VW, Deutschland und die Diktatur

Ein Lehrstück über Beliebigkeit

Autor: U. Gellermann
Datum: 15. Oktober 2015

Großzügig verteilen deutsche Politiker und Medien das Etikett Diktatur, wenn die so firmierten Staaten missliebig sind. Ebenso großzügig werden Diktaturen, die man mag in Königreiche umgedichtet oder, wenn es gar nicht anders geht, in "autoritäre Staaten" umgelogen. Dieser Begriff aus der Verschleierungsschublade fiel jüngst dem Chefhistoriker des VW-Konzerns, Manfred Grieger, aus dem Mund als er auf dem Weg nach Sao Paulo war. Denn die Volkswagen AG betrügt nicht nur ihre Kunden mit gefälschten Abgaswerten, sie war auch aktiver Komplize der brasilianischen Folterdiktatur. Davon geht jedenfalls eine Anzeige der brasilianischen Bundesstaatsanwaltschaft gegen VW aus, die auf einem Bericht der brasilianischen Wahrheitskommission fußt und vor zwei Wochen auf dem Konzernschreibtisch in Wolfsburg landete.

Der VW-Konzern – durch die Besitzanteile des Landes Niedersachsen ein wichtiger Scharnier-Betrieb zwischen Staat und Kapital – begreift sich seit seiner Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg als Speerspitze westdeutscher Exportpolitik. Kaum hatte Hitlers Lieblingsunternehmen die Produktion der Vergeltungswaffe V1 eingestellt und die Zwangsarbeiter entlassen, soweit sie die Arbeit bei VW überhaupt überlebt hatten, wurde die erste Auslandsniederlassung gegründet: Die Volkswagen of South Africa (Pty.) Ltd. entstand bereits 1946 in der befreundeten Apartheid-Diktatur, im südafrikanischen Uitenhage. Da konnte es nicht ausbleiben, dass 1953, in der Zeit des "wohlwollenden Diktators" Getúlio Vargas, die "Volkswagen do Brasil Sociedade Limitada" in einem Vorort von São Paulo aus dem Boden gestampft wurde. Der wohlwollende Vargas erhielt im selben Jahr die „Sonderstufe des Großkreuzes“ des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Auch die Argentinische Militärdiktatur (von 1976 bis 1983) durfte sich seit 1980 mit einem Produktionsstandort von Volkswagen schmücken.

Ein wahrer Höhepunkt deutscher Freundschaft mit der brasilianischen Folterdiktatur war 1968 die Unterzeichnung des Abkommens zur wissenschaftlich-technischen Kooperation in Brasilien durch den Außenminister der damaligen Großen Koalition Willy Brandt. Ein Abkommen, das punktgenau zur Unterzeichnung des „Deutsch-brasilianischen Abkommens über Zusammenarbeit auf dem Gebiet der friedlichen Nutzung der Kernenergie“ im Juni 1975 führte. Stolzer Unterzeichner: Hans Dietrich Genscher. Als dann der brasilianische Diktator Ernesto Geisel 1978 die Bundesrepublik besuchte, trafen sich mit ihm Bundespräsident Walter Scheel, ebenso wie Bundeskanzler Helmut Schmidt, Helmut Kohl, Franz-Josef Strauß und Hans Filbinger.

Schon im Februar 2014 hatte die brasilianische Wahrheitskommission zur Aufarbeitung der Militärdiktatur beschlossen, den Volkswagen-Konzern auf seine Zusammenarbeit mit dem Militärregime hin zu untersuchen. Dem Automobilunternehmen wurde und wird vorgeworfen, mit Spenden die Vernetzung zwischen Militärs und Unternehmen im Vorfeld des Staatsstreiches vom 31. März 1964 und später den Aufbau eines militär-industriellen Komplexes mitfinanziert zu haben. Besonders unappetitlich ist die Verwicklung von VW in den Sturz des 1961 demokratisch gewählten Präsidenten João Goulart. Für diese hilfreiche Vorbereitung der Diktatur hat VW Geld gespendet, das unter Aufsicht der Militärakademie (Escola Superior de Guerra, ESG) in den Aufbau eines eigenen militärindustriellen Komplexes geflossen ist. Von der Verhaftung politisch missliebiger VW-Arbeiter auf dem Werksgelände über die Entlassung von Streikführern bis zur Kooperation des VW-Sicherheitschefs Coronel Rudge mit den Agenten der Diktatur: Der Konzern hat nur wenig ausgelassen, um dem "autoritären Staat" dienlich zu sein.

