Von der Leyen und die Wehrmacht

Der braune Sumpf stinkt, aber er stört die Medien kaum

Autor: U. Gellermann
Datum: 05. Mai 2017

Da kommt jemand in Ihr Wohnzimmer und sagt statt Guten Tag: Ich kenne Ihre perfide Art der Kriegsführung, Sie Drecksack! Aber er hat sie dennoch nicht aus seinem Sommersitz rausgeworfen, der disziplinierte Wladimir Putin, als Angela Merkel bei ihrem Besuch in Sotschi ebenso frech wie dumm vor laufenden Kameras und mit debilem Lächeln erklärte: Sie wisse natürlich, dass die hybride Kriegsführung in der russischen Militärdoktrin eine Rolle spiele. Ein Bundeskanzler, so schreibt es das Grundgesetz vor, bestimmt die Richtlinien der Politik und trägt dafür die Verantwortung. Verantwortung ist das Wort, das der Merkel nicht bekannt ist. Außer es ginge um die eigene Karriere. Und wer die Umfragen kennt, der weiß, dass sie bedroht ist: So läuft sie denn vor einem Umfragetief weg, flüchtet sich in billigsten Populismus und rechnet mit russophohobem Beifall. Klappt: Der Sender „n-tv“, der zu 75,1 % ihrer Freundin Liz Mohn gehört, spendet ihr diesen verschwiemelten Satz: „Einen Seitenhieb kann sich Merkel nicht verkneifen“. Da schwitzt der Stammtisch und das ungesunde Volksempfinden klatscht sich auf die Schenkel: Bohh ist die mutig die Merkel!

Er macht gern den hugenottischen Preußen, der Herr de Maizière: Korrekt, pflichtbewusst und ehrenhaft, so ist sein Selbstbild. Und einem Innenmister würden solche Eigenschaften gut stehen. Zumal in einer Zeit, in der der deutsche Gemischtvölkerladen auseinander strebt: Die deutschen Türken wählen Erdogan und die deutschen Sachsen wählen Frauke Petry. Jetzt wäre die Stunde eines Innenministers, der den Dehnungskräften eine Ahnung von deutscher Einheit vermitteln könnte. Statt dessen flieht der Mann ins Händeschütteln: „Wir (Deutschen) geben uns zur Begrüßung die Hand“ lässt er in seine Zehn Gebote zur Leitkultur schreiben. Wir Kerndeutschen werden uns doch nicht Abknutschen wie die Russen oder die Franzosen! Und wo die Muslime zur ehrerbietigen Begrüssung die Hand auf´s Herz legen, da quetschen wir mannhaft die Hand des Gegners bis er aufgibt. Und damit der Leitkulturelle nicht in den Verdacht des deutschen Rassismus gerät, zeigt er mal kurz ein Herz für Fremde und beschwört „ein besonderes Verhältnis zum Existenzrecht Israels.“ Wäre de Maizière nicht so völlig humorlos könnte ihm die bizarre Komik aufgehen: Um dem Rassismus-Verdacht aus dem Weg zu gehen, beschwört er das Recht eines Apartheid-Staates auf Unterdrückung seiner Mehrheit.

Seit Jahren ist Frau von der Leyen Chefin der Bundeswehr. Aber wenn nun der Armee der „Bürger in Uniform“ geklaut wird – jenes Leitbild des Soldaten, das in Abkehr von der Nazi-Wehrmacht vom Soldaten das Eintreten für die freiheitliche demokratische Grundordnung des Grundgesetzes fordert – dann flieht die Dame in die widerliche Haltet-den-Dieb-Pose: Alle sind für die rechtsradikale Unterwanderung der Bundeswehr verantwortlich – nur sie nicht. Nicht der ständige, auch von ihr gewünschte verfassungswidrige Einsatz im Ausland und natürlich auch nicht der von ihr tolerierte Raubkriegs-Spruch des Inspekteurs des Heeres, Generalleutnant a. D. Hans-Otto Budde: „Wir brauchen den archaischen Kämpfer und den, der den High-Tech-Krieg führen kann.“ So marschiert die Wehrmacht in der Bundeswehr auf und der rassistische Oberleutnant Franco A. ist nur Ausdruck einer lange schon anhaltenden Wandlung von der Verteidigungspolitik zu den neuen Kriegszielen, die der damalige Bundespräsident Köhler so treffend als „Außenhandelsorientierung“ definierte.

Flucht durch Schweigen: Der öffentliche Lärm um den sichtbaren Rechtsradikalen verdeckt das eiserne Schweigen über die Rolle des Militärischen Abschirmdienstes (MAD). Der MAD nimmt nach eigenem Verständnis die Aufgaben einer Verfassungsschutzbehörde in der Armee wahr: „Aufgabe des Militärischen Abschirmdienstes des Bundesministeriums der Verteidigung ist die Sammlung und Auswertung von Informationen, insbesondere von sach- und personenbezogenen Auskünften, Nachrichten und Unterlagen, über Bestrebungen, die gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung, den Bestand oder die Sicherheit des Bundes oder eines Landes gerichtet sind.“ So ist es im Gesetz über den militärischen Abschirmdienst zu lesen. Und mit 1.250 zivilen und militärischen Mitarbeitern und einem Jahres-Etat von rund 70 Millionen Euro ist der Dienst auch prima ausgestattet. Zwar befragte der MAD im März 1995 den späteren NSU-Terroristen Uwe Mundlos, als der noch Wehrdienstleistender war, wegen seiner Sammlung von Hitler- und Heß-Bildern, aber das hinderte den Dienst nicht, Mundlos als Informanten für den MAD anzuwerben. Und auch nicht daran, zwölf V-Leute im Thüringer Heimatschutz zu führen, der Keimzelle des NSU.

