüberraschungen, lieber Uli. Die eine, mir wichtigere, ist Dein Artikel und die andere das unfreiwillige Eingeständnis aus der ZEIT-Umfrage. Danach hat Deine Seite zur Aufklärung beigetragen und Deine Leser dürften zu den misstrauischen mit dem höheren Bildungsabschluss gehören.
Das heißt wiedermal: Mehr davon! Es lohnt.
Was das Thema angeht, wollen wir uns bewusst sein, dass Aufrüstung nicht zum Selbstzweck erfolgt. Es hat Methode und Ziel.

Dir und allen Lesern der Rationalgalerie schöne Weihnachten. Bitte dranbleiben!


Am 24. Dezember 2014 schrieb Moyra Mangold:

Es ist zum Verzweifeln. Die Russen wollen einfach nicht Mitspielen. Da legt die Na(h)to(d) überall ihre Zündhölzchen aus und was macht der böse Russe? Er ist nicht gewillt diese mit Nahrung zu versorgen. Da werden mediale Sturmgeschütze in Stellung gebracht und was macht der blöde Deutsche? Er zweifelt am Wahrheitsgehalt der Qualitätsmedien. Ja kann man denn nicht einfach mal einen schönen Krieg vom Zaun brechen, ohne sich das Genörgle von uninformierten Friedensaposteln anzuhören? Früher ging das doch auch. Ich werde mir jetzt einen Russen in Uniform basteln. Den stelle ich vor meine Wohnungstür, in der Hoffnung, dass wenigstens meine Nachbarn endlich in Kriegsstimmung kommen. Ist ja nicht zu Aushalten. Wo kommt der Deutsche denn hin, wenn er nicht mal mehr bereit ist gegen den Russen zu kämpfen.


Am 24. Dezember 2014 schrieb T Myer:

Da gehört auch die Rationalgalerie dazu!


Am 24. Dezember 2014 schrieb Gisela Oechelhaeuser und Peter König:

Lieber Uli Gellermann,
Gauck findet so rührende Worte, dass ja die übergroße Mehrheit des deutschen Volkes nicht Pegiusw. herherlaufen. Er sollte vielmehr und mit Zorn und mit großer Sorge kundtun, dass es der übergroßen Mehrheit des deutschen Volkes sch...egal ist, ob es sowas wie Pegida gibt und wer dafür Mitverantwortung trägt. Und wenn er, der Bundespräsident, keine Meinung zu Bouffiers Äußerungen kundtut, dann soll die schweigende Mehrheit genau das registrieren und sich zu recht im Schweigerecht fühlen.


Am 24. Dezember 2014 schrieb curti curti:

In brenzligen Zeiten wie diesen könnte/sollte vom Amt des Bundespräsidenten der Funke ausgehen, der als mahnende Instanz im Volk das zu entzünden vermag was man per Grundgesetz vorgibt zu sein. Vorsorglich aber ist dort ein idealer Diederich Heßling-Klon implantiert, einer der der Macht geradezu vollkommen nach dem Maul zu reden versteht. Vorbildlich steht er damit auch für das was sich als mainstream oder "gehobener Journalismus" anzubiedern versucht.

Das "immer mehr Deutsche das Vertrauen in ihre Medien verlieren" dürfte >>hoffentlich<< unvermeidbar sein. Ob es eine ausreichende Anzahl sein werden darf jedoch bezweifelt werden. Insoweit ist die VorSPIEGELung des Bösen als Gutes mit all seinen Variationen weit fortgeschritten auch in der alltäglichen Reflektion.


Am 24. Dezember 2014 schrieb Klaus Madersbacher:

BILD, ZEIT, WELT und was an Sudelpresse sich noch herumtreibt, nicht zu vergessen die neue Medien, sind letztlich nur die Nachfahren derjenigen, die unisono die akute russische Bedrohung schon mindestens hundert Jahre lang gepredigt haben und immer noch predigen.
Zwei Weltkriege haben sich offenbar so ins Volksbewusstsein eingeprägt, dass die Bereitschaft, derlei Geschichten zu glauben, eher gering ist. Die Folgen solcher Leichtgläubigkeit sind ja noch im Gedächtnis vieler Menschen.
Zudem sind eine Reihe von "Idealen" mit der Zeit ausgeblichen, und für Freiheit und Demokratie 2.0 will kaum jemand seinen Kopf riskieren.
Kommt noch dazu, dass man mitbekommt, dass die Befehle immer unverhohlener aus dem Führerquartier in Washington kommen.
Vielleicht geistern noch Geschichten von Weihnachtsfrieden in einigen älteren Köpfen herum - ja, an den Weihnachtstagen gab´s Christbäume auf einigen Schlachtfeldern.
Nicht einmal diese Art von Gemütlichkeit gibt es mehr - was soll man da noch glauben? Etwa was BILD, WELT, ZEIT usw. schreiben?


Am 24. Dezember 2014 schrieb Lutz Jahoda:

Die Medien werden von der Politik gelenkt - und die Politik von der Wallstreet. Selbst die US-Regierung ist nichts anderes als der politische Arm der Großbanken und Hedgefonds. Und so zappelt auch die Große Koalition an den Fäden des Internationalen Währungsfonds, der wiederum alles tut, um Russland zu schaden. Sozusagen als Strafaktion für die Rückholung der Krim.
Dabei läuft die Destabilisierung der Weltordnung durch den US-Dollar eigentlich schon seit es diese angeblich ordnende Internationale Vermögensreserve (IWF) gibt. Da kam diese westlich wiederbelebte, seit 1915 drängende Sehnsucht des Westens nach der Ukraine wie gerufen.
Gegenwärtig jubeln die Medien: "Russland steht vor dem Kollaps!"
Jetzt warte ich nur noch auf die Zeile: Selbst Väterchen Frost ist am Ende, sitzt kraftlos am Samowar und ist nicht einmal mehr in der Lage, uns Schnee mit dem Wind auf die Reise zu schicken.
Bleibt abzuwarten, wer letztendlich wirklich kollabieren wird. Die Führungsmacht USA hätte allen Anspruch auf diesen Spitzenplatz


Am 24. Dezember 2014 schrieb Ulrich Fiege:

Hallo Herr Gellermann, in stillen Nächten sind es bis zu 30 Militärmaschinen die über der Ostsee abgefangen werden und zu Wasser im selben Teich konnten 22 russische Kriegsschiffe vor Lettland gesichtet werden, so beschreibt es Festlich der Spiegel. Bis Dienstag den 13. dann, als Westfale und auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, bin ich für jede Routenplanung als Tipp nach Berlin dankbar, egal, - ich wünsche Ihnen Herr Gellermann eine weiterhin spitze Feder und ein frohes Fest, Ulrich Fiege


Am 24. Dezember 2014 schrieb Jonhannes M. Becker:

Weiterhin kluges Schaffen, mein lieber Uli!

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