"Das Thema will umkreist sein" merkt VW-Chefhistoriker Grieger zur Kooperation zwischen Diktatur und Konzern an, um dann schnell die Schuld bei anderen zu suchen. Denn er hat den Eindruck "dass die Aufarbeitung in Brasilien mit dem Fingerzeig auf ausländische Firmen besser gelingt." Und so kreist VW um die eigene Schuld herum, um sich aus der Verantwortung für Diktatur und Folter schneller herauszuwinden, als es in der Abgasfrage gelingen wird. Doch würde der VW-Historiker Grieger in den Akten des Auswärtigen Amtes sicher Belege dafür finden, dass die Neigung des Konzerns zu Diktaturen immer staatliche Billigung gefunden hat. Wenn man ihm den Einblick in diese Unterlagen geben würde. Schon ein Blick auf die Web-Site des Amtes zeigt, dass Diktaturen wie die in Usbekistan, in Kasachstan oder Turkmenistan dort schlicht "Präsidialrepubliken" heißen, während diktatorische Terror-Unterstützer wie Saudi Arabien oder Katar als Monarchien getarnt auftauchen. Sicher würde VW in diesen Ländern prima Produktionsbedingungen finden, denn deren Beziehungen zum offiziellen Deutschland sind heute ebenso blendend, wie damals die deutschen Verbindungen zu den Diktaturen in Lateinamerika oder Afrika waren.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 18. Oktober 2015 schrieb Brigitte Klara Mensah-Attoh:

Daß VW auch aktiver Komplize der brasilianischen Folterdiktatur beteiligt war,
war mir vollkommen neu und hat mich neben den Abgas-Betrügereien am meisten umgehauen! Ohne all die fundierten Uli Gellermann-Recherchen bliebe jedoch
wohl so manches im Dunkel - weil es ja sonst kaum einen gibt, der solche historischen Hintergründe aufs Tapet bringt. DANKE!

Vermutlich ist alles bisher aber nur die Spitze des Eisbergs, was man von Lug und Betrug der großen Konzerne oder namhaften Organisationen (ADAC) erfährt -
bzw. was wir nur noch nicht wissen.

Ich persönlich wünschte mir dringend, daß neben anderer x-beliebigen Großindustrien
der ach so saubere wie profitgierige NESTLÈ-Konzern, dessen Geschäftsgrundlage ebenso wie bei VOLKSWAGEN auf Bluff, Ausbeutung von Mensch und Natur beruht,
von irgend einer Seite auch endlich einmal einen empfindlichen Schuß vor den Bug bekäme - genauso wie VW - und dafür massiv zur Verantwortung gezogen werden würde!


Am 17. Oktober 2015 schrieb Kurt Wolfgang Ringel:

Nun muss es doch bald auch den letzten Bürger auffallen, das die Politiker mindestens zwei Sprachen beherrschen. Eine verwenden die Politiker, wenn sie in Richtung Volk reden. Und die andere, wenn sie unterwürfig mit der Wirtschaft sprechen, dass heißt, wenn sie deren Befehle empfangen..


Am 16. Oktober 2015 schrieb Günther Regensbuger:

Was jetzt fehlt ist die Story über Daimler und die argentinische Junta. Entführung, Folter Kinderklau, alles in Kooperation mit Mercedes. Das können Sie sich nicht entgehen lassen, Herr Gellermann!


Am 16. Oktober 2015 schrieb J. W. Kronenburg:

Danke für diesen wie immer hervorragend recherchierten Bericht.

Wie sagte doch gestern Herr Minister Dobrindt entlarvend "Das Kraftfahrtbundesamt hat die notwendigen Maßnahmen ergriffen, die basieren auch auf dem was Volkswagen angeboten hat" (im Video bei 4:48)
https://www.youtube.com/watch?v=s5lVf8KSzAY

Wo kämen wir denn da hin wenn die Behörde eigenmächtig Forderungen aufstellen würde.

Wenn man bedenkt, dass höhere Geschwindigkeiten zu exponentiell höherem Verbrauch und Schadstoffemissionen führen, wäre es jetzt endlich an der Zeit für ein uneingeschränktes Tempolimit!

In anderen Ländern fährt es sich damit übrigens auch viel entspannter als bei uns.