Der Militärische Abschirmdienst ging 1956, aus dem früheren Amt Blank hervor. Einer Verbindungsstelle zwischen den Alliierten und der Bundesregierung. Das Amt Blank, benannt nach Theodor Blank, dem späteren Verteidigungsminister der Bundesrepublik Deutschland, war Brutstätte und Sammelpunkt der Wiederbewaffner und Aufrüster der West-Republik. Politisch gewollt vom CDU-Kanzler Konrad Adenauer und organisiert in dessen Auftrag von Gerhard Graf von Schwerin, einem ehemaligen Kommandeur der Hitler-Panzertruppen und zeitweiligem CIA-Agent in Westdeutschland. – Verlässlich nehmen deutsche Medien jene Verantwortung nicht wahr, die sich aus der Pressefreiheit ergibt: Zu recherchieren und zu enthüllen. Der braune Sumpf stinkt, aber er stört die Medien kaum.

Der Text der Startseite wurde von Angelika Kettelhack lektoriert.

HERZLICHEN DANK FÜR DIE VIELEN GENESUNGSWÜNSCHE. ABER ICH BITTE UM DIE BEENDIGUNG DES THEMAS.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 21. Mai 2017 schrieb marie becker:

Résumée? Die letztendlich Verantwortlichen KNEIFEN und suchen sich zu verbergen hinter Putin und Trumpbashing nachdem sie ein paar Bauernopfer dargebracht haben und marschieren weiter auf ihrem Weg, Ziel: Ausweitung ihrer Machtposition.


Am 09. Mai 2017 schrieb Michael Kohle:

Vom ersten Moment an, als ich von der Existenz von Franco A. erfahren durfte, war die „Story“ mir mehr als suspekt, nicht nur vom dezenten „Geruch“ her als ein sehr fortgeschrittener roter Hering von mir eingestuft. Franco A. - was für ein Zufall! Wie überhaupt die ganzen Zutaten zu diesem unverdaulichen, Brechreiz wenn nicht Reflux verursachenden Brei von Seltsamkeiten nur so strotzen. Offen gesagt, ich bin es allmählich leid, mich an solchen mir - warum auch immer - vorgeworfenen Knochen zu delektieren, hätte sowieso noch reichlich andere, an denen es rein rational zu nagen und zu knurren gäbe. Allerdings: die Perversität dieses Herings ist schon beachtlich, bis auf Weiteres nicht mehr zu übertreffen.

Franco A.also! So weit sind wir schon, dass sich die Drehbuchschreiber nicht mal mehr die geringste Mühe machen müssen beim Zusammenrühren von Stichworten zum gewünschten Thema und Angst davor haben, dass was auffliegen könne, schon gar nicht. Wie das zu verstehen ist? Nun, wenn in Gniffkes Reichspropaganda-Schau um zwanzig Uhr die Vorleserin bei der ersten Verlautbarung zum Thema so positioniert ist, dass der Schriftzug hinter ihr keine Fragen mehr offen lässt, ist doch alles klar, oder? Was da zu sehen war? Der Name des Tatorts: die deutsch-französische Brigade in Illkirch, da in Frankreich befindlich „Franco Allemand“, der Kopf der Vorleserin die Buchstaben rechts neben dem „A“ verdeckend.

Ich will gar keine Vermutungen anstellen, keine Verschwörungstheorie absetzen, was diese zusammen gedröselte Affäre, die gut und gerne eine „Emser Depesche“ in den Schatten stellen könnte, bedeuten bzw. bewirken könnte oder soll. Da gibt es Andere, die das besser können. Die probaten Gipfelstürmer in Sachen Politikvermarktung - die Herren Augstein und Blome - haben es tatsächlich letzten Sonntagmittag vollbracht, die offen schizophrene Situation, dem DÜVAZ - dem dümmsten Volk aller Zeiten - so rüber zu bringen, dass beide Sichtweisen bestens kohabitieren, eine einzige Win-Win-Situation. Schon wieder: wie das zu verstehen ist? Ganz einfach: wie die Kuh vom Eis zu bringen ist! Welche Kuh? Die braune Kuh, die Bundeswehrmacht, selbstredend. Auf bzw. über das Eis wurde sie durch einen unfreundlichen Akt aus dem uns ewig verbundenen Führergeburtsland verbracht. Und wie wir alle wissen aus frühem Physikunterricht, ganze zwanzig Prozent des Eisbergs (in unserem Fall die Kuh) sind sichtbar. Dass dieses Fünftel nicht mehr verschwiegen, unterschlagen werden konnte, das Kind bzw. die Kuh im Brunnen lag, dass sich die erste Führungskraft notgedrungen dazu äußern musste, wollen wir alle hoffen, dass es einfach nur dumm gelaufen war. Nie und nimmer hätte das passieren dürfen.

Bedenkt man jedoch die Existenz von weiteren achtzig Prozent - was auch immer das sein möge - erscheint das vermeintliche Streitgespräch der obengenannten Herrn plötzlich logisch, stringent und konsequent. Der von Gellermann als brauner Sumpf verortete Sachverhalt konnte von den beiden gänzlich entsorgt werden. Jakob durfte sich unsaller Uschi annehmen, vollstes Verständnis für ihr Vorgehen äußern und sie per reichlich Mitgefühl in trockene Tücher verbringen. Nikolas hingegen verwendete sich vortrefflich als Fleckenreiniger. So lütt wie dieser eine kleine braune Fleck auf dem mausgrauen Rock, da kann man doch nicht? Es gibt doch wahrlich Wichtigeres zu bewältigen für unsere potentiellen Helden, oder vielleicht nicht? Also bitte keine mutwillige Wehrkraftzersetzung.

Einfach nur blöd an dieser Geschichte bleibt nur, da gibt es ja noch - angeblich - einen Franco A.
Würde da unsere deutsche Justiz nicht quantitätsmäßig überfordert, wo doch eine Tschäpe schon mehrere Jahre sich hartnäckig jeglicher Verurteilung widersetzen kann, der Generalbundesanwalt und sein ganzer Stab sich immer noch mit der Datenaufnahme zum Verlauf des Oktoberfest-Attentats anno 1980 beschäftigt sieht? Wenn man den gewöhnlich gut unterrichteten - investigativen - Quellen Glauben schenken darf, war das Projekt ja anders geplant. Unser Franco sollte - so sagt man - seinen Schafspelz ja durch einen Wolfspelz ersetzen um dann als syrischer Kamikaze mutig zur Tat zu schreiten, wenn möglich so kurz vor Anfang September. Dumm gelaufen eben,.