Die Auto-Lobby wankt schon, und der Auto-darf-alles-Club aus München fällt hoffentlich bald um.
Im Anti-Tempolimit-Flyer von 2013 wird argumentiert "Die durch ein Tempolimit erreichbare Reduktion von
Schadstoffemissionen ist als sehr gering einzustufen, zumal der deutsche Fahrzeugbestand bereits heute hohen
Umweltanforderungen gerecht wird."
http://www.adac.de/_mmm/pdf/rv_tempolimit_flyer_0813_30472.pdf

Nun ist dem ja wohl definitiv nicht so.

Wie sagte schon Klaus Staeck im Jahre 1989:"Mir können Menschen nur leid tun, die ihre Freiheit über Stundenkilometer definieren."

--------------------------------------------------------
(Vorsicht, Satire...)
Richtig, Herr Minister, VW ist ja immer schon weiter voraus...
Zumindest da wo augenscheinlich die Luftqualität am ärgsten ist.
https://www.youtube.com/watch?v=4ElwYl_o57A


Am 16. Oktober 2015 schrieb Angelika Kettelhack:

Warum können bestimmte Leser sich nicht mal kürzer fassen in ihren Kommentaren ?

In der Kürzer liegt die Würze !


Am 15. Oktober 2015 schrieb Georg Moritz:

Vielen Dank für diesen Bericht über VW-Brasilien. Nächste Station: Mexico. Dort wurde der letzte Käfer gebaut, und noch immer fahren die spritfressenden KdF als Taxis durch Mexico City. Nach Ihrem Bericht über Brasilien vermute ich, daß die dortige Verquickung von Kapital und Macht am Beispiel VW noch viel krasser sein dürfte, bis in die heutige Zeit.

Ich kann das nicht leisten, denn ich bin kein Journalist - Sie aber! und einer unserer Besten! Sie leisten wunderbare Arbeit. Vielen Dank dafür.


Am 15. Oktober 2015 schrieb Lutz Jahoda:

Österreicher hatte 1938 noch Gelegenheit, für einen Volkswagen anzusparen. Für die Deutschen in Böhmen und Mähren verkürzte sich die Ansparzeit vom 15. März 1939 nur noch auf fünfeinhalb Monate: dann war der Volkstraum auf ein Volksauto vorerst ausgeträumt; denn Räder mussten rollen für den Krieg. Der Porsche-Kübelwagen.musste aufs Fließband. Die Idee der Fließbandproduktion kam von Mister Ford, der kein Freund mosaischen Glaubens war und deshalb Hitlers Aufstieg finanziell unterstützt hat. Überhaupt kam eine Menge Unterstützung auch aus anderen US-amerikanischen Ecken. Von US-Konzernen moralische Bedenkenlosigkeit lernen, war Bestandteil nationalsozialistischer Rücksichtslosigkeitslehre, und so bedurfte es nach dem Zweiten Weltkrieg lediglich einer Neubelebung geschäftlicher Skrupellosigkeit, wie soeben bei Gellermann nachzulesen in einer Spur des Übels von Waffenlieferungen in Problemgebiete, egal ob Freund, ob Feind. Sweat - Blood - and Tears - Schweiß, Blut und Tränen. Der Bumerang hatte einst schon dem Kaiser die Pickelhaubel gekürzt. Gegenwärtig rotiert der Bumerang über Wolfsburg, rasiert dort beängstlich und nimmt Kurs auf den Bundestag und zwitschert im Sinne deutscher Unzufriedenheit:
Lesen und nichts verstehen,
Schaffen und nichts davon sehen,
Von Reichtum nur hören,
davon nichts genießen,
würde Rom sogar stören
und den Teufel verdrießen!


Am 15. Oktober 2015 schrieb Benny Thomas Olieni:

Danke für dieses Lehrstück!

Ist es nicht seltsam passend, daß der Chef der Arbeiterverräter-Partei und Vizekanzler der Berliner Kolonialverwaltung ehemals in Diensten von eben jenem megalomanen großdeutschen VW-Konzern stand?

"An deutschen Gasen soll die Welt genasen!"