Aus gegebenem Anlass darf ich in aller Form noch einmal darauf hinweisen, dass sich hinsichtlich solcher Vorkommnisse auch mal ein Experte der anderen Art ziemlich prägnant und rational geäußert hat. Möchte die Gelegenheit nutzen und auf einen m. E. besser lesbaren Aufsatz zu Mausfeld´scher Fragmentisierung verweisen. Wir, die wir uns doch zwar nicht immer aber immer öfters nur mit einzelnen, völlig aus dem Zusammenhang gerissenen Sachverhalten und Tatbeständen beschäftigen, sollten uns besser und wieder mal mit den Gedanken bzw. Theorien von Mausfeld auseinandersetzen. Wir können es nicht oft genug tun. Also, forsch zur Tat:
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=22754

Als amuse-geule dazu ein Zitat daraus:
„Fakten unsichtbar zu machen, gehört zum leichten Teil von Medien und Politik. Das gehört zu ihrem Tagesgeschäft. Die schwierigere Aufgabe - das gilt es zu erkennen - ist, ganze Denkmöglichkeiten unsichtbar zu machen. Das Verschwinden von Alternativen. Es gibt Experten - da können Sie Angela Merkel fragen - die sagen: unsere Zeit ist alternativlos.“


Am 09. Mai 2017 schrieb Karola Schramm:

Lieber Herr Gellermann, sehr "viel Holz" was Sie hier "liefern" und damit viel Themen zum nachdenken. U.v.d.L. ist eine sehr gute Verkäuferin. Politik muss man verkaufen können, was sie bisher auch gut gemacht hat. Dazu braucht man keine Meinung, kein Gewissen, sondern eine gewisse Kaltblütigkeit, die ich aber, m.E. bei allen Politikern sehe.
Die BW steckt in einem Dilemma. Über den Verteidigungsauftrag fiel das Feindbild weg, insbesondere in der "friedensbewegten Zeit" von W. Brandt.
Das hat sich sukzessive geändert bis zu einem imaginären Feind der in Afgh., in Afrika, Russland oder sonst wo ausgemacht wird

. Uns, oder ihr, wird dann weiß gemacht, dass all die Länder, in denen jetzt völkerrechtswidrige Kriege geführt werden, von ganz schlimmen Diktatoren geführt würden die unbedingt bekämpft werden müssten. (eigene Vergangenheit und so - soll die Begeisterung noch steigern, da wir selber das ja nicht fertig gebracht haben.) Wobei man in Wahrheit auf diesem kriegerischen Umweg ganz frech an deren Bodenschätze kommen will. Doch welcher Soldat zieht für Bodenschätze in den Krieg ?

Im Kanzleramt und allen anderen Ministerien sitzen psychologisch ausgebildete Fachleute, (Merkel ist ja auch eine) die die entsprechenden Feindbilder entwerfen. So werden BW und die Bevölkerung scharf gemacht wie die Hunde, die sich am künstlichen dicken Stoff-Arm festbeißen.

Die BW und die Bevölkerung sind nicht rechtsradikaler als die gesamte Bundesregierung. Nur bei den einen, wie jetzt bei der BW sieht man das manchmal - oder bei Brandanschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte. Von daher können MAD oder die anderen Dienste gar nicht anders sein. Sie spiegeln einfach nur die Haltungen und die Strategien der Regierungen wider, welcher sie angehören und die meistens immer schon rechts bis rechtsaußen waren.


Am 08. Mai 2017 schrieb altes Fachbuch:

08. Mai und ich bedanke mich beim galeristen, dass das thema noch steht!

@r.möller
ich versuche es mal mit symphatie.
so wie sie würde ich niemals jemandes verstand bewerten!!! nicht adenauers und schon gar nicht den des gastgebers!
und NEIN, es gibt keine entschuldigung für adenauers programm der remilitarisierung und beendigung der naziverfolgung! sein plan, sich souveränität gegen nazi-rehabilitierung und nato-truppenteile zu erkaufen, ist "zufällig gescheitert".
und NEIN, es war nicht alternativlos, die alten kader wieder zu beleben. googlen sie die personalien groscurth und rehse! der erste widerstandskämpfer, der andere sein henker. beides keine ostdeutschen kommunisten und dennoch wurde dem ersten ein nva-lazarett gewidmet, der andere durfte als freier man sein rente aufbrauchen.
nazi-traditionen in den armeen beginnen mit den namen von kasernen und truppenteilen, nicht mit devotionalien. am 02.10.1990 mussten 229 truppenteile der nva die namen von antifaschisten ablegen, die ehrenhaine und traditionszimmer in den standorten wurden vernichtet!
"wer sich mit hunden zu bett legt, muss sich nicht wundern, mit flöhen aufzustehen"!! das weiß der dümmste bauer mecklenburgs, und sie schwätzen vom gesunden menschenverstand adenauers und propagieren, dass kompetenz wichtiger als einstellung/gesinnung sei??!!

ich versuche es weiter mit symphatie.
sie bespötteln, dass der galerist die idiotie des mad offenlegt!! also wenn alle geheimdienste dieser "republik" es nicht gebacken kriegen, die wenigen organisierten nazis ohne v-leute auszubremsen, dann sollten sie sich von der demokratie verabschieden! bei konsequenter verfolgung der nazis (parteiverbot, enteignung, zerschlagung deren vermögens und strukturen incl. öffentlichkeitsarbeit incl. derer sponsoren, haft statt resozialisierung, wirtschaftlichen ruin, berufsverbot.....) wäre der sumpf leerer!!
dazu braucht es keine mundlos'!! dazu braucht es politischen willen, und den spreche ich adenauers erben ab!!!

ich als besucher der galerie brauche IHRE symphatie nicht, und aus symphatie: denken sie bitte über "gesund", "menschen" und "verstand" nach:)

am 10.05. jährt sich die bücherverbrennung der nazis! kein buch der opfer ist im lehrplan allgemeinbildender schulen, aber "mein kampf" muss nach vorgaben der zentrale für politische bildung diskutiert werden.
ihr beitrag wäre sicher eine kritik an der umweltverschmutzung;)


Am 08. Mai 2017 schrieb Brigitte Klara Mensah-Attoh:

WOW - grande gratulazione - was für ein grandioses Camback!!!!
Was für ein (UNERWARTETER !) furioser Artikel über all das, was allmählich rauskommt bei der Bundes-Wehr(macht), man könnte es leicht hochrechnen, denn es ist ja nicht das erste Mal, daß sich braune Gesinnung Behn bricht...
was sich als konservierte schmutzig-antike Melancholie herausstellt.

Wie gut, daß es Dich gibt. möge es Dich lange lange noch geben!!!!!
Danke Uli Gellermann....!

noch ein Nachtrag: diese Nachkömmin ihres Vaters, dem Ernst Albrecht - ist wahrlich ein "Bilderbuch- Chamäleon" .... Also so wie sie sich ständig adäquat neu-inszeniert und sich ihren diversen Ämtern angeglichen hat,
hoffend - endlich KÖNIGIN VON DEUTSCHLAND ....


Am 07. Mai 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

@ R. Möller
....."Wenn der Zweck die Mittel heiligt, ist der Zweck unheilig." Karl Marx

Adenauer, der Wendehals wie er im Buche steht, hätte sich mit dem Teufel verbündet, was er ja schließlich auch getan hat, als er alle Nazis, die ihm nach 1945 nützlich gewesen sind zu Amt und Würden verholfen hat. Der unsägliche Globke, der den Kommentar zu den Rassegesetzen der Nazis verfasst hat, war ja schließlich Adenauers Staatssekretär, und alleine dadurch wurden die Nazis von offizieller Seite rehabilitiert, und diese faule Ausrede, man hätte sie ja nehmen müssen, um den Staatsapparat aufzubauen kann dann nur heißen, dass alle demokratischen Kräfte weggesperrt, und "verloren gegangen" sind, nach 1945. Egon Bahr, die Lichtgestalt der sPD hatte eine ähnliche Argumentation. Das es auch andere Menschen gab, zeigt nicht nur die Geschichte des Widerstandes, sondern auch die Geschichte in der deutschen Justiz, nach 1945. Fritz Bauer kompromissloser Generalstaatsanwalt hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit der SS Scherge Adolf Eichmann verurteilt werden konnte. Er wurde diffamiert, diskreditiert, ausgegrenzt, von denen, die ihresgleichen nicht zur Verantwortung ziehen wollten, den Nazis bei der Justiz im Inneren, und denen, die auf Adenauers Schoss saßen.
Adenauer, dem Antikommunisten ging es in allererster Linie darum, die Sowjetunion, die DDR zu bekämpfen und politisch zu vernichten, und was war passender als die Nazis an die relevanten Stellen im Staat zu setzen. Und was gar nicht geht, ist der Versuch etwas zu relativieren, wo keine Relativierung möglich sein kann, weil sich das von selbst verbietet.


Am 07. Mai 2017 schrieb Rainer Möller:

Bei aller Sympathie für die Rationalgalerie:
Adenauer wurde ja doch tatsächlich von den Journalisten kritisch befragt wegen "Nazi-Offiziere in der Bundeswehr", und er sagte mit seinem typischen gesunden Menschenverstand: "Meinen Sie, die Alliierten freuen sich, wenn ich ihnen Abiturienten als Generäle anbiete?" (Das Leben geht nämlich weiter - und dafür ist Kompetenz wichtiger, als vormals die richtige Gesinnung gehabt zu haben.)

Das lässt sich sinngemäß auch übertragen. Hier wird moniert: "Zwar befragte der MAD im März 1995 den späteren NSU-Terroristen Uwe Mundlos, als der noch Wehrdienstleistender war, wegen seiner Sammlung von Hitler- und Heß-Bildern, aber das hinderte den Dienst nicht, Mundlos als Informanten für den MAD anzuwerben." Also, wen hätte der MAD denn wohl als Informanten über die rechte Szene anwerben sollen, wenn nicht einen wie Mundlos? Einen ausgewiesenen Antifaschisten? Gesunder Menschenverstand!

Antwort von U. Gellermann:

Versuchen wir es mal mit dem gesunden Menschenverstand:

1. Niemand hat Adenauer gezwungen a) entgegen aller Nachkriegs-Schwüre eine neue deutsche Armee aufzubauen, und auch die Nazis (s. Globke) sind ihm nicht aufgezwungen worden; und b) der MAD hätte Mundlos auch aus der Armee rauswerfen und durch befreundete Dienste unter Beobachtung stellen lassen können.

Beste Grüße, Uli Gellermann


Am 07. Mai 2017 schrieb altes Fachbuch:

"Der braune Sumpf stinkt...", und es stört auch die politik nicht!!!

das eigentlich störende ist doch der imageverlust im wahljahr, dass das braune die kaschierende hülle sprengt und öffentlich wird!!
da wird rumgeeiert und mit phrasen hantiert, damit die armee und flintenuschi jeweils ein "gesicht" bewahren.
was ist los in der armee der "bürger", wenn die parlamentarische oberbefehlshaberin nicht mehr kritisieren darf?? verfolgt innerhalb der bundeswehr ein führungszirkel völlig losgelöste ziele?
in den geprüften standorten wurden DEVOTIONALIEN im "nicht strafwürdigen rahmen" entdeckt:) wehrmachtsutensilien als "Gegenstände, die der Andacht (lateinisch devotio ?Hingabe?, ?Ehrfurcht?) und der Förderung der Frömmigkeit dienen sollen..."(wiki)
helme, dolche, bilder......, die nicht eine traditionsfolge mit bezug auf die nazi's begründen, aber soldatische tugenden wie kameradschaft, mut, opferbereitschaft........ symbolisieren;)
man überlege sich diesen nonsens:
- die armee steht angeblich nicht in tradition zur wehrmacht, aber moralische kategorien dürfen sich die landser von dort übernehmen!!??
- und im besitz dieser "tugenden" verliert man gleich mal zwei weltkriege
- den stellenwert dieser "traditionszimmer" im gläubigen abendland: devotionalien!!