Am 15. Oktober 2015 schrieb Hans Rebell-Ion:

Am 28. Mai 1937 wurde unter der Aufsicht von Robert Ley, dem Leiter der DAF, die "Gesellschaft zur Vorbereitung des Deutschen Volkswagens mbH" auf Befehl HITLERS gegründet. Ihr erstes und einziges Produkt sollte der "KdF-Wagen" (KdF = Kraft durch Freude) werden. Sie finanzierte den Aufbau des Volkswagenwerkes Wolfsburg vor allem aus dem Verkauf des 1933 beschlagnahmten Gewerkschaftsvermögens. Die spätere Produktion wurde nach einem von der DAF entwickelten Konzept vorfinanziert, demzufolge die künftigen Käufer des Volkswagens Vorauszahlungen zu leisten hatten. Der Kaufpreis von 990 RM wurde in Raten von 5 RM angespart und mit einer Sparmarke auf einer Sparkarte quittiert. Allerdings betrugen die 1939 kalkulierten Kosten eines Wagens mehr als das Doppelte.
Standort der Fabrik wurde die neu gegründete "Stadt des KdF-Wagens". Sie entstand ? auf dem Reißbrett geplant ? nach einer Bereisung durch den Geschäftsführer Bodo Lafferentz mehr oder weniger zufällig im ländlich geprägten und dünn besiedelten Gebiet bei der Gemeinde Fallersleben sowie dem Schloss Wolfsburg mit dem dortigen Schulenburgischen Gutshof. ....Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Volkswagenwerk auf die Produktion von Rüstungsgütern, unter anderem auch die Vergeltungswaffe V1, umgestellt. Von 1940 bis 1945 mussten dazu etwa 20.000 Menschen im Volkswagenwerk Zwangsarbeit leisten, darunter Kriegsgefangene und Insassen der Konzentrationslager. 1942 wurde eigens ein KZ Arbeitsdorf angelegt, bis im April 1945!
Unglücklicher Anfang ... unglückliches "Karma"!


Am 15. Oktober 2015 schrieb Ulrich Fiege:

Hallo Herr Manfred Ebel, "Die Analyse muss zu menschlichem Verhalten führen, soll sie Wert bekommen."

Dazu ist es bereits zu spät aber jede Analyse als Zustandsbericht ist wichtig und richtig, wird aber nur die Verursacher nennen, das Zusammenspiel von Kapital und Politik als Militärisch-Industriellen-Komplex und dessen Fortbestand als Diagnose sind Akut. Die Warnungen von Eisenhower und Kennedy vor diesem MIK wurden wissentlich Ignoriert und der Schaden bereits eingetreten. Das passierte aber nicht Zufällig denn Menschen können sich Grausam verhalten aber das ist der benötigte Wert, der zu jeder Zeit beeinflusst wurde um des Profites wegen. Die Versäumnisse durch Politik und Gesellschaft als Ursache und als Zitat: "Aller politische Unterricht endlich sollte zentriert sein darin, dass Auschwitz nicht sich wiederhole. Das wäre möglich nur, wenn zumal er ohne Angst, bei irgendwelchen Mächten anzustoßen, offen mit diesem Allerwichtigsten sich beschäftigt. Dazu müsste er in Soziologie sich verwandeln, also über das gesellschaftliche Kräftespiel belehren, das hinter der Oberfläche der politischen Formen seinen Ort hat. Kritisch zu behandeln wäre, um nur ein Modell zu geben, ein so respektabler Begriff wie der der Staatsraison: indem man das Recht des Staates über das seiner Angehörigen stellt, ist das Grauen potentiell schon gesetzt." Dieses wichtige Detail in einem Absatz von Adorno, beschreibt nicht nur warum Auschwitz möglich wurde, er beschreibt damit das es sich wiederholen wird.

Diese Analyse als Artikel in trefflicher Form von Herrn Gellermann beschrieben und das aufgezeigte Monopol durch Verbindungen der Konzerne als Unternehmen, dem Militärisch-Industriellen-Komplex, bestätigte sich nicht nur in Lateinamerika, die Wiederkehr des Grauens erleben wir doch aktuell in Europa und durch die geführten Kriege und Krisen in den betroffenen Ländern und Kontinente. Doch das Grauen oder Unmenschliche von Adorno als Staatsraison beschrieben und dazu benötigt man keine Mathematik, kommt nach Europa zurück. Wenn Sie gestatten Herr Gellermann, mein Beitrag zu TTIP: http://faceyeu.eu/ Es ist vielleicht schon zu spät um zu ändern, aber wir müssen es versuchen, wir sind in der Pflicht und haben noch das Recht dazu uns zu erheben, um zu verhindern.