noch lustiger ist die lektüre über das versagen der "inneren führung":) ganz ganz schnell muss uschi hier zurückrudern, um nichts SYSTEMISCHES zu offenbaren!!! und natürlich stammt das konzept von nazigenerälen wie speidel, heusinger, de maiziere........
andererseits stellen sich auch fragen, wie just die franzosen innerhalb dieses gemeinsamen truppenteils auf eigenem territorium reagieren?? oder rein praktisches, wie ein oberleutnant einfach mal so für wochen nirgendwo vermisst wird??
dieser nazi studiert innerhalb der dienstzeit gesponsert auf staatskosten (berufsförderungsdienst) und ver"semmelt" das??
schadenersatz ist das minimum einer regresssforderung und rausschmeißen aus der buwe das zweite!!

auch typisch: genau jetzt hält der wehrbeauftragte seine klappe??? na klar, der bartels ist spd-grundwertekommissar und pressefuzzi!
http://www.bundestag.de/parlament/wehrbeauftragter/zur_person

.... es kann und darf die medien also gar nicht stören, wenn da was stinkt;)


Am 07. Mai 2017 schrieb Uschi Peter:

Da is`er ja wieder! Weiterhin gute Gesundheit, Uli Gellermann!
Ja da platzte mir fast die Schläfenader, als ich die BKin in der Pressekonferenz sah. Aber ihre Arroganz prallte von Putin ab bis auf eine Passage seiner Erwiderung, da er ihr sehr kühl antwortete. Ansonsten bewundere ich seine Selbstbeherrschung und den Langmut gegenüber diesen Kriegsverbrechern und Lügnern aus dem Westen. Wider besseres Wissen redet die BKin immer noch gebetsmühlenartig von der "Annexion" der Krim, obwohl die Separation des Kosovo zumal durch eine fremde Macht (USA) vom Westen begrüßt wurde. Da sieht man, dass wir von USA gelenkt werden.
Was ist hier völkerrechtswidrig, eine Volksabstimmung über das Schicksal des eigenen Volkes oder ein willkürliches Abtrennen eines Landes ohne Referendum?
Nun will ich mal eine Lanze brechen für unsere Sitten, mag sein,dass einige unserer Männer den Händedruck etwas fester ausfallen lassen, aber "quetschen wir mannhaft die Hand des Gegners bis er aufgibt." trifft wohl eher auf Trump zu,. der ja nicht loslässt , bis der "Partner" zu Boden geht. Oder liegt das an seinen "deutschen Wurzeln"?


Am 06. Mai 2017 schrieb Fred Bertelsmann:

In Ihrem Artikel schreiben Sie „zumal in einer Zeit, in der der deutsche Gemischtvölkerladen auseinander strebt“ und bangen um „die Stunde eines Innenministers, der den Dehnungskräften eine Ahnung von deutscher Einheit vermitteln könnte.“ Also machen Sie Eich Sorgen um die deutsche Einheit. Aber Sie schreiben über eine Nation, die es nicht gibt. Denn in jeder Nation gibt es nun mal den Antagonismus der Klassen.

Antwort von U. Gellermann:

Die in Deutschland Lebenden - auch jene die UNTEN sind und nur Teil eines Antagonismus - halten die deutsche Nation für eine Realität. Mit diesem festen Glauben muss man operieren, wenn man die Geschwulst des Nationalismus entfernen will.


Am 06. Mai 2017 schrieb Anke Zimmermann:

Ich wurde heute früh geblitzt. Es ist ganz sicher, daß Putin mein Auto gehackt hat.
Ganz sicher, kein Zweifel.


Am 06. Mai 2017 schrieb Paulo H. Bruder:

Weshalb wird der Öffentlichkeit der vollständige Name dieses Herrn Oberleutnant A. vorenthalten? Er wird doch nicht etwa Adenauer heißen.


Am 06. Mai 2017 schrieb Marc Britz :

Das Kanzleramt erzählt den Deutschen was vom perfiden Russen. Soso.
Das Innenministerium schreibt den Deutschen vor wie sie sich kulturell zu verhalten haben. Aha.
Und die Wehr ist mit zum Töten bereiten Rassisten besetzt. Tja.

Ersteres geht sowieso schon wieder okay, das Zweite wird ein wenig hin und her diskutiert, und das Dritte ist doch eigentlich nur noch ein kleines Skandälchen. Dass keiner der von Herrn Gellermann so trefflich skizzierten Politikern für diese eigentlich untragbaren Zustände ins politische Gras beissen muss, zeigt, dass die geschichtliche Reise unserer "Kulturnation" zurück in die deutsche Normalität von - sagen wir mal - 1871 führt.

"Vorwärts Kameraden, es geht zurück!" könnte daher auch der passende Slogan für jene Refeudalisierung, Gegenaufklärung und Remilitarisierung sein, die wir hier so gerne unter dem Namen Neoliberalismus zusammenfassen. Aber wir wünschen dem Neoliberalismus ebenso viel Erfolg wie jenen Offensiven in welcher dieser Slogan vom "Deutschen Landser" tatsächlich geprägt wurde: Nämlich keinen. Leider werden uns so die Millionen Toten auch nicht erspart bleiben.

Ihnen, Herr Gellermann, Dank für die mit Sicherheit mühsame Arbeit und freundlich Grüße


Am 05. Mai 2017 schrieb Wolfgang Blaschka:

Wie kann sich ein Bundeswehrsoldat wiederholt ohne disziplinarische Konsequenzen aus der Kaserne davonstehlen und nebenbei als "Flüchtling" registrieren lassen? Tagsüber wäre es "unerlaubtes Entfernen von der Truppe", nachtsüber fast schon "Fahnenflucht". Bleiben nur die wenigen Stunden nach Feierabend, um sich in eine Erstaufnahme-Einrichtung zu schleichen. Doch zu dieser Zeit nach Dienstschluss wird doch wohl der andere Bundeswehrsoldat, der ihn praktischerweise als Abkommandierter "registriert" hat, kaum mehr gearbeitet haben. Anscheinend handelte der "Fahnen-Flüchtling" mit dem Wissen, zumindest unter Duldung seiner Vorgesetzten, sonst wäre ihm das Husarenstück schwerlich gelungen. War da vielleicht "Gladio" mit im Spiel? Ein schmutziges Unterfangen war es allemal, den Rechtsradikalen in Uniform nach seinem völkisch-nationalistischen Gesinnungs-Aufsatz zum Offizier auszubilden. Offenbar war seine perfide "Mission" von oben gedeckt, wenn nicht "genehmigt" oder gar angeordnet. Der braune Sumpf beim Barras muss endlich ausgetrocknet werden!


Am 05. Mai 2017 schrieb antares56:

Danke das sie wieder da sind! Ihre Artikel haben mir gefehlt! Und vor allem der Teil über Merkel erntet meine volle Zustimmung. Aber auch die anderen Minister werden richtig eingeschätzt.


Am 05. Mai 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

Nach 1945 war es in der Bundesrepublik von staatlicher Seite aus, besonders wichtig, die Mörderbande, die verurteilt wurde bei den Nürnberger Kriegsprozessen, als verbrecherische Organisation, die SS zu rehabilitieren.
Das wirklich gefährliche aber war, dass sich nie mit der Vergangenheit auseinandergesetzt worden ist, und ähnlich wie bei der Justiz und im Inneren verfahren wurde, staatstreue Diener und Untertanen, (der Faschismus hat es möglich gemacht) beim Aufbau der Bundeswehr auf das zurückgegriffen, was den Faschismus geschützt und beschützt hat; die Verbrecherorganisation.
Die HIAG, die Nachfolgeorganisation der SS veranstaltete 16 sogenannte "Traditionstreffen" im Jahr 1976, mit den Namen, die Terror, Mord, Elend und Not über die Völker der Welt gebracht haben: "Leibstandarte Hitler," "Das Reich," und "Totenkopf," um nur einige zu nennen.Offizielle bundesdeutsche Stellen ließen sie gewähren, und es wurde nicht eingegriffen, obwohl die Waffen SS als verbrecherische Organisation verurteilt worden ist.
Zahlreiche Kontakte zwischen der Bundeswehr und der HIAG zeigen wie halbherzig von Beginn der Bundesrepublik an diesbezüglich gehandelt wurde. Bundeswehrangehörige waren oft Gäste bei den Veranstaltungen, die den "Austausch" mit alten SS Angehörigen wieder gesellschaftsfähig machte. Die demokratiefeindliche Kontinuiät hält sich, möglicherweise bis Heute. "Den Bürger in Uniform" kann es nur geben, wenn Demokratie mehr als ein Wort ist, und gnadenlos aufgedeckt wird, ohne Rücksicht auf Personen, die mitgemacht haben. Alte Nazioffiziere haben junge Offiziere ausgebildet, da beißt die Maus keinen Faden ab, und letztendlich wurde über die faschistische Vergangenheit ein liberales Mäntelchen gelegt. Es ging nahtlos ineinander über, denn eine demokratische Tradition hätte den Beweis antreten müssen, in der Rückschau.
"Wir haben immer Zurückhaltung geübt und die Teilnahme von Bundeswehr Angehörigen bei unseren Treffen und Veranstaltungen zu unterschlagen, eben weil wir wissen, dass dies ein "Politikum" ist. Aber auf Dauer geht dies so nicht!"
aus: "Der Freiwillige", Juni 1976
Die HIAG Stuttgart im HIAG Blatt "Der Freiwillige" 5/75: Die Arbeitsgemeinschaft der Soldatenverbände hatte im März 1975 zu einer gemeinsamen Veranstaltung eingeladen. Herr Dr. Manfred Wörner, Mitglied des Deutschen BUndestages und verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU , Major der Reserve Seite an Seite mit dem braunen Gedankengut
Der Titel der Veranstaltung war: "Wie sicher ist die Bundesrepublik ?"
Minister Leber als politisch voll verantwortlich, weil Bundesminister für Verteidigung lässt es geschehen, dass die Bundeswehr keine klare abgrenzende Haltung bezüglich, ehemaliger, verurteilter faschistischer Organisationen hat. er rechtfertigt und stellt sich schützend vor die Angehörigen der Waffen SS.
Auf Anfrage der Jungsozialisten des Unterbezirks Neuwied-Altenkirchen ließ er folgendes durch die Büroleitung des parlamentarischen Staatssekretärs seines Ministeriums, Schmidt-Würgendorf mitteilen: "Der Bundesminister für Verteidigung ist über die Aktivitäten der Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit (HIAG) ausreichend informiert.und sieht diese Hilfsgemeinschaft dementsprechend differenziert. Es wäre falsch, alle ehemaligen Angehörigen der Waffen SS allein wegen ihrer Zugehörigkeit zur HIAG schon zu verurteilen." (Zitiert nach "die tat" 34/1976, S.6)
Die Bilanz des Terrors der SS gegen das eigene Volk:
225000 deutsche Hitler Gegner und Widerstandskämpfer Frauen und Männer wurden allein bis Kriegsbeginn zu rund 600 000 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.
Eine wirkliche Aufarbeitung, eine ernsthafte Auseinandersetzung, die über Lippenbekenntnisse hinausgeht fehlt bis zum heutigen Tag. Der braune Sumpf wurde nicht trockengelegt, und das braune Gedankengut wird weitergegeben, und auch das Kleinreden, das Abschwächen, das Wegschauen macht es unerträglich für alle Angehörigen von Hitler Gegnern von Widerstandskämpfern, die erniedrigt, gequält, ihrer Würde beraubt wurden, was nach 1945 nicht weniger wurde. Es gab keine Todesstrafe mehr, verfolgt wurden sie weiter, viele sind in dem Bewusstsein nicht rehabilitiert worden zu sein, gestorben. Nazis wurden hoffiert, bekamen dicke Pensionen, saßen warm und trocken in den Büros der Bundesrepublik, und die, Frauen und Männer, die ihr Leben eingesetzt haben, gehen im Strudel der Geschichte unter.
Vielen Dank, dass dein brillanter Artikel mich sehr nachdenklich hat werden lassen, und braunes Gedankengut ist wieder gesellschaftsfähig. Was sollte ich den ehemaligen Widerstandskämpfern antworten, wenn sie die heutigen gesellschaftlichen Verhältnisse erkennen würden ?
Ziemlich lang geworden, der Inhalt deines Artikels hat aber nun mal den Stein ins Rollen gebracht, und ist natürlich als Kompliment zu sehen.