Am 15. Oktober 2015 schrieb Verena Kamphausen:

Die Rationalgalerie ist ein außergewöhnliches Beispiel für aufklärenden Journalismus. Von der Menge der recherchierten Fakten bis zur prägnanten Sprache ist sie eine Wohltat für Mainstreamgeschädigte.


Am 15. Oktober 2015 schrieb Bernd Schneider:

Ich möchte Ihre Artikel abonnieren, der Link auf der Startseite funktioniert bei mir nicht.
Ihre Artikel sind treffend,sie müssen die Massen erreichen, vielleicht begreifen es mehr.

Antwort von U. Gellermann:

Sie kommen umgehend in den Verteiler.


Am 15. Oktober 2015 schrieb Manfred Ebel:

VW ist immer mal wieder Thema, auch hier in der RG.
Das von Dir aufgegriffene Zitat vom Kreis reizt unfreiwillig zur Betrachtung: Ein Kreis hat meherere Perspektiven der Betrachtung. Man kann ablenken mit "Thema umkreisen" und mit dem Finger nach außen zeigen. Auch hier zeigen alle anderen Finger nach innen. Die Kreisumgebung existiert auch ohne Kreis, aber das Wechselverhältnis Kreisfläche - Kreisumgebung nicht ohne den Kreismittelpunkt, das ursächliche, verursachende Zentrum. Will man die Wirkungen des Kreises auf sein Umfeld analysieren, kann einzig die Analyse des Kreismittelpunktes nützen.
Um es beim Thema VW abzukürzen: VW ist ein Musterexemplar für zwangsweisen kapitalistischen Konkurrenzkampf, ein Musterbeispiel für militärisch-industriellen Komplex, ein Musterbeispiel für grenzen- und gnadenlose Ausbeutung von Mensch, Natur und Gesellschaft - ein verdinglichter, vergesellschafteter, wesentlicher Inbegriff des imperialistischen Kapitalismus. Alle Gesetzmäßigkeiten des kapitalistischen Imperialismus beweisen sich in VW. Das "V" ist das Einzige und zudem Demagogische, was außer der "vergegenständlichten lebendigen Arbeitskraft" etwas mit dem Volk zu tun hat.
Schaden durch VW kann auf Dauer nur abgewendet werden, wenn das Zentrum wesentlich geändert wird - in den Besitzverhältnissen. Solange wird immer nur die Umgebung und die Betrachtung der Umgebung an den inneren Kreis angepasst.
Die Analyse muss zu menschlichem Verhalten führen, soll sie Wert bekommen.


Am 15. Oktober 2015 schrieb Wolf Gauer, Brasilien:

Danke für den Blick übern Tellerrand. VW ist in Brasilien unbestrittenes Symbol der "nationalen" Industrie. Mit etwa gleichem Stellenwert und politischen Gewicht wie drüben, d.h. Freund und zuweilen Lenker von Entscheidungsträgern jeder Couleur. Ich erinnere mich aber gut an einen jungen charismatischen Gewerkschaftsführer, den ich 1978 beim showdown der Metaller und Autobauer (VW, Ford, Mercedes und Scania) im Industriegürtel von São Paulo interviewte. Dreher bei VW mit verbliebenen 9 Fingern namens Luiz Ignácio da Silva. "Lula", 2003 erster proletarischer Präsident Brasiliens. Er mobilisierte damals - VW hatte gerade die berittene Polizei im Stammwerk von São Bernardo einquartiert - mehr als 70. 000 Arbeiter, brachte die Militärdiktatur aus dem Konzept und die bürgerliche Gesellschaft auf die Seite der Streikenden. Die gleiche Gesellschaft, die heute nach einer Militärregierung schreit, weil mittlerweile auch Proletarier VW (oder sonstiges) fahren und Lulas Arbeiterpartei zum vierten Mal die Regierung stellt. Und ausgerechnet unter der "kommunistischen" Fuchtel derselben, nämlich 2012, musste VW seine besten Ergebnisse in Brasilien einfahren..


Am 15. Oktober 2015 schrieb Eard Wulf:

"Scharnier-Betrieb" - Baem, nur die Realität wird uns mit sieben "meilen" Stiefeln einholen. - Ein Blick auf den chienesischen Reissack, Börse, mag `uns´einen Ausblick vermitteln.

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