Am 05. Mai 2017 schrieb Lutz Jahoda:

MAI 1945 / MAI 2017

Im Monat Mai vor zweiundsiebzig Jahren,
Warf ich das Wehrmachtskoppelschloss ins Grüne.
Für mich war das ein Lebewohl-Verfahren,
Ein Schwur zum Schlussbild auf der Heldenbühne
Mit Hakenkreuz und Gott mit uns darüber.

Die Bundeswehr - aus anderem Kaliber?
Aber ja doch und dennoch irgendwie nein:
Zwar musste die Rune dem Adler weichen;
Dennoch hielt das Gürtelschlosszeichen
Den Hauptgedanken weiterhin rein:
Beim Töten darf der Herrgott der Deutschen
Weiterhin zugegen sein!


Am 05. Mai 2017 schrieb Andreas Schell:

Vielen Dank für diesen wunderbaren Rundflug. Der Fisch stinkt vom Kopf weg. Dass unsere völlig inakzeptable, unwählbare Junta längst mit Kritik, Spott und Bürgern auf der Straße aus ihrer Selbstgefälligkeit in die Realität zurück geholt werden muss, ist den Informierten klar. Nur: wer ist wie informiert?

Merkel und Co. ist offensichtlich zu Kopf gestiegen, was ihre Auftraggeber über sie von immer schlechter werdenden Hofberichterstattern schreiben und senden lassen. n-tv ist ein Musterbeispiel. Sieht man in diesen bellizistischen Propagandasender mal eine Stunde rein und erträgt die Übelkeit, ist einem offensichtlich, was Liz Mohn und ihresgleichen gerne in den deutschen Köpfen verankert hätten und leider teilweise bereits haben!

Die Macht der Medien ist nach wie vor riesig. Sie verbreiten den merkelwürdigen Sums unserer so genannten Regierung, und der handelt fast ausschließlich von Trugbildern. Von guter Aufrüstung und bösen Russen ist da die Rede, von Exportüberschussweltmeisterschaft (das ist das, was uns irgendwann ruinieren wird), Vollbeschäftigung ("uns geht es so gut"), von vereinigtem Europa (wo ist das?), NATO-Osterweiterung inclusive Ukraine und von der Lüge "Annexion der Krim". Von Integration der Kriegsflüchtlinge als humanitäres Deckmäntelchen handelt der abgestimmte Mainstream ebenfalls. Flüchtlingen helfen wird ja wohl jeder menschliche Mensch und wer da nicht mitmacht ist ein Unmensch! Der menschliche Mensch könnte natürlich parallel auch mal mit dem Sanktionieren, dem Bombardieren und den Waffengeschäften aufhören und den instrumentalisierten Opfer-Menschen damit die Rückkehr in ihre Heimat ermöglichen. Von solchen Gedanken handelt unsere Außenpolitik und der Mainstream aber nicht. Rheinmetall, äh, Entschuldigung, die deutsche Außenpolitik vertritt Waffenexportgenehmiger und Profi-Lügner Gabriel bis ins arme, von Klimawandel-Dürre, Warlords und amerikanischen Drohnen heimgesuchte Somalia. Er stammelt dort irgend etwas menschlich klingendes in die Mikrofone, das für Somalia ohne Bedeutung ist, um für den Wahlkampf zu punkten. Der (Wahlkampf) dreht sich derweil zu Hause um den rechten Rand des Wählerspektrums. Das tut er aber nicht etwa wegen der AfD (die ist weg vom Fenster), sondern weil links für Merkel und GroKo nichts und rechts viel zu holen ist. Links von Schwarz kommt erst mal die spätestens seit Schröder neoliberal versaute SPD mit der aufgeflogenen Schulz-Lüge von der sozialen Gerechtigkeit. Das geht bei der Wahl garantiert schief. Dann kommen die NATO-Olivgrünen. Die braucht schon seit Fischer und seiner bösen Tante Albright keiner mehr. Dann kommen die echten Neoliberalen von der untoten Zombie-FDP, die neuerdings wieder unbedingt ins Parteienspektrum rein müssen, damit es für Schwarz-rot-gelb-grün, die Parteien des atlantischen Establishments, reicht. Das Programm: Reichtum den Reichen! Klar, das wollten schon immer weniger als 5% und ein Paar Verwirrte, aber vielleicht geht ja 'ne Koalition?

Wer bei dem Scheiß nicht mitmacht und das neoliberale Glaubenbekenntnis nicht täglich murmelt, ist entweder ein Linker (Phantast, Marxist, harmloser Trottel), oder ein Querfrontler, Verschwörungstheoretiker, ein Spinner, der an irgendwelche Konstrukte glaubt. Komisch, wie viele davon inzwischen herum laufen und wie schlüssig manche von ihnen argumentieren, aber egal.

Und wen stören zuletzt die verkappten Schwarzbraunen, Nazis und Militaristen, die bei Polizei, Geheimdienst, Bundeswehr prima etabliert sind? Diese Behörden waren noch nie linke Adressen. In einem alten, nicht ganz ernst zu nehmenden Einstellungstest musste man die richtige Schreibweise des folgenden Wortes ankreuzen:
0 - Bazifisd
0 - Paazifist
0 - Pazifisd
Die "richtige" Lösung war die erste. Satire kann so wahr sein. Daran ändert insbesondere die fiese deutsche Kriegsministerin mit ihren Feldzugwünschen definitiv nichts. Aber klar: den einen Nazi, der's übertrieben hat verhaften wir, und dann wieder munter auf zum Massenmord in fernen Ländern!

Na denn prost, auf den tausendjährigen Profit!


Am 05. Mai 2017 schrieb Hannes Nießlbeck:

Treffend, dieser Artikel, allerdings dürfte das Budget des MAD kaum 70 Milliarden Euro betragen, wo doch das Bundesministerium für Verteidigung "nur" ca. 37 Milliarden zur Verfügung hat um in anderen Ländern Krieg zu führen.


Am 05. Mai 2017 schrieb Matthias Brendel:

Herzlichen Glückwunsch!
Die Beschreibung dreier unserer wichtigsten Politiker ist Ihnen prima gelungen, um nicht zu sagen brilliant.
Leider ist die Zeit, der Rücktritte für vollzogene Willkür und gröbste politische Fehler nicht die heutige Zeit.
Frau von der Leyen benutzt diese von ihr mit verursachte Krise des tiefen Staates offensichtlich nur als Podium der Selbstdarstellung, bei Frau Merkel ist sowieso Hopfen und Malz verloren, sie lebt in einer anderen Welt, man kann nur noch fassungslos dabei zuschauen, wie sie diesen Staat immer tiefer hinabzieht.
Es bleibt zu hoffen, dass diese schlimme Situation, in der sich unser Land befindet, zum Anlass genommen wird, darüber nachzudenken, was der eigentliche Sinn und Zweck der Bundeswehr einmal sein wollte:
Unser Land vor Feinden von aussen zu schützen!
Während diese, offensichtlich für Rechtsradikale sehr einladend wirkende Institution Bundeswehr neuerdings auch im Inland eingesetzt werden soll, die "Verteidigungsministerin" denkt seit geraumer Zeit vernehmlich darüber nach, ist sie dagegen in 17 Ländern aktiv, die sich ausserhalb unseres Territoriums befinden.
Man nennt das heute, "Verantwortung übernehmen", wie habe ich diesen Satz von Herrn Gauck gehasst.
Nun ist sie erstmal eine Zeitlang damit beschäftigt, sich selber zu verteidigen, diese wie eine Aufziehpuppe wirkende, von scheinbar wütendem Ehrgeiz angetriebene kleine Frau.
Es wird interessant sein, zu beobachten, wie unsere NATO Medien diesen Skandal unter den Teppich kehren werden.
Zur Verstrickung des tiefen Staates in den internationalen Terrorismus, auch von Helmut Schmidt als Staatsterrorismus bezeichnet, lief gestern in der Reihe "Unter Verdacht" ein schöner Zweiteiler auf Arte.
Für jeden selbstdenkenden Menschen, der ihn verpasst hat empfehle ich, in der Mediatek danach zu suchen.
Das Thema ist selten so realistisch in einer Spielhandlung dramatisiert worden.
Die Darstellung der handelnden Politiker und Verfassungsschützer ist zum Weinen gut.
Passend zum Thema sind auch die Untersuchungen von Dr. Ganser zu den Gladio NATO Geheimarmeen und nicht zu vergessen ist das neue Buch von Andreas Fisahn über unsere Demokratie, hier fällt der entscheidende Satz, nachzulesen auf den aktuellen Nachdenkseiten:
"Eine Demokratie, in der es keine Alternativen gibt, ist überflüssig".


Am 05. Mai 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

.....da iser wieder; der Uli, mit diesem Artikel zur Höchstform gelaufen. Auf den Punkt, inhaltlich mit spitzer Feder, dem typischen Biss, mit Witz, aber vor allem, unverkennbar, in seiner Sahnehäubchen Qualität; ein Gellerman eben.Danke, lieber Uli. Die Mühen und die unendlich viele Arbeit, die besonders erwähnenswert ist, in der momentanen Situation, verbunden mit der Erkenntnis, mehr zu sein als das Problem; und sich immer wieder selbst herauszufordern ist schwer, sehr schwer, doch der Mühen Lohn ist dir, mal wieder mehr als gelungen, und die Erkenntnis, dass es mehr gibt als einen selber bringt Mut, Tapferkeit, Aufrichtigkeit, und die Fähigkeit zur Liebe hervor, und das wird sichtbar.
Zum Artikel selber, später mehr.
Liebe Angelika, klasse, und vielen Dank, dass du das, auch für uns Leser und Schreiber tust. Ab und zu ein Päuschen ist nicht weg.


Am 05. Mai 2017 schrieb Anke Zimmermann:

Frau Rittmeisterin von der Leyen, von Guttenberg, Millitär in Adelshand.
Eliten ehrenhafteskriegsbeseelt, am deutschen Wesen genesen, muSS die Böckin zum Gärtner werden. Never!


Am 05. Mai 2017 schrieb Volker Birk :

Ausgerechnet die Österreicher verpatzen dem kleinen Oberleutnant die Terrorvorbereitungen. Hätte man dieselben nicht vorwarnen können, dass das keine Übung ist? Ausser eine in gepflegtem Staatsterrorismus, natürlich.

Schon beim Halblaien und V-Mann Anis Amri zeigte sich: es ist so schwierig heutzutage, gutes Personal zu finden! Und nun versagt sogar der Profi.

Wo soll das alles nur hinführen? Ja, soll denn die CIA ihre Anschläge in Zukunft etwa alle selber machen? Dabei soll doch die Bundeswehr in Zukunft mehr Verantwortung übernehmen.

So bleibt der ständige Sitz im Sicherheitsrat in weiter Ferne.

Dran bleiben...

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